DEB0031117MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 21. Mai 1954 Bekanntgemacht am 15. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, daß man durch Umsetzung von Propargylaldehyd mit primären oder sekundären
Aminen Additionsprodukte erhält, die man als N-sübstituierte /5-Aminoacroleine auffassen kann. Das Verfahren
ist jedoch umständlich und unwirtschaftlich, da der Propargylaldehyd durch Oxydation von Propargylalkohol
hergestellt werden muß und dabei in nicht zufriedenstellenden Ausbeuten entsteht und sehr unbeständig
ist.
ίο Ferner ist bekannt, daß man ß-Aminovinylcarbonylverbindungen
erhält, wenn man Aminoverbindungen, die wenigstens ein am Stickstoff gebundenes Wasserstoffatom enthalten, entweder auf
i, 3-Dialdehyde, ihre Acetale oder Enoläther einwirken
läßt (vgl. USA.-Patent 2 228 039) oder mit /S-Chlorvinylketonen nach einer von Kotschetkow
beschriebenen Methode umsetzt (vgl. Nachr. Akad. Wiss.USSR, 1953, S. 99iff.). Technische Bedeutung
besitzen diese Verfahren jedoch nicht, da 1, 3-Dialdehyde nicht in genügender Menge zur Verfügung stehen
und schwer zugänglich sind, während Chlorvinylketone den Nachteil haben, daß ihre tränenreizenden Eigenschaften
das Arbeiten sehr erschweren.
Es wurde nun gefunden, daß man auf einfache Weise und in guten Ausbeuten /3-Aminoacroleine und
andere /3-Ammovinylcarbonylverbindungen erhält,
wenn man Alkinole der Formel
R'—-C^C-CH-R"
OH
worin R' und R" Wasserstoff, Alkyl- oder Arylgruppen bedeuten, in Gegenwart von oxydierend wirkenden
Mitteln mit Ammoniak oder primären oder sekundären Aminen umsetzt.
Geeignete Alkinole sind beispielsweise Propargylalkohol, Butin-(i)-ol-(3), Pentin-(2)-ol-(4), Heptin-
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(2)-ol-(i), 3-Phenyl-propin-(i)-ol-(3) und. i-Phenyl-■butin-(i)-ol-(3).
Als Amine eignen sich primäre und sekundäre aliphatische
oder cycloaliphatische Amine, wie Methyl-, Äthyl-, Propylamin, normales oder tertiäres Butylamin,
Dimethylamin, Diäthylamin, Dipropylamin, Dicyclohexylamin, Pyrrolidin, Piperidin, Tetrahydrochinolin,
Morpholin, ferner aromatische' Amine, wie Anilin, Methylanilin, Äthylanilin und die entsprechenden
Toluidine. Außerdem ist auch Ammoniak in analoger Weise umsetzbar.
Als Oxydationsmittel lassen sich z. B. Wismut- und Goldoxyd und die höheren Oxyde anderer Metalle
verwenden, die in verschiedenen Wertigkeitsstufen auftreten, beispielsweise Quecksilber-, Vanadin,
Chrom (VI)-, Eisen (HI)-, Nickel (HI)-, Kobalt (HI)-oxyd,
Blei, Cer- und Mangandioxyd. Ferner sind auch Mangandioxydhydrat und Manganisalze, z. B. Mangantriacetat,
Bleitetracetat, sowie Zink-, Magnesium-, Silber Calcium-, Barium- und Kaliumpermangänat,
geeignet, letztere gewünschtenfalls auch mit einem
Zusatz von alkalibindenden Mitteln, .wie Kohlendioxyd, Magnesiumsulfat, Magnesiumnitrat und Aluminiumsulfat.
Auch Wasserstoffperoxyd und orgaas nische Oxydationsmittel, wie Chinone, Nitrobenzol
und Nitroanisol, kommen in Betracht.
Zur Umsetzung trägt man z. B. das Oxydationsmittel in eine Mischung des Alkinols und des Amins
ein, die gewünschtenfalls auch durch Lösungsmittel,
wie Benzol, Toluol, Ligroin, Äther, chlorierte Kohlenwasserstoffe oder Wasser, verdünnt sein kann. Das
Einbringen des Oxydationsmittels kann dabei in kleinen Anteilen oder auf einmal, wenn nötig ebenfalls
unter Verwendung eines Verdünnungsmittels, erfolgen. Man kann aber auch in der Weise verfahren,
daß man das Alkinol in das Gemisch aus Oxydationsmittel und Amin einträgt, sofern das Amin gegen das
Oxydationsmittel beständig ist. Als zweckmäßig hat es sich erwiesen, die auf das Alkinol berechnete Menge
des Amins zu verwenden, jedoch ist auch ein Überschuß an Amin nicht von Nachteil.
Die für die Umsetzung jeweils günstigsten Temperaturen lassen sich durch Vorversuche leicht ermitteln.
Sie liegen im allgemeinen bei etwa 10 bis 1500.
Aus dem Umsetzungsgemisch lassen sich, gegebenenfalls nach dem Abtrennen der aus dem Oxydationsmittel
erhaltenen Produkte, die jS-Aminoacroleine auf
übliche Weise gewinnen, z. B. durch Destillation.
Die so in guten Ausbeuten erhaltenen /?-Aminovinylcarbonylverbindungen sind wertvolle Zwischenprodukte, insbesondere weil sie sich häufig, vorteilhaft an Stelle der wenig beständigen und schwer zugänglichen Acetylencarbonylverbindungen, für Synthesen, z. B. von pharmazeutischen Produkten, verwenden lassen.
Die so in guten Ausbeuten erhaltenen /?-Aminovinylcarbonylverbindungen sind wertvolle Zwischenprodukte, insbesondere weil sie sich häufig, vorteilhaft an Stelle der wenig beständigen und schwer zugänglichen Acetylencarbonylverbindungen, für Synthesen, z. B. von pharmazeutischen Produkten, verwenden lassen.
Die in den Beispielen angegebenen Teile sind Gewichtsteile.
In eine Mischung aus 56 Teilen (1 Mol) Propargylalkohol,
75 Teilen Diäthylamin (1 Mol) und 750 Teilen Ben- ! zol trägt man unter Rühren bei 20 bis 300 aktives Mangandioxydhydrat
ein, bis keine Temperaturerhöhung mehr zu beobachten ist. Insgesamt werden etwa 500 Teile davon benötigt, -Man rührt noch 12 Stunden
bei Raumtemperatur nach. Der entstandene Braunstein wird dann abfiltriert und zweimal mit Benzol ausgekocht.
Die Extrakte werden mit dem Filtrat vereinigt, und das Benzol wird abdestilliert. Es hinterbleibt
ein Rückstand von 116 Teilen. Durch Destillation
erhält man bei 12 mm Hg und 160 bis 161°
in Teile ß-(N, N-Diäthyl-)aminoacrolein der Formel
(H6Cg)2N-CH=CH-CHOV'
Die Ausbeute entspricht 86% der Theorie.
. In ein mit Rückflußkühler versehenes Rührgefäß werden iooo Teile Toluol, 100 Teile Diäthylamin und
750 Teile gemahlener Braunstein gegeben. Unter Rühren trägt man 56 Teile Propargylalkohol ein, wobei
sich die Temperatur der Mischung um einige Grade erhöht.
Man erhitzt dann die Mischung unter Rückflußkühlung zum Sieden, bis in Zeitabständen entnommene
Proben der filtrierten Reaktionsmischung bei der. Titration mit Säure zeigen, daß der Gehalt an freiem
Diäthylamin nicht mehr abnimmt. Dies ist etwa nach 12- bis i5stündigem Kochen der Fall.
Der Braunstein wird darin abfiltriert, mit 300 Teilen
frischem Toluol ausgekocht und erneut abfiltriert.
Die Filtrate werden vereinigt Und destilliert. Nach Abdestillieren des Tclaols und 4 bis 5 Teilen nicht
umgesetztem Propargylalkohol erhält man 108 Teile des gleichen Produktes wie im Beispiel 1. Die Ausbeute
beträgt 85 °/0 der Theorie.
In analoger Weise erhält man aus 100 Teilen Diäthylamin,
56 Teilen Propargylalkohol, 600 Teilen Benzol und 500 Teilen Bleidioxyd nach i8stündigem
Sieden am Rückflußkühler 58 Teile des gleichen Produktes.
250 Teile aktiver Braunstein, wie man ihn nach Attenburrow (J. ehem. Soc. London, 1952, S. 1104)
erhält, werden in 600 Raumteilen Benzol suspendiert. Nach Zugabe von 73 Teilen Diäthylamin erhitzt man
das Gemisch zum Sieden und läßt im Verlauf von 2 Stunden 56 Teile Propargylalkohol zufließen.
Das bei der Reaktion gebildete Wasser wird durch einen zwischengeschalteten Wasserabscheider laufend
aus dem Kondensat entfernt, während man das mitdestillierte Benzol jeweils in das Reaktionsgefäß
zurückleitet. Nachdem die gesamte Menge an Propargylalkohol eingetragen ist, hält man das Gemisch
noch weitere 2 Stunden im Sieden und läßt dann erkalten.
Nach Absaugen des Braunsteins wird letzterer im Extraktor mit Benzol erschöpfend extrahiert. Die
vereinigten benzolischen Lösungen werden destilliert. Man erhält 64 Teile des gleichen Produktes wie im
Beispiel 1.
Eine Mischung von 185 Teilen (1,5 Mol) Nitrobenzol,
129 Teilen (1 Mol) Dibutylamin, 20 Teilen (0,25 Mol)
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Kupferoxyd und 212 Teilen (2,5 Mol) Toluol wird in
einer Kreislaufapparatur erhitzt. Sobald der Kreislauf in Gang ist, trägt man bei einer Innentemperatur von
1350 langsam 56 Teile (1 Mol) Propargylalkohol ein.
Die Wasserabspaltung beginnt sofort. Das mitdestillierte Wasser wird laufend aus dem Kreislauf entfernt.
Nachdem in etwa I1Z2 Stunden die Wasserabspaltung
beendet ist, läßt man erkalten und saugt das flüssige Reaktionsprodukt ab. Den Rückstand kochtman mehrmais
mit heißem Nitrobenzol aus und vereinigt die Auszüge mit dem Filtrat. Durch Destillation erhält
man neben einem amin- und propargylalkoholhaltigen Vorlauf 52 Teile /3-(N, N-Dibutyl)-aminoacrolein vom
Kp.u = 148 bis 1500.
In der im Beispiel 3 beschriebenen Weise werden 70 Teile Butin-(i)-ol-(3) mit 73 Teilen Diäthylamin und
250 Teilen aktiviertem Braunstem in 600 Raumteilen Benzol umgesetzt. Man erhält 73 Teile /3-(N, N-Diäthylamino)vinylmethylketonvomKp.6
= 130 bis 132° der Formel (H5C2)2N -CH = CH-CO- CH3.
750 Teile gemahlener Braunstein werden in 1000 Teilen Toluol suspensiert und nach Zugabe von 100
Teilen Diäthylamin und 70 Teilen Butiri-(i)-ol-(3) am
Rückflußkühler zum Sieden erhitzt. Man hält das Ganze weitere 15 Stunden im Sieden. Dann filtriert
man den Braunstein ab und kocht ihn mit 300 Teilen Toluol aus. Aus den vereinigten Toluollösungen erhält
man durch Destillation unter vermindertem Druck 118 Teile des gleichen Produktes wie im Beispiel 5.
Die Ausbeute entspricht 83 °/0 der Theorie.
In eine Lösung von 73 Teilen Isobutylamin in 600 Teilen Benzol trägt man 250 Teile aktiven Braunstein
(hergestellt gemäß Attenburrow, J. ehem. Soc. London, 1952, S. 1104) ein und erhitzt das Gemisch
zum Sieden. Im Verlauf von 2 Stunden setzt man 70 Teile Butin-(i)-ol-(3) zu. Man hält weitere 8 Stunden
auf Siedetemperatur und filtriert heiß das Umsetzungsgemisch. Der anorganische Rückstand wird mit 300
Teilen Benzol ausgekocht und ebenfalls abfiltriert. Die vereinigten Filtrate werden fraktioniert destilliert. Man
erhält 42 Teile i-Isobutylaminobuten-(i)-on-(3). Kp-2,5 = 60 bis 630; Eisenchloridreaktion rotviolett.
Man gibt einer Lösung von 85 Teilen Piperidin in 600 Teilen Benzol 250 Teile aktiven Braunstein zu,
erhitzt zum Sieden und trägt dann 106 Teile i-Phenylpropin-(2)-ol-(i)
im Verlauf von 2 Stunden ein. Das Gemisch wird weitere 8 Stunden im Sieden gehalten
und dann wie im Beispiel 7 aufbereitet. Die Filtrate werden im Vakuum so weit erhitzt, bis nicht umgesetztes
Phenylpropinol abdestilliert ist. Der kristallisierende Rückstand wird aus Cyclohexan umkristallisiert.
Man erhält 120 Teile i-Phenyl-3-piperidinopropen-(2)-on-(i).
Die Verbindung schmilzt bei 900.
Eine Lösung von 179 Teilen Dicyclohexylamin und 56 Teilen Propargylalkohol in 600 Teilen Methanol
wird mit 250 Teilen aktivem Braunstein versetzt und das Gemisch 30 Stunden unter Rückflußkühlung gekocht.
Dann wird vom anorganischen Rückstand abfiltriert und dieser mit 300 Teilen Methanol ausgekocht.
Die Filtrate werden eingedampft und der Rückstand unter vermindertem Druck von 1,5 mm Hg erhitzt.
Man erhält daraus nach dem Umkristallisieren 130 Teile ß-(Dicyclohexylamino)-acrolein. Die Verbindung
schmilzt bei 127°.
Claims (1)
- Patentanspruch:R'C-CH-R"OHAngezogene Druckschriften:
US A.-Pat entschritt Nr. 2 228 039.Verfahren zur Herstellung von /S-Aminovinylcarbonylverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man Alkinole der Formelworin R' und R" Wasserstoff, Alkyl- oder Arylgruppen bedeuten, in Gegenwart von oxydierend wirkenden Mitteln mit Ammoniak oder primären oder sekundären Aminen umsetzt.© 509 697/497 3.56
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