Beschreibung
Lizenzmanager
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Lizenzierung und/oder Zugangsautorisierung von Softwaremodulen für indus¬ trielle Steuerungen uns/oder Computersysteme.
Es ist heutzutage üblich, die Lizenzierung und Zugangsautori- sierung von Softwaremodulen explizit an diese Softwarekomponenten zu koppeln. Wenn ein Anwender z.B. das Softwaremodul A dreimal, das Softwaremodul B zweimal und das Softwaremodul C einmal benötigt, dann erhält er von einem Softwarelieferanten eine dedizierte Autorisierung für seinen benötigten und be- stellten Bedarf in Form von auf die Bestellung abgestimmten Lizenzen. Dies hat den Nachteil, dass bei einem Umtausch von Lizenzen der Lizenzvertrag geändert werden muss und, soweit ein Softwareschutzmechanismus besteht, die darin freigegebenen Lizenzen ebenfalls geändert werden müssen.
Neben dem Kauf einer Lizenz zur Benutzung von Softwarekomponenten besteht auch die Möglichkeit, eine Lizenz zur Benutzung von Softwarekomponenten durch einen Leasing-Vertrag zu erwerben (VDI-Nachrichten vom 7.1.2000). Der Vorteil für eine Leasing-Finanzierung liegt darin, dass im Vergleich zum Kauf die Liquidität des Unternehmens geschont wird. Auch sind die Leasing-Raten selbst bilanzneutral. Der Nachteil liegt wiederum darin, dass bei Änderungen des Bedarfs an Softwarekomponenten der Leasing-Vertrag geändert werden muss.
Weiterhin ist in der Anmeldung DE 19950249.8 bereits vorgeschlagen worden, für den Softwareschutz der Runtime-Software eines elektronischen Gerätes Funktionsbausteine mit Wertigkeiten zu versehen. Das hierin beschriebene Vorgehen ist aber auf Runtime-Software beschränkt, dediziert auf die Verwendung von fest definierten Funktionsbausteinen abgestimmt und un-
terstützt die Anwendung in verteilten Systemen nur unzureichend.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einem Benutzer von Softwaremodulen ein einfaches, flexibles und seinen wechselnden Anforderungen angepasstes Verfahren zur Lizenzierung und/oder Zugangsautorisierung von Softwaremodulen zur Verfügung zu stellen, das insbesondere in verteilten Systemen eingesetzt werden kann.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass ein Kunde Wertepunkte als Benutzungsberechtigung für die gewünschten Softwaremodule erwirbt, wobei jedem Softwaremodul eine Wertigkeit in Form von Wertepunkten zugeordnet wird und dass eine Autorisierung für den Kunden erfolgt, wenn die Anzahl der vom Kunden erworbenen Wertepunkte mindestens die Summe der Wertepunkte der aktuell gewünschten Softwaremodule erreicht, wobei von einem Lizenzmanager permanent die aktuelle Bilanz zwischen erworbenen und verbrauchten Wertepunkten berechnet und überwacht wird.
Der Begriff Softwaremodul ist im folgenden synonym zu verwenden mit Softwareprogramm oder Softwarekomponente.
Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung liegt darin, dass ein Kunde nicht einen Lizenzvertrag über die verwendeten Softwaremodule und ihre Anzahl abschließt, sondern einen Lizenzvertrag über Wertepunkte erwirbt. Innerhalb seiner erworbenen "Wertepunkte-Lizenz" kann der Kunde flexibel und bedarfsori- entiert die jeweils benötigten Softwaremodule verwenden. Den Softwaremodulen ist anstatt eines Preises eine Wertigkeit in Form von Wertepunkten zugewiesen, wobei jeder Wertepunkt einen Preis besitzt. Änderungen beim Kunden bezüglich des Bedarfs oder neuer Softwarekomponenten benötigen keine Änderung des Lizenzvertrages, wenn die Wertigkeit der aktuell benötigten Softwaremodule durch die bereits erworbenen Wertepunkte abgegolten ist. Der Einsatz von Wertepunkten als Lizenzwäh-
rung für die Benutzung von Softwaremodulen erleichtert somit die Verwaltung und Lizenzadministration von Software für ein System, aber auch für ein gesamtes Unternehmen enorm. Besonders bei Softwaremodulen mit einer hohen Änderungs- oder Aus- tauschfrequenz wird durch die Erfindung das Lizenzierungsgebaren vereinfacht. Auch ermöglicht die Erfindung bei der Lizenzierung eine hohe Granularität und leichte Kombinatorik der Softwaremodule. Weiterhin lässt die Erfindung funktionsneutrale Vorbestellungen zu, d.h. ein Käufer muss sich beim Erwerb einer Lizenz noch nicht auf bestimmte Softwaremodule festlegen sondern er kann eine Anzahl von Wertepunkten, erwerben und diese für beliebige Softwaremodule einsetzen. Durch die Verwendung von Wertepunkten als Autorisierungswäh- rung für die Benutzung von Softwaremodulen können vom Kunden Änderungen bezüglich seines Softwarebedarfs befriedigt werden, ohne dass Änderungen des Lizenzvertrages nötig sind. Dadurch werden zusätzliche Verwaltungs- bzw. Administrationsvorgänge eingespart. Der Kunde kann somit sozusagen einen Gutschein über eine Anzahl von Wertepunkten erwerben, wobei es ihm erlaubt ist, diese Wertepunkte in Softwaremodule flexibel ein- und umzutauschen. Der Kunde kann somit individuell seine Modullieferung zusammenstellen und muss keine vom Lieferanten vorgefertigten Pakete abnehmen.
Eine weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, dass eine Autorisierung des Kunden für die Benutzung der aktuell gewünschten Softwaremodule erfolgt, wenn die Anzahl der vom Kunden bereits erworbenen Wertepunkte mindestens die Summe der Wertepunkte der aktuell gewünschten Softwaremodule er- reicht. Bei der Benutzung der Softwaremodule muss also nicht überprüft werden, ob eine explizite Lizenzierung der gewünschten Softwaremodule vorliegt, sondern die Benutzungsau- torisierung für Kunden geschieht über eine einfache Überprüfung der Saldo-Summe der Wertepunkte. Dadurch, dass jedem Softwaremodul dediziert Wertepunkte zugeordnet sind, kann sehr leicht ein Vergleich der Summe der Wertepunkte der aktuell gewünschten Softwaremodule mit den aus dem Lizenzvertrag
erworbenen Wertepunkten durchgeführt werden. Soweit das Wertepunktekonto des Kunden nicht durch die Summe der Wertepunkte der aktuell gewünschten Softwaremodule überschritten wird, ist für den Kunden die Benutzungsautorisierung gegeben.
Dadurch, dass ein Lizenzmanager permanent die aktuelle Anzahl benötigter Wertepunkte erfasst und sie mit den vorhandenen vergleicht, kann für einen Kunden bedarfs- bzw. benutzungsgerecht abgerechnet werden. Durch den Lizenzmanager können neu erworbene Wertepunkte lizenztechnisch leicht integriert und berücksichtigt werden, aber auch zusätzlich benötigte Wertepunkte in einer Anwendung lassen sich leicht erkennen. Der Lizenzmanager ermittelt permanent das "Wertepunkte-Soll", d.h. die Summe der Wertepunkte aller aktuell benötigten Soft- waremodule, und vergleicht sie mit dem "Wertepunkte-Haben", d.h. dem durch die Lizenz erworbenen Gesamtguthaben an Wertepunkten.
Eine erste vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass der Lizenzmanager als mobiler Agent realisiert ist. Dadurch kann das Lizenzierungsverfahren sehr leicht in verteilten Umgebungen eingesetzt werden. Die lizenzierungs- pflichtigen Softwaremodule können dabei auf Geräten ablaufen, die z.B. über Feldbusanbindungen verbunden sind, aber auch Local Area Network- (LAN) oder Internet-bzw. Intranet-Verbindungen sind möglich.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass vom System die für eine Applikation benötigten Wertepunkte automatisch berechnet werden. Ein Anwender erkennt somit sofort, welche Lizenzkosten (in Form von Wertepunkten) die von ihm gewählte Konfiguration von Softwaremodulen, d.h. seine Applikationen verursacht. Die Bestimmung der benötigten Wertepunkte kann vom Lizenzmanager oder z.B. bei industriellen Steuerungen von einer Routine im Engineering- System durchgeführt werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass die Wertepunkte über eine Datenleitung oder über ein Internet an die industrielle Steuerungen bzw. an die Computersysteme übertragen werden. Dadurch wird für die Übertra- gung der Lizenzwährung (Wertepunkte) an den Kunden kein Datenträger oder eine andere Hardware-Komponente benötigt.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass die Wertepunkte auf einem Datenträger zugeführt werden, der sowieso schon für den Betrieb der Steuerung oder der Computeranlage vorhanden ist. Das Handling an der Steuerung bzw. am Computersystem wird dadurch erleichtert, aber auch Lagerraum und Lagerkosten werden eingespart.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass die Wertepunkte auf einer Memory-Card der Steuerung oder der Computeranlage zugeführt werden. Eine Memory- Card wird üblicherweise ohnehin bei Steuerungsgeräten eingesetzt und kann in einfacher Weise in den dafür vorgesehenen Schacht eingeschoben werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass die Wertepunkte auf einer MMC-Speicherkarte der Steuerung oder der Computeranlage zugeführt werden. MMC- Speicherkarten (das Akronym MMC steht für Multi Media Card) sind aufgrund ihrer Größe und Form als Träger von Informationen sehr geeignet. MMC-Speicherkarten sind ihrem Aussehen nach vergleichbar mit einer kleinen SIM-Karte, wie sie bei den Handys bekannt sind.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass die Wertepunkte an einer Stelle bzw. in einem Gerät oder an verschiedenen Stellen, d.h. an mehreren Geräten für das gesamte System bzw. für die gesamte Anlage einge- speist werden. Dadurch wird es einem Kunden z.B. ermöglicht, Lizenzierungsinformationen (Lizenzwährung in Form von Wertepunkten) für Softwarekomponenten, die das gesamte System bzw.
die gesamte Anlage betreffen, an einer einzigen Stelle (z.B. Gerät) und in der gleichen Weise einzubringen. Dadurch wird für einen Kunden das Lizenz-Handling, insbesondere im Hinblick auf verteilte Anwendungen und Netzbetrieb, sehr verein- facht.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass der für die Zugangsautorisierung erforderliche Soll-Ist-Vergleich der Wertepunkte bei der Installation der Softwaremodule stattfindet. D.h., erst wenn ein Kunde seine erworbenen Softwaremodule auf ein Gerät oder eine Anlage installiert, wird überprüft, ob seine erworbene Wertepunktan- zahl ausreichend für die gewünschten Softwaremodule ist. Dadurch, dass erst beim Laden der Softwaremodule auf ein Gerät oder eine Anlage das Wertepunktekonto des Kunden belastet wird, findet die Überprüfung, ob der Kunde autorisiert ist, die Softwaremodule zu verwenden, zu dem Zeitpunkt statt, an dem der Kunde auch wirklich beabsichtigt, die Module zu verwenden. Die Abrechnung der Wertepunkte erfolgt somit für den Kunden bedarfsorientiert.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass der für die Zugangsautorisierung erforderliche Soll-Ist-Vergleich bei der Nutzung der Softwaremodule statt- findet. Die Wertepunkte können somit an die Anzahl der Inkarnationen bzw. Instanziierungen der Softwaremodule gekoppelt werden. Dadurch ist es möglich, einem Kunden für seine jeweiligen Anforderungen benutzungsorientierte Lizenzierungsverfahren zur Verfügung zu stellen. Ein Kunde, der ein Software- modul, für Bewegungssteuerungen z.B. ein Technologiepaket
"Positionieren" erwirbt, zahlt nicht im Sinne einer Abrechnung von Wertepunkten, wenn er dieses Technologiepaket lädt, sondern er zahlt nur die explizite Nutzung eines Technologieobjektes dieses Technologiepakets "Positionieren". Das Tech- nologiepaket "Positionieren" enthält u.a. das Technologieobjekt "Positionierachse". Einem Kunden werden die von ihm benötigte Anzahl der Inkarnationen bzw. Instanzen des Technolo-
gieobjekts "Positionierachse" oder weiterer Technologieobjekte in Rechnung gestellt, d.h. sein Wertepunktekonto wird mit der Anzahl der Inkarnationen bzw. Instanzen der Technologieobjekte belastet. Durch die inkarnationsbezogene Autorisie- rung zur Laufzeit wird das Wertepunktekonto eines Kunden nur durch solche Softwaremodule belastet, die er wirklich für seine Anwendungen benötigt und benutzt. Es liegt somit ein sehr fein granulärer Abrechnungsmechanismus vor, und ein Kun¬ de muss auch nur für benötigte und benutzte Funktionalität bezahlen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden erläutert. Dabei zeigen:
FIG 1 in einer Schemadarstellung Softwaremodule für eine BewegungsSteuerung, FIG 2 in einer Schemadarstellung ein Technologiepaket Positionieren mit enthaltenen Technologieobjekten, FIG 3 ein Szenario für die Lizenzierung und Zugangsauto- risierung von Softwaremodulen auf einem Gerät unter
Verwendung von Wertepunkten, FIG 4 ein Szenario für die Lizenzierung und Zugangsautorisierung von Softwaremodulen für mehrere vernetzte Geräte unter Verwendung von Wertepunkten, FIG 5 den inhaltlichen Aufbau einer MMC-Speicherkarte und FIG 6 in einer Schemadarstellung die Verbindung von Steuerungsgeräten mit einem Server über eine Ethernet- bzw. Internet-Verbindung.
In der Darstellung gemäß FIG 1 sind beispielhaft Softwaremodule für eine Bewegungssteuerung dargestellt. Eine Bewegungssteuerung besteht üblicherweise aus einem Basissystem BS und Softwaremodulen POS (Positionieren), GL (Gleichlauf), KS (Kurvenscheibe) , IP (-Interpolation) , die ein Anwender je nach seinen Anforderungen und Anwendungen bedarfsorientiert erwerben kann. Diese Softwaremodule stellen Technologiepakete für bestimmte Funktionalitäten dar, sie können weitere Technolo-
gieobjekte enthalten. In FIG 1 sind die Softwaremodule der Bewegungssteuerung als Rechtecke schematisch dargestellt. Ein Anwender bzw. Käufer hat die Möglichkeit, zusätzlich zum Basissystem BS jeweils Softwaremodule (POS) zum Positionieren, (GL) zum Gleichlauf, (KS) für Kurvenscheiben oder (IP) für die Interpolation zu erwerben. Er kann aber auch ein Gesamtpaket erwerben, das Positionieren, Gleichlauf, Kurvenscheibe und Interpolation in einem einzigen Softwaremodul GP enthält. Neben diesen typischen Funktionalitäten für Bewegungssteue- rungen kann ein Anwender oder Kunde auch Softwaremodule K (Kunststoff) oder WT (weitere Technologien) zu bestimmten Technologien erwerben. In FIG 1 ist angedeutet, dass für Bewegungssteuerungen, die besonders für die Kunststoffbearbeitung eingesetzt werden sollen, die Softwarekomponente K (Kunststoff) erworben werden kann. Weiterhin ist in FIG 1 dargestellt, dass auch für weitere Technologien jeweils spezifische Softwarekomponenten WT erworben werden können. Allen dargestellten Softwaremodulen ist eine Wertigkeit in Form von Wertepunkten zugeordnet. Innerhalb seiner erworbenen Werte- punkteanzahl (Lizenzierung) kann ein Anwender die gewünschten Softwaremodule flexibel benutzen. Ein Anwender kann somit sehr einfach durch die Benutzung bestimmter Softwaremodule eine technologische Skalierung seiner Bewegungssteuerung erreichen und somit eine bedarfsorientierte Ausprägung für sei- ne Steuerungsaufgabe erhalten.
FIG 2 zeigt in einer Schemadarstellung (abgeschrägtes Rechteck) beispielhaft das Technologiepaket (TP) "Positionieren". Das Technologiepaket enthält beispielhaft folgende Technolo- gieobjekte (als Rechtecke dargestellt) : Nocke, Externer Geber, Drehzahlachse, Messtaster und Positionierachse. In einer Anwendung können von einem Anwender jeweils mehrere Inkarnationen oder Instanzen dieser Technologieobjekte verwendet werden.
Die Überprüfung der Benutzungsautorisierung (Check, ob für die gewünschten Softwaremodule ausreichend Wertepunkte beim
Kunden vorhanden sind) kann nun bei der Installation, d.h. beim Laden der Technologiepakete erfolgen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Überprüfung der Benutzungsautori- sierung bei der Benutzung, d.h. bei der Instanziierung der Technologieobjekte durchzuführen. Wenn nun dem Technologieobjekt Drehzahlachse 3 WP zugeordnet sind, benötigt ein Anwender, der in einer Anwendung zwei Instanziierungen des Technologieobjekts Drehzahlachse verwenden will, hierfür 6 WP . Diese Möglichkeit der Kopplung der Lizenzierung an die tatsäch- liehe Nutzung von Technologieobjekten ist für die Kunden transparent und flexibel.
Die Darstellung gemäß FIG 3 zeigt ein Szenario für die Lizenzierung und Zugangsautorisierung von Softwaremodulen auf ei- nem Gerät unter Verwendung von Wertepunkten. Auf dem Gerät G (z.B. eine Bewegungssteuerung) sollen lizenzpflichtige Softwaremodule, hier beispielsweise Instanzen von Technologieobjekten (dargestellt als kleine Kreise) ablaufen. Das Gerät G ist durch ein Rechteck dargestellt. Dem Gerät G ist auf einer integrierbaren (durch offene Pfeile symbolisiert) MMC-Spei- cher arte MMC eine Identifizierungsnummer PIN zugeordnet, welche die Software-Wertigkeit in Form von 25 Wertepunkte (WP) enthält. Die Identifizierungsnummer PIN, welche die Software-Wertigkeit in Form von Wertepunkten enthält, wird durch ein kleines Kreuz symbolisiert. Durch jeweils unterschiedlich gemusterte kleine Kreise werden die Instanzen dargestellt, die auf dem Gerät G ablaufen sollen.
In FIG 3 werden die Softwaremodule als Instanziierungen bzw. Instanzen von Objekten aufgefasst. Durch einen nicht ausgefüllten Kreis wird eine Positionierachsinstanz dargestellt. Die Wertigkeit einer Positionierachsinstanz beträgt fünf Wertepunkte. Durch einen Kreis mit Schraffierung von links unten nach rechts oben wird eine Gleichlaufachsinstanz dargestellt. Die Wertigkeit einer Gleichlaufachsinstanz beträgt acht Wertepunkte. Auf dem Gerät G sollen 3 Positionierachsinstanzen
(benötigen jeweils 5 WP) und eine Gleichlaufinstanz (benötigt 8 WP) ablaufen.
Auf dem Gerät G sind 25 Wertepunkte (WP) vorhanden, die durch die MMC-Speicherkarte eingebracht wurden. Benötigt werden aufgrund der aktuellen Konfiguration allerdings nur 23 Wertepunkte. Das umrandete Feld rechts oben in FIG 4 zeigt die benötigten Wertepunkte. Benötigt werden für die drei Positioni- sierachsinstanzen 3x5 WP und für die Gleichlaufachsinstanz 8 WP, d.h. insgesamt 23 WP. Der Anwender darf somit die gewünschte Konstellation (3 Positionierachsinstanzen und eine Gleichlaufachsinstanz) auf dem Gerät G ablaufen lassen.
Ein softwaremäßig realisierter Lizenzmanager überprüft konti- nuierlich die Soll-Ist-Bilanz an benötigten und vorhandenen Wertepunkten WP . Der Lizenzmanager kann z.B. im Basissystem BS (FIG 1) der Steuerung integriert sein.
Die Darstellung gemäß FIG 4 zeigt ein Szenario für die Lizen- zierung und Zugangsautorisierung von Softwaremodulen für mehrere vernetzte Geräte unter Verwendung von Wertepunkten.
Das dargestellte System besteht aus drei vernetzten Geräten Gl, G2 und G3, wobei die Geräte durch Rechtecke dargestellt sind und die Vernetzung durch Verknüpfungslinien symbolisiert ist. Jedem Gerät Gl - G3 ist auf einer integrierbaren (durch offene Pfeile symbolisiert) MMC-Speicherkarte MMCl - MMC3 eine Identifizierungsnummer PIN zugeordnet, welche die Software-Wertigkeit in Form von Wertepunkten enthält. Im in FIG 4 dargestellten Szenario enthält MMCl zehn, MMC2 ebenfalls zehn und MMC3 zwanzig Wertepunkte, die jeweils den Geräten Gl - G3 zugeordnet sind. Im Gesamtsystem sind somit vierzig Wertepunkte vorhanden.
Im Feld in der linken oberen Ecke von FIG 4 sind die im System vorhandenen Wertepunkte pro Gerät aufgeschlüsselt sowie in ihrer Summe dargestellt. Die Identifizierungsnummer PIN,
welche die Software-Wertigkeit in Form von Wertepunkten enthält, wird durch ein kleines Kreuz symbolisiert. Durch jeweils unterschiedlich gemusterte kleine Kreise werden die Softwaremodule dargestellt, die auf den Geräten Gl - G3 ab- laufen sollen. In FIG 4 werden die Softwaremodule als Instanziierungen bzw. Instanzen von Objekttypen aufgefasst. Durch einen nicht ausgefüllten Kreis wird eine Positionierachsinstanz dargestellt. Die Wertigkeit einer Positionierachsinstanz beträgt fünf Wertepunkte. Durch einen Kreis mit Schraf- fierung von links unten nach rechts oben wird eine Gleichlaufachsinstanz dargestellt. Die Wertigkeit dieser Gleichlaufachsinstanz beträgt acht Wertepunkte. Durch einen Kreis mit Schraffur von links oben rechts unten wird eine Gleichlaufachsinstanz mit Kurvenscheibe dargestellt. Die Wertigkeit dieses Softwaremoduls beträgt zehn Wertepunkte.
Mit einer Identifizierungsnummer PIN werden jeweils die erworbenen Wertepunkte (Software-Wertigkeit) verschlüsselt. Die Identifizierungsnummern PIN werden jeweils über MMC-Speicher- karten MMCl - MMC3, auf denen sie sich befinden, in das System bzw. auf die Geräte Gl - G3 eingebracht.
Im Beispiel gemäß FIG 4 enthält die MMCl-Speicherkarte zehn Wertepunkte, die MMC2-Speicherkarte ebenfalls zehn Wertepunk- te und die MMC3-Speicherkarte zwanzig Wertepunkte. Im Feld links oben in der Darstellung werden die im System bzw. auf den Geräten vorhandenen Wertepunkte dargestellt, in Summe befinden sich also vierzig Wertepunkte im System. Die vorhandenen Wertepunkte WP können als Guthaben bzw. als Wertepunkte- Haben betrachtet werden. Im gezeigten Beispiel sind somit ü- ber die drei MMC-Speicherkärtchen MMCl - MMC3 verteilt insgesamt vierzig Wertepunkte vorhanden.
Benötigt werden aufgrund der aktuellen Konfiguration aller- dings nur neununddreißig Wertepunkte, denn Gerät Gl benötigt eine Positionierachsinstanz, d.h. 5 WP und eine Gleichlaufachsinstanz, d.h. 8 WP, Gerät G2 benötigt zwei Gleichlauf-
achsinstanzen, d.h. 2x8 WP und Gerät G3 benötigt eine Gleichlaufachsinstanz mit Kurvenscheibe, d.h. 10 WP. Das Feld rechts oben in der Darstellung zeigt die im System benötigten Wertepunkte, nämlich neununddreißig. Die benötigten Werte- punkte stellen den Verbrauch bzw. das Wertepunkte-Soll dar. Da insgesamt im System ausreichend Wertepunkte vorhanden sind (vierzig) , ist der Betrieb in dieser Konstellation, die neununddreißig Wertepunkte erfordert, zulässig und lizenzrechtlich in Ordnung. Entscheidend für die Zugangsautorisierung ist die Gesamtsumme der im System befindlichen Wertepunkte.
Der Lizenzmanager führt permanent Buch über die von einer Anwendung benötigten Wertepunkte WP und vergleicht diese mit den im Gesamtsystem vorhandenen Wertepunkte WP. Bei einer er- kannten Unterdeckung an Wertepunkten lässt er den Betrieb in der aktuellen Konstellation nicht zu.
Bezüglich lokaler Geräte darf die Zahl der erforderlichen Wertepunkte die Anzahl der vorhandenen Wertepunkte über- schreiten. Im Beispiel aus FIG 4 laufen auf dem Gerät G2 zwei Gleichlauf chsen mit sechzehn notwendigen Wertepunkten. Auf der lokalen MMC-Speicherkarte MMC2 für Gerät G2 sind aber nur zehn Wertepunkte hinterlegt. Dieses lokale Defizit an Wertepunkten wird aber durch die Wertepunkte, die auf den restli- chen Geräten aufgebracht wurden, kompensiert. Es ist somit auch denkbar, dass einzelnen Geräten gar keine Wertepunkte zugeordnet werden und die diesen Geräten zugewiesenen Softwarekomponenten trotzdem ordnungsgemäß lizenzmäßig zum Ablauf gebracht werden können, wenn nur die Gesamtsumme der im Sys- tem vorhandenen Wertepunkte ausreichend ist. Auch ist es möglich, alle benötigten Wertepunkte nur an einem einzigen Gerät in das System einzubringen.
Darstellung gemäß FIG 5 zeigt den inhaltlichen Aufbau einer MMC-Speicherkarte. Die MMC-Speicherkarte ist in Form von Blöcken aufgeteilt. Der oberste Block ist der Card Identification Block, der vom MMC-Speicherkartenhersteller beschrieben
wird. Dieser Card Identification Block enthält die eineindeutige Hardwarekennung PSN. Dieser Bereich ist nur noch lesbar (von der Überprüfungs-Software) und nicht mehr kopierbar. In den nächsten Blöcken befinden sich jeweils die Wertepunkte WP1 - WPn, Zusatzinformationen ZU - ZIn (z.B. Informationen bei jeweils unterschiedlichen Lizenzgebern), sowie von einem Verschlüsselungsalgorithmus generierte Identifizierungsnummern PIN1 - PINn (für unterschiedliche Lizenzgeber) . Weiterhin können sich auf einer MMC-Speicherkarte Programme und Da- ten befinden.
Bis auf den Block, der die eineindeutige Hardwarekennung PSN enthält und der nur lesbar, aber nicht kopierbar ist, sind alle anderen Blöcke einer MMC-Speicherkarte lesbar, schreib- bar und kopierbar.
Darstellung gemäß FIG 6 zeigt eine Steuerung, die aus drei vernetzten Geräten Gl, G2 und G3 besteht, wobei die Geräte durch Rechtecke dargestellt sind und die Vernetzung durch Verknüpfungslinien symbolisiert ist. Die Steuerung ist z.B. über eine Ethernet- oder Internet-Verbindung mit einem Server S verbunden, der u.a. ein Wertepunktokonto enthält. Über diese Ethernet- bzw. Internet-Verbindung können Wertepunkte in die Steuerung zu den Geräten Gl - G3 übertragen werden. Der Server S ist auf der rechten Seite von FIG β durch ein Rechteck dargestellt.
Durch jeweils unterschiedlich gemusterte kleine Kreise werden die Softwaremodule (in FIG 6 sind beispielhaft Instanzen von Technologieobjekten) dargestellt, die auf den Geräten Gl - G3 ablaufen sollen. Durch einen nicht ausgefüllten Kreis wird eine Positionierachsinstanz dargestellt. Die Wertigkeit einer Positionierachsinstanz beträgt fünf Wertepunkte (5 WP) . Durch einen Kreis mit Schraffierung von links unten nach rechts o- ben wird eine Gleichlaufachsinstanz dargestellt. Die Wertigkeit dieser Gleichlaufachsinstanz beträgt acht Wertepunkte (8 WP) . Durch einen Kreis mit Schraffur von links oben rechts
unten wird eine Gleichlaufachsinstanz mit Kurvenscheibe dargestellt, deren Wertigkeit beträgt zehn Wertepunkte (10 WP) .
Über die Ethernet- bzw. Internet-Verbindung wurden vom Server S vierzig WP auf die Geräte Gl - G3 der Steuerung transferiert. Das Wertepunkte Konto des Servers S weist für Gerät Gl zehn WP, für Gerät G2 ebenfalls zehn WP und für Gerät G3 zwanzig Wertepunkte auf, in Summe stehen der Steuerung somit 40 WP zur Verfügung.
Benötigt werden aufgrund der aktuellen Konfiguration allerdings nur neununddreißig Wertepunkte, denn Gerät Gl benötigt eine Positionierachsinstanz, d.h. 5 WP und eine Gleichlaufachsinstanz, d.h. 8 WP, Gerät G2 benötigt zwei Gleichlauf- achsinstanzen, d.h. 2x8 WP und Gerät G3 benötigt eine Gleichlaufachsinstanz mit Kurvenscheibe, d.h. 10 WP. Das mittige umrandete Feld zeigt die im System benötigten Wertepunkte, nämlich neununddreißig. Die benötigten Wertepunkte stellen den Verbrauch bzw. das Wertepunkte-Soll dar. Da insgesamt im System ausreichend Wertepunkte vorhanden sind (vierzig) , ist der Betrieb in dieser Konstellation, die neununddreißig Wertepunkte erfordert, zulässig und lizenzrechtlich in Ordnung. Entscheidend für die Zugangsautorisierung ist die Gesamtsumme der im System befindlichen Wertepunkte.
Bezüglich lokaler Geräte darf die Zahl der erforderlichen Wertepunkte die Anzahl der vorhandenen Wertepunkte überschreiten. Im Beispiel aus FIG 6 laufen auf dem Gerät G2 zwei Gleichlaufachsen mit sechzehn notwendigen Wertepunkten. Im Konto des Servers S sind für Gerät G2 aber nur zehn Wertepunkte hinterlegt. Dieses lokale Defizit an Wertepunkten wird aber durch die Wertepunkte, die den restlichen Geräten zugeordnet sind, kompensiert. Es ist somit auch denkbar, dass einzelnen Geräten gar keine Wertepunkte zugeordnet werden und die diesen Geräten zugewiesenen Softwaremodule trotzdem ordnungsgemäß lizenzmäßig zum Ablauf gebracht werden können, wenn nur die Gesamtsumme der im System vorhandenen Wertepunk-
te ausreichend ist. Auch ist es möglich, alle für den Betrieb der Steuerung benötigten Wertepunkte WP nur einem einzigen Gerät der Steuerung zuzuordnen.
Auch im Szenario gemäß FIG 6 überprüft ein softwaremäßig realisierter Lizenzmanager kontinuierlich die Soll-Ist-Bilanz an benötigten und vorhandenen Wertepunkten WP. Der Lizenzmanager könnte in einem verteilten Betrieb (verteilt z.B. über ein Local Area Network oder über das Internet) als mobiler Agent realisiert werden.