Die Erfindung betrifft eine Gasturbine und eine Gasturbinenbrennkammer
mit einem Gehäuseteil und einem Verkleidungselement,
das mittels einer lösbaren Befestigung an der einem
Brennraum zugewandten Innenseite des Gehäuseteils angebracht
ist. Die Erfindung betrifft auch ein Verkleidungselement für
eine Gasturbinenbrennkammer sowie ein Klemmelement für eine
Befestigungskombination zum Halten eines Verkleidungselements
in einer Gasturbinenbrennkammer. Des Weiteren führt die Erfindung
auf ein Verfahren zum Anbringen und/oder Entfernen
eines Verkleidungselements einer Gasturbinenbrennkammer, mit
einem Gehäuseteil, wobei das Verkleidungselement mittels einer
lösbaren Befestigung an einer einem Brennraum zugewandten
Innenseite des Gehäuseteils lösbar angebracht wird.
Der Brennraum einer Gasturbinenbrennkammer einer Gasturbine
ist üblicherweise mit einer Verkleidung versehen, welche die
Gehäuseteile der Gasturbine vor den im Brennraum herrschenden
Brennkammerbedingungen d. h. insbesondere hohen Temperaturen
und Drücken sowie den oxidierenden Wirkungen des Heißgases,
schützt und isoliert. Dabei ist insbesondere der Bereich des
Gehäuses, der die Befestigung aufweist, insbesondere die Befestigung
selbst, zu schützen. Insbesondere schützt die Verkleidung
die Gehäuseteile auch vor einer mit der Zeit fortschreitenden
Materialermüdung, die umso höher ist, je häufiger
und größer Temperatur- und Druckschwankungen im Brennraum
sind. Dieses Problem der Materialbelastung wird auch mit dem
Begriff "Low Cycle-Fatigue" (LCF-Problem) benannt.
Die Verkleidung ist üblicherweise aus einer Reihe von die
Gasturbinenbrennkammer umfänglich auskleidenden Verkleidungselementen
gebildet. Ein Verkleidungselement kann vollständig
aus Keramik, Metall oder auch in Form einer Metalltafel mit
einer Keramikbeschichtung gebildet sein. Ein solches Verbindungselement
stellt insbesondere einen Hitzeschild dar.
Infolge einer Abnutzung oder einer Beschädigung der Verkleidung
wird es regelmäßig notwendig, ein Verkleidungselement
der Verkleidung auszuwechseln, d.h. ein altes Verkleidungselement
aus der Verkleidung zu entfernen und ein neues Verkleidungselement
in die Verkleidung einzufügen.
Eine erste bekannte Art, ein Verkleidungselement, insbesondere
einen Hitzeschild, an einem Gehäuseteil einer Gasturbinenbrennkammer
anzubringen besteht darin, das Verkleidungselement
von einer Außenseite des Gehäuseteils aus, durch eine
Wandung des Gehäuseteils hindurch, an einer der Gehäusewandung
zugewandten Außenseite des Verkleidungselements, mittels
einer lösbaren Befestigung zu halten. Unter einem Gehäuseteil
ist üblicherweise ein Innengehäuse einer Gasturbinenbrennkammer
zu verstehen, dass wiederum von einem Außengehäuse umgeben
sein kann. Der Gehäuseteil wird auch als Struktur bezeichnet.
Diese erste Art der Halterung eines Verkleidungselements
hat den Vorteil, dass die ein Verkleidungselement
haltende Befestigung selbst den Brennkammerbedingungen des
Brennraums nicht ausgesetzt ist und sich deshalb ein oben
dargestelltes LCF-Problem bei einer solchen Halterung gering
ist. Diese erste Art der Halterung eines Verkleidungselements
einer Gasturbinenbrennkammer hat jedoch den Nachteil, dass
ein Auswechseln des Verkleidungselements sehr aufwendig ist,
da die Befestigung, z.B. ein Gewinde mit Überwurfmutter, von
der Außenseite des Gehäuseteils aus, unter Entfernung des Außengehäuses
vorgenommen werden muss. Dies ist ein Problem,
das möglichst vermieden werden sollte.
Eine weitere, zweite bekannte Art der Halterung eines Verkleidungselements
einer Gasturbinenbrennkammer sieht zur Lösung
dieses Problems vor, ein Verkleidungselement mit einer
brennraumseitig am Gehäuseteil angebrachten Pratze d.h. eines
einseitigen Hakens, zu halten, wobei an der Pratze eine
Schraube vorgesehen ist, mit der ein erstes Verkleidungselement
von der Gasturbinenbrennkammer her verschraubt werden
kann. Diese zweite Art der Befestigung eines Verkleidungselements
erlaubt zwar die Austauschbarkeit eines Verkleidungselements
von der Seite der Gasturbinenbrennkammer her, da die
Schraube in der brennraumseitigen Pratze vom Brennraum her
zugänglich ist, allerdings ist diese zweite Art der Befestigung,
insbesondere die Schraube, direkt den Brennkammerbedingungen
des Brennraums ausgesetzt, insbesondere den hohen Temperaturen
und Temperaturschwankungen in der Gasturbinenbrennkammer.
Auch wenn die genannte Schraube dabei durch einen
brennraumseitigen, abnehmbaren Stopfen teilweise geschützt
werden kann, so wurde dennoch festgestellt, dass die zweite
Art der Befestigung eine besonders hohe Materialermüdung, der
Befestigung und des gesamten Befestigungsbereichs, insbesondere
infolge der aggressiven und stark schwankenden Brennkammerbedingungen
im Sinne des oben dargestellten LCF-Problems,
zeigt.
Wünschenswert wäre eine Art der Befestigung eines Verkleidungselements,
das zum einen die Austauschbarkeit eines Verkleidungselements
vom Brennraum einer Gasturbinenbrennkammer
aus ermöglicht und darüber hinaus dennoch möglichst unanfällig
gegenüber einem LCF-Problem ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine Gasturbine
und eine Gasturbinenbrennkammer, ein Verkleidungselement
und eine Befestigung für ein Verkleidungselement sowie
ein Verfahren zum Anbringen und/oder Entfernen eines Verkleidungselement
einer Gasturbinenbrennkammer anzugeben, das
die Austauschbarkeit des Verkleidungselements vom Brennraum
einer Gasturbinenbrennkammer her ermöglicht und LCF-Probleme
hinsichtlich des Befestigungsbereichs möglichst gering hält.
Betreffend die Gasturbinenbrennkammer wird die Aufgabe durch
eine Gasturbinenbrennkammer der eingangs genannten Art gelöst,
bei der erfindungsgemäß
- das Verkleidungselement im angebrachten Zustand
eine vom Brennraum abgewandte Rückseite aufweist, die
einen Abstand von der dem Brennraum zugewandten Innenseite
des Gehäuseteils aufweist, wobei
- die Befestigung im angebrachten Zustand
das Verkleidungselement am Gehäuseteil hält, und hinter
der Rückseite des Verkleidungselements, an der Innenseite
des Gehäuseteils, vom Brennraum aus lösbar befestigt
ist.
Im Unterschied zu der oben genannten zweiten Art der üblichen
Befestigung ist bei dem hier vorgeschlagenen Konzept die Befestigung
hinter der Rückseite des Verkleidungselements an
der Innenseite des Gehäuseteils vom Brennraum befestigt. Der
Befestigungsbereich, d.h. insbesondere die Befestigung, ist
also im angebrachten Zustand durch die dem Brennraum zugewandte
Vorderseite des Verkleidungselement geschützt und somit
nicht direkt den aggressiven Brennraumbedingungen ausgesetzt.
Diese würden nämlich, wie bei der oben vorgestellten
zweiten Art der üblichen Befestigung der Fall, zu einer
schnellen Materialermüdung im Befestigungsbereich und damit
zu einer hohen Ausfallrate bei der Brennkammerverkleidung
führen. Mit dem hier vorgeschlagenen Konzept erweist sich die
Verkleidung als besonders unanfällig gegenüber den aggressiven
Brennkammerbedingungen.
Darüber hinaus weist das Verkleidungselement im angebrachten
Zustand eine vom Brennraum abgewandte Rückseite auf, die einen
Abstand von der dem Brennraum zugewandten Innenseite des
Gehäuseteils aufweist. D.h. im angebrachten Zustand eines
Verkleidungselements ist zwischen der Verkleidung und dem Gehäuseteil
praktisch ein Hohlraumsystem gebildet, das für eine
Luftkühlung der Verkleidung und des Gehäuses genutzt werden
kann. Eine solche Kühlung führt zu einer Nivellierung der ansonsten
teilweise stark schwankenden Brennkammerbedingungen
gegenüber dem Hohlraumsystem und damit zu einer weitgehenden
Vermeidung von starken Schwankungen bei Temperatur- Druck-
und sonstigen Umgebungsbedingungen für die im Hohlraumsystem
angeordneten Befestigungen der Verkleidungselemente. Der über
den oben genannten Abstand zwischen Verkleidungselement und
Gehäuseteil zur Verfügung gestellte Hohlraum ist also nicht
nur vor den Brennkammerbedingungen durch die Verkleidung geschützt,
sondern darüber hinaus kann dieser gekühlt werden,
was zu einer wesentlichen Verlängerung der Materiallebensdauer
im Befestigungsbereich führt. Dies hat eine maßgebliche
Verringerung des LCF-Problems im Rahmen des hier vorgelegten
Konzepts zur Folge.
Schließlich ist über eine entsprechende Ausgestaltung des
Verkleidungselements gemäß dem vorgelegten Konzept ein Auswechseln
eines Verkleidungselements von der Seite des Brennraums
einer Gasturbinenbrennkammer her möglich. Die Probleme
hinsichtlich der oben genannten ersten Art eines üblichen
Verkleidungselements, bei dem ein Außengehäuse zum Auswechseln
des Verkleidungselements abgenommen werden muss, sind
bei dem hier vorgelegten Konzept beseitigt.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen und geben im Einzelnen vorteilhafte
Möglichkeiten an, das Verkleidungselement oder die Befestigung
oder das Gehäuseteil einer hier erläuterten Gasturbine
und Gasturbinenbrennkammer so auszugestalten, dass ein Verkleidungselement
besonders einfach vom Brennraum her ausgewechselt
werden kann und zum anderen ein LCF-Problem oder
sonstige Materialermüdung im Befestigungsbereich möglichst
beseitigt wird.
Prinzipiell könnte ein Verkleidungselement bei einer Gasturbinenbrennkammer
obiger Art ausgewechselt werden, indem über
irgendeine Öffnung im Verkleidungselement auf die hinter der
Rückseite des Verkleidungselements an der Innenseite des Gehäuseteils
befestigte Befestigung zugegriffen wird. Gemäß einer
besonderes vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
weist das Verkleidungselement eine mit der Befestigung ausgerichtete
zu öffnende und verschließbare Öffnung, insbesondere
in der brennraumseitigen Wand des Verkleidungselements, auf.
Die genannte Öffnung könnte durch einen Pfropfen, insbesondere
durch einen einschraubbaren Pfropfen, verschlossen werden.
Im geöffneten Zustand gibt die Öffnung vom Brennraum
her, über den Abstand zwischen Verkleidungselement und Gehäuseteil
hinweg, einen direkten Weg zur Befestigung frei, so
dass die Befestigung vom Brennraum her gelöst oder angebracht
werden kann.
Bevorzugt ist das Verkleidungselement über die Befestigung
und über einen hinter der Rückseite des Verkleidungselements
gebildeten Anschlag des Verkleidungselements gegen die Innenseite
des Gehäuseteils halten. Grundsätzlich kann das Verkleidungselement
dazu eine beliebig profilierte Form aufweisen,
solange die Rückseite des Verkleidungselements von der
dem Brennraum zugewandten Innenseite des Gehäuseteils beabstandet
ist und ein Anschlag hinter der Rückseite des Verkleidungselements
gebildet ist. Der Anschlag könnte auch direkt
an der Rückseite angebracht sein. In jedem Fall ist auf
diese Weise ein Befestigungsbereich, also insbesondere die
Befestigung selbst und der Anschlag, vor den Brennkammerbedingungen
und damit auch vor einer frühzeitigen Materialermüdung
geschützt.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, dass der Anschlag in
Form einer Hinterschneidung, insbesondere als Hinterschneidung
zu einer brennkammerseitigen Wand des Verkleidungselements,
gebildet ist. Als ganz besonders zweckmäßig hat es
sich erwiesen, dass das Verkleidungselement in Form eines U-förmigen
Hohlprofils mit einer dem Brennraum zugewandten Basis
und mit Schenkel unterschiedlicher Länge gebildet ist,
wobei an jedem der Schenkel der Anschlag des Verkleidungselements
in Form eines Balkons gebildet ist. Die Basis bildet
eine brennraumseitige Wand, die Schenkel seitliche Wände.
Diese Form eines Verkleidungselements ermöglicht es Verkleidungselemente
zu einer vollständigen Verkleidung der Gasturbinenbrennkammer
aneinander zu setzen. Dabei liegen die
Schenkel nebeneinander liegender Verkleidungselemente nebeneinander.
Vorzugsweise liegen die Anschläge nebeneinander
liegender Verkleidungselemente aufeinander. Dadurch ist das
Gehäuseteil durch die isolierende Wirkung des über den Abstand
hinter der Rückseite des Gehäuseteils gebildeten Hohlraums
vor den Brennkammerbedingungen geschützt.
Ein Anschlag kann im Prinzip über eine beliebige Befestigung
an einem Gehäuseteil gehalten werden. Als besonders vorteilhaft
hat sich erwiesen, dass die Befestigung in Form einer
Befestigungskombination gebildet ist. Die Befestigungskombination
weist ein vom Brennraum aus lösbares Befestigungselement
und ein Klemmelement auf. Das Befestigungselement greift
von der Seite des Brennraums aus in das Gehäuseteil ein. Auf
diese Weise wird eine Klemmkraft auf das Klemmelement ausgeübt.
Diese Klemmkraft wird durch das Klemmelement das Verkleidungselement,
insbesondere auf einen Anschlag des Verkleidungselements,
übertragen. Das Befestigungselement könnte
beispielsweise in Form einer Schraube gebildet sein und das
Klemmelement in Form eines Klemmrings. Als besonders vorteilhaft
hat sich erwiesen, dass die Befestigungskombination
durch ein vom Verkleidungselement getrenntes Befestigungselement
und Klemmelement gebildet ist.
Besonders vorteilhaft schützt eine Isolierung den gesamten
Befestigungsbereich, insbesondere die Befestigung selbst und
den Anschlag. Eine Isolierung gemäß dieser Weiterbildung ist
bereits dadurch gegeben, dass eine Anzahl von Verkleidungselementen
zur Bildung einer Verkleidung der Gasturbinenbrennkammer
nebeneinander angeordnet werden. Dabei wird über den
Abstand zwischen der vom Brennraum abgewandten Rückseite und
der dem Brennraum zugewandten Innenseite des Gehäuseteils ein
vom Brennraum isolierter Hohlraum gebildet, der von den aggressiven
Brennkammerbedingungen isoliert ist, vorzugsweise
zusätzlich gekühlt werden kann, und damit besonders günstige
Bedingungen für den im Hohlraum angeordneten Befestigungsbereich
schafft. D.h. der Befestigungsbereich, insbesondere
die Befestigung und der Anschlag, ist von den aggressiven
Brennkammerbedingungen abgetrennt und isoliert, jedenfalls
den Brennkammerbedingungen nicht unmittelbar ausgesetzt. Eine
weitere Verbesserung der obigen Isolierung gegen die Brennkammerbedingungen
kann insbesondere dadurch erreicht werden,
dass eine Dichtung zwischen aneinander liegenden Teilen benachbarter
Verkleidungselemente, insbesondere im Bereich der
Schenkel oder Anschläge, vorgesehen wird.
Insbesondere im Zusammenhang mit der oben genannten U-förmigen
Hohlprofilausbildung eines Verkleidungselements ergibt
sich eine besonders zu bevorzugende Weiterbildung einer Gasturbinenbrennkammer,
bei der eine Klemmkraft durch eine an
einem Klemmelement angebrachte erste Nase auf den Anschlag
des Verkleidungselements übertragen wird. Diese Form eines
Klemmelements erlaubt es, einen Anschlag an der Innenseite
des Gehäuseteils fest gedrückt zu halten, und insbesondere
übereinander liegende Anschläge benachbarter U-förmiger Hohlprofile
der oben genannte Weiterbildung gegen die Innenseite
des Gehäuseteils zu halten.
Bevorzugt ist das oben genannte Klemmelement ringförmig ausgebildet,
wobei sich die erste Nase von einer oberen Deckseite
des Klemmelements über einen ringförmigen Umfang des
Klemmelements radial hinaus erstreckt, so dass eine untere
Seite der ersten Nase an einer Oberseite des Anschlags anliegt.
Dabei kann eine mittlere Ringöffnung des Klemmelements
ein Befestigungselement, beispielsweise eine Schraube, aufnehmen.
Vorteilhaft ist ein innen liegender, umlaufender Balkon
vorgesehen, der als Anschlag für das Befestigungselement,
beispielsweise den Schraubenkopf, dient. Zur Aufnahme eines
solchen ringförmig ausgebildeten Klemmelements ist vorteilhaft
eine entsprechende Ausnehmung, vorliegend eine kreisförmige
Ausnehmung, an der Innenseite des Gehäuseteils vorgesehen.
Im Rahmen einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist das
Klemmelement verdrehbar ausgebildet, wobei sich eine zweite
Nase von einer unteren Deckseite des Klemmelements über den
ringförmigen Umfang des Klemmelements radial hinaus erstreckt,
so dass eine Seite der zweiten Nase eine Verdrehbegrenzung
bewirkt, d.h. die Nase schlägt mit einer ihrer Seiten
beim Verdrehen gegen ein anderes Bauteil an. Es hat sich
darüber hinaus als besonders vorteilhaft erwiesen, bei dem
hier vorgesehenen Klemmelement durch Anordnung oder Ausformung
der Nase eine Verdrehbegrenzung genau vorzubestimmen.
Das Hin- und wieder Wegdrehen eines ringförmigen Klemmelements
der vorliegenden Weiterbildung kann auf diese Weise
nämlich beim Ein- und Ausbau eines Verkleidungselements vorbestimmt
werden und damit der Ein- und Ausbau erleichtert
werden.
Die vorliegende Erfindung führt insbesondere auf eine Gasturbine
mit einer Gasturbinenbrennkammer obiger Art.
Des Weiteren führt die Erfindung auf ein Verkleidungselement
für eine Gasturbinenbrennkammer, bei dem das Verkleidungselement
erfindungsgemäß eine als U-förmiges Hohlprofil ausgebildete
Form aufweist, mit einer Basis, wobei die Basis eine
verschließbare Öffnung aufweist, und mit Schenkeln unterschiedlicher
Länge, wobei an jedem der Schenkel ein Anschlag
in Form eines Balkons gebildet ist.
Die Erfindung führt auch auf ein Klemmelement für eine Befestigungskombination
zum Halten eines Verkleidungselements in
einer Gasturbinenbrennkammer, wobei das Klemmelement erfindungsgemäß
eine ringförmige Ausbildung und eine erste Nase
aufweist, die sich von einer oberen Deckseite des Klemmelements
über einen ringförmigen Umfang des Klemmelements radial
hinaus erstreckt, und eine zweite Nase aufweist, die
sich von einer unteren Deckseite des Klemmelements über einen
ringförmigen Umfang des Klemmelements radial hinaus erstreckt.
Die vorliegende Erfindung führt auch auf ein Verfahren zum
Anbringen und/oder Entfernen eines Verkleidungselements einer
Gasturbinenbrennkammer der eingangs genannten Art, wobei erfindungsgemäß
über eine mit der Befestigung ausgerichtete zu
öffnende und zu verschließende Öffnung beim Anbringen folgende
Verfahrensschritte durchgeführt werden:
Das Verkleidungselement wird mit einer vom Brennraum abgewandten
Rückseite in einem Abstand von der dem Brennraum zugewandten
Innenseite des Gehäuseteils angebracht.
Die Befestigung wird hinter der Rückseite des Verkleidungselements,
an der Innenseite des Gehäuseteils, vom Brennraum
aus lösbar befestigt und hält das Verkleidungselement am Gehäuseteil.
Beim Entfernen wird die Befestigung hinter der Rückseite des
Verkleidungselements an der Innenseite des Gehäuseteils vom
Brennraum aus gelöst und das Verkleidungselement wird vom Gehäuseteil
entfernt.
Ein Verkleidungselement kann also auf besonders einfache Weise
vom Brennraum her ausgewechselt werden. Die Vorteile einer
oben genannten Weiterbildung der Gasturbinenbrennkammer für
ein Verkleidungselement oder ein Klemmelement sind auch für
das Verfahren nützlich.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand
einer Zeichnung beschrieben. Diese soll die Ausführungsbeispiele
nicht maßgeblich darstellen, vielmehr ist die Zeichnung,
wo zur Erläuterung dienlich, in schematisierter
und/oder leicht verzerrter Form ausgeführt. Im Hinblick auf
Ergänzungen der aus der Zeichnung unmittelbar erkennbaren
Lehren wird auf den einschlägigen Stand der Technik verwiesen.
Die Figuren der Zeichnung zeigen im Einzelnen in:
- FIG 1
- eine Schnittzeichnung einer besonders bevorzugten
Ausführungsform einer Gasturbinenbrennkammer in der
Umgebung eines Befestigungsbereichs für zwei benachbarte
besonders bevorzugte Ausführungsformen
eines Verkleidungselements, die mit einer Befestigungskombination
an einem Gehäuseteil der Gasturbinenbrennkammer
angebracht sind;
- FIG 2
- eine besonders bevorzugte Ausführungsform eines
Klemmelements bei der besonders bevorzugten Ausführungsform
der Gasturbinenbrennkammer der Fig. 1;
- FIG 3
- eine besonders bevorzugte Ausführungsform eines Gehäuseteils
bei der besonders bevorzugten Ausführungsform
der Gasturbinenbrennkammer der Fig. 1.
Die Schnittzeichnung der Figur 1 zeigt einen Teil einer Wandung
einer Gasturbinenbrennkammer 1 mit einem Gehäuseteil 3
im Bereich zweier benachbarter Verkleidungselemente 5. Vorliegend
ist das Verkleidungselement 5 in Form eines Hitzeschildes
ausgeführt. Die Aneinanderreihung einer Vielzahl
solcher Hitzeschilde bildet die Innenverkleidung einer einen
Brennraum 7 umgebenden Gasturbinenbrennkammer 1. Im Brennraum
7 herrschen beim Betrieb der Gasturbine üblicherweise Temperaturen
im Bereich von 1350 °C oder darüber. Des Weiteren
können hohe Temperaturschwankungen auftreten, wie z.B. im
Falle eines Schnellschlusses der Gasturbine. Das den Brennraum
ausfüllende Heizgas greift außerdem, u.a. oxidierend,
die Brennraumberandung an. Diese Art von Brennkammerbedingungen
im Brennraum 7 sind schädlich für die üblicherweise metallischen
Bauteile des Gehäuseteils 3, das deshalb durch die
eine Verkleidung bildende Anordnung von Hitzeschilden geschützt
ist. Die Figur 1 zeigt zwei als Hitzeschilde ausgeführte
Verkleidungselemente 5 im Bereich Ihrer Befestigung an
dem Gehäuseteil 3, das auch als Brennkammerstruktur bezeichnet
wird. Das Verkleidungselement 5 ist mittels einer lösbaren
Befestigung 9 an der dem Brennraum 7 zugewandten Innenseite
11 des Gehäuseteils 3 angebracht. Das Verkleidungselement
5 weist eine dem Brennraum 7 zugewandte Vorderseite 13
und eine vom Brennraum 7 abgewandte Rückseite 15 auf. Die
Vorderseite 13 und die Rückseite 15 sind Teil der dem Brennraum
7 zugewandten Wandung 17 der als Hitzeschild wirkenden
Verkleidung 5. Das Verkleidungselement 5 ist vorliegend so
ausgeformt, dass die Rückseite 15 einen Abstand 19 von der
dem Brennraum 7 zugewandten Innenseite 11 des Gehäuseteils 3
hat. Das Gehäuseteil 3 ist im vorliegenden Fall ein Innengehäuse
einer Gasturbine, das von einem weiteren, hier nicht
gezeigten Außengehäuse der Gasturbine umgeben ist.
Bei der vorliegenden Ausführungsform der Figur 1 der Gasturbinenbrennkammer
1 ist das Verkleidungselement 5 in Form eines
U-förmigen Hohlprofils ausgebildet. Dabei bildet die dem
Brennraum 7 zugewandte Wandung 17 des Verkleidungselements 5
die Basis des U-förmigen Hohlprofils. Die Schenkel des U-förmigen
Hohlprofils werden über eine erste Seitenwand 21 und
eine zweite Seitenwand 23 gebildet. Dabei weist die erste
Seitenwand 21 eine geringere Länge auf als die zweite Seitenwand
23 des Verkleidungselements 5. An der ersten Seitenwand
21 ist ein erster Anschlag 25 in Form eines Balkons gebildet.
An der zweiten Seitenwand 23 ist ein weiterer Anschlag 27 ebenfalls
in Form eines Balkons gebildet. Die beiden gleich
ausgebildeten, benachbarten Verkleidungselemente 5 können also
vorteilhaft so nebeneinander angeordnet werden, dass die
erste Seitenwand 21 und die zweite Seitenwand 23 nebeneinander
zu liegen kommen. Der erste Anschlag 25 liegt dabei auf
dem zweiten Anschlag 27 auf. Der zwischen der ersten Seitenwand
21 und der zweiten Seitenwand 23 gebildete Spalt 29
dient bei dieser Ausführungsform zum Ausgleich thermischer
Längenänderungen eines Verkleidungselements 5. Durch die oben
beschriebene Ausbildung des U-förmigen Hohlprofils und die
gezeigte Aneinanderreihung der Verkleidungselemente 5 mit
aufeinander aufliegendem ersten Anschlag 25 und zweiten Anschlag
27 führt zur Ausbildung eines hinter der Rückseite 15
des Verkleidungselements 5 angeordneten Hohlraums 31. Der
Hohlraum 31, der sich über den Abstand 19 erstreckt, kann mit
Kühlluft beaufschlagt werden, so dass einerseits die dem
Brennraum 7 zugewandte Wandung 17 der als Hitzeschild wirkenden
Verkleidung 5 gekühlt ist und zum anderen die dem Brennraum
zugewandte Innenseite 11 des Gehäuseteils 3 von den
Brennkammerbedingungen im Brennraum 7 ausreichend isoliert
ist. Vorliegend wird die Kühlung der Wandung 17 des Verkleidungselements
5 durch auf der Rückseite 15 des Verkleidungselements
5 angebrachte Kühlrippen 33 unterstützt.
Die Isolierung des Hohlraums 31 von den durch das Heizgas bestimmten
Brennkammerbedingungen des Brennraums 7 wird vorliegend
durch die nebeneinander angeordneten erste und zweite
Seitenwand 21 und 23 erreicht als auch durch die aufeinander
aufliegenden Anschläge 25 und 27. Die Isolierung wird darüber
hinaus noch verbessert durch eine zwischen dem ersten Anschlag
25 und dem zweiten Anschlag 27 angeordnete Dichtung
35.
Durch den bei der hier vorliegenden Ausführungsform eines
Verkleidungselements 5 ausgebildeten Abstand 19, der hier im
Wesentlichen durch die Länge einer Seitenwand 21, 23 bestimmt
ist, wird also auf vorteilhafte Weise eine Isolierung des Gehäuseteils
3 zum Verkleidungselement 5 verbessert und zum anderen
ein Hohlraum 31 zur Verfügung gestellt, der die Isolierung
unterstützt und darüber hinaus gekühlt werden kann.
Auf diese Weise ist der Befestigungsbereich 37, in dem das
Verkleidungselement 5 durch die Befestigung 9 am Gehäuseteil
3 angebracht ist, nicht nur von der Heißgasseite des Brennraums
7 vorteilhaft isoliert, sondern darüber hinaus auch gekühlt.
Dies Maßnahmen führen dazu, dass die Brennkammerbedingungen
des Brennraums 7, insbesondere die hohen Temperaturen
und die Temperaturschwankungen vom Befestigungsbereich 37
ferngehalten werden und in ihrem Ausmaß nivelliert sind. Die
Materialermüdung im Befestigungsbereich 37 aufgrund des Low-Cycle-Fatigue
(LCF-Problem) ist auf diese Weise vorteilhaft
reduziert.
Darüber hinaus ist der Verkleidungselement 5 aber dennoch vom
Brennraum 7 aus lösbar am Gehäuseteil 3 befestigt. Das Verkleidungselement
5 weist nämlich eine mit der Befestigung 9
ausgerichtete Öffnung 39 auf. Die Ausrichtung wird vorliegend
dadurch erreicht, dass die Öffnung 39 und die Befestigung 9
auf einer Achse 41 angeordnet sind. Die Öffnung 39 ist für
den Betriebszustand durch einen Pfropfen 43 verschlossen, der
vorliegend in Form einer Imbusschraube ausgebildet ist. Zum
Öffnen der Öffnung 39 wird der Pfropfen 43 entfernt, zum Verschließen
der Öffnung 39 wird der Pfropfen 43 eingeschraubt.
Zum Anbringen des Verkleidungselements 5 wird die Befestigung
9 hinter der Rückseite 15 des Verkleidungselements 5, an der
Innenseite 11 des Gehäuseteils 3 vom Brennraum 7, durch die
Öffnung 39 hindurch lösbar befestigt, so dass das als Hitzeschild
wirkende Verkleidungselement 5 am Gehäuseteil 3 gehalten
ist.
Zum Entfernen wird die Befestigung 9 hinter der Rückseite 15
des Verkleidungselements 5 an der Innenseite 11 des Gehäuseteils
3 vom Brennraum 7 durch die Öffnung 39 gelöst und das
Verkleidungselement 5 vom Gehäuseteil 11 entfernt.
Auf diese Weise lässt sich die gesamte als Hitzeschild wirkende
Verkleidung vom Brennraum aus lösen und aufgrund der
oben erläuterten Ausbildung des Verkleidungselements 5 ist
dennoch ein LCF-Problem weitgehend bei dieser Ausführungsform
einer Gasturbinenbrennkammer 1 beseitigt.
Bei der hier gezeigten Ausführungsform einer Gasturbinenbrennkammer
1 ist die Befestigung 9 in Form einer Befestigungskombination
mit einem Befestigungselement 45, in Form
einer Schraube, und einem Klemmelement 47, in Form eines
Klemmrings ausgebildet. Das Befestigungselement 45 wird durch
das Klemmelement 47 hindurch über ein Gewinde 49 in das Gehäuseteil
3 eingeschraubt und übt durch eine am Klemmelement
47 angebrachte erste Nase 51 eine Klemmkraft auf das Verkleidungselement
5 aus. Wie in Figur 1 gezeigt, liegt dabei die
erste Nase 51 auf dem ersten balkonförmigen Anschlag 25 auf,
der wiederum auf dem zweiten balkonförmigen Anschlag 27 aufliegt.
Auf diese Weise werden beide Verkleidungselemente 5
gleichzeitig gegen die Innenseite 11 des Gehäuseteils 3 gehalten
und des Weiteren gleichzeitig über die Dichtung 35 gegeneinander
gepresst und isolieren auf diese Weise den Hohlraum
31. Außerdem werden die benachbarten Verkleidungselemente
5 relativ zueinander im Abstand des für eine Wärmeausdehnung
vorgesehenen Spaltes 29 gehalten.
Die in einer Ausnehmung 53 angebrachte Befestigung 9 ist in
Figur 2 genauer gezeigt. Die Ausnehmung 53 ist in Figur 3 genauer
gezeigt.
Bei der Befestigung 9 wird das Klemmelement 47 durch eine Feder
55 gegen das Befestigungselement 45 gehalten.
In Figur 2 ist in Teil (a) eine dreidimensionale Ansicht des
Befestigungselements 47 gezeigt, in Teil (b) eine Schnittzeichnung
des Befestigungselements 47. Das Klemmelement 47
ist vorliegend in Form eines Rings ausgebildet und mit einer
Ringöffnung 61 versehen. Diese Ringöffnung 61 ist so ausgebildet,
dass sie ein Befestigungselement 45 der Befestigung 9
aufnehmen kann.
Das Klemmelement 47 weist eine erste Nase 51 auf, die sich
von einer oberen Deckseite 65 des Klemmelements 47 über einen
in Figur 2 angedeuteten, ringförmigen Umfang 67 des Klemmelements
47 radial hinaus erstreckt. Wie in Figur 1 gezeigt,
kommt im eingebauten Zustand eine Unterseite 69 der ersten
Nase 51 an einer Oberseite des Anschlags 25 eines Verkleidungselements
5 zu liegen und überträgt eine Klemmkraft des
Klemmelements 47 auf den Anschlag 25, 27 der benachbarten
Verkleidungselemente 5.
Bei dieser Ausführungsform ist das Klemmelement 47 verdrehbar
ausgebildet und weist eine zweite Nase 71 auf, die sich von
einer unteren Deckseite 73 des Klemmelements 47 über den
ringförmigen Umfang 67 des Klemmelements 47 radial hinaus erstreckt,
so dass eine Seite 75 der zweiten Nase 71 als Verdrehbegrenzung
dient. Dies hat den Vorteil, dass trotz
schlechter Erreichbarkeit der ersten Nase 51 beim Ein- und
Ausbau ein kontrolliertes Hin- und wieder Wegdrehen der ersten
Nase 51 erreicht wird, da dies durch die zweite Nase 71
vorgegeben ist. Beim Einbau wird nämlich die erste Nase 51
durch die in Figur 1 gezeigte Feder 55, die vorliegend als
Tellerfeder ausgebildet ist, an das Befestigungselement 45
gedrückt, bis der Anschlag 69 der ersten Nase 51 am ersten
Anschlag 25 des Verkleidungselements 5 anliegt. Das im vorliegenden
Fall als Schraube ausgebildete Befestigungselement
45 wird darauf hin weitergedreht, gegen die Reibung zwischen
federangedrücktem Klemmelement 47 zum Befestigungselement 45.
Das Befestigungselement 45 wird so lange weitergedreht, bis
das Klemmelement 47 mit seiner Unterseite 73 voll am Gehäuseteil
3, am Boden der Ausnehmung 53, anliegt und damit gesichert
ist. Beim Ausbau wird wiederum das Klemmelement 47 an
das Befestigungselement 45 gepresst und dreht sich bis die
zweite Nase 71 mit einer ihrer Seiten 75 an einer Begrenzung
durch das Gehäuseteil 3 anschlägt. Damit ist das Verkleidungselement
5 frei für den Ausbau.
Die Ausnehmung 53 auf der Innenseite 11 des Gehäuseteils 3
ist genauer in Figur 3 gezeigt. Die Ausnehmung 53 weist eine
gefräste Nut 81 und eine gebohrte Vertiefung 83 zur Aufnahme
des Befestigungselements 45 auf. Die Nut 81 bildet an einer
ersten Oberfläche 85 einen Anschlag für die Unterseite 73 des
Klemmelements 47. Die Öffnung 83 nimmt die in Figur gezeigte
Feder 55 auf ihrer Oberfläche 87 auf. Der weitere Teil 89 der
Vertiefung 83 ist mit einem in Figur 1 gezeigten Gewinde 49
versehen, in das ein entsprechend ausgebildetes Gewinde 49
des Befestigungsmittels 45 eingreift.
Zusammenfassend ist vorliegend eine Gasturbinenbrennkammer 1
mit einem Gehäuseteil 3 und einem Verkleidungselement 5 angegeben
worden, das mittels einer lösbaren Befestigung 9 an der
einem Brennraum 7 zugewandten Innenseite 11 des Gehäuseteils
3 angebracht ist. Gemäß dem neuen Konzept weist das Verkleidungselement
5 im angebrachten Zustand eine vom Brennraum 7
abgewandte Rückseite 15 auf, die einen Abstand 19 von der dem
Brennraum 7 zugewandten Innenseite 11 des Gehäuseteils 3 aufweist.
Im angebrachten Zustand hält die Befestigung 9 das
Verkleidungselement 5 am Gehäuseteil 3. Das Verkleidungselement
5 ist hinter der Rückseite 15 des Verkleidungselements
5, an der Innenseite 11 des Gehäuseteils 3, vom Brennraum 7
aus lösbar befestigt. Trotz des vom Brennraum 7 aus lösbar
befestigten Verkleidungsteils 5 ist bei diesem Konzept ein
LCF-Problem bei der vorliegenden Gasturbinenbrennkammer 1
vermieden, da die Befestigung 9 vom Brennraum 7 isoliert ist.