DEP0012082MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 31. Mai 1952 Bekanntgemacht am 16. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft Gasturbinenanlagen für die Erzeugung eines kontinuierlichen Heiß-Druckluftstromes
bzw. Heißwindes, die sich zusammensetzen aus einer Dreh- oder StrÖmungsverdichtereinrichtung,
deren Ausgangsstrom strömungsabwärts derselben in verschiedene Teilströme aufgeteilt
wird, aus einem kontinuierlich betriebenen indirekten Luftwärmer, durch welchen hindurch der
eine Luftstrom hindurchgeschickt wird, um dadurch, den Heiß-Druckluftstrom zu erzeugen, aus
einer Wärmequelle für den Luftwärmer, aus wenigstens
einer Brennkammer, welche durch einen anderen Teilstrom mit Brennluft versorgt wird, und
aus einer Gasturbine, durch welche hindurch die Verbrennungsgase von der· Brennkammer entspannt
werden, um dadurch ein Antriebsdrehmoment für die Verdichtereinrichtung zu erzeugen.
Es ist bekannt, Gasturbinenanlagen ähnlich der obigen Bauart für die Zuführung bzw. Lieferung
von heißer Druckluft nach einem Hochofen zu verwenden. Einer dieser bekannten Vorschläge betrifft
eine Anlage zur Erzeugung erhitzter Druckluft, wobei der eine Druckluftstrom, der von einem
Verdichter entnommen wird, über einen Regenerativerhitzer, beispielsweise einen Cowper-Ofen
oder "-Winderhitzer, einem Hochofen zugeführt
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wird, während der restliche Teil des Verdichterausgangs durch einen indirekten Erhitzer hindurchströmt
und in einer Turbine, die den Verdichter' antreibt, entspannt wird. Bei der in der schweizerischen
Patentschrift 243 686 dargestellten Anlage ist die Wärmequelle für die Blasluft - von derjenigen
für den Turbinenerhitzer getrennt bzw. entfernt angeordnet. Gemäß einem anderen bekannten
Vorschlag wird der Ausgang von einem Verdichter in zwei Ströme unterteilt, wobei ein Strom
als Blasluft bzw. für das Blasen eines Hochofens verwendet und in Cowper-Winderhitzern erhitzt
wird, während der andere Strom nach einer Brennkammer geführt wird, welche heiße Gase nach einer
Gasturbine liefert, ..die den Verdichter antreibt. . Wiederum ist dort...d}e Wärmequelle für die Hochofenluft
getrennt von der Wärmequelle für die Gasturbine angeordnet. Unterschiedlich von diesen
bekannten Anlagen besteht die Erfindung darin, daß zwei Brennkammern vorgesehen sind, welche
beide Verbrennungsgase für die Gasturbine liefern, und daß nur die erste heiße Gase für die Erwärmung
der Luft, welche den Luftwärmer durchströmt, liefert.
Der durch die Erfindung erzielte technische Fortschritt
wird in erster Linie darin gesehen, daß durch die vorbeschriebene Verwendung von zwei
Brennkammern eine, besonders große Steigerung der Anpassungsfähigkeit einer Gasturbinenanlage
an die in der Praxis auftretenden Betriebsbedingungen erreicht wird. Dient beispielsweise die
Gasturbinenanlage dem Betrieb eines Hoch- oder Schmelzofens, so wird erfindungsgemäß sichergestellt,
daß die Verbrennungstemperatur der Gasturbinenanlage unabhängig von der Hochofentemperatur
ist.
In Weiterentwicklung der Erfindung wird vorgeschlagen, die erste Brennkammer, den Luftwärmer
und die zweite Brennkammer in Reihe hintereinander anzuordnen. Die zweite Brennkammer
kann eine unmittelbare Luftzufuhr von der Verdichtereinrichtung her über einen weiteren Strom
übermittelt erhalten.
Die Erfindung soll nunmehr an Hand der sie beispielsweise
wiedergebenden Zeichnung ausführlicher beschrieben werden, und zwar zeigt
Fig. ι eine Gasturbinenanlage in schaubildlicher
Darstellung, durch welche heiße Luft bzw. Heißwind mit einem Druck von mehreren Atmosphären
erzeugt wird, welche bzw. welcher unter anderem be"i bestimmten industriellen chemischen Verfahren
zur Anwendung kommen kann,
Fig. 2 ebenfalls eine Gasturbinenanlage, die sich von derjenigen nach'Fig. 1 dadurch unterscheidet,
daß eine Zumischung von Luft in der Gasturbinenanlage erfolgt, während
Fig. 3 ein Schaubild ähnlich demjenigen nach Fig. 2 wiedergibt, wobei jedoch die zweite Brennkammer
an eine andere Stelle gerückt ist.
Die schaubildlich1 iri Fig. 1 gezeigte Anlage kann
unter anderem in beträchtlichem Ausmaß Anwendung bei gewissen chemischen Verfahren finden,
wo heiße verdichtete1 Luft innerhalb eines verhältnismäßig kleinen Druckbereichs von1· beispielsweise
4 bis 5 Atm. benötigt wird. Diese Anlage besitzt
einen Luftverdichter und einen Gasverdichter zusammen mit einer Turbine, und zwar alles auf einer
Welle.
Die Drücke sind auf beiden Seiten der Luftwärmerrohre ungefähr gleich stark. Aus diesem
Grund können wesentlich billigere, Werkstoffe für die Luftwärmerrohre zur Anwendung kommen, da
eine erheblich geringere Beanspruchung auftritt. Meist können bei den üblichen, nun zur Anwendung
kommenden Temperaturen gewöhnliche Stahlrohre aus nicht rostendem Stahl im Luftwärmer der Anlage
nach Fig. 1 zur Anwendung kommen.
Es ist bekannt, daß die Wärmezufuhr mittels einer Brennkammer bei Gasturbinenanlagen leicht
dadurch verändert werden kann, daß die Brennstoffördermenge geregelt wird. Eine derartige
Regelung kommt auch bei der vorbeschriebenen Anlage zur Anwendung.
Im Schaubild nach Fig. 1 strömt Atmosphärenluft, welche durch den Dreh- oder Strömungskompressor
1 verdichtet wird, zunächst durch die Wärmeaufnahmeseite eines Wärmeaustauschers 2.
Strömungsabwärts davon wird die Luft in zwei Teilströme aufgeteilt, von denen der eine durch die
Leitung 3 hindurchfließt. Der andere Teilstrom go fließt durch die Leitung 5, um Brennluft für die
Brennkammer 6 zu liefern. Der erste Teilstrom erfährt eine Erwärmung in der Rohranlage eines
Luftwärmers 7 mit mittelbarer Erwärmung, d. h. bei dem das zu erwärmende Arbeitsmittel getrennt
von dem wärmeabgebenden Medium geführt wird. Der Luftwärmer besteht vorzugsweise aus einer
Rohrschlange oder einer Rohrschlangenanlage in einem Gehäuse, wobei die zu erwärmende Luft die
Rohre durchströmt und Wärme dadurch übermittelt erhält, daß Brennstoff im Gehäuse, jedoch
außerhalb der Rohre verbrannt wird. Derartige Luftwärmer werden beispielsweise in Gasturbinenanlagen
mit geschlossenem Kreislauf verwendet. Die erhitzte Luft wird dabei auf die Temperatur
gebracht, welche für den Heißwind benötigt wird, der dem Hochofen od. dgl. über die Rohrleitung 8
zuströmt.
Die Luft des zweiten Teilstromes, der an der Gabelung am Verdichterausgang entsteht, wird zur
unmittelbaren Verbrennung von Brennstoff in der Brennkammer 6 benutzt, und die so erzeugten
heißen Verbrennungsgase werden durch den Luftwärmer 7 und 'die zweite'Brennkammer 10 hindurch
einer Gasturbine 11, die auf der gleichen Welle wie der" Luftkompressor 1 sitzt, übermittelt.
Die Abgase der Gasturbine 11 werden im Wärmeaustauscher
2 zur Vorwärmung der Gesamtluft- :. fördermenge des Verdichters 1 benutzt.
Die Anlage verbraucht Hochofengas vom Hochofen her, welches nach erfolgter Reinigung dem
Strömungsgasverdichter 9 zugeführt und von diesem verdichtet wird, um dann in. die Brennkam- ·. :
mern 6 und 10 zu gelangen und-daxin verbrannt zu
werden. Die verdichtete Luft strömt, bevor sie in
verschiedene Ströme aufgeteilt wird, durch die
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Wärmeaufnahmeseite des Wärmeaustauschers 2, daraufhin wird sie auf die beiden Rohrleitungen 3
und 5 aufgeteilt.
Aus Fig. ι ist ersichtlich, daß die Verbrennungs ■
gase aus der. Brennkammer 6 als Wärmequelle für den Luftwärmer 7 dienen. Diese Gase stehen unter
erhöhtem Drück und weisen eine höhere Temperatur auf, so daß der Luftwärmer mit Überdruck
arbeitet. Er kann daher außerordentlich klein bemessen werden. Auch hier ist eine zusätzliche
Brennkammer 10 strömungsabwärts und in Reihe mit der Brennkammer 6 und dem Luftwärmer 7
vorgesehen.
Ein Luftüberschuß über diejenige Menge hinaus, welche für die Verbrennung benötigt wird, wird
in die Kammer 6 gefördert, so daß weiterer gasförmiger Brennstoff, der der Kammer 10 zugeführt
wird, darin verbrannt wird. Die heißen Gase sowohl aus dieser Kammer als auch aus der Kammer
6 expandieren in der Turbine 11, und die Abgase von dieser Turbine durchströmen den Wärmeaustauscher
2.
Um eine Verbesserung bei Teillast der Anlage zu erzielen, ist gemäß Fig. 2 eine Nebenleitung 12 vorgesehen.
Durch diese kann ein weiterer Teilstrom vom Luftverdichterausgang abgezweigt und entweder
der Brennkammer 10 oder strömungsabwärts davon der Treibgasleitung zur Gasturbine 11 zugeführt
werden. Die letztere Anordnung ist in Fig. 2 dargestellt. Der Nebenschlußstrom wird über das
Ventil 13 eingeregelt, so daß der Strom von Verdünnungs- oder Mischluft durch diese Verbindung
hindurch größer oder kleiner gemacht werden kann.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist insoweit etwas abgewandelt worden, als die zweite Brennkammer,
hier mit ioe bezeichnet, aus dem direkten
Strömungsweg der Gase herausgenommen worden ist, welche die Brennkammer 6 verlassen, den
Luftwärmer 7 durchströmen und in die Turbine 11 gelangen. Statt dessen ist sie so angeordnet, daß
sie eine eigene Zulieferung von reiner Brennluft aufweist, welche ihr über die Nebenleitung 12
übermittelt wird. Die Verbrennungsgase und der etwaige Luftüberschuß werden dem Einlaß der
Gasturbine 11, wie zuvor, zugeführt.
Eine Anlage gemäß entweder Fig. 2 oder Fig. 3 kann so betrieben werden, daß die Verbindung 12
weit offen gehalten wird und daß die Brennkammer 10 oder ioa nicht in Betrieb ist, wenn die Anlage
mit Teillast betrieben wird, wenn aber die Temperatur des Heißwindes auf einem hohen Wert, beispielsweise
6500 C, gebalten werden soll. Wenn Mischluft auf diese Weise nicht den Gasen übermittelt
wird, welche in die Turbine 11 eintreten, dann sind die Gase, welche die Brennkammer 6
verlassen, auf einer höheren Temperatur, als sie von der Turbine 11 benötigt wird. Die Mischluft
setzt die Temperatur der Gase herab, welche in die Turbine 11 gefördert werden, und zwar auf
einen Wert, der ohne weiteres mittels des Ventils 13 eingeregelt werden kann. Bei Vollast sind beide
Brennkammern 6 und 10 bzw. ioa gleichzeitig in
Betrieb.
In jedem Fall wird eine zusätzliche Anpassungsfähigkeit
bzw. Regelmöglichkeit erreicht, weil die Temperatur der Kammer 10 oder ioa unabhängig
von derjenigen der Kammer 6 gemacht wird. Darüber hinaus ist bei Teillast kein Gleichgewichtszustand
zwischen den Strömungsmengen von Gas und Luft im Luftwärmer 7 vorhanden, welcher aber
durch den geregelten bzw. gesteuerten Luftstrom durch die Verbindung 12 hindurch wiederhergestellt
werden kann. Ein zusätzlicher Vorteil, welcher bei Teillast in Erscheinung tritt, bestellt
darin, daß dann, wenn Luft vom Lufterwärmer abgezweigt wird, die Verdichterverluste auf der Gasseite
des Vorwärmers verringert werden, so daß der thermische Wirkungsgrad der Anlage auf
einem höheren W-ert gehalten werden kann, als dies sonst der Fall /sein würde.
Verglichen mit vorbekannten Anlagen, haben die erfindungsgemäß vorgeschlagenen Ausführungsformen
beträchtliche Vorzüge. Beispielsweise braucht nur die erforderliche Luftmenge durch dtn Luftwärmer hindurchgeschickt zu werden, und in
beiden Fällen steht der Luftwärmer unter Überdruck. Dadurch werden die Abmessungen des
Luftwärmers im Vergleich zu anderen Ausführungsformen beträchtlich herabgesetzt. Die Anwendung
eines Luftwärmers mit einem Druck oberhalb des Atmosphärendrucks macht alle Hilfseinrichtungen
zum Fördern des Brenngemisches überflüssig. Bei beiden Ausführungsformen wird die Gasturbine durch die Verbrennungsgase angetrieben,
welche unmittelbar über den Wärmeaustauscher zum Auspuffende hinströmen. Die Verbrennungsgase
haben keinerlei Verbindung mit dem.Nutzluftstrom, so daß ihre Höchsttemperatur
vollständig unabhängig vom Aufbau des Luftwärmers ist. Die Nutzluftmenge, welche durch die
Leitung 8 der Anlage entnommen wird, ist ungefähr gleich der Abgasmenge, so daß ein höherer
thermischer Wirkungsgrad, als er bisher möglich war, erreicht wird.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Gasturbinenanlage für die Erzeugung eines kontinuierlichen Heiß-Druckluftstromes bzw. Heißwindes, bestehend aus einer Drehoder Strömungsverdichtereinrichtung, deren Ausgangsstrom strömungsabwärts derselben in verschiedene Teilströme aufgeteilt wird, aus einem kontinuierlich betriebenen indirekten Luftwärmer, durch welchen hindurch der eine Luftstrom hindurchgeschickt wird, um dadurch den Heiß-Druckluftstrom zu erzeugen, aus einer Wärmequelle für den Luftwärmer, aus wenigstens einer Brennkammer, welche. durch einen anderen Teilstrom mit Brennluft versorgt wird, und aus einer Gasturbine, durch welche hindurch die Verbrennungsgase von der Brennkammer entspannt werden, um dadurch ein Antriebsdrehmoment für die Verdichtereinrichtung zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Brennkammern vorgesehen sind, welche beide Verbrennungsgase für die Gas-609- 5T9/26I&P 120821al46 fliefern, und daß nur die erste heiße Gase für die Erwärmung der Luft, welche den Luftwärmer durchströmt, liefert.
- 2. Einrichtung nach Anspruch I1 dadurch gekennzeichnet, daß die erste Brennkammer, der Luftwärmer und die zweite Brennkammer in Reihe hintereinander angeordnet sind..3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Brennkammer eine unmittelbare Luftzufuhr von der Verdichtereinrichtung, .her - über einen weiteren Strom übermittelt erhält.. In.Betracht gezogene Druckschriften:. Schweizerische Patentschriften Nr. 271740, 430, 243 686; ,-...„'...Technische Mitteilungen, Bd. 44 (19,51), Nr. 6, S. 208.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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