DEF0010360MA - - Google Patents
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Description
Tag der Anmeldung: 11. November 1952 Bekanntgemaciht am 19. Juli 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
, Es ist bekannt, daß man aromatische Isocyanate in der Gasphase herstellen kann, indem man Amindampf
mit Phosgen, gegebenenfalls unter Zusatz von einem Inertgas, wie Stickstoff, oder Lösungsmitteldampf
als Trägergas, bei Temperaturen oberhalb 1500 in Gegenwart oder Abwesenheit von
Katalysatoren aufeinander einwirken läßt und die Reaktionsprodukte anschließend abkühlt. Dieses
Verfahren ist für eine technische Herstellung der Isocyanate besonders wertvoll; da es kontinuierlich
arbeitet und neben den bekannten Vorteilen einer kontinuierlichen Arbeitsweise im Falle der Isocyanatherstellung
den Vorzug besitzt, daß die Anhäufung großer Phosgenmengen vermieden· wird
und der Phosgenüberschuß nur mäßig zu sein braucht, so daß sich eine besondere Phosgenwiedergewinnung
erübrigt.
Bei der Übertragung dieses Verfahrens in einen technischen Maßstab haben sich jedoch große
Schwierigkeiten ergeben, die besonders bei der Abkühlung der Reaktionsgase und deren Kondensation
auftreten. Da es unvermeidlich ist, daß bei der Reaktion in der Gasphase hoch schmelzende Nebenprodukte
mitgebildet werden — bei der Herstellung des Phenylisocyanates entsteht u. a. Diphenylharn- '25
stoff (Fp. 2300) in einer Menge von 1 bis 2 °/o —,
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F 10360 IVb/12 ο
kommt es in einem nachgeschalteten Kühler zu Verkrustungen, die meist in wenigen Stunden zu
einer völligen .Verstopfung führen.
Es wurde nun gefunden, daß man diese Schwierig-,
5 keiten vermeiden und die Gasphasenphosgenierung einkerniger aromatischer Amine zu einem technisch
einwandfrei arbeitenden Verfahren ausbilden kann, wenn man die Kühlung der Reaktionsgase unmittelbar
im Anschluß an die Reaktionszone durch
ίο Einspritzen eines flüssigen Kühlmittels vornimmt.
Als besonders zweckmäßig-hat es s sich erwiesen,
als Kühlmittel das Reaktionsprodukt selbst zu verwenden, das durch eine Pumpe im Kreislauf geführt
wird. Als Einspritzkühler ist ein mitRaschigringen gefülltes Rohr brauchbar, durch das das
flüssige Kühlmittel und die Reaktionsgase im Gleichstrom hindurchströmen. Das Einspritzen des
Kühlmittels erfolgt zweckmäßig in der Weise, daß ein Teil hiervon an die Wände des Kühlers gespritzt
wird, um etwa sich bildende feste Abscheidungen abzuspülen und wegzulösen.
An Hand der Zeichnung wird das Verfahren für die Herstellung des Phenylisocyanates im einzelnen
erläutert.
Das1 Reaktionsrohr 1 ist ein Jenaer Glasrohr von
2,5 m Länge und 100 mm lichter Weite. Es ist von zwei elektrischen Öfen 2 und 3 umgeben, von denen
Ofen 2 etwa drei Viertel, Ofen 3 etwa ein Viertel des Reaktionsrohres erfaßt. In das Reaktionsrohr
ragt zentral ein etwa 0,5 m langes Rohr hinein, durch das pro' Stunde etwa 2,5 kg Anilindampf
mit etwa 350 1 Kohlendioxyd gemischt eingebracht werden. Durch ein seitlich angebrachtes Rohr von
etwa 1,8 m Länge werden etwa 4 kg Phosgen, das auf etwa 1200 vorgewärmt ist, eingeleitet. Durch
Ofen 2 wird der obere Teil des Reaktionsrohres auf etwa 2500 gehalten.· Die Umsetzung findet im
letzten Viertel des Rohres statt, das durch Ofen 3 auf etwa 275° gehalten wird.
Die Reaktionsgase gelangen in den mit Raschigringen gefüllten Einspritzkühler 4, in dem sie durch
Einspritzen der Kühlflüssigkeit auf etwa 65 bis 700 heruntergekühlt werden, wobei etwa 90% des entstandenen
Phenylisocyanates als Phenylcarbaminsäurechlorid, das sich unterhalb etwa iio° aus
Phenylisocyanat und Chlorwasserstoff bildet, kondensiert werden. Da das Phenylcarbaminsäurechlorid
bei 52° erstarrt, muß die umlaufende Kühlflüssigkeit bei etwa 60 bis 65° gehalten werden,
was mit Hilfe des elektrischen Ofens 5 geschieht. Die Kühlflüssigkeit läuft dann in das Zwischengefäß
6 und wird durch Pumpe 7 dem Hochbehälter 8 zugeführt, von wo aus sie der Einspritzdüse
zuläuft.
Beim Anfahren der Apparatur verwendet man als Kühlflüssigkeit zweckmäßig Chlorbenzol, das
im Laufe von einigen Stunden durch Carbaminsäurechlorid vollständig ersetzt,\vfrd. Um die umlaufende
Kühlflüssigkeit in ihrem: Volumen konstant zu halten, ist das Zwischengefäß 6 mit einem
Überlauf 9 versehen, durch den das entstandene Carbaminsäurechlorid in1.ein Vorratsgefäß abläuft.
Die auf 65 bis 700 gekühlten Gase verlassen durch den Stutzen 10 die Apparatur und werden einer
Vernichtungsapparatur zugeführt, nachdem sie gegebenenfalls zuvor einen Wäscher passiert haben,
in dem sie mit kaltem Chlorbenzol gewaschen werden, um die letzten Anteile an Isocyanat zu gewinnen.
■
Das Carbaminsäurechlorid wird in einer Destillationsapparatur durch Erhitzen in mäßigem Vakuum
auf etwa no0 in Chlorwasserstoff und Phenylisocyanat gespalten. Nach beendeter Spaltung
wird das Isocyanat im vollen Wasserstrahlvakuum abdestilliert. Es hinterbleibt ein geringer
teeriger Rückstand. Arbeitet man mit einer nachgeschalteten Chlorbenzolwäsche, dann beträgt die
Ausbeute über 90% der Theorie. Das Waschchlorbenzol wird durch Destillation aufgearbeitet.
Leitet man an Stelle von 2,5 kg Anilindampf stündlich 2,9 kg o-Tolylamindampf ein, dann erhält
man in etwa der gleichen Ausbeute das o-Tolylisocyanat
(Siedepunkt 2830).
Nach dieser Arbeitsweise lassen sich einkernige aromatische Monoisocyanate, insbesondere das
Phenylisocyanat selbst, mit einem Minimum an Lösungsmittelaufwand lediglich aus den Komponenten
Phosgen und Arylamin herstellen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von einkernigen aromatischen Monoisocyanaten aus einkernigen aromatischen Aminen und Phosgen in der Gasphase, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionsgase unmittelbar im Anschluß an die Reaktionszone durch Einspritzen eines flüssigen Kühlmittels gekühlt werden, wobei man nach dem Anfahren der Apparatur das aus dem zunächst. gebildeten Isocyanat entstehende Carbamins'äurechlori'd als Kühlmittel verwendet und das Carbaminsäurechlorid abschließend durch Destillation in das zugehörige Isocyanat überführt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 870847;
■deutsche Patentanmeldung B6346IVc/120.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 609 550/487 7.56
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