DEC0008502MA - - Google Patents
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Description
Tag der Anmeldung: 24. November 1953 Bekanntgemacht am 24. November 1955
PATENTANMELDUNG
KLASSE 22a GRUPPE 6 C 8502 IVb/22a
Dr. Henri Riat, Ariesheim (Schweiz)
ist als Erfinder genannt worden
Ciba Aktiengesellschaft, Basel (Schweiz)
Vertreter: Dipl.-Ing. E. Splanemann, Patentanwalt, Hamburg 36
Verfahren zur Herstellung von neuen Disazofarbstoffen und deren
Metallkomplexverbindungen
Die Priorität der Anmeldungen in der Schweiz vom 28. November 1952 und 9. Oktober 1953
ist in Anspruch genommen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von neuen Disazofarbstoffen, welche, wie der Farbstoff 15
der Formel
OH
HO
HO
SO2NH2
HN-L
ίο der allgemeinen Formel
ίο der allgemeinen Formel
■ N = N — < I— SO3H
>— N = N — f
HO3S
-NH
OH
R _ N = N —<
• N = N —R
SO9NH,
(2)
509 595/123
C 8502 IV hl'22a
einsprechen, worin K den Rest ciiu r in 2-Stellung an
die AzOf1TiIJ)J)C gebundenen i-Oxynaphthalin~3-sulfonsäure
darstellt, w.'lche:' in einer ß-Siellung eine Arylaminosulfonsäureamidgruppe
enthält. Die Erfindung S bezieht sieh auch auf die komjilexen Metallverbindungen
dieser Farbstoffe.
Zu diesen neuen Farbstoffen gelangt man, wenn man tetrazotierles 3, 3'-Γ)ίοχν-.}>
/t'-diaminodijihenyl
beidseitig mit einer i-Oxynapiuhalin-3-sulfonsäure
kuppelt, die in einer //-Stellung des nicht durch die Oxy- und Sulfonsäuregruppe substituierten Sechsringes
eine Aininoarylsulfonsäureamidgruj)j)e enthält,
und die so erhältlichen Farbstoffe gegebenenfalls mit nietallabgebendeii Mitteln behandelt.
Die vei'fahl'ensgei.;äß zu v>
rwendcn 'en A:.(.komponenten
weiden im ailgcn ine 1 al:". 2-.Λ ryiammo-5- )xyna])hthalin-7-siilfonsäur(-x'-(z.
Jl 3'- oder 4'-) sulfonsäureamide bzw. 2-Aiylammo-8-oxynaj)hthalin~d-sul-1
on sä ure-X'-sulfonsäureamide bezeichnet.
Von besonderer technischer Bedeutung sind die -i-1'henylaniino-oxynaphthalin-sulfonsäuren dieser Art,
wobei die Sulfonsäureainidgruj)])e sich z. B. in 3'- oder
/('-Stellung befinden und ihrerseits am Stickstoffatom z. H. durch einen oder zwei niedrigmolekulare Alkylreste
oder Oxyalkylgnippen, wie OxyäthylgrujijX'n,
substituiert sein oder eine einfache ---- SO., NH.,-Grup[H'
darstellen kann. Die ^-Phenylamino-^-oxynajihthalin-7-sulfonsäiire-sulfonsäureamide,
z. B. das 2-Phenylai η 1110-5-oxyna ph thai in-7-sul fonsäurc-3'-sulf onsäureamid,
erweisen sich vor allein wegen der Reinheit der Farbtöne, des guten Ziehvermögens und der guten
Fchlheitseigeiischaften, die die hieraus erhältlichen
Farbstoffe liefern bzw. besitzen, als wertvoll. Auch solche 2-I'heiiylaniino-5-oxynaj)hthalin-7-sulfonpäure-
3S 3'- oder -.j'-siilfonsäureamide, deren Phenylrest substituiert
ist, z. B. das 2-(4'-Methyl)-phenylamino-5 - oxynaphthalin - 7 - sulfonsäure -3'- sulfonsäureamid,
stellen geeignete Azokoinponenten dar. Auch von den 2--!'heny!;iinino-S-oxynaphthalin-f)-sulfonsäure-3'-oder
-.('-siilfonsäureamiden kommen sowohl solche mit
unsiibstituierten, beispielsweise das 2-Phenylamino-(S-oxyna])hthalin-()-sulfonsäure-3'-sulfonsäureamid,
als auch solche mit alkylierten oder oxyalkylierten Sulfonsäureamidgruppen
in Betracht, ferner solche, deren
4S Phenylkein einen Substituenten, beisjiielsweise eine
niedermolekulare Alkylgruppc, aufweist.
Die Arylainmo-oxynaphthalin-sulfonsäure-sulfonsäureainide
können nach an sich bekannten Methoden aus υ-Amino-5-oxynaplitlialin-7-siil fonsäure bzw.
2-Amino-S-oxyna])hthalin-()-sulfonsäure und Aminoarylsulfiiiisäurcaniidcn
durch Umsetzung mit Sulfiten (sogenannte Reaktion nach Bucherer) erhalten werden.
An Stelle der Amino-oxynaphthalinsulfonsäuren
können auch die entsprechenden Dioxysulfonsäuren
5.1 als Ausgangsstoffe für die Herstellung der Azokoinponenten des vorliegenden Verfahrens verwendet
werden.
Die Kupplung der Tet!"azoverbindungen mit den
Arylamino-oxynaphthalin-sulfonsäureamiden erfolgt
fio zweckmäßig in alkalischem Mittel.
Um die besonders in der zweiten Stufe oft ziemlich träge verlaufende Kupplung von tetrazotiertem
3, 3'-l)ioxy-.(, 4'-diaminodiphenyl zu erleichtern, erweist
es sich oft als vorteilhaft, in alkali- oder crdalkalihydroxydhaltigem Mittel und/oder unter Zusatz
von geeigneten Lösungsmitteln, wie Alkohol, Aceton, Dioxan, Dimethylformamid, Mono-, Di- oder Triethanolamin,
Pyridin oder Picoliuen, zu arbeiten.
Als metallabgebende Mittel kommen beisjiielsweise
nickelabgebende und vorzugsweise kujiferabgebende
Mittel in Betracht. Die Behandlung mit den mctallabgebenden Mitteln kann in an sich bekannter Weise,
z. B. mit Kujifersulfat unter Zusatz von Natriumacetat,
erfolgen.
Die gemäß Verfahren erhältlichen metallfreien Farbstoffe eignen sich zum Färben und Bedrucken der
verschiedensten Materialien-, insbesondere cellulosehaltiger Fas. rn, wie Baumwolle, Leinen, Kunstseide
oder Zellwolle aus regenerierter Cellulose. Besonders
wertvoll sind die Färbungen und Drucke, welche mit metallabgebenden, insbesondere kujif erabgebenden
Mitteln behandelt wurden, wobei diese Behandlung auf der Faser, im Färbebad oder auch zum Teil auf
der Faser und zum Teil im Färbebad vorgenommen werden kann, wie dies bcisjMcIsweise in der deutschen
Patentschrift 751 299 beschrieben ist.
Wertvolle Färbungen können auch erhalten werden, wenn man nach dem Verfahren arbeitet, gemäß welchem
die mit den metallfreien Farbstoffen hergestellten Färbungen mit solchen wäßrigen Lösungen nachbehandelt
werden, die einerseits basische Formaldehydkondensationsprodukte aus Verbindungen, die mindestens
einmal die AtomgriijijMerung
— ν = c:
im Molekül aufweisen oder, wie Cyanamid, leicht in solche \7erbindungen übergehen können, und andererseits
wasserlösliche, insbesondere komjilexe Kujiferverbindungen
enthalten.
Eine weitere zweckmäßige Färbemethode für die metallfreien Produkte ist dadurch gekennzeichnet,
daß man Färbebäder benutzt, zu deren Herstellung der Farbstoff, ein Oxyalkylamin, ein alkalibeständiges
metallabgebendes Mittel und vorteilhaft eine Verbindung, welche Anioncn einer Phosjihorsäure enthält,
verwendet wurden. Solche Methoden sind in den französischen Patentschriften 1 066 588 und 1 066 589
beschrieben.
Die metallhaltigen Farbstoffe des vorliegenden Verfahrens sind in der Regel für die üblichen Direktfärbeverfahren
zu schwer löslich. Sie eignen sich jedoch sehr gut für solche Färbeverfahren mittels neutraler
bis alkalischer Färbebäder, zu deren Herstellung an sich schwerlösliche, komj^lexe Nickel- oder Kupferverbindungen
von direktziehenden Farbstoffen, bestimmte alijihatische Amine, die mindestens eine von
einer OH-Gruppe durch 2 Kohlenstoffatome getrennte Aminogruppe aufweisen [z. B. 1, 2-Di-(/J-oxyäthylamino)-äthan],
und Phosjihorverbindungcn, welche sich von Phosjihorsäuren der Zusammensetzung
H111 + 2P111O3111 + 1 ableiten, worin m eine ganze Zahl
506/12?
C 8502 IVbI 22a
bedeutet, verwendet wurden (s. ebenfalls die französischen Patentschriften ι 066 588 und 1 066 589).
Die Färbungen, welche komplex gebundene Metalle, insbesondere Kupfer, enthalten und mit den Farbstoffen
des vorliegenden Vc: fahrens hergestellt worden sind, zeichnen sich durch sehr gute Echtheitseigenschaften,
insbesondere durch gute Naßechtheiten aus. Gegenüber dem aus der schweizerischen Patentschrift
232 507 bekanntgewordenen Farbstoff, der durch beidseitige Kupplung von tetrazotiertem 3,3'-Dioxy-4,
4'-diaminodiphenyl mit 2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure
erhalten wird, zeichnen sich die . nach dem vorliegenden Verfahren erhältlichen Disazofarbstoffe
durch ein wesentlich besseres Ziehvermögen für cellulosehaltige Fasern, insbesondere
Baumwolle, aus.
Im nachfolgenden Beispiel bedeuten, sofern nichts anderes bemerkt wird, die Teile Gewichtsteile und die
Prozente Gewichtsprozente.
Man trägt die auf übliche Weise hergestellte, neutralisierte und abfiltrierte Tetrazoverbindung aus
21,6 Teilen 3, 3'-Dioxy-4, 4'-diaminodiphenyl in ein Gemisch aus 80 Teilen 2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure-3'-sulfonsäureamid,
300 Teilen einer etwa io°/0igen Calciumhydroxydsuspension und
60 Teilen Pyridin ein und rührt bei 5 bis io° bis zur
Beendigung der Kupplung. Dann erwärmt man langsam auf 50 bis 60°, verdünnt das Kupplungsgemisch
mit 2000 Teilen warmem Wasser, versetzt die Lösung mit 50 Teilen wasserfreiem Natriumcarbonat und
nitriert vom ausgefallenen Calciumcarbonat ab. Aus dem Filtrat wird der Disazofarbstoff durch Neutralisieren
mit verdünnter Salzsäure und Zugabe von Natriumchlorid ausgefällt, abnitriert und getrocknet.
Er bildet ein dunkelgefärbtes Pulver, welches sich in Wasser mit blauer Farbe löst und Baumwolle nach dem
ein- oder zweibadigen Nachkupferungsverfahren in sehr lichtechten und waschechten grünstichigblauen
Tönen färbt.
Verwendet man an Stelle des 2-Phenylamino-5 - oxynaphthalin - 7 - sulf onsäure - 3' - sulf onsäureamids
das 2 - Phenylamino - 5 - oxynaphthalin - 7 - sulf onsäure-4'-sulfonsäureamid
oder das 2-(4'-Methylphenyl)-amino - 5 - oxynaphthalin - 7 - sulfonsäure - 3' - sulfon säureamid
oder das 2 - Phenylamino - 5 -oxynaphthalin - 7 - sulfonsäure - 3' - sulfonsäuremethylamid oder das
2 -Phenylamino - 5-oxynaphthalin-7-sulf onsäure-/?-oxy äthylamid,
so erhält man Farbstoffe mit ähnlichen Eigenschaften.
Ersetzt man schließlich das 2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure-3'-sulfonsäureamid
durch das 2 - Phenylamino - 8 - oxynaphthalin - 6 - sulf onsäure-3'-sulfonsäureamid,
so erhält man einen Farbstoff, der Baumwolle nach dem ein- oder zweibadigen Nachkupferungsverfahren
mit graublauen Tönen färbt.
Das 2-Phenylamino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure-3'-sulfonsäureamid
kann auf folgende Weise hergestellt werden:
Man kocht 15 Stunden unter Rückfluß ein Gemisch aus 240 Teilen 2-Amino-5-oxynaphthalin~7-sulfonsäure,
200 Teilen Aminobenzol-3-sulfonsäureamid, Teilen einer 4O°/0igen Natriumbisulfitlösung und
Teilen 3O°/0iger Natriumhydroxydlösung. Beim
Abkühlen auf etwa 0 bis io° kristallisiert das Reaktionsprodukt aus. Dieses wird abfiltriert und mit einer
gesättigten Kochsalzlösung gewaschen. Es bildet eine grauweiße Substanz, die in Wasser leicht löslich ist.
Gewünschtenfalls kann sie getrocknet werden.
An Stelle der 2-Amino-5-oxynaphthalin-7-sulfonsäure kann auch die 2, 5-Dioxynaphthalinsulfonsäure
zur Umsetzung mit dem Aminobenzol-3-sulfonsäureamid
verwendet werden.
Analog können auch die weiter oben genannten Azokomponenten hergestellt Werden.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von neuen Disazofarbstoffen
und deren Metallkomplexverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man tetrazotiertes
3, 3'-Dioxy-4, 4'-diaminodiphenyl beidseitig mit einer i-Oxynaphthalin-3-sulfonsäure kuppelt, die
in einer /S-Stellung des nicht durch die Oxy- und Sulfonsäuregruppe substituierten Sechsringes eine
Aminoarylsulfonsäureamidgruppe enthält, und die so erhältlichen Farbstoffe gegebenenfalls mit
metallabgebenden Mitteln behandelt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Azokomponente eine I-Oxynaphthalin-3-sulfonsäure
verwendet, die in 6-Stellung eine Aminophenylsulfonsäureamidgruppe enthält.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekenn-•
zeichnet, daß man als Azokomponente eine solche der Formel
OH
HO
NH
verwendet, worin ein X ein Wasserstoffatom und das andere X eine —SO2NH2-Gruppe bedeutet.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als metallabgebende
Mittel nickelabgebende oder vorzugsweise kupferabgebende Mittel verwendet.
Angezogene Druckschriften:
Schweizerische Patentschrift Nr. 232 507.
Schweizerische Patentschrift Nr. 232 507.
© 509 596/123 11.55
Family
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