DE97581C - - Google Patents

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DE97581C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B21/00Apparatus or methods for working-up explosives, e.g. forming, cutting, drying
    • C06B21/0008Compounding the ingredient

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der Herstellung von Sprengstoffen aus nitrirten Theerbestandtheilen, wie beispielsweise des »Hellhofit«, bestand infolge der directen Nitrirung der rohen' Theeröle , und des Versetzens der Nitrirungsproducte mit Sauerstoffträgern eine aufserordentliche Gefahr, die vorliegendem Verfahren nach dadurch wirksam vermieden werden soll, dafs man die beiden bei directer Einwirkung auf einander gefährlichen Bestandtheile jeden für sich an einen anderen festen Körper bindet, dafs man somit die zur Nitrirung bestimmten Theeröle zunächst mit gepulvertem Schwefel mengt, dafs man ferner die Salpetersäure mit Kalisalpeter zu einem Brei anmacht und nun erst diese beiden breiartigen Massen behufs Nitrirung mengt.
Der neuartige Sprengstoff besteht seinem Wesen nach aus nitrirten Theerbestandtheilen, vornehmlich nitrirter Carbolsäure unter Zusatz von Schwefel, Kalisalpeter, vollkommen entharzter und entsäuerter Cellulose (Holzfaser oder Holzmehl), welch letztere der Hauptsache nach als Träger des Sprengmittels dient.
Zur Erhöhung der Brisanz des Sprengstoffes bezw. zum Zwecke der vermehrten Sauerstoffabgabe empfiehlt sich ferner ein Zusatz von Braunstein oder einer anderen Sauerstoff abgebenden Substanz.
Die unter Einwirkung der Nitrirung entstehende Carbolsäure-Salpetersäure -Verbindung entfaltet ihre Sprengwirkung erst im besetzten Bohrloch durch den beim Entzünden entstehenden Druck der Verbrennungsgase und ist
unter anderen Umständen vollständig gefahrlos, wie dies in der Natur der Sache liegt.
Zur Herstellung des Sprengstoffes geht man folgendermafsen vor:
In 10 Gewichtstheile feinst pulverisirt.en Schwefel werden 12 Gewichtslheile rohe, schwarze Carbolsäure (95 proc.) eingerührt, so dafs eine halbbreiige Masse entsteht; gesondert von dieser Mischung wird eine zweite hergestellt, indem man in 40 Gewichtstheile feinst pulverisirten Kalisalpeter 18 Gewichtstheile concentrirte Salpetersäure (400 B.) giefst.
Erstere Mischung wird nun allmälig in die zweite (vortheilhaft in einem zu kühlenden Gefäfs) eingetragen und innig gemischt, hierauf nach Aufhören der Reaction der Salpetersäure auf die Carbolsäure das dadurch entstandene Gemisch mit 3 Gewichtstheilen calcinirter Soda neutralisirt und 7 Gewichtstheile entharztes und entsäuertes Holzmehl und 10 Gewichtstheiie eines Sauerstoff abgebenden Körpers, z. B. Braunstein, gleichmäfsig zugesetzt. In noch feuchtem Zustande kann die gewonnene Masse nun in Patronen unter gleichmäfsigem Druck gestopft und endlich bei einer Temperatur bis zu 35° C. an der Luft getrocknet werden.
Der neue Sprengstoff ist beim Herstellen gefahrlos, ebenso gegen Schlag, Erschütterungen oder Erhitzung unempfindlich und brennt beim Entzünden ohne Explosionsgefahr ab, wenn er frei liegt, da die Sprengwirkung desselben erst eintritt, wenn die Gase durch Druck im verschlossenen Bohrloche sich vereinigen.
Bei der Explosion wird das Gestein nicht zersplittert, sondern nur gleichmäfsig zertheilt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur gefahrlosen Herstellung von Sprengstoffen aus nitrirten Theerbestandtheilen, insbesondere Phenol, dadurch gekennzeichnet, dafs man die Bestandtheile vor der Nitrirung mit Schwefel und die Salpetersäure mit Kalisalpeter vermischt und erst dann beide Mischungen mit einander vereinigt, worauf in üblicher Weise neutralisirt und Cellulose als Träger und Braunstein als Sauerstoff abgebendes Mittel zugesetzt wird.
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