Verfahren und Vorrichtung zum Messen der Überlappungsbreite eines überlappungsStoßes von zwei flach aufeinanderliegenden Werkstücken
Für die Steuerung eines Fügeprozesses, insbesondere eines Schweißverfahrens für überlappend miteinander zu verbindende Platinen oder Bänder, insbesondere aus Stahlblech, ist es wichtig, die Uberlappungsbreite des ÜberlappungsStoßes zu kontrollieren, um in .Abhängigkeit von den dabei festgestellten Meßwerten die Produktionsanlage, insbesondere den Verlauf der Bänder, zu steuern. Auch ist für die Beurteilung der Qualität miteinander verbundener Werkstücke die Kenntnis der Überlappungsbreite von Bedeutung.
Eine Schwierigkeit bei der Ermittlung der Überlappungsbreite besteht darin, daß die Stoßkanten der beiden Werkstücke nur von unterschiedlichen Seiten erfaßt werden können. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, die Lage der Stoßkanten mit hoher Genauigkeit schnell zu erfassen, um sie für die Steuerung einer Zuführeinrichtung und/oder einer Schweißeinrichtung verwenden zu können.
Um die Uberlappungsbreite von zwei quer zu Überlappungsstößen geförderten Materialbahnen zu erfassen, ist bekannt (DE 692 06 747 T2 ,* JP 62-98 210 A. In: Patents Abstract of Japan P-623 October 6, 1987 Vol. 11/No. 305), zwei auf die Materialbahnkanten ansprechende Sensoren, insbesondere Lasersensoren, auf gegenüberliegenden Seiten der Materialbahn exakt senkrecht übereinander anzuordnen. Wenn die Überlappungsstoße diese so gebildete Schranke passieren, geben diese Sensoren in Abhängigkeit von der Überlappungsbreite zeitversetzt Signale an eine Auswerteeinrichtung ab, die darüber hinaus noch ein Signal für die Materialbahngeschwindigkeit erhält. Aus diesen Signalen kann dann die Überlappungsbreite errechnet werden. Sofern zwei Paar dieser Sensoren quer zur Bahnlaufrichtung versetzt angeordnet sind und auch in derselben quer zur Bahnlaufrichtung angeordneten Ebene liegen, läßt sich mit diesem Verfahren und dieser Vorrichtung auch eine Schiefläge der Kanten ermitteln. In beiden Fällen hängt aber die Meßgenauigkeit von der exakten Ausrichtung der Sensoren zueinander und weiter davon ab, daß die Bahngeschwindigkeit in der Phase zwischen dem ersten Signal für die vorlaufende Kante und dem zweiten Signal für die nachlaufende Kante konstant ist. Es versteht sich, daß es wegen dieser Voraussetzungen zu Meßfehlern kommen kann. Darüber hinaus ist dieses Verfahren und diese Vorrichtung auf Messungen beschränkt, bei denen die Materialbahn mit querverlaufendem Überlappungsstoß an den Sensoren vorbeibewegt wird .
Ferner ist ein Verfahren zum Messen der Überlappungsbreite eines ÜberlappungsStoßes eines auf einer Trommel aufgewickelten Bandabschnittes bekannt (DE 41 29 465 AI) . Dazu wird gleichzeitig einerseits das vordere Ende des auf eine Trommel gewickelten
Materialbahnabschnittes und andererseits die zugehörige Winkelstellung der Trommel erfaßt. Nach dem Aufwickeln des Materialbahnabschnittes wird gleichzeitig einerseits das hintere Ende des Materialbahnabschnittes und andererseits die zugehörige Winkelstellung der Trommel erfaßt. Aus dem Differenzwert der Winkelstellungen der Trommel kann unmittelbar auf die Uberlappungsbreite geschlossen werden. Das Meßergebnis läßt sich zur Steuerung einer vorgeschalteten Zuführvorrichtung für die Materialbahnstreifen in der Weise verwerten, daß bei Abweichung des Istwertes für die Überlappung vom Sollwert die weiter zuzuführenden Materialbahnabschnitte in ihrer Länge korrigiert werden.
Um die Kanten von insbesondere bewegten Profilen exakt zu erfassen, hat sich das sogenannte Lichtschnitt- Triangulationsverfahren bewährt (DE 44 31 922 AI) .
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Messen der Überlappungsbreite eines Überlappungstoßes von zwei flach übereinanderliegenden Werkstücken zu entwickeln, das bzw. die eine schnelle, exakte Erfassung der Uberlappungsbreite von zwei flach aufeinanderliegenden Werkstücken ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei dem vorgenannten Verfahren dadurch gelöst, daß der Abstand der Kanten der Werkstücke von einem gemeinsamen Bezugsort oder von zwei einen definierten Abstand voneinander aufweisenden Bezugsorten berührungslos gemessen und aus diesen Meßwerten die Überlappungsbreite errechnet wird. Dabei werden die Abstände vorzugsweise mit Hilfe von jeweils einer quer über die jeweilige Kante verlaufenden Meßlinie gemessen. Diese Messung längs der Meßlinie kann beispielsweise nach der an sich bekannten Lichtschnitt-
Triangulationsmethode erfolgen. Bei einem anderen berührungslos arbeitenden Verfahren wird die Meßlinie mit einem Luftstrahl gebildet, der mit Hilfe einer schlitzförmigen Düse erzeugt wird. Bläst der Luftstrahl auf eine Blechoberfläche, so wird ein Staudruck erzeugt. Wird ein Blech, dessen Kante innerhalb der Auftrefffläche des Luftstrahls liegt, parallel zur Richtung der Meßlinie bewegt, so ändert sich der Staudruck des Luftstrahls, da er unterschiedlich abgedeckt wird. Es besteht so ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Position der Blechkante und dem Staudruck. Mit Hilfe einer Staudruckmessung kann somit die Kantenposition ermittelt werden.
Das erfindungsgemäße, berührungslos arbeitende Verfahren liefert zunächst zwei Meßwerte für die Lage der Kante in bezug auf einen fest vorgegebenen Bezugsort oder fest vorgegebene Bezugsorte. In jedem Fall kann aus diesen rein geometrischen Daten die Überlappungsbreite errechnet werden. Darüber hinaus läßt sich über den Abstand der Kanten die räumliche Lage der Kante in bezug auf den Bezugsort bestimmen, was für die Kenntnis des Verlaufs der Kanten entscheidend ist.
Der definierte Abstand von zwei Bezugsorten läßt sich auf einfache Art und Weise dadurch ermitteln, daß die .Abstände der Bezugsorte von einer gemeinsamen im Meßbereich liegenden Meßkante gemessen werden.
Um den Verlauf der einzelnen Kanten, insbesondere bei einer Schieflage der Kanten zu ermitteln, ist nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, an den in Achsrichtung versetzten Stellen die Abstände der Kanten von dem bzw. den Bezugsorten zu messen, um aus dem Vergleich dieser Meßwerte eine eventuelle Änderung der Überlappungsbreite und/oder den Grad einer eventuellen
Schiefläge eines oder beider Werkstücke zu ermitteln. Die Messung erfolgt dabei entweder zeitversetzt bei zur Achsrichtung parallel bewegten Werkstücken oder zeitgleich an in Achsrichtung versetzten Stellen, wobei dann allerdings der Abstand des Meßortes zu einer Parallele in Achsrichtung an beiden Orten entweder gleich sein oder bei abweichendem Abstand bei der Messung berücksichtigt werden muß. Das erfindungsgemäße Verfahren ist universell anwendbar, ist also nicht auf die Bewegung der Werkstücke in eine bestimmte Richtung beschränkt.
Vorzugsweise werden in Abhängigkeit von einem Soll- Ist- Wert-Vergleich eine Soll-Wert-Abweichung der Überlappungsbreite oder der Schieflage ortsbezogen gespeichert und/oder die Werkstücke an den Fehlerorten markiert .
Die erfindungsgemäße Meßmethode eignet sich für ein Verfahren zum Zusammenführen von zwei überlappend miteinander zu verbindenden Werkstücken, wobei das Meßergebnis der Steuerung von Stellgliedern einer Vorrichtung zum Zusammenführen der Werkstücke oder einer Schweißvorrichtung dient.
Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zum Messen der Uberlappungsbreite von zwei flach aufeinanderliegenden Werkstücken mit mindestens je einer auf den Überlappungsstoß gerichteten, berührungslos den .Abstand der Kanten zu einem Bezugsort erfassenden Meßwertaufnehmer auf jeder Seite der aufeinander liegenden Werkstücken und mit einer Auswerteeinheit für die Meßergebnisse der Meßwertaufnehmer, die unter Berücksichtigung der Lage der Bezugsorte und der gemessenen Abstände ein AusgangsSignal für die Uberlappungsbreite und/oder ein AusgangsSignal als Stellsignal für eine Markierungseinheit und/oder eine
Führungseinheit für die zusammenzuführenden Werkstücke oder eine Schweißeinrichtung liefert. Dabei liefert die Auswerteeinheit die Stellsignale bei einer Soll-Ist-Wert- •Abweichung.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es auch möglich, anstelle der Überlappungsbreite oder zusätzlich dazu die Kantenlage eines oder beider Werkstücke, insbesondere das Werkstück zu ermitteln, das bei nicht parallelen Kanten für eine eventuelle Schiefläge verantwortlich ist.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Im einzelnen zeigen:
Fig. l zwei flach übereinanderliegende, einen Überlappungstoß bildende Werkstücke in isometrischer Darstellung,
Fig. 2 die Ermittlung eines definierten Abstandes von zwei Bezugsorten (Nullinien) zugeordneten Meßwertaufnehmern in schematischer Darstellung im axialen Querschnitt,
Fig. 3 die Ermittlung der Überlappungsbreite bei zwei Bezugsorten (Nullinie) in schematischer Darstellung im axialen Querschnitt,
Fig. 4 die Erfassung der Überlappungsbreite während einer relativen Axialbewegung zwischen den überlappenden Werkstücken einerseits und der Meßeinrichtung mit zwei zugeordneten Meßwertaufnehmern andererseits in Aufsicht,
Fig. 5 Diagramme für die bei der Messung gemäß Fig. 4 in Achsrichtung des Überlappungsstoßes ermittelten Überlappungsbreiten,
Fig. 6 die Erfassung der Überlappungsbreite von zwei aufeinanderliegenden Werkstücken in Schieflage zueinander mit zwei in Achsrichtung versetzten Paaren von Meßwertaufnehmern in Aufsicht,
Fig. 7 Diagramme für die Abstände der Kanten der beiden Werkstücke von Bezugsorten an in axialer Richtung versetzten Stellen sowie die daraus errechneten Überlappungsbreiten und
Fig. 8 eine Meßeinrichtung in Form eines Blockschaltbildes .
Nach Fig. 1 liegen zwei Werkstücke blfb2 mit Überlappung flach aufeinander. Das obere Werkstück b_ hat eine Stoßkante K und das untere Werkstück b2 eine Stoßkante K2. Der Abstand dieser Stoßkanten K^Kj ist gleich der Überlappungsbreite ül . Jeder Stoßkante K1(K2 ist mindestens ein, im Ausführungsbeispiel zwei, in Achsrichtung versetzt hintereinander liegender Meßwertaufnehmer 1,2,3,4 zugeordnet . Diese Meßwertaufnehmer 1,2,3,4 arbeiten in einer Ausgestaltung der Erfindung nach der bekannten Lichtschnitt- Triangulationsmethode, die es erlaubt, berührungslos mit hoher Genauigkeit schnell die Lage einer Stoßkante auf einer Meßlinie quer zum Verlauf der Stoßkanten KlrK2 zu erfassen.
In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung wird die strichförmige Meßlinie durch einen strichför igen Luftstrahl gebildet und die Meßwertaufnehmer sind
Druckaufnehmer, die den Staudruck im Meßstrahl messen. Mit einer solchen Meßanordnung kann ebenfalls schnell und mit hoher Genauigkeit die Lage einer Stoßkante innerhalb der Meßlinie quer zum Verlauf der Stoßkanten KX,K2 berührungslos gemessen werden.
Im folgenden wird die Erfindung am Beispiel der Lichtschnitt-Triangulationsmethode beschrieben. Da die Methode des Lichtschnitt-Triangulationsverfahrens wohlbekannt ist, braucht darauf nur insoweit eingegangen zu werden, wie es für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erforderlich ist.
So läßt sich zu einem im Meßgerät des Meßwertaufnehmers 1,2,3,4 fest vorgegebenen Bezugsort (Nullinie) N1(N2 der Abstand llfl2 eines Punktes A,B messen. Da bei dem erfindungsgemäßen Verfahren in derselben vertikalen Axialebene sowohl die Lage der Stoßkante K. als auch die Lage der Stoßkante K2 von verschiedenen Seiten angeordneten Meßwertaufnehmern 1,2,3,4 erfaßt wird, ist es vor Beginn der Messung der Überlappungsbreite ül erforderlich, den vorgegebenen und während der Messung später auch beibehaltenen .Abstand xN der Bezugsorte NlrN2 zu ermitteln. Dafür wird in den mit dem Maß Lü überlappenden Meßbereichen L^L;, beider Meßwertaufnehmer 1,2 ein Blech Mk mit scharf definierter Meßkante gebracht, wie Fig. 2 zeigt. Wegen der scharf definierten Meßkante liegen die Kanten A,B der Meßkante exakt übereinander. Der obere Meßwertaufnehmer 1 mißt dann für die Meßkante einen Abstand 1. von seinem Bezugsort N1( während der untere Meßwertaufnehmer 2 für die Meßkante einen Abstand 12 von seinem Bezugsort N2 mißt. Die Summe dieser Abstände 11(1, ist dann gleich dem .Abstand xN. Mit diesem definierten Abstand xN läßt sich dann bei einander überlappenden Werkstücken die Überlappung ül nach folgender Formel berechnen
ül = xn - (χ.. + x2 ) ,
wobei x17x2 die Abstände der Meßorte von den Bezugsorten N1#N2 der Meßwertaufnehmer 1,2 sind, wie Fig. 3 zeigt.
Es versteht sich, daß die Ermittlung des definierten Abstandes der Bezugsorte NX,N2 für die Meßwertaufnehmer 3, 4 in Fig. 1 in entsprechender Weise erfolgt.
Die Figuren 4 und 5 betreffen die Messung der Uberlappungsbreite ül von zwei übereinanderliegenden Werkstücken blfb2 als Platinen mit je einem auf der Oberseite und je einem auf der Unterseite angeordneten, nach der Lichtschnitt-Triangulationsmethode arbeitenden Meßwertaufnehmer 1,2. Bei diesem Meßverfahren findet in Achsrichtung der Kanten eine Relativbewegung zwischen den Platinen bl(b2 und den Meßwertaufnehmern 1,2 statt, wie es z. B. beim Schweißen der Fall ist. Beim Durchlauf der Platinen b^bj erhält man deshalb für die Uberlappungsbreite ül am Ort n
u-*-(n) = * ~ (χι(n) + X2(n)) •
In Fig. 5 sind diese Meßwerte in einem oberen Diagramm wiedergegeben. Sie können ortsbezogen abgespeichert werden, um für die überlappend miteinander verbundenen Werkstücke b1;b2 ein Meßprotokoll zu haben. Aus den Meßwerten des oberen Diagramms läßt sich ein Mittelwert bilden, der im unteren Diagramm dargestellt ist. Das untere Diagramm zeigt eine Vielzahl solcher Meßwerte für zusammengeschweißte Werkstücke gemäß Fig. 4.
Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 und 7 unterscheidet sich von dem der Fig. 4 und 5 darin, daß in diesem Fall die obere Platine b. zur unteren Platine b2 eine Schiefläge hat. Um diese Schiefläge erfassen zu können,
wird an zwei in Achsrichtung versetzten Stellen die Überlappungsbreite ülA und ülE gemessen. Aus diesen Meßergebnissen läßt sich das Maß der Schiefläge ableiten. Darüber hinaus läßt sich aus den .Abstandswerten x1A und x1B sowie x2A und x2B auch ableiten, welche der beiden Platinen b!,b2 für die Schiefläge verantwortlich ist. Dies wird aus den Diagrammen der Fig. 7 deutlich, die links unten zeigen, daß die untere Platine b2 mit ihrer Kante an beiden Meßorten Soll-Maß hat, während die obere Platine b-^ an beiden Meßorten vom Soll-Maß abweicht. Die rechten Diagramme zeigen die Meßergebnise von verschiedenen Platinen oder die Meßergebnisse beim Durchlauf von Bändern.
Die Meßvorrichtung gemäß Fig. 8 umfaßt zwei Paar Meßwertaufnehmer 1,2,3,4 zum Erfassen der oberen und unteren Kanten eines ÜberlappungsStoßes an in Richtung der Stoßkanten versetzten Stellen. Insoweit entspricht sie den Darstellungen der Fig. 1 und 6. Die Meßwertaufnehmer 1 bis 4 arbeiten nach dem Lichtschnitt- Triangulationsverfahren, d.h., daß sie von gerätetechnischen vorgegebenen Bezugsorten oder Bezugslinien Meßwerte für die .Abstände von zum Beispiel Stoßkanten liefern. In einem Wandler 5 werden die analogen Meßwerte in digitale Meßwerte umgeformt und einem PC zugeführt, der sie zu verschiedenen Meßwerten verarbeiten kann, so zur Bestimmung der
Überlappungsbreite, zur Bestimmung der Lage der Kanten in bezug auf einen vorgegebenen Ort, insbesondere zur Bestimmung der Schieflage oder zur Erzeugung eines Stellsignals für eine Markierungseinheit M oder zur Steuerung einer Schweißeinrichtung und/oder Bänderführungsvorrichtung. Die Meßwertaufnehmer können ortsfest angeordnet sein, sie können aber auch längs der Stoßkanten bewegt werden, z.B. mit einer längs der Stoßkante wandernden Schweißvorrichtung. Wichtig ist dann
allerdings, daß der relative Abstand der Bezugsorte (Nullinien) der zugeordneten Meßwertaufnehmer konstant gehalten wird.