Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur Strombegrenzung
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Bei
einer solchen Anordnung zur Begrenzung des elektrischen
Stroms in Niederspannungsnetzen, bei der im Betriebsfall bei
den dabei fließenden Betriebsströmen diffuse Bogenmoden auftreten,
sollen im Kurzschlussfall bei den dabei fließenden
Kurzschlussströmen der Lichtbogen durch geeignete Kühlbleche
gekühlt oder durch geeignete Teilerplatten in hintereinander
liegende Teillichtbögen aufgespalten werden.
Aus der DE 199 13 236 C2 der Anmelderin ist ein Verfahren zur
Strombegrenzung in Niederspannungsnetzen einschließlich zugehöriger
Schaltkontaktanordnungen sowie deren spezielle Verwendung
bekannt, bei dem Vakuumschaltröhren für die Strombegrenzung
eingesetzt werden. Im Einzelnen werden Vakuumschaltröhren
mit solchen Kontaktkonfigurationen verwendet, bei welchen
ein in Richtung zum Strom im Lichtbogen transversales
Eigenmagnetfeld auftritt, wobei der Lichtbogen durch geeignete
Teilerplatten vorteilhafterweise in Teillichtbögen aufgeteilt
werden soll. Gegebenenfalls kann der Lichtbogen auch
einteilig bleiben, wobei in diesem Fall die Teilerplatten außerhalb
des Lichtbogenfadens als Lichtbogenkühlplatten verwendet
werden.
Andere im Niederspannungsbereich bekannte strombegrenzende
Schaltelemente, wie Luftleistungsschalter mit Löschblechkammern
und Komponenten auf Basis kohlenstoffgefüllter, leitfähiger
Polymere, wurden bereits früher in der Monographie
A. Erk und M. Schmelzle: "Grundlagen der Schaltgerätetechnik",
Springer-Verlag, Berlin - Heidelberg - New York, 1974,
Seite 269, beschrieben.
In der DE 199 13 236 C2 wird bei den einzelnen Ausführungsbeispielen
explizit auf die räumliche Anordnung der Löschbleche,
wie insbesondere Kühlbleche bzw. Teilerplatten, in Bezug
zur Lage der Kontakte eingegangen: Speziell bei den Anordnungen
entsprechend den Figuren 1 und 2 der DE 199 13 236 C2
sind die identisch geformten Löschbleche in Axialrichtung des
Kontaktsystems parallel gestapelt. Sie sind also nicht gestaffelt
angeordnet, so dass die mittleren Löschbleche in
Kontaktspaltnähe einen sehr großen Abstand zu den Kontakten
in transversaler bzw. radialer Richtung besitzen und nur die
äußeren Löschbleche bis nah an die Kontaktstücke heranreichen.
Bei der Anordnung mit Topfkontakten entsprechend Figur 3 der
DE 199 13 236 C2 sind die Löschbleche ähnlich wie bei der Anordnung
mit Spiralkontakten ausgeführt, nur dass die beiden
äußersten Löschbleche nicht soweit nach innen reichen wie die
anderen Löschbleche. Es ergibt sich in gleicher Weise eine
Stapelung der Löschbleche.
Alle in der DE 199 13 236 C2 beschriebenen Löschblechanordnungen
haben die Eigenschaft, dass der nach Kontakttrennung
vom Entstehungsort weglaufende Lichtbogen die Löschbleche
erst erreicht, nachdem er nahezu das gesamte divergierende
Kontaktsegment durchlaufen hat, was dort im Einzelnen anhand
Figur 4 ausgeführt wird. Die kühlende Wirkung der Löschbleche
und die angestrebte Bildung von Teillichtbögen können dort
erst nach Eintreten des Lichtbogens in die Löschblechspalte
erfolgen, d.h. daher mit starker Verzögerung in Bezug zur
Kontakttrennung. Die angestrebte Strombegrenzung infolge erhöhter
Bogenspannung tritt somit vergleichsweise spät ein.
Beim Stand der Technik sind die Innenkanten der schenkel-
bzw. kreisringförmigen Löschbleche als einfache, glatte Konturen
ausgeführt. Kompliziertere, von Luftleistungsschaltern
her bekannte geometrische Löschblechstrukturen, die sich vorteilhaft
auf die strombegrenzende Bildung von Lichtbogenfußpunkten
auf den Löschblechen auswirken, werden nicht angewandt.
Ausgehend vom Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung,
geeignete Löschblechanordnungen, und zwar im Einzelnen Kühlbleche
bzw. Teilerplatten, für Kontakte in einer strombegrenzenden
Vakuumschaltröhre anzugeben, welche die strombegrenzenden
Schalteigenschaften der Röhre verbessern.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß bei einer Anordnung der eingangs
genannten Art durch die Merkmale des Patentanspruches 1
gelöst. Weiterbildungen dieser Anordnung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Bei der Erfindung werden die einzelnen Löschbleche vorteilhafterweise
nicht etwa in Axialrichtung des Kontaktsystems
parallel versetzt positioniert bzw. gestapelt, sondern sind
vielmehr gestaffelt in Richtung auf die Schaltstücke. Insbesondere
die Löschbleche haben eine unterschiedliche Eintauchtiefe,
wobei das gebildete Löschblechpaket mit den Rändern
der einzelnen Löschbleche einen Profilverlauf entsprechend
der Kontaktanordnung hat. Dadurch reichen nicht nur die äußeren
Löschbleche bis nahe an die Kontakte heran, sondern weisen
insbesondere auch die mittleren Löschbleche in Kontaktspaltnähe
einen geringen transversalen bzw. radialen Abstand
zu den Kontakten auf. Die Innenkanten der Löschbleche liegen
also in einem räumlichen Band entlang der divergierenden Kontaktsegmente.
Das Band kann dabei parallel zu den Kontakten
verlaufen. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn die
Kontakte schnabel- oder rotationsförmig ausgebildet sind.
Bei der Erfindung sind die gestaffelten Löschbleche vorteilhafterweise
derart geformt, dass die dem Lichtbogen zugewandte
Kante von einer geraden oder kreisförmigen Kontur abweicht.
Damit wird die Randlänge der einzelnen gegeneinander
versetzten Löschbleche verlängert. Die Randkontur kann regelmäßig,
beispielsweise zackenförmig, oder unregelmäßig sein.
Bei Spiralkontakten sind die Konturen vorzugsweise an die
Schlitzungen angepasst.
Vorteilhafterweise können bei der Erfindung Vakuumschaltröhren
mit solchen Kontaktkonfigurationen verwendet werden, die
sich zwar an den bekannten Aufbau anlehnen. Erfindungsgemäß
verbessern jedoch die gestaffelten Löschblechanordnungen
durch die geometrischen Abänderungen die Strombegrenzung und
damit das Schaltverhalten des Vakuumschalters entscheidend.
Der Erfindung lag eine Analyse des Strombegrenzungsverhaltens
bei der DE 199 13 236 C2 zugrunde, was zu teilweise neuen Erkenntnissen
führte. Es wurde erkannt, dass die Lage der
Löschblech-Innenkanten entsprechend Figur 4 der
DE 199 13 236 C2 weder eine Verlängerung des vorwiegend axialen,
einteiligen Lichtbogenfadens vor Eintritt in die Löschbleche
in radialer Richtung erzwingt noch die kühlende Wirkung
der Löschbleche durch Verlängerung der Berührungszone
Lichtbogen-Löschbleche begünstigt. Beides wiederum ist unvorteilhaft
für die Bildung von Lichtbogenfußpunkten auf den
Löschblechen, da geringe Lichtbogenlänge und schlechte Kühlung
einen nur geringen Bogenspannungsbedarf vor Eintritt in
die Löschbleche bedingen.
Die drei vorgenannten Aspekte wirken sich somit nachteilig
auf den effizienten Aufbau erhöhter Bogenspannungsamplituden
aus.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus nachfolgender Figurenbeschreibung von Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnung in Verbindung mit den weiteren Patentansprüchen.
Es zeigen in jeweils schematischer Darstellung
- Figur 1 und Figur 2
- bekannte Vakuumschaltkontakte mit
zugeordneten Lichtbogenteilerplatten in seitlicher
Schnittdarstellung und Draufsicht,
- Figur 3 und Figur 4
- eine Anordnung mit erfindungsgemäß ausgebildeten
Löschblechen, in Figur 3 mit einem vorwiegend
axialen, einteiligen Lichtbogenfaden vor
etwaigem Eintritt in die Löschbleche,
- Figur 5
- eine Darstellung des Kontaktes im geschlossenen und
geöffneten Zustand entsprechend der Anordnung aus
Figur 3,
- Figur 6 und Figur 7
- Vakuumschalter-Spiralkontakte gemäß Figur
1 zur Erzeugung von Radialmagnetfeldern mit
zugeordneten Lichtbogenteilerplatten in seitlicher
Schnittdarstellung und Draufsicht,
- Figur 8 und Figur 9
- Spiralkontakte zur Erzeugung von
Radialmagnetfeldern mit erfindungsgemäß gestaffelt
angeordneten Löschblechen in seitlicher Schnittdarstellung
und in Draufsicht,
- Figur 10
- eine vorteilhafte Kontur einer dem Lichtbogen zugewandten
Löschblechkante bei der Anordnung gemäß
Figur 8/9 in Draufsicht und
- Figur 11
- Zeitverläufe der Bogenspannungsamplitude, gemessen
an schnabelförmigen Vakuumschaltkontakten mit und
ohne Staffelung der Löschbleche.
In der DE 199 13 236 C2 ist ein Verfahren zur Strombegrenzung
in Niederspannungsnetzen beschrieben, wobei dort Vakuumschaltröhren
verwendet werden, denen als Mittel zur Strombegrenzung
Löschbleche in der Röhre zugeordnet sind. Dabei können
in den Vakuumschaltröhren Kontaktanordnungen vorhanden
sein, die ein radiales Magnetfeld erzeugen.
Der aus der DE 199 13 236 C2 bekannte strombegrenzende Vakuumschalter
wird nun durch die anhand der Figuren im Einzelnen
beschriebenen Maßnahmen weiter verbessert.
In Figur 1 sind mit 1 und 2 zwei Kontaktbolzen gezeigt, über
die Ströme zu Kontaktträgern 3 und 4 mit zugehörigen Kontaktauflagen
geführt werden. Es ist eine Löschanordnung 5 vorhanden,
wie sie im Prinzip aus Luftschaltern bekannt ist, die
aus einzelnen Löschplatten 6a bis 6j besteht, wobei eine umrandende
Keramikbegrenzung 7 vorhanden ist. Letzteres wird
aus der Draufsicht gemäß Figur 2 deutlich.
Die Figuren 1 und 2 zeigen also eine Anordnung, die sich an
die in konventionellen Niederspannungs-Leistungsschalter verwendeten
Luftschaltkammern anlehnt, wobei geeignete Materialien
für Vakuumverhältnisse verwendet werden. Diese Anordnung
zeigt bei hohen Kurzschlussströmen ein gutes strombegrenzendes
Verhalten. Ein im Bereich der Teilerplatten stationär
brennender Lichtbogen mit mehreren 10 kA kann jedoch gegebenenfalls
die Teilerplatten und den äußeren, vom Lichtbogen
belasteten Kontaktbereich zerstören und daher keine ausreichende
Lebensdauer ermöglichen.
Aus letzterem Grund ist die Anordnung gemäß Figuren 1 und 2
nicht zum betriebsmäßigen Schalten der vorkommenden Betriebsströme
von einigen 100 A bis zu einigen kA vorgesehen. Die
hierbei auftretenden Lichtbögen entstehen zwischen den Kontaktauflagen
der sich trennenden Schaltstücke zwar im intensiven
Mode, mit zunehmenden Kontaktabständen gehen sie aber
in den diffusen Mode über. Dabei dehnen sich die Lichtbogenansätze
auf den Elektroden größenmäßig aus und können so in
unerwünschten Schaltkammergebieten brennen.
In Figur 3 und Figur 4 ist jeweils die verbesserte Löschblechanordnung
dargestellt. Die Schalteranordnung 1 bis 4 mit
den schnabelförmigen Kontaktträgern 4 und den Kontakten 9
entspricht der Figur 1 bzw. 2. Dargestellt ist nunmehr eine
Anordnung von Löschblechen 36a bis 36i, bei denen die einzelnen
Löschbleche eine unterschiedliche laterale Ausdehnung haben.
Während die einzelnen Löschbleche an der rechten Seite
bündig enden und in einer in der Figur 3 nicht dargestellten
Halterung aus elektrisch isolierendem, nicht gasendem Material
befestigt sind, sind sie an der gegenüberliegenden Seite
unterschiedlich lang. Das komplette Löschblechpaket 36 bildet
an dieser Seite insgesamt in etwa ein dreieckförmiges Profil.
An diesem Profil bildet sich bei geöffneten Kontakten 9 entlang
der schnabelförmigen Verlängerung 4 der in Figur 3 dargestellten
Anordnung ein solcher Lichtbogen 100 aus, der gegenüber
einem Lichtbogen bei einer Anordnung mit nicht gestaffelten
Löschblechen erheblich verlängert ist. Der Lichtbogen
100 hat durch seine längenmäßige Vergrößerung wirksamere
Berührungsflächen mit den Löschblechenden, so dass zumindest
eine bessere Kühlung erfolgt. Damit ist - auch unabhängig
von einem Eindringen des Lichtbogens 100 in die Zwischenräume
des Löschblechpaketes 36 - eine verbesserte Kühlwirkung
gegeben, so dass eine besonders wirksame Strombegrenzung möglich
wird.
Aus der Figur 4 ergibt sich in der Draufsicht die gestaffelte
Anordnung der Löschbleche. Es sind hier weiterhin seitliche
und rückseitige Halterungen 37 und 38 dargestellt.
Speziell aus der Figur 5 ergibt sich die Wirkung des Löschblechpaketes
36 sowohl im geschlossenen Kontaktzustand als
auch bei geöffneten Kontakten 9. Dabei sind die gleichen Bezugszeichen
wie in Figur 3 verwendet.
In Abwandlung zu Figur 5 kann es vorteilhaft sein, das zentrale
Löschblech 36e, das in Figur 5 bis in den Kontaktspalt
reicht, zurückzunehmen, so dass sich für das Löschblechpaket
insgesamt von der Dreiecksform eine abweichende Kontur ergibt.
Insbesondere ein Materialabbrand durch eine vom Lichtbogen
verursachte Metalldampfentwicklung, der zwangläufig eine
Änderung der Geometrie zur Folge hätte, wird dadurch vermieden.
Bei den Figuren 3 bis 5 bestehen der Schaltbolzen aus OFHC-Kupfer,
an denen die eigentlichen Kontaktstücke 9 aus Kontaktmaterial,
beispielsweise CuCr50, angeordnet sind. Die
einzelnen Löschbleche des Löschblechpaketes mit vorgegebenem
Endprofil bestehen aus Eisen, Stahl oder Kupfer, insbesondere
OFHC-Kupfer. Insbesondere Eisen ist ggf. auch ein spezifischer
Stahl, ist magnetisierbar, wodurch das Laufen des
Lichtbogens in das Löschblechpaket begünstigt wird. Speziell
Eisen wird zur Korrosionsverhinderung galvanisch vernickelt.
In den Figuren 6 und 7 bedeuten 11 und 12 zwei Kontaktbolzen
zur Stromführung, von denen einer über einen nicht dargestellten
Federbalg beweglich ausgebildet ist. Auch die eigentliche
Vakuumschaltröhre ist nicht im Einzelnen dargestellt.
Es sind Kontaktstücke 13 und 14 vorhanden, die jeweils
entsprechende Schlitze zur Generierung von radialen
bzw. transversalen Magnetfeldern aufweisen. Zwischen den
seitlich abgeschrägten Kontakten 13 und 14 ist eine Anordnung
15 vorhanden, die im Einzelnen aus einzelnen Teilerplatten
16a bis 16h und zugehörigen Keramik- bzw. Metallteilen besteht.
Insbesondere sind die Teilerplatten 16a bis 16h endseitig
in eine Keramikhalterung 17 eingebracht und ist gemäß
Figur 6 wenigstens ein Radialschlitz 18 vorhanden.
Mit dieser Anordnung soll für eine gewünschte Strombegrenzung
im Kurzschlussfall entweder eine Aufspaltung des Lichtbogens
in hintereinander liegende Teillichtbögen oder eine intensive
Kühlung der Lichtbogensäule an den Löschblechkonturen erreicht
werden. Gleichzeitig wird nunmehr erfindungsgemäß
durch die in den Figuren 8 und 9 dargestellte Anordnung auch
der bei Betriebsströmen auftretende diffuse Bogenmode beherrscht.
Beide Anordnungen, d.h. die Anordnung gemäß Figur
6/7 und die Anordnung gemäß Figur 8/9, bestehen im wesentlichen
aus zwei Schaltstücken und kreisringförmigen Lichtbogenteilerplatten,
die zwischen diesen angeordnet sind.
Basis dieser Ausführungsformen ist, dass die Funktionsweise
von Vakuumschaltkontakten mit Radialmagnetfeld und umlaufendem
Lichtbogen dahingehend modifiziert wird, dass der umlaufende
Lichtbogen durch das Magnetfeld in einen Löschblechstapel
gelenkt und dadurch, unter Beibehaltung der Rotation, in
eine Serie von hintereinander geschalteten, rasch umlaufenden
Einzellichtbögen aufgespaltet wird. Durch diese bisher nicht
bekannte Maßnahme kann sowohl die thermische Belastung aller
betroffenen Kontaktteile niedrig gehalten werden, als auch
gleichzeitig ein so großer Betrag an Brennspannung aufgebaut
werden, dass der prospektive Kurzschlussstrom auf in dieser
Geometrie beherrschbare Amplituden begrenzt wird.
Die Schaltstücke 13 und 14 weisen in ihrem Grundriss Ähnlichkeiten
mit in der Vakuumschalttechnik verwendeten Spiralkontakten
auf. In diesem Fall besitzt die auf den intensiven
Lichtbogen, der zwischen den sich trennenden Kontaktauflagen
entsteht, wirkende Magnetkraft Komponenten, die den Lichtbogen
in Richtung Laufring treiben. Bei dieser Lichtbogenwanderung
wird durch Abschrägung der Schaltstücke eine Verlängerung
des Lichtbogens erreicht. Während dieses Bewegungsvorganges
wird der Lichtbogen in den diffusen Mode übergehen und
sich dabei über die gesamte Schaltstückfläche ausdehnen, wenn
ein vom Schaltstückdurchmesser D abhängiger Grenzstrom von
IG ≈ 15 - 25 kA nicht überschritten wird. Bei Momentanströmen,
die über diesem Grenzwert liegen, bleibt der Lichtbogen
dagegen im kontrahierten Mode erhalten, wobei sein Spannungsbedarf
beim Wandern infolge der Verlängerung auf einige 100 V
zunimmt und somit die Strombegrenzung wirksam wird. In der
Nähe des Laufrings wird der Spannungsbedarf eines langen
Lichtbogens zumindest für die immer wieder auftretenden instabilen
Bogenkonfigurationen größer sein als die Summe des
Spannungsbedarf von Teillichtbögen, die zwischen zwei Teilerplatten
bzw. zwischen einem Laufring und einer Teilerplatte
brennen. Für solche Lichtbogenkonfigurationen erfolgt innerhalb
weniger µs die Kommutierung des langen Bogens in den Bereich
der Teilerplatten und seine Aufteilung. Bei diesem Vorgang
werden die Brennspannung und die damit verbundene Strombegrenzung
nur unwesentlich reduziert. Erst wenn vor Stromnull
der Momentanstrom den Grenzwert IG unterschreitet, zieht
sich der Lichtbogen aus dem Teilerplattenbereich zurück und
wechselt in den diffusen Mode. Er breitet sich dabei über die
Schaltstückoberfläche aus, und die Bogenspannung sinkt mit
abnehmendem Strom ebenfalls ab.
Die Laufrichtung der zwischen den Teilerplatten entstehenden
kontrahierten Lichtbögen ist durch das lokale Magnetfeld bestimmt,
das von der Stromführung in den Schaltstücken bzw.
Laufringen und den Teilerplatten abhängt. Sie kann deshalb
für die einzelnen Bögen, wie anhand der Figuren 7 und 9 für
einen Ausschnitt der Teilerplatten und Laufringe gezeigt
wird, unterschiedlich sein.
Da die strombegrenzende Wirkung bei einer Abschaltung möglichst
schnell einsetzen soll und unmittelbar mit dem Lichtbogenspannungsaufbau
zusammenhängt, muss der Lichtbogen rasch
von den Kontaktauflagen in Richtung der Teilerplatten wandern.
Außerdem muss die Kommutierung in den Bereich der Teilerplatten
zügig erfolgen, damit Neuzündungen im Rücken des
Bogens und damit Bogenspannungseinbrüche vermieden werden.
Aus den Figuren 8 und 9 ergeben sich Verbesserungen der gestaffelten
Löschbleche speziell für eine axiale Symmetrie. Im
Einzelnen ist hier ein Löschblechpaket 86 mit innenseitig gestaffelten
Löschblechen 86a bis 86i und weiteren Löschblechen
86j bis 861 dargestellt. Alle Löschbleche 86a bis 861 sind
rückseitig in einer Isolieranordnung 87 befestigt, die
gleichzeitig die Wandung der Vakuumschaltröhre sein kann. Bei
dieser Anordnung liegen in Bezug auf die Kontaktanordnung
axialsymmetrische Löschbleche vor.
Die bekannte Vakuumschaltröhre mit strombegrenzender Eigenschaft
besteht somit aus mindestens zwei Kontakten mit Maßnahmen
zur Erzeugung von radial gerichteten Magnetfeldern,
von denen mindestens ein Kontakt in Richtung der Stromzuführung
gegenüber dem anderen Kontakt beweglich ist, aus einer
vakuumdichten Hülle, einem Isolator sowie einem elektrisch
weitgehend isoliert angebrachten, die Hauptkontakte umschließenden
Löschblechpaket zur Lichtbogenaufteilung.
Die gestaffelt angeordneten und/oder geformten Löschbleche
bringen beachtliche technische Verbesserungen: Der vom Entstehungsort
weglaufende Lichtbogen erreicht die mittleren
Löschbleche unmittelbar nach Kontakttrennung. Die kühlende
Wirkung der mittleren Löschbleche erfolgt daher ohne Verzögerung,
ebenso eine eventuelle Bildung von Teillichtbögen zumindest
in den mittleren Löschblechspalten. Die Strombegrenzung
infolge erhöhter Bogenspannung tritt somit vorteilhaft
frühzeitig bei Überlast ein.
Die Lage der vom Lichtbogen beanspruchten Löschblechkanten
erzwingt eine Verlängerung des Lichtbogenfadens vor bzw.
statt einer Teilung durch die Löschbleche in transversaler
bzw. radialer Richtung. Sie bewirkt insbesondere eine bessere
Kühlung des Lichtbogens durch die lange Berührungszone zwischen
Lichtbogen und Löschblechen. Der damit einhergehende
erhöhte Bogenspannungsbedarf vor Eintritt in die Löschblechspalte
begünstigt die Bildung von Lichtbogenfußpunkten auf
den Löschblechen. Die angegebenen geometrischen Maßnahmen
wirken sich somit vorteilhaft auf den Aufbau erhöhter Bogenspannungsamplituden
aus.
Auch die Formen der beschriebenen Löschbleche können vorteilhaft
weitergebildet werden. Einerseits verbessert eine große
Länge der dem Lichtbogen ausgesetzten Kante die Kühlung des
Lichtbogens. Andererseits bewirken die große Kantenlänge und
gegebenenfalls eine strukturierte, unebene oder mit Öffnungen
versehene Löschblechoberfläche die Wahrscheinlichkeit, Lichtbogenansätze
auf den Blechen zu bilden. Beide Eigenschaften
begünstigen den Bogenspannungsaufbau.
Nach Kontakttrennung wird der Lichtbogen wirksam in Richtung
des Löschblechpaketes getrieben, da weder die erfindungsgemäße
Staffelung der Löschbleche, noch der durch die Lichtbogenbeanspruchung
der Bleche gebildete Metalldampf die Ausbildung
einer Stromschleife behindern.
Ausschaltversuche an den in Figur 3/4 dargestellten schnabelförmigen
Vakuumschaltkontakten mit gestaffelt angeordneten
Löschblechen haben gezeigt, dass deutlich höhere Bogenspannungsamplituden
gemessen werden als im Falle nicht gestaffelter,
d.h. gestapelter Löschbleche, wobei der Kurzschlussstrom
weiter begrenzt wird.
Bei hohen Kurzschlussströmen führen somit die erfinderischen
Maßnahmen insgesamt zu einem unverzögert einsetzenden, starken
Bogenspannungsbedarf, der ein deutlich verbessertes
strombegrenzendes Schaltverhalten bewirkt.
In der Figur 10 ist an der dem Lichtbogen zugewandten Kante
der Löschbleche 86a bis 86i eine Kontur 90 angebracht. Die
Kontur 80 kann insbesondere eine regelmäßige Zackenform aufweisen
und dient der Verlängerung des Löschblechrandes. Die
Kontur 90 kann aber auch unregelmäßig ausgebildet sein, wobei
eine solche Kontur von der Schlitzung der Spiralkontakte abhängt.
Vakuumschaltröhren mit den erfindungsgemäßen Kontaktkonfigurationen
und Löschblechanordnungen gemäß den Figuren 3 bis 5
einerseits und den Figuren 8 bis 10 andererseits lassen sich
in Anlehnung an die Figuren 1/2 und 6/7 des Standes der Technik
realisieren.
Es wurden Messungen an schnabel- und rotationsförmigen Kontaktstücken
ohne Strombegrenzung und mit Strombegrenzung bei
gestapelten Löschblechen einerseits und gestaffelten Löschblechen
andererseits durchgeführt. Figur 11 zeigt typische
Zeitverläufe der Bogenspannung für die rotationssymmetrische
Anordnung. Aufgetragen ist auf der Abszisse die Zeit in s und
auf der Ordinate die Bogenspannung in Volt. Dargestellt sind
die Graphen 101 bis 103 zum Vergleich der Erfindung mit dem
Stand der Technik.
Der Graph 103 einer Messung mit Löschblech-Staffelung beinhaltet
gegenüber dem Graph 102 der Messung ohne Löschblechstaffelung,
aber Stapelung, und dem Graphen 101 ohne Strombegrenzung
eine beachtliche Verbesserung zu höheren Bogenspannungen,
was als technischer Fortschritt zu werten ist.
Auf der Basis der gemessenen Bogenspannungen ergibt sich mit
einer Anordnung gemäß Figur 8/9 eine deutliche Verringerung
des Kurzschlussstromes. Diese Verringerung erfolgt bei der
Staffelung der Löschbleche wesentlich deutlicher als bei der
Stapelung der Löschbleche. Damit ist natürlich auch die Kurzschlussdauer
geringer.