DEL0001356MA - Einweich-und Waschmittel für Garne und Gewebe - Google Patents

Einweich-und Waschmittel für Garne und Gewebe

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DEL0001356MA
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English (en)
Inventor
Karl Dr. Wuppertal Dussel
Ludwig Dr. Wuppertal Hörmann
Original Assignee
August Luhn & Co. GmbH, Wuppertal
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf fermentwirksame Waschmittel für Garne und Gewebe. Solche Waschmittel, die proteolytische Enzyme wie Pankreatin enthalten, sind bekannt. Sie haben die Eigenschaften infolge ihres Gehalts an proteolytischen Enzymen Eiweisskörper, die einen wesentlichen Anteil des auf der Wäsche haftenden Schmutzes bilden, abzubauen und in lösliche Form überzuführen, wobei sich der Schmutz vom Gewebe löst. Schmutz wird aber auf dem Gewebe nicht nur durch Eiweisskörper, sondern auch durch Fette festgehalten. Das Pankreas enthält zwar auch ein fettspaltendes Enzym, die Lipase. Technische Waschmittel auf Pankreas-Grundlage enthalten jedoch praktisch keine Lipase, weil die Pankreasausgangsstoffe, die an sich und je nach ihrer Aufbereitung einen unterschiedlichen Lipasegehalt haben, soweit sie lipasereich sind, pharmazeutisch verwendet werden, während die lipasearmen, für die Waschmittelindustrie bestimmten Präparate, durch tryptischen Abbau der Lipasereste fast völlig ihre fettspaltende Wirkung verlieren. (s.A.J. Virtanen in Hoppe-Seylers Zeitschrift f. physiologische Chemie 219, 1, Willstätter, Zeitschrift für physiologische Chemie, 125,93 und 129,1, Pat Dawson, Biochem. Journal 19, 860 (1925)).
Trotzdem das alkalische Medium für die Schonung der Faser nicht günstig ist, arbeitet man im allgemeinen mit Ausnahme der Feinwaschmittel in einem p(sub)H-Bereich über 9. In diesem Bereich werden die Fette bei den gebräuchlichen enzymatischen Waschmitteln teilweise verseift und der Rest in den gebildeten Seifen emulgiert. Bei den für das tryptische Pankreasferment günstigen p(sub)H-Bereich von etwa 8 kann das nicht eintreten. Erst recht nicht, wenn man anstelle von Pankreatin andere Fermentpräparate,z.B. Papain mit einem günstigsten p(sub)H-Bereich von 4-7 verwendet. (s.Lehnartz Einführung in die chemische Physiologie 1947, S. 375 und 275). Man steht daher bei der Verwendung von Waschmitteln, die proteolytische Fermente enthalten, vor der Alternative, entweder den gewünschten Eiweissabbau durch Arbeiten im schwachsauren bis schwachalkalischen p(sub)H-Bereich zu erzielen, aber dadurch eine Fettspaltung und Verseifung unmöglich zu machen oder in alkalischerem Medium unter mindestens teilweiser Verseifung der Fette zu arbeiten, jedoch die Wirksamkeit der proteolytischen Fermente weitgehend zurückzudrängen.
Das erfindungsgemässe Einweich- und Waschmittel für Garne und Gewebe erlaubt, in dem für das verwendete proteolytische Ferment jeweils günstigsten p(sub)H-Bereich zu arbeiten und dennoch neben dem Eiweissabbau auch eine Entfernung der Fettkomponente des Schmutzes zu erzielen.
Das erfindungsgemässe Einweich- und Waschmittel besteht aus proteolytischen Fermentpräparaten wie Pankreatin oder Papain und Alkylphenyl- oder Alkylnaphthyl-Polyglykoläthern oder aethoxylierten Fettalkoholen oder Fettsäuren, die infolge ihrer oberflächenaktiven Wirkung die Fette lösen. Fermentpräparate und die genannten waschaktiven Substanzen können in beliebigem Verhältnis zueinander angewendet werden. Daneben können die erfindungsgemässen Waschmittel die in der Waschmittelindustrie üblichen, geeigneten Zusätze, z.B. Natriumsulfat, Natriumbicarbonat, Phosphate und Polyphosphate,
Zellulosederivate usw. enthalten. Diese Zusätze müssen jedoch in qualitativer und quantitativer Beziehung so gewählt werden, dass sie den p(sub)H-Wert der Mischung nicht über den für das jeweils enthaltene Ferment günstigsten p(sub)H-Bereich verschieben.
Neben den bereits geschilderten Vorteilen hat das erfindungsgemässe Waschmittel auch noch die Fähigkeiten, den Schmutz zu emulgieren und zu tragen und ausserdem zu schäumen, was die bisher handelsüblichen Fermentpräparate nicht tun.
Es ist bereits bekannt, die Wirksamkeit von Proteasen durch Zusatz von organischen oberflächenaktiven Verbindungen zu begünstigen, die hydrophile, nicht-ionogene Gruppen enthalten. Als solche oberflächenaktiven Verbindungen wurden unter vielen anderen auch Polyglykolaether und -ester genannt, wie sie durch Einwirkung von Alkylenoxyden auf Alkohole, Carbonsäuren, Oxycarbonsäuren, Amide, Amine oder aromatische Oxyalkylderivate erhalten werden. Diese Gemische sollen zum Einweichen, Äschern und Enthaaren von tierischen Fellen oder zur Entbastung von Seide dienen. Die Verwendung dieser Gemische als Waschmittel und Einweichmittel für Textilgarne oder -Gewebe wurde hierbei nicht beschrieben.
Die erfindungsgemässen Waschmittel eignen sich für das Einweichen und Reinigen von Garnen und Geweben aller Art. Ein besonderer Vorzug der Waschmittel ist, dass man sie für empfindliche Gewebe und für Wollwäsche auch warm verwenden kann. Die ausgezeichnete Reinigungswirkung der Waschmittel geht daraus hervor, dass beispielsweise ein künstlich angeschmutztes Gewebe mit einem Weissgehalt von 71,7% (mit dem Kugelreflektometer gemessen) vor der Anschmutzung und 11,7% nach der Anschmutzung nach dem Einweichen mit einem erfindungsgemässen Präparat und nachfolgendem Waschen mit Waschpulver eine Aufhellung von 55,8% ergab, während ohne Einweichen beim Waschen mit Waschpulver nur 41,3% und mit Kernseife nur 33,9% Aufhellung erreicht wurden.
Beispiele
für die Zusammensetzung der erfindungsgemässen Waschmittel:
1. 7 Teile Pankreatin,
21 Teile eines unter dem Handelsnamen Hostapal bekannten aethoxylierten Alkylphenols, dessen Alkylgruppen Kohlenstoffzahlen von 9-14 aufweisen,
72 Teile Natriumbicarbonat.
2. 10 Teile Pankreatin,
10 Teile eines unter dem Handelsnamen Hostapal bekannten aethoxylierten Produktes eines Alkylnaphthols, dessen Alkylgruppen Kohlenstoffzahlen von 3-8 haben mit 13-14 Molen Aethylenoxyd je Mol Naphthylgruppe,
10 Teile Natriumbicarbonat,
70 Teile Natriumsulfat.
3. 15 Teile Pankreatin,
30 Teile eines aethoxylierten Gemisches von Fettalkoholen mit einer C-Zahl von 12 - 18, bekannt unter dem Handelsnamen Genapol,
4 Teile Natriumpolyphosphat,
41 Teile Natriumsulfat,
10 Teile Natriumbicarbonat und Carbonat zur Einstellung auf einen p(sub)H-Wert von 8,4.
4. 10 Teile Pankreatin,
10 Teile eines unter dem Handelsnamen Sapogen A bekannten aethoxylierten Gemisches von Fettsäuren mit C-Zahlen von 12 - 18,
3 Teile Zellulose-glykolsaures Natrium,
10 Teile Natriumbicarbonat,
67 Teile Natriumsulfat.

Claims (1)

  1. Einweich- und Waschmittel für Garne und Gewebe, bestehend aus proteolytischen Fermenten und Alkylphenyl- oder Alkylnaphthyl-Polyglykolaethern oder aethoxylierten Fettalkoholen oder Fettsäuren, sowie gegebenenfalls in der Waschmittelindustrie üblichen und geeigneten Zusätzen.

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