DEC0007536MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 6. Mai 1953 Bekanntgemacht am 23. August 1056
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung positiver Kopiervorlagen zur Herstellung von Druckformen,
wobei ein Original in der Form eines positiven seitenrichtigen Bildes auf einem durchscheinenden
oder durchsichtigen Träger dadurch auf 'eine Druckplatte übertragen wird, daß die
Platte lichtempfindlich gemacht, die Kopiervorlage mit der lichtempfindlichen Platte in Berührung
gebracht, durch den Träger hindurch auf die lichtempfindlich gemachte Platte Licht gerichtet und
danach die Platte zur Bildung einer Druckform entwickelt wird.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, ein positives seitenrichtiges Originalbild auf einen dicken durchsichtigen
Träger, z. B. einen Bogen bzw. eine Folie eines Celluloseacetatfilms, aufzubringen. Beim
Kopieren des Bildes liegt hier jedoch die Dicke des Trägers zwischen dem Bild und der lichtempfindlichen
Beschichtung der Druckplatte. Hierdurch tritt ein Beugen des Lichtes zwischen Bild und lichtempfindlicher
Druckplatte auf, wodurch eine Unscharfe in der Reproduktion entsteht, die den
heutigen an Drucke gestellten Anforderungen bezüglich der Qualität nicht entspricht. Wenn eine
solche Trägerfolie zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen soll, muß sie auf beiden Seiten, d. h.
sowohl an der Oberseite seitenrichtig als auch an der Rückseite seitenverkehrt biedruckt werden. Dazu
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sind aber Spezial-Präzisionsdruckmaschinen erforderlich.
Außerdem muß bei diesem Verfahren die Trägerfolie chemisch mit einer .geeigneten Lösung
behandelt werden, bevor auf sie gedruckt werden kann.
Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, das Originalbild als seitenrichtiges positives Bild mittels
einer Druckmaschine oder Schreibmaschine auf ein Seidenpapier aufzubringen. Dies ist aber kein praktisch
ausführbarer Vorschlag, da das Seidenpapier leicht reißt oder Falten bildet.
Weiter ist es bekannt, positive Kopiervorlagen auf sogenannten Strip- oder Strippingfllmen herzustellen.
Ein solches Verfahren ist aber nicht nur teuer, sondern auch umständlich, denn es erfordert
eine Spezialausrüslung mit Dunkelkammer, Photoapparat, Abwaschschalen, Chemikalien und dazu
■einen qualifizierten Photographen bzw. Chemigraphien.
Gemäß der Erfindung wird bei der Herstellung z. B. einer Offsetdruckform nach dem oben allgemein
beschriebenen Verfahren das positive Originalbild seitenrichtig auf der Seidenpapierfläche
eines Duplexpapierbogens erzeugt. Das Duplexpapier wird mit seiner Seidenpapierfläche
auf eine Fläche einer transparenten oder transparent zu machenden Trägerfolie aufgebracht und
sodann das Rückblatt des Duplexpapiers entfernt. Die Trägerfolie mit dem auf ihr aufgebrachten
Seidenpapier wird mit der Oberfläche des Seidenpapiers in Kontakt mit der lichtempfindlichen
Schicht einer Druckplatte gebracht und dann durch die Trägerfolie und das Seidenpapier hindurch auf
die Druckplatte kopiert und schließlich die letztere für die Hierstellung einer Offsetdruckform in bekannter
Weise weiterverarbeitet.
Unter dem hier gebrauchten Ausdruck »Duplexpapier« wird ein Papier verstanden, bei dem ein
dünnes Seidenpapierblatt auf einem stärkeren Rückblatt aufgebracht und mit einem Klebemittel lösbar
befestigt ist.
Bei Verwendung von Seidenpapier mit einem Rückblatt, d. h. Duplexpapier, ist es möglich, selbst
bei Bogen größeren Ausmaßes in einer Druckmaschine ein Bild auf das Seidenpapier zui drucken,
ohne daß das Seidenpapier reißt oder Falten bildet.
Mit dem Verfahren gemäß der Erfindung kann
das Kopieren mit der das Bild tragenden Seite des Trägers in Berührung mit der lichtempfindlich
gemachten Druckplatte ausgeführt werden. Durch die Verwendung des Duplexpapiers kann dies auch
schnell und leicht ausgeführt werden, ohne daß es notwendig ist, zuerst ein seitenverkehrtes Bild anzufertigen.
Weiterhin wird die Druckplatte ohne Kamera und Duinkelraumausrüstung hergestellt und
auch ohne die Kosten der Herstellung eines photographischen Negativs oder Positivs. Ebenso ist auch
Retusche unnötig.
Der Träger kann zweckmäßigerweise aus Papier, wie z, B. »Barytpapiier«, bestehen, obgleich in vielen
Fällen auch Glas, eine Transparentfolie oder ein durchscheinendes Material, wie ein Celluloseacetatfilm,
verwendet werden kann. Die Instabilität von Film ist bekannt, und da bei der Reproduktion des
Bildes auf die lichtempfindlich gemachte Oberfläche der Metallplatte ein solcher nicht als Zwischenstufe
verwendet wird, wird das Bild dazu neigen, stabiler zu bleiben, besonders wenn der Träger aus
Glas oder einem stabilen Film, wie z. B. dem als Astralonfolie bekannten Material, besteht. Die Belichtungszeit
kann, wenn ein Papierträger verwendet wird, dadurch verringert werden, daß das Papier
mit einem geeigneten Öl behandelt wird. Dies hat • die weitere Wirkung, daß die Stabilität des Bildes
verbessert wird.
Die Erfindung ist besonders zur Herstellung von Offset-Lithographiedruckfprmeri geeignet.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand schema tischer Zeichnungen an zwei Ausführungsbeispielen
des Verfahrens gemäß der Erfindung näher erläutert.
Fig. ι zeigt ein Blatt Duplexpapier in Perspektive,
wobei an einer Ecke das Seidenpapier von dem Rückblatt abgehoben ist;
Fig. 2 bis 9 sind scheniatische Darstellungen, welche die aufeinanderfolgenden Stufen bei der
Herstellung einer Druckform 'erläutern, und
Fig. 10 erläutert eine Variante des durch die
Fig. 2 bis 9 erläuterten Verfahrens.
In dem in den Fig. i bis 9 erläuterten Aus- go
führungsbeispiel der Erfindung ist der erste Schritt bei der Herstellung einer Offsetdruckform, daß auf
der Fläche des Seidenpapiers 11 eines Blattes
Duplexpapier das !erforderliche undurchsichtige Bild ohne Seitenverkehrung gebildet wird.
Das Seidenpapier 11 ist auf einem stärkeren Rückblatt 12 durch ein Klebemittel lösbar befestigt.
Ein Verfahren der Bildung des vorerwähnten
undurchsichtigen Bildes besteht darin, daß es gedruckt wird, und zwar wie folgt: Der Drucksatz
wird gesetzt und auf einer Buchdruckmaschine druckfertig gemacht. Dann wird ein Abzug auf das
Seidenpapier 11 des Duplexpapierbogens gemacht, wobei irgendeine geeignete Druckerfarbe verwendet
wird, die nicht notwendig Schwarz zu sein braucht. Ein auf diese' Weise erhaltener Probeabzug wird
dann mit Ruß oder Metallpulver, zweckmäßigerweisie Lampenruß, bestreut, indem er durch in das
Pulver eingetauchte Watte leicht betupft wird. Dann wird über die Oberfläche mit Watte Kreide no
gestäubt und das Ganze mit neuer Watte abigewischt oder mit einer weichen Bürste abgebürstet.
Auf diese Weise ist das Bild 11' (Fig. 2 bis 4) undurchsichtig
gemacht.
Das Duplexpapier wird dann, wie in Fig. 2 dargestellt, mittels eines Klebemittels, und zwar mit
der Seidenpapierseite, auf ein Trägerblatt 13 aus Barytpapier befestigt.
Das Rückblatt des Duplexpapiers wird jetzt entfernt, wobei nur das Seidenpapier mit der Fläche 12c
nach ( unten auf dem Trägerblatt 13 zurückgelassen
wird (Fig. 3). Das Trägerblatt 13 und das von ihm getragene Seidenpapier 11 werden dann mittels
mit Benzol verdünntem Paraffin durchscheinend gemacht, wobei überschüssige Paraffinlösung mit
Hilfe von Fließpapier entfernt wird.
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Die lichtempfindlich gemachte Druckplatte 14
wird mit dem das Seidenpapier 11 tragenden Trägerblatt 13, in enger Berührung mit der Schicht
15 in einen Kopierrahmen gebracht, wie schematisch in Fig. 4 gezeigt.
Nach dem Belichten ,wird das Trägerblatt 13
mit Seidenpapier 11 entfernt und die Druckform in bekannter Weise hergestellt.
Es versteht sich, daß statt des Duplexpapiers, das auf dem Trägerblatt 13 mittels einer besonderen
Klebstoffschicht befestigt wird, auch ein solches verwendet werden kann, bei dem die Seidenpapierseite
bereits gummiert oder mit einem thermoplastischen Klebemittel beschichtet ist.
Ein anderes Verfahren zur Bildung des undurchsichtigen Originalbildes auf der Seidenpapierfläche
des Duplexpapiers besteht darin, daß dieses mittels einer Schreibmaschine od. dgl. in der Form eines
Farbeindrucks mit einer klebrigen odeir fettigen Oberfläche aufgebracht wird, auf welcher der
hinterher aufgestäubte Lampenruß haftenbleibt.
Das Bild kann auch mit einer undurchsichtigen Tinte, die nachträglich nicht bestäubt zu werden
braucht, gezeichnet oder geschrieben werden.
Es ist ersichtlich, daß die Erfindung auch auf die Herstellung eines Offsetplattensatzes für die
Reproduktion von farbigen Bildern angewendet werden kann. Buchdruckfarbklischees können benutzt
werden, um auf dem Seidenpapier von Duplexpapier Teilbilder zu drucken, und diese Bilder
können dann in der bereits beschriebenen Weise auf Offset-Lithographiedruckplatten übertragen
werden.
Weiterhin kann leicht von einer vorhandenen Offset-Lithographiedruckform ein Duplikat in der
bereits beschriebenen Weise hergestellt werden.
Die Erfindung kann außerdem dazu benutzt ■ werden, um bei Herstellung einer Offset-Lithographiedruckform
Drucksatz, Zeichnungen oder andere Bilder einem vorhandenen Positiv oder einem photographischen Transparent hinzuzufügen.
Die Erfindung kann mit Vorteil bei der Herstellung von Offsetdruckformen für das Drucken
von Bildern verwendet werden, die zum Teil aus Strichen und zum Teil aus Worten oder Zeichen
gebildet werden; z. B. kann die Erfindung zum Drucken von musikalischen Kompositionen oder
aus Strichen mit Kästchenüberschriften bestehenden Geschäftsvordrucken verwendet werden. In solchen
Fällen wird es im allgemeinen wünschenswert sein, das Bild in zwei getrennten Arbeitsgängen auf das
Duplexpapier bzw. das Duplexpapier und Trägerblatt aufzubringen. Zum Beispiel können zuerst die
Notenlinien seitenrichtig auf die Seidenpapierfläche eines Duplexpapiers gedruckt werden, das dann
auf die Fläche des Trägers aufgebracht wird, wonach das Rückblatt entfernt wird. Die musikalischen
Zeichen können dann in ähnlicher Weise in den erforderlichen Stellungen in bezug auf die Notenlinien
auf ein weiteres Duplexpapier gebracht werden, wonach dessen Rückblatt entfernt wird, wodurch
ein seitenverkehrtes Positiv hergestellt ist, das beide Teile des zu druckenden Bildes vereinigt.
Auch ist es möglich, die Striche oder Notenlinien seitenverkehrt auf das Trägerblatt, auf das
nachher die Seidenpapierfläche des Duplexpapiers aufgebracht wird, zu drucken oder zu zeichnen und
die Noten, Kästchenüberschriften u. dgl. ohne Seitenverkehrung auf die 'Seidenpapierfläche zu
zeichnen oder zu drucken und in den erforderlichen Stellungen auf die Fläche des Trägers zu kleben,
oder umgekehrt.
In Fig. 10, welche diese Variante erläutert, stellt
2 r die Seiten verkehrten Striche bzw. Notenlinien auf dem Trägerblatt dar, während die anderen Bezugszeichen
Teile bezeichnen, die den in Fig. 4 die gleichen Bezugszeichen tragenden Teilen entsprechen.
Die Dicke des Seidienpapiers, ist nicht so groß, daß durch sie ein Verzeichnen zufolge
Lichtdiffusion oder Beugung des Lichtes bewirkt und die klare Wiedergabe der Striche bzw. Notenlinien
21 beeinträchtigt wird.
Das zuletzt erwähnte Verfahren kann mit entsprechenden Abwandlungen verwendet werden, um
Bilder mit Strichen und Kästchenüberschriften herzustellen, wie sie bei Geschäfts- und Buchhaltungsvordrucken aller Art sowie bei Seekarten und Landkarten
erforderlich sind.
In Fällen, wo zusätzlich zu dem Bild 11' auf dem Seidenpapierblatt 11 auf den Träger 13 gezeichnet go
oder gedruckt wird, muß dieser ein Papier oder Film mit einer zur Aufnahme von Tinte bzw. Farbe
geeigneten Oberfläche sein. Wo der Träger 13 ein vorhandenes Positiv ist, auf dem z. B. eine Beschriftung
aufgetragen werden soll, würde er natürlieh aus Glas, Film oder einem photographischen
Papier bestehen.
Obwohl besonders auf die Herstellung von Offset-Lithographiedruckformen
Bezug genommen worden ist, versteht es sich, daß das Verfahren gemäß der
Erfindung auch bei der Herstellung von Tiefdruckformen und anderen Druckformen verwendet werden kann, wo ein seitenverkehrtes Positiv benutzt
wird. Weiterhin versteht es sich, daß, obgleich auf eine Aluminiumplatte Bezug genommen worden ist,
auch Platten aus anderen Werkstoffen, wie Zink, Kupfer, Magnesium, Trimetall und Bimetall, mit
den entsprechenden Chemikalien verwendet werden können.
Die Erfindung erleichtert das Aufbewahren von Originalen, da diese aus Papier sein können. Weiterhin
brauchen in dem Fall, daß ζ. B. eine erste Auflage eines Buches gedruckt worden ist und es erwünscht
ist sicherzustellen, daß später eine zweite Auflage gedruckt werden kann, weder der Buchdrucksatz
oder die Druckplatten selber noch die Originale aufbewahrt zu werden. Es ist nur nötig,
einen 'Duplikatsatz von Duplexpapierblättern herzustellen, wobei dafür Sorge zu tragen ist, daß
beide Sätze, bevor sie trocken sind, mit undurchsichtigem Pulver bestäubt werden. Der Duplikatsätz
kann dann an einem trockenen Ort unbegrenzt aufbewahrt werden und zu jedem späteren Zeitpunkt
verwendet werden, um einen neuen Satz Druckplatten herzustellen. Auf diese Weise können die
für die erste Auflage verwendeten Platten oder
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Typen eingeschmolzen und wieder verwendet werden. Ein Duplikatsatz von Duplexpapierblättern ist
außerdem leicht zu transportieren. Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, daß die Signaturen des Buches
bereits die Seiten in der richtigen Lage für das nachfolgende1 Drucken aufweisen.
Während die Erfindung oben an Hand von Ausführungsbeispielen in bezug auf strichförmige Dar-
'. Stellungen beschrieben wurde, versteht es sich, daß
ίο die Erfindung in gleicher Weis'e für die Reproduktion
von gerasterten Halbtonbildern anwendbar ist.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Herstellen positiver Kopiervorlagen, dadurch gekennzeichnet, · daß das positive Bild auf der Seidenpapierfläche eines Duplexpapiers durch Zeichnen, Schreibmaschinenschrift, Buchdruck od. dgl. erzeugt, das Seidenpapier auf eine transparente oder transparent zu machende Trägerfolie, z. B. Barytpapier oder maßhaltige Kunststoffolie, aufgebracht und das Rückblatt des Duplexpapiers entfernt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Übertragen des Seidenpapiers auf die transparente oder transparent zu machende Folie ein zweites Bild seitenverkehrt auf diese Folie aufgebracht. wird.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 380797, 448827.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 609 580/272 8. 56
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