EP0881019A1 - Verfahren zur Herstellung von metallischen Giesslingen, metallischer Giessling, sowie Hubkolbenbrennkraftmaschine - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von metallischen Giesslingen, metallischer Giessling, sowie Hubkolbenbrennkraftmaschine Download PDFInfo
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- F02F—CYLINDERS, PISTONS OR CASINGS, FOR COMBUSTION ENGINES; ARRANGEMENTS OF SEALINGS IN COMBUSTION ENGINES
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- F02F2007/0097—Casings, e.g. crankcases for large diesel engines
Definitions
- the invention relates to a method for producing metallic castings, one using this process produced metallic casting, in particular a Cylinder liner and a reciprocating piston internal combustion engine with at least one according to the procedure manufactured cylinder liner.
- castings must be in Sub-areas have special properties around the Stresses in the individual areas to be able to withstand.
- the stresses can either different in the individual sub-areas kind or different sizes.
- the tread (inner wall) of a cylinder liner for Reciprocating internal combustion engines such as Large diesel engines, such as those used in ships come in the combustion area of a high thermal Stress on the one hand and a high On the other hand, exposed to pressure. At the same time there is a strain in this area Sliding friction (through the piston or the piston ring) superimposed abrasive and / or partially corrosive Stress, the tread must be in this area be very low-wear.
- a cast iron used which has a hard phase content in the range of 6-7% is particularly low-wear and keeps the high stress on the tread in Collar area stood.
- the invention also relates to an after Process produced casting, in particular a Cylinder liner for a reciprocating piston internal combustion engine such as. for a large diesel engine, and one Reciprocating internal combustion engine, in particular a Large diesel engine, comprising at least one after the Process manufactured cylinder liner.
- a raw casting produces some more Machining allowances include and after solidification and the demolding still has to be worked on in order to Giessling, e.g. the cylinder liner, in its to get final form.
- Giessling e.g. the cylinder liner
- Collar area 150 and the adjoining area Shirt area and the molded divider 3 can be found in the collar area 150 both on the Tread, ie in the inner area 150b, as well as in the outer region 150a, which have properties that are required to the different To withstand stress in these areas.
- the production is comparative inexpensive and technologically simple.
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Abstract
Das Verfahren zur Herstellung von metallischen Giesslingen (4) weist die folgenden Verfahrensschritte auf: mindestens zwei metallische Giessmassen (G1,G2) werden in flüssigem Zustand in eine Giessform (1) eingebracht, in der sie anschliessend erstarren; es werden voneinander verschiedene Giessmassen (G1,G2) verwendet; zumindest in einem Teilbereich (150) der Giessform (1) wird eine Vermischung der verschiedenen Giessmassen (G1,G2) untereinander verhindert. <IMAGE>
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
metallischen Giesslingen, einen nach diesem Verfahren
hergestellten metallischen Giessling, insbesondere eine
Zylinderlaufbuchse, sowie eine Hubkolbenbrennkraftmaschine
mit mindestens einer nach dem Verfahren
hergestellten Zylinderlaufbuchse.
Giesslinge müssen je nach gewünschtem Einsatzgebiet in
Teilbereichen spezielle Eigenschaften aufweisen, um den
Beanspruchungen in den einzelnen Teilbereichen
standhalten zu können. Dabei können die Beanspruchungen
in den einzelnen Teilbereichen entweder unterschiedlicher
Art oder unterschiedlich gross sein. So ist zum Beispiel
die Lauffläche (Innenwand) einer Zylinderlaufbuchse für
Hubkolbenbrennkraftmaschinen wie beispielsweise
Grossdieselmotoren, wie sie in Schiffen zum Einsatz
kommen, im Verbrennungsbereich einer hohen thermischen
Beanspruchung einerseits und einer hohen
Druckbeanspruchung andererseits ausgesetzt. Gleichzeitig
erfolgt in diesem Bereich eine Beanspruchung durch
Gleitreibung (durch den Kolben bzw. den Kolbenring) mit
überlagerter abrasiver und/oder teilweise korrosiver
Beanspruchung, die Laufflache muss in diesem Bereich also
sehr verschleissarm sein.
Aufgrund der enormen Beanspruchung ist eine solche
Zylinderlaufbuchse im Verbrennungsbereich typischerweise
dicker ausgebildet - man spricht vom Kragenbereich - als
in dem übrigen Bereich, den man als Hemdbereich
bezeichnet. Im äusseren Bereich des Kragenbereichs, also
in dem Teil, der die Lauffläche im Kragenbereich umgibt,
stehen Eigenschaften wie z.B. eine hohe Festigkeit und
eine hohe Dehnung im Vordergrund. Korrosionsbeständigkeit
spielt in diesem Bereich keine tragende Rolle, da in
diesem Bereich kein Kontakt mit dem (Diesel-)Brennstoff
erfolgt. Im Hemdbereich sind die genannten
Beanspruchungen generell geringer als im Kragenbereich.
Man hat versucht, Giesslinge beanspruchungsgerecht aus
verschiedenen Werkstoffen herzustellen. Hier sind
Verfahren wie das Auftragsschweissen, das
Laserumschmelzen oder die Plasmabeschichtung bekannt,
ferner das Verpressen oder das Sintern verschiedener
Werkstoffe. Das Auftragsschweissen ist jedoch speziell
für das Innenbeschichten von hohlzylindrischen Bauteilen
nur sehr bedingt geeignet, da der Fertigungsaufwand hoch
ist. Beim Laserumschmelzen ist die umgeschmolzene Schicht
nur dünn und bei einer entsprechend starken abrasiven und
korrosiven Beanspruchung schnell verschlissen.
Plasmabeschichtungen weisen den Nachteil auf, dass sie
porös sind und daher für die Herstellung von Flächen, die
in Kontakt mit korrosiven Medien gelangen, ungeeignet
sind. Das Verpressen und Sintern verschiedener Werkstoffe
schliesslich ist mit einem hohen fertigungstechnischen
Aufwand (hohe Drücke) und dementsprechend auch mit hohen
Kosten verbunden.
Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, diese Nachteile
des Standes der Technik zu vermeiden und ein
vergleichsweise kostengünstiges und vor allem auch
technologisch einfaches und sicheres Verfahren zur
Herstellung von Gussteilen wie z.B. die genannten
Zylinderlaufbuchsen für Grossdieselmotoren vorzuschlagen.
Diese Aufgabe wir durch ein Verfahren gelöst, wie es
durch die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs
charakterisiert ist. Mindestens zwei metallische
Giessmassen werden in flüssigem Zustand in eine Giessform
eingebracht, in der sie anschliessend erstarren. Dabei
werden voneinander verschiedene Giessmassen verwendet.
Zumindest in einem Teilbereich der Giessform wird eine
Vermischung der verschiedenen Giessmassen untereinander
verhindert. Durch die Verhinderung der Vermischung der
verschiedenen Giessmassen weist der nach diesem Verfahren
hergestellte Giessling in den gewünschten Bereichen die
jeweils gewünschten Eigenschaften auf, ohne dass diese
Eigenschaften durch eine Vermischung mit der anderen
Giessmasse (bzw. den anderen Giessmassen) verschlechtert
werden oder gar durch die Vermischung mit der anderen
Giessmasse ganz verloren gehen. Das Verfahren ist
technologisch einfach und kostengünstig.
In einer Ausführungsvariante des erfindungsgemässen
Verfahrens wird zur Verhinderung der Vermischung der
verschiedenen Giessmassen vor dem Einbringen der
Giessmassen in die Giessform zunächst mindestens ein
hohlzylindrisches Trennblech in die Giessform
eingebracht, sodass der Innenraum der Giessform in dem
Bereich, in dem sich das Trennblech erstreckt, in einen
inneren und einen äusseren Bereich unterteilt wird.
Anschliessend werden die verschiedenen Giessmassen zu
beiden Seiten des Trennblechs in die Giessform
eingebracht. Durch diese Massnahme wird eine Vermischung
der zu beiden Seiten des Trennblechs eingebrachten
Giessmassen zumindest in dem Bereich, in welchem sich das
Trennblech erstreckt, vermieden. In diesen Bereichen
werden daher auch die gewünschten Kenngrössen der
erstarrten Giessmassen nicht von den jeweiligen anderen
Giessmassen beeinflusst.
In einer Weiterbildung dieser Ausführungsvariante wird
ein hohlzylindrischer Giessling, insbesondere eine
Zylinderlaufbuchse für Grossdieselmotoren, hergestellt.
Das Trennblech wird in einen Bereich der Giessform
eingebracht, der nach dem Erstarren der Giessmassen einen
Kragenbereich des hohlzylindrischen Giesslings definiert.
In dem Bereich der Giessform, der nach dem Erstarren
einen an diesen Kragenbereich anschliessenden Hemdbereich
des Giesslings definiert, wird hingegen eine Vermischung
der verschiedenen Giessmassen zugelassen. Somit ist
gewährleistet, dass der Giessling den hohen
Beanspruchungen im Kragenbereich standhalten kann. Im
Hemdbereich hingegen sind die Beanspruchungen geringer,
sodass auch eine Mischung der beiden Giessmassen den dort
auftretenden Beanspruchungen genügen kann.
Das Einbringen der Giessmassen kann im steigenden Guss
erfolgen, wobei an dem Übergang zwischen Kragenbereich
und Hemdbereich ein Zurückfliessen von miteinander
vermischten Giessmassen aus dem Hemdbereich in den von
dem Trennblech definierten äusseren Bereich im
Kragenbereich verhindert wird. Dies ist insofern von
Bedeutung, als im äusseren Bereich des Kragenbereichs
möglichst keine Hartphasen enthalten sein sollen, da
diese Hartphasen die hohe Dehnungsfähigkeit des
Giesslings, die in diesem Bereich gefordert wird,
verringern. In der Praxis lässt sich dies beispielsweise
dadurch erreichen, dass der Flüssigkeitsspiegel der
Giessmasse beim Befüllen der Giessform im äusseren
Bereich immer geringfügig höher ist als der
Flüssigkeitsspiegel im inneren Bereich. Ausserdem kann
hierzu auch noch ein Trennblech verwendet werden, das an
seinem oberen Ende in Form einer Krone ausgebildet ist,
sodass ein Zurückfliessen von miteinander vermischten
Giessmassen verhindert wird.
In einer vorteilhaften Ausführungsvariante des
erfindungsgemässen Verfahrens wird als Giessmasse, die in
den von dem Trennblech definierten inneren Bereich
eingebracht wird, ein Gusseisen mit Lamellengraphit
verwendet. Gusseisen mit Lamellengraphit hält den
Beanspruchungen von Laufflächen von Zylinderlaufbuchsen
für Grossdieselmotoren stand, zeichnet sich darüberhinaus
aber auch durch seine guten Notlaufeigenschaften aus.
In einer anderen Ausführungsvariante wird als Giessmasse,
die in den von dem Trennblech definierten inneren Bereich
eingebracht wird, ein Gusseisen mit Vermiculargraphit
verwendet. Gusseisen mit Vermiculargraphit hält ebenfalls
den hohen Beanspruchungen von Laufflächen von
Zylinderlaufbuchsen für Grossdieselmotoren stand.
In einer weiteren Ausführungsvariante wird als
Giessmasse, die in den von dem Trennblech definierten
äusseren Bereich eingebracht wird, ein Gusseisen mit
Kugelgraphit verwendet wird. Gusseisen mit Kugelgraphit
weist insbesondere eine hohe Festigkeit und eine sehr
hohe Fähigkeit zur Dehnung auf.
Bei hierzu alternativen Verfahrensvarianten wird als
Giessmasse, die in den von dem Trennblech definierten
äusseren Bereich eingebracht wird, ein Gusseisen mit
Vermiculargraphit oder ein Gusseisen mit Lamellengraphit
verwendet.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsvariante des
Verfahrens wird für den inneren Bereich, also
beispielsweise für die Lauffläche der genannten
Zylinderlaufbuchse, ein Gusseisen verwendet, welches
einenen Hartphasenanteil im Bereich von 6-7% aufweist.
Ein derartiges Gusseisen ist besonders verschleissarm und
hält den hohen Beanspruchungen der Lauffläche im
Kragenbereich stand.
Ebenfalls Gegenstand der Erfindung ist ein nach dem
Verfahren hergestellter Giessling, insbesondere eine
Zylinderlaufbuchse für eine Hubkolbenbrennkraftmaschine
wie z.B. für einen Grossdieselmotor, und eine
Hubkolbenbrennkraftmaschine, insbesondere ein
Grossdieselmotor, umfassend mindestens eine nach dem
Verfahren hergestellte Zylinderlaufbuchse.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung, mit welcher das erfindungsgemässe Verfahren durchführbar ist,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Linie II-II der Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Ausschnitt eines Ausführungsbeispiels des
Trennblechs
und - Fig. 4
- ein Ausführungsbeispiel eines mit dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Giesslings.
In Fig. 1 erkennt man ein Ausführungsbeispiel einer
Vorrichtung, mit welcher das erindungsgemässe Verfahren
durchführbar ist. Die Vorrichtung umfasst mehrere Teile,
insbesondere sind dies eine Giessform 1 mit einer
hohlzylindrischen Kokille 10, einem Sandkern 11 sowie mit
einem Bodenstück 12, in welchem Einsätze 13a und 13b
angeordnet sind, wobei im Einsatz 13b DurchtrittsÖffnungen
130 und 132 vorgesehen sind. In dem Einsatz 13a
ist ein Kanal 120 vorgesehen, der sich von einem Einlass
121 bis unterhalb der Durchtrittsöffnungen 130 des
Einsatzes 13b erstreckt (wo er einen im wesentlichen
ringförmigen Kanal bildet). Mit dem Einlass 121 des
Kanals 120 ist ein Zuführrohr 2 mit einem Mantel 20 und
einem Sandeinsatz 21 verbunden. Durch dieses Zuführrohr 2
gelangt eine erste Giessmasse - die Giessmasse und ihre
Zuführrichtung ist durch die Pfeile G1 symbolisch
angedeutet - zunächst durch den Einlass 121 in den Kanal
120 des Einsatzes 13a und anschliessend durch den
ringförmigen Kanal und durch die Durchtrittsöffnungen 130
im Einsatz 13b hindurch in den Giessraum 15, der die
Gestalt des Giesslings (bzw. dessen Rohgestalt) festlegt.
Der Giessraum 15 wird hier in einem Teilbereich, dem
sogenannten Kragenbereich 150 (in welchem der Giessling
eine grössere Wandstärke aufweist, da er in diesem
Bereich später auch den grössten Beanspruchungen
ausgesetzt wird), von einem Trennblech 3 in einen
äusseren Bereich 150a und einen inneren Bereich 150b
unterteilt.
Weiterhin erkennt man in Fig. 1 einen sich in
Längsrichtung durch den Sandkern 11 hindurch
erstreckenden Zuführkanal 110, durch welchen hindurch
eine zweite Giessmasse - die zweite Giessmasse ist durch
die Pfeile G2 symbolisch angedeutet - zunächst in einen
Verteiler 131 im Einsatz 13b gelangt. Die zweite
Giessmasse G2 ist von der ersten Giessmasse G1
verschieden. Vom Verteiler 131 aus gelangt die Giessmasse
G2 durch die Öffnungen 132 (Fig. 2) im Einsatz 13b
ebenfalls in den Giessraum 15 hinein. Allerdings gelangt
die Giessmasse G2 im Kragenbereich 150 des Giessraums 15
- relativ zum Trennblech 3 betrachtet - zunächst in den
inneren Bereich 150b. Fig. 2, in welcher ein Schnitt
gemäss der Linie II-II der Fig. 1 dargestellt ist,
verdeutlicht dies.
Beim Befüllen der Giessform 1 werden die beiden
Giessmassen G1 und G2 im steigenden Guss (Fig. 1) etwa
gleichzeitig und mit etwa gleicher Steiggeschwindigkeit
in den Giessraum 15 eingebracht. Allerdings wird dabei
die darauf geachtet, dass der Flüssigkeitsspiegel im
äusseren Bereich 150a des Kragenbereichs 150 immer
geringfügig höher ist, also im inneren Bereich 150b. Im
Kragenbereich 150 wird beim Einbringen der Giessmasse
eine Vermischung der beiden Giessmassen G1 und G2 durch
das Trennblech 3 verhindert. Das Trennblech 3 kann dabei
angeschmolzen werden, wird aber nicht vollständig
aufgeschmolzen und es kommt auch zu keinen Durchbrüchen.
Im Giessraum 15 oberhalb des Kragenbereichs 150, im
sogenannten Hemdbereich 151, können sich bei dem hier
gezeigten Ausführungsbeispiel die beiden Giessmassen G1
und G2 miteinander vermischen. Diese Vermischung ist in
einigen Fällen ausdrücklich erwünscht, in anderen Fällen
stört sie zumindest nicht, weil im Hemdbereich 151 die
Beanspruchungen, denen der Giessling - z.B. eine
Zylinderlaufbuchse für Grossdieselmotoren - standhalten
muss, nicht so extrem gross sind bzw. auch nicht so
unterschiedlicher Art wie im Kragenbereich 150.
Als zweite Giessmasse G2, die in den inneren Bereich 150b
des Kragenbereich 150 durch die Öffnungen 132 des
Einsatzes 13b gelangt, wird vorteilhafterweise Gusseisen
mit Lamellengraphit verwendet, es kann auch ein Gusseisen
mit Vermiculargraphit verwendet werden. Der
Hartphasenanteil (Steadit, Zementit) kann dabei 6-7%
betragen. Gusseisen mit Lamellengraphit zeichnet sich
insbesondere durch seine guten Notlaufeigenschaften aus
(auch Gusseisen mit Vermiculargraphit weist noch gute
Notlaufeigenschaften auf), und ist speziell mit dem
genannten hohen Hartphasenanteil auf Härte optimiert,
weist eine hohe Festigkeit (z.B. ≥ 200 N/mm2) sowie eine
vergleichsweise hohe Dehnung (z.B. ≥ 0.4%) auf, sodass
der Giessling in diesem Bereich - z.B. eine Lauffläche
einer Zylinderlaufbuchse für Grossdieselmotoren - den
hohen Beanspruchungen der Lauffläche im Kragenbereich 150
standhalten kann und zudem verschleissarm ist.
Als erste Giessmasse G1, die in den äusseren Bereich 150a
des Kragenbereichs 150 gelangt, und zwar durch das
Zuführrohr 2, durch den Kanal 120 und schliesslich durch
die Öffnungen 130 des Einsatzes 13b hindurch, kann
vorteilhafterweise Gusseisen mit Kugelgraphit verwendet
werden, speziell Gusseisen mit Kugelgraphit mit einem
sehr geringen oder noch besser mit gar keinem
Hartphasenanteil (auch Gusseisen mit Vermiculargraphit
und selbst noch Gusseisen mit Lamellengraphit kommt für
diesen Bereich in Frage). Dieser äussere Bereich 150a ist
im Hinblick auf eine grosse Dehnung (z.B. ≥ 0.7-0.8%) und
im Hinblick auf eine hohe Festigkeit (z.B. ≥ 300 N/mm2)
optimiert, um den Beanspruchungen in diesem Bereich
standhalten zu können.
Wie bereits erwähnt, sollen in dem äusseren Bereich 150a
entweder nur sehr wenige oder gar keine Hartphasen
(Zementit, Steadit) enthalten sein, da die Anwesenheit
von Hartphasen in diesem Bereich eine deutlich geringere
Fähigkeit zur Dehnung zur Folge hat. Da nun aber beim
Befüllen der Form der Giessraum 15 nach und nach gefüllt
wird und insbesondere im Hemdbereich 151 eine Vermischung
der Giessmassen G1 und G2 bei dem beschriebenen
Ausführungsbeispiel zugelassen ist und auch stattfindet,
besteht die Gefahr, dass doch Hartphasen in den äusseren
Bereich 150a gelangen können (durch Strömungen). Um dies
so weit wie möglich oder gar vollständig zu verhindern,
kann das Trennblech 3 mit Mitteln versehen sein, die
verhindern, dass auf diesem Wege doch Hartphasen in den
äusseren Bereich gelangen können. Zu diesem Zweck kann
das Trennblech 3 an seinem oberen Ende die Form einer
Krone 30 aufweisen, wie dies aus dem Ausschnitt eines
Ausführungsbeispiels dees Trennblechs 3 gemäss Fig. 3 zu
erkennen ist. Dabei sind die Querschnitte der Öffnungen
zwischen den Zacken der Krone 30 so zu bemessen, dass
durch eine schnelle Abkühlung der zurückfliessenden
miteinander vermischten Giessmassen ein Rückfliessen der
vermischten Giessmassen in den äusseren Bereich 150a
vermieden wird.
Mit Hilfe der in Fig. 1 gezeigten Giessform wird zunächst
ein Rohgiessling erzeugt, der noch einige
Bearbeitungszugaben umfasst und der nach dem Erstarren
und dem Entformen noch nachbearbeitet werden muss, um den
Giessling, also z.B. die Zylinderlaufbuchse, in seiner
endgültigen Form zu erhalten. Ein solcher Giessling 4 in
seiner endgültigen Form, also bereits nachbearbeitet, ist
in Fig. 4 dargestellt. Man erkennt deutlich den
Kragenbereich 150 und den daran anschliessenden
Hemdbereich sowie das eingegossene Trennblech 3. Solche
Giesslinge können im Kragenbereich 150 sowohl an der
Lauffläche, also im inneren Bereich 150b, als auch im
äusseren Bereich 150a, die Eigenschaften aufweisen, die
erforderlich sind, um den unterschiedlichen
Beanspruchungen in diesen Bereichen standzuhalten.
Gleichzeitig ist die Herstellung vergleichsweise
kostengünstig und technologisch einfach.
Das Verfahren zur Herstellung von metallischen
Giesslingen weist die folgenden Verfahrensschritte auf:
- mindestens zwei metallische Giessmassen werden in flüssigem Zustand in eine Giessform eingebracht, in der sie anschliessend erstarren;
- es werden voneinander verschiedene Giessmassen verwendet;
- zumindest in einem Teilbereich der Giessform wird eine Vermischung der verschiedenen Giessmassen untereinander verhindert.
Claims (13)
- Verfahren zur Herstellung von metallischen Giesslingen (4), mit den folgenden Verfahrensschritten:mindestens zwei metallische Giessmassen (G1,G2) werden in flüssigem Zustand in eine Giessform (1) eingebracht, in der sie anschliessend erstarren;es werden voneinander verschiedene Giessmassen (G1,G2) verwendet;zumindest in einem Teilbereich (150) der Giessform (1) wird eine Vermischung der verschiedenen Giessmassen (G1,G2) untereinander verhindert.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verhinderung der Vermischung der verschiedenen Giessmassen (G1,G2) vor dem Einbringen der Giessmassen in die Giessform (1) zunächst mindestens ein hohlzylindrisches Trennblech (3) in die Giessform (1) eingebracht wird, sodass der Innenraum der Giessform in dem Bereich (150), in dem sich das Trennblech erstreckt, in einen inneren (150b) und einen äusseren Bereich (150a) unterteilt wird, und dass anschliessend die verschiedenen Giessmassen (G1,G2) zu beiden Seiten des Trennblechs (3) in die Giessform eingebracht werden.
- Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein hohlzylindrischer Giessling (4), insbesondere eine Zylinderlaufbuchse für Grossdieselmotoren, hergestellt wird, und dass das Trennblech (3) in einen Bereich der Giessform eingebracht wird, der nach dem Erstarren der Giessmassen einen Kragenbereich (150) des hohlzylindrischen Giesslings (4) definiert, und dass in einem Bereich der Giessform, der nach dem Erstarren einen an diesen Kragenbereich anschliessenden Hemdbereich (151) des Giesslings definiert, eine Vermischung der verschiedenen Giessmassen (G1,G2) zugelassen wird.
- Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbringen der Giessmassen (G1,G2) im steigenden Guss erfolgt, und dass an dem Übergang zwischen Kragenbereich (150) und Hemdbereich (151) ein Zurückfliessen von miteinander vermischten Giessmassen aus dem Hemdbereich (151) in den von dem Trennblech definierten äusseren Bereich (150a) im Kragenbereich (150) verhindert wird.
- Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Trennblech verwendet wird, welches an seinem oberen Ende etwa die Gestalt einer Krone aufweist.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Giessmasse (G2), die in den von dem Trennblech definierten inneren Bereich (150b) eingebracht wird, ein Gusseisen mit Lamellengraphit verwendet wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Giessmasse (G2), die in den von dem Trennblech definierten inneren Bereich (150b) eingebracht wird, ein Gusseisen mit Vermiculargraphit verwendet wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Giessmasse (G1), die in den von dem Trennblech definierten äusseren Bereich (150a) eingebracht wird, ein Gusseisen mit Kugelgraphit verwendet wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Giessmasse (G1), die in den von dem Trennblech definierten äusseren Bereich (150a) eingebracht wird, ein Gusseisen mit Vermiculargraphit verwendet wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Giessmasse (G2), die in den von dem Trennblech definierten äusseren Bereich (150a) eingebracht wird, ein Gusseisen mit Lamellengraphit verwendet wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gusseisen verwendet wird, welches einenen Hartphasenanteil im Bereich von 6-7% aufweist.
- Metallischer Giessling (4), insbesondere Zylinderlaufbuchse für Hubkolbenbrennkraftmaschinen wie beispielsweise Grossdieselmotoren, hergestellt nach dem Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11.
- Hubkolbenbrennkraftmaschine, insbesondere Grossdieselmotor, umfassend mindestens eine Zylinderlaufbuchse hergestellt nach dem Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| EP97810322A EP0881019A1 (de) | 1997-05-26 | 1997-05-26 | Verfahren zur Herstellung von metallischen Giesslingen, metallischer Giessling, sowie Hubkolbenbrennkraftmaschine |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| EP97810322A EP0881019A1 (de) | 1997-05-26 | 1997-05-26 | Verfahren zur Herstellung von metallischen Giesslingen, metallischer Giessling, sowie Hubkolbenbrennkraftmaschine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| EP0881019A1 true EP0881019A1 (de) | 1998-12-02 |
Family
ID=8230239
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| EP97810322A Withdrawn EP0881019A1 (de) | 1997-05-26 | 1997-05-26 | Verfahren zur Herstellung von metallischen Giesslingen, metallischer Giessling, sowie Hubkolbenbrennkraftmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| EP (1) | EP0881019A1 (de) |
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