DEJ0000788MA - Anwendung der Schwimmaufbereitung für die Rückgewinnung von Metallen aus industriellen Abfallprodukten - Google Patents
Anwendung der Schwimmaufbereitung für die Rückgewinnung von Metallen aus industriellen AbfallproduktenInfo
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Description
Bekanntlich hat die Aufbereitung von Erzen verschiedenster Art durch die Flotation in den letzten Jahrzehnten vollständig neue technische Möglichkeiten zu erhalten. Durch die Anwendung der Schwimmaufbereitung werden heute Erzvorkommen noch lohnend verarbeitet, die auf Grund ihrer geringen Gehalte früher keine wirtschaftlichen Verwendungsmöglichkeiten mehr hatten.
Zweck der Anmeldung ist es diese bewährte Flotationsmöglichkeit auf ein bisher unbekanntes Gebiet, nämlich die Flotation auch bei der Rückgewinnung von Metallrückständen anzuwenden. Letztere werden bekanntlich zum grössten Teil wieder durch Metallhütten bearbeitet, um die enthaltenen wertvollen Metalle der Volkswirtschaft zurückzuführen.
Das hüttenmännische Verfahren hat bei der Anwendung von industriellen Abfallprodukten gewisse Nachteile, als Beispiel hierfür ist anzuführen, dass Kupferhütten letzten Endes ihre Hauptaufgabe darin erblicken, dass in den Rückständen enthaltene Kupfer möglichst ohne grosse Verluste dieses Metalles zu erfassen. In der Praxis ist jedoch die Tatsache so gelagert, dass an sich verhältnismässig wenige Rückstände in die Kupferhütten gelangen, die nur das kupferhaltige Metall enthalten. Der weitaus grösste Teil von allen Metallrückständen besteht demgegenüber bekanntlich aus Metall-Legierungen. Rotguß z.B. enthält neben dem Kupfer unter Umständen einen wertvollen Zinngehalt bis zu 14%. Um bei diesem Beispiel zu verbleiben, muss darauf hingewiesen werden, dass dieser sehr wertvolle Zinngehalt grösstenteils bei der Verhüttung auf Kupfer verloren geht. Im übrigen ist heute der Verlust an Verschlackung bei einer Hütte durchschnittlich, wenn sie gut arbeitet, mit 1% wenigstens anzusetzen. Bemerkt sei noch, dass dieser Hüttenprozess darüber hinaus sehr kostspielig ist.
Man hat daher schon desöfteren versucht, die Nachteile der Verhüttung von industriellen Produkten zu umgehen. Ein Ausweg bildet zum Teil die nassmechanische Aufbereitung, die durch Aufschliessung und Schlämmen den Unterschied der spezifischen Gegensätzlichkeiten ausnutzt. Aber auch dieses Verfahren hat Nachteile, wenn z.B. eine Raffenierung der Rückstände erforderlich ist, so kann die Aufbereitung ohne zu Hilfenahme des Hüttenweges dieses Ziel nicht erreichen.
Darüber hinaus hat diese nassmechanische Aufbereitung noch den Nachteil, dass durch die Aufschliessung zwangsläufig unliebsame Mahlverluste entstehen, die zwar zum Teil durch gute Herdarbeit in etwa ausgeglichen werden können. Oxyde jedoch gehen bei diesem Verfahren verloren.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist es, für das Gebiet der Rückgewinnung von Metallrückständen neue Möglichkeiten zu geben.
Es ist bisher nicht bekannt, dass die Flotation (Schwimmaufbereitung) auch für die Rückgewinnung der Metalle aus Abfällen der verarbeitenden Industrie angewendet wird. Dieser neue Weg soll in Kürze beschrieben werden:
Da bekanntlich die Schwimmaufbereitung nur dann technisch verwendbar ist, wenn die Aufschliessung gleichmässig vor allem fein ist, etwa 0,30 mm in Korngrösse, so kann man im gedachten Sinne auf eine entsprechende Vorzerkleinerung nicht verzichten. Es gibt auch viele Metalle, die auf Grund ihrer Legierung zähe sind und daher sich mehr oder weniger zu der notwendigen Mahlfeinheit, die für die Flotation erforderlich ist, nicht fein vermahlen lassen. Diese zähe Eigenart besitzen z.B. das Kupfer sowie seine Legierungen. Man kann daher bei der Anwendung der Flotation für solche Abfallprodukte nicht auf die bewährte nassmechanische Aufbereitung ganz verzichten. Das stückige Metall sowie die Granalien werden daher zweckdienlich durch Setz- und Herdarbeit vor der Flotation in bestimmten Korngrössen ausgeschieden. Nach der nassmechanischen Aufbereitung passiert die Trübe eine Kugelmühle mit Rücklaufvorrichtung, um die erforderliche Mahlfeinheit für die anschliessende Flotation sicher zu stellen. Die Trübe gelangt somit dann kontinuierlich durch die Flotationsanlage, die in Bezug auf Durchsatzkapazität harmonisch auf die vorgeschaltene nassmechanische Aufbereitung abgestimmt ist.
Während früher bei der nassmechanischen Aufbereitung feinste Metallschlämme sowie auch die Oxyde mit den Bergen zur Halde ausgetragen wurden und somit nicht vermeidbare Schäden entstanden, erfasst nunmehr die Flotation diese Trübe. Durch die von Fall zu Fall anzuwendenden Xanthate kann man heute auf Grund der bekannten technischen Möglichkeiten diese unvermeidlichen Verluste bis auf einen Bruchteil von einem Prozent erhalten.
Durch diese Anwendung der Flotationstechnik eröffnen sich volkswirtschaftlich gesehen neue Möglichkeiten. Bekanntlich verarbeiten
Kupferhütten, die in diesem Rahmen immer nur als Beispiel angeführt werden, derartige Kupferrückstände nicht unter einem Kupfergehalt von 10%. Dieses besagt nicht, dass die Hütte technisch nicht in der Lage ist, solche ärmeren Rückstände praktisch zu verarbeiten, sondern die lohnende Wirtschaftlichkeit ist bei geringeren Gehalten als wie 10% Kupfer nicht mehr gegeben. In der verarbeitenden Industrie falle jedoch beachtliche grosse Mengen an, die diesen Kupfergehalt nicht besitzen. Solche ärmeren Materialien gehen, wenn sie nicht durch eine nassmechanische Aufbereitung erfasst werden, die aber auch bisher eine untere Grenze an Kupfer aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht unterschreiten darf, zur Kippe und das enthaltene Metall wird somit für alle Zeiten vergraben.
Wenn man heute aber auf der anderen Seite in der Erzaufbereitung Vorkommen mit nur 2% Kupfer durch die Flotation lohnend verarbeiten kann, so gilt mehr oder weniger dasselbe für die Erfassung industrieller Abfallprodukte. Die vorliegende Erfindung ist daher volkswirtschaftlich gesehen von grosser Bedeutung. Die Rückgewinnungsmöglichkeit auf dieser gezeichneten neuen Basis beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Wiedererfassung von Abfallprodukten aus der Schwermetallindustrie, sondern der heutige hohe Stand der Flotationstechnik ermöglicht mehr oder weniger Rückgewinnung der Metalle in Abfallprodukten aus allen Industriearten. Erwähnt sei auch wiederum als Beispiel die Rückgewinnungsmöglichkeiten in der Edelstahlindustrie, wo bisher wertvolles Legierungsmetall wie Kobalt, Wolfram, Molybdän und Nickel, dem Wirtschaftsprozess wieder zugeführt werden können.
Claims (1)
- Anwendung der Flotation (Schwimmaufbereitung) für die Rückgewinnung von Metallen aus Metallrückständen, wie solche bei der Verarbeitung zwangsläufig in Giessereien, Walzwerken, Drehereien, Schleifereien, sowie auch bei der Oberflächenveredlung in galvanischen Anstalten, ferner beim Verzinnen, Verbleien und Verzinken anfallen.
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