Rauchbares Erzeugnis
Die vorliegende Erfindung betrifft rauchbare Erzeugnisse, wie Filtercigaretten, Filtercigarillos oder befilterte Cigarren, die einen gasphasenaktiven Filter und/oder gasphasenaktives Ciga- rettenpapier und/oder ein oder mehrere andere, dem Hauptstromrauch zugängliche Komponenten mit einem Zusatz an gasphasenaktiven Substanzen aufweisen und die mit einem Zusatz an antioxidativ wirkenden Substanzen versehen sind.
Zur Reduzierung des Risikopotentials rauchbarer Tabakerzeugnisse werden unterschiedliche Ansätze gewählt. Einer der bekanntesten ist beispielsweise die Konzeption sogenannter "Light"- bzw. "Ultra-Light "-Cigaretten. Diese Cigaretten reduzieren mittels stark retinierender Filter in Verbindung mit einer entsprechend angepassten Filterventilation sowohl die Partikel- als auch die Gasphase ihres sogenannten Hauptstromrauches und damit dessen Risikopotential insgesamt.
Ferner sind Filtersysteme mit Einlagerungen gasphasenaktiver Substanzen wie Aktivkohle bekannt, die speziell die Gasphase von Cigarillos oder Cigaretten reduzieren. Derartige Filtercigaretten
BESTATIGUNGSKOPIE
sind z.B. in DE-PS 41 05 500 Cl oder EP-PS 0 558 166 Bl beschrieben.
In der DE-PS 44 16 101 C2 sind ferner rauchbare Tabakwaren offen- bart, die antioxidative Naturstoffe zur Reduzierung des mutagenen Potentials von Tabakrauch enthalten.
Keine der bislang bekannten, o.g. Lösungsvorschläge zeigt jedoch die Reduzierung, gegebenenfalls sogar Kompensierung des uner- wünschten Einflusses des Tabakrauches auf die Beeinträchtigung der Mikrozirkulation des Blutkreislaufes.
Die Verteilung des Blutes in den kleinsten Blutgefäßen - die Mikrozirkulation - ist der funktioneil wichtigste Teil des Blut- kreislaufes. Hier findet die Diffusion von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselprodukten zwischen Blut und Gewebezellen statt. Zwischen der Mikrozirkulation und der Makrozirkulation in den Arterien und Venen bestehen große Unterschiede: In den kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren, Arteriolen und Venolen) entmischen sich Blutzellen und Blutplasma mehr oder weniger und vereinigen sich erst nach Durchströmung des Mikrogefäßnetzwerkes wieder in den Venen. Die Mikrozirkulation wird durch eine Reihe von Regelmechanismen den Anforderungen des jeweiligen Gewebes angepasst, ihr Funktionszustand durch Fließeigenschaften und Fließbedingun- gen des Blutes bestimmt.
Die Verteilung von Blutzellen in den Mikrogefäßen ist sowohl für die "Ernährung" angrenzender Gewebezellen (rote Blutzellen) als auch für die Immunreaktion (weiße Blutzellen) von Bedeutung.
Beim Rauchen wird der Funktionszustand der Mikrozirkulation in der Mundschleimhaut - einer repräsentativen Organregion - und anderen Organen bzw. Organregionen vorübergehend geändert. Dabei stellt die Mundschleimhaut mit erstem Kontakt zum Tabakrauch - aber auch zu anderen Stoffen, die über den Atem- oder Ernährungstrakt aufgenommen werden - eine besonders leistungsfähige
Organregion zur Wahrnehmung und Abwehr von Umwelteinflüssen dar. Während des Rauchens einer Cigarette und einige Minuten danach wird die Blutverteilung in den Mikrogefäßen etwas eingeschränkt, die Strömungsstärke in den kleinen Blutgefäßen sinkt, und es treten vermehrt weiße Blutzellen in den Gefäßen auf, die zeitweilig an den Gefäßwandungen anhaften (Einleitung einer Immunreaktion) .
Die kurzfristigen Einschränkungen von Blutverteilung und Blut- Strömung durch das Rauchen können beim Gesunden von körpereigenen Regelmechanismen kompensiert werden und sind daher nicht sonderlich bedenklich. Auch im "normalen" täglichen Leben unterliegt die Mikrozirkulation z.T. erheblich größeren Schwankungen. Zu den vom Raucher erwünschten Effekten des Rauchens gehört zudem der durch die Gefäßverengungen bedingte leichte Anstieg des Blutdruk- kes .
Das Verhalten der weißen Blutzellen beim Rauchen (d.h. deren Anreicherung und Anheften an den Gefäßwänden) ist eine normale Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems , das Cigarettenrauch als Störfaktor wahrnimmt. Derartige Immunreaktionen garantieren den Schutz des Organismus vor Einflüssen der Aussenwelt. Von einem normalen Immunsystem werden die auf die weißen Blutzellen bezogenen beim Rauchen beobachteten akuten Veränderungen toleriert . Bei Bewertung möglicher Konsequenzen des Rauchens sind jedoch das Ausmaß und mögliche Folgereaktionen (Entzündungsreaktionen) zu berücksichtigen. Von Vorteil sollte sein, wenn z.B. eine Cigarette die lokale Mikrozirkulation und Abwehrlage möglichst wenig beeinträchtigt .
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, rauchbare Erzeugnisse zur Verfügung zu stellen, deren Hauptstromrauch (HSR) und Nebenstromrauch (NSR) die Mikrozirkulation - insbesondere in der Mundschleimhaut - signifikant weniger beeinträchtigt bzw. verringert als es bei herkömmlichen Erzeugnissen mit vergleichbaren Nikotin- und Kondensatwerten der Fall ist, bei
gleichzeitiger Gewährleitung geschmacklicher Akzeptanz, d.h. ohne die geschmacklichen Eigenschaften der Erzeugnisse negativ zu beeinflussen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein rauchbares Erzeugnis, wie z.B. eine Filtercigarette, ein Filtercigarillo oder eine befilterte Cigarre, gelöst, das
a) einen gasphasenaktiven Filter und/oder gasphasenaktives Ciga- rettenpapier enthält und/oder ein oder mehrere andere, dem
Hauptstromrauch zugängliche Komponenten einen Zusatz an gasphasenaktiven Substanzen enthalten und b) dessen Strang aus Tabak und/oder einem anderen rauchbaren Material und/oder andere dem Hauptstromrauch zugängliche Kom- ponenten mit einem Zusatz an antioxidativ-wirkenden Substanzen versehen ist/sind.
Unter "dem Hauptstromrauch zugänglichen Komponenten" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung solche Bestandteile rauchbarer Erzeugnisse wie Cigaretten, Cigarillos oder Cigarren verstanden, die beim Abrauchen ganz oder zum Teil in den Hauptstromrauch übergehende Substanzen bilden, oder sonstige Komponenten, die beim Rauchen in den Hauptstromrauch eluiert werden.
Es hat sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung überraschenderweise gezeigt, daß durch den Grundgedanken der Erfindung, nämlich der störungsfreien, d.h. sich nicht wechselseitig behindernden - Kombination zweier an sich gegenläufiger Mechanismen eine Fülle positiver Effekte erzielt wird. Durch die erhebliche Anreicherung des einen relevanten Teils des Rauches - der Gasphase - von unerwünschten Stoffen bei zeitgleicher Anreicherung des anderen relevanten Teils des Rauches - der Partikelphase - mit protektiv wirkenden, natürlichen Stoffen ergeben sich nebeneinander
- Reduzierung der Cytotoxizität durch Kohlefilter (Fundamental and Applied Toxicology 39, 11-17 (1997))
Reduzierung der Mutagenität (DE-PS 4 16 101 C2)
Reduzierung der Mikrozirkulations-Beeinträchtigung sowohl durch Hauptstromrauch als auch durch Nebenstromrauch
als auch zusätzlich eine
Verbesserung des Hauptstromrauch-Geschmacks,
- Verbesserung des Nebenstromrauch-Geruchs,
in überraschend starkem Maß.
Auf Basis des erfindungsgemäßen Grundgedankens - Abreicherung der Gasphase bei gleichzeitiger Anreicherung der Partikelphase - können grundsätzlich alle dem Fachmann bekannten bzw. geläufigen Design-Parameter (d.h. Verwendung unterschiedlicher Filter-Typen, Verwendung verschiedener Tabake bzw. Tabakmischungen, Verwendung unterschiedlicher Tabakstrangumhüllungen, Auswahl der Komponen- ten, die mit antioxidativ wirkenden Substanzen beaufschlagt werden usw. ) zur Konzeption der erfindungsgemäßen Cigaretten und Cigarillos bzw. deren Varianten in beispielsweise den bekannten Werte-Segmenten wie Füll Flavour, Medium, Lights und Ultra-Lights genutzt werden.
Die Erfindung betrifft somit ein rauchbares Erzeugnis das einen gasphasenaktiven Filter und/oder gasphasenaktives Cigaretten- papier enthält und dessen Strang aus Tabak und/oder einem anderen rauchbaren Material und/oder andere dem Hauptstromrauch zugäng- liehe Komponenten mit einem Zusatz an antioxidativ wirkenden Substanzen versehen ist/sind.
Das Erzeugnis enthält entweder einen mit Cigarettenpapier umhüllten Tabakstrang oder einen mit Vliespapier und Cigarettenpapier umhüllten Tabakstrang, wobei die Luftdurchlässigkeit des Ciga- rettenpapiers 10 bis 100 Coresta-Einheiten (CU), vorzugsweise 20
bis 60 CU beträgt, und wobei die Luftdurchlässigkeit des Vliespapiers 4000 bis 60000 CU beträgt. Alternativ enthält das Erzeugnis entweder einen mit natürlichem und/oder rekonstituiertem Tabak umhüllten Tabakstrang oder einen mit mindestens zwei Lagen rekon- stituiertem Tabak bzw. Folientabak umhüllten Tabakstrang, wobei die Luftdurchlässigkeit einer Lage Folientabak entweder <1 CU ("luftundurchlässig"), oder 5 bis 100 CU ("luftdurchlässig"), vorzugsweise 40 bis 80 CU, beträgt.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter "gasphasenaktiver Filter" ein Filter verstanden, der 5 bis 65 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt 30 Gew.-%, eines gasphasenaktiven, porösen Materials großer (innerer) Oberfläche enthält.
Vorzugsweise weist der Filter eine in Umfangsrichtung verlaufende Filter-Ventilationszone im undseitigen Teil auf, und der Filterventilationsgrad beträgt 5 bis 95 %, vorzugsweise 25 bis 75 %. Der Filter kann aber auch an anderer bzw. beliebiger Stelle dem Fachmann bekannte Mittel zum Einleiten von Ventilationsluft in den Filter enthalten. Beispielsweise können sowohl Filterumhüllungspapiere als auch Tipping zum Teil oder vollständig Zonenperforiert oder natürlicherweise porös sein.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform ist der gasphasenaktive Filter ein Doppelfilter, er kann aber auch z.B. ein Mono- oder Multifilter sein, wobei der Multifilter eine beliebige Kombination von Filtern aus der Gruppe bestehend aus Kammerfiltern, Einstreufiltern, Monobloc-Filtern und/oder Core-Filtern ist. Beim Doppelfilter besteht vorzugsweise der strangseitige Teil - beim Monofilter der ganze Teil - aus einem Tissuepapier, das 5 bis 65 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 50 Gew.-% und besonders bevorzugt 30 Gew.-%, eines solchen oberflächenreichen, gasphasenaktiven Materials enthält.
Bei dem rauchbaren Erzeugnis handelt es sich gemäß einer besonderen Ausführungsform entweder um eine Filtercigarette mit einem
durch ein Cigarettenpapier umgebenen Tabakstrang oder um ein Filtercigarillo (ohne Cigarettenpapier) bzw. eine befilterte Cigarre, wobei der Tabakstrang mit einem Deckblatt oder einem Deck- und Umblatt aus natürlichem oder rekonstituiertem Tabak umgeben ist.
Ein bevorzugter Filter - vorzugsweise ein Doppelfilter - weist eine in Umfangsrichtung verlaufende Filter-Ventilationszone im mundseitigen Teil auf, wobei das Tissuepapier des strangseitigen Filterteils ein sehr voluminöses Papier ist. Gemäß dieser Ausführungsform beträgt die Luftdurchlässigkeit des Cigarettenpa- piers 10 bis 100 Coresta-Einheiten (CU) , vorzugsweise 20 bis 60 CU, und der Filterventilationsgrad beträgt 5 bis 95 %, vorzugsweise 25 bis 75 %.
Vorzugsweise enthält das Tissuepapier (beim Doppelfilter das Tissuepapier des strangseitigen Filterteils) 30 Gew.-% eines oberflächenreichen Materials. Der strangseitige Teil des Filters ist insbesondere ein Core-Filter mit einem Kern aus Tissuepapier, der von einem Mantel aus für den Hauptstromrauch nahezu undurchlässigem Material umgeben ist.
Erfindungsgemäß enthält der gasphasenaktive Filter ein oberflächenreiches, gasphasenaktives Material, welches ein poröses Mate- rial mit großer (innerer) Oberfläche aus der Gruppe bestehend aus Aktivkohle, Aluminiumoxid, Aluminiumhydroxid, Bentonit, Cellulo- se, Kieselgur, Ionenaustauschern, Leichtmetallsalzen, Meerschaum, Molekularsieben, Silicagelen, Tonerden, und Zeolithen oder Kombinationen davon ist, wobei Aktivkohle, Meerschaum und Silicagel als gasphasenaktive Substanzen besonders bevorzugt sind.
Bei der Filterkonstruktion können marktgängige Kammerfilter (3- fach Filter) eingesetzt werden, bei denen die mittig angeordnete, mit dem o.g. oberflächenreichen, gasphasenaktiven Material zu füllende Kammer in Abhängigkeit von der zu sorbierenden Gasphasenmenge unterschiedlich groß sein kann. Hierbei kommen in der
Regel Gewichtsmengen von 25 mg bis 250 mg der genannten oberflächenreichen Materialien zum Einsatz, wobei die konkreten Einsatzmengen in Abhängigkeit von Korngröße, Schüttgewicht und Ventilationsgrad der vorzugsweise ventilierten Filter innerhalb des genannten Gewichtsbereichs variieren. Wichtig hierbei ist ein möglichst großer Füllungsgrad der Kammer. Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß auch bei größeren Einsatzmengen gasphasenaktiver Substanz, z.B. 100 mg einer üblicherweise verwendeten Aktivkohle, der dem Fachmann bekannte negative geschmackliche Effekt ("off taste", "off flavor" ) durch antioxidativ wirkende Strang- Additive, wie z.B. Tocopherolacetat kompensiert bzw. überkompensiert werden kann, unter gleichzeitiger Hervorbringung eines besonders guten Geschmacks .
Weiterhin können andere an sich bekannte Filterkonstruktionen mit gasphasenaktive Material eingesetzt werden, so z.B. Einstreufilter (beispielsweise ist bei einem Doppelfilter vorzugsweise der strangseitige Filterabschnitt mit Einlagermengen, z.B. gekörnter, gasphasenaktiver Materialien in Mengen von 10 bis 150 mg ver- sehen), Monobloc-Filter (das gasphasenaktive Material, vorzugsweise Aktivkohle, ist in Form eines zylindrischen Körpers mit beispielsweise Polyolefinen anteilig verklebt), Multifilter, die mindestens zwei, gegebenenfalls unterschiedliche Anbieteformen des gasphasenaktiven Materials - welches auch unterschiedlich sein kann - zusätzlich zu den Partikelphase retinierenden Filterabschnitten beinhalten, ebenso Core-Filter bei denen entweder der Mantel oder der Kern gasphasenaktives Material enthalten oder aus ihm bestehen, alternativ Core-Filter bei denen sowohl der Mantel als auch der Kern gasphasenaktives aber jeweils unterschiedliches Material enthalten oder aus ihm bestehen sowie weitere, dem Fachmann bekannte Filterkonstruktionen der angegebenen Art. In diesem Zusammenhang können die Filter kanalventiliert sein und/oder einen mundseitigen Rezeß-Filterabschnitt und/oder einen mund- seitigen Core-Filter besitzen. Alle genannten, gasphasenaktives Material enthaltenden Filterkonstruktionen können selbst die erfindungsgemäßen, antioxidativ wirkenden Substanzen sowohl im
gasphasenaktiven als auch im partikelphasenretinierenden Material enthalten und zusätzlich mit weiteren, zulässigen Additiven wie Aromen, Duftstoffen, gängigen Filterhärtern und anderen für Cigaretten und Cigarillos zulässigen Additiven versehen sein. Es versteht sich von selbst, daß die genannten, gasphasenaktives Material enthaltenden Filterkonstruktionen auch mit üblichem, die Partikelphase retinierendem Filtermaterial bzw. zusätzlichen, die Partikelphase retinierenden Filterabschnitten versehen sind, insbesondere mit Cellulose, Celluloseacetat und den in DE-PS 197 53 193 und DE-PS 197 53 195 sowie in der DE-OS 42 05 658 beschriebenen, Partikelphase retinierenden Filtermaterialien.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung hat es sich als vorteilhaft erwiesen, ein oberflächenreiches Material mit einer Korngröße von 2 mm oder weniger, vorzugsweise von 15 μ bis 2 mm, bzw. entsprechend einer besonderen Ausführungsform weniger als 15 μm, einzusetzen, das eine innere spezifische Oberfläche im Bereich
2 2 von 50 m Ig bis 2000 m /g aufweist. Dies gilt sowohl für Filtercigaretten als auch für die erfindungsgemäßen befilterten Cigaril- los oder Cigarren.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter "gasphasenaktives Cigarettenpapier" ein Cigarettenpapier verstanden, das mindestens eines der oben genannten oberflächenreichen, gasphasenaktiven Materialien enthält. So kann beispielsweise das Cigarettenpapier mit feinstkörnigen Silicagelen, Zeolithen, Aluminiumoxiden usw., versehen sein. Alternativ kann das gasphasenaktive Cigarettenpapier beispielsweise eine zweilagige Tabakstrangumhüllung sein, die auf an sich bekannte Art mit feinstgemahlener Aktivkohle versehen ist (Carbon Filled Paper Innerliner for Cigarettes and Cigars; Ecusta Paper Division OLIN; Research & Development Dept. report; August 27, 1973).
Eine erfindungsgemäß bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist daher eine Filtercigarette, deren Tabakstrang mit zwei Lagen
Cigarettenpapier umhüllt ist, wobei die innere Lage aus einem
Nebenstromrauch-reduzierenden Cigarettenpapier niedriger Luftdurchlässigkeit besteht und die äußere Lage aus einem aromati- sierten Cigarettenpapier mit einer Luftdurchlässigkeit von 20 bis 100 CU, vorzugsweise 40 bis 80 CU, besteht.
Die dem Tabak und/oder anderen rauchbaren Materialien zugesetzten antioxidativ wirksamen Substanzen werden vorzugsweise aus der Gruppe bestehend aus Ascorbinsäure, ß-Carotin, Retinol, Toco- pherol (insbesondere α-Tocopherol) , deren Derivaten (insbesondere Tocopherolacetat) und Vorstufen, Eugenol, Jasminaldehyd, Zimt, Zimtextrakt, (Roh-)Kaffee, (Roh- )Kaffeeextrakt, Kaffeesäure-Methylester, Kaffeesäure-Ethylester, Ferulasäure-Methylester, Ferulasäure-Ethylester, Umbelliferon, Scopoletin und Curcumin ausgewählt, wobei die Substanzen entweder einzeln oder in Kom- bination miteinander dem Tabak zugesetzt werden können. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält oder umfaßt der Zusatz α-Tocopherol, Tocopherolacetat (ToAc) und/oder Tocopherolsuccinat .
Erfindungsgemäß wird der Tabakstrang mit einem Zusatz von mehr als 0,1 Gew.-% bis 5 Gew.-% (bezogen auf die Tabakmenge), vorzugsweise mehr als 0,5 Gew.-% bis 4 Gew.-% und besonders bevorzugt 1 Gew.-% bis 2,5 Gew.-%, an antioxidativ-wirksamen Substanzen versehen. Wenn der Zusatz mehr als eine antioxidativ-wirksame Substanz umfaßt, beträgt deren dem Tabak zugesetzte Menge gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung jeweils mindestens 0,25 Gew.-% bis 1,25 Gew.-%.
Gemäß dem Grundgedanken der Erfindung - Abreicherung der Gasphase bei gleichzeitiger Anreicherung der Partikelphase - können den dem Hauptstromrauch zugänglichen Komponenten der rauchbaren Erzeugnisse nicht nur antioxidativ wirkende Substanzen zugesetzt werden, sondern zusätzlich auch auch die genannten oberflächenreichen, gasphasenaktiven Materialien. Dieser Zusatz an gaspha- senaktiven Substanzen kann je nach Art des rauchbaren Erzeugnisses wahlweise mit einem gasphasenaktiven Filter und/oder einem
gasphasenaktiven Cigarettenpapier kombiniert werden oder den gasphasenaktiven Filter und/oder das gasphasenaktive Cigarettenpapier ersetzen.
Die Filtercigarette der vorliegenden Erfindung weist einen durch ein Cigarettenpapier umgebenen Tabakstrang auf. Anstelle von Tabak können bei den erfindungsgemäßen Erzeugnissen auch andere rauchbare Materialien, einschließlich Tabak-haltige Mischungen dieser anderen Materialien, verwendet werden. So sind erfindungs- gemäß beispielsweise auch "Kretek"-Cigaretten mit Zusatz von bis zu 50 Gew.% rauchbarer Gewürze, oder reine, tabakfreie Pflanzen- cigaretten eingeschlossen. Nachfolgend wird ausschließlich auf "Tabak" Bezug genommen, wobei dieser Begriff jedoch stets die genannten anderen rauchbaren Materialien einschließen soll.
Die eingesetzten Tabake bzw. Tabakmischungen bestehen entweder ganz oder überwiegend aus expandiertem oder nicht-expandiertem La ina-Tabak, können aber auch sogenannte technische Tabake wie Rippenschnitt oder Folientabak (FT) enthalten. Vorteilhafterweise werden in einer bevorzugten Ausführungsform die erfindungsgemäßen, antioxidativ wirkenden Substanzen auf dem Fachmann bekannte Weise direkt in den Folientabak eingearbeitet. In Abhängigkeit der physikalischen Beschaffenheit und technisch relevanter Besonderheiten der erfindungsgemäßen, antioxidativ wirkenden Substan- zen sowie des gewünschten Einsatzzwecks werden von ihnen in den Folientabak Gewichtsmengen von 0,1 % bis 10 %, bevorzugt 1 % bis 7 % und besonders bevorzugt 2 % bis 4 % eingearbeitet. Derartige Folientabake sind besonders für den Einsatz in Cigarillos und Cigarren geeignet, beispielsweise als Deck- und/oder Umblatt, können aber auch unmittelbar als (rauchbare) Tabake verwendet werden oder in Form von Grob- oder Feinschnitt den Tabakmischungen für Cigarillos, Cigarren oder Cigaretten beigefügt werden.
Als bevorzugte Tabakmischungen für Cigaretten können eingesetzt werden :
reine Virginia Mischungen ("hell") - helle Mischungen mit Orient-Anteil sogenannte American-Blend (AB) -Mischungen dunkle Mischungen (air cured) .
Diese Mischungen können auch technische Tabake (Rippe, FT) ent- halten, wobei die jeweiligen Lamina (Blatt-Tabak) -Anteile ganz oder anteilig expandiert sein können. In jedem Fall enthalten die Mischungen bzw. die daraus zu fertigenden, erfindungsgemäßen Rauchprodukte die in Anspruch genommenen, antioxidativ wirkenden Substanzen. Häufig werden AB-Mischungen eingesetzt, z.B. gemäß folgender, erfindungsgemäß bevorzugter Mischungsrezeptur-Range:
a) 20 bis 40 % air cured Tabake b) 20 bis 70 % Virginia Tabake c) 5 bis 20 % Orient-Tabake d) 0 bis 25 % Folientabak e) 5 bis 15 % Rippenschnitt f) 0,1 bis 5 % antioxidativ wirkende natürliche Stoffe,
sowie zusätzlich übliche Zuschlagstoffe wie beispielsweise "Ca- sing" und "Flavour" .
Zwar werden bevorzugt American-Blend (AB) -Mischungen eingesetzt, in besonderen Fällen, d.h. im Hinblick auf die geschmackliche
Positionierung des Produkts können Abweichungen erfolgen bzw. andere Tabakmischungen von "hell" bis "dunkel" eingesetzt werden.
Für Cigarillos bzw. Cigarren werden eher "dunkle" Tabakmischungen auf Basis von air cured Tabaken, den antioxidativ wirkenden natürlichen Stoffen sowie weiteren, dem Fachmann geläufigen Tabaken bzw. den üblichen Zuschlagstoffen eingesetzt. Insbesondere bei den etwa cigarettenformatigen Filtercigarillos wird bevor-
zugt eine Teilmenge, gegebenenfalls die gesamte Menge der antioxidativ wirkenden natürlichen Stoffe dem Umblatt aus Tabakfolie zugesetzt.
Grundsätzlich können die antioxidativ-wirksamen Substanzen nicht nur dem Tabak zugesetzt werden, sondern auch in einzelne, dem Hauptstromrauch zugängliche Komponenten der Tabakerzeugnisse, wie Filter Hüllpapiere, Hülltabake, Trägerstoffe, Nahtleim etc., in an sich bekannter Weise eingearbeitet bzw. aviviert werden. Werden die antioxidativ wirksamen Substanzen in das Cigarettenpapier bzw. in den Leim der Cigarettennaht eingearbeitet, betragen die bevorzugten Mengen mehr als 0,1 Gew.-% bis 20 Gew.-%, wobei Mengen von 1 bis 7,5 Gew.-% besonders bevorzugt sind. Zusätzlich zu den oben genannten Substanzen mit antioxidativer Wirkung kann der Tabakstrang in ebenfalls an sich bekannter Weise mit weiteren Zusätzen an Hilfsstoffen, Füllstoffen und Aromastoffen (Zuschlagstoffen) versehen sein.
Bei Zugabe größerer Mengen antioxidativ wirkender Substanzen zur Tabakmischung, insbesondere bei Zugabe von Tocopherolacetat, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, den Tabakstrang mit einer doppellagigen Cigarettenstrangumhüllung (Vliespapier) zu versehen, wobei die innere Lage aus hochporösem Umhüllungspapier mit einer Luftdurchlässigkeit von 4000 bis 60 000 CU besteht und die äußere Lage aus an sich üblichem Cigarettenpapier. Vorteilhafterweise werden dadurch etwaige Migrationseffekte des flüssigen Additivs von der Tabakmischung der Cigarette auf das äußere Cigarettenpapier, z.B. gekennzeichnet durch eine unerwünschte Fleckenbildung, verhindert oder zumindest reduziert. Alternativ können auch kleinere Mengen der erfindungsgemäß zugesetzten antioxidativ wirkenden Substanzen gemäß DE-PS 42 44 467 in verkapselter Form auf das innere, hochporöse Umhüllungspapier aufgebracht werden.
Auch andere, mehrlagige Tabakstrangumhüllungs-Kombinationen können zum Einsatz gelangen. Zum Beispiel können Spezial-Ciga-
rettenpapiere für die unterschiedlichsten, dem Fachmann bekannten Zwecke, mit dem innenliegenden, hochporösen Umhüllungspapier kombiniert bzw. eingesetzt werden, wie etwa aromatisierte Papiere (z.B. gemäß EP 0 294 972), Nebenstromrauch-reduzierende Papiere (z.B. gemäß EP 0 251 254 oder EP 0 338 156) oder Papiere für selbstlöschende Cigaretten (z.B. gemäß EP 0 375 844). Natürlich können diese Cigarettenpapiere - insbesondere bei Einsatz kleinerer Mengen antioxidativ wirkender Substanzen zur erfindungsgemäßen Rauchware - auch solitär, d.h. einlagig, genutzt werden. Diese Möglichkeit besteht auch bei Folientabakumhüllungen, insbesondere bei Cigarillos. Kombinationen erfindungagemäß bevorzugter Tabakstrangumhüllungs-Kombinationen sind in Tab. 1 dargestellt .
Tab. 1
In Tab. 1 betrifft der erste (obere) Block die erfindungsgemäßen, befilterten Cigarillos bzw. Cigarren, der zweite (untere) Block die erfindungsgemäßen Filtercigaretten. Grundsätzlich können die aufgeführten Umhüllungen auf sinnvolle Weise untereinander (in- nerhalb einer Zeile) als auch miteinander (verschiedene Zeilen) vertauscht bzw. kombiniert werden.
Erfindungsgemäß eingeschlossen ist ferner ein Filtercigarillo, z.B. ein in etwa cigarettenformatiges Filtercigarillo, das mit einem Umblatt aus luftdurchlässigem oder luftundurchlässigem Folientabak und einem Deckblatt aus natürlichem Tabak versehen ist und einen Kammerfilter aufweist, dessen mittige Kammer mit Aktivkohle befüllt ist.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der verwendete Filter ein gasphasenaktiver Filter gemäß PCT/EP97/06390, bei dem es sich um einen Aktivkohle enthaltenden Filter handelt, wobei die mit diesem Filter hergestellte Filtercigarette
a) einen durch ein Cigarettenpapier mit einer Luftdurchlässigkeit von 20 bis 100 CU umgebenen Tabakstrang oder einen durch ein Cigarettenpapier mit einer Luftdurchlässigkeit von 20 bis 100 CU vliesumhüllten Tabakstrang enthält, und
b) einen Doppelfilter mit einem Filterventilationsgrad von 5 bis 95 % enthält, dessen strangseitiger Teil aus einem sehr voluminösen, 5 bis 65 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 50 Gew.-%, mikrofein gemahlene Aktivkohle enthaltenden Tissuepapier besteht, der im mundseitigen Teil mit einer in Umfangsrichtung verlaufenden Filter-Ventilationszone versehen ist.
Bevorzugt werden dem Tabakstrang erfindungsgemäß die oben genannten Substanzen entweder einzeln oder in Kombination miteinander zugesetzt. Ebenso können diese Substanzen aber auch zusätzlich anderen, dem Hauptstromrauch zugänglichen Komponenten der erfin-
dungsgemäßen Tabakerzeugnisse zugesetzt werden, davon bevorzugt dem mundseitigen Filterteil.
Gemäß einer Ausführungsform hat das im strangseitigen Filterelement eingesetzte Tissuepapier ein Flächengewicht von ca. 40 bis 60 g/m2 , einen Aktivkohlegehalt von 5 bis 65 % und eine Dicke von 150 bis 200 μm. Eine bevorzugte Variante weist ein Flächengewicht von 50 g/m2 und einen Aktivkohlegehalt von 30 Gew.-% bei einer Dicke von 180 μm auf.
In einer besonderen Ausführungsform ist der strangseitige Filterteil des Doppelfilters ein Core-Filter gemäß DE 42 05 658 C2, bei dem der Kern aus kohlehaltigem Tissuepapier wie bei der zuerst genannten Ausführungsform gebildet ist, der von einem Mantel aus für den Hauptstromrauch nahezu undurchlässigem Material umgeben ist. Dieses nahezu rauchundurchlässige Material besteht beispielsweise aus stark verdichteten Celluloseacetat- fasern.
Die erfindungsgemäße Filtercigarette weist gegenüber herkömmlichen Filtercigaretten vergleichbarer Kräftigkeit den Vorteil auf, daß die Mikrozirkulation, insbesondere der Mundschleimhaut, bei Verwendung eines gasphasenaktiven Filters und zusätzlicher Aufgabe von antioxidativ-wirkenden Substanzen auf den Tabak- sträng, deutlich geringer beeinträchtigt und somit eine Unterversorgung des Gewebes verhindert wird. Dieser positive Effekt wird insbesondere bei Zusatz von α-Tocopherol oder Tocopherolacetat signifikant verstärkt.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde überraschenderweise festgestellt, daß - auch bei Verwendung eines z.B. Aktivkohlehaltigen, gasphasenaktiven Filters, der gleichzeitig Partikelphase retiniert - beträchtliche Mengen der zugesetzten antioxidativ- wirkenden Substanzen in die Partikelphase übergehen und deren Menge durch den gasphasen- als auch partikelphasenaktiven Filter nicht oder nur unwesentlich reduziert wird, wobei der Filter bzw.
die Poren des gasphasenaktiven Filtermaterials durch diese Tabak- Zusätze nicht "blockiert" werden, d.h. nicht verstopfen. Überraschenderweise kommt es dabei zu einer additiven oder überadditiven Wirkung der Einzeleffekte der erfindungsgemäßen Kombination aus gasphasenaktivem Filter und Beaufschlagung mit antioxidativ wirksamen Substanzen, d.h. es kommt zu einer mindestens additiven Verminderung der Beeinträchtigung der Mikrozirkulation. Andererseits hat es sich gezeigt, daß sich der Anteil an Schadstoffen in der Gasphase durch die Verwendung eines gasphasenaktiven Filters reduzieren läßt, ohne daß es im erfindungsgemäßen Fall zu einer geschmacklichen Beeinträchtigung, d.h. zu negativen geschmacklichen Veränderungen des Hauptstromrauchs kommt. Ebenso weist der Nebenstromrauch keine negativen, d.h. als unangenehm empfundenen, geruchlichen Veränderungen auf.
Überraschenderweise hat sich ferner gezeigt, daß eine Beaufschlagung an sich üblicher Tabakmischungen mit den o.g. antioxidativ wirkenden Substanzen - auch in höheren Anteilen - zu einer sensorischen Verbesserung der jeweiligen Mischung bzw. der erfindungs- gemäßen, rauchbaren Erzeugnisse beiträgt.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist das rauchbare Erzeugnis eine Filtercigarette, die einen durch ein Cigarettenpapier mit einer Luftdurchlässigkeit von 40 bis 60 CU vliesumhüllten Tabakstrang enthält, wobei das Vliespapier ein hochporöses Vliespapier mit einer Luftdurchlässigkeit von 32 000 CU ist, und deren Filter ein Doppelfilter ist, dessen strangsei- tiger Teil aus einem sehr voluminösen, 30 Gew.-%, mikrofein gemahlene Aktivkohle enthaltenden Tissuepapier besteht, der mit einer in Umfangsrichtung verlaufenden Filter-Ventilationszone versehen ist, die im mundseitigen Teil aus Celluloseacetat besteht, wobei der Tabakstrang mit einem Zusatz von etwa 2 % Tocopherolacetat versehen ist. Je nachdem, ob es sich um eine Full- Flavour-, eine Lights- oder eine Ultra-Lights-Cigarette handelt, weist der Doppelfilter einen Filterventilationsgrad von etwa 20 bis etwa 25 %, etwa 50 % oder etwa 60 bis 75 % auf. Die Produkt-
eigenschaften dieser bevorzugten Cigaretten sind nachfolgend in Tab. 2 dargestellt.
Tab.2
Es ist für den Fachmann selbstverständlich, daß das erfindungsgemäße Prinzip - Anreicherung der Gasphase, z.B. durch Verwendung eines gasphasenaktiven Filters und/oder durch Verwendung von gasphasenaktivem Cigarettenpapier, bei gleichzeitiger Anreicherung der Partikelphase durch Beaufschlagung mit antioxidativ wirkenden Substanzen - auch durch Verwendung von Tabakpatronen (sogenannte Steck-Cigaretten) verwirklicht werden kann, d.h. indem ein vliesumhüllter Tabakstrang sowie eine Hülse mit gasphasenaktivem Filter zur Verfügung gestellt werden, die der Konsument selbst zum fertigen Raucherzeugnis (z.B. Cigarette) zusammensteckt. Der Zusatz antioxidativ wirkender Substanzen kann dementsprechend auf dem Tabak selbst und/oder zum Beispiel auf dem Cigarettenpapier der Hülse erfolgen. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher auch die Verwendung eines vliesumhüllten Strangs aus Tabak und/oder einem anderen rauchbaren Material und einer Filterhülse, die einen gasphasenaktiven Filter umfaßt,
zur Herstellung eines erfindungsgemäßen rauchbaren Erzeugnisses, wobei der Strang aus Tabak und/oder einem anderen rauchbaren Material und/oder andere dem Hauptstromrauch zugängliche Komponenten mit einem Zusatz an antioxidativ wirkenden Substanzen versehen ist/sind. Ebenso ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung auch die analoge Verwendung sogenannter (unbefilterter) "Steck-Cigarillos" in Verbindung mit einer Filterhülse, die einen gasphasenaktiven Filter umfaßt, zur Herstellung eines erfindungsgemäßen rauchbaren Erzeugnisses. Die vorliegende Erfindung be- trifft daher auch die Verwendung eines Strangs aus Tabak und/oder einem anderen rauchbaren Material, der mit natürlichem und/oder rekonstituiertem Tabak umhüllt ist, und einer Filterhülse, die einen gasphasenaktiven Filter umfaßt, zur Herstellung eines rauchbaren Erzeugnisses, wobei der Strang aus Tabak und/oder einem anderen rauchbaren Material und/oder die Umhüllung aus Tabak und/oder andere dem Hauptstromrauch zugängliche Komponenten mit einem Zusatz an antioxidativ wirkenden Substanzen versehen ist/sind. Gemäß dieser Ausführungsform kann der Strang aus Tabak und/oder einem anderen rauchbaren Material alternativ mit inde- stens zwei Lagen rekonstituiertem Tabak bzw. Folientabak umhüllt sein. Die Umhüllung kann in diesen Fällen sowohl luftundurchlässig (< 1 CU) als auch luftdurchlässig (mit einer Luftdurchlässigkeit von 5 bis 100 CU, vorzugsweise 40 bis 80 CU) sein oder aus einer Kombination aus luftundurchlässigen Hülltabaken und luftdurchlässigen Hülltabaken bestehen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Beispielen näher er- läutert.
Beispiel 1
Herstellung von Versuchsciσaretten
Für die in den folgenden Beispielen 2 und 3 beschriebenen Untersuchungen wurden maschinenfertige Versuchscigaretten auf dem Niveau Full-Flavour hergestellt auf Basis der dafür erforderlichen Cigarettenausstattung. Insgesamt wurden 4 verschiedene Cigarettenvarianten hergestellt (Tab. 3).
Die Beaufschlagung des Tocopherolacetats (ToAc) erfolgte in Form 20%iger ethanolischer Lösung auf den Schnitt-Tabak. Dabei wurde so vorgegangen, daß jeweils 10 kg des Tabaks in einer rotierenden Behandlungstrommel in der dem Fachmann bekannten Art und Weise mit der ToAc-Lösung besprüht wurden. Bei der Dosierung wurde ein Gehalt von 1,5 % ToAc im Tabak angestrebt. Danach wurde das Lösungsmittel bei 22 °C und 63 % rel . Luftfeuchte abgelüftet, wobei gleichzeitig eine Konditionierung für die Cigarettenferti- gung erfolgte (Cigarettenversionen 1 C und 1 D) . Als Vergleich diente jeweils die unbehandelte Tabakmischung (Cigarettenversionen 1 A und 1 B) .
Die Fertigung der Cigaretten erfolgte mit zwei verschiedenen Filtern. Die gasphasenaktiven Filter waren Doppelfilter deren strangseitiger Teil aus einem kohlehaltigen Tissuepapier (mit 30 Gew.-% mikrofein gemahlener Aktivkohle) und der mundseitige Teil aus Celluloseacetatfasern besteht. Diese Filter wurden in der Beschreibung als Aktivkohlefilter (AF) bezeichnet und befinden sich in den Cigarettenversionen 1 B und 1 C. Gegenüberge- stellt wurden diese üblichen Cigarettenfiltern gefertigt aus Celluloseacetatfasern (CA) (Cigarettenversion 1 A und 1 D) .
Tab. 3
Übersicht über die produzierten Versuchsvarianten
Beispiel 2
Verhalten von Tocopherolacetat beim Rauchen von Cigaretten
Das Verhalten von Tocopherolacetat (ToAc) beim Verrauchen von Füll Flavour-Cigaretten in den Versuchsvarianten mit Celluloseacetatfiltern und mit Aktivkohlefiltern wurde untersucht.
Abgeraucht wurden die Cigaretten nach DIN 10240, wobei das Hauptstromrauchkondensat (HSR) elektrostatisch gewonnen wurde. Auch die Partikelphase des sog. Nebenstromes (NSR) wurde isoliert. Hierzu wurden jeweils 10 Versuchscigaretten in einem 18 m großen Raum, ausgekleidet mit V2A-Stahl, so abgeraucht, daß sich nur der NSR im Raum verteilen konnte. Danach wurde hieraus ein Aliquot von 180 1 mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 3 1/min zur Abscheidung der Partikelphase durch ein Teflonfilter geleitet.
Außerdem wurden die Stummel (nicht verrauchte Tabakreste) und die berauchten Cigarettenfilter nach dem Verrauchen der Cigaretten voneinander getrennt und gesammelt. Von HSR, NSR, Stummel und den berauchten Filtern wurden ethanolische Lösungen bzw. Extrakte zur Analyse auf ToAc hergestellt.
Die Quantifizierung des ToAc erfolgte mittels HPLC mit DAD (High Performance Liquid Chromatography mit Dioden Array Detector) . Dabei wurde eine Säule von Typ Purospher RP 18, 5 μm, No548l63 eingesetzt. Als Laufmittel diente Methanol bei einer Fließgeschwindigkeit von 1,0 ml/min und einer Temperatur von 35 °C. Die Detektion erfolgte bei 285 nm.
Tab. 4
Übergang von Tocopherolacetat (ToAc) in den Hauptstromrauch (HSR)
In Tab. 4 sind die Mengen HSR-Kondensat (mg/Cigarette) und die darin nachgewiesenen Mengen ToAc (mg/Cigarette) im HSR-Kondensat für die ToAc enthaltenden Cigarettenvarianten aufgelistet. Ferner ist Tab. 4 der rel. Anteil (%) an ToAc im HSR zu entnehmen. Die erhaltenen Ergebnisse zeigen, daß sich der Anteil ToAc im HSR- Kondensat (%) bei den Cigaretten mit Celluloseacetatfiltern und Kohlefiltern auf vergleichbarem Niveau befindet, und zwar im Mittel bei etwa 12 %.
Tab. 5
Wiederfinden von Tocopherolacetat nach dem Abrauchen der Versuchscigaretten
Tab. 5 gibt eine Übersicht über die Verteilung des ToAc während des Rauchens bzw. die Bilanzierung nach abgeschlossenem Abrauch- prozeß. In der zweiten Spalte von Tab. 5 finden sich die Mengen ToAc (mg/Cigarette), die zu Beginn des Abrauchens vorgelegen haben. Diese ergeben sich rechnerisch aus der jeweiligen Tabak- menge pro Cigarette und der jeweils dem Tabak zugesetzten Menge ToAc.
Außerdem weist Tab. 5 die wiedergefundenen Mengen ToAc (mg/Cig.) in HSR, NSR, Filter und Stummel aus, sowie die sich hieraus erge- bende Summe und die jeweils wiedergefundene Menge (%), bezogen auf die vor dem Abrauchen vorgelegte Menge.
Beispiel 3 :
A. Allgemeines Studiendesiσn zum Nachweis der Mikrozirkulations- beeinflussung
Material und Methoden
1. Testobjekte:
Die folgenden 4 Testobjekte wurden beispielhaft untersucht. Alle Testobjekte waren für den Versuch verbündet, d.h. es war weder für die Probanden noch für den Versuchsleiter erkennbar, welche Cigarette geraucht wurde. Es handelte sich um Cigaretten des Füll Flavour Segments mit folgenden Bezeichnungen gemäß Beispiel 1 :
1 A, 1 B, I C und 1 D
Probanden:
Homogene Stichprobe, 8 Probanden (N = 8); männlich, Kaukasier, mäßige Raucher; zahnärztlich und humanärztlich ohne pathologischen Befund (Ausnahme leichte chronische Bronchitis); Gebiß saniert; definierte Ein- und Ausschlußkriterien gemäß Good Clini- cal Practice (GCP) - Standard (Richtlinien für die ordnungsgemäße klinische Prüfung von Arzneimitteln) .
Alter: 38 bis 43 Jahre (Mittelwert 40,5 Jahre) Körpermasse: 73 bis 78 kg (Mittelwert 75,3 kg) Körperlänge: 172 bis 176 cm (Mittelwert 174,1 cm)
3. Definition der Einschlußkriterien zur Eignung als Proband:
Männliche Kaukasier, 38 bis 43 Jahre, ambulant; keine Medikation; ausgeglichener sozialer Status; harmonische Ehe; klinisch ohne
pathologischen Befund; 4 Wochen frei von grippalen Infekten; keine körperlichen oder geistigen Behinderungen; Schulabschluß mindestens 10. Klasse (abgeschlossene Berufsausbildung). Zuverlässigkeit und Diszipliniertheit (strikte Einhaltung der Untersuchungsvorschriften) . Ausgeglichene Charaktere (keine paranoiden oder akzentuierten Persönlichkeitsstrukturen). Mäßige Raucher (täglich 10 bis 15 Cigaretten; pro Cigarette ca. 0,9 mg Nicotin und ca. 12 mg Kondensat); kein Alkoholabusus, kein Medikamenten- mißbrauch.
4. Definition der Ausschlußkriterien (als Proband nicht geeignet) :
Nicht-Einhaltung der Einschlußkriterien, s.o,
5. Allgemeine Ausschlußkriterien:
Teilnahme an einer Studie (gleich welcher Art) in den letzten 90 Tagen; gleichzeitige Teilnahme an einer anderen Studie. Unfähigkeit oder Unwilligkeit, die Kriterien des Prüfplanes erfüllen zu können oder zu wollen. Alkoholiker, Medikamenten- oder Drogenabhängige, Neurotiker. Personen mit psychiatrischen Erkrankungen. Epilepsie. Suizidgefahr. Blutspender oder Blutverlust > 500 ml in den letzten 6 Monaten. Körpermasse nicht innerhalb von +/- 10 % entsprechend Größe, Geschlecht und Statur - wie in den Metropolitan Life Insurance Company Tables 1983 oder Broca Index > 150 % oder Übergewicht (mehr als 20 % über Normalgewicht). Konsum ab- normer Mengen Kaffee, Tee oder Tabak nach Urteil des Prüfarztes; Teilnahme an einer Diät bzw. unausgewogene Ernährung nach Urteil des Prüfarztes; unregelmäßige (unsoziale) Lebensführung; ev. Kontraindikation für die geplanten Untersuchungen (aus ärztlicher Sicht). Keine Bereitschaftserklärung für die Untersuchungen.
6. Anamnestische Ausschlußkriterien:
Allergische Diathese; Unverträglichkeiten bzw. Überempfindlichkeiten gleich welcher Art; Diabetes melütus; Hyperurikämie; Hyperthyreose bzw. andere endokrine Erkrankungen; chronische oder terminale Erkrankungen (Carzinom, Tuberkulose); Hypertonie; Herzinsuffizienz, Coronarinsuffizienz; coronare Herzkrankheit; Herzklappenfehler; Myokardinfarkt; Hirninfarkt; cerebrale Durchblutungsstörungen TIA (transitorische ischämische Attacke; Stadi- um Ila der cerebralen Durchblutungsstörung); chronisch obstruktive Lungenerkrankung COLD; chirurgische Eingriffe am Intestinum; jegliche andere chronische Erkrankung; Hämodialyse; nur eine voll funktionstüchtige Niere; Prostatahyperplasie; Blutgerinnungsstörungen. Geäußerte Absicht, sich das Rauchen abgewöhnen zu wollen.
7. Bei der Aufnahme festzustellende Ausschlußkriterien:
Chronische Leberleiden (Erhöhung der Transaminasen auf das 2-fa- che der Normwerte); Nierenerkrankungen bzw. Nierenfunktionsstörungen (Erhöhung des Serumkreatinins > 1,2 mg% (1,5 mg%) oder Kreatininclearance 50 - 80 ml/min (< 50 ml/min); Leukozytenzahl unter 3500/μl; Thrombozytenzahl unter 100 000/μl. Verdacht auf intestinale Funktionsstörungen; Verdacht auf pulmonale oder bronchiale Erkrankungen (Ausnahme leichte chron. Bronchitis). Stomatologisch sanierungsbedürftig; Fehlen von mehr als 2 Zähnen; Parodontopathien, Gingivitis.
8. Nichtzulässige Begleittherapie:
Einnahme von Medikamenten oder Substanzen innerhalb von 90 Tagen vor Studienbeginn; nichtmedikamentöse Therapie; physikalische Therapie.
9. Sekundäre Ausschlußkriterien:
Einschlußkriterien nach Voruntersuchung nicht erfüllt; Ausschlußkriterien erst nach Aufnahme in die Studie festgestellt (wird im Rahmen dieser Studie ausgeschlossen) .
10. Randbedingungen für die Untersuchungen:
a) Probanden: 12 h vor den Untersuchungsterminen keinen Alkohol, kein Kaffee, Tee oder Coca-Cola ®. Mindestens 6 Stunden Schlaf täglich; vor den Messungen hinreichend Akklimatisierung und Ruhe (Blutdruck RR (gemessen mit Riva-Rocci-Apparatur) normal, Herzfrequenz normal, Atemfrequenz normal).
b) Messungen: Raumtemperatur ca. 22 °C, relative Luftfeuchte ca. 75 % . Messungen im Sitzen (Kopf wird während der Untersuchung in einem ophthalmologischen Aufsatz gelagert - auf ausdrücklichen Wunsch der Probanden). Gleiche Tageszeit (Uhrzeit); gleiche Wetterlage.
Studiencharakter
Doppel-Blind-Studie (Festlegung des Untersuchungsablaufes durch einen Zufallsgenerator) .
Beobachtungsintervall , Meßintervall
Ausgangswerte ,
0. Minute Beginn der Exposition; während und nach der Exposition 2. Minute; 4. Minute;
6. Minute;
8. Minute; 10. Minute; 12. Minute.
Randbedingungen der Untersuchungen konstant (Temperaturregulation, Makrozirkulation, Akklimatisierungszeit ca. 2h).
Expositionsbedingungen
Orientierende Rahmenbedingungen bezüglich Atemfrequenz und Atemzugvolumen; beim Rauchen behalten die Probanden ihr gewohntes Rauchverhalten bei. Jeder Proband wird mit allen Testobjekten einer Untersuchungsreihe exponiert (Zeitabstand zwischen den Expositionen > 24 h). Die Reihenfolge der Probanden im Versuch und die Reihenfolge der Expositionen mit den verschiedenen Testobjekten bei jedem Probanden wird durch einen Zufallsgenerator festgelegt.
B. Intravitalmikroskopische Methode (Methodenbeschreibung, Merkmale)
Erfaßt werden zusammenhängende, komplette Mikrogefäßnetzwerke in einem Target-Gewebevolumen von 1 mm mit 60 Kirchhoff 'sehen Knotenpunkten (Orten von Mikrogefäßverzweigungen) und mittleren Gefäßdiametern < 40 μm.
Vor jeder intravitalmikroskopischen Meßwerterfassung wird eine orientierende Übersicht über das komplette Netzwerk im Gewebe - Targetvolumen gewonnen - einschließlich seiner weiteren Zu- und Abflüsse, Verzweigungsgeometrie und Verzweigungshierarchie. Die Gefäßidentifikation, sofern erforderlich, erfolgt im Rahmen dieser Studie funktionell.
Zur Darstellung kompletter mikrovaskulärer Netzwerke im Targetbereich gelangt eine intravitalmikroskopische Untersuchungseinheit im kombinierten Auflicht-Durchlicht-Verfahren mit selektiven Lichtgeneratoren und selektiver Filterung zum Einsatz . Die erhal- tenen Primärabbildungen werden computergestützt be- und verarbeitet (sekundäre Bildbearbeitung und -Verarbeitung mit dem Computersystem KONTRON) .
Die vitalmikroskopischen Befunderhebungen erfolgen unter defi- nierten Beleuchtungs- und Filterbedingungen; diese betreffen: spektrale Verteilung der Auflicht- und Durchlichtkomponenten, Strahlcharakteristika, Einstrahlwinkel der Aufüchtkomponente, spezifische Filterung der reflektierten und der das Gewebe durchdringenden Komponenten, Emissions- bzw. Absorptionsspektren der verschiedenen Strukturen im Targetgewebe.
Dokumentation der Primärabbildungen:
Mikrofotografische Momentaufnahmen im Kleinbild-, Rollfilm- oder Plattenformat (NIKON, LINHOF mit ARRI-Adapter; bis 1/8000 sec); Filmmaterial bis ISO 3200/36°).
35mm-Cinefilm (Color oder Schwarzweiß), komplettes Kamera- und Steuersystem ARRI (bis zu 120 Bildern/sec), Agfa-Spezialfilm; automatisches Agfa-Filmentwickelsystem.
Videoaufzeichnungen (U-matic, Super-VHS; JVC, PANASONIC, BLAUPUNKT, SIEMENS).
Die Messung verschiedener geometrischer und dynamischer Merkmale der Mikrozirkulation erfolgt computergestützt mittels Bild-zuBild-Analyse; z.T. in Pseudofarbtransformation und Computeridentifikation der Primärabbildungen (computergestützte histo- logische Befundung) . Für die intravitalmikroskopischen Messungen
sind die makrozirkulatorischen Randbedingungen streng konstant zu halten und simultan zu überwachen.
Fig. 1 zeigt anhand eines Blockschaltbildes den Aufbau der in- travitalmikroskopischen Untersuchungseinheit.
Adaption der vitalmikroskopischen Untersuchungseinheit mit einem BAXTFR-Angioskop-Glasfaserkabel :
Der distale Part eines BAXTER-Angioskopes (spez. Coronaroskop) wird in einen handelsüblichen sterilen O.P. -Tupfer so plaziert, daß eine buccalseitige Fixierung des optischen Apparates gewährleistet ist und zugleich der Proband auf eine zumutbare Weise beansprucht wird. Dieses Vorgehen wird vor Untersuchungsbeginn mit den Probanden simuliert und wird von allen Untersuchungs- personen akzeptiert. Fig. 2 zeigt als schematische Darstellung die Plazierung des distalen optischen Apparates im Cavu oris der Probanden .
Auf Wunsch der Probanden erfolgt während der Exposition mit den Testobjekten eine zwanglose Fixierung des Kopfes durch einen ophthalmologischen Aufsatz (Kieferstütze, Stirnstütze) - in sitzender Stellung individuell angepasst. Bei der Applikation der Testobjekte werden den Probanden keine definierten Expositionsbedingungen vorgeschrieben; sie dürfen in der Art und Weise ihrer Gewohnheiten (Zugvolumen, Zugfrequenz, Anzahl der Züge pro Testobjekt, Zeit) verfahren.
Gemessen werden folgende Merkmale der Mikrozirkulation:
* Anzahl der aktuell blutzellperfundierten Knotenpunkte nNP in einer definierten Netzwerkeinheit (angegeben als Absolutwerte oder als prozentuale Änderungen im Vergleich zu den Ausgangswerten) .
Dieses Merkmal beschreibt die Zuordnung der Perfu- sionszustände "blutzellperfundiert" oder "nicht blutzellper- fundiert" nach folgenden Kriterien: Dauer des Zustandes länger als 20 sec; Grenzfälle werden mit + 0,5 oder - 0,5 bewer- tet; Grenzströmungsgeschwindigkeit der roten Blutzellen v ~ 80 μm/s.
* Anzahl adhärierender weißer Blutzellen an einer definierten Venoleninnenwand nWBC/A (angegeben als Absolutwerte oder als prozentuale Änderungen im Vergleich zu den Ausgangswerten) .
Dieses Merkmal bezeichnet die Anzahl adhärierender weißer Blutzellen n, die länger als 5 sec an einer definierten Veno- leninnenwandflache A anhaften. Die Bezugsfläche ist ein Areal der Venoleninnenwand A = 18000 μm ; Mittlerer Durchmesser der Venole d = 40 μm, axiale Venolenlänge 1 = 140 μm.
* Arteriolärer und venulärer Strömungsfluß Qarc bzw. Qvβn (angegeben als Absolutwerte oder als prozentuale Änderungen im Vergleich zu den Ausgangswerten).
Dieses Merkmal beschreibt den Strömungsfluß (Stromstärke) der roten Blutzellen, also den Teilchenstrom.
Die Meßwerte werden in sekundärer Bildbearbeitung computergestützt erhoben (System KONTRON). Geometrische Abmessungen innerhalb eines Mikrogefäßes (Durchmesser d, Radius r) werden in der Normalen zur Gefäßlängsachse von Endothelinnenflache zur gegenüberliegenden Endothelinnenflache gemessen (Tangenten) . In Fig. 3 ist dies schematisch dargestellt.
C. Statistische Analyse der Meßwerte
Es wird aus naheliegenden Gründen auf ein parameterfreies Prüfverfahren zurückgegriffen. Unter der Voraussetzung stetiger
Variablen in kleinen, jedoch biometrisch hinreichend großen Stichproben findet der WILCOXON-Rangsum entest Anwendung, da er mit einer Effizienz von ca. 95% zu den schärfsten parameterfreien Verfahren gehört. Die Prüfungen erfolgen auf dem Signifikanz- niveau a = 5%. Die kritischen Werte von T für den Test von WIL- COXON werden entnommen aus : G.A. Ferguson, Statistical Analysis in Psychology and Education . McGraw-Hill, N.Y. 1959, 318.
Verglichen werden für jedes Testobjekt die Ausgangswerte mit den Meßwerten zu den Meßzeitpunkten 2. Minute bis 12. Minute. Ferner wird geprüft, ob nach Exposition verschiedener Testobjekte signifikant unterschiedliche Merkmaländerungen auftreten (Vergleich der Meßwerte nach Exposition verschiedener Testobjekte zu gleichen Meßzeitpunkten) .
D. Versuchsdurchführung
Die Probanden werden vor Untersuchungsbeginn akklimatisiert und in sitzender Stellung kreislaufberuhigt (thermogrammometrische
Überwachung der Körperschalentemperatur, Messung des systemischen systoüschen und diastoüschen Blutdruckes, allgemein ärztliche
Voruntersuchung); danach erfolgt ein ausführliches ärztliches
Vorgespräch zum aktuellen Befinden des Probanden (ca. 20 min). Mit den ärztlichen Vorgesprächen wird das Ziel verfolgt, die
Akklimatisierungszeit zu verlängern, den Probanden weiter zu beruhigen, ein festes Vertrauensverhältnis Versuchsarzt-Proband aufzubauen und zu festigen (Einhaltung der Randbedingungen und der Auflagen für den Probanden vor Untersuchungsbeginn).
Anschließend erfolgt im Laborraum in sitzender Stellung die Exposition mit dem jeweiligen Testobjekt und die Befunderhebung im Rahmen einer Doppel-Blind-Studie.
Nach erfolgter Befundung wird der Proband zu einem ärztlichen Nachgespräch gebeten. Das Nachgespräch dient der weiteren Festi-
gung des Vertrauensverhältnisses und der Vorbereitung auf den nächstfolgenden Untersuchungstermin .
Beim Nachgespräch wird der Proband auch zum Testobjekt der erfolgten Exposition befragt, um zu erkunden, ob z.B. durch individuelle Abneigung gegen ein bestimmtes Testobjekt redundante psychische oder vegetativ-somatische Faktoren des Meßergebnis verfälscht haben könnten. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden keine Hinweise auf derartige Verfälschungen erhalten.
E. Ergebnisse
Die Mittelwerte aus den Messungen mit 8 Probanden sind in Fig. 4 und 5 graphisch dargestellt.
Fig. 4 zeigt beispielhaft die Anzahl blutzellperfundierter Knotenpunkte (nNP) in Abhängigkeit von der Zeit für die Cigarettenversionen 1 A bis 1 D gemäß Beispiel 1.
Fig. 5 zeigt die Anzahl adhärierender weißer Blutzellen nWBC/A in Abhängigkeit von der Zeit für die Cigarettenversion 1 A bis 1 D gemäß Beispiel 1.
Aus Fig. 4 kann man ersehen, daß die Mikroperfusion (Mikrozirkulation) anhand der Anzahl blutzellperfundierter Knotenpunkte bestimmt - bei herkömmlichen Filtercigaretten (1 A) sehr viel stärker beeinträchtigt ist als im Fall gasphasenaktiver Filter (1 B). Wie Fig. 4 ferner zeigt, vermindert auch eine Beaufschlagung mit Tocopherolacetat (1 D) gegenüber herkömmlichen Filtercigaretten die Beeinträchtigung der Mikrozirkulation in vergleichbarem Maße. Bei erfindungsgemäßen Filtercigaretten, die sich durch die Kombination eines gasphasenaktiven Filters mit einem mit antioxidativ-wirkenden Substanzen (hier Tocopherolacetat) beaufschlagten Tabakstrang auszeichnen (1 C), kommt es zu einer
weiteren signifikanten Milderung der beim Rauchen beobachteten Effekte auf die Mikrozirkulation. Einige Minuten nach Beendigung der Exposition steigt, die Anzahl der blutzellperfundierten Knotenpunkte wieder auf den Ausgangswert vor der Exposition an.
Auf Fig. 5 ist ersichtlich, daß die Zahl adhärierender weißer Blutzellen (nWBC/A) als Maß für die Immunantwort bei Exposition mit Rauch herkömmlicher Filtercigaretten (1 A) deutlich höher ist als in Fällen, in denen herkömmliche Filtercigaretten mit Toco- pherolacetat (1 D) beaufschlagt werden. Bei erfindungsgemäßen Filtercigaretten, die gasphasenaktive Filter sowie einen Zusatz an antioxidativ-wirkenden Substanzen (hier Tocopherol, 1 C) enthalten, wird hingegen die geringste Immunantwort - ausgedrückt in Anzahl adhärierender weißer Blutzellen - beobachtet.
Diese Versuchsreihe zeigt, daß erfindungsgemäße Filtercigaretten verglichen mit herkömmlichen Filtercigaretten die Mikrozirkulation signifikant geringer beeinträchtigen und somit bezüglich akuter Effekte auf die Mikrozirkulation aus biologisch-medizini- scher Sicht eine deutliche Verbesserung darstellen.
Beispiel 4
Tabakbehandlung mit Cureumin bzw. Ferulasäureethylester
Cigaretten des Full-Flavours Niveaus, beschrieben in Beispiel 1 als Version 1 A, wurden als Vergleich herangezogen, um die Wirksubstanzen Cureumin und Ferulasäureethylester hinsichtlich ihrer Übergänge in den HSR, sowie ihrer physiologischen Wirkung, beschrieben in Beispiel 5, zu bewerten.
Dabei wurde so vorangegangen, daß je 100 g Schnitt-Tabak, wie in den Cigaretten 1 A enthalten, mit den ethanoüschen Lösungen von Cureumin bzw. Ferulasäureethylester beaufschlagt wurden. Nach
Verdunsten des Alkohols wurden mit dem Tabak handgefertigte
Cigaretten hergestellt, die bezüglich ihrer Ausstattung denen des Vergleichs 1 A entsprachen. Die drei Cigarettenversionen wurden, wie in Beispiel 2 beschrieben, abgeraucht.
Danach wurden von den behandelten Tabaken und den Kondensaten des HSRs Analysen auf Cureumin bzw. Ferulasäureethylester durchgeführt . Die Analysen erfolgten mittels HPLC wie in Beispiel 2 beschrieben. Jedoch wurde als Laufmittel ein Gemisch aus Wasser, Tetrahydrofuran, Acetonitril und Essigsäure verwendet und zwar für Cureumin im Verhältnis 55/25/20/1 und für Ferulasäureethylester im Verhältnis 77/13/9/1. Es wurde eine Säule Purospher C18 verwendet, der Detektor war bei Cureumin auf 420 nm und bei Ferulasäureethylester auf 325 nm eingestellt.
Die nachfolgende Tab. 6 zeigt die Konzentration an Wirkstoff (%), die der behandelte Tabak hatte, und den %-Anteil der im HSR- Kondensat wiedergefunden wurde.
Tab. 6
Testobjekte für Beispiel 5
Beispiel 5
Die Wirkung der gemäß Beispiel 4 hergestellten Filtercigaretten auf die Mikrozirkulation der Mundschleimhaut von 8 Probanden wurde mit den in Beispiel 3 (Abschnitte A.2 bis D. [methodischer
Teil]) näher beschrieben intravitalmikroskopischen Prüfmethoden im Doppel-Bünd-Versuch untersucht.
Testobjekte:
1 A, B 142 und B 143
Ergebnisse:
Fig. 6 zeigt beispielhaft die Anzahl adhärierender weißer Blutzellen nWBC/A in Abhängigkeit von der Zeit für die Füll Flavour Cigaretten (gemäß Beispiel 4) mit und ohne die Zuschlagstoffe Cureumin bzw. Ferulasäureethylester (Versionen 1 A, B 143 und B 142) .
Aus Fig. 6 ist ersichtlich, daß die Immunantwort - gemessen als Zahl adhärierender weißer Blutzellen (nWBC/A) - bei Exposition mit Rauch herkömmlicher Filtercigaretten (1 A) deutlich höher ist als in Fällen, in denen herkömmliche Filtercigaretten mit antioxidativ-wirkenden Substanzen wie Cureumin (B 143) oder Ferulasäureethylester (B 142) beaufschlagt werden.
Beispiel 6
Eine American-Blend-Mischung wurde mit 2 Gew.-% Tocopherolacetat (bezogen auf die Tabakmenge) beaufschlagt, die Fertigung der entsprechenden Versuchs- und Vergleichs-Cigaretten erfolgte analog Beispiel 1.
Das sensorische Ergebnis im Expertenpanel zeigte bei den 2 Gew.-% ToAc enthaltenden Versuchscigaretten gegenüber den Vergleichs- cigaretten eine signifikante Reduzierung der sogenannten Störfak- toren wie Reaktivität, Rauhigkeit und Schärfe.
Ebenso wurden auch andere Mischungsansätze (d.h. Verwendung anderer, mit 2 Gew.-% ToAc beaufschlagter Tabakmischungen) überprüft. Bei einer straight Virginia-Mischung (Cigarette) wurde ebenfalls eine signifikante Reduzierung der Schärfe ermittelt, bei einer reinen air cured-Mischung (Cigarillo) eine erhebliche Reduzierung von Rauhigkeit und Reaktivität, wobei der typische "cigarrige" Nebenstromrauch-Geruch des erfindungsgemäß befilterten und beaufschlagten Cigarillos als weniger ausgeprägt, weniger unangenehm bewertet wurde als der NSR-Geruch des Vergleichs- cigarillos .
Legende der Figuren:
Fig. 1: Blockdiagramm der intravitalmikroskopischen Untersuchungseinheit .
Fig. 2: Schematische Darstellung der Plazierung des distalen optischen Apparates im Cavum oris der Probanden. In einem sterilen O.P. -Tupfer ist das Glasfaserkabel eingebettet, so daß eine zumutbare Fixierung zwischen Zahnleiste des rechten Unterkiefers und Wangeninnenseite gewährleistet ist .
Fig. 3: Schematische Darstellung vom Innenraum eines Mikrogefä- ßes zur Veranschaulichung der Bestimmung von geometrischen Abmessungen.
Fig. 4: Messung der Anzahl blutzellperfundierender Knotenpunkte in Abhängigkeit von der Zeit nach Beginn der Exposition bei Untersuchungen herkömmlicher und erfindungsgemäßer Filtercigaretten.
Fig. 5: Messung der Anzahl adhärierender weißer Blutzellen in Abhängigkeit von der Zeit nach Beginn der Exposition bei Untersuchungen herkömmlicher und erfindungsgemäßer Filtercigaretten.
Fig. 6: Messung der Anzahl adhärierender weißer Blutzellen in Abhängigkeit von der Zeit nach Beginn der Exposition bei Untersuchungen für Füll Flavour-Cigaretten mit und ohne Zuschlagstoffe.
ERSÄTZBLATT REGEL26