Die Erfindung bezieht sich auf ein Spannelement zum Spannen von Werkstücken
mit schwimmend an das Werkstück herangeführte Spannbacken und hydraulisch
betätigten Kolben, die über Schlitten oder Schieber mit den Spannbacken verbunden
sind.
Beim Spannen von Werkstücken werden Spannelemente eingesetzt, deren Aufgabe
darin besteht das Werkstück in seiner positionierten Lage an Stellen zu spannen
und zu unterstützen, wo infolge von Bearbeitungskräften Verformungen am
Werkstück auftreten können. Diese Spannelemente müssen so an das Werkstück
angelegt werden, dass die Spannkraft von beiden Seiten gleichzeitig und
gleichmässig erhöht wird, ohne dass eine Differenzkraft auftritt. Spannelemente
dieser Art werden als schwimmende Elemente bezeichnet.
Die Spannelemente werden in der Regel hydraulisch betätigt an das Werkstück
herangeführt. Hierbei ist es erforderlich einen Ausgleich herbeizuführen, der dafür
sorgt, dass sich die Spannbacken gleichmäßig an das Werkstück anlegen und nicht
einseitige Kräfte verursachen, die zu einer Verformung des Werkstückes führen
könnten. Die einmal am Werkstück angelegten Spannbacken sollen während der
Dauer des Bearbeitungsvorganges auch nicht ihre Spannkraft vermindern.
Die Spannelemente unterliegen ständig äußeren Einflüssen. Diese sind einmal durch
die Bearbeitungskräfte, die auf das Werkstück einwirken, bedingt. Zum anderen
durch den Druck in der Hydraulikleitung, der Schwankungen unterliegen kann und
im Extremfall auch ausfallen kann. Hier sind Maßnahmen zu treffen, die dieses
verhindern.
Es ist somit Aufgabe der Erfindung ein Spannelement so an das Werkstück
heranzufahren, dass sich am Werkstück ein gleichzeitig gleichmäßiger Druck von
beiden Seiten aufbaut und dieses festsetzt und dass der erreichte Spannzustand
unabhängig von äußeren Einflüssen aufrechterhalten bleibt.
Die Lösung der Erfindung ist den kennzeichnenden Merkmalen der Ansprüche zu
entnehmen.
In den Fig. Ist die Erfindung näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt einen Schnitt
- Fig. 2
- zeigt einen Querschnitt
- Fig. 3
- zeigt eine Perspektive
- Fig. 4
- zeigt einen Schnitt
- Fig. 5
- zeigt einen Schnitt von oben
- Fig. 6
- zeigt eine Perspektive
In dem Gehäuse 1 sind zwei parallel geführte zylindrische Bohrungen 2
eingelassen. In jeder dieser Bohrungen 2 ist ein Kolben 3 geführt. Oberhalb der
Bohrungen 2 sind in dem Gehäuse 1 zwei parallel geführte Schlitten 4 eingesetzt.
Jeder Schlitten 4 ist mit einem Spannbacken 5 bestückt. Die Bewegung der Schlitten
4 wird von je einem Mitnehmer 6 bewirkt. Dieser Mitnehmer 6 ist in einer Bohrung 7
im Kolben 3 eingelassen, so dass er jede Bewegung des Kolbens mitmacht. Die
Zylinder im Gehäuse sind durch zwei Deckel 8 nach außen abgeschlossen.
Der Kolben 3 ist ein Hohlkolben mit einem Hohlraum 10, der über einen Teilbereich
mit einer dünnen elastisch verformbaren Wandung 9 versehen ist. Der Hohlraum 10
wird mit einem Medium befüllt, das über ein Verbindungselement 11 zugeführt
wird, welches mit einer eigens für die Füllung des Hohlraumes bestimmte Drossel
12 bestückt ist. Kolben 3 und sein Verbindungselement 11 werden über den
Druckanschluss 13 beaufschlagt. In dem Gehäuse 1 sind für die Mitnehmer 6
Aussparungen 14 eingelassen, die auf den maximal Hub der Kolbenbewegung
begrenzt sind. Die Kolbenbewegung wird zum Spannen über den Druckanschluss 13
eingeleitet und zum Entspannen wird der Druckanschluss 15 beaufschlagt.
Im Ruhezustand sind die Spannbacken 5 in ihre äußerste Lage gebracht, so dass ein
Werkstück zwischen ihnen leicht einfügbar ist. Der Spannvorgang wird eingeleitet,
indem der Druckanschluss 13 beaufschlagt wird und ein Hydraulikdruck auf die
Kolben 3 einwirken lässt. Beide Kolben 3 sind an die gleiche Hydraulikleitung über
ihre Druckanschlüsse 13 angeschlossen. Infolge des anstehenden Drucks bewegen
sich die Kolben 3 aufeinander zu und nehmen ihre Schlitten 4 mit. Damit werden die
Spannbacken 5 an das eingelegte Werkstück herangeführt. Sobald ein Spannbacken
am Werkstück anliegt, bleibt er infolge des vom Werkstück auf ihn einwirkenden
Widerstandes stehen und es bewegt sich, da der Druck in der Leitung am
Druckanschluss weiter ansteht, nur noch der andere Spannbacken, bis auch er am
Werkstück anliegt. Nun baut sich beidseitig ein gleichmäßiger Druck am Werkstück
auf und setzt dieses fest.
Der Hydraulikdruck, der auf die Kolben 3 einwirkt, sorgt dafür, dass über die im
Verbindungselement 11 liegende Drossel 12 sich langsam ein Druck im Hohlraum
10 des Kolbens 3 aufbaut. Die Drossel 12 bewirkt, dass der Druckanstieg begrenzt
ist. Dieser Druckanstieg im Hohlraum 10 hat zur Folge, dass die elastisch
verformbare Wandung 9 nach außen und damit gegen die Zylinderwand in der
Bohrung 2 gedrückt wird. Dieser sich langsam aufbauende Druck hat zunächst
keinen Einfluss auf den Kolbenhub, da am Anfang die Reibkräfte zwischen Wandung
9 und Zylinderwand der Bohrung 2 gering sind. Hat der Kolben 3 seine Endposition
erreicht, baut sich der Druck im Innern des Hohlraumes 10 weiter auf und drückt
nunmehr die Wandung 9 so gegen die Zylinderwand, dass die Reibkräfte so groß
werden, dass der Kolben 3 in seiner Lage festsitzt und durch äußere Einflüsse nicht
bewegt werden kann. Damit ist das Werkstück absolut festgesetzt.
Zum Entspannen wird der Druckanschluss 15 beaufschlagt und gleichzeitig der
Druckanschluss 13 entlastet. Der Druck im Hohlraum 10 baut sich über die Drossel
12 wieder ab. Die Reibkräfte lassen nach und die Kolben 3 fahren in ihre
Ausgangstellung zurück und geben das Werkstück frei.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung ist in Fig. 4;5;6 gezeigt. In dem Gehäuse
17 ist eine Zylinderbohrung 18 eingebracht, in der die beiden Kolben 19; 20 geführt
sind. Zwischen den Kolben 19 und 20 ist eine Feder 21 eingelegt, durch die beide
Kolben im Ruhezustand nach außen gedrückt werden. Die Feder 21 ist auf der einen
Seite in einem zylindrischen Fortsatz 26 des Kolbens 20 gelagert und auf der
anderen Seite in eine Aussparung 27 des Kolbens 19 gehalten. Zwischen beiden
Kolben ist ein Zwischenraum gebildet, der in etwa dem maximalen Hub der Kolben
entspricht. Jedem Kolben ist ein Schieber 22 mit seinem Spannbacken 23
zugeordnet. Zwischen Schieber 22 und Kolben 19; 20 stellt ein Mitnehmer 24 die
Verbindung her. Beide Kolben werden über die gleiche Druckleitung 25
beaufschlagt. Der Zylinderraum ist an den Gehäuseseiten durch Verschlusskappen
31 nach aussen verschließbar.
Dem Kolben 19 ist in Verlängerung seiner Achse ein rohrförmiger Körper 28
zugeordnet. Dieser rohrförmige Körper 28 macht jede Bewegung des Kolbens 19
mit und ist über den Fortsatz 26 geschoben und füllt somit den Raum zwischen
Fortsatz 26 und Zylinderbohrung 18 oberhalb des Fortsatzes 26 aus. Der
Durchmesser des Fortsatzes 26 ist dem Innendurchmesser des rohrförmigen
Körpers 28 angepasst. Der rohrförmige Körper 28 ist über eine bestimmte Länge
mit einem Hohlraum 29 versehen und über den Gesamtbereich des Hohlraumes
dünnwandig ausgebildet in Form einer elastisch verformbaren Haut 30. Der
Hohlraum 29 steht mit dem Hydraulikanschluß der Druckleitung 25 in Verbindung,
so dass in seinem Innern ein Druck aufgebaut wird, sobald die Spanneinheit mit
Druck beaufschlagt wird.
Zum Spannen wird Kanal 25 mit Druck beaufschlagt und damit werden beide Kolben
19; 20 gegen die Kraft der Feder 21 in Bewegung gesetzt. Dieser
Bewegungsvorgang geht so lange bis beide Spannbacken am Werkstück anliegen
und einen gleichmäßigen beidseitigen Anpressdruck auf das Werkstück ausüben. Da
beide Kolben am gleichen Hydraulikanschluß liegen, findet auch hier ein Ausgleich
zwischen den Spannbacken statt, durch den sie gleichmäßig zum Anliegen kommen.
Ist der Spannzustand erreicht, wird infolge des anstehenden Drucks die
Hydraulikflüssigkeit verstärkt in den Hohlraum 29 geleitet. Dadurch wird die
elastisch verformbare Haut 30 nach außen gegen die Wandungen des Gehäuses 17
und die Oberfläche des Fortsatzes 26 gedrückt und verspannt damit beide Kolben
19; 20 im Gehäuse. Das Spannelement ist damit mit dem Werkstück unverrückbar
festgesetzt.
Zum Entspannen wird der Druck in der Druckleitung 25 weggenommen, womit sich
das Element entspannt und die Kolben 19; 20 durch die Feder 21 wieder in ihre
Ausgangslage gefahren werden.
Um zu vermeiden, dass sich im Raum der Feder 21 ein unzulässiger Luftdruck
aufbaut und das System gegen einen solchen Luftdruck arbeiten muß, ist eine
Verbindung zwischen diesem und der Atmosphäre geschaffen.
| Bezugszeichen |
| 1 | Gehäuse |
| 2 | Zylinderbohrung |
| 3 | Kolben |
| 4 | Schlitten |
| 5 | Spannbacken |
| 6 | Mitnehmer |
| 7 | Bohrung |
| 8 | Deckel |
| 9 | Elastische Wandung |
| 10 | Hohlraum |
| 11 | Verbindungselement |
| 12 | Drossel |
| 13 | Druckanschluss |
| 14 | Aussparung |
| 15 | Druckanschluss |
| 16 | Ausnehmung |
| 17 | Gehäuse |
| 18 | Zylinderbohrung |
| 19 | Kolben |
| 20 | Kolben |
| 21 | Feder |
| 22 | Schieber |
| 23 | Spannbacken |
| 24 | Mitnehmer |
| 25 | Druckleitung |
| 26 | Fortsatz |
| 27 | Aussparung |
| 28 | Rohrförmiger Körper |
| 29 | Hohlraum |
| 30 | Haut |
| 31 | Verschlusskappe |
| 32 |
| 33 |
| 35 |
| 36 |
| 37 |