DE973280C - Durch unmittelbaren Stromdurchgang beheizter, stabfoermiger Verdampfer - Google Patents
Durch unmittelbaren Stromdurchgang beheizter, stabfoermiger VerdampferInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 7. JANUAR 1960
p 12359 VI/48b D
Zur Erzeugung dünner Schichten auf irgendwelchen Trägerunterlagen bevorzugt man in jüngster
Zeit die sogenannte thermische Aufdampfung im Vakuum, bei welcher der schichtbildende Stoff
in einem sogenannten Verdampferschiffchen bis kurz unterhalb oder auch bis zum Siedepunkt erwärmt
wird. Die dabei entstehenden Dämpfe kondensieren auf der über dem Schiffchen angeordneten
Trägerunterlage und erzeugen in dieser Weise die gewünschte Schicht. Wenn es sich um
die Bedampfung ruhender Trägerunterlagen handelt, reicht die Füllung des Verdampfers für eine
oder mehrere Bedampfungen aus. Die Nachfüllung des schichtbildenden Stoffes erfolgt ohne Schwierigkeiten
bei der nach Beendigung einer Bedampfung soiwieso erforderlichen Öffnung der Bedampfungsapparatur.
Werden nun aber längere Gebilde im laufenden Verfahren, z. B. Bänder oder Fäden, bedampft, dann kann es eintreten, daß die
Füllung des Verdampfers nicht über eine vollstän- ao dige Bedampfung ausreicht, wenn nicht der Verdampfer
mit seiner Schmelzgutöffnung so groß ausgebildet wird, daß eine entsprechende Menge
des schichtbildenden Stoffes aufgenommen werden kann. Nun ist es aber nicht immer möglich, den
Verdampferbehälter groß zu gestalten, was, nebenbei bemerkt, unter Umständen untragbare Heizleistungen
erfordern könnte, weil mit der Vergrößerung des Verdampfers auch die Wärmestrahlung
abgebende Oberfläche vergrößert wird und
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dadurch der zu bedampfende Träger, insbesondere wenn es sich um organische Stoffe handelt, thermisch
beschädigt werden kann. Ganz besonders kritisch wird dieses Problem dann, wenn schichtbildende
Stoffe hohen Siedepunktes verwendet werden, z. B. hochschmelzende Metalle, wie Aluminium
od. dgl. Man ist dann gezwungen, den Verdampfer aus rein wärmetechnischen Erwägungen
heraus sehr klein auszubilden, so daß seine Füllmenge für die durchgehende Bedampfung eines
längeren Gebildes nicht ausreicht. In diesen Fällen ist, um eine unwirtschaftliche Unterbrechung der
Bedampfung zu vermeiden, für einen Nachschub des schichtbildenden Stoffes während der Bedampfung
zu sorgen.
Es sind nun bereits sogenannte Nachschubein- -richtungen entwickelt worden, die, meist auf mechanischer
Grundlage beruhend, von Zeit zu Zeit automatisch oder von Hand weiteres Schmelzgut
in den Verdampferbehälter einzuführen gestatten. Solche Nachschubeinrichtungen sind auch schon in
Verbindung mit durch direkten Stromdurchgang aufheizbaren länglichen Verdampferschiffchen mit
länglicher Gestaltung der Schmelzgutöffnung vorgeschlagen worden. Hierbei wird das zu verdampfende
Metall unmittelbar der Verdampfungsstelle zugeführt. Es ist eine Überwachung der Nachschubbewegung
erforderlich, damit die verdampften Mengen gerade immer von der Nachschubeinrichtung
ersetzt werden. Derartige Einrichtungen bilden jedoch, wie die Erfahrung zeigte, eine stete
Quelle von Schwierigkeiten, da sie nicht wunschgemäß und zuverlässig arbeiten und im übrigen
einen beträchtlichen Mehraufwand bei der Herstellung der Apparatur bedingen.
Wenn es sich um die Verdampfung von Metallen handelt, hat man nun die Möglichkeit, durch besondere
Ausgestaltung des Verdampferschiffes einen vollkommen selbsttätigen Nachschub zu erreichen,
der nahezu keinen besonderen Aufwand erfordert und sich von allem dadurch auszeichnet,
daß keinerlei bewegte Teile od. dgl. notwendig sind. Voraussetzung dafür ist, daß der stabförmige
Verdampfer durch unmittelbaren Stromdurchgang erhitzt wird, eine langgezogene Schmdzgutöffnung
besitzt und daß er an den Enden sprunghaft vergrößert und mit Bohrungen für die automatische Zuführung
des drahtförmigen Verdampfergutes in die Schmelzgutöffnung versehen ist. Nach dem Kennzeichen
der Erfindung sind die Bohrungen mit eingesteckten, für die Drahtzuführung bestimmten,
temperaturbeständigen Führungsröhrchen derart vorgesehen, daß die Drähte auf dem Boden der
Schmelzgutöffnung aufstehen und sich lediglich unter dem Einfluß ihres Eigengewichtes selbst nach
Maßgabe der Verdampfung in die Schmelzgutöffnung nachschieben.
Die Wirkungsweise eines derartigen Verdampferschiffchens
ist folgendermaßen: Ist die Schmelzgutöffnung mit flüssigem Metall gefüllt, dann bildet
dieses einen verhältnismäßig kleinen Nebenwiderstand zu den den Heizwiderstand darstellenden
Schiffchenwandungen. Die erzielte Temperatur ist auf Grund der entsprechend eingestellten Heizleistung
gerade ausreichend, um die erforderliche Dampfabgabe zu bewirken. Bei dieser Temperatur
entsteht nun in den besonders ausgebildeten, größere Wärmestrahlung aufweisenden Zonen an
den Enden der Schmelzgutöffnung eine um so viel geringere Temperatur, daß das Nachschubmaterial
nicht oder nur im unerheblichen Umfang abschmilzt. Wird nun der Verdampfer durch die
laufende Verdampfung des Schmelzgutes geleert, dann wird der Nebenwiderstand durch das
Schmelzgut größer, und die Wandung des Schiffchens nimmt eine höhere Temperatur an, wodurch
auch die kälteren Zonen des Schiffchens schließlich auf Schmelztemperatur des schichtbildenden Stoffes
kommen. Dieser schmilzt laufend ab, weil der Nachschubdraht entsprechend seiner Schwere nachgleitet.
Hierdurch füllt sich die Schmelzöffnung, der Nebenschluß wird größer, und die Temperatur
des Schiffchens geht zurück, bis auch das Abschmelzen des Nachschubmaterials wieder aufhört.
Es ist ersichtlich, daß in dieser Weise eine stetige mittlere Füllung des Verdampfers trotz der abgegebenen
Dampfmengen gewährleistet bleibt, bis das Nachschubmaterial verbraucht ist.
Eine mit vollem Erfolg benutzte Ausführung eines entsprechend der Erfindung aufgebauten Verdamperschiffchens
besteht aus einem Kohlestab, in welchem die Schmelzgutöffnung eingefräst ist. Über diesen Kohlestab sind in der Umgebung der
Enden der Schmelzgutöffnung breite Kohleringe in gut wärmeschlüssigem Kontakt aufgebracht, die
mit Bohrungen zur Aufnahme der das Nachschubmaterial enthaltenden Führungsröhrchen aus Keramik
od. dgl. versehen sind. Das Nachschubmaterial in Form eines Drahtes ist in diesen Röhrchen
enthalten und steht auf dem Boden der Schmelzgutöffnung auf. Die Kohleringe besitzen eine
solche Größe und damit eine solche Wärmekapazität und wärmeabstrahlende Oberfläche, daß bei gefüllter
Schmelzgutöffnung die Temperatur an den Enden dieser öffnung gerade unterhalb der
Schmelztemperatur des Verdampfungsgutes bleibt. Vergrößert sich jedoch der durch das flüssige Metall
gebildete Nebenschlußwiderstand, dann wird die Wandung des Kohleschiffchens höher erwärmt,
und auch die kälteren Teile des Schiffchens nehmen eine höhere Temperatur an, wobei die Schmelztemperatur
des Verdampfungsgutes überschritten wird. Dies bewirkt ein Abschmelzen des Nachschubdrahtes,
wodurch die geschilderten Vorgänge rückwärts verlaufen, bis das Abschmelzen des Nachschubmaterials
zum Stillstand kommt.
In der Zeichnung ist ein nach dem Kennzeichen der Erfindung ausgebildeter Verdampfer im Längsschnitt
wiedergegeben, α ist der beispielsweise kreisförmigen Querschnitt aufweisende Kohlestab,
in welchem die Schmelzöffnung b eingefräst ist. Auf den Kohlestab a sind die Enden der Schmelzgutöffnung
b überdeckende Kohleringe c und d aufgebracht, die in gut wärmeleitendem Kontakt mit
dem Stab α stehen. In. c und d ragen in entsprechende
Bohrungen Führungsröhrchen e und / hin-
ein, die das Nachschubmaterial g und h enthalten. Dieses steht auf dem Boden der Schmelzgutöffnung
b auf. An den Enden des Kohlestabes α werden die nicht dargestellten Stromanschlüsse zur
Aufheizung des Schiffchens angebracht. Oberhalb der Schiffchenöffnung b wird das Bedampfungsgut,
beispielsweise ein Papierband i, hinweggeführt, auf welchem die erzeugten Metalldämpfe kondensieren,
so daß das Papier mit einem leitenden Belag beispielsweise zum Aufbau elektrischer Kondensatoren
Verwendung finden kann.
Wie sich zeigte, ist es zweckmäßig, das drahtförmige Nachschubmaterial g und h in gewissen
Abständen mit Einkerbungen k zu versehen, weil dadurch ein stückweises Abschmelzen erfolgt"; so
daß eine sprunghafte Nachfüllung der Schmelzgutöffnung erfolgt, wodurch eine sprunghafte Erniedrigung
der Schiffchentemperatur erzielt wird, was eine plötzlichere Unterbrechung des Abschmelz-
ao Vorganges des Nachschubmaterials zur Folge hat. Durch Variation der Schiffchengröße und der einzelnen
Abmessungen sowie des Durchmessers des Nachschubmaterials kann für jedes beliebige Metall
die beschriebene selbsttätige Nachschubwirkung erreicht werden.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Durch unmittelbaren Stromdurchgang beheizter, stabförmiger Verdampfer für Vakuumbedampfung mit langgezogener Schmelzgutöffnung, wobei die Enden des Verdampfers sprunghaft vergrößert und mit Bohrungen für die automatische Zuführung des drahtförmigen Verdampfungsgutes in die Schmelzgutöffnung versehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß Bohrungen mit eingesteckten, für die Drahtzufuhr bestimmten, temperaturbeständigen Führungsröhrchen derart vorgesehen sind, daß die Drähte auf dem Boden der Schmelzgutöffnung aufstehen und sich lediglich unter dem Einfluß ihres Eigengewichtes selbst nach Maßgabe der Verdampfung in die Schmelzgutöffnung nachschieben.
- 2. Verdampfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die kälteren Zonen des Schiffchens durch entsprechend große Wärmestrahlung· bei' mit flüssigem Metall gefülltem Schmelzgutbehälter eine solche Temperatur aufweisen, daß ein Abschmelzen des Nachschubmaterials nicht oder nur im geringen Umfang entsteht, während bei nahezu geleertem Schmelzgutbehälter infolge des durch das Schmelzgut gebildeten größeren Nebenwiderstandes die Temperatur des Schiffchens höher wird und die kälteren Teile dabei eine solche Temperatur annehmen, daß das Nachschubmaterial abschmilzt.
- 3. Verdampfer nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Schiffchen aus einem Kohlestab besteht, in welchem durch Ausfräsen eine längliche Schmelzgutöffnung angebracht ist, und daß auf dem KoMestab die Schmelzbehälterenden zum Teil überdeckende Kohleringe größeren Durchmessers in gut wärmeschlüssigem Kontakt mit dem Kohlestab angebracht sind, in welchen bis in die Enden der Schmelzöffnung reichende Bohrungen zur Aufnahme der beispielsweise aus Keramik bestehenden Führungsröhrchen, die das Nachschubmaterial enthalten, angebracht sind.
- 4. Verdampfer nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das drahtförmige Nachschubmaterial in gewissen Abständen mit eine stückweise Abschmelzung gewährleistenden Einkerbungen versehen ist.In Betracht gezogene Druckschriften:
österreichische Patentschrift Nr. 160 204.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen909 685/28 12.59
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP12359A DE973280C (de) | 1948-10-02 | 1948-10-02 | Durch unmittelbaren Stromdurchgang beheizter, stabfoermiger Verdampfer |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEP12359A DE973280C (de) | 1948-10-02 | 1948-10-02 | Durch unmittelbaren Stromdurchgang beheizter, stabfoermiger Verdampfer |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE973280C true DE973280C (de) | 1960-01-07 |
Family
ID=7364021
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEP12359A Expired DE973280C (de) | 1948-10-02 | 1948-10-02 | Durch unmittelbaren Stromdurchgang beheizter, stabfoermiger Verdampfer |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE973280C (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3200848A1 (de) * | 1982-01-14 | 1983-07-21 | GfO Gesellschaft für Oberflächentechnik mbH, 7070 Schwäbisch Gmünd | Vorrichtung zum beschicken von verdampfern in aufdampfanlagen |
| EP1327699A1 (de) * | 2002-01-12 | 2003-07-16 | Applied Films GmbH & Co. KG | Verdampferschiffchen für eine Vorrichtung zur Beschichtung von Substraten |
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-
1948
- 1948-10-02 DE DEP12359A patent/DE973280C/de not_active Expired
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| DE102010040044B4 (de) * | 2010-08-31 | 2014-03-06 | Von Ardenne Anlagentechnik Gmbh | Beschichtungsanlage und Verfahren für eine physikalische Gasphasenabscheidung |
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