DESC015981MA - - Google Patents

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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 31. Juli 1954 Bekanntgemacht am 26. April 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Vertikal- und Stauchwalzengerüste. Je nach Betriebsbedingungen ist die Ausbildung dieser Walzgerüste sehr unterschiedlich. In manchen Fällen genügt es, wenn die Walzen nur auf eine festliegende Walzlinie hin anstellbar sind und somit nur bei wechselndem Querschnitt des Walzgutes gegeneinander verstellt zu werden brauchen.
Für diesen Zweck sind die Gerüste in der Regel so ausgebildet, daß die Walzen mit ihren Lagern verschiebbar in Rahmen angeordnet sind, in denen sich auch die die Verstellung der Walzen bewirkenden Anstellspindeln abstützen. Durch Verstellen der Anstellspindeln, die gegebenenfalls getrieblich miteinander verbunden sind, können die Walzen einzeln oder gemeinsam auf die neuen Abmessungen des Walzgutes eingestellt werden.
In vielen Fällen müssen jedoch die Walzen der Vertikal- oder Stauchwalzengerüste nicht nur auf eine festliegende Walzlinie, sondern beim Wechseln der Kaliberbahn auch auf eine neue Walzlinie einstellbar sein.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat man bereits verschiedene Wege beschritten. Bei mehreren bekannten Vorrichtungen dieser Art sind die Walzen in Rahmen gelagert, die in engen Grenzen unabhängig voneinander verstellbar sind, so daß eine Anstellung der Walzen in bezug auf andere Abmessungen des Walzgutes möglich ist. Die Einstellung der Walzen auf eine neue Kaliberbahn ist jedoch nur durch Verschieben des ganzen Gerüstes einschließlich der Antriebe möglich.
Weiterhin sind Vertikal- oder Stauchwalzengerüste bekannt, bei denen eine Walze fest im Rah-
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men angeordnet ist, während die zweite Walze durch Spindeln auf die andere Walze zu im Rahmen des Gerüstes verschiebbar gelagert ist. Eine Walze bleibt also ständig an ihrem Platz, so daß diese Anordnung der Walzen nicht einmal eine schnelle und leichte Anstellung auf eine festliegende Walzlinie zuläßt, weil bei der geringsten Breitenänderung des zu verwalzenden Produktes jedesmal das ganze Gerüst verschoben werden muß, um die unverschiebbar im Rahmen angeordnete Walze auf die neuen Abmessungen des Walzgutes auszurichten. Ebenfalls muß das ganze Gerüst verschoben werden, sobald die Kaliberbahn der Walzenstraße gewechselt wird. Dieses bei der geringsten Änderung ständig erneut erforderlich werdende Ausrichten der unverschiebbar im Rahmen gelagerten Walze verursacht aber große Walzpausen, ist somit äußerst unwirtschaftlich und erfordert zudem von dem Bedienungspersonal ein hohes Maß an Sorgfalt.
Kurz zusammengefaßt kann also gesagt werden, daß die bekannten Ausführungen entweder baulich sehr aufwendig oder aber den Anforderungen des Walzwerksbetriebes in bezug auf schnelles Ausrichten der Walzen auf neue Walzgutabmessungen und andere Kaliberbahnen nicht gewachsen sind.
Ziel der Erfindung ist es, ein Vertikalgerüst zu schaffen, dessen Walzen, mit einfachen Mitteln leicht und schnell sowohl auf eine festliegende AValzlinie als auch beim Wechseln der Kaliberbahn auf eine neue Walzlinie ausgerichtet werden können. Gemäß der Erfindung ist das eine Walzenlagergehäuse über Zugwangen mit einem Joch verbunden und durch eine ins besondere an das Joch angreifende Spindel gegenüber der Sohlplatte verfahrbar, während das andere Walzenlagergehäuse durch eine sich in dem Joch abstützende Spindel oder mehrere gegenüber dem ersteren anstellbar ist, wobei die Spindel für die Verschiebung des einen
. Walzenlagergehäuses und die Spindel bzw. Spindein für die Anstellung des anderen Walzenlagergehäuses derart getrieblich miteinander verbunden sind, daß durch die Abstimmung der Getriebeübersetzungen und Spindelsteigungen die beiden Walzenlagergehäuse gegenläufig zu einer festen Walzlinie bewegbar sind. Durch diese Anordnung werden besondere Umtriebe für die getriebliche Verbindung der den beiden Walzen zugeordneten Anstellspindeln vermieden. Mit einem derartig ausgebildeten Getriebe für die symmetrische Anstellung der Walzen auf eine feste Walzlinie kann mit einfachsten Mitteln auch ein Verschieben des
' Walzgerüstes quer zur Walzrichtung durchgeführt werden, wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sowohl die Spindel für die Verschiebung des einen Walzenlagergehäuses wie auch die Spindel bzw. Spindeln für die Anstellung des anderen Walzenlagergehäuses lösbar, insbesondere über .eine elektrisch oder von Hand zu betätigende Schaltkupplung mit dem sie verbindenden Getriebe verbunden sind. Dadurch, daß nämlich die Spindel für das Verschieben des einen Walzenlagergehäuses und die Spindel bzw. Spindeln für das Anstellen des anderen Walzenlagergehäuses gemeinsam betätigt werden, lassen sich die Walzen gleichsinnig zu einer festliegenden Walzlinie verstellen. Wird jedoch die Kupplung zwischen der Anstellspindel bzw. den Anstellspindeln und dem Antriebsgetriebe gelöst, so verschiebt sich lediglich das Walzgerüst unter Beibehaltung des einmal eingestellten Walzenspaltes. .
Weitere Einzelheiten der Erfindung gehen aus der Zeichnung hervor, die ein Stauchger.üst als Ausführungsbeispiel zeigt. Dabei stellt
Fig. ι einen Schnitt in der Walzenebene,
Fig. 2 einen Schnitt A-A in der Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt B-B in der Fig. 1 und
Fig. 4 einen Schnitt C-C ebenfalls in der Fig. 1 dar. l
Mit ι und 2 sind die Walzen bezeichnet, die mitsamt ihren Lagern in je einem -der Walzenlagergehäuse 3 und 4 eingesetzt sind. Die Walzenlagergehäuse 3 und 4 sind in die Walzenstühle 5 und 6 eingesetzt, so daß sie nach oben hin ausbaubar sind. Die Walzerilagergehäuse 3 und 4 werden in den Walzenstühlen 5 und 6 mittels der Klammern 7 ge- 85 halten. Der das Walzenlagergehäuse 3 tragende Walzenstuhl 5 ist über die Zugwangen 8 und 9 mit dem Joch 10 verbunden. Der das Walzenlagergehäuse 4 tragende Walzenstuhl 6 ist zwischen den Zugwangen 8 und 9 verschiebbar geführt. Der Walzenstuhl 6 stützt sich gegen die in das Joch io eingesetzten Spindeln 11 und 12 ab, so daß die Walzen 1 und 2 mittels der Spindeln 11 und 12 gegeneinander angestellt werden können. Dsr Walzenstuhl 6 ist mit Zugstangen 13 versehen, die sich über Federn 14 gegen die an den Spindeln 11 und 12 angebrachten Traversen 15 abstützen und sowohl das Gewindespiel aufheben wie auch den Walzenstuhl 6 in ständiger Anlage an die Stirnflächen 16 und 17 der Spindeln 11 und 12 halten, so daß diese durch keine Eindrehungen an ihren Stirnenden geschwächt zu werden brauchen.
In das Joch 10 ist weiterhin eine Spindel 18 eingesetzt, die über das Drucklager 19 gegenüber der Sohlplatte 20 abgestützt ist. Die Spindeln 11, 12 und 18 sind durch das Getriebe 21 miteinander verbunden. Den Spindeln 11 und 12 sind Schaltkupplungen 22 zugeordnet, durch welche die Verbindung 11 und 12 mit dem Getriebe aufgehoben werden kann. Sollen die Walzen 1 und 2 gegeneinander angestellt werden, so werden bei eingerückten Kupplungen 22 die Spindeln ii und 12 gemeinsam mit der Spindel 8 über das Getriebe 21 betätigt. Die Steigungen der Gewindespindeln 11, 12 und 18 und die Übersetzungen der Räder des Getriebes 21 sind so aufeinander abgestimmt, daß sich die Walzen 1 und 2 gegenläufig zu einer festen Walzenlinie bewegen. Sollen die Walzen 1 und 2 auf eine andere Walzenlinie eingerichtet werden, so werden die Kupplungen 22 gelöst und somit wird die Verbindung der Spindeln 11 und 12 mit dem Getriebe 21 aufgehoben. Es wird also lediglich noch die Spindel 18 betätigt, durch die dann das Walzgerüst quer zur Walzrichtung verschoben wird, ohne daß sich der eingestellte Spalt zwischen den Walzen ι und 2 ändert. Sowohl beim Anstellen der Walzen als auch
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beim Verschieben des Walzgerüstes verschieben sich auch die Spindeln ii und 12, die deshalb drehfest, jedoch längs verschiebbar in die hohlen Ab-. triebswellen 23 und 24 des Getriebes 21 eingesetzt sind. Um die Verschiebung des Walzgerüstes zu ermöglichen, sind die Zugwangen 8 und 9 quer zur Walzrichtung verschiebbar auf die Sohlplatte 20 aufgesetzt. Die Zugwangen 8 und 9 stützen sich dabei auf die Gleitflächen 25 der Sohlplatte 20.
Ferner sind zur Führung der Zugwangen 8 und 9 in die Sohlplatte 20 keilförmige Leisten 26 eingelassen, die in entsprechend keilförmige Nuten 27 der Zugwangen 8 und 9 eingreifen. Um eine spielfreie Führung zu erreichen und ein Verklemmen der Zugwangen 8 und 9 in ihren Führungen möglichst auszuschalten, sind den Führungsleisten 26 Federn 28 zugeordnet, welche die Führungsleisten in - ständiger spielfreier Anlage in den Nuten 27 halten.
Der Antrieb der Walzen 1 und 2 erfolgt über die Spindel 29, die Kegelradpaare 30 und die sich aus den Rädern 31 und 32 zusammensetzenden Zahnradpaare, wobei das der Walze 2 zugeordnete eine Kegelrad des Kegelradpaares 30 drehfest, jedoch verschiebbar auf der Spindel 29 angeordnet ist. Die Walzenstühle 4 und 5 sind so ausgebildet, daß sie zugleich als Gehäuse für die den Walzen zugehörigen Getrieberäder dienen. Jeweils das letzte Getrieberad 32 ist als Hohlrad mit einer profilierten Bohrung ausgebildet. Die Walzen 1 und 2 sind mit einem entsprechend profilierten Zapfen 33 versehen und mit diesem Zapfen 33 in die Bohrungen der Getrieberäder 32 eingesetzt, wodurch das leichte Auswechseln der Walzen 1 und 2 einschließlich der Walzenlagergehäuse gewährleistet ist.
Die Erfindung kann nicht nur' bei Vertikal- und Stauchwalzgerüsten, sondern ebensogut bei Treibapparaten Anwendung finden.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    i. Vertikal- oder Stauchwalzengerüst mit einem auf der Sohlplatte verschiebbaren Rahmen, in dem das eine Walzlagergehäuse fest und das andere Walzlagergehäuse gegenüber dem ersteren durch sich im Rahmen abstützende motorisch angetriebene Spindeln verschiebbar angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß in getrieblicher Verbindung mit den das beweglich im Rahmen angeordnete Walzlagergehäuse (4) verstellenden Spindeln (11, 12) eine sich in an sich bekannter Weise gegen die Sohlplatte (20) abstützende Spindel (18) zur Verstellung des Rahmens vorgesehen ist, wobei die Übersetzung' der getrieblichen Verbindung und die Steigung der Spindeln (11, 12, 18) so gewählt ist, daß die Walzlagergehäuse (3, 4) gleichmäßig gegenläufig zu einer festen Walzlinie (C-C) bewegbar sind. ·. 1
  2. 2. Vertikal- oder Stauchwalzgerüst nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Spindel (18) für die Verschiebung des einen Walzlagergehäuses (3) wie auch die Spindel (11, 12) bzw. Spindeln für die Anstellung des anderen Walzlagergehäuses (4) lösbar, insbesondere über eine elektrisch oder von Hand zu betätigende Schaltkupplung (22) mit dem sie verbindenden Getriebe (21) verbunden sind.
  3. 3. Vertikal- oder Stauchwalzgerü'st nach Anspruch ι oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Walzlagergehäuse (3) über Zug.-wangen (8, 9) mit einem Joch (10) verbunden und durch eine insbesondere an das Joch (10) angreifende Spindel (18) gegenüber der Sohlplatte (20) verfahrbar ist, während das andere Walzlagergehäuse (4) durch eine sich in dem Joch (10) abstützende Spindel (11, 12) oder mehrere gegenüber dem ersteren anstellbar ist.
  4. 4. Vertikal- oder Stauchwalzgerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an den Zugwangen (8, 9) für das verschiebbare Walzlagergehäuse (4) zwei parallele Führungen (25, 27) vorgesehen sind, deren eine starr, und deren zweite als gegen den Druck von Federn (28) od. dgl. mit schrägen Keilflächen versehene bewegliche Führungsleiste (26) ausgebildet ist.
  5. 5. Vertikal- oder Stauchwalzgerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Walzlagergehäuse1 (3, 4) leicht lösbar in je einen Walzen- stuhl (5, 6) eingesetzt sind und anstatt der Walzlagergehäuse (3, 4) der eine Walzenstuhl
    (5) mit den Zugwangen verbunden ist, während auf den anderen Walzenstuhl (6) die Anstell-. spindeln (11, 12) einwirken. -
  6. 6. Vertikal- oder Stauchwalzgerüst nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenstühle ('5, 6) die den Walzen (1, 2) zugeordneten Getriebe (30, 31,- 32, 33) aufnehmen.
  7. 7. Vertikal- oder Stauchwalzgerüst nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem Walzlagergehäuse (3 oder 4) lösbar in den Walzenstuhl (5 oder 6) eingesetzte Walze (x oder 2) mit einem profilierten Zapfen (33) in eine entsprechende Bohrung des letzten Getrieberades (32) eingreift.
    Angezogene Druckschriften:
    Deutsche Patentschrift Nr. 886 584;
    USA.-Patentschrfften Nr. 746228, 664645,
    047 509, 2 011 686, 2 016 016, 2 195 502,
    183 388.
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
    © 609 507/138 4.56

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