Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Vorbereitung eines Hygieneproduktes
für die Körperpflege sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
Nach Ausscheidung von Stuhlgang sind hygienische Maßnahmen geboten.
Bei Babys und Kleinkindern im Windelalter wird eine gründliche Reinigung
mit trockenen und ölgetränkten Hygienepapieren empfohlen. Nach dem
Windelalter wird die Körperpflege meist mittels trockenem Toilettenpapier
durchgeführt, das in Klosetts bereitgestellt wird. Hierbei kann es zum Verbleib
von Kotresten kommen. Viele unangenehme Krankheiten beruhen auf
damit einhergehenden hygienischen Unzuträglichkeiten. Befeuchtete oder
ölgetränkte Hygienepapiere stehen zwar grundsätzlich zur Verfügung, sind
jedoch nicht weit verbreitet.
Aus der AT 132.497 B ist ein Klosettpapierbehälter bekannt, bei dem in
einem Vorratsbehälter aufgestapeltes befeuchtungsfähiges Klosettpapier bei
seiner Entnahme von Hand oder automatisch über eine Befeuchtungsvorrichtung
bewegt und so dem Verbraucher ein hygienisches, nasses,
tuchartig wirkendes Papier geliefert wird. Die Befeuchtungsvorrichtung ist
fest in den Klosettpapierbehälter integriert. Zum Füllen und Entleeren des
Flüssigkeitsbehälters ist an dem Klosettpapierbehälter ein durch einen Hahn
abschließbares Zulaufrohr sowie ein Abflußrohr angeordnet. Bei diesem
Klosettpapierbehälter besteht die Gefahr der Ansammlung pathogener Erreger
insbesondere im Bereich der Befeuchtungsvorrichtung. Deshalb wird
dem Wasser im Flüssigkeitsbehälter ein Desinfektionsmittel beigesetzt.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Vorbereitung eines Hygieneproduktes für die Körperpflege und eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zu schaffen, die eine hygienische
Körperpflege erleichtern.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches
1 und durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 8 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Vorbereitung eines Hygieneproduktes
für die Körperpflege wird mindestens eine Schale mit einer Flüssigkeit
für die Körperpflege lösbar an einem Objekt fixiert, ein Hygieneprodukt
in die Schale mit der Flüssigkeit getaucht und das Hygieneprodukt
für die Anwendung auf die zu pflegende Körperoberfläche aus der Schale
herausgezogen.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat gegenüber den vorbekannten trockenen
Hygienepapieren den Vorteil verbesserter hygienischer Wirksamkeit.
Gegenüber den bekannten getränkten Hygienepapieren hat es den Vorteil,
daß eine bessere Verfügbarkeit gegeben ist, da eine Schale mit Flüssigkeit
für die Vorbereitung einer Vielzahl Hygieneprodukte für die Körperpflege
herangezogen werden kann. Gegenüber dem Klosettpapierbehälter mit fest
integrierter Befeuchtungsvorrichtung besteht der Vorteil darin, daß die
Schale aufgrund ihrer Lösbarkeit von dem Objekt einfacher einer gründlichen
Reinigung unterzogen werden kann, wodurch eine Ansammlung
pathogener Erreger wirksam verhindert werden kann. Hierzu ist bevorzugt
die Schale eine eigenständige Vorrichtung, d.h. von anderen Vorrichtungen,
wie beispielsweise eine Wandhalterung für Toilettenpapier, getrennt oder
trennbar ausgebildet. Somit ist durch das erfindungsgemäße Verfahren eine
bedeutende Verbesserung des Hygienestatus erzielbar. Dies ist von Vorteil
sowohl für die Säuglingspflege als auch für die Körperpflege nach dem
Windelalter.
Das Hygieneprodukt ist bevorzugt ein Hygienepapier oder ein anderes
Faserprodukt, beispielsweise ein herkömmliches Toilettenpapier oder ein
Wattebausch.
Gemäß einer Ausgestaltung wird eine Schale mit mehreren Vertiefungen
und/oder werden mehrere Schalen mit einer oder mehreren Vertiefungen bereitgestellt
und sind in den mehreren Vertiefungen ein- und dieselbe oder
mehrere verschiedene Flüssigkeiten angeordnet. Die Flüssigkeiten in verschiedenen
Vertiefungen können dann zu verschiedenen Zwecken genutzt
werden, beispielsweise zur Vor- und zur Nachreinigung oder zur Reinigung
und zur Pflege.
Die Schale kann eine wäßrige und/oder ölige und/oder medizinische Flüssigkeit
enthalten, je nachdem, welche Zielsetzung mit der Anwendung der
Flüssigkeit verfolgt wird. Vorzugsweise handelt es sich bei der Flüssigkeit
für die Körperpflege um eine dermatologisch wirksames Medium. Zusätzlich
kann die Flüssigkeit für die Körperpflege ein Desinfektionsmittel enthalten.
Grundsätzlich kann das Verfahren auch im kosmetischen Bereich zur Anwendung
kommen. Dann sind einschlägige kosmetische Flüssigkeiten in der
Flüssigkeit für die Körperpflege enthalten.
Nach einer Ausgestaltung wird die Schale mit mindestens einem mit der
Flüssigkeit getränkten Schwamm bereitgestellt. Der Schwamm sorgt für eine
Speicherung und Zufuhr der Flüssigkeit zu dem Hygieneprodukt, wenn dieses
in die Schale getaucht und/oder gegen den Schwamm gedrückt wird.
Durch den Schwamm kann die Flüssigkeit für Körperpflege erschöpfend genutzt
werden.
Nach einer weiteren Ausgestaltung ist auf mindestens einem Schwamm eine
durchlässige Abdeckung angeordnet, die einen teilweisen Durchtritt des
Schwamms von der Unterseite der Abdeckung und/oder des Hygieneproduktes
von der Oberseite der Abdeckung ermöglicht, so daß Schwamm
und Hygieneprodukt in wechselseitigen Kontakt kommen. Durch die Abdeckung
werden Schale und Flüssigkeit geschützt und einer Ansammlung
von Verunreinigungen oder Keimen in diesem Bereich entgegengewirkt.
Außerdem kann hierdurch der Zusammenhalt einer Vorrichtung aus Schale
und Schwamm sowie Abdeckung gesichert werden.
Das Objekt, an dem die Schale lösbar fixiert ist, kann insbesondere eine Gebäudewand,
ein Möbelstück oder ein Sanitäreinrichtungsgegenstand sein.
Bevorzugt handelt es sich um ein feststehendes Objekt.
Gemäß einer Ausgestaltung wird eine Trageinrichtung fest an dem Objekt
fixiert und die Schale lösbar an der Trageinrichtung fixiert. Die Schale ist
dann zugleich besonders sicher am Objekt fixierbar und leicht gezielt vom
Benutzer lösbar, um die Flüssigkeit auszutauschen bzw. die Schale zu reinigen.
Vorzugsweise wird die Schale durch Schrauben, Kleben, Saugen,
Stecken oder Klemmen an dem Objekt oder der Trageeinrichtung fixiert.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Schale durch Saugen,
Stecken oder Klemmen an der Trageinrichtung fixiert. Bevorzugt ist die
Trageinrichtung durch Schrauben oder Kleben an dem Objekt fixiert.
Die Schale ist beispielsweise in der Nähe einer Wandhalterung für Toilettenpapier
fixierbar, so daß das Toilettenpapier nach dem Abziehen direkt in
der beschriebenen Weise befeuchtet werden kann. Bevorzugt ist die Schale -
gegebenenfalls mittels der Trageinrichtung - getrennt von der Wandhalterung
an der Wand fixiert.
Auch kann die Schale mit der Wandhalterung für Toilettenpapier lösbar verbunden
sein, um nach dem Abziehen das Toilettenpapier zu befeuchten
und/oder die Wandhalterung als Trageinrichtung zu nutzen. Die Schale kann
insbesondere lösbar mit der Toilettenpapierrolle verbunden sein. Nach einer
Ausgestaltung ist mindestens eine Schale mit mindestens einer Vertiefung an
einem Träger fixiert, der mit einer im wesentlichen hakenförmigen Halteeinrichtung
in ein Zentralloch einer Toilettenpapierrolle einhängbar ist. Hierdurch
kann die Schale gut zugänglich und benutzungssicher plaziert werden,
ohne dauerhafte Befestigungen anbringen zu müssen. Zum Austausch der
Toilettenpapierrolle wird der Träger abgenommen und nach Anbringen der
neuen Rolle an deren Zentralloch befestigt.
Vorteilhaft ist auch, die Schale durch Stecken oder Klemmen am Rand einer
Wickelkommode in einer günstigen Position für die Babypflege bereitzustellen.
Nach einer Ausgestaltung wird die Schale zum Schutz vor Verschmutzung
und/oder Austrocknung des Hygieneproduktes abgedeckt.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens hat mindestens eine
Schale, die einen mit einer Flüssigkeit für die Körperpflege getränkten
Schwamm enthält, und Einrichtungen zum lösbaren Fixieren der Schale an
einem Objekt.
Gemäß einer Ausgestaltung hat die Vorrichtung mehrere Schalen mit einer
oder mehreren Vertiefungen und/oder weist die Schale mehrere Vertiefungen
auf, um mehrere Flüssigkeiten für die Körperpflege bereitzustellen. So kann
beispielsweise eine wäßrige und eine ölige Flüssigkeit bereitgestellt werden,
für Reinigungs- und Pflegezwecke. Jede Schale bzw. jede Vertiefung kann
einen Schwamm enthalten.
Gemäß einer Ausgestaltung weist die Vorrichtung eine auf mindestens einem
Schwamm angeordnete Abdeckung auf, die einen teilweisen'Durchtritt
des Schwamms von der Unterseite der Abdeckung und/oder eines Hygieneproduktes
von der Oberseite der Abdeckung ermöglicht, so daß Schwamm
und Hygieneprodukt in wechselseitigen Kontakt kommen können. Bei der
Abdeckung kann es sich beispielsweise um eine Platte mit einer Vielzahl
von kreisförmigen oder rechteckigen Löchern handeln, die beispielsweise
ein gitterartiges Aussehen haben kann. Die Abdeckung kann lose auf den
Schwamm gelegt sein oder mit dem Rand der Schale verbunden sein, beispielsweise
verschnappt sein.
Gemäß einer Ausgestaltung weisen die Einrichtungen zum lösbaren Fixieren
eine Trageinrichtung zum Fixieren an dem Objekt und Kupplungseinrichtungen
zum lösbaren Fixieren der Schale an der Trageinrichtung auf.
Gemäß einer Ausgestaltung weist die Trageinrichtung eine Tragplatte und
Schraubeinrichtungen und/oder Klebeeinrichtungen zum Fixieren der Tragplatte
an dem Objekt auf.
Gemäß einer Ausgestaltung weisen die Kupplungseinrichtungen Verankerungselemente
an der Trageinrichtung und Aufnahmen der Schale für die
Verankerungselemente oder umgekehrt auf. Beispielsweise sind die Verankerungselemente
Flügel, die von beiden Seiten der Trageinrichtung vom
Objekt vorstehen, und sind die Aufnahmen einander zugewandte Nuten oder
Hinterschnitte auf einer Seite der Schale, in die die Flügel einschiebbar sind,
bis sie gegen die Nuten oder die Hinterschnitte begrenzende Anschläge
treffen.
Gemäß einer Ausgestaltung weist die Schale einen Deckel auf. Gemäß einer
Ausgestaltung hat der Deckel Schwenklager. Gemäß einer weiteren
Ausgestaltung ist der Deckel lösbar mit der Schale verbunden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der anliegenden Zeichnungen von
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung befestigt an einer Toilettenpapierrolle in Seitenansicht;
- Fig. 2
- a bis e eine weitere Vorrichtung zur Wandbefestigung mit geschlossenem
Deckel in Seitenansicht (Fig. 2a), mit geöffnetem Deckel ohne
Schwamm in Perspektivansicht schräg von oben (Fig. 2b), mit geschlossenem
Deckel ohne Schwamm in Perspektivansicht schräg von
oben (Fig. 2c), mit geöffnetem Deckel in Perspektivansicht von hinten
(Fig. 2d) und in einem perspektivischen Sprengbild ohne
Schwamm schräg oben und von der Seite (Fig. 2e).
Gemäß Fig. 1 is eine Toilettenpapierrolle 1 mit einem üblichen Rollenhalter
2 an einer Wand 3 befestigt, wobei der Rollenhalter 2 eine in das Zentralloch
4 der Toilettenpapierrolle 1 eingreifende Stange 5 aufweist. Ein Träger 6
weist ein horizontales Tragteil 7 auf, das vorn eine Schale 8 trägt und sich an
der Wand 3 abstützt. Ferner hat der Träger 6 eine hakenförmige Halteeinrichtung
9, die mit einem stangenartigen Abschnitt ebenfalls in das Zentralloch
5 eingreift. Der stangenartige Abschnitt 9 kann am Ende eine Abwinklung
haben, um den Träger an der Toilettenpapierrolle 1 zu sichern.
Auch andere Sicherungsmöglichkeiten kommen in Betracht.
Der Träger 6 ist einfach durch Einhängen im Zentralloch 5 und Abstützen an
der Wand 3 befestigbar. Für einen Austausch der Toilettenpapierrolle 1 ist er
einfach entfernbar und kann nach Anbringen einer neuen Toilettenpapierrolle
1 an deren Zentralloch 5 erneut befestigt werden. Für die Befeuchtung
von Toilettenpapier steht die Schale 8 in einer günstigen Position bereit.
Die Fig. 2 zeigt eine Vorrichtung mit einer halbzylindrischen Schale 10.
Diese hat eine halbzylindrische Seitenwand 11 und eine flache Rückwand
12. Unten ist sie von einem kreissegmentförmigen Boden 13 verschlossen
und oben mit einem kreissegmentförmigen schwenkbaren Deckel 14 verschließbar.
Der Deckel 14 hat beidseitig kurze Achsstummel 15', 15". Die
Achsstummel sind in zwei Lagerstellen 16', 16" am oberen Rand der Seitenwand
11 gelagert, die von zwei elastisch auseinanderbiegbaren Pfosten
gebildet werden, zwischen die die Achsstummel 15', 15" von oben
einschnappbar sind.
Der Deckel 14 hat am vorderen Rand eine Ausnehmung 17, die den Eingriff
für das Hochnehmen erleichtert.
Die Rückwand 12 hat zwei einander zugewandte Nuten oder Hinterschneidungen
18', 18". In diese ist von unten eine Tragplatte 19 mit zwei seitlichen
Flügeln 20', 20" einschiebbar, die von der Rückseite 21 der Tragplatte
19 einen kleinen Abstand haben. Das Einschieben der Tragplatte 19 wird
durch einen Anschlag 22 am oberen Ende der Hinterschneidungen 18', 18''
begrenzt. Bei einer anderen Ausführung sind die Tragplatte und die Hinterschneidungen
zur Einschiebebegrenzung trapezförmig. Die Tragplatte 19 hat
Bohrungen 23', 23' zum Fixieren an einer Wand. Auf der Rückseite 21 ist
sie mit einer Klebefolie versehen, die einen abziehbaren Schutzfilm aufweist.
Schließlich ist ein halbzylindrischer Schwamm 24 vorhanden, der genau in
die Schale 10 hineinpaßt und der Speicherung einer Flüssigkeit für die Körperpflege
dient.
Für den Gebrauch wird die Tragplatte 19 mit der Rückseite 21 auf einer
Wand befestigt, beispielsweise mittels Schrauben und Dübeln und/oder der
Klebefolie. Die Schale 10 kann einfach durch Aufschieben der Hinterschneidungen
18', 18" auf die Flügel 20', 20" von oben eingehängt und in umgekehrter
Richtung zu Reinigungszwecken entfernt werden. Der Schwamm 24
ist einfach in die Schale 10 einsetzbar und aus dieser herausnehmbar, zu
Zwecken des Tränkens mit dem Hygieneprodukt. Auch der Deckel 14 kann
zu Reinigungszwecken abgezogen und danach wieder eingeschnappt werden.