Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Metallisierung einer Kunststoffoberfläche,
wobei die Kunststoffoberfläche gebeizt, aktiviert und im Anschluß galvanisiert wird.
Verfahren zur Direktmetallisierungen von Kunststoffoberflächen sind im Stand der
Technik bekannt. Sie dienen dazu, dem jeweiligen Kunststoff besondere
Eigenschaften zu verleihen. Besonders zur Erzeugung eines dekorativen
Aussehens werden Kunststoffe galvanisiert.
Bei den bekannten Verfahren wird die Kunststoffoberfläche zunächst gebeizt, um
diese aufzurauhen bzw. chemisch zu verändern. Dies kann beispielsweise mittels
Chromsäure, Chromschwefelsäure oder saurer bzw. alkalischer Permanganatbeize
oder mittels einer Plasmabehandlung erfolgen. Auch andere oxidierende Beizen
sind im Stand der Technik bekannt. Durch den Beizvorgang wird die
Kunststoffoberfläche derart aufgerauht bzw. chemisch verändert, daß eine Haftung
zwischen Kunststoff und Metallüberzug ermöglicht wird. Die gebeizten
Kunststoffteile werden gespült und im Anschluß daran aktiviert. Im Stand der
Technik sind unterschiedliche Methoden zur Aktivierung der Kunststoffoberfläche
bekannt. So ist beispielsweise bekannt, die Kunststoffoberfläche mit Edelmetallen
wie beispielsweise kolloidialem Palladium, ionogenem Palladium oder
Silberkolloiden zu aktivieren. Es ist auch bekannt, Metalle als Aktivatoren
einzusetzen, die schwer lösliche Sulfide und Polysulfide bilden, wobei
insbesondere Zinn, Blei, Silber, Kobalt, Mangan und Kupfer geeignet sind und
dafür verwendet werden.
Im Anschluß an die Aktivierung erfolgt entweder ein stromloses Metallisieren der
Oberfläche als Leitschicht sowie anschließend der elektrolytische Schichtaufbau
oder direkt eine galvanische Metallabscheidung.
Mischpolymerisate aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) sind zum Galvanisieren
wegen ihrer Kautschukphase besonders geeignet und werden neben ABS-Polycarbonat-Blends
vornehmlich metallisiert. Andere Kunststoffe wie Polyacetal,
Polysulfon, Polycarbonat, Polystyrol, Polyamid, Polypropylen oder Polyphenyloxid
können mit den bekannten Verfahren entweder gar nicht oder nur mit erhöhten
Aufwand und somit kostenintensiv metallisiert werden. Die bekannten Verfahren
weisen den Nachteil auf, daß höher dotierte ABS-PC Blends (über 45% PC-Anteil)
sowie andere Kunststofftypen nur mit erhöhtem Aufwand galvanisiert werden
können, sofern überhaupt möglich. Dafür werden, um eine einigermaßen
zufriedenstellende Metallschicht zu erhalten, einige Verfahrensschritte,
insbesondere der Aktivierungsschritt, mehrfach hintereinander durchgeführt. Dies
ist nicht nur zeitintensiv, sondern führt zu einer unvorteilhaften Kostenerhöhung.
Zwar ist es mit einigen Verfahren möglich, durch Abstimmung der Beize auf den
jeweils zu metallisierenden Kunststofftyp und andere aufwendige
Verfahrensanpassungen, die Kunststoffoberflächen zu metallisieren, jedoch sind
die Ergebnisse nicht ausreichend reproduzierbar und die Haftung ist nicht
zufriedenstellend. Daher ist die Direktmetallisierung von unterschiedlichen
Kunststoffoberflächen bislang nur eingeschränkt möglich.
Die bekannten Verfahren sind ferner oftmals äußerst störanfällig und es müssen
ganz bestimmte Arbeitsbedingungen genaustens eingehalten werden, um zu
gewährleisten, daß die Kunststoffoberfläche optimal vorbereitet wird, um eine
funktionssichere Haftung der Metallschicht auf der Kunststoffoberfläche zu
gewährleisten. Daher sind genauste Kontrollen vonnöten, um die Ausschußraten
gering zu halten. Insbesondere zu lange Beizzeiten rauhen die Oberfläche zu stark
auf und verändern diese nachteilig.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabezu Grunde, ein Verfahren zur
Metallisierung von Kunststoffoberflächen bereitzustellen, mit dem bei einfacher
Verfahrensführung die Galvanisierfähigkeit von Kunststoffen verbessert wird, bzw.
es ermöglicht wird, eine Vielzahl von Kunststoffen funktionssicher und
reproduzierbar zu metallisieren.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren der eingangs genannten
Art gelöst, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die zu metallisierende
Kunststoffoberfläche vor der Aktivierung zeitweise in eine Lösung getaucht wird,
welche wenigstens 0,1 bis 100g/l Permanganat, 0,001 bis 10g/l eines Netzmittels,
sowie 1 bis 100g/l eines Puffers enthält, welcher in einem pH-Bereich von 2 bis 12
arbeitet.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird ein zusätzlicher Behandlungsschritt
eingeführt, welcher im Anschluß an das Beizen bzw. Neutralisieren der
Kunststoffoberfläche, jedoch vor der eigentlichen Aktivierung durch beispielsweise
Palladium-Aktivatoren oder Metallkomplex-Aktivatoren erfolgt. Dabei wird die zu
metallisierende Kunststoffoberfläche in eine Lösung getaucht, welche wenigstens
0,1 bis 100g/l Permanganat, 0,001 bis 10g/l eines Netzmittels, sowie 1 bis 100g/l
eines Puffers enthält, welcher in einem pH-Bereich von 2 bis 12 arbeitet. Die
Lösung bewirkt eine Voraktivierung der Kunststoffoberfläche, so daß im Anschluß
an diese Vorbehandlung die Aktivierung mittels der genannten Aktivatoren
effektiver erfolgen kann. Durch den Einsatz des Netzmittels wird in vorteilhafter
Weise eine gute Benetzung der zu metallisierenden Oberfläche bewirkt. Es hat
sich überraschender Weise gezeigt, daß die Lösung eine pH-Wert Abhängigkeit
aufweist, wobei der pH-Wert vorzugsweise im leicht sauren Bereich liegt. Da die
Effektivität der Voraktivierung mit sinkendem pH-Wert zunimmt, gleichzeitig aber
die Tendenz zur Selbstzersetzung des Permanganats, insbesondere bei
Verwendung von Kaliumpermanganat, mit sinkendem pH-Wert, wobei ein pH-Wert
von 2 eine kritische Grenze darstellt, zunimmt, liegt der optimale Arbeitsbereich der
Voraktivierung bei einem pH-Wert zwischen 4 und 7. Erfindungsgemäß wird eine
Lösung für die Voraktivierung eingesetzt, welche 1 bis 100g/l eines Puffers enthält,
welcher in einem pH-Bereich von 2 bis 12 arbeitet. Dadurch wird gewährleistet,
daß der pH-Wert der Lösung im wesentlichen konstant bleibt und diese somit die
Kunststoffoberfläche optimal vorbereitet. Der Einsatz eines Puffersystems ist
darüber hinaus erforderlich, da ansonsten die Reaktion des Permanganats mit den
Molekülen der Kunststoffoberfläche zu einer raschen pH-Wert Änderung führen
würde, was wiederum zu einer Beeinträchtigung der Effizienz führen würde.
Die erfindungsgemäße Vorbehandlung führt dazu, daß die Kunststoffoberfläche in
vorteilhafter Weise durch die Reaktionen des Permanganats mit den
Polymermolekülen der Kunststoffoberfläche in vorteilhafter Weise chemisch
verändert wird, so daß dadurch eine deutliche Verbesserung der
Galvanisierfähigkeit von Kunststoffoberflächen bewirkt wird, bzw. bestimmte
Kunststoffe überhaupt erst beschichtet werden können. So wird durch das
erfindungsgemäße Verfahren der Verzicht auf eine bislang übliche
Mehrfachaktivierung ermöglicht, was das erfindungsgemäße Verfahren äußerst
wirtschaftlich gegenüber bekannten Verfahren macht. Das erfindungsgemäße
Verfahren zeichnet sich ferner dadurch aus, daß die zu metallisierende
Kunststoffoberfläche wenig störanfällig und wenig aufwendig metallisiert werden
kann. So ist es nicht erforderlich, umfangreiche Anpassungen der Beizen und der
anderen Lösungen an die jeweils zu metallisierenden Kunststoffe vorzunehmen, da
durch die Voraktivierung die unterschiedlichsten Kunststoffe funktionssicher
metallisierbar werden. Auch ist die Voraktivierungslösung wenig aggressiv, so daß
ein größerer Arbeitsspielraum vorhanden ist, da bestimmte Tauchzeiten,
Temperaturen etc. nicht aufwendig eingehalten werden müssen, was das
erfindungsgemäße Verfahren wesentlich beständiger macht. Dies bedingt die gute
Reproduzierbarkeit und die geringen Ausschußraten des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Bei Durchführung des Verfahrens kann ferner eine Gestellbelegung
funktionssicher vermieden werden.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung erfolgt die Behandlung der zu
metallisierenden Kunststoffoberfläche mit einer Lösung, deren Temperatur
zwischen 0°C und 70°C, vorzugsweise zwischen 30°C bis 50°C liegt. Dadurch ist
es in vorteilhafter Weise möglich, über einen weiten Temperaturbereich zu
arbeiten, ohne daß die Temperatur eine kritische Größe ist. Dabei kann die
Temperatur nach den anderen Bedingungen, wie beispielsweise der Konzentration
des Oxidationsmittels, gewählt und abgestimmt werden. Dadurch wird in
vorteilhafter Weise ermöglicht, auch bei niedrigeren Temperaturen zu arbeiten, so
daß die Möglichkeit besteht, Energie und somit Kosten einzusparen.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung wird vorgeschlagen, daß die
erfindungsgemäße Vorbehandlung für einen Zeitraum von 1 bis 15 min,
vorzugsweise für ca. 4 bis 6 min erfolgt. Durch das erfindungsgemäße Verfahren
wird in vorteilhafter Weise eine Zeiteinsparnis bewirkt, da auf eine doppelte
Aktivierung verzichtet werden kann.
Es wird vorgeschlagen, daß die Lösung und/oder das zu metallisierende
Kunststoffteil in der Lösung bewegt wird. Dabei kann eine Bewegung des Bades
beispielsweise auch durch Lufteinblasung bewirkt werden. Durch die Bewegung
des Bades und/oder des Kunststoffteils wird in vorteilhafter Weise sichergestellt,
daß die Lösung optimal auf die zu voraktivierende Kunststoffoberfläche einwirken
kann. Dadurch wird eine funktionssichere und qualitativ gute Haftung auch ohne
doppelte Aktivierung ermöglicht.
Es wird vorgeschlagen, daß bei dem Verfahren eine Lösung zur Vorbehandlung
eingesetzt wird, welche Kaliumpermanganat als Oxidationsmittel enthält. Die
Verwendung von Kaliumpermanganat hat sich als vorteilig erwiesen, um die
Kunststoffoberfläche chemisch zu verändern. So hat sich gezeigt, daß durch die
Verwendung von Kaliumpermanganat der Anteil an hydrophilen
Oberflächengruppen ansteigt, was sich vorteilhaft auf den anschließenden
Aktivierungsprozeß auswirkt. So kann nachgewiesen werden, daß der Anteil der C-O
Bindungen an den hydrophilen Oberflächengruppen stark ansteigt. Auch die
Verwendung von Mischungen, bestehend aus Permanganat und einer oder
mehreren Verbindungen der Elemente der 4. bis 6. Haupt- und Nebengruppe
erfüllen den Zweck der Erfindung, wobei sich insbesondere die
Sauerstoffverbindungen der 4. bis 6. Haupt- und Nebengruppe als wirksam
erwiesen haben. Vorzugsweise wird eine Lösung verwendet, welche 5 bis 10 g/l
Kaliumpermanganat enthält.
Für die Benetzung der zu metallisierenden Kunststoffoberfläche hat es sich als
vorteilig erwiesen, mit einer Lösung zur Vorbehandlung der Kunststoffoberfläche
zu arbeiten, welche 0,01 bis 0,1 g/l eines perfluorierten und/oder teilfluorierten
Netzmittels enthält. Die Verwendung derartiger oxidationsstabiler Netzmittel ist
vorteilhaft, da so eventuell mögliche Oxidationen durch das Permanganat
verhindert werden.
Da es sich gezeigt hat, daß die vorteilhafte Wirkung der Lösung eine Abhängigkeit
von ihrem pH-Wert aufweist, wird ihr erfindungsgemäß ein Puffer zugegeben,
welcher in einem pH-Bereich von 2 bis 12 arbeitet. Dabei hat sich die Verwendung
von Natriumtetraborat in einer Konzentration von 5 bis 15 g/l oder von
Kaliumdihydrogenphosphat in einer Konzentration von 5 bis 15 g/l als günstig
erwiesen.
Mit der Erfindung soll ferner eine Lösung unter Schutz gestellt werden, welche die
Eigenschaften einer zu metallisierenden Kunststoffoberfläche dahingehend
beeinflußt bzw. diese derart chemisch verändert, daß sie effektiver aktiviert werden
kann, was zur Folge hat, daß die Kunststoffe besser galvanisiert werden können,
bzw. die Galvanisierung bei einigen Kunststoffen überhaupt erst ermöglicht wird.
Dazu wird die zu metallisierende Kunststoffoberfläche mit einer Lösung behandelt,
die 0,1 bis 100 g/l Permanganat, 0,001 bis 10g/l eines Netzmittels, sowie 1 bis
100g/l eines Puffers enthält, welcher in einem pH-Bereich von 2 bis 12 arbeitet.
Dabei wird vorzugsweise eine Lösung zur Voraktivierung verwendet, die 5 bis 10
g/l Kaliumpermanganat, 0,01 bis 0,1g/l eines perfluorierten und/oder teilfluorierten
Netzmittels, sowie 5 bis 15 g/l Natriumtetraborat oder Kaliumdihydrogenphosphat
enthält. Dabei ist die Lösung vorzugsweise leicht sauer. Der Einsatz dieser Lösung
bewirkt eine vorteilhafte Veränderung der Kunststoffoberfläche dahingehend, daß
es nicht mehr notwendig ist, die Kunststoffoberfläche kostenaufwendig und
zeitintensiv doppelt zu aktivieren. Durch die Lösung wird die Oberfläche des zu
metallisierenden Kunststoffteils in vorteilhafter Weise verändert. Es hat sich
gezeigt, daß die Lösung einen hohen Anteil an hydrophilen Oberflächengruppen
erzeugt, was sich vorteilhaft auf den sich anschließenden Aktivierungsschritt
auswirkt, da effektiver aktiviert werden kann. Auch kann das vorzubehandelnde
Kunststoffteil in der Lösung über einen relativ weiten Zeitraum hinweg gebadet
werden, ohne daß die Oberfläche beschädigt wird. Es ist daher nicht notwendig,
aufwendige Kontrollen vorzunehmen, um die Tauchzeit und die Tauchbedingungen
exakt einzuhalten.
Das vorliegende Verfahren soll anhand einiger Ausführungsbeispiele näher
erläutert werden. Diese dienen nur der Erläuterung und sind nicht beschränkend.
Insbesondere die Beiz- und Aktivierungsschritte sind variabel.
Beispiel 1: PA und PC Kunststoffe
Die zu metallisierende Kunststoffoberfläche wird mit einer klassischen
Chromschwefelsäurebeize behandelt, so daß die Kunststoffoberfläche aufgerauht
wird. An den Beizvorgang schließen sich die dazugehörigen Spülschritte an.
Gegebenenfalls kann ferner ein Neutralisierungsschritt mit den dazugehörigen
Spülschritten angeschlossen werden.
Nach dem Beizen bzw. dem Neutralisieren und den dazugehörigen Spülschritten
wird das zu metallisierende Kunststoffteil in eine Lösung getaucht, um die
Oberfläche vor der eigentlichen Aktivierung vorzubereiten und gewissermaßen
vorzuaktivieren. Dafür wird das Werkstück in eine Lösung getaucht, welche 5 bis
10 g/l KMnO4, 0,01 bis 0,1 g/l eines perfluorierten oder teilfluorierten Netzmittels,
sowie 5 bis 15 g/l Natriumtetraborat enthält. Die Temperatur der Lösung liegt bei
30°C bis 50°C. Das Werkstück wird von der Lösung umspült, was entweder durch
Bewegung des Bades und/oder durch die Bewegung des Werkstücks erzielt wird.
Das zu metallisierende Kunststoffteil wird 4 bis 6 min in der Lösung getaucht, aber
auch längere Tauchzeiten (bis zu 10 -15min) sind unschädlich und führen zu
keiner nachteiligen Beschädigung der Kunststoffoberfläche.
Nach der Voraktivierung durch die oben beschriebene Lösung sowie den
obligatorischen Spülschritten erfolgt die eigentliche Aktivierung. Diese kann durch
die im Stand der Technik bekannten und hier nur beispielhaft aufgeführten
Aktivierungsmethoden erfolgen. So kann die vorbehandelte und durch die Lösung
chemisch veränderte Oberfläche mit Edelmetallaktivatoren oder mit den eingangs
beschriebenen Metallkomplexen aktiviert werden. Gemäß Ausführungsbeispiel
wird das zu metallisierende Werkstück für einen Zeitraum von 10 min in einer
ammoniakalischen Lösung getaucht, welche 0,1 mol/l CoSO4 enthält und einen
pH-Wert von 10 sowie eine Temperatur von ca. 20°C aufweist. Im Anschluß daran
werden die zu metallisierenden Kunststoffteile mit Wasser behandelt, welches mit
einer Lauge wie NaOH bis zu einem pH-Wert von 13 alkalisch eingestellt wird. Im
Anschluß daran erfolgt eine Behandlung mit einer Sulfidlösung, welche 0,01 M
Na2S2 enthält. Nach dieser Behandlung werden die Gegenstände mit destillierten
Wasser gespült, getrocknet und dann elektrochemisch in einem Wattschen
Elektrolyten vernickelt.
Ohne die Voraktivierung müßten die Schritte, beginnend mit der Aktivierung in der
ammoniakalischen Lösung, ein- bis zweimal wiederholt werden, damit diese
Kunststofftypen in einem Wattschen Nickelelektrolyten überhaupt zu vernickeln
sind.
Beispiel 2: ABS/PC-Blends (85% PC-Anteil)
Die zu metallisierende Kunststoffoberfläche wird mit einer klassischen
Chromschwefelsäurebeize behandelt, so daß die Kunststoffoberfläche aufgerauht
wird. An den Beizvorgang schließen sich die dazugehörigen Spülschritte an.
Gegebenenfalls kann ferner ein Neutralisierungsschritt mit den dazugehörigen
Spülschritten angeschlossen werden.
Nach dem Beizen bzw. dem Neutralisieren und den dazugehörigen Spülschritten
wird das zu metallisierende Kunststoffteil in eine Lösung getaucht, um die
Oberfläche vor der eigentlichen Aktivierung vorzubereiten und gewissermaßen
vorzuaktivieren. Dafür wird das Werkstück in eine Lösung getaucht, welche 5 bis
10 g/l KMnO4, 0,01 bis 0,1 g/l eines perfluorierten oder teilfluorierten Netzmittels,
sowie 5 bis 15 g/l Kaliumdihydrogenphosphat enthält. Die Temperatur der Lösung
liegt bei 30°C bis 50°C. Das Werkstück wird von der Lösung umspült, was
entweder durch Bewegung des Bades und/oder durch die Bewegung des
Werkstücks erzielt wird. Das zu metallisierende Kunststoffteil wird 4 bis 6 min in
der Lösung getaucht, aber auch längere Tauchzeiten (bis zu 10 -15min) sind
unschädlich und führen zu keiner nachteiligen Beschädigung der
Kunststoffoberfläche.
Nach der Voraktivierung durch die oben beschriebene Lösung sowie den
obligatorischen Spülschritten erfolgt die eigentliche Aktivierung. Diese kann durch
die im Stand der Technik bekannten und hier nur beispielhaft aufgeführten
Aktivierungsmethoden erfolgen. So kann die vorbehandelte und durch die Lösung
chemisch veränderte Oberfläche mit Edelmetallaktivatoren oder mit den eingangs
beschriebenen Metallkomplexen aktiviert werden. Gemäß Ausführungsbeispiel
wird das zu metallisierende Werkstück für einen Zeitraum von 5 Minuten in eine
Pd/Sn Kolloidhaltige Lösung getaucht, welche 200 bis 250 mg/l Palladium, 10 g/l
Zinn (II) und 110g/l HCL enthält und eine Temperatur von ca. 40°C aufweist. Im
Anschluß daran werden die zu metallisierenden Kunststoffe gespült und ca. 4
Minuten in eine Lösung getaucht, die jeweils 10g/l einer Thioschwefelverbindung
und einer Hydroxycarbonsäure enthält und eine Temperatur von ca. 55°C aufweist.
Im Anschluß daran werden die zu metallisierenden Werkstücke gespült und in
einen schwefelsaurem Kupferelektrolyten verkupfert.
Ohne die erfindungsgemäße Voraktivierung können ABS/PC-Blends mit einem PC-Anteil
von ca. 85% gar nicht, oder nur Werkstücke mit einer extrem kleinen
Oberfläche analog diesem Beispiel galvanisiert werden. Mit der Voraktivierung
können daher auch großflächige ABS-PC Werkstücke (85% PC Anteil) zuverlässig
galvanisiert werden.
Beispiel 3: Polypropylen (PP)
Die zu metallisierende Kunststoffoberfläche wird mit einer klassischen
Chromschwefelsäurebeize behandelt, so daß die Kunststoffoberfläche aufgerauht
wird. An den Beizvorgang schließen sich die dazugehörigen Spülschritte an.
Gegebenenfalls kann ferner ein Neutralisierungsschritt mit den dazugehörigen
Spülschritten angeschlossen werden.
Nach dem Beizen bzw. dem Neutralisieren und den dazugehörigen Spülschritten
wird das zu metallisierende Kunststoffteil in eine Lösung getaucht, um die
Oberfläche vor der eigentlichen Aktivierung vorzubereiten und gewissermaßen
vorzuaktivieren. Dafür wird das Werkstück in eine Lösung getaucht, welche 5 bis
10 g/l KMnO4, 0,01 bis 0,1 g/l eines perfluorierten oder teilfluorierten Netzmittels,
sowie 5 bis 15 g/l Natriumcitrat und 2 bis 6 g/l Zitronensäure enthält. Die
Temperatur der Lösung liegt bei 30°C bis 50°C. Das Werkstück wird von der
Lösung umspült, was entweder durch Bewegung des Bades und/oder durch die
Bewegung des Werkstücks erzielt wird. Das zu metallisierende Kunststoffteil wird 4
bis 6 min in der Lösung getaucht, aber auch längere Tauchzeiten (bis zu 10 -
15min) sind unschädlich und führen zu keiner nachteiligen Beschädigung der
Kunststoffoberfläche.
Nach der Voraktivierung durch die oben beschriebene Lösung sowie den
obligatorischen Spülschritten erfolgt die eigentliche Aktivierung. Diese kann durch
die im Stand der Technik bekannten und hier nur beispielhaft aufgeführten
Aktivierungsmethoden erfolgen. So kann die vorbehandelte und durch die Lösung
chemisch veränderte Oberfläche mit Edelmetallaktivatoren oder mit den eingangs
beschriebenen Metallkomplexen aktiviert werden. Gemäß Ausführungsbeispiel
werden die zu metallisierenden Kunststoffteile für einen Zeitraum von ca. 5
Minuten in eine Sn/Pd-Kolloidhaltige Lösung getaucht, welche 60 bis 80 mg/l
Palladium, 10g/l Zinn (II) sowie 110 g/l HCL enthält und eine Temperatur von ca.
30°C aufweist. Im Anschluß daran werden die zu metallisierenden Werkstücke
gespült und für ca. 2 Minuten in einer Lösung, bestehend aus 70g/l einer
Dicarbonsäure, bei einer Temperatur von ca. 50 °C, behandelt. Im Anschluß daran
werden die zu metallisierenden Werkstücke gespült und in einem
ammoniakalischen oder ammoniumfreien außenstromlosen Nickelektrolyten für ca.
7 Minuten bei einer Temperatur von ca. 30°C vorvernickelt, ehe der weitere
galvanische Schichtaufbau erfolgt.
Es zeigte sich, daß bei der Verwendung der erfindungsgemäßen Voraktivierung
gemäß Ausführungsbeispiel die außenstromlose Abscheidung von Nickel
gleichmäßiger verläuft und die so abgeschiedenen Nickelschichten im Vergleich zu
Nickelschichten, die analog aber ohne Voraktivierung erzeugt wurden, höhere
spezifische Leitfähigkeiten besitzen.
Insbesondere entscheidend für das Verfahren ist das Tauchen in der
erfindungsgemäßen Voraktivierungslösung. Durch diesen Tauchvorgang wird die
Kunststoffoberfläche nach dem Beizen bzw. Neutralisieren chemisch verändert und
damit voraktiviert und führt in Verbindung mit dem Beizen dazu, daß die
Galvanisierfähigkeit der Kunststoffe aufgrund der durch die Voraktivierung
veränderten Kunststoffoberfläche verbessert bzw. überhaupt erst ermöglicht wird.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren müssen die Galvanisierungsbedingungen
nicht erst auf den jeweils zu metallisierenden Kunststoff eingestellt werden, um,
sofern überhaupt möglich, eine funktionssichere Metallisierung zu bewirken,
sondern die unterschiedlichsten, eingangs beispielhaft genannten Kunststoffe
können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren metallisiert werden, ohne
aufwendige Verfahrensanpassungen. Durch die Kombination Beizen und
Voraktivieren mittels der beschriebenen Lösung wird die Kunststoffoberfläche
optimal auf die eigentliche Aktivierung vorbereitet, so daß diese nur einmal
erfolgen muß, um eine funktionssicher haftende Metallschicht aufbringen zu
können. Auf teure Mehrfachaktivierungen kann verzichtet werden. Daher ist das
Verfahren in seiner Anwendung sehr flexibel, wenig aufwendig und somit sehr
wirtschaftlich. Dabei können verschiedene Beizen und Aktivierungsmethoden im
erfindungsgemäßen Verfahren angewendet werden, da es sich gezeigt hat, daß
die Vorbehandlung der Kunststoffoberfläche in der Voraktivierungslösung der
primär ausschlaggebende Faktor für den Erfolg des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist.