DED0020693MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 18. Juni 1955 Bekanntgemacht am 27. September 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf ein kontaktlos gesteuertes
Schwingungssystem, insbesondere eine Antriebsvorrichtung für Uhren.
Bei Uhren und Zeitmeßgeräten sind bereits kontaktlose schwingende Antriebsvorrichtungen
bekannt, bei denen ein ein Schwingungsorgan bildendes niederfrequent schwingendes mechandr
sches Pendel oder eine Unru'h durch ihre Bewegung ein Magnetfeld periodisch ändert und in
einer als Steuerelement dienenden Spule bei jeder Änderung einen elektrischen Impuls erzeugt!, der
über einen Verstärker, insbesondere auch einen1 Transistorverstärker, verstärkt und einer zum Antrieb
des Pendels oder der Unruh dienenden, als Antriebselement bezeichneten Antriebsspule zugeführt
wird. Derartige Schwingungssysteme haben notwendigerweise eine verhältnismäßig große
Masse, die sich besonders bei tragbaren Kleinuhren ungünstig auswirkt. Außerdem ist bei diesen1
Anordnungen das bewegte Steuerteil in jedem Fall als Metallteil, vorzugsweise als Permanentmagnet,
ausgebildet, was zu störenden Beeinflussungen empfindlicher Uhrteile, vor allem in
Kleinuhren, führen kann, insbesondere aber ist auch die gegenseitige induktive Beeinflussung der
beiden Spulen von Steuer- und Antriebskreis so-
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wie die Beeinflussung über das bewegte Metallteil, insbesondere des Permanentmagneten, für die
Isöchronismusbedingungen störend, vor allem, da der Permanentmagnet während der gesamten.
Schwingung seine Lage zu beiden Spulen ändert.
Diese Nachteile werden bei: kontaktlos gesteuerten Schwingungssystemen, insbesondere Antriebsvorrichtungen
für Uhren, mit einem niederfrequent schwingenden mechanischen Schwingorgan, beispielsweise einer Unruh, durch dessen
, Bewegung in einem ersten Steuerelement ein elektrischer Steuerimpuls erzeugbar ist, der nach Verstärkung,
insbesondere mit Transistorverstärker, einem das mechanische Schwingorgan antreibenden
zweiten elektrischen Element zugeführt wird, gemäß der Erfindung dadurch beseitigt, daß bei Verwendung
eines Piezokristalls als Steuerelement dieses durch ein am Schwingungsorgan angeord^
nietes Mitnahmeelement periodisch, jedoch nur während eines kurzen Teils der Schwingungsperiode, bewegbar ist. Bei dieser Anordnung trägt,
also das Schwingorgan lediglich ein eine fast beliebig kleine Masse aufweisendes Mitnahmeelement,
das die Masse des Schwingorgans nur unmerklich vergrößert. Außerdem hat diese Konstruktion dem
Vorteil, daß das Steuerelement von äußeren Magnetfeldern unabhängig ist, was bei Zeitmeßgeräten
von großer Bedeutung sein kann. Da gegebenenfalls nur das Antriebssystem mit einem
elektromagnetischen! Kreis arbeitet, fällt in jedem Fall eine gegenseitige magnetische Beeinflussung
fort; im übrigen kann selbstverständlich.auch jede bekannte Art eines Antriebssystems statt eines
elektromagnetischen benutzt werden. Da bei der Wahl des Antriebselementes auf Magnetfelder
ebenfalls verzichtet werden kann, so ist dann die ganze Antriebsvorrichtung von äußeren magnetischen
Einflüssen unabhängig.
Diese Art der Verwendung von Piezokristallen unterscheidet sieh insbesondere durch die kurzzeitige
Bewegung des Piezokristalls innerhalb einer Periode von an sich bekannten hochfrequenten
Schwingungserzeugern, die unter Zuhilfenahme von Piezokristallen auf diese wirkende mechanische
Schwingungen in elektrische umwandeln.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
In der Figur bedeutet io eine Unruhwelle, die
mit ihren Zapfen ii und1 12 in schematisch angedeuteten
Lagern 13 und 14 gelagert ist. Auf der Unruhwelle ist ein Schwingorgan 15 starr befestigt,
das eine mittlere Scheibe 16 und zwei daran angeordnete Querstücke 17 aufweist. Bei 18 ist ein
kreisförmiges Bogenstück erkennbar, das zur Verbesserung der Schwingung dient. Die Teile 16 und
17 sind aus Weicheisen und bilden einen Teil eines Magnetsystems,'das ein Jochstück 19 von U-fÖTmiger
Gestalt aufweist. In dem in der Fig. 1 dargestellten
Ruhezustand befinden sich die Querstücke 17 zwischen den Polen 20 des Joches 19. Bei
21 ist eine Magnetspule erkennbar, die auf dem
Mittelstück des Joches 19 angeordnet ist. Auf die Anschlüsse dieser Magnetwicklung wird weiter
unten näher eingegangen. · .
Mit 22 ist eine Spiralfeder bezeichnet, die mit ihrem einen Ende an der Unru'hwelle und mit ihrem
anderen Ende an einem verstellbaren Rücker 23 befestigt ist. Auf der Unruhwelle ist ferner ein
Nocken 24 vorgesehen, der beim Hinundherschwenken der Unruhwelle mit einem Bieger 25
zusammenarbeitet, der an. einem Piezokristall 26 befestigt ist". Dieser Piezokristall hat eine plattenföirmige
Gestalt und ist mit seinem in Fig. 1 linken Ende auf einem elektrisch leitenden Träger
27 befestigt. An seinem in der Zeichnung linken Ende ist an dem Piezokristall ferner eine Kontaktfahne
28 angeordnet.
Mit 29 ist ein Verstärker bezeichnet, der zwei Transistoren 30 und 31 und zwei Widerstände 32
und 33 aufweist. Mit 34 ist eine Batterie bezeichnet, und es führen zwei Leitungen 35 und 36 von
der vorerwähnten Magnetwicklung 21 zum Verstärker 29 und zur Batterieklemme 37, die außerdem
durch eine Leitung 38 mit dem Widerstand 32 verbunden ist. Von der Kontaktfahne 28 führt eine
Leitung 39 zum Transistor 31, und der Träger 27 ist zusammen miit einem Pol der Batterie und zwei
zum Widerstand 33 und zum Transistor 31 führen- ■
den Leitungen mit Masse verbunden.
Auf der Unruh/welle 10 ist ferner ein weiterer
Nocken 40 angebracht, der mit einem auf einer Ankerwelle 41 befestigten Anker 42 zusammenwirkt.
Die Lagerung der Ankerwelle ist bei 43 und 44 schematisch angedeutet.
Die Wirkungsweise der Antriebseinrichtung gemäß der Figur ist nun wie folgt: Wird die Unruhwelle
durch äußere Mittel entgegen der Wirkung der Spiralfeder 22 in Schwingung versetzt, so
nimmt der Nockeni 24 bei der Schwingung in einer Richtung den Bieger 25 mit und biegt dabei den
Piezokristall 26 um einen, vorbestimmten Winkel, so daß in diesem ein elektrischer Impuls entsteht,
der dem Verstärker 29 zugeleitet und dort verstärkt wird. Der verstärkte Impuls wird der Magnetspule2i
zugeführt, die das Joch 19 magnetisiert, so daß der Eisenteil 16, 17 des Schwingorgans
in seine Mittellage zurückgezogen wird. Da dieser Impuls verhältnismäßig kurzzeitig ist,
wird1 durch ihn ein Schwingen des Schwingorgans in der entgegengesetzten Richtung nicht mehr behindert.
Beim Zurückschwingen erfolgt dann durch den Nocken 24 eine neue Abbiegung des Piezokristalls
26 und damit ein neuer elektrischer Impuls, der in ähnlicher Weise wie vorbeschrieben
auf das· Schwingorgan einwirkt.
Mit Hilfe dies Nockens 40 kann irgendein beliebiger Teil angetrieben werden, und im vorliegenden
Beispiel ist ein schwingender Anker 42 eingezeichnet, der beispielsweise einen Teil einer Uhr
bilden kann.
Die vorbeschriebene Antriebseinrichtung kann beispielsweise eine von dem angetriebenen Gerät
völlig getrennte Baueinheit bilden, und es können mit einer solchen Antriebseinrichtung ein oder
mehrere Geräte beliebiger Art angetrieben werden.
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Es ist jedoch auch möglich, die Antriebseinrichr tung in das Gerät selbst einzubauen, was bei ortsbeweglichen
Uhren häufig zweckmäßig'sein dürfte.
Claims (3)
- PAT E N T A N S P R 0 C H E:ι. Kontaktlos gesteuertes Schwingungssystem, insbesondere eine Antriebsvorrichtung für Uhren, mit einem niederfrequent schwin^ genden mechanischen Schwingorgan, beispielsweise einer Unruh, durch dessen Bewegung in einem ersten Steuerelement ein elektrischer . Steuerimpuls erzeugbar ist, der nach Verstärkung, insbesondere mit Transistorverstärker, einem das mechanische Schwingorgan antreibenden zweiten elektrischen Element zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung eines Piezokristalls als Steuerimpulsgenerator dieser durch ein am Schwingorgan angeordnetes Mitnahmeelement periodisch, jedoch nur während eines kurzen Teiles der Schwingungsperiode, bewegbar ist.
- 2. Kontaktlos gesteuertes Schwingungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mitnahmeelement als Nocken ausgebildet ist.
- 3. Kontaktlos gesteuertes Schwingungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Piezokristall plattenförmig ausgebildet ist und daß die Platte an einem Ende starr befestigt ist und an ihrem anderen Ende ein mit dem Mitnahmeelement zusammenwirkendes Gegenelement trägt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Französische Patentschriften Nr. 1 092 411,
1090564;schweizerische Patentschriften Nr. 213 932,298559;USA.-Patentschriften Nr. 2 260 847, 2 235 317; britische Patentschrift Nr. 601 712;
HoTological Journal, 1954, Novemberheft, S. 723.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 609 620/126 9. 56
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