DE977536C - Verfahren und Vorrichtung zum Enthaerten und Klaeren von Waessern - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Enthaerten und Klaeren von Waessern

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DE977536C
DE977536C DEJ126A DEJ0000126A DE977536C DE 977536 C DE977536 C DE 977536C DE J126 A DEJ126 A DE J126A DE J0000126 A DEJ0000126 A DE J0000126A DE 977536 C DE977536 C DE 977536C
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DEJ126A
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Walter J Hughes
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Fuller Co
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    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
    • C02F1/52Treatment of water, waste water, or sewage by flocculation or precipitation of suspended impurities
    • C02F1/5281Installations for water purification using chemical agents

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  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

  • Verfahren und Vorrichtung zum Enthärten und Klären von Wässern Beim Enthärten und Klären von Brauch- oder Abwässern wird vor der Abtrennung der Feststoffe oft eine Behandlung mit Chemikalien, welche gelöste Stoffe ausfällen oder suspendierte Stoffe ausflocken, vorgenommen. Ein bekannter Anwendungsfall dieser Arbeitsweise ist die Enthärtung von Wässern durch Zusatz von Kalk und Soda.
  • Es ist bekannt, derartige Umsetzungen kontinuierlich in Gegenwart von Feststoffteilchen auszuführen, die sich in voraufgehenden Zeitabschnitten des gleichen Verfahrens angesammelt haben. Dabei wird das Rohwasser am Boden eines Behälters in ein Gemisch aus Wasser und solchen Feststoffen eingeleitet, während im oberen Teil des Behälters die Klärung des behandelten Wassers erfolgt. Das Reinwasser wird in der Nähe des Flüssigkeitsspiegels abgezogen. Der sich bildende Feststoffüberschuß wird zeitweise oder kontinuierlich aus dem unteren Bereich des Behälters entnommen.
  • Es sind auch Vorrichtungen hierfür bekannt, in welchen die angesammelten Feststoffe durch ein mechanisches Rührwerk ständig aufgewirbelt werden und rohes Wasser in diese Mischung eingeführt wird, während Klarwasser aus einer darüberliegenden, gegebenenfalls durch Leitflächen abgegrenzten Klärzone entnommen wird (vgl. die USA.-Patentschriften 96o 959 und 2 o2I 672).
  • Einen Schritt weiter gingen solche Verfahren, bei welchen eine Suspension der mit dem Rohwasser zugeführten bzw. im Laufe des Verfahrens gebildeten Feststoffe kontinuierlich umgewälzt wird. Man begnügt sich hierbei zunächst mit einem durch die Flüssigkeitszufuhr in den Reaktionsbehälter einerseits und den in diesem absinkenden Schlamm andererseits bewirkten hydrodynamischen Kreislauf (französische Patentschrift 348 375) Hierbei ebenso wie bei ähnlichen Verfahren unter Benutzung mechanischer Hilfsmittel zur Umwälzung des Suspensionsbettes bzw. Rückführung einer gewissen Menge abgesetzten Schlammes in das zuströmende Rohwasser, wie Zentrifugalpumpen (deutsche Patentschrift 185 928) oder Mammutpumpen (deutsche Patentschrift 2512o5, britische Patentschrift 167 504, französische Patentschrift 394 632), wurde aber nicht für die Aufrechterhaltung einer durchweg gleichförmigen Beschaffenheit des Suspensionsbettes gesorgt. Gleiches gilt für die Arbeitsweise gemäß der britischen Patentschrift 19829/1892, nach der ein Teil der Feststoffe mittels Luft, Pumpen, Förderschnecken oder anderer Fördervorrichtungen umgewälzt wird. Vielmehr wurden die im Laufe des Verfahrens sedimentierten gröbsten Teilchen von Zeit zu Zeit am Boden des Reaktionsbehälters abgezogen, oder es wurde der den Normalpegel überschreitende Teil des Schlammbettes ohne Rücksicht auf seine durch den Absetzvorgang ungleichförmige Beschaffenheit in mittlerer Höhe entfernt.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Enthärten und Klären von Wässern in Gegenwart von während der Behandlung entstehenden Feststoffen, gegebenenfalls unter Zusatz von Chemikalien, wobei das Rohwasser kontinuierlich in eine im unteren Bereich eines Behälters umgewälzte Suspension dieser Feststoffe eingeleitet wird, während behandeltes Wasser kontinuierlich aus der oberen Zone und der Feststoffüberschuß als Suspension aus einer darunterliegenden Zone abgezogen werden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich gegenüber den bekannten Arbeitsweisen dadurch aus, daß der Feststoffüberschuß kontinuierlich unterhalb der Grenze zwischen dem Suspensionsbett und dem darüberstehenden klaren Wasser entnommen und der Suspensionskreislauf durch mechanische Mittel regulierbar derart in Gang gehalten wird, daß die Menge der in der Zeiteinheit umgewälzten Suspension erheblich größer als die durchgesetzte Rohwassermenge, vorzugsweise doppelt so groß ist. Die Suspension wird mit im wesentlichen gleichbleibender Konzentration und mit einer über der Sinkgeschwindigkeit der Teilchen liegenden Strömungsgeschwindigkeit in einem Kreislauf durch mehrere, zweckmäßig mittels geeigneter Einbauten gegeneinander begrenzte Zonen des Behandlungsraumes geführt.
  • Nach der dänischen Patentschrift 51 328 soll zwar bereits ein zu behandelndes Wasser im Kreislauf durch ein im Reaktionsbehälter ruhendes oder schwebendes Bett von Kontaktmaterial derart geführt werden, daß der Zirkulationsstrom eine größere Geschwindigkeit als das frisch zugeführte Rohwasser besitzt. Dieses Verfahren hat jedoch mit dem vorliegenden nichts zu tun, da das Kontaktmaterial weder am Kreislauf teilnimmt noch kontinuierlich als Suspension abgezogen wird. Diese Veröffentlichung konnte somit auch nicht zu der vorliegenden Erfindung anregen.
  • Ein wesentliches Anwendungsgebiet der Erfindung neben der Behandlung von Wässern mit Fällungs- und Flockungsmitteln ist das Stabilisieren von Wässern bezüglich der Sättigung an darin gelösten ausfällbaren Stoffen, beispielsweise um das nachträgliche Ausfällen fester Bestandteile aus den behandelten Wässern zu verhindern.
  • In der Zeichnung ist eine Vorrichtung zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens beispielsweise und schematisch dargestellt.
  • Fig. I ist ein senkrechter Axialschnitt nach Linie I-I der Fig. 2; Fig. 2 ist ein Querschnitt nach Linie 2-2 der Fig. 1.
  • In der Mitte eines vorzugsweise zylindrischen Behälters io ist eine senkrechte zylindrische Misch-und Behandlungskammer i i angeordnet, in welche in der Nähe des oberen Behälterrandes die Rohwasserzuleitung 12 mündet. Die Behandlungskammer i i kann oben offen sein und ist zweckmäßig so weit, daß aus dem einfließenden Rohwasser eingeschlossene Luft und Gase ungestört nach oben entweichen können. Innerhalb der Behandlungskammer i i befindet sich auf dem Behälterboden eine ebenfalls zylindrische Kammer 13, an deren oberem offenem Ende ein Schleuderrad 16 angeordnet ist, welches mittels der in einem Armkreuzlager 14 geführten lotrechten Welle 15 durch einen von dem Gestell 18 am oberen Ende des Behälters getragenen Motor 17 angetrieben wird. Von der Sammelkammer 13 geht eine Reihe in einigem Abstand vom Behälterboden radial nach außen gerichteter Sammelröhren i9 mit Eintrittsöffnung 2o aus. Die Öffnungen ao sind zweckmäßig in solchen Abständen voneinander angeordnet, daß sie die Flüssigkeit gleichmäßig aus verschiedenen Teilen des Behälters aufnehmen.
  • Von der Behandlungskammer i i gehen am Behälterboden eine.Reihe von Austrittsleitungen a1 mit umgekehrt V-förmigem Querschnitt und mit Schlitzen 22 aus. Die Schlitze 22 sind ähnlich wie die Öffnungen 2o in solchen Abständen voneinander angeordnet, daß die aus ihnen austretende Flüssigkeit gleichmäßig über den Boden des Behälters verteilt wird. Eine Leitung 23 zur Zuführung von Chemikalien führt von außen zu der Sammelkammer 13. Um das obere Ende der Kammer i i ist ein Überlauftrichter 24 mit daran anschließender Leitung 25 zur Ableitung des gereinigten Wassers zu den Verbrauchsstellen angeordnet. Der obere Rand des Trichters 24 liegt zweckmäßig genau waagerecht, damit das Wasser gleichmäßig von allen Seiten des Behälters in ihn einfließen kann. Namentlich bei großen Behältern können mehrere solcher in geeigneter Weise verteilte Sammeltrichter vorgesehen werden.
  • In der Seitenwand des Behälters io ist an einer Stelle unterhalb des Trichters 24 eine Leitung 26 mit Ventil 27 zum Ablassen von überschüssiger Suspension angebracht. Am Boden des Behälters kann, wie in Fig. I angedeutet, ein Ablaßhahn zur völligen Entleerung bei Stillegung der Einrichtung angebracht werden. Diese Ableitung ist jedoch für die Erfindung nicht wesentlich und für den Betrieb nicht erforderlich.
  • Zur Ingangsetzung der Anlage wird im unteren Teil des Behälters Io eine Suspension aus Teilchen von ähnlicher Beschaffenheit wie die aus dem Rohwasser niederzuschlagenden Feststoffe gebildet und während des Betriebes dauernd aufrechterhalten. Das Wasser wird der Suspension beigemischt und steigt allmählich durch diese hindurch nach oben, worauf es oberhalb der Suspension über den Rand des Trichters 24 abfließt. Sobald der Behälter bis über das Schleuderrad I6 hinaus mit Wasser gefüllt ist, beginnt die Umwälzung durch Rotation des Schleuderrades. Durch sie wird Flüssigkeit aus dem Bereich der unteren Zone des Behälters durch die radialen Sammelrohre I9 in die Sammelkammer I3 angesaugt und in der Nähe des Schleuderrades I6 in die Behandlungskammer II geführt. Hier wird das von oben zufließende Rohwasser zugemischt. Das Gemisch gelangt dann durch die Austrittsleitungen 2 und die Schlitze 22 in die außerhalb der Kammer II liegende Behälterzone. Durch die starke Strömung, mit welcher die Mischung aus den Schlitzen 22 austritt und quer über den Boden des Behälters Io hinwegströmt, werden die Feststoffe am Absetzen verhindert und im Schwebezustand erhalten.
  • Ein erheblicher Teil der Suspension wird durch die Sammelrohre I9 in die Sammelkammer I3 zurückgeführt und kann hier durch die Leitung 23 einen Zusatz von Chemikalien erhalten. Aus der Sammelkammer gelangt die Suspension wieder in die Behandlungskammer II, wo das Rohwasser beigemischt wird. Die Verunreinigungen des Rohwassers kommen also mit den in der Suspension bereits vorhandenen Feststoffen in Berührung und können in deren Gegenwart auch mit den gegebenenfalls zugesetzten Chemikalien reagieren.
  • Im Verlauf des Verfahrens nimmt die Menge der angesammelten Feststoffe zu, so daß sich der untere Bereich des Behälters mit konzentrierter Suspension anfüllt. In dieser werden die ausgefällten Stoffe durch die Umwälzströmung im Schwebezustand erhalten und demgemäß am Absetzen verhindert. Beim Vermischen des Rohwassers und gegebenenfalls der zugefügten Chemikalien mit der Suspension wird ein wesentlicher Teil der entstehenden Feststoffe unmittelbar auf den bereits vorhandenen Suspensionspartikeln niedergeschlagen, ohne neue kleine Teilchen zu bilden. Durch diesen im wesentlichen in der Reaktionszone ablaufenden Vorgang werden die Suspensionspartikel allmählich bis zu einer gewissen Größe aufgebaut, was die Klärung des behandelten Wassers wesentlich erleichtert.
  • Während des Aufbaus der Suspension im unteren Teil des Behälters hängt der Klärungsgrad des dem Trichter 24 zufließenden Wassers hauptsächlich von der Konzentration der Feststoffe in der Suspension ab. In dem Maße, wie diese Konzentration zunimmt, wird die Ausscheidung der Fest-Stoffe aus dem Rohwasser allmählich wirksamer, bis eine Endkonzentration erreicht ist, die dann im weiteren Betrieb aufrechterhalten wird und bei welcher ein vollkommen klares Wasser aus dem Trichter 24 abläuft. Dann bildet sich in der Suspension eine scharfe obere Grenze gegen das darüberstehende klare Wasser aus, und damit ist die Anfangsstufe der Behandlung beendet. Die obere Grenze der Suspensionszone ist dann so scharf, daß der Übergang von einer Suspension mit bis zu 8 oder mehr Volumprozent Feststoffen zu einem praktisch klaren Wasser innerhalb einer Zone von 2,5 cm Höhe oder weniger erfolgt. Diese Endkonzentration hängt im wesentlichen von der Geschwindigkeit des aufsteigenden Wassers, von der Menge und Beschaffenheit der ausgefällten Feststoffe, von der die Ausfällung bewirkenden chemischen Behandlung und von der Arbeitstemperatur ab.
  • Die obere Grenze der Suspension wird mittels des Ventils 27 in dem seitlichen Ablauf 26 eingestellt. Ist die Menge der durch die Leitung 26 als Suspension abgezogenen Feststoffe geringer als die Menge der aus dem behandelten Wasser ausgeschiedenen Teilchen, so steigt die obere Grenzschicht der Suspension naturgemäß an. Wird umgekehrt eine größere Menge von festen Teilchen abgezogen als von dem Wasser ausgeschieden wird, so sinkt der obere Stand des Suspensionsspiegels.
  • Die Kammer i i soll genügend groß bemessen werden, damit das zu behandelnde Wasser und die umlaufende Suspension gründlich gemischt werden und die chemische Umsetzung in kurzer Zeit zu Ende geführt wird. Die Umsetzung soll innerhalb dieser Kammer i i mindestens aber beim Austritt der Mischung aus den Leitungen 21 beendet sein. Für die umlaufende Suspension sind weite Durchgangskanäle vorgesehen, damit ein Aufbrechen von Suspensionsteilchen vermieden wird und die Reibungsverluste auf ein Mindestmaß herabgesetzt werden.
  • Bei Unterbrechungen des Betriebes, insbesondere solchen von kurzer Dauer, braucht das Schleuderrad 16 nicht stillgesetzt zu werden. Ein Aufrechterhalten des Umlaufes während der Ruhepause bewirkt ein kräftiges Mischen der gesamten Suspension, so daß das Wasser bei Wiederaufnahme des Betriebes sogleich auf die konzentrierte Suspension trifft. Die Anlage ist sofort wieder voll wirksam, ohne daß auch nur zeitweilig eine Trübung des behandelten Wassers auftritt.
  • Auch wenn sich die Suspension bei längerer Betriebsunterbrechung absetzt, kann die Ablagerung rasch wieder in den Schwebezustand gebracht werden. Sobald unter Einwirkung des Schleuderrades das Wasser aus den Leitungen 21 ausströmt und den Boden des Behälters bestreicht, werden die Ablagerungen aufgewirbelt und durch die Ansaugleitungen i9 in den Kreislauf geführt, so daß die Suspension bald wieder hergestellt ist.
  • Beim Enthärten von Wasser durch Behandlung mit Kalkhydrat und Soda wird die Aufstiegsgeschwindigkeit des Wassers im Behälter auf etwa 4 cm/min eingestellt, was eine Strömungsgeschwindigkeit von o,4 1/min je Quadratdezimeter Behälterquerschnitt entspricht. Für einen Durchsatz von 5681 in der Minute ist ein Behälterquerschnitt von etwa 14,2 m2 erforderlich, der in einem zylindrischen Behälter mit etwa 4,25 m Durchmesser gegeben ist. Wenn die Förderleistung des Schleuderrades auf etwa 11351/min eingestellt wird, dann werden bei dem Flüssigkeitsdurchsatz von 5681/min jeweils zwei Raumteile Suspension mit je einem Raumteil des zu behandelnden Rohwassers gemischt. Dieses Verhältnis kann der zu behandelnden Flüssigkeit und der angewendeten Behandlungsweise jeweils angepaßt werden. Die Höhe der Umlaufzone vom Boden des Behälterg bis zu den Öffnungen 2o der Sammelrohre I9 kann etwa 25 cm betragen. Bei einer eingestellten Höhe der Suspensionsschicht von etwa 1,25 m und einer Klarwasserschicht bis zum Abzugstrichter von 6o cm ergibt sich eine Gesamtflüssigkeitshöhe von 2,15 m über dem Behälterboden. Für eine Aufstiegsgeschwindigkeit von etwa 4 cm/min beträgt die Gesamtaufenthaltszeit des unter Behandlung stehenden Wassers im Behälter Io etwa 52,5 Minuten, von denen theoretisch über 30 Minuten auf die Berührung des Wassers mit der Suspension entfallen. In Wirklichkeit ist diese Berührungsdauer jedoch etwas kürzer, da die Feststoffe einen gewissen Teil dieser Zone ausfüllen.
  • Für das kalte Enthärten von Wasser verwendet man Aufwärtsgeschwindigkeiten in der Größenordnung von o,8 bis I5 cm/min, für Koagulationsprozesse solche von o,8 bis 20 cm/min.
  • Ein sehr hartes Wasser baut natürlich die Suspension schneller auf als ein weiches. Um die richtige Suspensionskonzentration gleichbleibend aufrechtzuerhalten, wird die Geschwindigkeit des Austrages der überschüssigen Suspension durch das Ventil 27 in der seitlichen Ableitung 26 geregelt. Zur zahlenmäßigen Erläuterung sei angenommen, daß zwei zu vergleichende Wasserarten die Suspension in einem Verhältnis von 0,17 g bzw. 0,34 g je Liter enthärteten Wassers erzeugen. In beiden Fällen soll die Suspension unter Beibehaltung der dargestellten Arbeitsbedingungen bis zur Größenanordnung von etwa 34 g/1 konzentriert werden. Die durch die Leitung 26 abgezogene Suspension erhält dann etwa 34 g Feststoffe je Liter. Infolgedessen können bei der ersten Wasserart 2001 Wasser, bei der zweiten Wasserart dagegen ur Ioo 1 Wasser je Liter abgeleiteter Suspension gereinigt werden. Der Verlust an enthärtetem Wasser beträgt in den beiden Fällen nur o,5 bzw.
  • %. Umgerechnet auf den obenerwähnten Durchsatz (5681/min) beträgt die Suspensionsentnahme 2,84 bzw. 5,68 1/min. Die Verluste an gereinigtem Wasser sind also in jedem Falle unbeträchtlich.
  • Für den Umlauf der Suspension wird im allgeneinen ein Gesamtdruckgefälle von etwa 7,5 cm Wassersäule oder weniger benötigt. Bei der im obigen Beispiel gewählten Umlaufgeschwindigkeit von 1135 1/min braucht ein Schleuderrad mit einem Durchmesser von etwa 450 mm und mit geraden, radialen oder um 9o° gedrehten Schaufeln, deren Zwischenräume eine Geschwindigkeit von wesentlich mehr als 6o bis 70 cm/s nicht zulassen, eine Umlaufgeschwindigkeit von etwa I2o cm/s und macht demgemäß 5o Umdrehungen in der Minute. Die benötigte Leistung beträgt nur 0,073 PS.
  • Die gute und rasche Wirkung des erfindungsgemäßen Verfahrens beruht auf der hohen Konzentration und der praktisch stets gleichförmigen Beschaffenheit der Suspension, mit der das Rohwasser behandelt wird. Die behandelten Wässer zeichnen sich durch hohe Stabilität aus. Während die Stabilisierung in den bekannten Verfahren 4 bis 6 Stunden erfordert, wird sie im erfindungsgemäßen Verfahren in wesentlich kürzerer Zeit erreicht.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch zum Stabilisieren von Wässern ohne chemische Behandlung benutzt werden. An Calciumcarbonat übersättigte Wässer lagern an den damit in Berührung kommenden Flächen Calciumcarbonat ab. Wässer dieser Art können durch das erfindungsgemäße Verfahren durch Behandeln mit einer Suspension aus fein verteiltem Calciumcarbonat stabilisiert werden. Das übersättigte Wasser setzt dann den Überschuß auf den Suspensionspartikeln ab. Die Suspension wird konzentrierter. Auf diese Weise kann der Gehalt an Calciumcarbonat in Wasser bei jedem Wert innerhalb der Löslichkeitsgrenzen stabilisiert werden. Ebenso kann Wasser mit temporärer Härte, die auf Anwesenheit von Calciumcarbonat beruht, ohne Anwendung chemischer Reagenzien, also auf rein physikalischem Weg, enthärtet oder auf einen gewünschten Härtegrad stabilisiert werden, wenn sein Gehalt an gelöstem Kohlendioxyd durch Belüften reduziert wird. Auf diese Weise ist in einer erfindungsgemäßen einstufigen Anlage der Calciumcarbonatgehalt eines Wassers von einem Anfangswert von etwa 55o Teilen in einer Million Teilen auf etwa I4o Teile in einer Million Teilen eingestellt worden.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zum Enthärten und Klären von Wässern, gegebenenfalls unter Zusatz von Chemikalien, wobei Rohwasser kontinuierlich in die unterste Zone eines Behälters eingeleitet wird, in dem eine Suspension von mit dem Rohwasser zugeführten und bzw. oder im Laufe des Verfahrens gebildeten Feststoffen kontinuierlich umgewälzt wird, während behandeltes Wasser kontinuierlich aus der obersten Zone des Behälters und der Feststoffüberschuß als Suspension aus einer darunterliegenden Zone entnommen werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Feststoffüberschuß kontinuierlich unterhalb der Grenze zwischen dem Suspensionsbett und dem darüberstehenden klaren Wasser entnommen und der Suspensionskreislauf in an sich bekannter Weise durch mechanische Mittel regulierbar derart in Gang gehalten wird, daß die Menge der in der Zeiteinheit umgewälzten Suspension erheblich größer als die durchgesetzte Wassermenge, vorzugsweise doppelt so groß ist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I unter Zusatz von Chemikalien, dadurch gekennzeichnet, daß diese in den Suspensionskreislauf eingeführt werden, unmittelbar bevor letzterer mit dem zugeführten Rohwasser zusammentrifft.
  3. 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch I, bestehend aus einem zylindrischen Behälter mit einem bis zum Behälterboden reichenden Wasser-Eintrittskanal, mit einer Abflußleitung für Reinwasser am oberen Rand und einer Abflußleitung für überschüssige Suspension in mittlerer Höhe des Behälters, gekennzeichnet durch eine Sammelkammer (I3) am Boden des zentralen Wasser-Eintrittskanals (II), durch ein antreibbares Schleuderrad (I6) über der Mündung der Sammelkammer in den Eintrittskanal (II), durch von der Sammelkammer ausgehende, in den unteren Teil des Behälters hineinragende Sammelröhren (I9) und durch vom Eintrittskanal (II) ausgehende, auf dem Behälterboden sitzende radiale Austrittsleitungen (2I) mit gegen den Behälterboden gerichteten Öffnungen (22) für die Umwälzung der Suspension.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3 zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine von außen in die Sammelkammer (I3) mündende Rohrleitung (23) für den Zusatz von Chemikalien. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 251 205, 185 928; französische Patentschriften Nr. 348 375, 394 632 britische Patentschriften Nr. 167504, I9829/ 1892; USA.-Patentschriften Nr. 96o 959, I 867 824, 1900 809, 2 02167.2; dänische Patentschrift Nr. 5 1 328.
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