Die Erfindung betrifft eine Abdeckung für Dächer oder Fassaden unter Verwendung
von Formschindeln.
Solche Formschindeln zählen durch die EP 0 674 061 B1 zum Stand der Technik.
Das Material dieser plattenartigen Formschindeln ist Aluminium, Titanzink, Kupfer
oder Stahl.
Die bekannten Formschindeln haben jeweils eine im wesentlichen rechteckige Konfiguration,
wobei die abwärts gerichtete Schmalseite gerundet ist. Außerdem ist
diese Schmalseite mit einer zur oberen Schmalseite hin gerichteten unteren Umbördelung
versehen. Benachbart der oberen Schmalseite befinden sich zwei im seitlichen
Abstand zueinander angeordnete Bohrungen, über welche die Formschindel
an einer Unterkonstruktion, beispielsweise durch Nageln, festgelegt wird.
An einer Längsseite erstreckt sich zwischen der geraden oberen Schmalseite und
der konvex gekrümmten unteren Schmalseite ein Falz mit zwei nebeneinander liegenden
trapezförmigen Vertiefungen. Der Wulst zwischen diesen beiden Vertiefungen
weist in der Einbaulage im unteren Längenbereich zwei im Abstand zueinander
versetzte Bohrungen auf, welche ebenfalls der Befestigung der Formschindel an der
Unterkonstruktion dienen.
Die gegenüberliegende Längsseite ist mit einer einfachen nach hinten gerichteten
Abkantung versehen, welche in die innere der beiden Vertiefungen einer benachbarten
Formschindel greift, wenn die Formschindeln an der Unterkonstruktion befestigt
werden.
Zur Montage ist es im bekannten Fall erforderlich, jede einzelne Formschindel über
mehrere Bohrungen mit Hilfe einer entsprechenden Anzahl von Nägeln und eines
Hammers an der Unterkonstruktion zu befestigen. Da somit jede Formschindel für
sich genau ausgerichtet und befestigt werden muß, erfordert eine solche Maßnahme
ein erhebliches handwerkliches Geschick. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß der
Monteur bei dem Befestigen nicht nur die Formschindel ausrichten und halten,
sondern auch die Nägel ergreifen sowie den Hammer bedienen muß. Auch dies
erfordert ein erhebliches Geschick, und zwar insbesondere dann, wenn die
Formschindeln die Abdeckung eines steileren Dachs bilden.
Die WO 95/26451 zeigt plattenartige Formschindeln, welche über randseitige U-förmige
Abkantungen sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Erstreckung eines
Dachs zusammengefügt und dann an der Unterkonstruktion des Dachs angenagelt
werden können. Auch diese Bauart verlangt eine umständliche Befestigung aller
Formschindeln, insbesondere im Hinblick auf Windsogkräfte.
Der Erfindung liegt ausgehend vom Stand der Technik die Aufgabe zugrunde, eine
Abdeckung für Dächer oder Fassaden zu schaffen, die sowohl problemlos zu fertigen
und zu montieren ist als auch allen auftretenden Beanspruchungen, wie Regen,
Schnee und Wind, einwandfrei gerecht wird sowie im Bedarfsfall leicht zu reparieren
ist.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in den Merkmalen des Anspruchs
1.
Danach sieht die Erfindung ein komplettes System aus Profilleisten und an diese
angepaßten Formschindeln vor. Hierbei sind einerseits die Profilleisten und andererseits
die Formschindeln gestaltungsmäßig so aufeinander abgestimmt, daß nur
die Profilleisten an der jeweiligen Unterkonstruktion eines Dachs oder einer Fassade
befestigt werden müssen, die Formschindeln hingegen ohne weitere Hilfsmittel direkt
mit den Profilleisten kraftschlüssig gekoppelt werden können.
Die gut handhabbaren Profilleisten können ohne Schwierigkeiten in einwandfreier
horizontaler paralleler Ausrichtung auf der Unterkonstruktion festgelegt werden.
Damit wird gewissermaßen ein die Lage der Formschindeln exakt bestimmendes
Skelett geschaffen, auf dem anschließend die Formschindeln von nur einem Monteur
ohne irgendwelche Hilfsmittel ordnungsgemäß an jeweils zwei benachbarten
Profilleisten lagefixiert werden können. Neben der hiermit verbundenen Verringerung
des zeitlichen Aufwands für die Montage einer Abdeckung ist der besondere
Vorteil verbunden, daß das Gefahrenmoment für den Monteur erheblich gesenkt
wird, weil der Monteur nach der Befestigung der Profilleisten nur noch die Formschindeln
handhaben muß, ohne daß er weitere Befestigungsmittel wie Nägel,
Schrauben und Hämmer bzw. Schraubendreher benötigt.
Die dünnwandigen Profilleisten erfüllen mehrere Funktionen. Da sie einwandfrei
parallel im vorbestimmten Abstand an der Unterkonstruktion befestigt werden können,
übernehmen sie zunächst eine Distanzierungsfunktion. Des weiteren sind sie
so ausgestaltet, daß sie in Verbindung mit der Unterkonstruktion Rastfugen begrenzen,
in welche die entsprechend gestalteten oberen Längsränder der Formschindeln
einschwenkt werden können, und zwar derart, daß sie bereits nach dem Einhängen
gegen ein Abrutschen gesichert sind. Neben dieser Rastfunktion ubernehmen die
Profilleisten auch eine Stützfunktion für die unteren Längsränder der in der nächst
höheren Reihe liegenden Formschindeln. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß die
jeweils reihenweise übereinander liegenden Formschindeln sich überlappen und
Wasser einwandfrei ablaufen kann. Ferner sichern die Profilleisten die Formschindeln
gegen ein Abheben durch Windsogkräfte, und zwar dadurch, daß die Formschindeln
im Bereich ihrer unteren Längsränder biegsame Zungen aufweisen, die
um die abwärts gerichteten Ränder der Profilleisten gebogen werden.
Die seitlichen Randstreifen der jeweils in einer Reihe liegenden Formschindeln sind
derart überlappend miteinander verhakt, daß sowohl bei der Erstmontage als auch
bei einer gegebenenfalls notwendig werdenden Reparatur oder Wartung von Bereichen
unterhalb einer Abdeckung die Formschindeln ohne weiteres in der benötigten
Anzahl aus dem Verband entfernt und anschließend wieder eingefügt werden können.
Bei der Montage der Abdeckung ist es nach der Festlegung der Profilleisten lediglich
erforderlich, jede Formschindel mit ihrem oberen Längsrand in eine Rastfuge einzuschwenken
und mit ihrem unteren Längsrand auf die nächst untere Profilleiste abzusenken.
Danach braucht nur noch die Zunge um den abwärts gerichteten Rand der
unteren Profilleiste gebogen zu werden. Die Formschindel ist dann exakt positioniert.
Die Ausgestaltung der Abdeckung aus örtlich zu befestigenden Profilleisten und
damit kraftschlüssig koppelbaren Formschindeln erlaubt es, die Abdeckung für im
Prinzip alle Dachneigungen oder Fassadenflächen einsetzen zu können.
Die Formschindeln können aus Kupferblechen oder auch aus Blechen anderer Materialien,
wie Zink, Aluminium, Edelstahl bzw. aus verzinkten oder beschichteten Eisenblechen
bestehen. Darüber hinaus sind Kunststoffmaterialien denkbar.
Das Material der Profilleisten ist insbesondere Edelstahl oder Kupfer. Vorstellbar ist
aber auch Aluminium oder beschichteter Stahl. Profilleisten aus diesen Materialien
können auf Unterkonstruktionen befestigt werden, die in Form einer Holzlattung
gebildet sind. Dazu werden dann bevorzugt gerauhte Kupferdeck- oder Edelstahlstifte
bzw. Holzschrauben verwendet. Besteht die Unterkonstruktion aus insbesondere
profilierten, z.B. trapezförmig profilierten Stahl- oder Aluminiumsträngen, so
wird die Befestigung der Profilleisten vorzugsweise mit Edelstahl- oder Kupferfixnieten
durchgeführt.
Unabhängig von der Ausbildung der Unterkonstruktion kann es je nach den örtlichen
Anforderungen vorteilhaft sein, wenn zwischen den Profilleisten und der Unterkonstruktion
noch eine Trennschicht aus insbesondere einer Kunststoffolie vorgesehen
wird.
Ein optisch besonders ansprechendes Erscheinungsbild der Abdeckung ergibt sich
nach Anspruch 2 dadurch, daß die Breite einer Formschindel größer als ihre in der
Neigung des Dachs oder der Fassade liegende Erstreckung bemessen ist.
Eine bevorzugte Ausbildung der Profilleisten wird in den Merkmalen des Anspruchs
3 erblickt. Ein derartiger Querschnitt ist im Prinzip in beliebiger Länge mit handwerklich,
hier insbesondere klempnertechnisch, üblichen Maschinen leicht zu reproduzieren.
Der Arretierschenkel erstreckt sich parallel zur Oberfläche der jeweiligen Unterkonstruktion.
Er wird auf dieser durch Nägel, Schrauben oder Nieten festgelegt. An
der abwärts gerichteten Längskante des Arretierschenkels ist der Stützsteg rechtwinklig
zur Unterkonstruktion abstehend vorgesehen. Am anderen Ende des Stützstegs
ist der Fixierschenkel derart in Richtung zur benachbarten unteren Profilleiste
abgekantet, daß der Fixierschenkel sowohl schräg zum Arretierschenkel als auch
zur Oberseite der Unterkonstruktion verläuft, so daß eine in Längsrichtung der Abdeckung
offene Rastfuge zum Einhängen der oberen Längsränder der Formschindeln
gebildet wird. Andererseits dient der Fixierschenkel mit seiner der Unterkonstruktion
abgewandten Oberfläche der Abstützung der in der nächst höheren Reihe
liegenden Formschindeln und zur Lagefixierung dieser Formschindeln über die an
ihren unteren Rändern angeordneten Zungen.
Die Rastfunktion der Profilleisten wird gemäß Anspruch 4 dadurch noch weiter verbessert,
daß die Fixierschenkel jeweils eine zur Unterkonstruktion gerichtete Abstufung
aufweisen, die sich etwa mittig in Längsrichtung der Fixierschenkel erstreckt.
Durch die Abstufung wird jeder Fixierschenkel in zwei Längenabschnitte aufgegliedert.
Der dem Stützsteg benachbarte Längenabschnitt dient zusammen mit der Abstufung,
dem Stützsteg und der Unterkonstruktion der federnden Einrastung der
oberen Längsränder der Formschindeln, während der dem Stützsteg abgewandte
Längenabschnitt dazu herangezogen wird, um die Zungen der Formschindeln hieran
festzulegen.
Die Wölbung des Arretierschenkels entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 5
ist mit dem Vorteil behaftet, daß je nach der Unterkonstruktion und den gewählten
Befestigungsmitteln die Profilleisten eine kippsichere Auflage auf der Unterkonstruktion
haben.
Gemäß Anspruch 6 ist der obere Längsrand jeder Formschindel dadurch an den
Querschnitt einer Rastfuge angepaßt, daß der obere Längsrand durch eine zweischenklige
Abkantung gebildet wird. Ein Schenkel erstreckt sich quer zu der Unterkonstruktion.
Am freien Ende dieses Schenkels ist ein weiterer Schenkel angeformt,
der sich im Winkel zur Ebene der Oberseite der Formschindel in Richtung zu deren
unteren Längsrand erstreckt. Der Winkel zwischen dem quer abstehenden Schenkel
und dem freien Schenkel entspricht dabei dem Öffnungswinkel zwischen dem
Stützsteg und dem inneren Längenabschnitt eines Fixierschenkels. Die zweischenklige
Abkantung ist formschlüssig der Rastfuge angepaßt. Der Vertikalschenkel liegt
am Stützsteg an und die freie Längskante des abgekanteten schrägen Schenkels
liegt nach dem Einhängen an der Abstufung des Fixierschenkels. Auf diese Weise
ist nicht nur eine federnd nachgiebige Rastverbindung von Formschindel und Profilleiste
gewährleistet, sondern auch eine einwandfreie Sicherung gegen ein Abrutschen
der Formschindel sowie gegen ein Abheben, insbesondere bedingt durch
Windsogkräfte. Diese Sicherung wird dadurch unterstützt, daß sich die zweischenklige
Abkantung im wesentlichen über die gesamte Breite einer Formschindel erstreckt.
Am unteren Längsrand jeder Formschindel ist nach Anspruch 7 ein zu den Oberseiten
der in der nächst unteren Reihe liegenden Formschindeln hin abgekanteter Abschlußstreifen
vorgesehen. Dieser Abschlußstreifen überbrückt in rampenartiger
Gestaltung die Distanz zwischen den auf den Profilleisten liegenden unteren Längsrändern
der Formschindeln und den Oberseiten der in der nächst unteren Reihe liegenden
Formschindeln.
Die überlappende Verhakung der in einer Reihe nebeneinander liegenden Formschindeln
wird mit den Merkmalen des Anspruchs 8 verbessert. Dazu ist ein Randstreifen
jeder Formschindel zwischen dem oberen Längsrand und dem unteren
Längsrand um 180° parallel zur Unterseite umgebogen. Auf diese Weise entsteht an
der Unterseite der Formschindel ein zur Mittelquerebene offener Aufnahmeschlitz,
dessen Breite etwa der Dicke einer Formschindel entspricht. An der anderen Seite
der Formschindel ist der Randstreifen um 180° parallel nach oben zur Oberseite
umgebogen. Auch hierdurch wird ein zur Mittelquerebene der Formschindel hin offener
Schlitz mit einer Breite gebildet, der etwa der Dicke einer Formschindel entspricht.
Da mithin die beiden Randstreifen einer Formschindel gegengleich nach
unten und oben umgebogen sind und jeweils die Mündungen der dadurch gebildeten
Schlitze in Richtung zur Mittelquerebene der Formschindel weisen, können zwei benachbarte
Formschindeln einer Reihe ohne weiteres dicht miteinander verhakt werden.
Mit den Merkmalen des Anspruchs 9 kann dem Wunsch Rechnung getragen werden,
daß die Oberseiten der in einer Reihe liegenden Formschindeln alle in derselben
Ebene liegen.
Entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 10 befinden sich die Zungen nur im
Bereich der unteren Enden der parallel zu den Oberseiten der Formschindeln umgebogenen
Randstreifen. Sie sind zu den Abschlußstreifen durch einen Schlitz getrennt.
Da sich oberhalb dieser Zungen einander benachbarte Formschindeln über
die Randstreifen überlappend verhaken, übernimmt jede Zunge zugleich die Sicherung
zweier nebeneinander liegender Formschindeln.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen veranschaulichten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- im vertikalen schematischen Querschnitt einen Abschnitt einer
Abdeckung für ein schräges Dach;
- Figur 2
- in vergrößerter perspektivischer Darstellung den Ausschnitt II der Figur 1;
- Figur 3
- in perspektivischer Darstellung eine Formschindel der Abdeckung gemäß
Figur 1;
- Figur 4
- einen Längsschnitt durch die Darstellung der Figur 3 entlang der Linie
IV-IV und
- Figur 5
- eine Seitenansicht auf die Darstellung der Figur 3 gemaß dem Pfeil V.
In der Figur 1 ist mit 1 ein Höhenbereich einer Abdeckung für ein ansonsten nicht
näher dargestelltes schräges Dach bezeichnet.
Die Abdeckung 1 setzt sich aus im parallelen Abstand zueinander in weitgehend
horizontaler Ausrichtung angeordneten dünnwandigen Profilleisten 2 etwa Z-förmigen
Querschnitts und mit den Profilleisten 2 kraftschlüssig gekoppelten plattenartigen
Formschindeln 3 zusammen. Die Profilleisten 2 bestehen aus 1 mm dickem
Edelstahl. Die Formschindeln 3 sind aus 1 mm dickem Kupferblech hergestellt. Dadurch
werden mehrere Reihen R, R1 usw. von Formschindeln 3 gebildet.
Wie bei gemeinsamer Betrachtung der Figuren 1 und 2 zu erkennen ist, sind die
Profilleisten 2 auf einer Unterkonstruktion 4 mit Nägeln 5 befestigt, die aus einer
Holzlattung besteht. Aufgrund des Z-förmigen Querschnitts weist jede Profilleiste 2
einen an der Unterkonstruktion 4 festlegbaren Arretierschenkel 6 mit einer von der
Unterkonstruktion 4 weg gerichteten leichten Wölbung 7 auf. Durch Bohrungen in
der Wölbung 7 sind auch die Nägel 5 getrieben. An die untere Längskante 8 des
Arretierschenkels 6 ist ein ebener Stützsteg 9 einstückig angesetzt, der sich rechtwinklig
zum Arretierschenkel 6 und zur Oberseite 10 der Unterkonstruktion 4 erstreckt.
Die Breite B des Arretierschenkels 6 beträgt etwa das 1,5fache der Höhe H
des Stützstegs 9. Die längsgerichtete Abkantung 8 zwischen dem Arretierschenkel 6
und dem Stützsteg 9 ist leicht gerundet.
An das obere Ende des Stützstegs 9 ist ein Fixierschenkel 11 über eine leicht gerundete
Abkantung 12 einstückig angesetzt, der sich durch eine etwa mittig in
Längsrichtung des Fixierschenkels 11 erstreckende Abstufung 13 in zwei Längenabschnitte
14, 15 untergliedert. Der dem Stützsteg 9 benachbarte innere Längenabschnitt
14 ist unter einem Winkel zum Stützsteg 9 abgekantet, der größer als 90°
ausgebildet ist. Beim Ausführungsbeispiel beträgt er 104°. Die Abstufung 13 erstreckt
sich weitgehend parallel zum Stützsteg 9. Die Abkantungen 16, 17 zum inneren
Längenabschnitt 14 und zum äußeren Längenabschnitt 15 sind gerundet. Der
Öffnungswinkel zwischen der Abstufung 13 und dem äußeren Längenabschnitt 15
beträgt 69°. Auf diese Art und Weise haben die beiden Längenabschnitte 14, 15
unterschiedliche Neigungswinkel zur Oberseite 10 der Unterkonstruktion 4 bzw. zum
Arretierschenkel 6. Die Breite B1 des inneren Längenabschnitts 14 ist größer als die
Breite B2 des äußeren Längenabschnitts 15 bemessen. Das Verhältnis beträgt etwa
1,2:1. Das Verhältnis der Breite B des Arretierschenkels 6 zur Breite B1 des inneren
Längenabschnitts 14 beträgt etwa 1,25:1.
Durch die Breitenbemessung und durch die Neigungswinkel der Längenabschnitte
14, 15 liegt die freie Längskante 18 des äußeren Längenabschnitts 15 in einem größeren
Abstand zur Oberseite 10 der Unterkonstruktion 4 als die Abkantung 16 zwischen
der Abstufung 13 und dem inneren Längenabschnitt 14.
Durch die Oberseite 10 der Unterkonstruktion 4, den Stützsteg 9, den inneren Längenabschnitt
14 und die Abstufung 13 wird eine Rastfuge 19 mit federnd nachgiebigem
Charakter gebildet.
Die Figuren 3 bis 5 lassen deutlicher die Ausgestaltung einer Formschindel 3 erkennen.
Jede Formschindel 3 besitzt eine Breite B3, die größer als ihre in der Neigung
des Dachs liegende vertikale Erstreckung E bemessen ist.
Der obere Längsrand 20 jeder Formschindel 3 ist durch eine an den Querschnitt der
Rastfuge 19 (siehe auch Figur 1) angepaßte zweischenklige Abkantung 21, 22 gebildet.
Der Längsrand 20 erstreckt sich über nahezu die gesamte Breite B3 der
Formschindel 3. Ein Schenkel 21 ist, wie die Figuren 1 und 5 erkennen lassen, senkrecht
zur Oberseite 10 der Unterkonstruktion 4 gerichtet. An die Oberkante dieses
Schenkels 21 schließt sich ein zum unteren Längsrand 23 der Formschindel 3
gerichteter weiterer Schenkel 22 an. Der Öffnungswinkel zwischen den beiden
Schenkeln 21, 22 beträgt in Anpassung an den Öffnungswinkel zwischen dem
Stützsteg 9 und dem inneren Längsabschnitt 14 jeder Profilleiste 2 104°.
Der untere Längsrand 23 der Formschindel 3 weist einen zu ihrer Oberseite 24 unter
einem Winkel von 30° abgekanteten Abschlußstreifen 25 auf. Die Ecken 26 des
Abschlußstreifens 25 sind gerundet. Die Länge des Abschlußstreifens 25 entspricht
etwa der Länge des oberen Längsrands 20.
Neben dem Abschlußstreifen 25 befindet sich eine durch einen Schlitz 27 vom Abschlußstreifen
25 getrennte biegsame Zunge 28 etwa rechteckiger Konfiguration.
Die Zunge 28 erstreckt sich etwa in Verlängerung eines Randstreifens 29 der Formschindel
3, der um 180° parallel zur Oberseite 24 umgebogen ist. Hierdurch wird ein
zur Mittelquerebene MQE der Formschindel 3 hin offener Schlitz 30 gebildet, dessen
Breite B4 etwa der Dicke D einer Formschindel 3 entspricht. Die Oberseite 31 des
Randstreifens 29 ist durch eine rampenartige Abkantung 32 um einen Betrag B
parallel in Richtung zur Unterkonstruktion 4 hin versetzt, welcher etwa der Dicke D
einer Formschindel 3 entspricht.
Der andere Randstreifen 33 der Formschindel 3 ist um 180° parallel zur Unterseite
34 umgebogen. Auch hierdurch wird ein Schlitz 35 gebildet, der zur Mittelquerebene
MQE der Formschindel 3 hin offen ist. Seine Breite B4 entspricht etwa der Dicke D
einer Formschindel 3.
Bei der Montage der Abdeckung 1 werden zunächst die Profilleisten 2 auf der Unterkonstruktion
4 befestigt. Danach wird mit dem Verlegen der Formschindeln 3 im Bereich
der Abdeckung 1 links unten begonnen. Hierzu wird die erste Formschindel 3
mit dem oberen Längsrand 20 in die Rastfuge 19 der zweituntersten Profilleiste 2
schräg eingeführt und dann nach unten verschwenkt, bis daß der untere Längsrand
23 auf der Längskante 18 des äußeren Längenabschnitts 15 der untersten Profilleiste
2 zu liegen kommt. Der obere Längsrand 20 ist dann formschlüssig federnd in
die Rastfuge 19 eingebettet. Nunmehr wird die Zunge 28 gemäß der Darstellung der
Figur 5 um den äußeren Längenabschnitt 15 der untersten Profilleiste 2 gebogen.
Die Formschindel 3 ist damit lagefixiert.
Danach wird die dieser Formschindel 3 horizontal benachbarte Formschindel 3 wiederum
über den oberen Längsrand 20 in die Rastfuge 19 der zweituntersten Profilleiste
2 eingehängt, nach unten geschwenkt und so weit in der Reihe R relativ zur
schon fixierten Formschindel 3 verlagert, bis daß der zur Unterseite 34 umgebogene
Randstreifen 33 in den Schlitz 30 des zur Oberseite 24 abgebogenen Randstreifens
29 greift. Nach dieser Verhakung der beiden Formschindeln 3 kann dann auch diese
zweite Formschindel 3 durch Umbiegen der Zunge 28 um den äußeren Längenabschnitt
15 der unteren Profilleiste 2 lagefixiert werden.
Die restlichen Formschindeln 3 der Abdeckung 1 werden dann in derselben Art und
Weise ohne zusätzliche Hilfsmittel an den Profilleisten 2 in den Reihen R, R1 usw.
kraftschlüssig gekoppelt.
Bezugszeichenaufstellung
- 1 -
- Abdeckung
- 2 -
- Profilleisten
- 3 -
- Formschindeln
- 4 -
- Unterkonstruktion
- 5 -
- Nägel
- 6 -
- Arretierschenkel v. 2
- 7 -
- Wölbung an 6
- 8 -
- Längskante v. 6
- 9 -
- Stützsteg v. 2
- 10 -
- Oberseite v. 4
- 11 -
- Fixierschenkel
- 12 -
- Abkantung zw. 9 u. 11
- 13 -
- Abstufung
- 14 -
- innerer Längenabschnitt v. 11
- 15 -
- äußerer Längenabschnitt v. 11
- 16 -
- Abkantung zw. 13 u. 14
- 17 -
- Abkantung zw 13 u. 15
- 18 -
- freie Längskante v. 15
- 19 -
- Rastfuge
- 20 -
- oberer Längsrand v. 3
- 21 -
- vertikaler Schenkel v. 20
- 22 -
- schräger Schenkel v. 20
- 23 -
- unterer Längsrand v. 3
- 24 -
- Oberseite v. 3
- 25 -
- Abschlußstreifen
- 26 -
- Ecken v. 25
- 27 -
- Schlitz
- 28 -
- Zunge
- 29 -
- Randstreifen v. 3
- 30 -
- Schlitz in 29
- 31 -
- Oberseite v. 29
- 32 -
- Abkantung zw. 24 u. 31
- 33 -
- Randstreifen v. 3
- 34 -
- Unterseite v. 3
- 35 -
- Schlitz
- B -
- Betrag
- B -
- Breite v. 6
- B1 -
- Breite v. 14
- B2 -
- Breite v. 15
- B3 -
- Breite v. 3
- B4 -
- Breite v. 30
- D -
- Dicke v. 3
- H -
- Höhe v. 9
- MQE-
- Mittelquerebene v. 3
- R -
- Reihe
- Winkel zw. 9 u. 14
- Winkel zw. 15 u. 13
- Winkel zw. 21 u. 22
- Winkel zw. 24 u. 25