DEST008639MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 20. August 1954 Bekanntgemacht am 22. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
PATENTANMELDUNG
KLASSE 23c GRUPPE 1 04 St 8639 IVc/23 c
Die Erfinder haben beantragt, nicht genannt zu werden
Standard Oil Development Company, Elizabeth, N. J. (V. St. A.)
Vertreter: E. Maemecke, Berlin-Lichterfelde West, und Dr. W. Kühl, Hamburg 36,
Patentanwälte
Metallschneidöl
Die Priorität der Anmeldung in Großbritannien vom 20. August 1953 ist in Anspruch genommen
Bei der Bearbeitung von Metallen verwendet man normalerweise ein öliges Gemisch. Derartige Gemische
können das Schneiden unterstützen, Ändern sie beispielsweise die Lebensdauer des Werkzeuges
,5, verlängern, die Reibung zwischen Werkzeug und
Werkstück herabsetzen, die Beschaffenheit der Oberfläche verbessern und während des Schneidens
als Kühlmittel wirken. ·■,.-.
•Metallschneidöle sind je nach ihrer Anwendung,
ίο: d. h; je nach der relativen Bedeutung der obengenannten Faktoren, sehr verschieden zusammen
gesetzt. So wird man, wenn die Kühlung die Hauptaufgabe ist, vorzugsweise ein Öl verwenden,
das in Wasser schnell emulgierbar ist. Derartige öle werden als lösliche Öle bezeichnet. Andererseits
verwendet man bei schwierigen BearbeAtungsverfahren,
wie dem Schneiden von schwer bearbeitbaren. Metallen, in der Regel ein nicht, emulgierendes
Öl oder unverdünntes Schnei.döl.
Die Erfindung bezieht sich auf Gemische ' vom
Typ der unverdünnten Schneidöle, d. h. auf Öle, die sich für schwierige Metallbearbeitüfigsverfahren
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St 8639 IVc/23 c
eignen, bei denen sie direkt beim Schneiden aufgebracht werden. Ein typisches Beispiel für derartige
schwierige Verfahren ist die Bearbeitung von verfestigten legie-rten Stählen oder Nickellegierungen.
Ein Beispiel für eine solche, für die Schneidölqualität besonders empfindliche Bearbeitung
ist das Räumen.
Beim Räumen von verfestigten legierten Stählen oder Nickellegierungen müssen häufig kohlenstofftetrachloridhaltige
Gemische verwendet werden, die erheblich toxisch sind. Die Erfindung zielt auf Gemische
ab, die weniger toxisch sind.
Räummaschinen sind normalerweise groß und kostspielig, und im Hinblick darauf ist für alle
Untersuchungen auf., diesem Gebiet eine Laboratoriumsvorrichtung-
erwünscht, mit der die Brauchbarkeit von Gemischen für Räumverfahren be- '
stimmt werden kann.
Die Schneidwirkung eines Räumwerkzeuges
ao kann, wie gefunden wurde, nachgeahmt werden, wenn man auf einen Stab von großem Durchmesser,
der in eine Spitzendrehbank eingespannt ist, ein grobes Gewinde schneidet und anschließend
das Gewinde mit einem Einpunktwerkzeug, dessen Form der Gewindeform entspricht, strählt. Die
Schnittgeschwindigkeit wird so eingestellt, daß sie der normalerweise bei Räumverfahren verwendeten
entspricht. Auch der Vorschub kann so gewählt werden, daß er dem normalerweise in der Räummaschine
verwendeten entspricht. Dieses Prüfverfahren hat neben seiner Einfachheit den Vor-'
teil, daß ein längerer Schnitt erzielt werden kann, als er normalerweise beim Räumen erhalten wird
und daß die Oberflächenbeschaffenheit nach der Bearbeitung
nach jedem Schnitt besser bestimmt werden kann. Auf ihr verhalten sich Schmiermittel
ähnlich wie bei ihrem praktischen Einsatz. Die Brauchbarkeit eines Schmiermittels beim Räumen
kann nach folgenden Gesichtspunkten beurteilt werden: nach der Oberflächenbeschafrenheit des
Werkstückes,' d.h. inwieweit es von Rissen und allen Unregelmäßigkeiten frei ist, nach der Oberflächenbeschaffenheit
des Spans, die in ähnlicher Weise beurteilt wird,- nach der Maßgenauigkeit des
Werkstückes nach dem Schnitt, nach der Lebensdauer des Werkzeuges, nach dem Rosten des Werkstückes,
nach dem Nichtauftreten von reizenden oder giftigen Dämpfen während des Schneidens,
nach der Korrosionsfestigkeit von Maschinenteilen, nach der Sichtbarkeit des Werkstückes durch das
Schmiermittel, nach der Schnittkraft.
Nach dieser Technik wurde eine Anzahl öliger Gemische bestimmt, wobei jedes Gemisch auf
Grund seines nach den obigen Kriterien bestimmten Verhaltens eine relative Bewertung erhielt. Die
' Bewertung bezieht sich auf das Verhalten von C Cl4
allein; je größer die Zahl ist, um so weniger ist das Gemisch geeignet.
Es wurde gefunden, daß man durch Vermischen chlorierter Wachse oder Mineralrückstände oder
chlorierter Mineralöldestillate von einem Siedepunkt oberhalb 1490, mit Fettsäureestern einer
C12- bis C22-F ettsäure mit einem ein- oder mehrwertigen
Alkoholimit bis zu 10 C-Atomen aus- -■
gezeichnete Gemische für Metallbearbeitungen dieser Art erhält.
Die vorteilhafte Wirkung der Gemische gemäß der Erfindung im Vergleich mit bekannten Schneidflüssigkeiten
geht aus nachfolgender Tabelle, hervor.
Prüfflüssigkeit Bewertung
Kohlenstofftetrachlorid 1,0
90% Isopropyloleat 1
10%chloriertes Leuchtöl mit3o%Chlor J 2>°
65 °/o Isopropyloleat 1
65 °/o Isopropyloleat 1
35 % chloriertes Leuchtöl mit 30°/o Chlor J I)0
■33V3% Isopropyloleat . ι
■33V3% Isopropyloleat . ι
'■33Vs°/o chloriertes Wachs mit 50% Chlor I
331Zs0Zo chloriertes Leuchtöl mit [ '
331Zs0Zo chloriertes Leuchtöl mit [ '
30% Chlor J
Petroläther 60/80 10,0
50% Methylalkohol \
50% T. C. P. (Trikresylphosphat J I>5
Isopropyloleat 2,5 8S
Aus der Tabelle ist zu ersehen, daß Gemische gemäß Erfindung überragend gute Ergebnisse liefern.
Wenn auch die Oberfläche des Werkstückes nicht jenes helle gebrannte Aussehen hat, wie es mit go
C Cl4 erzielt wird, so hat es nichtsdestoweniger eine »wahre satinartige Schnittbeschaffenheit« und ist
somit geeignet.
Diese Ergebnisse werden durch die Praxis bestätigt. Ein typischer verfestigter legierter Stahl 0,5
von hoher Festigkeit ergab mehr als 60 Durchgänge des Räumwerkzeüges bei Verwendung eines
Schmiermittels aus 65 °/o Isopropyloleat und 35 °/o chloriertem Leuchtöl mit 30% Chlor, bevor
ein Fehler auftritt, im Vergleich zu nur zwei oder drei Durchgängen bei Verwendung eines wirksamen
bekannten Schneidöles.
Anschließend wurde eine weitere Versuchsreihe durchgeführt, bei der bei Anwendung eines anderen
und schwieriger zu behandelnden Stahles ein Gemisch aus 35% chloriertem Wachs und 65% Isopropyloleat
etwa 50 Schnitte im Vergleich zu 275 Schnitten bei Verwendung eines Gemisches, das aus CCl4 bestand, ermöglichte, bevor es versagte.
Unter den gleichen Bedingungen arbeitete ein Gemisch von 8o°/e chloriertem Leuchtöl und
200/o Isopropyloleat nach 120 Schnitten noch einwandfrei
und schnitt bei einem Vergleich mit dem obengenannten C Cl4-Gemisch durchaus gut ab-
Das Gemisch aus 8o°/o chloriertem Leuchtöl und 20°/» Isopropyloleat wurde anschließend auf einer
Fertigungsmaschine unter etwas anderen Bedingungen geprüft. Das Gemisch hatte dabei ungefähr
die gleiche Wirksamkeit wie ein Gemisch von 75 °/o C Cl4 und 25 % Kokosiiußöl, welches das
wirksamste im Handel erhältliche Gemisch sein dürfte. Bedauerlicherweise war es nicht möglich,
unverdünntes chloriertes Leuchtöl und C Cl4 direkt
zu vergleichen, aber bei Durchführung der Versuchsreihen ergaben sich verschiedene Anzeichen
dafür, daß ihre Leistung gut vergleichbar ist, wenn
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St 8639 IVc/23 c
auch zur Erzielung bester Ergebnisse der Zusatz eines schmierfähigen Mittels erforderlich ist.
Bei Durchführung dieser Arbeiten wurde die interessante und überraschende Beobachtung gemacht,
daß der leicht stechende Geruch von chloriertem Leuchtöl durch Vermischen mit Estern
gemäß Erfindung, z.B. nur io°/o Isopropyloleat, wesentlich verringert wurde und nur der schwach
fettige Geruch des letztgenannten zurückblieb.
ίο Jeder Ester aus einer C12- bis C22-Fettsäure und
einem ein- oder mehrwertigen Alkohol mit bis zu io C-Atomen ist wirksam. Außer Isopropyloleat
sind z. B. Butyllaurat, Äthylstearat zu nennen.
Der Anteil der chlorierten Kohlenwasserstoffe an Chlor sollte so hoch sein, wie es mit der Stabilität
des Produktes vereinbar ist. In dieser Hinsicht hat man beobachtet, daß eine stärker extrahierte,
stärker paraffinbasische Mineralölfraktion bei der Chlorierung stabilere Produkte ergibt.
Die Anteile der beiden Bestandteile des Gemisches können beträchtlich schwanken. Man kann
bis zu 95 % an chloriertem Kohlenwasserstoff verwenden.
Claims (2)
1. Metallschneidöl, dadurch gekennzeichnet, daß es aus chloriertem Wachs oder Erdöldestillat
von einem Siedepunkt oberhalb 1490 und einem Ester einer C12- bis C22-Fettsäure
mit einem ein- oder mehrwertigen Alkohol mit bis zu 10 C-Atomen besteht.
2. Metallschneidöl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ester Isopropyloleat ist.
Angezogene Druckschriften:
Französische Patentschrift Nr. 1 029 609;
USA.-Patentschrift Nr. 2 591 570.
Französische Patentschrift Nr. 1 029 609;
USA.-Patentschrift Nr. 2 591 570.
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