DED0001209MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 14. Oktober 1939 Bekanntgemacht am 15. Mäxz 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es sind bereits verschiedene Verfahren zur Überführung von Metallen und Metallegierungen in feinverteilte
Form bekannt. Ein bekanntes Verfahren besteht z. B. darin, daß das zu zerstäubende Metall
in schmelzflüssigem Zustand auf eine umlaufende Scheibe auftrifft, der gleichzeitig Kühlmittel, z. B.
Wasser, zugeführt wird. Hierbei wird je nach der Umlaufgeschwindigkeit der Scheibe und der Art
der Abkühlung die aufgebrachte metallische
Schmelze in mehr, oder weniger feine Form übergeführt. Im praktischen. Betrieb erhält man ein Gemisch
von Körnern verschiedener Größe, das z. B. neben feinpulyerigen Teilchen auch gröbere Teilchen
von verschiedenen Korngrößen enthält. Das so erhaltene Gut muß infolgedessen durch weitere
Arbeitsgänge, wie Sieben oder Sichten, in Fraktionen, von praktisch gleichen Korngrößen zerlegt
werden. . ■ ■
Die Patentinhaberin hat sich die Aufgabe gestellt, Metalle oder Metallegierungen in einem Arbeitsgang
in feinverteilte Form überzuführen, und zwar derart, daß das erhaltene Produkt praktisch
aus Teilchen von gleicher oder annähernd gleicher Größe besteht und infolgedessen ohne anschließende
Sicht- und Siebvorgänge dem Gebrauchszweck zugeführt werden kann. Hierbei wurde Wert darauf
gelegt, die Arbeitsbedingungen so zu wählen, daß der Bereich der Korngrößen des herzustellenden
Produktes von vornherein bestimmt werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine bekannte Vorrichtung zum Herstellen von Pulvern aus Metallen
oder Metallegierungen benutzt, die als flüssi-
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ger Schmelzstrahl auf eine umlaufende, mit radialen Schlitzen versehene Scheibe aufgebracht werden,
wobei gleichzeitig ein Kühlmittel, vorzugsweise Wasser, in den Bereich der den Schmölzstrahl zer-
, 5 stäubenden Begrenzungsflächen der Scheibe und der
Schlitze zugeführt wird.
Gemäß der Erfindung besteht die Vorrichtung aus mindestens zwei der vorstehend erläuterten, mit
-radialen Schlitzen versehenen Scheiben, die mit
ίο verschiedener Geschwindigkeit umlaufen und in geringem
Abstand voneinander sich derart überdekkend angeordnet sind, daß das metallische Gut und
das Kühlmittel gegen die Begrenzungsflächen und durch die Schlitze der Scheiben unter fortschreitender
Zerstäubung des Metalls hindurch geschleudert werden. Hierbei kann die Drehgeschwindigkeit
der Scheiben zur Regelung des Zerteilungsgrades verwendet werden. Bei niedriger Umlaufgeschwindigkeit
der Scheiben entstehen größere, bei hoher
ao Umlaufgeschwindigkeit kleinere Kornteilchen.
Im allgemeinen haben sich zwei in geringem Abstand übereinander angeordnete Scheiben der vorstehend
gekennzeichneten Art als ausreichend erwiesen; die Vorrichtung kann aber auch aus drei
oder mehr Scheiben zusammengesetzt sein. Die Anordnung und Ausbildung der Scheiben ist, wie bereits
erwähnt, so zu gestalten und ihre Umlaufgeschwindigkeit ist so zu wählen, daß die von einer
Scheibe abgeschleuderten Metallteilchen auf die nächste auftreffen und dort die mit erheblicher.
Wucht auftreffenden, noch vorhandenen, größeren und noch nicht erstarrten Teilchen weiter zerkleinert
werden. Die Scheiben können in gleichem Sinne oder auch gegenläufig mit verschiedenen Umlaufgeschwindigkeiten
rotieren.
Beim Auftreffen des schmelzflüssigen Gutes auf die erste Scheibe wird es dort zerkleinert. Die
kleinsten Teilchen erstarren sofort und werden nicht mehr weiter zerkleinert, auch wenn sie von
der nächsten Scheibe erfaßt werden. Die größeren Teilchen, die in noch flüssigem Zustand auf die
nächste Scheibe auftreffen, werden dort zerteilt und auf eine Größe zerkleinert, die etwa der Größe der
auf der ersten Scheibe erzeugten Feinteilchen entspricht.
Sie verlassen die zweite Scheibe in dem gewünschten Feinheitsgrad in erstarrtem oder nahezu
erstarrtem Zustand.
Die Regelung des Feinheitsgrad.es des gewünschten Produktes kann durch die Umlaufgeschwindigkeit,
mit der die erste Scheibe betrieben wird, stattfinden. Die von der ersten Scheibe kommenden Teil-'
chen sollen von der nachfolgenden Scheibe bzw. den -nachfolgenden Scheiben mit erhöhter Wucht getroffen
werden, damit die Zerteilung der noch vor-
, handenen, größeren Metalltröpfchen auf den gewünschten
Feinheitsgrad zuverlässig erzielt wird. Infolge der radial verlaufenden Schlitze der
Scheiben zeigen diese eine etwa flügel radartige Ausbildung. Die Radialschlitze sind derart ausgebildet
und gerichtet, daß die metallischen Teilchen in Richtung auf die nächste Scheibe abgeschleudert
.werden. Vorzugsweise weisen die zwischen den Radialschlitzen befindlichen, flügelartigen Teile der
Scheibe eine verhältnismäßig große Dicke auf. Hierdurch wird eine gute und beschleunigte Wärmeableitung
begünstigt und ein Ansetzen von schmelzflüssigem Gut durch Festbrennen. auf den Schlagflächen
vermieden. Es hat sich gezeigt, daß die erfindungsgemäßen
Scheiben nach praktischem Gebrauch noch blanke Flächen besitzen und selbst
nach mehrmonatigem Gebrauch einen kaum nennenswerten mechanischen Verschleiß aufweisen.
Durch die erfindungsgemäße Anordnung von mehreren untereinander befindlichen Scheiben, die
sich mit gegenläufiger bzw. unterschiedlicher Geschwindigkeit bewegen, ist die Ausbeute an feinverteiltem
Gut erheblich höher als die mit einer einzigen, schnell umlaufenden Scheibe gleicher Bauart
erzielbare Ausbeute. Bei praktischen Versuchen zur Zerstäubung von Aluminium hat sich unter
anderem ergeben, daß die .Ausbeute an feinverteiltem Aluminium mit Hilfe der Vorrichtung (unter
10 odo Siebmaschen je cm2) das Dreifache der Ausbeute
betrug, die durch Zerstäubung mit einer einzigen, schnell umlaufenden Scheibe erzielt werden
konnte.
Zur Erzielung eines einwandfreien, gleichmäßigen Gutes empfiehlt es sich, das zu verarbeitende
metallische Material der Zerteilungsvorrichtung in möglichst gleichmäßigem, schmelzflüissigem Zustand
zuzuführen. Dies kann z. B. durch Abschirmung des Schrrielzstrahles gegen Abkühlung bis zum Auftreffen
auf die erste Scheibe geschehen.
Die Vorrichtung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht.
Abb. ι und -2 zeigen die übereinander angeordneten
Scheiben in verschiedenen Anordnungen;
Abb. 3 und 4 veranschaulichen Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Scheiben in Draufsicht.
In Abb. ι sind zwei Scheiben 11 und 12 vorgesehen,
die in geringem Abstand übereinander gelagert sind und sich gegenläufig bewegen. Bei dieser
Ausführungsform fallen die Achsen der beiden Scheiben 11 und 12 zusammen. Beim Auftreffen
des (nicht gezeichneten) Gießstrahles auf die obere Scheibe wird das schmelzflüssige Gut zunächst
durch die Scheibenflächen und die Begrenzungsflächen der in der Scheibe befindlichen Schlitze 13
zerkleinert, und zwar zum Teil in Feinteilchen, die sofort erstarren, zum anderen Teil in gröbere Teilchen,
die noch schmelzflüssig sind. Das so entstandene Zerkleinerungsprodukt wird im wesentlichen
durch die Schlitze 13 der oberen Scheibe auf die im Gegenlauf rotierende, untere Scheibe 12 geschleudert,
woi eine weitere Zerkleinerung der größeren,
noch flüssigen Teilchen stattfindet, während die be^
reits vorher erstarrten Feinteilchen abgeschleudert werden.
.. Abb. 2 veranschaulicht eine Aueführungsform,
bei der zwischen der oberen Scheibe 21 und der unteren. Scheibe 25 eine mittlere Scheibe 22 vorgesehen
ist, wobei die Achse 24 der Mittelscheibe 22 gegen die Achse 23 der oberen Scheibe 21 und der
unteren. Scheibe 25 derart versetzt ist, daß nur ein
Teil der Miittelscheibe22 zwischen der Oberscheibe 2.1
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und der Unterscheibe 25 sich befindet. Beim gleichsinnigen Umlauf der Scheibe ist der Bewegungssinn
der sich überdeckenden Teile der Scheiben gegenläufig. Der Zerteilungsvorgang spielt sich in gleichem Sinne ab, wie bei Abb. 1
erläutert. Der auf die obere Scheibe auftreffende Gießstrahl wird zweckmäßig auf den Teil der
Scheibe 21 auffließen gelassen, unter dem die Mittelscheibe 22 läuft.
Abb. 3 veranschaulicht eine Scheibe, die mit radialen, engen Schlitzen versehen ist, während
Abb. 4 eine Scheibe veranschaulicht, deren Schlitze sich nach der Peripherie der Scheibe zu trapezärtig
erweitern. Die Begrenzungskanten der Schlitze können dabei schräg nach unten verlaufen,
so daß das zerstäubte oder flüssige Gut einen gesonderten Schlagimpuls in Richtung auf die darunter
befindliche Scheibe erhält.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Vorrichtung zum Herstellen von Pulvern aus Metallen oder Metallegierungen, die als flüssiger Strahl auf eine umlaufende, mit radialen Schlitzen versehene Scheibe unter Zuführung eines Kühlmittels in den Bereich der den Strahl zerstäubenden Begrenzungsflächen der Scheibe und der Schlitze geleitet werden, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei mit verschiedener Geschwindigkeit umlaufende Scheiben in geringem Abstand voneinander sich derartig überdeckend angeordnet sind, daß das Metall und das Kühlmittel gegen die Begrenzungsflächen und durch die Schlitze der Scheiben unter fortschreitender Zerstäubung des Me^ tails hindurch geschleudert werden.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlaufgeschwindigkeit der Scheibe veränderlich ist.
- 3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheiben gegensinnig umlaufen.
- 4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheiben bei versetzten Achsen gleichsinnig umlaufen.Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 159854, 422221, 411;österreichische Patentschrift Nr. 135 675; schweizerische Patentschriften Nr. 198 468,995;USA.-Patentschriften Nr. 1224 815, 1399848,ι 938 876, ι 973 051, 2 010 902, 2 208 919.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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