DE977346C - Verfahren zur Herstellung von 1, 4, 5, 6, 7, 8, 8-Heptachlor-3a, 4, 7, 7 a-tetrahydro-4, 7-endomethyleninden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 1, 4, 5, 6, 7, 8, 8-Heptachlor-3a, 4, 7, 7 a-tetrahydro-4, 7-endomethyleninden

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DE977346C
DE977346C DEV4604A DEV0004604A DE977346C DE 977346 C DE977346 C DE 977346C DE V4604 A DEV4604 A DE V4604A DE V0004604 A DEV0004604 A DE V0004604A DE 977346 C DE977346 C DE 977346C
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chlorine
heptachlor
chlorination
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endomethylene
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Morton Kleiman
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Velsicol Chemical LLC
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C17/00Preparation of halogenated hydrocarbons
    • C07C17/093Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens
    • C07C17/10Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens of hydrogen atoms

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Low-Molecular Organic Synthesis Reactions Using Catalysts (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von 1, 4, 5, 6, 7, 8, 8-Heptadilor-3 a, 4,7,7 a-tetrahydro-4, 7-endomethyleninden Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von I, 4, 5, 6, 7, 8, 8-Heptachlor-3 a, 4, 7, 7a-tetrahydro-4, 7-endomethyleninden durch substituierende Chlorierung von 3 a, 4, 7, 7a-Tetrahydro-4, 5, 6, 7, 8, 8-hexachlor-4, 7-endomethyleninden in Gegenwart eines Lösungsmittels und eines Katalysators in flüssiger Phase mit Chlor, wobei Kieselsäure als Katalysator benutzt wird.
  • I, 4, 5, 6, 7, 8, 8-Heptachlor-3a, 4, 7, 7a-tetrahydro-4, 7-endomethyleninden ist auch unter dem Namen »Heptachlor« bekannt. Nach der britischen Patentschrift 6i8 432 z. B. wird es durch substituierende Chlorierung von 3 a, 4, 7, 7a-Tetrahydro-4, 5, 6, 7, 8, 8-hexachlor-4, 7-endomethyleninden, bekannt unter dem Namen »Chlorden«, in Gegenwart von Benzoylperoxyd erhalten Auch nach dem Verfahren der am II. Januar 1951 bekanntgemachten Anmeldung P2582I IVC/I2 0 25 werden Polychlordicyclopentadiene (mit 4 bis Io Chloratomen) durch Chlorierung von handelsüblichen Dicyclopentadien oder ihren Chlorwasserstoffanlagerungsprodukten, gegebenenfalls in flüssiger Phase unterhalb I60", unter der kataly tischen Wirkung von Ultraviolettlicht erhalten. In dem vorliegenden Verfahren wird demgegenüber »Heptachlor« durch selektive Chlorierung von »Chlorden« hergestellt.
  • Chlorden, das Ausgangsmaterial des vorliegenden Verfahrens, ist nach Diels-Alder durch Anlagerung Von HexachIorcyclopentadien an Cyclopentadien ge mäß mäß folgender Gleichung zu gewinnen
    C1
    H
    Cl Cl H H Cl H
    C1 HJr/ Cl -H
    Cl Cl CIIH
    Hexachlorcyclopentadien Cyclop entadien H
    »Chlorden«
    3 a, 4, 7, 7 a-Tefrahydro-
    4, 5, 6, 7, 8, 8-hexachlor-
    4, 7-endomethyleninden
    Nach dem »Ring Index« von Patterson und C ap ell, American Chemical Society Monograph Series, 1940, wird Dicyclopentadien, CloHl2 als 4, 7-Endomethylen-3 a, 4, 7, 7a-tetrahydroinden bezeichnet, weshalb das Addukt aus Hexachlorcyclopentadien und Cyclopentadien als 3 a, 4, 7, 7a-Tetrahydro-4, 5, 6, 7, 8, 8-hexachlor-4, 7-endomethyleninden bezeichnet werden muß.
  • Wenn »Chlorden« nach der Gleichung »Chlorden« »Chlordan« unter Absättigung der Doppelbindung zu dem unter der Handelsbezeichnung bekannten »Chlordan« chloriert wird, erfolgt in einer Nebenreaktion eine begrenzte substituierende Chlorierung. Die Chlorierung des »Chlordens« mit Chlor kann in Abwesenheit eines Katalysators zur Bildung überwiegender Mengen »Chlordan« oder auch zur Bildung von »Heptachlor« und »Nonachlor« führen.
  • Heptachlor« 1,4,5, 6, 7, 8, 8-Heptachlor-3 a, 4, 7, 7a-tetrahydro-4, 7-endomethyleninden PNonachlor« 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8,8-Nonachlor-3 a, 4, 7, 7tetrahydro-4, 7-endomethyleninden Obwohl auch noch andere Stoffe bei der Chlorierung des »Chlordens« mit Chlor gebildet werden können, entstehen sie doch nur im. Verhältnis zu den gewöhnlich gebildeten Mengen »Heptachlor« oder rNonachlor« in verhältnismäßig sehr kleinen Mengen und können im Vergleich mit der erzeugten aChlordan«-Menge ohne weiteres vernachlässigt werden.
  • Von den drei bei der Chlorierung des xChlordens« mit Chlor entstehenden, vorstehend erwähnten Substanzen ist »Heptachlor« als Insektizid bei weitem am stärksten wirksam. Es ist deshalb sehr wichtig, die Chlorierung des »Chlordens« so zu lenken, daß im wesentlichen »Heptachlor« gebildet wird, daß also die Chlorierung die Substitution beträchtlich steigert und die Anlagerung wesentlich verringert wird.
  • Die Chlorierung des »Chlordens« mit Chlor in Abwesenheit eines Katalysators verläuft bei niedrigen Temperaturen, also etwa Raumtemperatur und dar- unter, sehr langsam. Demzufolge werden, um eine praktisch brauchbare Reaktionsgeschwindigkeit aufrechtzuerhalten, etwas erhöhte Temperaturen, z. B. etwa 70" oder sogar höher, im allgemeinen und bevorzugt angewendet, um die Umsetzung in einem angemessenen Zeitraum zu beenden. Die zur Umsetzung von I Mol Chlor mit I Mol »Chlorden« bei etwa 70" in Abwesenheit eines Katalysators erforderliche Reaktionszeit dürfte etwa 5 bis 6 Stunden betragen. Die Anwendung derart erhöhter Temperaturen zur Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit ist aber doch aus mindestens zwei Gründen unvorteilhaft. Erstens neigen »chloriden« und seine Chlorierungsprodukte zur Verfärbung, wenn sie über längere Zeit erhöhten Temperaturen ausgesetzt werden; zweitens müssen die Kosten für die Aufrechterhaltung der erhöhten Temperaturen und für die erforderliche Temperaturregelung in Betracht gezogen werden.
  • Man kann die Reaktionsgeschwindigkeit bei Raumtemperatur etwas erhöhen, wenn man Chlor in großem Überschuß, z. B. beständig in die Reaktionsmischung einleitet; das Verfahren ist aber nicht vorteilhaft, weil entweder große Mengen Chlor benötigt werden oder eine Wiedergewinnungsanlage für das Chlor vorhanden sein muß. Darüber hinaus fördert ein großer Chlorüberschuß die Bildung von vollständig chlorierten Nebenprodukten von geringerem Wert.
  • Eine allgemein übliche Maßnahme, um stärkere Chlorierung durch Substitution als durch Anlagerung zu erreichen, besteht darin, die Chlorierung bei sehr hohen Temperaturen, gewöhnlich in der Dampfphase, durchzuführen. Diese Maßnahme kann jedoch nicht auf »Chlorden« angewandt werden, weil die für eine Dampfphasenchlorierung erforderliche Temperatur die Zersetzung der Reaktionsteilnehmer und - der Reaktionsprodukte bewirken würde.
  • Nach dem Verfahren der Erfindung erfolgt nun die Herstellung von »Heptachlor« durch Chlorierung von »Chlorden« mit Chlor, und zwar in Gegenwart von Kieselsäure als Katalysator.
  • Da sich xChlordenæ bei gewöhnlichem Druck zersetzt, ehe es verdampft, wird die katalytische Chlorierung in flüssiger Phase durchgeführt, wobei das »Chlorden« vorzugsweise in einem geeigneten inerten Lösungsmittel gelöst wird. Als Lösungsmittel können mit ausgezeichnetem Erfolg verwendet werden: Tetrachlorkohlenstoff, Chloroform, Tetrachloräthan, Hexachloräthan, Nitrobenzol, Dichlordifluormethan und halogenierte organische Lösungsmittel.
  • Die Menge des anzuwendenden Lösungsmittels ist nicht ausschlaggebend. Bevorzugt wird eine zur vollständigen Lösung des »Chlordens« ausreichende Menge. Ein Überschuß an Lösungsmittel kann ohne Nachteil angewandt werden; ein sehr großer Überschuß sollte jedoch vermieden werden, damit der Reaktionskessel in der Größe auf ein Mindestmaß gehalten werden kann und eine Herabsetzung der Reaktionsgeschwindigkeit durch übermäßige Verdünnung der Reaktionsteilnehmer unterbleibt.
  • Der in der Erfindung als Kieselsäure bezeichnete Katalysator hat die Formel Silo2. Der Katalysator soll vorzugsweise -aktiviert sein, er soll also körnig, adsorptionsfähig und porös sein und eine verhältnismäßig große Oberfläche besitzen. Aus diesem Grunde werden Kieselsäurearten, die gewöhnlich als Kieselsäuregel oder als aktivierte Kieselsäure bezeichnet werden und die verhältnismäßig porös sind und in feinteiligem Zustand vorliegen, bevorzugt verwendet.
  • Es ist erwünscht, daß die Katalysatoroberfläche mit der Reaktionsmischung in innige Berührung gebracht wird. Deshalb werden verhältnismäßig kleine Katalysatorteilchen mit großer Oberfläche bevorzugt. Obwohl sich die bevorzugte Teilchengröße in Abhängigkeit von der Menge des angewandten Katalysators, der Größe und Art des benutzten Reaktionsgefäßes ändern kann, wird unter gewöhnlichen Bedingungen ein Katalysator mit einer Teilchengröße unter etwa 365 Maschen je cm2 verwendet.
  • Im Verfahren wirkt die Kieselsäure als echter Katalysator, es sind also nur etwa 0,5 Gewichtsprozent Kieselsäure, bezogen auf das zu chlorierende »Chlorden«, erforderlich, wobei sehr befriedigende Ergebnisse sowohl hinsichtlich einer erhöhten Ausbeute an »Heptachlor« als auch einer erhöhten Reaktionsgeschwindigkeit erzielt werden. Es können auch größere Mengen an Katalysator, z. B. etwa 25 C wichtsprozent, verwandt werden. Eine Höchstgrenze bezüglich der Menge des zu verwendenden Katalysators scheint nicht vorzuliegen; um jedoch die Bildung eines dicken Schlammes zu vermeiden, der schwierig zu handhaben ist, werden vorteilhaft weniger als 10 Gewichtsprozent Kieselsäure, bezogen auf das umzusetzende » Chlorden«, angewendet.
  • Das Verhältnis von Chlor zu eChlordena beträgt also etwa I: I. Obwohl auch weniger als die äquimolare Menge Chlor angewandt werden kann, ist dieses Verfahren unwirtschaftlich, weil dann die Umsetzung des »Chlordensa unvollständig und dadurch das Endprodukt mit Ausgangsmaterial verunreinigt wird. Die Anwendung eines großen Chlorüberschusses ist ebenfalls unerwünscht, weil sehr viel Chlor verlorengeht und außerdem die Bildung unerwünschter Nebenprodukte gefördert werden kann. Es kommt jedoch auf die in die Reaktionskammer eingeführte Chlormenge nicht an, weil die Reaktion beendet ist, wenn sich etwa 0,75 bis I,25 Moläquivalente Chlor je Äquivalent »Chlorden« umgesetzt haben, obwohl vorzugsweise etwa äquimolare Mengen reagieren sollen.
  • Die Reaktionsmischung kann durch Zusammengeben der Bestandteile, wie Lösungsmittel, »Chlorden«, Chlor und Kieselsäure, in beliebiger Menge bzw.
  • Reihenfolge hergestellt werden. Man löst das »Chlorden« in dem Lösungsmittel und gibt dann die Kieselsäure und schließlich das Chlor zu.
  • Im allgemeinen ist die Reaktion in I Stunde beendet; gewöhnlich genügt schon eine kürzere Zeit.
  • Unter vollständiger Umsetzung wird der Zeitpunkt verstanden, an dem sich etwa I Mol Chlor mit I Mol »Chlorden« umgesetzt hat oder, wenn weniger als I Mol Chlor je Mol »Chlorden« vorhanden ist im wesentlichen also das gesamte Chlor umgesetzt worden ist. Längere Reaktionszeiten schaden nicht, insbesondere wenn äquimolare oder geringere Mengen Chlor, bezogen auf »Chlorden«, angewandt werden.
  • Es wird auch dann noch »Heptachlor« als Haupt- produkt erhalten, wenn man »Chlordena in Gegenwart eines 25%igen Chiorüberschusses lange Zeit, nämlich 3 Stunden, in Gegenwart von Kieselsäure, reagieren läßt. Untunlich ist eine unnötige Verlängerung der Reaktionszeiten in Gegenwart eines großen Chlorüberschusses bei höheren Temperaturen, weil sich dann das gebildete »Heptachlora mit dem Chlorüberschuß zu weniger erwünschten Produkten umsetzen kann.
  • Die Umsetzung kann in einem ziemlich weiten Temperaturbereich durchgeführt werden, wie bei Temperaturen von etwa -35 bis etwa +500, vorzugsweise bei Temperaturen zwischen etwa o und 300.
  • Die folgenden Beispiele erläutern das Verfahren.
  • Beispiel I 33,9 Teile »Chlorden«, in I63 Teilen Tetrachlorkohlenstoff gelöst, wurden mit I,7 Teilen (5 Gewichtsprozent, bezogen auf »Chlordena) gemahlenem Kieselsäuregel versetzt, das 24 Stunden bei 1200 getrocknet worden war. Dann wurden 7,46 Teile gasförmiges Chlor etwa 20 Minuten in die geschüttelte, heterogene Mischung bei etwa 25° eingeleitet. Das durch eine Trockeneisvorlage verdichtete, nicht umgesetzte Chlor wird in den Kessel zurückgeleitet. Durch Titration einer alkalischen Lösung, die sich in der Vorlage befand, wurde festgestellt, daß kein Chlorverlust auftrat.
  • Nach beendetem Chlorzusatz wurde die Mischung 60 Minuten bei 250 gerührt. Danach war die Umsetzung im wesentlichen beendet, wie sich aus der Titration durch jodometrische Bestimmung des Chlor gehaltes ergab. Die Mischung wurde dann vom Katalysator abfiltriert, mit einer20jigenNatriumhydroxydlösung und schließlich mit Wasser gewaschen. Der Tetrachlorkohlenstoff wurde bis auf restliche Spuren auf dem Dampfbad abgedampft und' diese unter vermindertem Druck entfernt. Es wurden 36 Teile Endprodukt mit 77,6°/o »Heptachlor« erhalten; der Rest bestand im wesentlichen aus reinem »Chlordan«.
  • Es ist ohne weitere Behandlung als sehr wirksames .Insektizid verwendbar.
  • Das z. B. aus 72°/o »Heptachlor« und 280/o verwandter Verbindungen bestehende technische Produkt ist bei 25° lohfarben, weich, wachsartig mit einem Schmelzpunktsbereich von 46,I bis 73,9° und unlöslich in Wasser; bei 25° sind über 40 Gewichtsprozent in Xylol und methylierten Naphthalinen löslich. Reines »Heptachlor« bildet weiße Kristalle, Schmelzpunkt 95 bis 96", Gesamtchlorgehalt 66,5 01,.
  • Die Menge Heptachlor im Endprodukt kann ohne vorherige Abtrennung nach folgendem- Verfahren bestimmt werden, das anf der Tatsache beruht, daß I Chloratom im »Heptachlor« unter den Versuchsbedingungen mit Silberacetat unter Bildung von Silberchlorid reagiert, während sich die anderen Bestandteile des Produktes unter den vorliegenden Bedingungen nicht umsetzen.
  • In einem 600 ccm Becherglas wird I g Silberacetat in 200 ccm heißer 8c°/Oiger Essigsäure gelöst, dann eine abgewogene Probe des chlorierten Produktes von etwa I g zugegeben, das Becherglas mit einem Uhrglas bedeckt und die Mischung auf einer heißen Platte 3 Stunden gelinde gekocht. Dann läßt man die Lösung auf Raumtemperatur abkühIen und filtriert sie durch einen zuvor gewogenen Sinterglastrichter, wäscht den Niederschlag mit wenigen ccm Essigsäure, danach mit g5°/Oigem Äthanol und trocknet ihn I Stunde bei 1300.
  • Prozentgehalt der Probe an reaktionsfähigem Chlor = (Gewicht des Ag Cl) (0,2474) 100.
  • Gewicht der Probe Da I Chlor im »Heptachlorv< reagiert, ist der theoretische Gehalt des »Heptachlors« an reaktionsfähigem Chlor 35,457 = . 100 = 9,50% 373,33 Prozent rHeptachlorcr in der Probe = Prozentgehalt der Probe an reaktionsfähigem Chlor 100.
  • 9150 Beispiel 2 Dieser Versuch deckt sich mit dem des Beispiels I, nur wurde gemahlenes Kieselsäureaerogel als Katalysator benutzt. Es wurden 36 Teile 75,40/oiges Heptachlor erhalten.
  • Um die vorteilhafte Wirkung des Katalysators auf die Geschwindigkeit und die Ausbeute an »Heptachlor« zu zeigen, wurde das Verfahren des Beispiels I ohne Katalysator wiederholt. Eine nach 1 Stunde abgezogene Probe der Reaktionsmischung ergab bei derAnalyse, daß nur etwa ein Drittel des Chlors reagiert hatte und das zu diesem Zeitpunkt gebildete Produkt nur 22,8 °/0 »Heptachlor« enthielt. Eine nach 3 Stunden entnommene Probe ergab, daß mehr als die Hälfte des Chlors umgesetzt war, das Produkt aber erst 25,4 0/o »Heptachlor« enthielt. Eine nach 5 Stunden entnommene Probe ergab bei der Analyse, daß, obwohl meir als 75 O/o des Chlors reagiert hatten, das Produkt nur 29,75 O/o »Heptachlor« enthielt.
  • Daraus ist ersichtlich, daß durch die Verwendung des Kieselsäurekatalysators sowohl die Ausbeute an »Heptachlor« als auch gleichzeitig die Umsetzungsgeschwindigkeit sehr wesentlich erhöht werden.
  • Das Verfahren der Erfindung ist insofern vorteilhaft, als es eine schnelle und abwandlungsfähige Methode zur Herstellung von »Heptachlor« durch Chlorierung von »Chlorden« vorschlägt, die eine Mischung von Reaktionsprodukten ergibt, die weit giftiger auf Insekten wirkt als die beim nichtkatalytischen Chlorierungsverfahren erhaltene. Des weiteren ergibt das vorliegende Verfahren »Heptachlor« in Ausbeuten, die groß genug sind, zum gewünschtenfalls den giftigen Bestandteil mit Hilfe der üblichen Verfahren abtrennen und reinigen zu können. Der Rest des chlorierten Produkts besteht vorwiegend aus »Chlordan«.
  • Aus diesem Grunde ist das gesamte chlorierte Produkt des vorliegenden Verfahrens, gleichgültig ob man »Heptachlor« abtrennt oder nicht, wertvolL Eine wertvolle Folge der Lenkung der Chlorierung ist gerade die erhöhte Giftigkeit des gebildeten Endproduktes, wie sich beim Vergleich der toxischen Eigenschaften von »Heptachlor«, »Chlordan« und »Nonachlor«, der drei vorherrschenden Bestandteile des chlorierten »Chlordens«, ergibt.
  • Die drei vorstehend erwähnten Verbindungen wurden einzeln in einem geruchlos gemachten Kerosin (Kohlenwasserstoffmischung mit Kp. ISO bis 280°, bekannt unter dem Warenzeichen >Deobase«) gelöst und in abgemessenen Tröpfchen auf die Kopfpartien männlicher und weiblicher Küchenschaben gegeben.
  • Die Dosen wurden in mg Giftstoff je Insekt berechnet.
  • Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse.
  • In der Tabelle ist die Sterblichkeit in Prozent sowohl für männliche als auch für weibliche Küchenschaben nach 24 und nach 48 Stunden angegeben. Es ist bekannt und es wird durch die Ergebnisse bestätigt, daß weibliche Schaben schwieriger abzutöten sind als männliche, weshalb die Untersuchungen für jedes Geschlecht getrennt durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen, daß Heptachlor« viermal so giftig ist wie >Chlordan« und dieses weit giftiger als »Nonachlor« ist. Um dieselbe Abtötung bei männlichen Küchenschaben nach 48 Stunden (nämlich etwa 95 %) zu erhalten, war viermal soviel »Chlordan« erforderlich wie »Heptachlor« (0,43 mg »Heptachlor« gegenüber 1,72 mg »Chlordan«). Ebenso war, um dieselbe Abtötung bei weiblichen Schaben nach 48 Stunden (nämlich 90 %) zu erhalten, viermal so viel »Chlordan« erforderlich wie »Heptachlor« (1,72 mg »Heptachlor« gegenüber 6,88 mg »Chlordan«).
  • Tabelle
    Sterblichkeit 0/o
    Verbindung Männliche Tiere Weibliche Tiere
    und Dosis
    in mg je Insekt nach nach Anzahl nach nach
    Anzahl 24 Stunden 48 Stunden Anzahl 24 Stunden 48 Stunden
    »Heptachlor«
    0,43 40 70 95
    o,86 20 I00 I00 30 I3 63
    1,71 20 I00 100 30 37 90
    »Chlordan «
    o,86 20 25 75
    I,72 50 46 98 50 I5 40
    3,44 40 83 100 50 40 74
    6,88 20 100 100 30 63 90
    »Nonachlor;(
    o,86 20 o o
    1,72 30 10 I7 40 3 3
    3,44 40 10 40 30 30 33
    6,88 20 20 70 30 40 40
    PATENTANSPROCHE: I. Verfahren zur Herstellung von 1, 4, 5, 6, 7, 8, 8-Heptachlor-3 a, 4, 7, 7a-tetrahydro-4, 7-endomethyleninden durch substituierende Chlorierung von 3 a, 4,7,7 a-Tetrahydro-4, 5,6,7, 8, 8-hexachlor-4, 7-endomethyleninden in Gegenwart eines Lösungsmittels und eines Katalysators in flüssiger Phase mit Chlor, dadurch gekennzeichnet, daß man die Chlorierung in Gegenwart von Kieselsäure als Katalysator durchführt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Chlorierung etwa 0,75 bis I,25 Moläquivalente, vorzugsweise etwa I Moläquivalent Chlor, verwendet.
    3. Verfahren nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Chlorierung bei einer Temperatur zwischen etwa -35 und- 50°, vorzugsweise zwischen etwa o und 30°, durchgeführt wird.
    4. Verfahren nach Anspruch I,2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Katalysator aktivierte, körnige, poröse und adsorptionsfähige Kieselsäure verwendet.
DEV4604A 1952-05-18 1952-05-18 Verfahren zur Herstellung von 1, 4, 5, 6, 7, 8, 8-Heptachlor-3a, 4, 7, 7 a-tetrahydro-4, 7-endomethyleninden Expired DE977346C (de)

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