DEP0012572MA - - Google Patents

Info

Publication number
DEP0012572MA
DEP0012572MA DEP0012572MA DE P0012572M A DEP0012572M A DE P0012572MA DE P0012572M A DEP0012572M A DE P0012572MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
alcohol
fermentation
malt
waste liquor
mushroom
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
Other languages
English (en)

Links

Description

iUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 25. August 1954 Bekanntgemacht am 24. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, die bei der Herstellung von SuI-fitzellstoff abfallenden Laugen auf Alkohol zu vergären. Die hierbei erzielten Ausbeuten an Alkohol sind im allgemeinen nicht befriedigend, wenn man die Gesamtmenge der in der Sulfitablauge enthaltenen gärfähigen Verbindungen berücksichtigt. Dies gilt besonders von solchen, Laugen, die bei sog. Hartkochungen erhalten werden, bei denen der Zellstoff nur einer verhältnismäßig kurzen energischen Behandlung mit der Kochlauge unterworfen wird. Diese Laugen enthalten die vergärbaren Zucker meist in Form hoher molekularer Polyosen, welche einer unmittelbaren Vergärung mit Hefe nicht zugänglich sind. Man hat bereits versucht, die Polyosen durch Hydrolyse, beispielsweise mit Mineralsäuren, vor der Vergärung zu spalten. Diese Verfahren haben sich jedoch in der Praxis nicht einführen können, weil die Mehrkosten einer solchen Spaltung in keinem Verhältnis zu der erzielten Mehrausbeute an Alkohol stehen.
Die vorliegende Erfindung geht einen neuen Weg, indem sie zur Spaltung der in den Kochlaugen enthaltenen Polyosen diastasebildende Mikroorganismen verwendet. Es ist zwar bereits bekannt, daß Stärken aller Art durch Pilzorganismen, wie Aspergillus- und Rhizopusarten, zu vergärbaren Zuckern abgebaut werden können. So ist
609' 527/255
P 12572 IVa/6b
bereits ein Verfahren zur Erzielung von Stärkesirupen mit geringem Dextroseäquivalent vorgeschlagen worden, bei welchem stärkehaltige Stoffe zunächst mit Säure konvertiert, dann auf einen pH-Wert von 4,6 bis 5,4 neutralisiert und durch Einwirkung von Pilzamylasen nachverzuckert werden sollen. Der erhaltene Sirup soll sich durch einen besonders hohen Dextringehalt auszeichnen. Auf Grund dieser Angaben war in keiner Weise vorauszusehen, daß die in der Sulfitablauge enthaltenen Polyosen durch Pilzamylase in vergärbare Zucker gespalten werden können. Auf diese Weise gelingt es erstmals, die Alkoholausbeute bei der Vergärung von Sulfitablauge beträchtlich zu erhöhen und sogar die Ablaugen von Hartkochungen, welche bisher infolge der mangelhaften Alkoholausbeute im allgemeinen einfach verlorengegeben wurden, für eine wirtschaftliche Alkoholgewinnung nutzbar zu machen.
Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung wird die zu vergärende Sulfitablauge zunächst beispielsweise mit Kalk auf einen pH-Wert zwischen 5 und 6, wie er für die Vergärung bekanntermaßen günstig ist, eingestellt.
Die so vorbereitete Ablauge wird nun mit einem Pilzmalz versetzt, welches aus Aspergillus- bzw. Rhizopusarten gezüchtet ist. Am einfachsten erfolgt diese Züchtung in an sich bekannter Weise auf feuchten Kleienährböden, die mit dem entsprechenden Schimmelpilz geimpft und bei geeigneter Temperatur gehalten werden. Am besten eignet sich hierzu eine Kultur von Aspergillus orycae. Das erhaltene Pilzmalz kann entweder als solches oder in Form seines wäßrigen Extraktes der — wie oben beschrieben — vorbehandelten Sulfitablauge zugesetzt werden.
Dabei hat sich überraschenderweise ergeben, daß die Pilzdiastase in der Lage ist, die bei der Entstehung von Zuckern in der Sulfitablauge bekanntermaßen sich bildenden Bisulfit-Zuckerverbindungen, die der Vergärung einen erheblichen Widerstand entgegensetzen, aufzuspalten und. somit der vollständigen Vergärung zuzuführen. Diese Tatsache war in keiner Weise vorauszusehen und stellt einen besonderen technischen Vorteil des vorliegenden Verfahrens dar.
Die mit dem Pilzmalz bzw. Pilzmalzextrakt versetzte Sulfitablauge wird nun ohne Zusatz von Nährsalzen in an sich bekannter Weise, beispielsweise mit Preßhefe, bei der üblichen Temperatur von etwa 340 auf Alkohol vergoren.
Durch die beschriebenen Maßnahmen wird eine erhebliche Mehrausbeute an Alkohol erzielt, wie folgende Vergleichsversuche zeigen:
Beispiel .1
Eine Fichtensulfitablauge, wie sie bei der Erko-. chung. eines sehr harten Papierzellstoffes anfällt, wird bei 80 bis o,oQ: mit Kalkmilch 'auf f Pfj-Wert von 5,6 eingestellt und durch Abs geklärt. Die Ablauge enthält 2,02% reduziei Substanz (nach Bertram) und 1,7 °/o ve: baren Zucker. In die auf 330 abgekühlte L werden pro Liter 0,1 g Diammonphosphat 10 ecm Pilzmalzextrakt eingetragen. Im Ve von etwa 2 Stunden steigt die reduziei Substanz auf 2,48% und der vergärbare Zi auf 2,i"°/o an. Nach Zusatz von Preßhefe setz Gärung ein, bei der innerhalb 24 Stunden Alkohol/i Maische entstehen. Pilzmalzextrakt Hefe können auch gleichzeitig eingetragen we
Dieselbe Ablauge gibt bei der Vergärung Pikmalzzusatz nur 8 g Alkohol/1 Maische, se das Verfahren eine Ausbeutesteigerung von bringt.
Der Pilzmalzextrakt wird dadurch gewoi daß Kleie, auf der bei 33 bis 35° Asper| orycae gezüchtet wurde, mit der etwa 65^ Menge warmen Wassers extrahiert wird.
B e i s ρ i e 1 2
In einer Fichtenablauge ■ von einem weich gut bleichfähig gekochten Zellstoff erhöht beim Arbeiten nach Beispiel 1 die reduziei Substanz von 1,9 auf 2,14% und der vergäi Zucker von 1,6 auf 1,8%. Die Alkoholausl beträgt 9 g/i Maische gegenüber J,J g/i ohne malzzusatz (Mehrausbeute 17%).
Das Verfahren der Erfindung bietet also < erheblichen technischen Fortschritt, da die J holausbeute wesentlich erhöht wird. Eine we wesentliche Ersparnis an Gärraum wird durcj erhebliche Beschleunigung der Gärung err< Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß infolgi erhöhten Alkoholgehaltes der Maische die Kj der Destillation ebenfalls entsprechend verrij werden.
Die zur Züchtung des Pilzmalzes benöt Nährböden können für den gleichen Zweck η mais verwendet werden. Der ausgenutzte F boden läßt sich noch als wertvolles Kraftf nutzbringend abstoßen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Verfahren zum Vergären von Sulfitabi; insbesondere solcher von Hartkochungen. Alkohol, dadurch gekennzeichnet, daß die lauge nach Einstellung auf einen pH-Wert sehen 5 und 6 mit einem diastasehaltigen malz versetzt und anschließend in bekai Weise auf Alkohol vergoren wird. .
    Angezogene Druckschriften: Britische Patentschrift Nr. 692 284; »Die Stärke«, Heft 1 (1954), S. 11.
    609 527/255 5.56

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2541960C3 (de) Herstellung von Alkohol aus Cellulose
DE1567331A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Produkten mit hohem Maltosegehalt und die dadurch hergestellten Produkte
DE69825382T2 (de) Verfahren zur Herstellung eines Siurps mit hohem Gehalt an Maltose
DE2047898B2 (de) Verfahren zur herstellung von xylit
DE1300488B (de) Verfahren zur Herstellung von Saeurephytase durch aerobe Zuechtung von Mikroorganismen
DE69116192T2 (de) Für die Polysaccharidhydrolyse aus einem lignozellulosehaltigen Substrat geeignete Enzymzusammensetzung, ihre Herstellung und Verwendung
DE2408237A1 (de) Neue enzymaufbereitung, verfahren zu ihrer herstellung und ihre verwendung
DE1812710C3 (de) Verfahren zur biotechnischen Herstellung von Zitronensäure und ihren Salzen durch Mikroorganismen
DEP0012572MA (de)
DE1792748A1 (de) Verfahren zur herstellung von glucoseisomerisierendem enzym
DE972765C (de) Verfahren zum Vergaeren von Sulfitablauge
DE2056443C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Zearalenon
DE629679C (de) Verfahren zur Herstellung von Butylalkohol und Aceton durch Gaerung
DE1294307B (de) Verfahren zur Reinigung eines durch Zuechten von Schimmelpilzen, wie Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus niger, erhaltenen Glucamylase enthaltenden Enzympraeparates von Transglucosidase
US2893919A (en) Method for producing alcohol from waste sulphite cellulose liquors
AT130438B (de) Verfahren zur Herstellung von Hefe ohne Alkohol.
DE729842C (de) Verfahren zur Vorbereitung von Sulfitablaugen fuer die Futter- und Naehrhefeerzeugung
DE697311C (de) Verfahren zur Gewinnung von Futterhefe
DE68908253T2 (de) Verfahren zur Herstellung von Itaconsäure.
DE665992C (de) Verfahren zur Gewinnung von Butylalkohol, Aceton und Isopropylalkohol auf gaertechnischem Wege
DE4028726A1 (de) Verfahren zur fermentativen herstellung von zitronensaeure aus kohlehydraten
DE1087550B (de) Verfahren zum Reinigen einer Amyloglukosidaseenzym enthaltenden Zubereitung
DE2056444C3 (de) Verfahren zur Herstelung von Zearelenon
AT100697B (de) Verfahren zur Gewinnung von Alkohol und Hefe.
AT218451B (de) Verfahren zur Gewinnung von Bäckereihefe