DEP0038687DA - Verfahren zum Überziehen oder Auskleiden von Gegenständen mit einer Schicht aus einem thermoplastischen Kunststoff, insbesondere Polyvinylchlorid - Google Patents
Verfahren zum Überziehen oder Auskleiden von Gegenständen mit einer Schicht aus einem thermoplastischen Kunststoff, insbesondere PolyvinylchloridInfo
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Description
Es ist vorgeschlagen worden, Schläuche aus elastisch nachgiebigem Stoff, insbesondere hochpolymeren Kunststoffen, mit Gewebeumhüllung in der Weise herzustellen, dass der Gewebeschlauch und der elastische Schlauch zunächst für sich gefertigt werden. Der Gewebeschlauch soll einen Innendurchmesser haben, der etwas geringer ist, als der Außendurchmesser des elastischen Schlauches. Der aus verhältnismäßig weichem Material bestehende elastische Schlauch soll dann in seiner Längsrichtung so stark gereckt werden, dass sein äußerer Durchmesser bis unter den Innendurchmesser des Gewebeschlauches verringert wird. Der elastische Schlauch soll darauf unter ständiger Aufrechterhaltung des Längszuges in den Gewebeschlauch eingeführt werden. Dann erst erfolgt eine Entspannung des elastischen Schlauches mit der Wirkung, dass sich sein Durchmesser wieder vergrößert, bis der Gewebeschlauch dicht aufliegt. Durch ein außen auf den Gewebeschlauch aufgetragenes Klebmittel soll schließlich die gewünschte Verbindung der beiden Teile gesichert werden. Dieses Verfahren mit seiner schwierigen Handhabung kann praktisch nur für kurze Schlauchlängen
brauchbar sein. Andererseits ist ein Recken des elastischen Schlauches nur in gerader Richtung möglich.
Ferner soll es bekannt geworden sein, einen Stab in der Weise mit einem Gummiüberzug zu versehen, dass zunächst aus weichem Material ein etwas zu eng bemessener Schlauch hergestellt wurde. Dieser sollte dann mit seinem einen Ende zwangsweise ein kurzes Stück auf das Ende des Stabes gezogen werden. Durch Einpressen von Druckluft in das freie Ende des Schlauches sollte dieser darauf auf seiner ganzen Länge so stark aufgeweitet werden, dass der Stab eingeschoben werden kann. Auch dieses Verfahren dürfte, wenn überhaupt, so doch nur für kurze Längen brauchbar sein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Gegenstände der verschiedensten Art und Form, gegebenenfalls mit wechselndem Durchmesser, mit einem Überzug oder einer Auskleidung aus einem thermoplastischen Kunststoff, z.B. Polyvinylchlorid, zu versehen. Dabei wird die Eigenschaft der Thermoplaste ausgenutzt, dass sie im erwärmten Zustand unterhalb der Verarbeitungstemperatur eine erhebliche Elastizität aufweisen, die aber bei der Abkühlung wieder sehr viel geringer wird.
Zum Überziehen von Gegenständen mit einer Schicht aus Polyvinylchlorid wird erfindungsgemäß in der Weise verfahren, dass aus der Überzugsmasse zunächst ein zu eng bemessener Rohling von zweckmäßig schlauchförmiger Gestalt hergestellt wird. Dieser Rohling wird vor oder nach vorheriger Erwärmung gedehnt. Das kann mit Hilfe rein mechanischer Mittel geschehen; bei einer schlauchförmigen Gestalt des Rohlings empfiehlt es sich, die Dehnung durch die Einführung von Druckluft oder Druckwasser zu bewirken. Im letzteren Falle kann das Druck-
mittel vorher erhitzt sein, so dass es gleichzeitig die notwendige Erwärmung des Schlauches bewirkt. Nach Erreichung einer ausreichenden Aufweitung wird in dem gedehnten Zustand des Überzuges Kälte zugeführt. Es wird also kaltes Wasser oder kalte Luft eingepresst oder aber auch durch Kältebehandlung von außen die der gedehnten Überzugsmasse innewohnende Wärme abgeführt. Mit dem Wärmeentzug schwindet die Elastizität, so dass der Überzug in seiner gedehnten Gestalt verbleibt. Nunmehr wird der Überzug über den zu überziehenden Gegenstand geführt, so dass er diesen aus seiner ganzen Ausdehnung oder an den gewünschten Stellen umkleidet. Der Überzug liegt zunächst noch nicht an und weist vielleicht an verschiedenen Stellen noch Faltungen auf. Es wird sodann dadurch zur Anlage gebracht, dass er erneut erwärmt wird. Diese abermalige Erwärmung kann z.B. durch Bestrahlen mit einem heißen Luftstrahl, in einer Wärmekammer oder in irgend einer an sich bekannter Weise erfolgen. Mit der Erwärmung kehrt die ursprüngliche Elastizität zurück, und der Überzug schrumpft derart, dass er sich eng an die Konturen des zu überziehenden Gegenstandes anlegt.
Ist die Aufgabe gestellt, einen hohlen Gegenstand mit einer Schicht aus Polyvinylchlorid o.dgl. auszukleiden, so wird im Gegensatz zu dem weiter oben beschriebenen Überziehen ein zunächst zu weit bemessener Rohling aus dem thermoplastischen Material hergestellt, der dann vor oder nach Erwärmung verengt, abgekühlt und nach der Einführung in den auszukleidenden Hohlraum erneut erwärmt wird, so dass er sich unter der Einwirkung der dabei wiederkehrenden Elastizität ausdehnt und sich an die Innenwand des auszukleidenden Gegenstandes anschmiegt.
In der beschriebenen Weise können z.B. gerade oder gekrümmte
Rohre mit einer Polyvinylschicht überzogen oder ausgekleidet werden. Die Zweckmäßigkeit dieser Maßnahme ist z.B. gegeben bei Stahlmöbeln und in der chemischen Industrie, bei Fahrradlenkern, Kinderwagengriffen sowie sonstigen Griffen, Haltestangen, Schalthebeln, klinische Geräte o.dgl. Schläuche; insbesondere Hochdruckschläuche können in der gleichen Weise gewonnen werden, wobei auf Wunsch auf der Außen- und Innenseite eines wendelförmigen Drahtschlauches oder eines entsprechend geformten Gewebes aus Textilrohstoffen, Metall o.dgl. ein Überzug oder eine Auskleidung angebracht wird. Beschlagteile für Kraftfahrzeuge oder für die Bauindustrie können selbst bei komplizierter Profilierung in dieser Weise schnell und billig ummantelt werden. Etwaige Verdeckungen stören die Anwendung des Verfahrens nicht. Bei Brillengestellen und für sonstige ähnliche Zwecke werden die Rohlinge gegebenenfalls ringförmig ausgebildet. Dass auch Ketten und Seile, z.B. zum Verschließen eines Fahrrades oder für ähnliche Zwecke in der beschriebenen Weise ummantelt werden können, dürfte nach den vorstehenden Ausführungen selbstverständlich sein. Die erwähnten Ausführungsbeispiele stellen keine erschöpfende Aufzählung der Anwendungsmöglichkeiten dar.
Es liegt auf der Hand, dass je nach der Enge oder Weite des ursprünglichen Rohlings der elastische Überzug oder die Auskleidung des Werkstücks in weiten Grenzen wechseln kann. Ist eine noch bessere Haftung der Polyvinylchlorid-Schicht erwünscht, so kann diese auf ihrer späteren Haftfläche zuvor mit einem an sich bekannten Lösungs- oder Klebmittel bestrichen sein. Ebenso kann natürlich dieses Lösungsmittel auf der Haftfläche des zu überziehenden Gegenstandes aufgetragen werden.
Die Elastizität der weichgestellten Thermoplaste ist an sich größer als bei hartgestellten. Im allgemeinen wird daher das Verfahren gemäß der Erfindung mit weichgestellten Thermoplasten einfacher und besser durchgeführt werden können, als unter Verwendung eines hartgestellten Kunststoffes. Ist ein verhältnismäßig harter Überzug notwendig, so kann in der Weise verfahren werden, dass die Überzugsmasse zunächst durch Beimischung von Weichmachern weichgestellt wird, die nachträglich durch Wärmebehandlung, durch Auslösen mittels Benzol, Äther o.dgl. wieder entfernt werden können. Derartige Weichmacher, die wegen ihrer mangelnden Beständigkeit sonst von der Fachindustrie nicht gern verwandt werden und die andererseits allgemein bekannt sind, können im vorliegenden Fall mit Vorteil benutzt werden. Durch Wahl eines Gemisches zwischen entfernbaren und beständigen Weichmachern kann der Charakter des fertigen Überzuges weitgehend den praktischen Bedürfnissen angepasst werden.
Die Gegenstände, die erfindungsgemäß mit einem Überzug oder einer Auskleidung aus Polyvinylchlorid oder einem ähnlichen thermoplasten Kunststoff versehen werden sollen, können aus beliebigen Materialien wie Eisen, Metall, Holz, Keramik oder sonstigen Werkstoffen bestehen.
Claims (4)
1.) Verfahren zum Überziehen von Gegenständen mit einer Schicht aus einem thermoplastischen Kunststoff, insbesondere weichgestelltem Polyvinylchlorid, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Überzugsmasse ein zu eng bemessener Rohling von zweckmäßig schlauchförmiger Gestalt hergestellt wird, der vor oder nach Erwärmung gedehnt, in diesem gedehnten Zustand wieder abgekühlt, über den zu umziehenden Gegenstand gestreift und alsdann erneut erwärmt wird.
2.) Verfahren zum Auskleiden von Gegenständen mit einer Schicht aus einem thermoplastischen Kunststoff, insbesondere weichgestelltem Polyvinylchlorid, dadurch gekennzeichnet, dass ein zunächst zu weit bemessener Rohling aus dem thermoplastischen Material hergestellt, vor oder nach Wärmezuführung verengt, abgekühlt und nach der Einführung in den auszukleidenden Gegenstand erneut erwärmt wird.
3.) Verfahren zum Überziehen oder Auskleiden von Gegenständen mit einer insbesondere harten Schicht aus einem thermoplastischen Kunststoff, z.B. Polyvinylchlorid, nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der thermoplastische Kunststoff mit entfernbaren Quellungsmitteln weichgestellt und nach Aufweitung oder Verengung über bzw. in den zu überziehenden oder auszukleidenden Gegenstand geführt wird.
4.) Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Enfernung des Weichmachers durch Wärmebehandlung und/oder Auslösen beschleunigt wird.
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