DEN0009056MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 12. Juni 1954 Bekanntgemacht am 20. Dezember 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, bei Röntgendiagnostikapparaten zur Herstellung einer Röntgenaufnahme eine \^orrichtung
zu benutzen, mit der die Aufnahme selbsttätig beendigt wird, nachdem eine hinreichende
Menge Röntgenstrahlen von der Röntgenröhre geliefert worden ist, um die erwünschte Schwärzung
der photographischen Platte bzw. des Films zu erhalten. Zu diesem Zweck werden Mittel benutzt,
um die Röntgenstrahlen nach dem Durchgang durch das aufzunehmende Objekt in einen elektrischen
Strom umzuwandeln, der zum Betätigen eines Schaltmechanismus verwendet wird, um die
Röhrenbelastung zu unterbrechen. Der elektrische Strom wird mittels einer Entladungsstrecke
oder einer anderen elektronischen Zelle erzeugt. Diese besteht z. B. aus einer gegen
Röntgenstrahlen empfindlichen Ionisationskammer; es ist aber auch möglich, die Röntgenstrahlen unter
Zuhilfenahme eines Leuchtschirmes in eine Lichtstrahlung umzuwandeln, die von einer photoelektrischen
Zelle aufgefangen wird.
Bei den bekannten Vorrichtungen tritt der Nachteil auf, daß das Unterbrechen der Belastung der
Röntgenröhre nicht immer im richtigen Zeitpunkt erfolgt, was sich wie folgt erklären läßt. Die von
der elektronischen Zelle gelieferte Stromstärke ist
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der mittleren Intensität der auf die Zelle auftreffenden Röntgenstrahlen proportional. Für den
Fall, daß diese Röntgenstrahlen in Teilen des Gegenstandes, von dem eine Aufnahme hergestellt
wird, wenig geschwächt sind, wodurch die mittlere Intensität höher als die in dem für die Diagnose
wichtigen Schwärzungsbereich ist, wird die Aufnahme nach einer Zeitdauer beendigt, die zu kurz
ist, um eine hinreichende Schwärzung der photographischen Platte bzw. des Films und eine gute
Aufnahme zu erhalten. Wird die elektronische Zelle zufällig von stark geschwächter Strahlung
. getroffen, so. wird die Belichtungsdauer den günstigsten Wert übersteigen. Die Entladungskammer
oder die elektronische Zelle soll nur von demjenigen Teil der Röntgenstrahlen getroffen werden, der die
Schwärzung in dem für die Diagnose wichtigen Bereich der Aufnahme bewirkt.
Die richtige Wahl der Aufstellung erfordert eine gewisse Sachverständigkeit und ist manchmal
überhaupt nicht möglich, da bei einer Aufnahme der für die Diagnose wichtige Teil des Aufnahmebereichs nicht immer mit Sicherheit ermittelbar ist.
Um diesem Übelstand abzuhelfen, hat man bereits eine Entladungskammer mit einer Anzahl Entladungsstrecken
zwischen Oberflächen verschiedener Form verwendet, die entsprechend der vorausgesetzten
Größe des wichtigen Bereichs je gesondert oder gemeinsam benutzt werden.
Die Erfindung bezieht sich auf Vorrichtungen der vorgenannten Art und zielt darauf ab, unabhängig
von der mit einem Röntgenapparat hergestellten Aufnahmeart die wirkliche Belastungsdauer soviel wie möglich mit derjenigen in Ein-
klang zu bringen, bei der die günstigsten Ergebnisse erhalten werden.
Das Erzeugen eines elektrischen Stromes durch eine Entladungskammer oder eine andere elektronische
Zelle kann die Folge einer Änderung der Leitfähigkeit eines Gasvolumens durch Ionisation
oder eines Stoffes mit Photoleitung unter dem Einfluß der Bestrahlung in einem abgeschlossenen
Raum «ein, in dem z\vei Elektroden untergebracht
sind; die z\vischen diesen Elektroden gebildete Entladungsstrecke ist in einen mit den Elektroden
verbundenen Außenstromkreis aufgenommen derart, daß die Elektroden je an einem Pol einer
Spannungsquelle liegen. Bei einer anderen bekannten, für den genannten Zweck brauchbaren Ausbildung
dieser Zellen kommt ein Zwischenstoff mit photoelektrischeii Eigenschaften zur Verwendung,
in dem bei der Bestrahlung elektrische Energie erzeugt wird.
Die auf diese Weise erzeugten elektrischen Ströme können in nach der Zeit veränderliche
Potentialunterschiede umgewandelt werden, wenn den einzelnen Zellen Kondensatoren zugeordnet
sind, und die Ladespannungen der Kondensatoren können in den Gitterkreisen von Entladungsröhren
wirksam sein. Zu dem von der Erfindung verfolgten Zweck wird der Verlauf der Anodenstrom-Gitterspannungscharakteristik
einer gewöhnlichen Triodenentladungsröhre benutzt.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verwendung bei Röntgenapparaten, durch die bei der
Herstellung einer Aufnahme die Belichtungsdauer selbsttätig bestimmt wird und bei der eine Anzahl
Entladungskammerii oder andere elektronische Zellen vorgesehen sind, die bei direkter Bestrahlung
mit Röntgenstrahlen nach deren Durchgang durch das aufzunehmende Objekt oder durch Vermittlung
einer Quelle von Sekundarstrahkn elektrische Ströme erzeugen und den einzelnen elektronischen
Zellen Kondensatoren zugeordnet sind, durch welche die elektrischen Ströme in nach der
Zeit veränderliche Potentialunterschiede umgewandelt werden und diese Potentialunterschiede in
den Gitterkreisen von Entladungsröhren wirksam sind. Erfindungsgemäß ist dabei durch eine geeignete
Potentialeinstellung des jeweiligen Gitters die beim Bestrahlungsvorgang in einem oder anderem
Sinne durch Überschreitung der für die Scrnvärzung der photographischen Platte erforderlichen
Dosis herbeigeführte Potentialverschiebung des Gitters derart, daß sie einen nichtlinearen Teil
der 'Gitterspannungskennlinie durchläuft. Da bei einer zunehmend negativen Gitterspannung am
Steuergitter einer solchen Entladungsröhre die Steilheit dieser Kurve abnimmt, hat eine gleiche
Spannungsänderung bei niedriger Gitterspannung einen größeren Einfluß auf die Änderung des
Anodenstromes als in einem Bereich höherer Gitterspannung, in dem die Steilheit geringer ist. Eine
der Zeit proportionale Spannungsänderung an einem in den Gitterkreis eingeschalteten Kondensator
wird also eine verhältnismäßig geringere Änderung des Anodenstroms bewirken, wenn diese
Spannungsänderung groß ist, als wenn sie gering ist. Infolgedessen ist der Einfluß von den für die
Röntgenaufnahme gewünschten Mittelwert übersteigenden Belichtungsstärken auf die Gesamtbelichtungsdauer
weniger groß. Diese Wirkung kann durch eine, derartige Wahl verschiedener Spannungen
verstärkt werden, daß die von den Ladespannungen der Kondensatoren herbeigeführten Spannungsänderüngen
in den Gitterkreisen den Gitterraum der Röhren übersteigen. Soweit die Spannungszunahme
am Kondensator diese bestimmte Gitterspannung übersteigt, hat die Steigung keinen
weiteren Einfluß auf den Wert des Anodenstromes.
Eine Erhöhung des Gitterpotentials der Entladungsröhren durch eine Zunahme der Ladespannung
der Kondensatoren über einen größeren Bereich als die angelegte negative Gitterspannung hat
zur Folge, daß die Anodenströme anfänglich zunehmen, aber die Steigerung wird in diesem Fall
durch das Auftreten von Gitterstrom in den Entladungsröhren hintangehalten. Das Gitterpotential
steigt hierbei nicht über das Kathodenpotential hinaus, da beim Heranrücken zu diesem Potential die
auftretenden Gitterströme die noch den Kondensatoren zugeführte Ladung abführen, ohne daß sich
weiter die Kondensatorspännungen ändern.
Die Spannungsänderungen werden für die meisten Kondensatoren in einer bestimmten Zeit verschiedene
Werte erreichen, so daß auch jede Entladungs-
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röhre in verschiedenem Maße zum Gesamtstrom zur Betätigung des Schaltmechanismus beiträgt. Beim
Übersteigen eines vorherbestimmten Wertes dieses Stromes wird dieser Mechanismus betätigt, und der
Zeitpunkt, in dem dies erfolgt, ist also durch die Entladungsströme derjenigen Röhren bedingt, bei
denen die in ihre Gitterkreise eingeschalteten Kondensatoren noch Potentialänderungen unterliegen,
die auf die Anodenströme einwirken. Der Einfluß
ίο der wenig geschwächten Strahlung auf die Belastungsdauer
ist auch in diesem Fall beträchtlich beschränkt, so daß die wirkliche Dauer der Aufnahme
besser mit der zur Erzielung der günstigsten Aufnahmeergebnisse erforderlichen im Einklang
steht.
Die Erfindung wird an Hand einer Zeichnung näher erläutert, in der ein Beispiel des elektronischen
Teiles der Vorrichtung gemäß der Erfindung dargestellt ist.
Elektronische Zellen 1 sind hinter einem Leuchtschirm
2 angeordnet, auf den die Röntgenstrahlen der Röntgenröhre 3 auf treffen, nachdem diese den
Gegenstand 4 und die photographische Platte bzw. den Film 5 durchlaufen haben.
Die Zellen sind über Kondensatoren 7 an die Spannungsquelle 6 angeschlossen. Jeder Kondensator/
bildet einen Teil des Gitterkreises einer Entladungsröhre 8. Diese besitzt eine Kathode 9, die
über die Quelle positiver Spannung 10 mit dem einen Pol des Kondensators 7 verbunden ist, sowie
ein Steuergitter 11, das unmittelbar an dem anderen Pol des Kondensators 7 liegt. Die Anoden 12 der
Röhren 8 sind miteinander verbunden, so daß die Röhren in einem Kreis parallel geschaltet sind, der
die Erregerspule 13 eines elektromagnetischen Relais und die gemeinsame Stromquelle 15 enthält.
Vor der Betätigung der Vorrichtung wird der parallel zur Spannungsquelle 10 liegende Schalter
16 kurzzeitig geöffnet. Zu diesem Zweck ist ein Druckknopfschalter verwendbar, dessen Kontakte
geschlossen sind, wenn auf den Knopf kein Druck ausgeübt wird. Da bei geschlossenem Schalter 16
die Spannungsquelle 10 kurzgeschlossen ist, ist mit dem Schalter der Widerstand 17 in Reihe geschaltet,
um den Rurzschlußstrom zu begrenzen.
Bei geschlossenem Schalter 16 sind die Kondensatoren
7 mit einem ihrer Pole an die Kathoden 9 der Entladungsröhren 8 angeschaltet. Eine gegebenenfalls'vorhandene
Ladung, die die mit den Gittern verbundenen Pole der Kondensatoren 7 positiv in bezug auf die Kathoden 9 macht, kann
hierbei über die Gitter 11 abfließen. Die Gitter befinden sich auf Kathodenpotential, bei dem die Entladungsröhren
8 den vollen Anodenstrom: liefern und der Anker 14 von der Relaisspule 13 angezogen
wird, wodurch der Schalter 18 geöffnet ist.
Beim Öffnen des Schalters 16 werden die Kondensatoren
7 infolge der Polarität der Spannungsquelle 10 aufgeladen, wobei keine Änderung im
Zustand auftritt, in dem der von der Relaisspuk 13, dem Anker 14 und dem beweglichen Kontakt 18 gebildete
Schaltmechanismus arbeitet. Der Beginn der Aufnahme erfolgt jetzt durch das Schließen des
Schalters 16, wodurch die Gitter 11 negativ und die
Entladungsröhren 8 stromlos werden. Infolgedessen gibt die Relaisspule 13 den Anker 14 frei, und der
Schalter 18 wird geschlossen, wodurch der Stromkreis der Speisevorrichtung 19 für die Röntgenröhre
3 an die Pole des Speisenetzes 20 angeschaltet wird.
Ein Teil der von der Röntgenröhre 3 gelieferten Röntgenstrahlen erreicht den Leuchtschirm 2, nachdem
sie den Gegenstand 4 und die photographische Platte bzw. den Film 5 durchlaufen haben, und
werden in diesem Schirm in Lumineszenzstrahlung umgewandelte Deren Intensitätsverteilung entspricht
der der Röntgenstrahlen, die auf das empfindliche Material zur Herstellung der Aufnahme
auftreffen. Die lichtempfindlichen Zellen 1 werden je von einem Teil der Lumineszenzstrahlung getroffen
und werden mehr oder weniger leitend in dem Maße, wie die mittlere Intensität der von den
verschiedenen Zellen aufgefangenen Strahlung größer oder kleiner ist. Infolge der von der Spannungsquelle
6 entwickelten Klemmenspannung entstehen in den verschiedenen Kreisen Ströme, die
eine Änderung der Spannung über jedem der Kondensatoren 7 herbeiführen. Die Gitterpotentiale
werden infolgedessen allmählich weniger negativ, und die Anodenströme, der Entladungsröhren nehmen
zu.
Der größte Beitrag einer jeden Entladungsröhre 8 zu dem die Relaisspule 13 durchfließenden Strom
bleibt auf den Anodenstrom beschränkt, den eine Röhre maximal zu liefern vermag, nachdem das
Gitter 11 etwa das gleiche Potential wie die Kathode
9 erreicht hat. Da sich also der Beitrag einer jeden Röhre zum Gesamtstrom auf einen Höchstwert
beschränkt, ist der Einfluß einer übermäßig, starken Strahlung auf eine oder wenige der Gesamtzahl
der Zellen, die die Ursache davon ist, daß in einer mit einer solchen Zelle zusammenarbeitenden
Entladungsröhre in einer kürzeren Zeit als der Belichtungsdauer der Aufnahme der Strom zum
höchsten Wert ansteigt, auf die wirkliche Dauer, nach der der Schaltmechanismus betätigt wird,, von
beschränktem Umfang.
Es kann vorkommen, daß keine der Zellen von einer außerordentlich starken Strahlung getroffen
wird und eine mittlere Intensität von stark gesteigertem Wert bei keiner der Zellen auftritt. Unter
diesen Umständen wird eine günstige Eigenschaft der Anodenstrom - Gitterspannungscharakteristik
der Entladungsröhren benutzt, um der verlängernden Wirkung von wenig durchlässigen Teilen des
Gegenstandes auf die Belastungsdauer entgegenzuwirken. Die mit abnehmender Gitterspannung
zunehmende Steilheit dieser Charakteristik macht, daß der Einfluß einer Unterbelichtung auf die Belastungsdauer
geringer ist, mit dem Ergebnis, daß trotz großer örtlicher Abweichungen von der mittleren,
für eine Aufnahme als günstig betrachteten Strahlenintensität keine beträchtliche Abweichung
der Belichtungsdauer von der günstigsten, dieser Intensität entsprechenden Dauer der Aufnahme
auftritt.
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Abweichungen von dem geschilderten Ausführungsbeispiel,
welche die Polarität der Kondensatoren sowie ihren Ladezustand zu Beginn der Aufnahme betreffen, sind möglich, ohne daß sich
die Wirkungsweise der Vorrichtung grundsätzlich ändert.
Claims (3)
- Patentansprüche:ι . Vorrichtung zur Verwendung bei Röntgenapparaten, durch die bei der Herstellung einer Aufnahme die Belichtungsdauer selbsttätig bestimmt wird und bei der eine Anzahl Entladungskammern oder andere elektronische Zellen vorgesehen sind, die bei direkter Bestrahlung mit Röntgenstrahlen nach deren Durchgang durch das aufzunehmende Objekt oder durch Vermittlung einer Quelle von Sekundärstrahlen elektrische Ströme erzeugen, und den einzelnen elektronischen Zellen Kondensatoren zugeordnet sind, durch welche die elektrischen Ströme in nach der Zeit veränderliche Potentialunterschiede umgewandelt werden, und diese Potentialunterschiede in den Gitterkreisen von Entladungsröhren wirksam sind, dadurch gekennzeichnet, ' daß durch eine geeignete Potentialeinstellung des jeweiligen Gitters die beim Bestrahlungsvorgang in einem oder anderem Sinne durch Überschreitung der für die Schwärzung der photographischen Platte erforderlichen Strahlendosis herbeigeführte Potentialverschiebung des Gitters einen nichtlinearen Teil der Gitterspannungskennlinie durchläuft.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die von der Strahlenintensität abhängigen Ströme die Spannung an den ' Kondensatoren im Sinne von wachsendem Gitterpotential ändern und die Kondensatoren, die aus Zellen, die stärker als mit der der Belastungsdauer entsprechenden mittleren Intensität bestrahlt werden, -gespeist sind, in einen Ladezustand gebracht werden, in dem ihr Ladestrom unterdrückt ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die von der Strahlenintensität abhängigen Ströme die Spannung an den Kondensatoren im Sinne abnehmenden Gitterpotentials ändern und die Kondensatoren, die von Zellen, die stärker als mit der der Belastungsdauer entsprechenden mittleren Intensität bestrahlt werden, gespeist sind, das Gitterpotential auf einen Wert herabsetzen, bei dem der Anodenstrom der betreffenden Entladungsröhre unterbrochen ist.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 586400;
französische Patentschrift Nr. 927 692;
britische Patentschrift Nr. 632 842.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 609 737/306 12.56
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