DER0015475MA - - Google Patents

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DER0015475MA
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 23. November 1954 Bekaimtgemacht am 30. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wund- » verband, der als Wundauflage einen stark saugenden, durch Wundsekrete quellbaren, luftdurchlässigen, hochelastischen, faserfreien, gegebenenfalls mit wundtherapeutischen Mitteln imprägnierbaren und nicht hautreizenden Schwammpreßling besitzt.
Die bisher im Gebrauch befindlichen Wund- und Schnellverbände mit Baumwoll- oder Viskosegeweben als Wun-dauflage sind wenig quellfähig ίο und haben geringes Aufnahmevermögen für Wundsekrete. Ihre Faserlässigkeit erzeugt häufig Wundreizung und Heilverzug. Eine fortschrittliche Wundbehandlung gestattet das. in der Zeitschrift »Deutsche Erfinder-Post«, 1954, S. 13, beschriebene Wundpflaster, das als Wundauflage einen präparierten nicht gepreßten Kunststoffschwamm hat, wobei auf die Atmungsaktivität des Wundverschlusses besonderer Wert gelegt wird. Ferner sind resorbierbare Fibrin-, Plasma-, Gelatine-, Stärkeschäume und oxycellulosehaltige Gaze und Watte auf ihre Brauchbarkeit als Wundverband geprüft worden. Darüber wird unter Hinweis auf ein reichhaltiges Schrifttum und auf Klinikerfahrungen in der Zeitschrift für Biologie, 105. Band (1952), 2. Heft, S. 198 bis 213, sowie in der Medizinisc'hen Klinik 1952, Heft 44, S. 1461 bis 1463, berichtet. Auch zu Stützverbänden, werden nach einer Mitteilung von Nagel und Schwab in der Münchener Medi ζ. Wochenschrift, 1953, Heft 14, S. 408, Schaumleichtstoffe mit durchgehenden. Poren
■609 61-6/444
R 15475 IVa/30 h
unter anderem wegen der Durchatmung als vorteilhaft bezeichnet. Hier werden, allerdings kaltstarre, thermoplastische und nicht quellbare Schaumstoffe verschiedener chemischer Struktur verwendet. Dagegen eignet sich für Wundverbände nur eine kleine Gruppe von Schaumstoffen mit Schwammcharakter und mit Wasser quellbaren Membranen. Es sind dazu hauptsächlich geschäumte Hyd'ratzellulosen und niedrigverätherte Oxyalkylzellulosen
ίο verwendbar.
Wird nun aus den angeführten Gründen faserlässiges Gewebe als Wundauflage gemieden und Kunstschwamm als vorteilhafter für den Heilvorgang empfunden, so ist anzustreben, die darin liegenden Eigenschaften in ihrem vollen Umfange auszuwerten, vor allem die Aufnahmefähigkeit für Wundsekrete, d. h. die Kapillaraktivität auf ein Höchstmaß zu steigern. Die Saugfähigkeit eines Schaumstoffes hängt ab von der Porengröße. Hohe Kapillaraktivität ist von kleinlumigen Poren zu er-■ warten. Eine Anwendung des Kunstschaumes im elastischen Schwammzustand begrenzt die Porengröße auf eine bestimmte Norm, die wohl einer ausreichenden, jedoch noch nicht optimalen Saugas fähigkeit, und auch einer zugestandenen Luftdurchlässigkeit gerecht werden soll.
Für die vorliegende Erfindung ergab sich die neue Aufgabe, diese Wirkungsbeschränkung zu umgehen mittels eines vorbereiteten Schwammstoffes, dessen Poren bis zur Verwendung auf der Wunde mechanisch verkleinert sind, sich erst beim Quellen mit Wundsekret oder Schweiß öffnen, große Volumzunahme erzielen und dadurch bezüglich der Sekretaufnahme voll ausgelastet werden können.
Ein Erzeugnis dieser Art benötigt sterile, chemisch reine und mit Wasser rasch quellende Schwammstoffe — z. B. geschäumte Hydratzellulose oder niedrigverätherte Oxyalkylzellulose — die völlig frei sind von weichmachenden Bestandteilen, wie Glykol, Glycerin u. dgl. Sie werden zur Her-! ' ϊ stellung des Wundverbandes in einen wasserfreien, unelastischen Zustand versetzt, wobei sich physikalische oder chemische Verfahren anwenden lassen. In diesem Zustand werden sie zu dünnen Folien verpreßt, so daß die Poren nahezu geschlossen sind. Die Preßlinge werden als Streifen oder in anderen zweckdienlichen Formen auf selbstklebende Unterlagen bzw. auf Verbandstoffgeweben aufgebracht oder können unmittelbar als Wundauflage in Stück- 50* form dienen. Eine Imprägnierung mit wundthera- ' 'L· peutischen Mitteln geht in der Regel dem Trocknen und Pressen voraus. Zur Profilierung des Schaum- »' Stoffpreßlings, Perforierung oder irgendwie unterbrochenen Anbringung solcher Wundauflagen aus 55'v Schwammpreßlingen, zwecks Förderung des Luftdurchtritts zur Wunde ist ein großer Spielraum gegeben.
Die Vorteile dieses neuen faserfreien Wundverbandes aus Schwammpreßlingen liegen in erster Linie in der starken Aufnahmefähigkeit für Körper- und Hautsekret. Ein Kunstschwammpreßling kann sich beim Quellen auf einer Wunde um mehr als das Zehnfache seines Volumens ausdehnen und dabei völlig mit Flüssigkeit anfüllen. Der gequollene Schwamm bleibt elastisch und hat daher keine Wundreizung zur Folge. Seine poröse Struktur gestattet an sich einen Luftaustausch an ■ der Wunde, das Auswaschen und reizlose Ablösen der Auflage.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Quellfähiger Wundverband, dadurch gekennzeichnet, daß er aus hochquellfähigen, offenporigen, gegebenenfalls imprägnierten Schwammstoffpreßlingen, z. B. aus Hydratzeillulose oder Oxyalkylzellulose, besteht, die gegebenenfalls als Wundkissen bei an sich bekannten: Schnellverbänden dienen können.
    © 609 616/444,8.56

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