HOLZBAUELEMENTE UND SYSTEM FÜR IHRE VERBINDUNG
Die Erfindung betrifft Holzbauelemente und ein System für Ihre Verbindung gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Die hohe Wärmedämmung und das günstige Verhältnis von hoher Festigkeit zu geringem Gewicht sind zwei wesentliche Gründe für die vielfältige Anwendung des Werkstoffs Holz im Bauwesen. Der Ingenieur-Holzbau, aber auch der handwerkliche Holzbau haben dank der Entwicklung moderner Holzwerkstoffe und vorgefertigter Holz¬ bauelemente neuen Auftrieb erhalten. Nach neueren Verfahren (Holz-Leimbau, Holz-Nagelbau) werden beispielsweise Industriebau¬ ten, Hallen und Holzbrücken gebaut.
Die physikalischen Eigenschaften des Holzes müssen bei der Kon¬ struktion von Holzbauten berücksichtigt werden. Die Rohdichte von Holz liegt zwischen 0,1 g/cm3 (Balsaholz) und 1,2 g/cm3 (Pock- holz). Mit zunehmender Rohdichte steigen der Elastizitätsmodul, die Festigkeit und die Härte an, während das Wärmedämmungsver¬ mögen etwas abnimmt. In Faserrichtung treten die höchsten Festig¬ keitswerte auf. Bei Änderungen des Feuchtigkeitsgehalts im hygro¬ skopischen Bereich (unterhalb 30% Holzfeuchtigkeit) ändern sich die Abmessungen (Quellung und Schwindung) und die technologischen Eigenschaften des Holzes.
Wenn nicht entsprechende konstruktive Massnahmen ergriffen wer¬ den, kann die Quellung oder Dilatation des Werkstoffs Holz zu grossen Problemen führen. Wenn Vollholzbalken oder Hohlbalken bei Gebäuden als tragende Boden-, Dach- oder Wandelemente verwendet werden, dann es kann vorkommen, dass durch das Auf uellen der Holzbalken die Gebäude auseinandergetrieben werden. Als Folge davon können schwerwiegende und kostspielige Schäden entstehen. Ein weiteres Problem, das sich vor allem bei balkenförmigen, langgezogenen Holzbauelementen stellt, ist der Umstand, dass diese unter Belastung mit der Zeit durchhängen. Dabei hängen nicht alle Holzbauelemente im gleichen Masse durch. Als Folge davon können bei Böden, Decken, Wänden oder anderen flächigen Konstruktionen aus balkenförmigen Holzbauelementen Stufen ent-
stehen.
Bei den gemäss dem heutigen Stand der Technik bekannten Kon¬ struktionsarten und balkenförmigen Holzbauelementen werden das Quellverhalten und das Durchbiegeverhalten des Holzes zuwenig berücksichtigt.
Üblicherweise werden die balkenförmigen Holzbauelemente ohne weitere Vorkehrungen seitlich aneinandergereiht. Zwischen den einzelnen Holzbauelementen gibt es also keine Zwischenräume, welche die seitliche Dilatation auffangen könnten. Fugenlos aneinandergefügte Holzbauele ente werden beispielsweise von den Patentschriften CH 680 600 (Veröffentlichungsdatum 30.9.1992), CH 650 826 (Veröffentlichungsdatum 15.8.1985) und CH 516 713 (Veröffentlichungsdatum 31.1.1972) beschrieben. Im weiteren ist es bekannt, balkenförmige Holzbauelemente mit Nut- und Kammverbindungen seitlich aneinander zu befestigen. Die Verwendung von Nut- und Kammverbindungen bei balkenförmigen Holzbauelementen wird beispielsweise von den Patentschriften EP 0 214 088 (Veröffentlichungstag 11.3.1987), CH 680 600 und CH 650 826 vorgeschlagen. Solche Nut- und Kammverbindungen sind jedoch zu schwach, um eine Stufenbildung zu verhindern, wenn sich die balkenförmigen Holzbauelemente durchbiegen. Auch bei der Verwen¬ dung von Nut- und Kammverbindungen werden die balkenförmigen Holzbauelemente lückenlos aneinandergefügt. Das Problem der seitlichen Dilatation wird durch die Nut- und Kammverbindungen folglich ebenfalls nicht gelöst. Ferner haben die Nut- und Kamm¬ verbindungen den Nachteil, dass bei der Herstellung der Nuten und Kämme grosse Mengen an Holzverschnitt entstehen. Dieser Verlust an Holz führt zu einer Erhöhung der Materialkosten. Einen Lösungsvorschlag für die Verhinderung der Stufenbildung findet man in der Patentschrift EP 0 214 088. Diese Patentschrift beschreibt die Verwendung von Querverbindungsmitteln, welche mehrere balkenartige Holzbauelemente durchdringen. Die Holzbau¬ elemente weisen zur Aufnahme der Querverbindungsmittel durch¬ gehende Öffnungen auf. Die Querverbindungsmittel sind vorzugs¬ weise Profilleisten aus Holz, Metall oder Kunststoff. Mit diesen Querverbindungsmitteln werden die einzelnen Holzbauelemente gegeneinander verspannt, so dass zwischen diesen auch unter Kräfteeinfluss keine Verschiebung und folglich auch keine Stufen-
bildung mehr entstehen kann. Die seitliche Dilatation kann jedoch mit Hilfe dieser Querverbindungsmittel ebenfalls nicht aufge¬ fangen werden.
Gemäss dem heutigen Stand der Technik sind also keine Konstruk¬ tionsverfahren und Holzbauelemente bekannt, welche das Problem der Dilatation von Vollholz- oder Hohlbalkenkonstruktionen zuverlässig lösen. Hier schafft nun die vorliegende Erfindung Abhilfe.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, balkenförmige Holzbau¬ elemente und ein System für ihre Verbindung zu schaffen, welches die seitliche Dilatation der einzelnen Holzbauelemente auffangen und zugleich die Stufenbildung zwischen den Holzbauelementen verhindern kann. Das Verbindungssystem soll ein schnelles, pro¬ blemloses Zusammenfügen der Holzbauelemente ermöglichen.
Die Aufgabe wird mit Hilfe der erfindungsgemässen Merkmale nach dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteil¬ hafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unter¬ ansprüche.
Die vorgeschlagenen Holzbauelemente sind vorzugsweise als ka¬ stenförmige, langgezogene Hohlkörper ausgebildet. Sie werden im folgenden als Hohlbalken bezeichnet. Diese Hohlbalken bestehen aus einer Grundplanke, einer Deckplanke und zwei Seitenwänden. Sie werden mit Hilfe des vorgeschlagenen Verbindungssystems zur Bildung einer flächigen Konstruktion, zum Beispiel eines Bodens oder einer Wand, aneinandergefügt. Das Verbindungssystem umfasst eine Vielzahl langer und kurzer, dübelartiger Verbindungselemen¬ te. Diese Verbindungsdübel sind in einen zylindrischen Kopf und einen zylindrischen Schaft gegliedert, wobei der Kopf einen grösseren Durchmesser aufweist als der Schaft.
Der Kopf ist bei beiden Dübelarten gleich ausgebildet. Seine Länge ist etwas grösser als die Wanddicke der Hohlbalken. Im Zentrum seiner freien Stirnseite ist in den Kopf ein Gewindeein¬ satz mit einem Innengewinde eingefügt.
Die beiden Dübelarten unterscheiden sich in der Länge ihres Schafts. Der Schaft des kurzen Dübels ist etwa gleich lang wie der Dübelkopf. Der Schaft des langen Dübels weist eine Länge
auf, welche um etwas mehr als eine Balkenwanddicke kleiner ist als die Balkenbreite. Ferner ist in den Schaft des langen Dübels von seiner freien Stirnseite her ein Gewindestabstück mit Aus¬ sengewinde eingefügt.
Die Hohlbalken sind an zwei sich gegenüberliegenden Wänden in regelmässigen Abständen mit durchgehenden, zylindrischen Bohrun¬ gen versehen. Die Bohrungen der einen Wand fluchten dabei paar¬ weise mit den Bohrungen der anderen Wand. Der Durchmesser der Bohrungen der einen Wand entspricht dem Durchmesser der Dübel¬ schäfte. Die Bohrungen der anderen Wand haben hingegen den glei¬ chen Durchmesser wie die Dübelköpfe.
Die Hohlbalken werden nun derartig aneinandergefügt, dass je¬ weils eine Wand mit dünnen Bohrungen neben einer Wand mit dicken Bohrungen liegt, und dass die Bohrungen zweier benachbarter Balken paarweise miteinander fluchten.
Die Dübel verlaufen in montiertem Zustand guer durch die beiden nebeneinanderliegenden Wände zweier benachbarter Hohlbalken. Jeder Dübel ist dabei mit seinem Schaft in eine dünne Bohrung der einen Balkenwand und mit seinem Kopf in eine dicke Bohrung der anderen Balkenwand eingefügt. Wenn man einen langen Dübel montiert, dann wird das Gewindestabstück an seinem Schaft in den Gewindeeinsatz am Kopf des vorhergehenden Dübels eingeschraubt.
Zur Bildung von grossflächigen Fertigbauelementen aus einer Vielzahl von nebeneinander liegenden, parallelen Hohlbalken kön¬ nen anstelle von Dübeln Verbindungsstangen verwendet werden. In diesem Falle entspricht der Durchmesser aller Bohrungen in bei¬ den Seitenwänden der Hohlbalken eines Fertigbauelementes dem Aussendurchmesser der Verbindungsstangen. Die Verbindungsstangen werden in die Bohrungen in den Hohlbalkenseitenwänden eingefügt. Sie verlaufen quer durch sämtliche Hohlbalken eines Fertigbau¬ elementes hindurch. Pro Fertigbauelement sind mehrere querver¬ laufende Verbindungsstangen vorgesehen.
Die Hohlbalken werden mit Hilfe einer handelsüblichen hydrau¬ lischen Holzleimbinderpresse mit Schwenkarmen und vertikalen Haltepfosten hergestellt. Die Grundplanke, die Deckplanke und die Seitenwände eines Hohlbalkens werden vor dem Pressvorgang durch eine Vielzahl von Rahmen aus Karton in ihrer gegenseitig richtigen Lage gehalten.
Die Erfindung ist im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels in den Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
Fig. la einen Querschnitt durch zwei Hohlbalken, welche durch lange Dübel stabilisiert sind;
Fig. lb einen Querschnitt durch zwei Hohlbalken, welche durch eine Kombination von langen und kurzen Dübeln stabi¬ lisiert sind;
Fig. lc einen Querschnitt durch zwei Hohlbalken, welche durch kurze Dübel stabilisiert sind;
Fig. 2a eine Seitenansicht eines langen Dübels; Fig. 2b einen Längsschnitt durch einen Dübel gemäss Fig. 2a; Fig. 2c eine Aufsicht auf die freie Stirnseite des Kopfes eines Dübels gemäss Fig. 2a;
Fig. 3a eine Seitenansicht eines kurzen Dübels; Fig. 3b einen Längsschnitt durch einen Dübel gemäss Fig. 3a; Fig. 3c eine Aufsicht auf die freie Stirnseite des Kopfes eines Dübels gemäss Fig. 3a;
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung zweier Hohlbalken gemäss Fig. la, welche mit langen Dübeln zusammen gehalten werden;
Fig. 5 verschiedene Schritte des Herstellungsverfahrens der Hohlbalken;
Fig. 6 eine perspektivische Darstellung eines Kartonrahmens;
Fig. 7 einen Querschnitt durch ein grossflächiges Fertig¬ bauelement aus einer Vielzahl von Hohlbalken und Verbindungsstangen.
Das vorgeschlagene Verbindungssystem sorgt dafür, dass bei der Bildung einer flächigen Konstruktion aus Hohlbalken 1 zwischen diesen genügend grosse Abstände bestehen bleiben, welche eine freie seitliche Dilatation der Hohlbalken 1 ermöglichen. Die Zwischenräume zwischen den Hohlbalken 1 haben die Funktion von
Pufferräumen, in welche sich die Hohlbalken 1 ausdehnen können. Sie sind derartig dimensioniert, dass auch bei einer grösstmög- lichen Dilatation der einzelnen Hohlbalken 1 in seitlicher Rich¬ tung keine Veränderung der Abmessungen der gesamten flächigen Konstruktion erfolgt.
Indem das vorgeschlagene Verbindungssystem nebeneinanderliegende Hohlbalken 1 miteinander koppelt, verhindert es zuverlässig, dass sich in einer flächigen Konstruktion Stufen bilden, wenn sich einzelne Hohlbalken 1 in Längsrichtung unterschiedlich bie¬ gen. Im weiteren bewirkt es eine zusätzliche Festigkeit der flä¬ chigen Konstruktion, wodurch ein Durchbiegen erschwert wird. Das vorgeschlagene Verbindungssystem ist in erster Linie für Holzbauelemente in der Form von Hohlbalken 1 gedacht (vgl. Fig. la bis lc und 4), es kann aber auch für Vollholzbalken einge¬ setzt werden (nicht gezeigt). Die Vollholzbalken müssen dafür in regelmässigen Abständen mit Querbohrungen versehen sein, welche die Dübel 2, 3 aufnehmen können (nicht gezeigt). Vollholzbalken werden vorzugsweise ausschliesslich mit langen Dübeln 2 stabilisiert. Der Durchmesser der Querbohrungen ent¬ spricht in der einen Längshälfte eines Vollholzbalkens dem Durchmesser eines Dübelkopfs 4 und in der anderen Längshälfte dem Durchmesser eines Dübelschafts 5.
In den Zeichnungen ist die Verwendung des vorgeschlagenen Ver¬ bindungssystems bei einer Decke dargestellt, die aus Hohlbalken 1 zusammengesetzt ist (vgl. Fig. la bis lc und 4). Die Diroensionierung der vorgeschlagenen Hohlbalken 1 hängt von der Belastung ab, denen sie ausgesetzt sind. Die Art des Holzes, aus dem die Hohlbalken 1 gefertigt sind, spielt ebenfalls eine Rolle. Beim Ausführungsbeispiel haben die Hohlbalken 1 eine Breite von 190 mm und eine Höhe von 160 mm. Jeder Hohlbalken 1 ist aus vier Holzbrettern 8, 9 zusammengesetzt, welche paarweise parallel bzw. rechtwinklig zueinander verlaufen. Die beiden Bretter 9, welche die Unterseite und die Oberseite eines Hohl¬ balkens 1 bilden, haben eine Breite von 190 mm. Sie werden im folgenden als Grundplanke 19 bzw. Deckplanke 20 bezeichnet. Die beiden Bretter 8, welche die beiden Seitenwände 7 des Hohlbal¬ kens 1 bilden, sind gerade halb so breit. Um aus den breiten Brettern 9 schmale Bretter 8 herzustellen, müssen diese also lediglich in der Längsrichtung halbiert werden. Dies erleichtert
die Herstellung der Hohlbalken 1 wesentlich. Die Dicke der Bret¬ ter 8, 9 beträgt beim Ausführungsbeispiel etwa 33 mm. Die beiden breiten Bretter 9 liegen mit einer grossflächigen Seite auf je zwei Stirnseiten der schmalen Bretter 8 auf. Die grossflächige Aussenseite jedes schmalen Brettes 8 ist mit je einer Stirnseite der beiden breiten Bretter 9 bündig. Die Bret¬ ter 8, 9 sind mit Leimverbindungen aneinander befestigt. Das breite Brett 9 an der Unterseite ist an seinen beiden Stirn¬ seiten mit je einer Längsnut 11 versehen.
Die Seitenwände 7 eines Hohlbalkens 1 sind in regelmässigen Ab¬ ständen mit durchgehenden, zylindrischen Bohrungen 12, 13 verse¬ hen. Der Abstand zwischen zwei Bohrungen 12, 13 beträgt beim Ausführungsbeispiel 100 cm. Die Bohrungen 12, 13 sind z.B. auf halber Höhe der Seitenwände 7 angebracht. Sie können auch in der Höhe alternierend versetzt sein, damit das Holz nicht gespalten wird. Ferner verlaufen sie rechtwinklig zur Seitenwandaussen- flache. Eine der beiden Seitenwände 7 eines Hohlbalkens 1 weist dünne Bohrungen 13, die andere dicke Bohrungen 12 auf. Der Durchmesser der dünnen Bohrungen 13 misst beim Ausführungsbei- spiel 25 mm. Er entspricht dem Durchmesser der Dübelschäfte 5. Der Durchmesser der dicken Bohrungen 12 beträgt etwa 200 % des Durchmessers der dünnen Bohrungen 13. Er entspricht dem Durch¬ messer der Dübelköpfe 4.
Bei der Dimensionierung der Dübel 2, 3 müssen die Quellungseigen¬ schaften der Holzart, aus der die Hohlbalken 1 gefertigt sind, berücksichtigt werden. Wenn die maximale seitliche Quellung 2 % (2 cm pro 1 m) beträgt, dann muss bei einer Balkenbreite von 19 cm der Zwischenraum zwischen zwei Hohlbalken 1 4 bis 5 mm betra¬ gen, damit die gesamte Dilatation aufgefangen werden kann. Bei einer Balkenbreite von 15 cm beträgt die maximale seitliche Dila¬ tation etwa 3 mm. Allgemein gesagt, wächst die Dilatation etwa linear mit der Balkenbreite.
Die Gesamtlänge eines langen Dübels 2 beträgt beim Ausführungsbei¬ spiel 194 mm bis 195 mm und ist somit 4 bis 5 mm grösser als die Balkenbreite. Der Kopf 4 eines Dübels 2, 3 ist beim Ausführungs¬ beispiel 45 mm lang. Die Länge eines Dübelkopfs 4 ist folglich etwas grösser als die Dicke der Balkenwände 7.
An seiner freien Stirnseite ist der Dübelkopf 4 mit einer zylin¬ drischen Längsbohrung 14 versehen, welche entlang der Mittenlängs-
achse 6 des Dübels 2 verläuft (vgl. Fig. 2b und 2c). Diese Längs¬ bohrung 14 ist beim Ausführungsbeispiel 40 mm lang. Der vordere Abschnitt der Längsbohrung 14 weist einen grösseren Durchmesser auf als der hintere Abschnitt. Er nimmt einen Gewindeeinsatz 16 mit einem Innengewinde auf. Dieser Gewindeeinsatz kann sechs- oder achtkantig oder rund ausgebildet sein. Beim Ausführungsbeispiel misst der Durchmesser des vorderen Abschnitts 15 mm. Die Breite des Gewindeeinsatzes 16 entspricht diesem Durchmesser. Der hintere Abschnitt der Längsbohrung 14 hat einen Durchmesser von 12 mm. Der Gewindeeinsatz 16 ist in der Längsbohrung 14 mit Kleber befestigt.
An der freien Stirnseite des Dübelschafts 5 befindet sich eben¬ falls eine Längsbohrung 15, welche entlang der Mittenlängsachse 6 des Dübels 2 verläuft. Diese Längsbohrung 15 ist beim Aus¬ führungsbeispiel ebenfalls 40 mm lang und hat einen Durchmesser von 12 mm. Sie nimmt eine Hälfte eines Gewindestabstücks 17 auf (vgl. Fig. 2a und 2b). Der Durchmesser dieses Gewindestabstücks 17 beträgt 12 mm, seine Länge etwa 80 mm. Das Gewindestabstück 17 lässt sich in den Gewindeeinsatz 16 eines Dübelkopfs 4 ein¬ schrauben.
Ein kurzer Dübel 3 ist beim Ausführungsbeispiel 95 mm lang. Der Kopf 4 ist gleich ausgebildet wie beim langen Dübel 2 (vgl. Fig. 3a bis c) .
Die Dübel 2, 3 sind vorzugsweise aus Holz, Kunststoff oder Me¬ tall gefertigt.
Die Figur la zeigt den Querschnitt durch zwei Hohlbalken 1, welche ausschliesslich mit langen Dübeln 2 stabilisiert sind. Die beiden Hohlbalken 1 sind nebeneinander auf gleicher Höhe angeordnet. Diejenige Seitenwand 7 des ersten, in der Figur la linken Hohlbalkens 1, welche dünne Bohrungen 13 aufweist, liegt dabei direkt neben derjenigen Seitenwand 7 des zweiten Hohlbal¬ kens 1, welche mit dicken Bohrungen 12 versehen ist. Die langen Dübel 2 verlaufen in montiertem Zustand quer durch die beiden nebeneinanderliegenden Seitenwände 7 des ersten und zweiten Hohlbalkens 1. Jeder Dübel 2 ist dabei mit seinem Schaft 5 in eine dünne Bohrung 13 der Seitenwand 7 des ersten Hohlbalkens 1 und mit seinem Kopf 4 in eine dicke Bohrung 12 der Seitenwand 7 des zweiten Hohlbalkens 1 eingefügt. Der Schaft 5 eines Dübels 2 verläuft dabei quer durch den Innenraum
des ersten Hohlbalkens 1.
Jeder Dübelkopf 4 steht im weiteren mit der an den Schaft 5 angrenzenden Stirnfläche an der Aussenseite der ihm zugewandten Seitenwand 7 des ersten Hohlbalkens 1 an, da sein Durchmesser grösser ist als der Durchmesser der dünnen Bohrung 13 in dieser Seitenwand 7. In den Gewindeeinsatz 16 am Kopf 4 jedes Dübels 2 des ersten Hohlbalkens 1 ist das Gewindestabstück 17 am Schaft 5 eines Dübels 2 des zweiten Hohlbalkens 1 eingeschraubt. Das Gewindestabstück 17 an jedem Dübel 2 des ersten Hohlbalkens 1 ist ferner in den Gewindeeinsatz 16 am Kopf 4 je eines weite¬ ren Dübels 2 eingeschraubt. Dieser Dübelkopf 4 ist in die dicke Bohrung 12 des ersten Hohlbalkens 1 eingefügt. Er steht mit der an den Schaft 5 angrenzenden Stirnfläche an der Aussenseite der ihm zugewandten Seitenwand 7 eines weiteren Hohlbalkens 1 an (nicht gezeigt) , da sein Durchmesser grösser ist als der Durch¬ messer der dünnen Bohrung 13 in dieser Seitenwand 7. Dadurch wird jeder Dübel 2 des ersten Hohlbalkens 1 fixiert und kann nicht mehr längs verschoben werden. Sein Kopf 4 ragt an der Aussenseite der Seitenwand 7 des zweiten Dübels 2 4-5 mm hervor. Zwischen dem ersten und dem zweiten Hohlbalken 1 wird folglich ein konstanter Zwischenraum von 4-5 mm gebildet. Beim Aufbau einer flächigen Konstruktion werden in einen ersten Hohlbalken 1 von der Seitenwand 7 mit den dünnen Bohrungen 13 her lange Dübel 2 eingesteckt. Danach wird an diese Seitenwand 7 ein zweiter Hohlbalken 1 derartig angefügt, dass seine Sei¬ tenwand 7 mit den dicken Bohrungen 12 dem ersten Hohlbalken 1 zugewandt ist. In einem nächsten Schritt werden auch in diesen Hohlbalken 1 von der Seitenwand 7 mit den dünnen Bohrungen 13 her lange Dübel 2 eingesteckt und an den Dübeln 2 des ersten Hohlbalkens 1 festgeschraubt. In dieser Art und Weise fährt man fort, bis die Decke ihre volle Breite erreicht. Zum Einschrauben der langen Dübel 2 kann eine herkömmliche, elektrische Handbohrmaschine verwendet werden. Im Bohrfutter der Bohrmaschine wird dafür ein spezieller Einsatz befestigt, dessen äusserer Abschnitt in den Gewindeeinsatz 16 an den Dü¬ belköpfen 4 einschraubbar ist (nicht gezeigt).
Die langen Dübel 2 halten den Abstand zwischen den Hohlbalken 1 konstant und verhindern gleichzeitig, dass sich die Hohlbalken 1 gegeneinander verschieben.
Die Figur lc zeigt den Querschnitt durch zwei Hohlbalken 1, welche ausschliesslich mit kurzen Dübeln 3 stabilisiert sind. Die beiden Hohlbalken 1 sind nebeneinander auf gleicher Höhe angeordnet. Diejenige Seitenwand 7 des ersten, in der Figur lc linken Hohlbalkens 1, welche dünne Bohrungen 13 aufweist, liegt dabei direkt neben derjenigen Seitenwand 7 des zweiten Hohlbal¬ kens 1, welche mit dicken Bohrungen 12 versehen ist. Quer durch diese beiden nebeneinanderliegenden Seitenwände 7 der beiden benachbarten Hohlbalken 1 erstrecken sich eine Viel¬ zahl kurzer Dübel 3. Ihr Schaft 5 ist in eine dünne Bohrung 13 in der Seitenwand 7 des ersten Hohlbalkens 1 eingefügt. Er ragt an der Innenseite dieser Seitenwand 7 vor. Der Kopf 4 jedes kurzen Dübels 3 ist in die dicke Bohrung 13 in der Seitenwand 7 des zweiten Hohlbalkens 1 eingefügt und ragt an der Innenseite dieser Seitenwand 7 ebenfalls vor.
Beim Aufbau werden in einen ersten Hohlbalken 1 von der Sei¬ tenwand 7 mit den dünnen Bohrungen 13 her kurze Dübel 3 einge¬ steckt. Danach wird an diese Seitenwand 7 ein zweiter Hohlbal¬ ken 1 derartig angefügt, dass seine Seitenwand 7 mit den dicken Bohrungen 12 dem ersten Hohlbalken 1 zugewandt ist. In einem weiteren Schritt werden auch in diesen Hohlbalken 1 von der Seitenwand 7 mit den dünnen Bohrungen 12 her kurze Dübel 3 ein¬ gesteckt. In dieser Art und Weise fährt man fort, bis die Decke ihre volle Breite erreicht.
Die kurzen Dübel 3 beschränken lediglich die Verschiebung der Hohlbalken 1 gegeneinander. Sie können die Abstände zwischen den einzelnen Hohlbalken 1 nicht aufrechterhalten, wenn sie nicht in Kombination mit langen Dübeln 2 verwendet werden. Sie haben gegenüber den langen Dübeln 3 jedoch den Vorteil, dass ihr Preis geringer ist.
Im weiteren ist es möglich, lange Dübel 2 und kurze Dübel 3 miteinander zu kombinieren. So können beispielsweise auf jeden langen Dübel 2 zwei kurze Dübel 3 folgen. Es sind aber beliebi¬ ge andere Kombinationen denkbar. Welche Kombination in einem bestimmten Fall am geeignetsten ist, kann mit Hilfe von bausta¬ tischen Berechnungen ermittelt werden.
In der Figur lb ist ein Querschnitt durch zwei Hohlbalken 1 gezeigt, welche mit einer Kombination von langen Dübeln 2 und kurzen Dübeln 3 stabilisiert sind. Die Hohlbalken 1 und die
Dübel 2, 3 sind gleich angeordnet wie im Fall, wo ausschliess¬ lich kurze Dübel 3 verwendet werden (vgl. Fig. lc). Die Dübel 2, 3 verlaufen also quer durch die nebeneinanderliegenden Sei¬ tenwände 7 zweier benachbarter Hohlbalken 1. Das Gewindestab¬ stück 17 am Schaft 5 jedes langen Dübels 3 ist jeweils in den Gewindeeinsatz 16 am Kopf 4 eines an diesem langen Dübel 3 an¬ liegenden langen oder kurzen Dübels 2, 3 eingeschraubt. Mit Kombinationen von langen und kurzen Dübeln 2, 3 wird ver¬ hindert, dass sich die Hohlbalken 1 gegeneinander verschieben. Zugleich werden auch die Abstände zwischen den einzelnen Hohl¬ balken 1 aufrechterhalten. Die Kosten für die Dübel 2, 3 sind ausserdem geringer als bei der Verwendung von ausschliesslich langen Dübeln 2.
Zur Bildung von grossflächigen Fertigbauelementen 26 aus einer Vielzahl von parallelen, nebeneinanderliegenden Hohlbalken 1 können anstelle der Dübel 2, 3 lange VerbindungsStangen 25 ver¬ wendet werden. Die Breite der Fertigbauelemente 26 wird durch die baulichen Anforderungen des zu konstruierenden Gebäudes, durch die jeweiligen Transportmöglichkeiten sowie die Breite der verwendeten Hohlbalken 1 bestimmt. Zur Bildung eines Fer¬ tigbauelementes 26 können beliebig viele Hohlbalken 1 seitlich aneinandergereiht werden. Dadurch kann jederzeit die für den Transport und die Montage optimale Breite erreicht werden. Der Durchmesser der Verbindungsstangen 25 ergibt sich aus den sta¬ tischen Anforderungen. Als Verbindungsstangen 25 verwendet man vorzugsweise handelsübliche Eisenrohre. Jedes Fertigbauelement 26 umfasst mehrere Verbindungsstangen 25, welche quer durch alle Hohlbalken 1 hindurchverlaufen.
Zur Aufnahme der Verbindungsstangen 25 weist jeder Hohlbalken 1 an beiden Seitenwänden 7 in regelmässigen Abständen angeordne¬ te, durchgehende, runde Bohrungen 27 auf. Der Durchmesser aller dieser Bohrungen 27 entspricht dem Aussendurchmesser der Ver¬ bindungsstangen 25. Bei der Herstellung der Fertigbauelemente 26 muss darauf geachtet werden, dass zwischen jedem Hohlbalken 1 und den an ihn angrenzenden Hohlbalken 1 ein Zwischenraum 28 verbleibt. Dies kann beispielsweise dadurch bewerkstelligt wer¬ den, dass während der Herstellung eines Fertigbauelementes 26 zwischen die Hohlbalken 1 Abstandhalter eingefügt werden (nicht
gezeigt). Die Abstandhalter können zum Beispiel durch kurze Holzleisten gebildet werden. Nach der Fertigstellung eines Fer¬ tigbauelementes 26 entfernt man dann die Abstandhalter wieder. Während einer eventuellen Lagerung und während des Transports zur Baustelle sorgen die zwischen den Verbindungsstangen 25 und den Hohlbalken 1 wirkenden Reibungskräfte dafür, dass die Zwi¬ schenräume 28 zwischen den Hohlbalken 1 bestehen bleiben. Die Breite der Zwischenräume 28 entspricht etwa der maximalen zu erwartenden, seitlichen Dilatation eines Hohlbalkens 1. Zum Verbinden zweier Fertigbauelemente 26 dienen kurze Rohr¬ stücke 29, deren Aussendurchmesser dem Innendurchmesser der Verbindungsstangen 25 entspricht. In jede Verbindungsstange 25 eines der zu verbindenden Fertigbauelemente 26 wird von einer Stirnseite her ein kurzes Rohrstück 29 teilweise hineingescho¬ ben. Der hervorragende Abschnitt jedes kurzen Rohrstücks 29 wird in eine Verbindungsstange 25 des zweiten zu verbindenden Fertigbauelementes 26 eingefügt.
Als Ausführungsbeispiel zeigt die Figur 7 ein Fertigbauelement 26, das zehn Hohlbalken 1 umfasst. Die Hohlbalken 1 sind neben¬ einander angeordnet. Sie verlaufen parallel zueinander und lie¬ gen in einer Ebene. Die Breite der Hohlbalken 1 beträgt beim Ausführungsbeispiel 19 cm. Der Abstand zwischen zwei aneinander angrenzenden Hohlbalken 1 beträgt 4 mm. Dadurch ergibt sich eine Gesamtbreite des Fertigbauelementes 26 von 193,6 mm. Die beim Ausführungsbeispiel verwendete Verbindungsstange 25 wird durch ein Eisenrohr mit einem Aussendurchmesser von 30 mm und einem Innendurchmesser von 24 mm gebildet. Der Durchmesser der durchgehenden Bohrungen 27 in den Hohlbalkenseitenwänden 7 misst ebenfalls 30 mm. Der Aussendurchmesser der zur Verbindung zweier Fertigbauelemente 26 eingesetzten Rohrstücke 29 misst 24 mm.
Unabhängig davon, welche Dübel 2, 3 verwendet werden, ist in die einander zugewandten Längsnuten 11 an der unteren Wand zweier benachbarter Hohlbalken 1 eine Leiste (Feder) 18 einge¬ fügt. Diese Leiste 18 hat eine rein dekorative und keine kon¬ struktive, tragende Funktion. Sie verdeckt den Spalt zwischen den beiden benachbarten Hohlbalken 1. Die gesamten beim Durch¬ biegen der Hohlbalken 1 wirkenden Kräfte werden durch die Dübel
2, 3 aufgenommen.
Das vorgeschlagene Verbindungssystem für balkenförmige Holzbau¬ elemente eignet sich nicht nur für Decken- und Bodenkonstruk¬ tionen, sondern auch für giebelförmige Dachaufbauten oder Wand¬ konstruktionen.
Für die Herstellung der vorgeschlagenen Hohlbalken 1 wird vor¬ zugsweise eine handelsübliche hydraulische Holzleimbinderpresse mit Schwenkarmen 21 und vertikalen Haltepfosten 22 verwendet. Sowohl die Schwenkarme 21 als auch die Haltepfosten 22 sind in regelmässigen Abständen auf einer Linie angeordnet. In hinauf- geschwenkter Endposition verlaufen die Schwenkarme 21 parallel zu den vertikalen Haltepfosten 22. Die Schwenkarme 21 lassen sich bis in eine etwa horizontale Endposition hinunterschwen¬ ken. Zwischen diesen beiden Endpositionen können die Schwen¬ karme 21 in beliebigen Zwischenpositionen arretiert werden. Die Hohlbalken 1 werden auf den Schwenkarmen 21 zusammengebaut. Die Schwenkarme 21 werden dafür in einer Zwischenposition arre¬ tiert. Sie bilden eine Art Werktisch, dessen Arbeitsfläche nach hinten geneigt ist. An derjenigen Stirnseite, welche in hinuntergeschwenkter Position den Haltepfosten 22 zugewandt ist, trägt jeder Schwenkarm 21 ein Flacheisen 23, welches an der Oberseite des Schwenkarms 21 hervorsteht.
Die vorgeschlagenen Hohlbalken 1 werden in der folgenden Art und Weise hergestellt:
Zuerst.wird die Grundplanke 19 eines ersten Hohlbalkens 1 auf einer Breitseite mit zwei Leimstreifen 24 versehen. Die Leim¬ streifen 24 grenzen an die Ränder der entsprechenden Breitseite an. In einem weiteren Schritt wird die Grundplanke 19 derartig auf die Schwenkarme 21 gelegt, dass sie mit der Breitseite ohne Leimstreifen 24 an den Flacheisen 23 der Schwenkarme 21 anliegt und mit einer ihrer Schmalseiten auf den Schwenkarmen 21 steht (vgl. Fig. 5a). Anschliessend wird die erste Seitenwand 7 auf die Schwenkarme 21 gelegt. Sie wird dabei derartig angeordnet, dass sie mit einer Schmalseite an derjenigen Breitseite der Grundplanke 19 anliegt, welche die Leimstreifen 24 trägt und den Flacheisen 23 abgewandt ist (vgl. Fig. 5b). Sie liegt mit einer ihrer Breitseiten auf den Schwenkarmen 21 auf.
Danach wird auf die erste Seitenwand 7 eine Vielzahl Kartonrah¬ men 10 mit viereckigem Querschnitt gestellt. Die Höhe und die Länge eines solchen Kartonrahmens 10 entsprechen der Höhe und der Breite des Innenraumes eines Hohlbalkens 1. Die Breite ei¬ nes Kartonrahmens 10 beträgt ein Bruchteil seiner Höhe. Ein Kartonrahmen 10 kann beispielsweise aus einem Kartonstreifen gefertigt sein, welcher vier querverlaufende Faltnähte aufweist und dessen beiden Enden zusammengeleimt sind (vgl. Fig. 6). Jeder Kartonrahmen 10 liegt mit einer Breitseite an der Grund¬ planke 19 und mit einer Schmalseite an der ersten Seitenwand 7 des Hohlbalkens 1 an (vgl. Fig. 5c). Die Kartonrahmen 10 sind in Abständen von 1 bis 2 Metern angeordnet.
In einem weiteren Schritt legt man die zweite Seitenwand 7 der¬ artig auf die oberen Schmalseiten der Kartonrahmen 10, dass ihre Schmalseite diejenige Breitseite der Grundplanke 19 be¬ rührt, welche die Leimstreifen 24 aufweist (vgl. Fig. 5d). An- schliessend wird die Deckplanke 20 wie die Grundplanke 19 an einer Breitseite mit zwei Leimstreifen 24 versehen. Sie wird danach derartig auf die Schwenkarme 21 gestellt, dass sie mit einer Schmalseite auf den Schwenkarmen 21 steht und ihre mit Leim versehene Breitseite an den Stirnseiten der Seitenwände 7 anliegt (vgl. Fig. 5e).
Der erste Hohlbalken 1 ist somit zusammengebaut. Neben dem er¬ sten Hohlbalken 1 werden in der beschriebenen Art und Weise weitere Hohlbalken 1 zusammengebaut, bis die Schwenkarme 21 auf ihrer gesamten Länge mit Hohlbalken 1 belegt sind (vgl. Fig. 5f). Die Schwenkarme 21 werden danach in ihre vertikale Endpo¬ sition geschwenkt. Wenn sie diese Endposition erreicht haben, dann liegen die Hohlbalken 1 übereinander. Zudem liegen sie mit der einen Seitenwand 7 an den Schwenkarmen 21 und mit der ande¬ ren Seitenwand 7 an den vertikalen Haltepfosten 22 an (vgl. Fig. 5g). Schliesslich wird auf die Hohlbalken 1 von oben und von der Seite solange ein Pressdruck ausgeübt, bis der Leim genügend ausgehärtet ist. Danach werden die Hohlbalken 1 aus der Holzleimbinderpresse herausgenommen. In einem abschliessen- den Schritt versieht man die Seitenwände 7 mit den Bohrungen 12, 13, welche zur Aufnahme der Dübel 2, 3 dienen. Der Kartonrahmen 10 hat lediglich die Aufgabe, die Grundplanke 19, die Deckplanke 20 und die Seitenwände 7 eines Hohlbalkens 1
vor dem Pressen in der gegenseitig richtigen Lage zu halten.
Das vorgeschlagene Verbindungssystem ermöglicht es erstmals, die seitliche Dilatation von nebeneinander angeordneten balken¬ förmigen Holzbauelementen aufzufangen. Dadurch können durch die Dilatation verursachte Schäden an Gebäuden vermieden werden. Gleichzeitig wirken die Dübel 2, 3 des vorgeschlagenen Verbin¬ dungssystems wie Querεtreben, welche ein Durchbiegen der Hohl¬ balken 1 erschweren. Im weiteren koppeln die Dübel 2,3 neben¬ einanderliegende Hohlbalken 1 aneinander. Wenn sich ein Hohl¬ balken 1 in der Längsrichtung verbiegt, dann zieht er die bei¬ den benachbarten Hohlbalken 1 mit. Die Bildung von Stufen zwi¬ schen den Hohlbalken 1 kann dadurch zuverlässig verhindert wer¬ den.
Dies war bei den bisher bekannten Feder-Kamm-Verbindungen, wel¬ che zur Verbindung von Holzbauelementen verwendet wurden, nicht der Fall. Solche Feder-Kamm-Verbindungen sind zuwenig stabil, um den wirkenden Scherkräften standhalten zu können. Beim vor¬ geschlagenen Verbindungssystem haben die Federn 18 eine rein dekorative und keine tragende Funktion. Die statischen Aufgaben werden ausschliesslich von den Dübeln 2,3 übernommen. Die Dübel 2, 3 des vorgeschlagenen Verbindungssystems können problemlos und schnell montiert werden und behindern in keiner Art und Weise das Aneinanderfügen der Holzbauelemente. Sie las¬ sen sich ohne grosse Kraftanwendung in die Bohrungen 12, 13 der Holzbauelemente einfügen. Die langen Dübel 2 werden auf ein¬ fache Art und Weise zusammengeschraubt. Besonders schnell kann dies mit Hilfe einer Handbohrmaschine und dem speziellen Schraubaufsatz erledigt werden.
Die vorgeschlagenen Fertigbauelemente 26 werden gebrauchsfertig auf die Baustelle geliefert. Dadurch lässt sich die Arbeitsauf¬ wand auf der Baustelle wesentlich verringern.
Die für den Zusammenbau verwendeten Kartonrahmen 10 beeinträch¬ tigen das Anbringen der runden Bohrungen 12, 13 in den Seiten¬ wänden 7 eines Hohlbalkens 1 nicht. Im weiteren haben sie den Vorteil, dass sie das Einziehen von Leitungen im Innenraum ei¬ nes Hohlbalkens 1 nicht verhindern. Dieser Nachteil tritt bei bekannten Hohlbalken 1 auf, welche während des Auf aus mit Hil-
fe von Querwänden aus Holz stabilisiert werden. Ein weiterer Vorteil der Kartonrahmen 10 liegt in ihrem geringen Platzbe¬ darf. Sie können platzsparend gelagert werden.
Mit Hilfe des vorgeschlagenen Verbindungssystems lassen sich dekorative, tragende Decken bauen. Man kann damit beispiels¬ weise Täferdecken oder Schattenfugendecken nachbilden.