DER0009498MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 17. Juli 1952 Bekanntgemacht am 22. September 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft eine pneumatische Pistole zur Vertilgung von Fliegen od. dgl. in der besonderen
Ausbildung, daß durch plötzliches Freiwerden einer Federspannung von einem Saugkolben
ein Vakuum und von einem hintergeschalteten Druckkolben ein Überdruck erzeugt wird zu
dem Zweck, eine Fliege od. dgl. durch ein Vakuum in einen Saugzylinder zu saugen und durch den
Überdruck, der bei Erreichung einer gewissen Kolbenstellung frei wird, in einen Vernichtungsbehälter
zu blasen.
Außer chemischen Vertilgungsmitteln und Fliegenfängern sind Fliegenklatschen in Gebrauch, mit
denen auf Fliegen Jagd gemacht wird. Das Jagen mit der Klatsche soll vom Jagen mit der erfindungsgemäßen
Pistole abgelöst werden.
Um die lästige Stubenfliege zu vernichten, griff man bisher zur Fliegenklatsche. Reste von Fliegen
klebten dann an Tapeten und Möbeln. Die vernichteten Insekten fielen in Kochtöpfe, hinter Schränke ao
und Spinde und vergrößerten so die normale Schmutzablage.
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Auch ist versucht worden, mit Fliegenfängern, das sind mil langsam trocknendem Leim bestrichene
Papierstreifen, der Fliegenplage Herr zu werden. Aber der unästhetische Anblick des Kleb-Streifens
mit den Kliegenleichen ließ zur chemischen Bekämpfung greifen. Hier mußte jedoch im Hinblick
auf die Gefährdung von Kindern und Ilauslieren
große Vorsicht geübt werden. Außerdem liegen nach der chemischen Bekämpfung ebenfalls
ίο in den Kckeu und Winkeln tote Fliegen.
I"VnKT ist eine Vorrichtung bekanntgeworden,
die es ermöglicht, ein Insekt od. dgl. in einen Zylinder zu saugen. 1 Herbei wird ein Fangrohr vorgeschleudert,
das an dem Saugkolben befestigt ist.
Durch das Vorschnellen wird vorzeitig und ungenutzt ein Teil der Leistung des Unterdrucks verbraucht,
so dal.! dieser kaum noch ausreicht, das zu fangende Insekt durch das Fangrohr in den Zylinder
zu saugen. Fs soll deshalb anfänglich der Luftstrom durch ein mit Gegengewicht arbeitendes
Klappenventil abgebremst werden. Dieses Klappenventil arbeitet jedoch nicht in jeder Stellung. Auch
haftet dieser Vorrichtung der Mangel an, daß durch das I leraiisschnellen des Fangrohres Möbel od. dgl.
as beschädigt werden.
Dem erlindungsgemäßen Gerät haften die geschilderten
Nachteile nicht an. Im Gegenteil bringt es in die Eliegenbckämpfung eine gewisse sportliche
Note. Außerdem geschieht die Vernichtung der Insekten sauber und gänzlich ohne Spuren in einer
eigens dafür vorgesehenen Kammer, welche schnell zu entleeren ist.
Der Krluiduiigsgedaiikc beruht darauf, die Fliege
in ihrem Bcwcgimgselement, der Luft, durch eine Vakuumpistole zu bekämpfen. Entsprechend ihrem
Körpergewicht hat die !'"liege als Schwirrflügler verhältnismäßig große Flügel. Es genügt daher ein
geringes Vakuum, um der Fliege die tragende Luft zu entziehen und sie im Strudel des Vakuums mitzureißen.
So wie ein Flugzeug um Meter in ein Luftloch fällt und sich erst wieder bei festeren
Schichtungen der Luft fängt, so ähnlich, nur in anderem Maßstab, geht es der Fliege. Wenn daher die
Luft, in der sich eine Fliege bewegt, schlagartig weggesaugt wird, findet die !'"liege keine Zeit, sich
aus dem plötzlich einsetzenden Sog zu entfernen.
Sie wird zwangsweise von der Luft mitgerissen.
Die ertmdungsgcmäße Pistole ist so konstruiert,
daß beide pneumatische Kammern nach Überwindung eines Kcderdruckes geladen sind. Mit der geladenen
Pistole wird auf eine an einer Wand od. dgl. sitzende Fliege Jagd gemacht. Sie wird
anvisiert und dabei versucht, die Mündung der Pistole in die Nähe der Fliege zu bringen. Im
selben Moment, in dem sie sich erhebt, um fortzufliegen, wird die Pistole abgedrückt, und die
!•'liege verschwindet in die Pistole.
Der plötzlich, durch Auslösung der Spannfeder erzeugte Sog ist so stark, daß es nicht nur gelingt,
eine in der Luft befindliche Fliege fortzusaugen, sondern es wird auch eine fest mit ihren Saugbeinen
an einem Gegenstand haftende Fliege abgesaugt. Ebenso ist nach einiger Übung möglich, frei in der
Luft befindliche Fliegen oder Insekten mit dem erfindungsgemäßen Gerät wegzufangen.
Die Pistole ist gleichermaßen als Sportartikel, wie auch als Schädlingsbekämpfungsmittel anzusprechen.
Die Herstellung ist in großen Stückzahlen sehr leicht möglich, weil die Pistole einfach
in ihrer Konstruktion gehalten ist. Sie kann sowohl aus Metall, als auch aus Preßstoff od. dgl. gefertigt
werden.
Das Hantieren mit der Pistole ist absolut ungefährlich, so daß sie auch von Frauen und Jugendlichen
bedient werden kann.
Die Anwendung beschränkt sich nicht nur auf den Fang von Fliegen, sondern es können auch andere
Insekten, wie Motten, Spinnen, Wanzen od. dgl., fortgesaugt werden.
Der Gegenstand der Erfindung ist in einigen Ausführungsbeispielen in Abb. 1 bis 3 dargestellt.
Abb. ι zeigt eine geladene Pistole im Schnitt;
Abb. 2 zeigt einen Ausschnitt der Pistole in einer etwas anderen Ausführungsform, und zwar eine
Schnittansicht der Saugkammer mit horizontaler Lufteinführung;
Abb. 3 zeigt den Ausschnitt von Abb. 2 um 90° gedreht in der Draufsicht und im Schnitt.
Die in Abb. 1 dargestellte Pistole besteht äußerlich
aus dem Rohr a, in dem sich die beiden Kammern X1 und .r, befinden, dem Mundstück c und
dem Pistolengriff q.
In der Kammer X1 gleitet der Saugkolben b, der
an der Kolbenzugstange c befestigt ist, hin und her. Die Kammer X1 hat bei ο eine Eintrittsstelle für
Druckluft, die durch das Rohr η zugebracht wird. Gegenüber befindet sich ein Fangloch 3, das nach
außen durch den Vertilgungsbehälter ρ abgeschirmt ist. Der Behälter p ist aufsteckbar angeordnet.
Die Kammer X1 geht über in das Mundstück e,
dessen Rand f nach außen aufgebördelt ist. Der Saugkolben b ist mittels einer Mutter d auf der
Stange c befestigt. Die Kammer X1 wird abgeschlossen
durch die Trennwand g, die gleichzeitig als Federteller ausgebildet ist. Durch das Zentrumsloch der Trennwand g führt die Kolbcnzugstange c
hindurch und geht hinter ihr über in die im Durchmesser stärker gehaltene Kolbendruckstangc k. An
dem Hund zwischen den beiden Stangen wird der Druckkolben i von einer Mutter d., gehalten. Eine
Druckfeder /; stützt sich einerseits auf den Druckkolben i und andererseits gegen die Trennwand
g ab.
In der Kammer X2 gleitet der Druckkolben i, von
der Kolbendruckstange k geführt. Mit der Stange k
wird die Pistole am Ledergriff ν durch Schieben nach der Mündung zu unter Überwindung der
Federkraft der Druckfeder Ii geladen. Dabei schnappt die Raste t vom Kolben i hinter dem iao
Hahn r ein. Die Zugfeder .? am Hahn r, der um das Gelenk u schwenkbar angeordnet ist, sorgt dafür^
daß automatisch die Raste t einhakt. Der Hahn r ist im Pistolengriff q untergebracht. Die in der
Kammer .r., befindliche Stange k trägt eine Nut /,
die ein Eintreten der Luft in das Rohr η bei Er-
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reichung einer gewissen Kompression ermöglicht. Die Kammer x2 ist mit dem Verschlußstück m verschlossen,
in das ein Luftkanal ;' eingearbeitet ist. Dieser Kanal j ist durch ein Rohr η mit der Kammer
xx verbunden.
Die Arbeitsweise der Pistole ist folgende: Durch Druck auf den Ladegrifr ν wird die Pistole unter
Vorschieben der Stangen c und k nach links geladen, d. h. beide Kolben b und i befinden sich in
ιό Endstellung, die Feder h ist zusammengepreßt und
der Hahn r stellt den Kolben i mittels der Raste t fest.
Die Pistole wird in diesem geladenen Zustand auf eine Fliege gerichtet und das Mundstück e in
deren Nähe gebracht. Ist eine günstige Schußposition erreicht, wird der Hahn r betätigt, die
Federkraft wird frei und schiebt die Stangen c und k in ihre Ausgangsstellung. Die in Bruchteilen
von Sekunden sich vollziehende Bewegung der
ao Stangen nach rechts bewirkt, daß in der Kammer JIr1 durch Kolben b ein urplötzliches Vakuum
entsteht. Dieses saugt die Fliege durch das Mundstück e, dessen Rand / um wie ein Trichter wirkend
die Ansaugmöglichkeit zu verbessern, aufgebördelt
as ist, in die Kammer Xx.
Gleichzeitig mit dem Zurückschnellen des Kolbens b geht auch der Druckkolben % nach rechts
und erzeugt in der Kammer x2 eine Kompression der Luft. Die Luft kann erst entweichen, wenn die
Nut / der Luftkanal; in dem Kammerverschlußteil
m erreicht hat. Jetzt kann die komprimierte Luft durch das Rohr η in die Kammer Xx bei der
Stelle ο einströmen und bläst die sich bereits hier befindende Fliege durch das Fangloch ζ in den Vernichtungsbehälter
p.
Das Vakuum und die Kompression kommen nicht gleichzeitig zur Wirkung, sondern die Steuerung
durch die Luftnut I bewirkt, daß die Druckluft erst dann in die Kammer Xx eintreten kann, wenn der
Kolben b das Fangloch ζ freigegeben hat und das Vakuum bereits abebbt.
In dem Behälter p befindet sich ein Kontaktgift, das die Fliege sofort tötet. Der Behälter p ist luftdurchlässig
und aus durchsichtigem Material hergestellt, so daß der Erfolg jederzeit sichtbar ist.
In den Abb. 2 und 3 ist eine andere Ausführung der Druckluftzuführung dargestellt. An dem Zylinderrohr
α befindet sich als vordere Begrenzung ein Deckel w, an dem ein Mundstück e mit dem
Bördelrand / angearbeitet ist. An dem Deckel w befindet sich ferner das Füllstück y mit dem kreisringförmigen
Luftzuführungskanal1 J1 und den
axial gerichteten Luftdüsen J2. Das Rohr η ist mit
dem Luftkanal jx verbunden. Das Füllstück y besitzt
auf der Seite zur Kammer Xx hin eine sphärische
gekrümmte Fläche analog der Fläche der Mutter ds, die den Kolben b auf der Stange c festhält.
In die Mutter dz ist eine Luftleitkurve eingearbeitet,
die in der Endstellung des Kolbens b das Fangloch freiläßt. An dem Fangloch ζ ist der
aus Drahtgewebe bestehende Vernichtungsbehälter P1 angeschraubt. Wird der Kolben b in Arbeitsstellung
gebracht und in Funktion gesetzt, so erzeugt er in der Kammer Xx ein Vakuum, das durch
das Mundstück e mit der freien Atmosphäre in Verbindung steht. Es strömt Luft ein, um den Druckausgleich
zu schaffen. Das Vakuum verliert seine Wirkung, sobald der Kolben b das Fangloch ζ erreicht
und eine Spalte freigegeben hat. In diesem Augenblick strömt, gesteuert wie bei Abb. 1, kornprimierte
Luft aus dem Rohr η in die Ringnut Jf1
ein und von da in die Luftdüsen j2. Diese Luft entweicht
durch das Fangloch ζ und den porösen Behälter px ins Freie.
Eine durch das Vakuum in die Zylinderkammer X1 gesaugte Fliege wird von der Preßluft in
den Behälter px geblasen, wobei die Luft an der Leitkurve α der Kolbenmutter d3 geführt wird.
Es sind auch andere Ausführungsformen als die dargestellten und beschriebenen möglich. So können
die beiden Zylinder neben- oder übereinander angeordnet werden. Auch könnten statt eines Saug- und
eines Druckzylinders zwei Saugbehälter hintereinander angeordnet werden. Ebenfalls ist möglich,
den Pistolengriff in Fortfall zu bringen und die äußere Form so zu gestalten, daß nur ein Rohr verbleibt
mit seitlichem Bedienungsknopf, das vorn ein Mundstück und hinten einen Ladeknopf aufweist.
Die notwendige Speicherkraft könnte, statt wie beschrieben, ebensogut einer Zugfeder entnommen
werden. Auch ist denkbar, die Elastizität des Gummizuges anzuwenden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE:1. Verfahren zur Vertilgung von Fliegen od. dgl. durch Ansaugen in einen Zylinder, dadurch gekennzeichnet, daß das angesaugte Insekt durch.einen in einem zweiten Zylinder erzeugten Luftstrom in eine abgetrennte Vernichtungskammer od. dgl. befördert wird.2. Pistolenartige Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß je ein Saug- und Druckzylinder (xx und X2) hinter-, neben- oder übereinander angeordnet sind, deren Arbeitsweise durch Luftventile, Luftkanäle od. dgl. so gesteuert wird, daß der zweite Luftstrom etwa bei Beendigung des Ansaugens zur Wirkung kommt.3. Pistolenartige Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Saugzylinder hinter-, neben- oder übereinander angeordnet sind, deren Arbeitsweise durch Luftventile, Luftkanäle od. dgl. ebenso gesteuert wird.4. Pistolenartige Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einführung des Luftstroms in den Saug- iao zylinder (^r1) in Richtung der Zylinderachse oder quer dazu erfolgen kann.5. Pistolenartige Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Saugkolben (&) an seiner Saugfläche luftführungsgünstige Formen (rf3), Aussparungen509 556/188R 9498 III /45 kod. dgl. besitzt und die gegenüberliegende Zylinderwaiid dazu passende Formen (y) aufweist.(■>. l'istolenartige Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Krzeugung der Kraft die Betätigung der KoIl)CIi eine oder mehrere Druck- oder Zugfedern oder ein Gummizug od. dgl. vorgesehen sind.7. Pistolenartige Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Saugrohr oder Mundstück mit einem trichterförmigen Rand versehen ist.8. Pistolenartige Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Vernichtungsbehälter auf das Zylinderrohr (α) aufsteck- oder aufschraubbar ist.Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 270 634, 244 811.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 509 556/188 9. 55
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