DER0014621MA - - Google Patents
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Description
Tag der Anmeldung: 15. Juli 1954 Bekanntgemacht am 21. Juni 1956
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abtrennung von Aldosteron, einer biologisch hochwirksamen,
chemisch einheitlichen neuen Verbindung, aus Nebennieren. ' . ■
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man einen nach bekannten Methoden
mit Lipoidlösungsmitteln aus Nebennieren hergestellten Extrakt durch Verteilung zwischen einem
wäßrigen und einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel und bzw. oder durch Chromatographie
auftrennt, gegebenenfalls in Kombination mit einer Reinigung nach demVerf ahren von Girard(Girard,A.,
und Sandulescu, G., HeIv. chim. Acta, Bd. 19, 1936,
S. 1095 bis 1107; USA.-Patentschrift 2 045 132) unter
Gewinnung des ketonischen Anteils, und aus den erhaltenen, insbesondere im Mineralstoffwechsel hochwirksamen Fraktionen das Aldosteron durch Kristallisation
abtrennt.
Die verfahrensgemäß z. B. aus Aceton—Wasser gewonnene
Verbindung ist kristallin. Die lufttrockenen Kristalle enthalten Kristallwasser, denn bei längerem
Trocknen im Hochvakuum bei etwa 500 wird 1 Mol Wasser abgegeben. Der Schmelzpunkt liegt vor und
nach dem Trocknen je nach Kristallgröße und Erhitzungsgeschwindigkeit zwischen etwa 104 und 1120.
Die geschmolzene Masse kristallisiert bei weiterem Erwärmen wieder vollständig, worauf bei etwa 153 bis
1580 definitives Schmelzen eintritt. Die letzten Spuren
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schmelzen oft erst einige Grade höher. Es kann auch eine höher schmelzende Form gewonnen werden, z. B.
durch Kristallisation aus anderen Lösungsmitteln, beispielsweise Aceton—Äther; sie schmilzt nach dem
5 Opakwerden bei etwa 165 bis 169°. Die spezifische
Drehung des Hydrats beträgt [ct]|J = +145° ± 2°
(c = 0,9896 in Aceton), diejenige der getrockneten Substanz \_d\" = +152° ±2° (c = 1,0264 in Aceton).
Auf Grund der Mikroanalyse kommt dem getrockneten Präparat die Bruttoformel C21H28O6 zu, wobei, wie
immer bei so hochmolekularen Verbindungen, die Wasserstoffzahl mit einer gewissen Unsicherheit behaftet
ist (Jz 2). Im Ultraviolettabsorptionsspektrum
ist sowohl beim Hydrat wie bei der getrockneten Verbindung die- für a, ^-ungesättigte Ketone typische
starke Bande sichtbar. Sie hegt bei 240 ± 0,25 ταμ
und weist eine Extinktion auf, deren log ε = 4,2O beträgt. Eine zweite, deutliche Bande befindet sich bei
308 ± 2 ταμ; log ε = 1,92. Diese Werte wurden mit
Konzentrationen von 9,70. io~4, io~5 undio"6MoI je
Liter in Äthanol bestimmt.
Im Infrarotabsorptionsspektrum (aufgenommen auf einem sogenannten Per kin- Elmer -double -beam -Instrument,
Modell 21, in Chloroformlösung, Schichtdicke 0,2 mm, mit Chloroform gleicher Schichtdicke
kompensiert) sind charakteristische Banden unter anderem bei i,79 μ (Hydroxylgruppe), bei 5,85 μ
CH9OH
CHO CO
Ο='
Der neue Wirkstoff bzw. sein Hydrat wird als Aldosteron
bezeichnet.
Das Verfahrensprodukt ist biologisch hochwirksam. Besonders ausgeprägt ist seine Wirkung auf den
Mineralstoffwechsel. Im Test an der nebennierenlosen Ratte nach Kagawa sowie in demjenigen nach
Simpson und Tait und im Erhaltungstest am nebennierenlosen
Hunde besitzt es eine mindestens 25- bis ioomal höhere Wirkung als das Desoxycorticosteron
(bzw. dessen Acetat), das die im Mineralstoffwechsel
wirksamste bekannte Verbindung darstellt (vgl. hierzu
C. M. Kagawa, E.C.Shipley und R.K.Meyer, Proc.Soc.Exp.Biol.Med., Bd. 80, 1952, S. 281;
S. A. Simpsonundl. F. Tait, Endocrinology, Bd.50,
1952, S. 150; C. A. Harr op, 1.1. Pfiffner, A. Weinstein
und W. W. Swingle, Proc. Soc. Exp. Biol.
Med., Bd. 29, 1932, S. 449).
Für das vorliegende Verfahren als Ausgangsstoff geeignete Rohextrakte lassen sich nach bekannten
Methoden, insbesondere in Anlehnung an die Vorschriften von Cartland und Kuizenga oder von
Swingle und Pfiffner gewinnen. Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Vorschrift von Cartland und Kuizenga nur bis zur Extraktion mit
Äthylenchlorid zu verfolgen. — Die verfahrens-(mittelstark),
5,98/i (stärk) und 6,16 μ■ (mittelstark)
im Doppelbindungsbereich und bei 7,85 μ, 9,38 μ, 9,62 μ, 9,95 μ, ΐο,ΐ8 μ und 10,41 μ im Fingerprintbereich
sichtbar.
Zur Kennzeichnung des neuen Wirkstoffes, kann ferner die Wanderungsgeschwindigkeit im Papierchromatogramm
in den Ausführungsformen nach Zaffaroni, Burton und Keutmann (Science, Bd. in, 1950, S. 6) oder nach Bush (Biochem.
Journ. Bd. 50, 1952, S. 370) dienen, die im ersten Fall
nur wenig größer ist als diejenige von Cortison und im zweiten Fall zwischen derjenigen von Cortison und
Hydrocortison liegt oder mit letzterer weitgehend übereinstimmt. Der Nachweis der Substanz auf den
Papierchromatogrammen gelingt durch ihr Reduktionsvermögen gegenüber Silberdiammin- oder Triphenyltetrazoliumhalogenidlösung,
durch ihre Ultraviolettabsorption, durch die gelbe Fluoreszenz nach
Einwirkung von wäßrig-methanolischer Alkalilauge und durch das Ausbleiben von Farbreaktionen mit
Phosphorsäure und mit Antimontrichloridlösung. Die Kombination dieser Eigenschaften ist unbedingt kennzeichnend
für die Verbindung.
An diesem neuen Wirkstoff durchgeführte Abbauversuche ergeben für diesen die folgenden, miteinander
offenbar im Gleichgewicht stehenden Formeln, wobei bei den meisten Umsetzungen die Halbacetalform reagiert: go
OH CHoOH
gemäße Auftrennung der Extrakte erfolgt z. B. durch Verteilung zwischen einem wäßrigen Alkohol, wie
3oprozentigem Methanol, oder Wasser und einem geeigneten, mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel,
insbesondere einem Kohlenwasserstoff, wie Petroläther oder Benzol, oder einem halogenierten
Kohlenwasserstoff, wie Chloroform, bzw. deren Gemischen. Diese Reinigung kann in den für diesen
Zweck bestimmten Apparaten, z. B. denjenigen von Craig oder von Podbjelniak durchgeführt werden
(vgl. hierzu G. F. Cartland und M. H. Kuizenga, Journ. Biol. Chem., Bd. 116, 1936, S. 57; Swingle,
W. W., und Pf iff η er, I. I, Amer. Journ. Physiol, Bd. 96, 1931, S. 153, 164; Graig, L. C, Journ. Biol.
,Chem., Bd. 155, 1944,S1 519; Graig, L. C, undPost,
O., Anal. Chem., Bd. 21, 1949, S. 500; Graig, C. L.,
und Graig, D., »Extraction and Distributionen in
Weissberger, »Technique of Organic Chemistry, Interscience, N. Y., 1950, Vol. Ill, S. 171 bis 311;
Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie, ■ III. Auflage, ι. Band, S. 425).
An Stelle einer solchen Verteilung oder zusammen mit ihr eignet sich auch die Chromatographie hervorragend
zur Reinigung, und zwar die Adsorptions- und die Verteilungschromatographie. Diese beiden Prin-
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zipien lassen sich nicht völlig voneinander unterscheiden, indem bekanntlich auch bei der Verteilungschromatographie adsorptive Eigenschaften der Trägersubstanz
eine Rolle spielen. Als Träger verwendet S man beispielsweise Kieselsäure (bekannt unter der
Handelsbezeichnung » Silicagel«), Magnesiumsilikat,
Kieselgur, Cellulose bzw. deren Gemische und als Lösungsmittel z. B. Petroläther, Benzol, Aceton,
Chloroform oder deren Gemische. In Verbindung mit
ίο einem oder beiden vorstehend genannten Anreicherungsverfahren
läßt sich auch eine schonende Reinigung nach G ir ar d durchführen, also mit Reagenzien
die, wie Trimethylammonium- oder Pyridiniumessigsäurehydräzid, wasserlösliche Ketonderivate ergeben,
unter anschließender Abtrennung und gelinder Spaltung der letzteren und Gewinnung des ketonischen
Anteils. Zur schonenden Durchführung der Trennung nach Girard arbeitet man in Abwesenheit von
Säuren, wie Eisessig. Als Lösungsmittel für diese Reaktion eignen sich Alkohole, z. B. Methanol.
Aus den Fraktionen, die auf Grund der beschriebenen papierchromatographischen Analyse oder biologischen
Untersuchung die neue Verbindung enthalten, läßt sich diese durch Kristallisation aus einem geeigneten
Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch, z. B. Aceton — Äther, gewinnen, vorteilhaft in Gegenwart
von wenig Wasser, oder aus wäßrigem Aceton. Bei Gegenwart von Wasser wird das Hydrat des Wirkstoffes
erhalten.
Frühere Untersuchungen von Nebennierenrinderohextrakten nach ähnlichen Arbeitsmethoden, wie
sie in der vorliegenden Anmeldung beschrieben sind (vgl. z. B. HeIv. chim. Acta, Bd. 19, 1936, S. 1107;
deutsche Patentschriften 656 785 und 892 228) führten lediglich zu den bereits bekannten Hormonen oder zu
gereinigten Extrakten mit hoher Wirkung im Mineralstoffwechsel. Die Abtrennung des Aldosterons, des
reinen und kristallisierten Nebennierenhormons, wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung erstmals
beschrieben. Seine hohe Aktivität erschließt ein ausgedehntes Gebiet praktischer Anwendungsmöglichkeiten.
Die nachstehendenBeispiele erläutern das erfindungsgemäße Verfahren.
. .
500 kg frische oder tiefgekühlte Rindernebennieren werden nach einem der bekannten Verfahren, vorzugsweise
nach Cartland und Kuizenga (Journ.
Biol. Chem., Bd. 116, 1936, S. 57), extrahiert. Je nach
der Qualität der Drüsen erhält man so 100 bis 500 g Rohextrakt, der sodann durch Verteilung zwischen
wäßrigem Alkohol, z. B. 3o°/0igem Methanol, und Petroläther gründlich entfettet wird. Die wäßrige
Schicht extrahiert man nach Entfernen des Alkohols (alle Verfahrensmaßnahmen erfolgen bei einer. Temperatur
von weniger als 500) 4mal mit dem gleichen
Volumen Äther—Chloroform (2:1 oder 3:1; die
Lösungsmittel müssen vorher gründlich gereinigt werden). Die vereinigten Äther-Chloroform-Lösurigen
werden als solche oder nach Waschen mit verdünnter Salzsäure und Hydrogencarbonatlösung und Trocknen
über Natriumsulfat im Vakuum eingedampft. Man erhält auf diese- Art 23 bis 30 g gereinigten Extrakt
als Ausgangsstoff für das vorliegende Verfahren.
Der genannte Extrakt wird auf einer großen Säule einer Verteilungschromatographie unterworfen, wobei
als stationäre Phase die 100- bis 2oofache Menge Kieselgur—Wasser
im Gewichtsverhältnis 1: 1 und als mobile Phase Petroläther, Benzol und Chloroform dienen.
Die Laufgeschwindigkeit der Eluate soll etwa 90 bis 100 cm3 je Stunde betragen, das Volumen jeder
Fraktion 1000 bis 1200 cm3. Die durch Eindampfen
im Vakuum gewonnenen Rückstände der einzelnen Fraktionen, aus denen zum Teil einige der bekannten
Corticosteroide bereits kristallisiert anfallen, werden papierchromatographisch analysiert. Die neue Verbindung läßt sich dabei z. B. mit Hilfe der i?jF-Werte
(relative papierchromatographische Wanderungsgeschwindigkeiten; vgl. z. B. Journ. biol. Chem., Bd. 177,
S. in), der Ultraviolettabsorption und des Reduktionsvermögens gegen Silberdiamminlösung in solchen
Fraktionen lokalisieren, welche durch Elution mit Benzol—Petroläther 7:3 bis 9:1 erhalten werden.
Die betreffenden Fraktionen (300 bis 400 mg) werden hierauf vereinigt und an einer zweiten Säule aus
gereinigtem Cellulosepulver durch Verteilung zwischen 6o%igem wäßrigem Methanol und Petroläther—Toluol
(1: 2 bis ι: 3) aufgetrennt. Das Gewichtsverhältnis
von Substanz zu Cellulose beträgt dabei etwa 1: 100 und dasjenige von stationärer Phase zu Cellulose 1: 2.
Zum Durchlauf einer einzelnen Fraktion (40 cm3) benötigt man etwa 5 Stunden. Die durch Eindampfen
erhaltenen Fraktionen werden wiederum papierchromatographisch analysiert. Aus den ausgewählten und
vereinigten Fraktionen läßt sich die neue Substanz nun mit Aceton—Äther, vorteilhaft in Gegenwart von
wenig Wasser, kristallisieren. Durch Umkristallisieren gewinnt man farblose Kristalle des Aldosterons in
Form des Hydrates vom doppelten Schmelzpunkt 104 bis 112 und 153 bis 158°, die sich als einheitlich
erweisen, eine hohe biologische Wirksamkeit auf den Mineralstoffwechsel und die übrigen in der Einleitung
genannten Eigenschaften besitzen. Die Elementaranalyse des im Hochvakuum bei 500 getrockneten
Präparates lieferte die folgenden Werte: Kohlenstoff 69,68%, Wasserstoff 8,39%; berechnet für
C21H28O5: Kohlenstoff 69,97%, Wasserstoff 7,83%.
Die übrigen Eigenschaften der getrockneten Verbindung weichen nicht wesentlich von denjenigen des
Hydrats ab.
500 kg Rindernebennieren werden, wie im Beispiel 1 angegeben, extrahiert. Das . entfettete Ausgangsmaterial
(24 g) wird zuerst durch Adsorptionschromatographie an der iofachen Menge Kieselsäure (bekannt
unter dem Handelsnamen »Silicagel«) mit Methylenchlorid, Chloroform, Aceton und Methanol gereinigt.
Die papierchromatographisch kontrollierten Fraktionen, welche neben anderen Verbindungen den
gesuchten Wirkstoff enthalten (9,7 g), werden vereinigt und auf einer Säule unter Verwendung der
2ofachen Menge Cellulosepulver zwischen Propylenglykol einerseits und Cyclohexan, Toluol sowie
Methylenchlorid anderseits verteilt. Diejenigen Frak-
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tionen, welche viel Propylenglykol enthalten, werden davon nach Versetzen mit Äther-Chloroform-Lösung
(3 : 1) durch Ausschütteln mit Wasser befreit.
Die entsprechend der papierchromatographischen Analyse geeigneten Fraktionen (2,9 g) werden vereinigt und einer weiteren Verteilungschromatographie an der 4ofachen Menge Cellulose zwischen Propylenglykol und Benzol unterzogen. Die wirkstofflialtigen Fraktionen (etwa 600 mg) reinigt man schließlich noch durch Verteilung gemäß Beispiel 1. Nun läßt sich die neue. Verbindung ohne weiteres, wie im Beispiel 1 beschrieben, kristallisieren.
Die entsprechend der papierchromatographischen Analyse geeigneten Fraktionen (2,9 g) werden vereinigt und einer weiteren Verteilungschromatographie an der 4ofachen Menge Cellulose zwischen Propylenglykol und Benzol unterzogen. Die wirkstofflialtigen Fraktionen (etwa 600 mg) reinigt man schließlich noch durch Verteilung gemäß Beispiel 1. Nun läßt sich die neue. Verbindung ohne weiteres, wie im Beispiel 1 beschrieben, kristallisieren.
An Stelle einer Verteilungschromatographie im Rohr läßt sich auch eine solche an Papierbögen unter
Verwendung der Systeme Propylenglykol—Toluol oder wäßriges Methanol—Petroläther—Toluol bzw.
Benzol oder Essigester durchführen.
Ein aus 500 kg Nebennieren hergestellter, wie im Beispiel 1 angegeben, gereinigter Extrakt (25 g) wird
mit Girard - Reagenz (vgl. A. Girard und C. Sandulesco, HeIv. chim. Acta, Bd. 19,1936, S. 1095 bis 1107)
in methanolischer Lösung stehengelassen. Dann wird Wasser zugegeben, mit Chloroform—Äther (1:3)
extrahiert, der wäßrige Anteil mit verdünnter Salzsäure auf etwa pH = 1 gebracht und nach 1J1 Stunde
der freigesetzte ketonische Anteil mit Chloroform— Äther (1:3) ausgezogen. Die regenerierte Keton-,
fraktion (4,8 g) unterwirft man den im Beispiel 1 beschriebenen zwei Verteilungschromatographien.
Eine vorteilhafte Ausführungsform besteht darin,' daß man die Abtrennung der ketonischen Bestandteile
nach Girard erst nach' der ersten Verteilungs-
35. Chromatographie mit den hierbei ausgewählten Fraktionen vornimmt und erst dann die so erhaltene
Ketonfraktion (80 mg) der zweiten Verteilungschromatographie auf einer Cellulosesäule oder an Papierblättern
unterwirft.
Die in der papiercnromatographischen Analyse als
besonders wirkstoffhaltig befundenen Fraktionen kristallisiert man in der im Beispiel 1 beschriebenen
Weise oder, aus Aceton—Wasser um.
100 kg Schweinenebennieren werden, wie im Beispiel ι angegeben, extrahiert. Der noch stark fetthaltige
Extrakt (151 g) wird dann zwischen natriumchloridhaltigem,
30%igem Methanol und Petroläther verteilt. Die wäßrig-alkoholische Lösung, in der sich
die Nebennierenrindenhormone befinden, wird sodann im Vakuum1 auf 250 cm3 eingeengt und 5mal mit je
11 Äther—Chloroform (3 :1) extrahiert. Nach Trocknen
über Natriumsulfat wird das Lösungsmittelgemisch im Vakuum abdestilliert. Man erhält so 38 g eines
Extraktes, der an einer Säule mit der ioofachen Menge Kieselgur-—Wasser (1: 1) chromatographiert wird. Als
mobile Phase dient wassergesättigter Petroläther, dem im Verlaufe der Chromatographie nach und nach
ßo steigende Mengen von Benzol zugesetzt werden. Die
papierchromatographische Analyse der einzelnen 5oo-cm3-Fraktionen zeigt das Aldosteron in den
Eluaten mit 70% Benzol an. Diese Fraktionen werden vereinigt (380 mg) und an einer Säule mit der 20ofachen
Menge gereinigten Cellulosepulvers unter Verwendung des Systems Wasser—Methanol—Benzol—Petroläther
5:5:3:7 und 1:1:1:1 chromatographiert, wobei
das Gewichtsverhältnis von Cellulose. zu unterer (stationärer) Phasen : 1 beträgt. Aus den nach papierchromatographischer
Analyse ausgewählten Fraktionen läßt sich der Wirkstoff aus Aceton—Äther—
Wasser kristallisieren. Aus den Mutterlaugen erhält man nach papierchromatographischer Reinigung noch
weitere Mengen Kristalle. Durch Umkristallisieren aus Aceton—Äther gewinnt man das Aldosteron in Form
von farblosen Kristallen vom F. = 165 bis 1690 (nach
Opakwerden ab 1300).
500 kg Rindernebennieren werden, wie im Beispiel 1 angegeben, extrahiert. Das entfettete Ausgangsmaterial
(27 g) wird in 50 cm3 Aceton gelöst, mit 25 g Kieselgur—Wasser (1: 1) vermischt und das Aceton
im Vakuum vollständig entfernt. Dann wird in Petroläther suspendiert, auf die Säule (Füllung: 1,4 kg
Kieselgur, mit 1,4 kg Wasser befeuchtet Und in Petroläther
suspendiert) gegeben und nach Absitzen und FestpressenmitpassendenFilterpapierscheibengedeckt.
Zum Schluß wird noch eine Schicht (25 g) frisches Kieselgur—Wasser analog aufgetragen und wieder mit
einigen Filterpapierscheiben gedeckt. Anschließend wird bei 200 chromatographiert, Laufgeschwindigkeit
etwa 100 cm3 je Stunde. Als mobile Phase werden verwendet: Petroläther, Petroläther-Benzol-Gemisch,
Benzol-Chloroform-Gemische und Chloroform (alle Lösungsmittel wassergesättigt). In den Eluaten, die
mit Benzol—Petroläther vom Mischungsverhältnis
65 : 35 bis 75 : 25 erhalten werden, kann das neue Hormon papierchromatographisch nachgewiesen werden
(Propylenglykol-Toluol-System sowie C-System von Bush; vgl. Science, Bd. in, 1950, S. 6, und
Biochem. Journ., Bd. 50, 1952, S. 370).
Diese Fraktionen (324 mg) werden zur weiteren Reinigung einer zweiten Verteilungschromatographie
unterworfen. Als Träger dient 60 g gewaschenes Cellulosepulver, das mit 30 cm3 der unteren Phase
des folgenden Lösungsmittelsystems vermischt wird: 666 cm3 Toluol, 333 cm3 Petroläther, 400 cm3 Wasser
und 600 cm3 Methanol. Als bewegliche Phase wird die obere Schicht anfangs dieses Systems verwendet,
später diejenige aus 750 cm3 Toluol, 250 cm3 Petroläther,
400 cm3 Wasser und 600 cm3 Methanol. Das zu trennende Material (324 mg) wird in 2 cm3 schwerer
Phase gelöst (eine kleine Menge Material bleibt ungelöst) und mit 4 g Cellulosepulver vermischt auf die
Säule aufgetragen. Der kleine ungelöste Rest wird nun noch mit 1 cm3 schwerer Phase und 2 cm3
Cellulosepulver aufgenommen und ebenfalls auf die Säule gegeben. Nach Auflegen einer Filterpapierscheibe
werden noch 2 g Cellulosepulver mit 1 cm3
schwerer Phase vermischt aufgegeben, gut gepreßt und mit der leichten Phase chromatographiert. Laufgeschwindigkeit
8 bis 9 cm3 je Stunde, Temperatur 20°. Alle Fraktionen werden im Vakuum bei 35 ° Badtemperatur
eingedampft. Für die Fraktionen 34 bis 44 wird das Gemisch mit höherem Toluolzusatz ver-
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wendet und von Fraktion 45 an die leichte. Phase eines Gemisches aus 10 Teilen reinem Benzol, 4 Teilen
Wasser und 6 Teilen Methanol. Die Fraktionen, die hauptsächlich das neue Hormon enthalten (etwa
51 mg), geben aus wenig feuchtem Aceton mit Äther nach mehrstündigem Stehen bei 0° spontan Kristalldrusen;.
F. = 104 bis 1070, dann bei vorsichtigem weiterem Erhitzen langsam erstarrend mit zweitem
Schmelzpunkt bei 154 bis 1570. Nach dem Papierchromatogramm
ist die Verbindung einheitlich. Die Hauptmenge ist farblos. Die vereinigten Mutterlaugen
geben, wie vorstehend beschrieben, nochmals eine reichliche Menge Kristalle, die aber leicht gelblich
gefärbt ist. Die Reinigung gelingt am besten wie folgt: Die Rohkristalle werden in wenig Aceton, das
io°/0 Wasser enthält, gelöst, mit etwa der 5fachen
Menge Äther versetzt und durch eine kleine Schicht gepreßter Watte (etwa 3 mm dick und 5 mm lang)
filtriert, die vorher gut mit Aceton—Äther gewaschen
worden ist. Dann wird gut mit demselben Lösungsmittel nachgewaschen, das klare farblose Filtrat auf
ein kleines Volumen eingeengt und vorsichtig mit Äther verdünnt·. Nach Impfen setzt die Kristallisation
sofort ein. Sie wird durch mehrstündiges Stehen bei o° und allmählichen Zusatz von Äther vervollständigt.
Dann wird mit wenig Aceton—Äther (etwa 1: 10),
reinem Äther und Pentan gewaschen. Ausbeute an Rohkristallen: 22,5 mg. Diese werden nochmals auf
die gleiche Weise filtriert und umkristallisiert und liefern 21,8 mg des analysenreinen Wirkstoffes.
Claims (10)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Abtrennung von Aldosteron aus Nebennierenextrakten, dadurch gekennzeichnet, daß man einen nach bekannten Methoden mit Lipoidlösungsmitteln aus Nebennieren hergestellten Extrakt durch Verteilung zwischen einem wäßrigen und einem mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel und bzw. oder durch Chromatographie auftrennt, gegebenenfalls in Verbindung mit einer Reinigung nach G ir ar d unter Gewinnung des ketonischen Anteils, und aus den erhaltenen, insbesondere im Mineralstoffwechsel hochwirksamen Fraktionen das Aldosteron durch Kristallisation abtrennt.
- 2. Verfahren nach Anspruch i-, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verteilung zwischen einem wäßrigen Alkohol und einem geeigneten, mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel, insbesondere zwischen 30%igem Methanol und Petroläther, vornimmt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Chromatographie hauptsächlich in Form einer Adsorptionschromatographie vornimmt.
- 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man als Adsorptionsmittel Kieselsäure (bekannt unter dem Handelsnamen »Silicagel«) oder Silikate verwendet.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Chromatographie hauptsächlich in Form einer Verteilungschromatographie vornimmt.
- 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man als Trägersubstanz Kieselgur oder Cellulose verwendet.
- 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung mit dem Girard-Reagenz unter schonenden Bedingungen in Abwesenheit einer Säure durchführt.
- 8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis ,7, dadurch gekennzeichnet, daß man die erhaltenen hochwirksamen Fraktionen aus Aceton—Äther umkristallisiert.
- 9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umkristallisation in Gegenwart von Wasser durchführt.
- 10. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man die erhaltenen hochwirksamen Fraktionen aus wäßrigem Aceton umkristallisiert.
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