DEV0006987MA - - Google Patents

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DEV0006987MA
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 11. März 1954 Bekanntgemacht am 2. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es sind Luftgewehre bekannt, bei denen ein Lüftbehälter über ein Rückschlagventil einerseits mit einer Handluftpumpe und andererseits mit der das Geschoß aufnehmenden Druckkammer verbunden werden kann, wobei das zwischen Luftbehälter und Druckkammer befindliche Ventil von dem sich entspannenden Schlagstück im Augenblick des Abschusses kurzzeitig geöffnet wird.
Dieses Schlagstück steht hierbei unter der Wirkung einer starken Feder, die durch Niederdrücken des Abzuges im Augenblick des Abschusses entspannt wird. Außerdem weist dieses bekannte Luftgewehr noch eine zwischen Luftbehälter und Pumpenkolben vorgesehene Feder auf, so daß sich ein verwickelter Aufbau ergibt. Ferner sind Luftgewehre bekannt, bei denen das die Luftkammer mit dem Pumpenzylinder verbindende Auslaßventil mittels eines durch den Druck der verdichteten Luft in der Luftkammer bewegten Schlagstückes geöffnet wird, das im Augenblick des Abschusses unter den Druck der verdichteten Luft gesetzt wird. Dieses bekannte Luftgewehr ermöglicht mit einer Füllung des Luftbehälter mehrere Abschüsse, was aber den Nachteil hat, daß der Luftdiruck bei den einzelnen Schüssen nicht völlig gleich ist und infolgedessen keine ausreichende Schießgenauigkeit erreicht werden kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, bei dem mit einer Handluftpumpe ausgerüsteten Luftgewehr bei einfachem Aufbau eine große Schießgenauigkeit zu ermöglichen. Gemäß der Erfindung wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das durch den Druck der
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verdichteten Luft in der Luftkamnier bewegte, das Auslaßventil steuernde Schlagstück in der von dem Auslaßventil geschlossenen Luftkammer angeordnet ist und in bekannter Weise einen größeren Querschnitt hat als das Auslaßventil. Hierdurch wird bei einfachem Aufbau ein rasches- Vorschnellen des Schlagstückes im Augenblick des ' Abschusses erreicht, so daß das Auslaßventil schlagartig geöffnet wird, denn die verdichtete Luft kann auf das
ίο Schlagstück wegen seines großen Querschnittes einen höheren Druck als auf das Auslaßventil aus-■ üben. Die Luft kann daher wegen des hierdurch ermöglichten schlagartigen öffnens des Auslaßventils beim Abschuß mit hoher Geschwindigkeit in die Ladekammer des Laufes einströmen und das Geschoß unter starker Schlag wirkung. heraustreiben. Der den Kolben des Schlagstückes enthaltende Teil der Luftkammer wird mit der das Auslaßventil führenden zylindrischen Luftkammer zweckmäßig durch eine kegelförmige Erweiterung verbunden, in der vorteilhaft eine elastische Scheibe vorgesehen wird, die das Schlagstück gegen die Luftkammer abdichtet. Infolge der kegelförmigen Ausbildung dieses Zwischenstückes wird der Reibungswiderstand des· Schlagstückes und der Dichtungsscheibe auf ein Mindestmaß verringert, da diese Teile auch ohne Schmierung an der kegelförmigen Wandung nicht radieren können, wie dies bei einer zylindrischen Wand leicht eintritt. Der Druck der verdichteten Luft kann daher praktisch verlustfrei auf das 'Schlagstück einwirken, dessen Geschwindigkeit dadurch ohne Verwendung von Federn auf ein Höchstmaß gebracht wird. Das Schlagstück wird in seine Ladestellung durch einen unter Federdruck stehenden Schieber gebracht, der vorzugsweise in der hinteren Abschlußwand der Luftkammer geführt ist und zweckmäßig unter Zwischenschaltung einer als Puffer wirkenden nachgiebigen Einlage gegen den Kolben des Schlag-Stückes drückt. Dieser wird zweckmäßig durch eine Mitnehmerstange mit dem1 Kolben des Auslaßventils gekuppelt, in dem eine schwache Feder angebracht sein kann, um die Bewegung des Schlagstückes auf das Auslaßventil zu übertragen. Sonst hat das Luftgewehr gemäß der Erfindung keine Federn und ist deshalb in seiner Ausgestaltung besonders einfach, auch hat es eine größere Schießgenauigkeit als das Luftgewehr nach dem früheren Vorschlag des Anmelders. Das Luftgewehr gemäß der Erfindung ist einschüssig und wird daher nach jedem Schuß durch Betätigen der Handpumpe wieder unter Druck gesetzt, so daß sich bei jedem Schuß die gleichen Luftdruckverhältnisse ergeben, was sich auf dlie Schießgeinauigkeitgünstig auswirkt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung im Längsschnitt dargestellt, und zwar zeigt
Fig. ι das Luftgewehr im geladenen und
Fig. 2 im abgeschossenen Zustand, wobei der Kolben nicht dargestellt ist. '
Der Lauf 1 ist in ein Gehäuse 2 eingelassen, an dem auch der parallel zu dem Lauf 1 liegende Zylinder 3 einer Handluftkolbenpumpe angebracht ist, deren Kolben 4 den Arbeitsraum des Pumpenzylinders 3 abschließt. Dieser steht über einen düsenförmigen Kanal 5, ein in der Kammer 6 vorgesehenes Rückschlagventil 7 und eine senkrecht zur Längsachse verlaufende Bohrung'8 in Verbindung mit einer Luftkammer 9, in der ein als Kolben ausgebildetes Auslaß ventil· 10 geführt ist. Die Luftkammer 9 steht über eine Gummilochscheibe 11 in Verbindung mit der Ladekammer 12, die in an sich bekannter Weise aus einem durchbohrten Kegelkörper nach Art eines Hahnkükens . besteht und von einem neben dem Lauf liegenden, nicht dargestellten Handgriff um 900 hin- und hergedreht werden kann. Der hintere Teil der Luftkammer 9 hat einen etwas größeren Durchmesser als der vordere Teil und enthält den Kolben 13 des Schlagstückes, dessen Vorderseite ballig ausgebildet und durch eine Gummischeibe 14 abgedichtet ist. Diese befindet sich in der zwischen Auslaßventil 10 und Schlagstück 13 befindlichen kegelförmigen Erweiterung der Luftkammer 9 und liegt daher infolge ihrer Wölbung stets dichtend an der Wandung an, wobei ein Radieren der Guimmischeibe 14 bzw. des Kolbens 13 an der Wandung auch bei Fehlen einer Schmierung vermieden wird. In den Kolben 13 des Schlagstückes ist eine Stange 15 eingelassen, die in eine axiale Bohrung 16 des Ventilkolbens 10 eingreift. Eine in dieser ' Bohrung angeordnete Schraubenfeder 17 legt sich mit ihrem einen Ende gegen das als Mitnebmerkopf 18 ausgebildete Ende der Kolbenstange 15 und drückt mit ihrem anderen Ende das Auslaßventil 10 auf die Dichtungsscheibe 11. Eine in dem Ventilkolben 10 vorgesehene Bohrung 16 steht durch einen Kanal 19 in Verbindung mit der Luftkammer 9.
Der Kolben 13 des Schlagstückes ist an der Rückseite mit einer zylindrischen Ausnehmung 20 versehen, in der das kolbenartige Ende 21 einer Schieberstange 22 geführt ist, deren anderes Ende einen Griff 23 trägt, gegen den sich eine in der hinteren Abschluß wand 25 der Luftkammer 9, verankerte Schraubenfeder 24 legt. Die Schieberstange 22 ist in dieser Abschlußwand 25 geführt. In der Ausnehmung 20 des Kolbens 13 ist eine nachgiebige Einlage 26, z. B. aus Gummi, vorgesehen, die als Schlag dämpfer wirkt und dadurch die Treff möglichkeit der Waffe erhöht. ,110
Der Kolben 13 des Schlagstückes ist an seiner Unterseite mit einer Raste 27 versehen, in die ein Nocken eines um die Achse 28 schwingbaren Druckstückes 29 eingreift. Das als Klinke ausgebildete Ende 30 des Druckstückes 29 greift in eine Raste 31 des Abzuges 32, der um die Achse 33 schwingbar ist und an dem eine Zugfeder 34 angreift, deren anderes Ende zugleich an dem Hebel 35 des Drackstückes 29 angreift.
Der mit der Zugfeder 34 verbundene Hebelarm 35, gerechnet von der Achse 28 bis zum Angriffspunkt der Zugfeder 34, ist hierbei länger als der Hebelarm des Abzuges 32 zwischen dem Angriffspunkt der Feder 34 und der Achse 33. Durch diese Hebelübersetzung wird ein sicheres Arbeiten der Abzugvorrichtung gewährleistet.
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Die Wirkungsweise des neuen Gewehres ist folgende:
Durch Druck von Hand auf den Schieber 23 werden das Auslaßventil 10 und das Schlagstück 13 in die in Fig. 1 gezeichnete Ladestellung gebracht, wobei das Auslaßventil 10 an der Gummilochscheibe Ii anliegt. Dadurch ist die Luftkammer 9 luftdicht gegen die Ladekammer 12 abgeschlossen. In die Raste 27 des Schlagstückes 13 wird der Nocken des Druckstückes 29 durch die Feder 34 gezogen, die gleichzeitig die Klinke 30 in die Raste 31 des Abzuges 32 zieht. Der Schieber 23 wird durch die Druckfeder 24 wieder in die Ausgangsstellung zurückgebracht.
Durch Betätigen des Pumpenkolbens 4 im Zylinder 3 wird Luft durch den düsenförmigen Kanal 5 über das Rückschlagventil 7 und die Bohrung 8 in die Luftkammer 9 gefördert, und zwar kann sie hierbei auf einen Druck bis 100 atü und mehr verdichtet werden. Nachdem die Ladekammer 12 mit dem Geschoß 36 geladen wurde, ist die Waffe schußfertig.
Zur Schußabgabe wird der Abzug 32 in der üblichen Weise betätigt, wobei die Klinke 30 des Druckstückes 29 von der Rast 31 freigegeben wird. Der Nocken des Druckstückes 29 gelangt dadurch aus der Rast 27 des Schlagstückes 13, so daß dieses durch die in der Luftkammer 9 verdichtete Luft auf die Gleitfläche des Nockens des Druckstückes 29 geschoben wird, wodurch das Druckstück 29 in die in, Fig. 2 gezeichnete Stellung gelangt.
Das Schlagstück 13 wird durch den Druck der verdichteten Luft nach hinten geschoben, bis die Pufferscheibe 26 an dem Ende 21 der Schieberstange 22 zum Anliegen kommt. Bei der Freigabe des Schlagstückes 13 schlägt die an der balligen Stirnfläche des Schlagstückes 13 anliegende Dichtungsscheibe 14 sofort in die entgegengesetzte Richtung um, so daß ihre Wölbung jetzt gegen das Schlagstück 13 gerichtet ist. Schon allein diese Durchbiegung der Dichtungsscheibe 14 bewirkt ein rasches Öffnen des Auslaßventils 10. Würde die Dichtungsscheibe 14 bei nicht ausreichender Schmierung an ihrer Wandung radieren oder fest mit dieser verklebt sein, so würde dadurch das schlagartige Öffnen des Auslaßventils 10 und die Abgabe des Schusses in keiner Weise behindert werden.
Das Schlagstück hat in der beispielsweise dargestellten Ausführungsform nur einen geringen Hub von etwa 3 mm. Es wird daher das Auslaßventil erst geöffnet, nachdem das Schlagstück bei diesem Hub eine hoheGeschwindigkeit erreicht hat.
Fig. 2 zeigt die Stellung des Schlagstückes 13 sowie des Auslaßventils 10 während oder nach der 55 Schußabgabe. Hierbei ist das Loch der Dichtungsscheibe 11 durch den abgehobenen Ventilkolben 10 geöffnet, so daß die in der Kammer 9 befindliche hochverdichtete Luft expandieren, kann und das Geschoß 36 mit hoher Geschwindigkeit durch den 60 Lauf treibt.
Die verdichtete Luft bringt also erstens das Schlagstück 13 und zweitens das Auslaßventil 10 in die in Fig. 2 dargestellte Abschußlage.
Die Erfindung kann außer für Luftgewehre auch für Luftpistolen Anwendung finden.

Claims (4)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Luftgewehr mit Handluftpumpe, deren Zylinder über ein Rückschlagventil in Verbindung mit einer Luftkammer steht, die beim Abschuß mit der Ladekammer des Laufes über ein Auslaßventil verbunden wird, das mittels eines durch den Druck der verdichteten Luft in der Luftkammer bewegten Schlagstückes geöffnet
• wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Schlagstück (13) in der von dem Auslaßventil (10) abgeschlossenen Luftkammer (9) angeordnet ist und in bekannter Weise einen größeren Querschnitt hat als das Auslaßventil (10).
2. Gewehr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schlagstück (13) an seiner dem Auslaßventil (10) zugewendeten Seite ballig ausgebildet tind gegen die Luftkammer (9) durch eine gewölbte nachgiebige Scheibe (14) abgedichtet ist.
3. Gewehr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in eine Raste (27) des Schlagstückes (13) ein Nocken eines Druckstücks (29) eingreift, dessen als Klinke (30) ausgebildetes Ende in eine Raste (31) des Drückers (32) eingreift.
4. Gewehr nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckstück (29) mit dem Drücker (32) durch eine Zugfeder (34) verbunden ist, wobei der Abstand des Angriffspunktes der Feder (34) von der Drehachse (28) des Druckstückes (29) größer ist als der Abstand des Angriffspunktes der Feder (34) von 10c der Achse (33) des Drückers (32).
In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschriften Nr. 2634717, 2495829; deutsche Patentschrift Nr. 618 721; belgische Patentschrift Nr. 506 007.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

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