Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gravur von Texten
und Bildern auf Druckzylindern mittels einer elektronischen
Graviermaschine sowie eine Vorrichtung zur
Ausführung eines derartigen Verfahrens.
Für die Gravur von Druckzylindern, wie sie im Tiefdruck
verwendet werden, werden generell zwei Verfahren angewendet,
nämlich die an sich bekannte Vibrationsgravur
und die an sich bekannte Liniengravur. Bei der Vibrationsgravur
werden räumliche, begrenzte Vertiefungen erzeugt,
welche in dem sich anschließenden Druckprozeß mit
Farbe gefüllt werden und aus diesen für die Ausführung
des Druckvorganges abgegeben wird. Die Wiedergabe von
Details beim Druck wird bei der Vibrationsgravur dadurch
beschränkt, daß diese Vertiefungen bzw. Näpfchen, die in
einem bestimmten Raster graviert werden, das Raster und
somit die Abmessungen der maximal möglichen Näpfchen pro
Fläche vorgeben. Es kann also zwischen einem groben Raster
entschieden werden, welches ein größeres Volumen an
Farbe für den Druckprozeß ermöglicht, und einem feineren
Raster, das den Vorteil einer erhöhten Detailwiedergabe
beim Druckvorgang aufweist.
Zwischen beiden Extremen, nämlich einem großen Volumen
für die Druckfarbe und einer größtmöglichen Detailwiedergabe
wurde bisher in Abhängigkeit des Druckobjekts
abgewogen, was zum Ergebnis hatte, daß bisher vielfach
nicht befriedigende Druckergebnisse erzielt worden sind.
Dieses liegt im wesentlichen daran, daß zwar bei der
Wahl eines groben Rasters bei Anwendung der Vibrationsgravur,
wie gesagt, ein großes Volumen an Vertiefungen
bzw. der Näpfchen erreicht werden kann, allerdings mit
dem Nachteil einer unbefriedigenden Konturenwiedergabe
der zu gravierenden Informationen. Bei der Wahl eines
sehr feinen Rasters bei der Vibrationsgravur kann zwar
eine sehr präzise Detailwiedergabe der zu gravierenden
Information erreicht werden, allerdings mit dem Nachteil
geringer Volumina der Vertiefungen bzw. Näpfchen. Die
Folge ist, daß in diesen Bereichen die Druckdichte insgesamt
nicht ausreichend groß ist. Deshalb kann die Vibrationsgravur
nicht für alle Fälle verwendet werden, in
denen beide Forderungen erfüllt sein müssen, d.h. große
Volumina der Vertiefungen bzw. Näpfchen bei sehr großer
Wiedergabegenauigkeit der Details einer Text- oder
Bildkontur.
Für die Wiedergabe sehr feiner Details beim Druckvorgang
wird für die Gravur des Druckzylinders die besagte Liniengravur
herangezogen. Bei der Methode der Liniengravur
wird das Gravierwerkzeug, bspw. ein Stichel abhängig von
den auf den Druckdaten basierenden Gravierdaten
unterschiedlich tief in den Druckzylinder eingebracht,
ohne daß das zur Ausführung der Liniengravur nötige Signal
von einem Signal überlagert wird, das die Vibrationsgravur
ausführt. D. h., daß nur an denjenigen Stellen
des Druckzylinders, an denen ein Graviervorgang auszuführen
ist, das Gravierorgan bzw. der Stichel in den
Druckzylinder eintaucht. Dabei ist ein sog. Stützraster
vorgesehen bzw. einzuhalten, das zu einer räumlichen
Trennung der durch die Liniengravur erzeugten Vertiefungen
führt, so daß im späteren eigentlichen Druckprozeß
die Rakel auch dafür ein Erreichen eines definierten Volumens
beim Druckvorgangs ermöglichen.
Bisher wurden die Druckzylinder entweder nach der Methode
der Liniengravur graviert oder nach der Methode der
Vibrationsgravur, wobei dabei jedes Gravierverfahren so
ausgelegt worden war, daß ein möglichst großes Druckvolumen
bei möglichst großer Konturentreue erreicht worden
war, was aber immer aus dem vorangehend aufgeführten
Gründen zu Kompromissen führen mußte mit der Folge, daß
bestimmte Druckergebnisse, bei denen es auf ein großes
Druckvolumen und eine große Detailwiedergabe ankam,
nicht erreicht werden konnte.
Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein
Verfahren und eine Vorrichtung zur Gravur von Druckzylindern
zu schaffen, mit denen sowohl große Druckvolumen
als auch eine große Detailwiedergabe der Konturen von
Texten und Bildern, die zu drucken sind, erreicht
werden, wobei die an sich bekannten klassischen Gravierverfahren
zur Anwendung kommen sollen und eine Vorrichtung
zur Ausführung einer Gravur von Druckzylindern mittels
bekannter Gravureinrichtungen betrieben bzw. ausgeführt
werden kann, so daß auch die Vorrichtung im wesentlichen
nicht über den Aufbau im Hinblick auf die
Komplexität der Vorrichtung und deren Betreibbarkeit
gegenüber denen bekannter Vorrichtungen zur Gravur von
Druckzylindern hinausgeht, und diese somit den Kostenrahmen
bekannter Vorrichtungen zumindest nicht wesentlich
überschreiten.
Gelöst wird die Aufgabe gemäß der Erfindung im Hinblick
auf das Verfahren dadurch, daß sowohl ein Gravierverfahren
nach der Methode der Liniengravur als auch ein Gravierverfahren
nach der Methode der Vibrationsgravur zur
Ausführung des Gravurvorganges des Druckzylinders verwendet
werden.
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt im
wesentlichen darin, daß beide Gravierverfahren bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren derart eingesetzt werden
können, daß sie ihre jeweiligen Vorteile, nämliche große
Konturentreue und die Schaffung großer Druckfarbenvolumina,
quasi vereinigen können, wobei für die Ausführung
des Verfahrens die für den Gesamtgraviervorgang bereitgestellte
Datenmenge in bezug auf die zu druckenden
Text- und Bildinformationen quasi gleichzeitig herangezogen
werden kann. Zwar ist bei dem erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Verfahren eine Vergrößerung der für den Gesamtgraviervorgang
des Druckzylinders nötigen Zeit in
Maßen größer als die Zeit, die entweder zur Ausführung
der Vibrationsgravur erforderlich wäre oder zur Ausführung
einer Liniengravur, diese Zeitvergrößerung kann
aber durch Vergrößerung der Geschwindigkeit der jeweiligen
Graviermethoden gemäß der Erfindung in weiten Bereichen
kompensiert werden.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens
wird der Textbestandteil der Gravur und der Bildbestandteil
der Gravur mit jeweils unterschiedlichen Gravierverfahren
erzeugt. Auf diese Weise kann das erfindungsgemäße
Gesamtverfahren so betrieben werden, daß für die
jeweils unterschiedlichen Bestandteile der vorzunehmenden
Gravur, nämlich der Textgravur und der Bildgravur,
das jeweils für diese Gravuren am besten geeignete Verfahren
benutzt wird.
Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens
wird bei dem erfindungsgemäßen kombinierten Verfahren
die Liniengravur zur Gravur des Textes und die
Vibrationsgravur zur Gravur der Bilder verwendet, so daß
z.B. die Liniengravur sich nur auf diejenigen Druckdaten
beschränkt , welche auch der forderungsgemäßen erhöhten
Detailwiedergabe gerecht werden sollen.
Bei einer noch anderen vorteilhaften Ausgestaltung des
Verfahrens werden die die Texte repräsentierenden Daten
zur Ausführung der Liniengravur und die die Bilder repräsentierenden
Daten zur Ausführung der Vibrationsgravur
als jeweils gesonderte Datenbestände generiert, wenn
bspw. der Grunddatenbestand getrennt in Bild- und Textbestandteilen
vorliegt. Im Falle der getrennt vorliegenden
Daten liegt der Bildbestandteil üblicherweise bei
einer Auflösung von 120 bis 200 Linien pro Zentimeter
vor, während der Textbestandteil eine mehrfach höhere
Auflösung aufweist. Im Falle getrennt vorliegender Daten
spricht man von CT-Daten (continuous tone) bei Bilddaten
und von LW-Daten (line work) bei Textdaten. Obwohl die
LW-Daten im Fall einer getrennten Vorlage in einer höheren
Auflösung zur Verfügung stehen, wird diese höhere
Auflösung für die Gravur jedoch selbst regelmäßig nicht
bei den bisherigen im Stand der Technik bekannten Gravierverfahren
genutzt. Mit der vorbeschriebenen vorteilhaften
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird auch dieser Nachteil der bekannten Gravierverfahren
überwunden.
Bei einer vorzugsweisen noch anderen Ausgestaltung des
erfindungsgemäßen Verfahrens liegt ein gemeinsamer, die
Texte und die Bilder jeweils repräsentierender Datenbestand
zur Ausführung der Gravur vor, wobei zur Ausführung
der gesamten Gravur daraus eine Datenmenge für die
Ausführung der Liniengravur und eine Datenmenge für die
Ausführung der Vibrationsgravur separiert werden. Bei
dem Vorliegen eines einen Text und Bilder jeweils repräsentierenden
gemeinsamen Datenbestandes spricht man von
"all-in-CT-Daten".
Da es bei der Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
vielfach nicht nötig ist, den Kernbestandteil zu
gravierender Texte, d.h. der einzelnen Buchstaben, mit
dem zeitaufwendiger durchzuführenden Liniengravurverfahren
auszuführen, kann es äußerst vorteilhaft sein, aus
dem gemeinsamen, die Texte und Bilder repräsentierenden
Datenbestand die Datenmenge zu generieren, die zur Gravur
lediglich der Konturen der Texte herangezogen werden
sollen. Der Kernbestandteil der Texte und der gesamte
Bildbestandteil würden dann mit der Vibrationsgravur
graviert werden können, während lediglich der derart generierte
Konturenbestandteil der Texte bzw. der Buchstaben
mit der Liniengravur graviert zu werden braucht, wodurch
für die Ausführung der Gesamtgravur des Druckzylinders
mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens erheblich
Zeit eingespart werden kann.
Schließlich ist es vorteilhaft, aus dem gemeinsamen, die
Texte und Bilder repräsentierenden Datenbestand (all-in-CT-Daten)
eine Teildatenmenge zu generieren, mit der wenigstens
teilweise sowohl positive als auch negative
Schriften von Texten als auch wenigstens teilweise Bilder
graviert werden. Dabei wird nicht nur die Kontur,
sondern es werden die gesamten LW-Daten neu generiert,
und zwar derart, daß nicht nur die Kontur wiedergegeben
wird, sondern diese Bereiche miteinander verbunden werden,
so daß sich im LW-Datenbestand, wie gesagt, sowohl
positive/negative Schriften als auch Flächen ergeben,
welche mit der Liniengravur ausgeführt werden, wohingegen
der verbleibende CT-Datenbestand mit der üblichen
Berasterung belegt werden kann und mit der Vibrationsgravur
auf den Druckzylinder aufgetragen wird.
Für bestimmte Anwendungen kann es zudem zweckmäßig sein,
mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens den Textbestandteil
der Gravur wenigstens teilweise durch Verwendung
der Methode der Vibrationsgravur auszuführen, d.h.
für bestimmte zum Gravieren bestimmte Bestandteile der
in ihrer Gesamtheit auszuführenden Gravur auch die Konturen
von Texten bzw. Buchstaben nicht gesondert mit der
Liniengravur auszuführen, sondern bestimmte ausgewählte
Bereiche auch der Texte lediglich mit der Methode der
Vibrationsgravur zu gravieren.
Eine Vorrichtung zur Ausführung des vorangehend beschriebenen
Verfahrens zur Gravur von Texten und Bildern
auf Druckzylindern mittels einer elektronischen Gravurmaschine
ist dadurch gekennzeichnet, daß das Graviersystem
sowohl nah der Methode der Liniengravur als auch
nach der Methode der Vibrationsgravur steuerbar und antreibbar
ist.
Der Vorteil der Grundausgestaltung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung besteht darin, daß lediglich ein einziges
Graviersystem vorgesehen ist, das sowohl die Liniengravur
als auch die Vibrationsgravur ausführen kann. Diese
Grundausgestaltung der Vorrichtung hat den Vorteil, daß
die Grundprinzipien der konstruktiven Gestaltung einer
derartigen Vorrichtung sich gegenüber den bisherigen jeweils
für die Liniengravur und die Vibrationsgravur ausgestalteten
Vorrichtungen bekannter Art verwendet werden
können, so daß eine derartige Vorrichtung kostengünstig
bereitstellbar ist, wenn auch der Zeitbedarf, mit der
die Gesamtgravur ausgeführt werden soll, aufgrund der
Verwendung eines Graviersystems für beide Gravierarten
verhältnismäßig hoch ist.
Um den Graviervorgang jedoch schneller und geeigneter
und angepaßt an die für die Liniengravur einerseits und
die Vibrationsgravur andererseits hinreichenden Spezifika
besser erfüllen zu können, ist es vorteilhaft, die
Vorrichtung gemäß der Erfindung derart vorteilhaft weiterzubilden,
daß wenigstens ein Graviersystem für die
Ausführung der Liniengravur und wenigstens ein Graviersystem
für die Ausführung der Vibrationsgravur vorgesehen
ist. Mittels eines derart weitergebildeten Gravursystems
können jeweils die Gravureinstellungen an das
jeweils verwendete Graviersystem bzw. das Gravierverfahren
angepaßt werden, und es sind Kriterien festlegbar,
nach welchen die Vibrations- bzw. Liniengravur auf die
jeweils beste Weise eingestellt werden kann, um eine Datenwiedergabe
auf bestmögliche Weise auch sich ändernder
Gravierinformationen zu ermöglichen.
Ist bspw. gemäß der Grundversion der erfindungsgemäßen
Vorrichtung nur ein Graviersystem für die Ausführung sowohl
der Liniengravur als auch der Vibrationsgravur vorgesehen,
kann es vorteilhaft sein, daß das Graviersystem
für die Ausführung der Liniengravur und für die Ausführung
der Vibrationsgravur sequentiell steuerbar und antreibbar
ist. So könnte z.B. die Vibrationsgravur zuerst
erfolgen und anschließend die Liniengravur bzw. umgekehrt.
Aber auch eine sequentielle Steuerung und ein sequentieller
Antrieb eines einheitlichen einzigen Graviersystems
ist möglich, wobei in diesem Falle die sequentielle
Gravur durch Austauschen von Filterparametern
in bezug auf die die Gesamtgravur repräsentierenden
Daten erfolgt, d.h. durch entsprechende Filterung der
Daten führt dann das Graviersystem nach Durchführung der
ersten Art der gewählten Gravur die zweite gewählte Art
der Gravur aus.
Die Erfindung wird nun zunächst anhand der Vorrichtung
zur Ausführung des Verfahrens beschrieben.
Als Stand der Technik gilt bspw. eine elektronische Graviermaschine
zur Gravur von Druckzylindern, wie sie aus
der DE-C-25 08 734 bekannt ist. Der Fachwelt sind derartige
elektronische Graviermaschinen seit langem bekannt,
so daß hier auf eine detaillierte Beschreibung verzichtet
wird. Es sei lediglich darauf hingewiesen, daß die
Vorrichtung zur Gravur von Texten oder Bildern auf
Druckzylindern mittels einer elektronischen Graviermaschine
bisher wenigstens ein Graviersystem zur Ausführung
der Gravur umfaßte.
Das Werkzeug, mit dem der Druckzylinder zur Ausführung
seiner Gravur beaufschlagt wird, ist regelmäßig ein Diamant,
der zur Ausführung der Vibrationsgravur üblicherweise
einen Winkel von 120 bis 130 Grad, bezogen auf ein
gedachtes Lot auf die Oberfläche des zu gravierenden
Druckzylinders, aufweist. Bei Gravursystemen, die eine
Liniengravur ausführen, kann der Winkel kleiner gewählt
werden, da die Belastungen des Diamanten aufgrund der
regelmäßig geringeren Anzahl von Einstichen in die Oberfläche
des Druckzylinders gegenüber denen der Vibrationsgravur
vermindert sind. Die Folge ist, daß im Falle
der Liniengravur der Diamant regelmäßig eine größere
Standzeit aufweist.
Normalerweise liegt bei der Liniengravur die Graviertiefe
bei max. 120 µm. Im späteren Druckprozeß mit dem erfindungsgemäß
gravierten Druckzylinder sollen aber die
durch die Liniengravur erfolgte Gravur der für die Ausführung
der Konturen des Textes bzw. der LW-Daten
schlechthin vergleichbare Volumina wie im Falle der Vibrationsgravur
erreicht werden. So liegen erfindungsgemäß
die Gravurtiefen in der Größenordnung von 15 bis 25 µm,
wobei sich gezeigt hat, daß trotz dieses jedenfalls zur
Graviertiefe der reinen Liniengravur geringen Wertes
aufgrund der flächenhaften Verteilung ein ausreichendes
Volumen erzielbar ist. Dieses gilt insbesondere für den
Fall der Erzeugung von Konturdaten und der Gravur dieser
mit Hilfe der Liniengravur, welche nur Teilinformationen
an die durch die Vibrationsgravur gravierten
Näpfchen hinzufügen soll. Aus diesem Grunde kann auch
ein Diamant mit einem für die Liniengravur relativ großen
Winkel von 120 Grad verwendet werden, d.h. die Liniengravur
und die Vibrationsgravur werden mit dem selben
Diamanten betrieben. Ein Austausch der Diamanten zwischen
beiden Gravurarten ist dann nicht mehr erforderlich.
In Abhängigkeit der später durchzuführenden Art
des Druckes können auch größere Winkel zum Einsatz kommen,
bspw. ein Diamantwinkel von 130 bzw. 140 Grad, wenn
z.B. für den Druckprozeß Wasserfarben verwendet werden
sollen. Auch in diesem Fall ist die Vibrationsgravur und
die Liniengravur mit einem einzigen Graviersystem bzw.
einem einzigen Diamanten durchführbar.
Im Falle des Vorsehens einer über ein Graviersystem hinausgehenden
Anzahl von Graviersystemen, d.h. bspw. ein
Graviersystem für die Vibrationsgravur und ein Graviersystem
für die Liniengravur, können hingegen Diamanten
mit unterschiedlichen Winkeln verwendet werden, wie sie
bisher standardmäßig für die Ausführung der Liniengravur
und die Ausführung der Vibrationsgravur angewendet
werden.
Im Falle des Einsatzes nur eines Graviersystems pro Gravierkanal
und des Einsatzes unterschiedlicher Diamanten
mit unterschiedlichen Winkeln oder Formen hat das in Deckung-
bzw. Übereinanderbringen (Einphasen) der beiden
Gravuren zueinander zu erfolgen. Dieses kann durch die
Gravur einzelner Näpfchen erfolgen, deren Abstände in
beiden Koordinatenrichtungen zueinander zu bestimmen
sind. Aus diesem Unterschied ist ein Offset, d.h. eine
Verschiebung mechanischer Art oder ein zeitverzögerter
Beginn der Gravur in beiden Koordinatenrichtungen zu erzeugen.
Dieser Offset kann bei der Verwendung von zylindrischen
Druckformen durch eine räumliche Verschiebung
des Graviersystems erfolgen. Eine andere Realisierung
der Verschiebung der beiden Gravuren zueinander auf
der Druckform ergibt sich, wie gesagt, durch die zeitliche
Verschiebung des Beginns der Gravur. Eine Verschiebung
in Umfangsrichtung kann durch eine Phasenverschiebung
erfolgen.
Aufgrund der Datentrennung zum Betrieb des Graviersystems
und des Durchführens verschiedener Gravierverfahren,
welche der jeweils besten Wiedergabe der unterschiedlichen
Daten gerecht werden, kann mit der Gravur
gemäß der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Verfahrens
und der Vorrichtung beiden Forderungen gerecht werden,
nämlich einem mit der Vibrationsgravur erreichbaren maximalen
Volumen und der mit der Liniengravur möglichen
hohen Detailwiedergabe zumindest im Kantenbereich des
Textdatenbestandes. So kann für die Vibrationsgravur ein
gröberes Raster eingesetzt werden und der Forderung nach
möglichst großem Volumen nachgekommen werden. Dieses ist
auch unter dem Gesichtspunkt der aufzuwendenden Gesamtgravierzeit
wichtig. Eine derartige Betrachtung ist insbesondere
im Falle der Verwendung von zwei Gravuren in
sequentieller Durchführung wichtig. Durch einen derartigen
Schritt kann die Gravurzeit insgesamt gering
gehalten werden. Die dadurch verminderte Gravierzeit reduziert
die für beide Gravuren notwendige Gesamtzeit.
Eine andere Maßnahme zur Verminderung der Gravierzeit
kann z.B. im Falle der Liniengravur durch Erhöhung ihrer
Oberflächengeschwindigkeit beim Betrieb der Graviereinheit
bei der Ausführung der Liniengravur erfolgen.
Bei der Verwendung bestehender oder generierter LW-Daten
bzw. Konturdaten bestehen zwei Möglichkeiten bei der Anwendung
der Liniengravur. Neben der Erzeugung der Konturen
von Textdaten (Outliningfunktion) kann die zu gravierende
Information in der Auflösung des bei der Liniengravur
verwendeten Linienabstandes bzw. des Nennrasters
liegen. So hängt die Stärke der Konturglättung von
der Wahl des Linienabstandes bzw. des Rasters ab.
Für den Fall einer Vibrationsgravur bspw. im Raster 60
ergeben sich bei der Liniengravur mit einem Linienabstand
von 46 µm zwei weitere Gravurlinien. Die Ortsauflösung
in Umfangsrichtung liegt in diesem Fall in der
selben Größenordnung, so daß der Bereich zwischen zwei
Näpfchen des Vibrationsrasters mehrere Möglichkeiten der
Auffüllung ermöglicht, so daß die Kontur eine geschlossene
Form annehmen kann.
Im Falle eines Linienabstandes von bspw. 33 µm ergibt
sich die Möglichkeit, drei weitere Informationen in Linienform
in den Konturbereich einem Schriftzug im Randbereich
einzufügen. Die Auflösung in Umfangrichtung
liegt in diesem Fall so, daß bei diesem Fall bei einem
Vibrationsraster von 60 drei Gravurlinien möglich sind.
Es werden durch ein derartiges Verfahren die offenen
Randbereiche mit kleinen Gravuren gefüllt.
Im Falle einer derartigen Positionierung der Randinformationen
durch Füllen der offenen Randbereiche muß die
Informationserzeugung für diese Liniengravur entsprechend
aufbereitet werden. Die Füllungen der Randbereiche
sollen nicht die durch die Vibrationsgravur erzeugten
Näpfchen schneiden. Aus diesem Grunde muß die Information
für die Liniengravur speziell aufbereitet werden.
Hier kann das Einphasen oder die ortsfeste Zuordnung
beider Gravuren (über die sequentielle Gravur) zueinander
eine genaue Positionierung der Liniengravuren in das
Vibrationsraster erfolgen.
Generell kann das erfindungsgemäße Verfahren mit der
Überlagerung der beiden Gravuren sowohl für den Fall des
Kreislinienmodus als auch für die Helixgravur verwendet
werden. Allerdings ist im Falle der Helixgravur ein erhöhter
Aufwand zur genauen Positionierung erforderlich.
Als Zahlenbeispiel wird von 100% Gravurzeit für eine
Gravur im Raster 70 Winkel 4 mit einer Gravierfrequenz
von 7.5 kHz ausgegangen. Beim Wechsel von einem 70er zu
einem 60er Raster reduziert sich im Fall der Vibrationsgravur
die Gravierzeit für die Vibrationsgravur zu 70%
der ursprünglich angedachten Gravierzeit.
Um mit Hilfe der Liniengravur eine ausreichende Detailwiedergabe
zu erzielen, kann z.B. ein Linienabstand von
gleich oder feiner als 47 µm oder z.B. in der Größenordnung
von 50 µm gewählt werden. Dieses entspricht einem
Raster von 117 im Winkel 2, wenn der angegebene Linienabstand
zugrundegelegt wird. Die entsprechende Gravurzeit
für eine derartige Liniengravur im Fall einer erhöhten
Oberflächen-Geschwindigkeit von entsprechenden 25
kHz dieses einer Gravierzeit von 41% gleich. Insgesamt
ergibt sich damit eine Gravierzeit von etwa 120% inklusive
des Verfahrens des Gravursystems zwischen Linien-
und Vibrationsgravur.
Wird von einem geforderten Linienabstand von 33 µm für
die Liniengravur ausgegangen, dann ergibt sich eine Gesamtgravurzeit
von 150 %.
Für den Fall einer Erhöhung der Oberflächengeschwindigkeit
auf einen Wert, welcher einer Gravierfrequenz von
11 kHz entspricht, würde sich für die beiden angegebenen
Fälle eine Gravierzeit von 170% bzw. 250% ergeben. Auch
bei diesen erhöhten Gravierzeiten sind diese gegenüber
dem Vorteil der wesentlich besseren Detailwiedergabe
abzuwägen.
Das erfindungsgemäße Verfahren der Datenaufteilung und
der getrennten Zuführung der Daten an die beiden unterschiedlichen
Gravierverfahren, nämlich der Vibrationsgravur
und der Liniengravur, kann unabhängig davon, ob
diese nun mit einem für beide Gravurarten einheitlichen
Graviersystem durchgeführt werden oder aber in der Vorrichtung
jeweils dafür getrennte Graviersysteme vorgesehen
werden, kann das erfindungsgemäße Verfahren auch
derart abgeändert werden, daß der Linienbestandteil
durch eine Vibrationsgravur mit feinem Raster erzeugt
wird. In jedem Fall ist bei der Rasterwahl kein Kompromiß
zwischen dem Erreichen eines großen Volumens und einer
erhöhten Detailwiedergabe mehr nötig, da das erfindungsgemäße
Verfahren beiden Kriterien durch die jeweils
unterschiedlichen (Teil-) Verfahren gerecht wird.