DER0015724MA - - Google Patents

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DER0015724MA
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pickling
pickling liquor
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 31. Dezember 1954 Bekanntgemacht am 30. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Bekanntlich werden die von der Bauchspeicheldrüse erzeugten Enzyme unter anderem auch als
* Beizmittel in der Lederindustrie benutzt, wie dies im Pionierpatent 200519 erstmalig offenbart worden ist. Die Bauchspeicheldrüse dient anderer-
seits als Lieferant des für die Behandlung der Zuckerkrankheit überaus wichtigen Insulins. Bei der Herstellung dieses Wirkstoffes fallen die proteolytischen Enzyme der Bauchspeicheldrüse als Nebenprodukte an. Die bei der Insulinfabrikation gewonnenen Enzyme sind jedoch hinsichtlich ihrer Beizwirkung den aus der vollständigen Pankreasdrüse isolierten Enzymen deutlich unterlegen. Dies äußert sich in einem andersartigen Verhalten gegenüber der zu beizenden Blöße, vor allem in einem schlechteren Lösevermögen der bei der Insulinherstellung anfallenden Enzyme für den Grund bzw. Gneist. Diese Unterlegenheit der als Nebenprodukte anfallenden. Enzyme ist qualitativer Art, d. h. sie kann nicht durch Anwendung einer entsprechend größeren Menge an Enzymen ausgeglichen werden, ohne daß dabei erhebliche Nachteile, wie vor allem Losnarbigkeit, in Kauf genommen werden müssen. Es wurde nun gefunden, daß die Wirkungsweise der bei der Insulinfabrikation anfallenden Proteasen durch den Zusatz tierischer, pflanzlicher, mineralischer oder synthetischer Öle in überraschender Weise verbessert werden kann. Im Hinblick darauf, daß während des Beizvorgangs die in den Poren der Haut sitzenden Fettstoffe, Pigmente und Rück-
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stände der Epidermis gelockert und ·— zum Teil bei der anschließenden mechanischen Bearbeitung ·— entfernt werden sollen, muß es als unerwartet be-
·... zeichnet werden, daß ein auf die Entfernung von "5 Fettstoffen gerichteter Prozeß gerade durch das
; Hinzufügen von Fettstoffen bzw. ölen gefördert wird. Die die Grundlösung fördernden Stoffe können dabei vor, während oder nach der Einwirkung des enzymatischen Beizmittels, jedoch vor
ίο der mechanischen Entfernung des Grundes bzw. Gneistes zugesetzt werden. Die Mitverwendung von Enzymen anderer Herkunft, beispielsweise die von Mikroorganismen gebildeten Proteasen oder auch die aus der vollständigen Pankreasdrüse isolierten proteolytischen Wirkstoffe, ist möglich.
Unter ölen im Sinne der vorliegenden Erfindung sollen jene Produkte pflanzlicher; tierischer, mineralischer oder- synthetischer Herkunft- verstanden werden, die vornehmlich auf Grund ihres physikalischen Verhaltens gleichsam als Gleitmittel für den in den Poren sitzenden Grund wirken. Diese Stoffe sind im Wasser schwer, meist unlöslich und bei der für den Beizvorgang gewählten Temperatur.
, flüssig. . '-■■■■'
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die Öle in emulgierter Form der Beizflotte zuzusetzen. Auf welche Weise diese öle emulgiert worden sind, ist nur insofern von Einfluß, als die Emulgatoren die Enzymwirkung nicht stören sollen. Die Emulgierung der Öle kann beispielsweise auch dadurch erreicht werden, daß man durch Sulfonierung wasserlöslich gemachte Öle verwendet. Die wirksame Komponente ist jedoch auch in diesem Falle das durch den Sulfonatanteil in wäßrige Emulsion.
überführte Neutralöl und nicht die Sulfogruppe.
Der Beizeffekt kann durch Zusatz von Emulgatoren, die die Enzyme nicht schädigen, gefördert werden. Als solche sind nichtionogene Emulgatoren, vornehmlich Äthylenoxydkondensationsprodukte, und kationaktive Emulgatoren, z. B. quarternäre Ammoniumbasen bzw. -salze, geeignet. Auch in Kombination miteinander können diese Emulgatoren zur Anwendung kommen.
Eine sichere Deutung für den sich bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens abspielenden Vorgang kann nicht gegeben werden. Die mit den nachstehenden Beispielen belegten, durch die beschriebenen Zusätze erzielten Vorteile lassen jedoch erkennen, daß den bei der Insulinherstellung gewonnenen. Enzymen offenbar eine Wirkungskomponente fehlt, die in den aus vollständigen Bauchspeicheldrüsen isolierten Proteasen enthalten ist. Es war nicht vorherzusehen, daß dieser Mangel durch den Zusatz von ölen bzw. ' Fettstoffen ausgeglichen werden kann.
Ein Ziegenfell wird in üblicher Weise geweicht, geäschert und für die Beize/Vorbereitet. Die linke Hälfte der Blöße wird dann gebeizt mit 300% Wasser von 32 bis 340 C, 0,5 % Pankreastryptase, wie sie als Nebenprodukt bei der. Insulinherstellung anfällt, 0,5% Ammoniumsulfat.
Die rechte Hälfieiwifdtgebeizt mitJ300.'%' Wasser von 32 bis 340 C, 0,5% Pankreastryptase, wie sie als Nebenprodukt bei der Insulinherstellung anfällt, 0,5 % Ammoniumsulfat, 5 °/o Spindelölraffinat.
Die Durchführung der Beize erfolgt bei pH 6 ■ bis 8,5. Nach 8stündiger Beizdauer wird geglättet. :'^p Die Grundlösung bei der linken Hälfte ist mangel- ' haft, bei der rechten Hälfte dagegen sehr gut.
Beispiel 2
Die linke Hälfte einer Ziegenblöße wird ebenso behandelt wie die linke Hälfte von Beispiel 1. Bei der rechten Hälfte werden außer der Pankreastryptase und dem Ammoniumsulfat zugesetzt: 0,25% Spermöl mit einer Kältebeständigkeit von — 10C, 0,25% wasserlösliches Äthylenoxydkondensationsprodukt oder 0,25 %> Dimethylbenzylammoniumchlorid.
Nach 8stündiger Beize bei pH 6 Bis 8,5 wurde geglättet. Bei der linken Hälfte ist wiederum die Grundlösung unbefriedigend. Bei der rechten Hälfte läßt sich der Grund leicht und vollständig entfernen.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    ι. Beizflotte für tierische Blößen mit bei der Insulinherstellung als Nebenprodukt anfallenden proteolytischen Enzymen, dadurch gekenn^ .zeichnet, daß sie pflanzliche, tierische, mineralische oder synthetische Öle enthält.
  2. 2. Beizflotte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich proteolytische Enzyme anderer Herkunft, wie die aus der vollständigen Pankreasdrüse gewonnenen oder auch die von Mikroorganismen gebildeten Proteasen, enthält. . ' (
  3. 3. Beizflotte nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß ihr zur Verstärkung des Beizeffekts mit oder nach dem Ölzusatz bekannte kationaktive oder nichtionogene Emul- '!05 gatoren zugesetzt sind. !Jt
  4. 4. Beizflotte nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ihr die Ölstoffe in Form einer auf beliebige Weise hergestellten Emulsion zugegeben sind.

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