DEF0012247MA - - Google Patents

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DEF0012247MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 2. Juli 1953 Bekanntgemacht am 22. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, daß in manchen heterocyclischen Verbindungen sich die Methylgrupperi in bestimmten Stellungen durch ein besonderes Reaktionsvermägen auszeichnen. Das gilt beispielsweise für das 2-MethyIchroman (Journal of the Chemical Society London 123, 2566, 1923; Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft 71, 1837 [1938]), das 2-Methyl-benzotihiazol, das α- und y-Picolin und das 2- und 4 - Methylchinolin (vgl. Karr er, Lehrbuch der organischen Chemie). Derartige Verbindungen mit reaktionsfähiger Methylgruppe lassen sich z. B. leicht mit Aldehyden kondensieren, manche von ihnen geben mit Schwefel und aromatischen Aminen erhitzt Thiosäureanilide und Benzothiazole (E m m e r t und Groll, Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft86,208 [1953]). Es ist auch schon beschrieben worden, 1,4-Nitranilin mit Schwefel und cx-Pieoli.n umzusetzen (E m m e r t und Groll, Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft 86, 208 [1953]); hierbei entsteht Bis-(thiopicolinsäure) -p-plhenylen-diamid. An Benzimidazolem mit einem !heterocyclischen Rest in der 2-Stellung ist das 2-(^-Pyridyl)-benzimidazol als Nebenprodukt gewonnen worden, indem man Pyridin-2, 3-dicarbonsäure mit O-Phenylendiamin hoch erhitzte (B i s t r ζ y c k i , Helvetica Chimica Acta 4, 436, 1921).
Ferner beschrieben J er ehe 1 und Mitarbeiter (Liebiigs Ann. d. Ohemie 575, 162, 1951) die Darstellung des 2-(a-Pyridyl)-benzimidazols und des
509 698/470
F 12247 IVb/12p
2-(a-Thienyl)-benzimidazols durch Umsetzung der entsprechenden, schwer zugänglichen heterocyclischen Aldehyde mit O-Phenylendiamin mit nachfolgender Dehydrierung sowie Lecco und 'Joko-γ i c (Glasnik hemiskoy drustva Kraljevine Jugoslavia ι, ι bis 7, 1930). Auch ist die Synthese des 2-(a-Pyridyl)-benzimidazols und des 2-(/3-Pyridyl)-benzimidazols aus a-Picolinsäure bzw. Nicotinsäure und O-Pihienylendamin bekannt.
AUe diese bekannten Verfahren zur Herstellung von Benzimidazolderrvaten gehen von schwer zugänglichen, zum Teil unbeständigen Ausgangsstoffen aus und verlaufen mit schlechten Ausbeuten. Es wurde nun gefunden, daß man in einfacher Weise in guter Ausbeute Imidazolderivate, die in der -2-Stellung einen,heterocyclischen Rest tragen, erhält, wenn man aromatische 1, 2-Diamino- oder i, 2-Amino-nitroverbindungen mit α- oder y-Methylpyridinen oder -chinolmen dn Gegenwart von Schwefel bei Temperaturen von über ioo° umsetzt. Insbesondere sind die Derivate des Benziöiidazols in einfacher Weise zugänglich geworden, die in der 2-Stellung den heterocyclischen Rest tragen, mit dem vorher die reaktionsfähige Methylgruppe verbunden war.
Als Verbindungen mit reaktionsfähiger Methylgruppe seien beispielsweise genannt crPieolin, y-Picolin, Chinaldin und Lepidin. Die Durchführung der Reaktion geschieht in der Weise, daß man die Reaktionsteilnehmer mit Schwefel mischt und längere Zeit bei Temperaturen von über ioo° miteinander reagieren läßt. Dabei entsteht Ammoniak und Schwefelwasserstoff. Wenngleich die Reaktion schon ohne Lösungsmittel Vor sich geht, kann es sich in bestimmten Fällen empfehlen, ein geeignetes inertes Lösungs- oder Verdünnungsmittel hinzuzufügen. Die Reaktionsteilnehmer können im Verhältnis ihrer Molekulargewichte angewandt werden. Zweckmäßig wird jedoch, zur Erhöhung der Ausbeute, ein Überschuß von Schwefel und des leichter zugänglichen der beiden anderen Reaktionsteilnehmer verwendet. Besonders günstige Ergebnisse erzielt man bei Temperaturen zwischen 150 und 2500.
Die Isolierung der Kondensationsprodukte kann so geschehen, daß man das rohe Reaktionsgemisöh einer Wasserdampfdestillation unterwirft und die zunächst nicht besonders wasserdampfflüchtigen Kondensationsprodukte hernach aus dem Rückstand in an sich bekannter Weise durch Extraktion oder Kristallisation abtrennt.
Die Produkte sollen als Heilmittel, Sdhädlings- und Konservierungsmittel, Vulkaniisationshiilfsmittel, Lichtschutzmittel und als Zwischenprodukte für weitere Synthesen Verwendung finden.
τ-, ...
Beispiel 1
108 Gewichtsteile O-Phenylendiamin, 186 Gewichtsteile a-Picolin und 100 Gewichts teile Schwefel werden unter Rückfluß 48 Stunden auf 150 bis i6o° erhitzt. Das nach dem Erkalten erstarrende Reaktionsgemisch wird zerkleinert und einer Wasserdampfdestillation unterworfen. Alsdann wird der feste Rückstand aus Alkohol umkristallisiert. Das 2-(a-Pyridyl)-tbenzimidazol kristallisiert in farblosen Nadeln, Fp. 2260 (Kofler-Heizbank), i.n einer Ausbeute von 190 Gewichtsteilen.
B e i s ρ i el 2
108 Gewichtsteile O-Phenylendiamin, 186 Gewichtsteile j/-Picolin und 100 Gewichtsteile Schwefei werden unter Rückfluß 48 Stunden auf 160 bis 1700 erhitzt. Nach der anschließenden Wasserdampfdestillation wird das ReaktionspiOclukt filtriert, in Methanol gelöst und durch Zusatz von Wasser in gelben, feinen Kristallnadeln vom Fp. 2i8° (Kofler-Heizbank) erhalten. Beim Erhitzen auf ioo° vertieft.sich die Farbe der Kristalle. Die Ausbeute an 2-(y-Pyridyl)-benzimidazol beträgt 180 Gewiohtsteile.
π ■ ' ■ 1
Beispiel 3
138 Gewichtsteile 0-Nitranilin werden mit 186 Gewichtsteilen y-Pieolm und 150 Gewichtsteilen Schwefel 48 Stunden auf 175. bis 1850 erwärmt. Nach Aufarbeitung wie im Beispiel 2 erhält man 83 Gewichtsteile 2-(y-Pyridyl)-benzimidazol vom Fp. 2i8° (Kofler-Heizbank). Die Substanz kann aus viel heißem Wasser umkristallisiert werden.
Beispiel 4
54 g O-Phenylendiamin werden mit 143 g Chinaldin und 100 g Schwefel 36 Stunden auf i5obis 1700 erhitzt. Nach Wasserdampfdestillation wird der Rückstand mit Natronlauge ausgekocht. Das in Natronlauge unlösliche2-(a-Chinolyl) -benzimidazol wird aus Aceton umkristallisiert und bildet blaßgelbe Nadeln vom F. 221 bis 2220.

Claims (3)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zur Herstellung von Imidazolderivaten, dadurch gekennzeichnet, daß man aromatische i, 2-Diamino- oder 1, 2-Aminonitroverbindungen mit α- oder y-Methylpyridinen oder -chinolinen in Gegenwart von Schwefel bei Temperaturen von über ioo° umsetzt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über das äquimolare Verhältnis der drei Reaktionsteilnehmer hinaus ein Überschuß an Schwefel und des leichter zugänglichen der beiden anderen Reaktionsteilnehmer angewandt wird. ■ .- .
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionstemperatur zwischen 150 und 2500 liegt.
Angezogene Druckschriften:
Chem. ZbI. (Zentralblatt), 1932, I, S. 1100.
© 509 698/470 3.56

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