Verfahren zur Herstellung von Suspensionen nanopartikulärer Feststoffe
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Suspensionen nanopartikulärer Feststoffe.
Als Nanopartikel werden Teilchen in der Größenordnung von Nanometern bezeichnet. Sie liegen mit ihrer Größe im Übergangsbereich zwischen atomaren bzw. monomole- kularen Systemen und kontinuierlichen makroskopischen Strukturen. Neben ihrer meist sehr großen Oberfläche zeichnen sich Nanopartikel durch besondere physikalische und chemische Eigenschaften aus, welche sich deutlich von denen größerer Teilchen unterscheiden. So haben Nanopartikel einen tieferen Schmelzpunkt, absorbieren Licht bei kürzeren Wellenlängen und haben andere mechanische, elektrische und magneti- sehe Eigenschaften als makroskopische Partikel desselben Materials. Durch Verwendung von Nanopartikeln als Bausteine lassen sich viele dieser besonderen Eigenschaften auch für makroskopische Materialien nutzen (Winnacker/Küchler, Chemische Technik: Prozesse und Produkte, (Hrsg.: R. Dittmayer, W. Keim, G. Kreysa, A. Oberholz), Bd. 2: Neue Technologien, Kap. 9, Wiley-VCH Verlag 2004).
Die Herstellung von Nanopartikeln kann in der Gasphase erfolgen. In der Literatur sind zahlreiche Verfahren zur Gasphasensynthese von Nanopartikeln bekannt, darunter Verfahren in Flammen-, Plasma- und Heißwandreaktoren, Inertgaskondensations- verfahren, Freistrahlsysteme und überkritische Expansion (Winnacker/Küchler, s.o.). Nachteilig ist bei diesen Verfahren, dass die erzeugten Partikel noch in der Gasphase aufgrund ihrer hohen Mobilität aggregieren können und die entstehenden Aggregate aufgrund der starken Van-der-Waals-Wechselwirkungen und der daraus resultierenden hohen Bindungskräfte zwischen den Partikeln nur sehr schlecht in Fluiden redisper- gierbar sind. Das Problem ist umso größer, je kleiner die Partikel sind. Neben den Van- der-Waals-Wechselwirkungen können auch Versinterungen oder kovalente Bindungen die Redispergierbarkeit negativ beeinflussen.
Um Nanopartikel mit möglichst einheitlichen Eigenschaften zu erhalten ist es, wie dem Fachmann allgemein bekannt, vorteilhaft, die Gasphasenumsetzung räumlich und zeit- lieh zu stabilisieren. Hierdurch kann gewährleistet werden, dass alle Einsatzstoffe während der Umsetzung nahezu identischen Bedingungen ausgesetzt werden und somit zu einheitlichen Produktteilchen reagieren.
In US 20040050207 wird die Herstellung von Nanopartikeln mittels eines Brenners beschrieben, wobei die Edukte in einer Vielzahl von Röhren zur Reaktionszone geführt und erst dort vermischt und zur Reaktion gebracht werden. Auf ähnliche Weise werden in US 20020047110 die Herstellung von Aluminiumnitridpulver und in JP 61-031325 die Synthese von optischem Glaspulver erläutert.
DE 10243307 beschreibt die Synthese von Nano-Rußpartikeln. Die Gasphasenreaktion wird zwischen einem porösen Körper, der als Rückschlagsicherung dient, und einer darüber angeordneten Stauplatte durchgeführt. Die Eduktgase werden durch den po- rösen Körper in den Reaktionsraum geleitet und dort umgesetzt.
Ein Brenner und ein Verfahren zur Herstellung von Kohlenstoff-Nanopartikeln in der Gasphase wird in US 20030044342 beschrieben. Dabei werden die Eduktgase außerhalb eines porösen Körpers umgesetzt.
In EP 1004545 wird ein Verfahren zur pyrogenen Herstellung von Metalloxiden vorgestellt, wobei die Reaktanden durch einen Formkörper mit durchgehenden Kanälen geleitet und in einem Reaktionsraum umgesetzt werden.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, ein Verfahren zur Herstellung von Suspensionen nanopartikulärer Feststoffe bereitzustellen, welches sich dadurch auszeichnet, dass die in der Suspension enthaltenen Feststoffe in Form nanopartikulärer Primärteilchen oder sehr kleiner Aggregate vorliegen. Diese Suspensionen sollten eine vereinfachte Weiterverarbeitung nanopartikulärer Feststoffe erlauben. Eine weite- re Aufgabe der Erfindung war die Bereitstellung eines Verfahrens zur Herstellung von Suspensionen nanopartikulärer Feststoffe thermisch instabiler Produkte, welche auf anderem Wege nur schwer zugänglich sind.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gelöst, bei dem man die in einer Gasphasen- reaktion erzeugten nanopartikulären Feststoffe direkt in eine flüssige Phase überführt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung von Suspensionen nanopartikulärer Feststoffe, dadurch gekennzeichnet, dass man
a) mindestens einen Einsatzstoff und eventuell weitere Komponenten durch wenigstens eine Reaktionszone führt und dabei einer thermischen Umsetzung unterzieht, bei der nanopartikuläre Primärpartikel gebildet werden,
b) das in Schritt a) erhaltene Reaktionsprodukt einer schnellen Abkühlung unterzieht und
c) das in Schritt b) erhaltene abgekühlte Reaktionsprodukt in eine Flüssigkeit einleitet, wobei eine Suspension gebildet wird, in der die enthaltenen Fest- Stoffe in Form nanopartikulärer Primärteilchen oder sehr kleiner Aggregate vorliegen.
Bei der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren durchgeführten thermischen Umsetzung kann es sich prinzipiell um eine beliebige chemische Umsetzung handeln, welche thermisch induziert wird und zur Bildung nanopartikulärer Feststoffe führt. Bevorzugte Ausführungsformen sind Oxidations-, Reduktions-, Pyrolyse- und Hydrolysereaktionen. Weiterhin kann es sich bei der Umsetzung sowohl um ein allothermes Verfahren, bei dem die zur Umsetzung erforderliche Energie von außen zugeführt wird, als auch um ein autothermes Verfahren, bei dem die erforderliche Energie aus einer Teilumsetzung eines Einsatzstoffes resultiert, handeln. Zur Initiierung einer ortsstabilen Reaktion kommen Brenner ebenso in Frage wie Plasmaquellen.
Typische Produkte, welche mit dem erfindungsgemäßen Verfahren als nanopartikuläre Feststoffe erhalten werden können, sind Ruß, Oxide von mindestens einem der Elemente Si, AI, Ti, In, Zn, Ce, Fe, Nb, Zr, Sn, Cr, Mn, Co, Ni, Cu, Ag, Au, Pt, Pd, Rh, Ru, Bi, Ba, B, Y, V, La, außerdem Hydride von mindestens einem der Elemente Li, Na, K, Rb, Cs, B, AI, weiterhin Sulfide wie M0S2, Carbide, Nitride, Chloride, Oxychloride sowie elementare Metalle oder Halbmetalle wie Li, Na, B, Ga, Si, Ge, P, As, Sb, La sowie deren Gemische.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die Herstellung von Suspensionen nano- partikulärer Feststoffe ausgehend von einer Vielzahl verschiedener Einsatzstoffe und eventuell weiterer Komponenten. Geeignete Verfahrensausgestaltungen zur Gewinnung wenigstens eines der zuvor genannten Produkte werden im Folgenden näher beschrieben.
Die Steuerung des Ablaufs der Gasphasenumsetzung kann, neben weiteren, über folgende Parameter erfolgen:
Zusammensetzung des Reaktionsgases (Art und Menge der Einsatzstoffe, zusätzliche Komponenten, inerte Bestandteile) und
Reaktionsbedingungen bei der Umsetzung (Reaktionstemperatur, Verweilzeit, Zuführung der Einsatzstoffe in die Reaktionszone, Anwesenheit von Katalysatoren).
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Suspensionen nanopartikulärer Feststoffe kann in folgende Teilschritte unterteilt werden, welche nachfolgend näher beschrieben werden.
Schritt a)
Erfindungsgemäß wird einer Reaktionszone mindestens ein Einsatzstoff und eventuell eine oder mehrere weitere Komponenten zugeführt und dabei einer thermischen Umsetzung unterzogen, bei der nanopartikuläre Primärpartikel gebildet werden.
Als Einsatzstoff kommen beliebige Substanzen in Frage, welche sich vorzugsweise in die Gasphase überführen lassen, so dass sie unter den Reaktionsbedingungen gasförmig vorliegen, und die durch eine thermische Umsetzung einen nanopartikulären Feststoff bilden können. Je nach gewünschtem Produkt kann es sich bei den Einsatzstoffen für das erfindungsgemäße Verfahren beispielsweise um Elementwasserstoff- Verbindungen handeln, etwa Kohlenwasserstoffe, Borwasserstoffe oder Phosphorwasserstoffe, weiterhin Metalloxide, Metallhydride, Metallcarbonyle, Metallalkyle, Metallhalogenide wie Fluoride, Chloride, Bromide oder lodide, Metallsulfate, Metallnitrate, Metall-Olefin-Komplexe, Metallalkoxide, Metallformiate, Metallacetate, Metalloxalate, Metallborate oder Metallacetylacetonate sowie elementare Metalle wie Lithium, Natri- um, Kalium, Bor, Lanthan, Zinn, Cer, Titan, Silicium, Molybdän, Wolfram, Platin, Rhodium, Ruthenium, Zink oder Aluminium. Bevorzugte Einsatzstoffe sind Elementwasserstoffverbindungen sowie die elementaren Metalle Bor, Zink, Lanthan, Zinn, Cer, Titan, Silicium, Molybdän, Wolfram, Platin, Rhodium, Ruthenium und Aluminium.
Neben dem mindestens einen Einsatzstoff kann der Reaktionszone als weitere Komponente ein Oxidationsmittel zugeführt werden, beispielsweise molekularen Sauerstoff, sauerstoffhaltige Gasgemische, Sauerstoff enthaltende Verbindungen und Mischungen davon. In einer bevorzugten Ausführungsform wird als Sauerstoffquelle molekularer Sauerstoff eingesetzt. Dies ermöglicht den Gehalt an inerten Verbindungen in der Re- aktionszone gering zu halten. Es ist jedoch auch möglich als Sauerstoffquelle Luft oder LufWSauerstoffgemische einzusetzen. Als Sauerstoff enthaltende Verbindungen werden beispielsweise Wasser, vorzugsweise in Form von Wasserdampf, und/oder Kohlendioxid eingesetzt. Beim Einsatz von Kohlendioxid kann es sich um recycliertes Kohlendioxid aus dem bei der Umsetzung erhaltenen gasförmigen Reaktionsprodukt han- dein.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann der Reaktionszone als weitere Komponente ein Reduktionsmittel zugeführt werden, beispielsweise molekularer Wasserstoff, Ammoniak, Hydrazin, Methan, wasserstoffhaltige Gasgemische, Wasserstoff enthaltende Verbindungen und Mischungen davon. Besonders bevorzugt sind die Umsetzung von Aluminium in einem Wasserstoff-Argon-Plasma unter Bildung von Aluminiumwasserstoff (AIH3) sowie die Umsetzung von Lanthanoxid mit Bor oder Borverbindungen unter Bildung von Lanthanhexaborid (LaBβ).
Falls erforderlich kann der Reaktionszone als weitere Komponente ein Brenngas zugeführt werden, welches die zur Umsetzung erforderliche Energie liefert. Dabei kann es sich beispielsweise um H2/θ2-Gasgemische, hb/Luftgemische, Mischungen aus Me-
than, Ethan, Propan, Butanen, Ethylen oder Acetylen mit Luft oder anderen sauerstoffhaltigen Gasgemischen handeln.
Außer den bisher genannten Bestandteilen, welche sowohl einzeln als auch gemein- sam einsetzbar sind, kann noch wenigstens eine weitere Komponente der Reaktionszone zugeführt werden. Dazu zählen beispielsweise die eventuell zurückgeführten gasförmigen Reaktionsprodukte, Rohsynthesegas, Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2) sowie weitere Gase zur Beeinflussung der Ausbeute und/oder Selektivität bestimmter Produkte oder Teilchengrößen, wie Wasserstoff oder inerte Gase wie Stick- stoff oder Edelgase. Weiterhin können auch feinverteilte Feststoffe oder Flüssigkeiten als Aerosole zugeführt werden. Hierbei kann es sich beispielsweise um Feststoffe oder Flüssigkeiten handeln, welche zur Modifizierung, Nachbehandlung oder Beschichtung in dem Verfahren verwendet werden, oder welche selbst Einsatzstoff sind.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass zwei verschiedene Metalle gleichzeitig der Reaktionszone zugeführt werden. Dies kann sowohl in Form einer Vormischung der beiden Metalle als auch durch separate Zuführung der beiden einzelnen Metalle erfolgen. Besonders bevorzugt ist die Umsetzung der Metalle Lithium und Aluminium in Gegenwart von Wasserstoff in einem Plasma unter Bildung von Lithiumaluminiumhydrid.
Die Zuführung von festen Einsatzstoffen in die Reaktionszone kann beispielsweise mit Hilfe von dem Fachmann bekannten Apparaten, z. B. mittels Bürstendosierer oder Förderschnecken, und anschließender Flugstromförderung bewerkstelligt werden. Die festen Einsatzstoffe werden vorzugsweise in pulverisierter Form eingesetzt und bilden mit einem Trägergas Aerosole, in welchen die Teilchengrößen der festen Einsatzstoffe im gleichen Bereich liegen können wie die der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen nanopartikulären Feststoffe. Die mittlere Teilchen- bzw. Aggregatgröße der festen Einsatzstoffe liegt dabei typischerweise zwischen 0,01 und 500 μm, bevor- zugt zwischen 0,1 und 50 μm, besonders bevorzugt zwischen 0,1 und 5 μm. Bei größeren mittleren Teilchen- bzw. Aggregatgrößen besteht in der Reaktionszone die Gefahr einer unvollständigen Überführung in die Gasphase, so dass solche größeren Partikel nicht oder nur unvollständig für die Reaktion zur Verfügung stehen. Gegebenenfalls kann an unvollständig verdampften Teilchen eine Oberflächenreaktion zu deren Passi- vierung führen.
Flüssige Einsatzstoffe können beispielsweise gasförmig oder auch in Form von Flüssigkeitströpfchen enthaltendem Dampf der Reaktionszone zugeführt werden, ebenfalls mit Hilfe von dem Fachmann bekannten Apparaten. Geeignet sind hierfür Verdampfer, wie etwa Dünnschichtverdampfer oder Flashverdampfer, eine Kombination aus Zerstäubung und Flugstromverdampfer oder eine Verdampfung in Gegenwart einer exothermen Reaktion (kalte Flamme). Eine unvollständige Reaktion des zerstäubten flüs-
sigen Einsatzstoffes ist in der Regel nicht zu befürchten, sofern die Flüssigkeitströpfchen die für Aerosole typischen Abmessungen kleiner 50 μm aufweisen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Einsatzstoffe und e- ventuell vorhandenen weiteren Komponenten bereits vor ihrer Einführung in die Reaktionszone in die Gasphase überführt und miteinander gemischt. Dies bietet sich insbesondere bei niedrig siedenden Einsatzstoffen und eventuell vorhandenen weiteren Komponenten an, da diese bereits bei Temperaturen gasförmig vorliegen können, bei denen noch keine chemische Umsetzung erfolgt. Alternativ können aber auch die ver- schiedenen Einsatzstoffe und eventuell vorhandenen weiteren Komponenten separt in die Gasphase überführt und in jeweils getrennten Gasströmen der Reaktionszone zugeführt werden, wobei in diesem Fall ihre Durchmischung vorteilhaft unmittelbar vor Eintritt in die Reaktionszone vorgenommen wird.
Werden feste Einsatzstoffe und eventuell weitere Komponenten verwendet und jeweils separat durch ein Trägergas in die Reaktionszone transportiert, beträgt die Beladung des Trägergases üblicherweise jeweils zwischen 0,01 und 2,0 g/l, vorzugsweise zwischen 0,05 bis 0,5 g/l. Für den Fall, dass feste Einsatzstoffe und eventuell weitere Komponenten verwendet und bereits als Mischung durch ein Trägergas in die Reakti- onszone transportiert werden, beträgt die Beladung des Trägergases mit der Gesamtmenge der festen Einsatzstoffe üblicherweise zwischen 0,01 und 2,0 g/l, vorzugsweise zwischen 0,05 und 0,5 g/l. Im Falle von flüssigen und gasförmigen Einsatzstoffen sind im Allgemeinen höhere Beladungen als zuvor genannt möglich. Die für die jeweiligen Verfahrensbedingungen geeigneten Beladungen sind durch entsprechende Vorversu- che meist leicht zu ermitteln.
Als Trägergas zum Transport von festen oder flüssigen Einsatzstoffen und eventuell weiteren Komponenten in die Reaktionszone kann jedes der zuvor genannten Gase eingesetzt werden, sofern es die thermische Umsetzung nicht behindert. Vorzugsweise werden Edelgase als Trägergas eingesetzt.
Die in die Reaktionszone eingebrachten Einsatzstoffe und eventuell weiteren Komponenten werden erfindungsgemäß einer thermischen Umsetzung unterzogen, bei der nanopartikuläre Primärpartikel gebildet werden. Dies erfolgt in der Regel durch Aufhei- zen auf hohe Temperaturen, wobei hierfür insbesondere eine Flamme oder ein thermisches Plasma, Mikrowellenplasma, Lichtbogenplasma, Induktionsplasma, Konvektions- und/oder Strahlungsbeheizung, autotherme Reaktionsführung oder eine Kombination der vorgenannten Methoden in Frage kommen.
Entsprechende Verfahrensweisen und Verfahrensbedingungen, um durch eine Flamme oder ein thermisches Plasma, Mikrowellenplasma, Lichtbogenplasma, Induktionsplasma, Konvektions- und/oder Strahlungsbeheizung, autotherme Reaktionsführung
oder eine Kombination der vorgenannten Methoden eine Aufheizung der Komponenten in der Reaktionszone herbeizuführen, sind dem Fachmann hinreichend bekannt.
Bei autothermer Reaktionsführung werden zur Erzeugung einer Flamme beispielswei- se Mischungen von Wasserstoff- und Halogengas, insbesondere Chlorgas, verwendet. Weiterhin kann die Flamme auch mit Kohlenwasserstoffen, z. B. Methan, Ethan, Pro- pan, Butanen, Ethylen oder Acetylen oder auch Mischungen der vorgenannten Gase einerseits und einem Oxidationsmittel wie Sauerstoff oder ein sauerstoffhaltiges Gasgemisch andererseits erzeugt werden, wobei letzteres auch im Unterschuss verwendet werden kann, wenn reduzierende Bedingungen in der Reaktionszone einer Flamme bevorzugt sind.
Zur Erzeugung eines Plasmas wird häufig eine sogenannte Plasma-Spraygun verwendet. Sie besteht beispielsweise aus einem als Anode dienenden Gehäuse und einer darin zentrischen angeordneten, wassergekühlten Kupferkathode, wobei zwischen der Kathode und dem Gehäuse ein elektrischer Lichtbogen hoher Energiedichte brennt. Das zugeführte Plasmagas, beispielsweise Argon oder ein Wasserstoff/Argon- Gemisch, ionisiert zum Plasma und verlässt die Kanone mit einer hohen Geschwidig- keit (etwa 300 bis 700 m/s) bei Temperaturen von 15000 bis 20000 Kelvin. Die Einsatzstoffe werden direkt in diesen Plasmastrahl eingebracht, dort verdampft und anschließend in reaktiver Atmosphäre und nach vorheriger Kühlung bei geeigneten Temperaturen zum gewünschten Produkt umgesetzt.
Als Gas oder Gasgemisch zur Erzeugung von Plasmen wird üblicherweise ein Edel- gas, wie Helium oder Argon, oder Edelgasgemisch, beispielsweise aus Helium und Argon, sowie Wasserstoff verwendet.
Edelgase, wie Helium oder Argon, oder Edelgasgemische, beispielsweise aus Helium und Argon, können auch als inerte Komponenten in der Reaktionszone Verwendung finden. Im speziellen Fall kann auch Stickstoff, gegebenenfalls im Gemisch mit den zuvor angeführten Edelgasen, als inerte Komponente in der Reaktionszone eingesetzt werden, doch muss hier bei höheren Temperaturen und abhängig von der Natur der Einsatzstoffe eventuell mit der Bildung von Nitriden gerechnet werden.
Typische in ein Plasma eingebrachte Leistungen liegen im Bereich von einigen kW bis zu mehreren 100 kW. Auch Quellen für Plasma größerer Leistung können grundsätzlich für die Synthese eingesetzt werden. Im übrigen ist die Verfahrensweise zur Erzeugung einer stationären Plasmaflamme dem Fachmann geläufig, insbesondere im Hinblick auf eingebrachte Leistung, Gasdruck, Gasmengen für das Plasma- und Schutz- gas. Außerdem verwendet man in der Regel ein inertes Schutzgas, welches eine Gasschicht zwischen der Wand des für die Erzeugung des Plasmas verwendeten Reaktors
und die Reaktionszone legt, wobei Letztere im wesentlichen dem Bereich entspricht, in welchem sich das Plasma im Reaktor befindet.
Im Zuge der Umsetzung entstehen erfindungsgemäß nach erfolgter Keimbildung zu- nächst nanopartikuläre Primärpartikel, welche durch Koagulations- und Koaleszenz- vorgänge einem weiteren Partikelwachstum unterliegen können. Partikelbildung und - Wachstum erfolgen typischerweise in der gesamten Reaktionszone und können auch noch nach Verlassen der Reaktionszone bis zur schnellen Abkühlung weiter fortschreiten. Entsteht während der Umsetzung mehr als ein festes Produkt, so können sich die gebildeten unterschiedlichen Primärpartikel auch miteinander verbinden, wobei nanopartikuläre Produktgemische, beispielsweise in Form von Mischkristallen oder amorphen Mischungen, entstehen. Erfolgt während der Umsetzung die Bildung mehrerer verschiedener Feststoffe zu unterschiedlichen Zeiten, so können auch umhüllte Produkte entstehen, bei denen die zuerst gebildeten Primärpartikel eines Produkts von Schichten eines oder mehrerer anderer Produkte umgeben sind.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung umfasst eine gestufte Zugabe von Einsatzstoffen in die Reaktionszone. Hierdurch kann gegebenenfalls eine homogene Beschichtung eines Kerns mit einer Schale erzielt werden, wenn u.a. sicher gestellt ist, dass eine sehr schnelle (d. h. in wenigen ms), homogene Durchmischung der in der ersten Stufe gebildeten Partikel mit dem in der zweiten Stufe zugegebenen Einsatzstoff erfolgt. Durch geeignete Prozessführung gelingt so eine homogene Beschichtung der Partikel aus der ersten Stufe mit einer wenige nm dicken Schicht aus dem Produkt der zweiten Stufe, auch wenn diese Anordnung thermodynamisch nicht bevorzugt ist (z. B. eine Siliciumdioxid-Schicht auf einem Zinkoxid-Partikel).
Die Steuerung dieser Partikelbildungsprozesse kann außer durch die Zusammensetzung der Einsatzstoffe und eventuell weiteren Komponenten sowie der Umsetzungsbedingungen auch durch Art und Zeitpunkt der in Schritt b) beschriebenen Abkühlung des Reaktionsprodukts gesteuert werden.
In jedem Fall muss die Temperatur innerhalb der Reaktionszone oberhalb der Siedetemperatur der verwendeten Einsatzstoffe und eventuell vorhandener weiterer Komponenten liegen. Vorzugsweise erfolgt die Umsetzung in der Reaktionszone für die auto- therme Reaktionsführung bei einer Temperatur im Bereich von 600 bis 1800°C, bevorzugt von 800 bis 1500°C und für Plasmaprozesse bei einer Temperatur im Bereich von 600 bis 100000C, bevorzugt von 800 bis 60000C.
In der Regel beträgt die Verweilzeit der Einsatzstoffe und eventuell weiteren Kompo- nenten in der Reaktionszone zwischen 0,002 s und 2 s, bevorzugt zwischen 0,005 s und 0,2 s.
Die thermische Umsetzung der Einsatzstoffe und eventuell weiteren Komponenten zur Herstellung der erfindungsgemäßen Suspensionen nanopartikulärer Feststoffe kann nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bei beliebigem Druck, bevorzugt im Bereich von 0.05 bar bis 5 bar, insbesondere bei atmosphärischem Druck erfolgen.
Schritt b)
An die Umsetzung der Einsatzstoffe und eventuell weiteren Komponenten in Schritt a) schließt sich erfindungsgemäß eine schnelle Abkühlung des erhaltenen Reaktionspro- dukts in Schritt b) an. Unter schneller Abkühlung versteht man im Rahmen dieser Erfindung eine Temperaturerniedrigung mit einer Abkühlrate von mindestens 104 K/s, vorzugsweise mindestens 105 K/s, besonders bevorzugt mindestens 106 K/s.
Diese schnelle Abkühlung kann beispielsweise durch direkte Kühlung, indirekte Küh- lung, Expansionskühlung oder eine Kombination aus direkter und indirekter Kühlung erfolgen. Bei der direkten Kühlung (Quenchen) wird ein Kühlmittel mit dem heißen Reaktionsprodukt in direkten Kontakt gebracht, um dieses abzukühlen. Eine direkte Kühlung kann beispielsweise durch die Einspeisung von Quenchöl, Wasser, Dampf, flüssigem Stickstoff oder kalten Gasen, ggf. auch kalten Rückführgasen, als Kühlmittel durchgeführt werden. Für die Zuführung des Kühlmittels kann beispielsweise ein Ringspaltbrenner verwendet werden, der sehr hohe und gleichmäßige Quenchraten ermöglicht und dem Fachmann an sich bekannt ist.
Bei der indirekten Kühlung wird dem Reaktionsprodukt Wärmeenergie entzogen, ohne dass es direkt mit einem Kühlmittel in Kontakt kommt. Vorteilhaft an einer indirekten Kühlung ist, dass sie in der Regel eine effektive Nutzung der auf das Kühlmittel übertragenen Wärmeenergie ermöglicht. Dazu kann das Reaktionsprodukt mit den Austauschflächen eines geeigneten Wärmetauschers in Kontakt gebracht werden. Das erwärmte Kühlmittel kann beispielsweise zur Erwärmung der Einsatzstoffe in dem er- findungsgemäßen Verfahren oder in einem davon verschiedenen endothermen Verfahren eingesetzt werden. Des Weiteren kann die dem Reaktionsprodukt entzogene Wärme beispielsweise auch zum Betrieb eines Dampferzeugers eingesetzt werden.
Vorzugsweise wird das erfindungsgemäße Verfahren so durchgeführt, dass in Schritt b) das erhaltene Reaktionsprodukt auf eine Temperatur im Bereich von 1800°C bis 20°C abgekühlt wird. Je nach Prozess und Produkt kann eine Abkühlung auf eine Temperatur kleiner 650°C oder auch kleiner 250°C notwendig sein, um weiteres Wachstum von Partikeln und deren Aggregation oder Versinterung zu verhindern.
In einer bevorzugten Ausführungform der Erfindung erfolgt die Abkühlung in zwei Stufen, wobei auch ein kombinierter Einsatz von direkter Kühlung (Vorquench) und indirekter Kühlung möglich ist. Hierbei kann durch direkte Kühlung (Vorquench) das in
Schritt a) erhaltene Reaktionsprodukt vorzugsweise auf eine Temperatur von kleiner 1000°C abgekühlt werden. Die zweistufige Abkühlung bietet sich insbesondere für thermisch labile Produkte an, um deren Zersetzung zu verhindern. Dabei sollte das Produkt in der ersten Stufe mit einer möglichst schnellen Abkühlung (d. h. mit einer möglichst hohen Abkühlrate von mindestens 105 K/s, vorzugsweise mindestens 106 K/s) auf eine Temperatur unterhalb der Zersetzungstemperatur abgekühlt werden. Vorzugsweise wird in der ersten Stufe schnell auf eine Temperatur abgekühlt, die unterhalb von einem Drittel der jeweiligen Schmelz- oder Zersetzungstemperatur des Produkts in Kelvin liegt, um Zersetzungs- oder Sinterprozesse möglichst zu unterdrücken. Anschließend kann mit einer geringeren Abkühlrate weiter abgekühlt werden. Die erste Stufe kann beispielsweise eine direkte Kühlung durch Zugabe von flüssigem Stickstoff oder Weißöl in den Gasstrom umfassen, die zweite Stufe eine indirekte Abkühlung über einen Wärmetauscher.
Die Größe der Feststoffteilchen in den nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Suspensionen nanopartikulärer Feststoffe liegt üblicherweise im Bereich von 1 bis 500 nm, bevorzugt 2 bis 100 nm.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann während oder unmittelbar nach dem Quenchen eine weitere Prozessierung der gebildeten Partikel in der Gasphase erfolgen, beispielsweise durch Beschichtung mit einem organischen Coating und/oder durch Modifizierung der Oberfläche mit organischen Verbindungen. Vorzugsweise werden hierbei Quenchgas und Modifizierungsmittel gleichzeitig zugegeben. Als Modifizierungsmittel geeignete organische Verbindungen sind dem Fachmann prinzipiell bekannt. Vorzugsweise werden solche Verbindungen eingesetzt, die unzersetzt in die Gasphase überführt werden können und die eine kovalente oder adhäsive Bindung zur Oberfläche der gebildeten Partikel bilden können. Für das organische Coating bzw. die organische Modifizierung können beispielsweise für Metalloxid-Partikel verschiedene Organosilane wie Dimethyldimethoxysilan, Methyltrimetho- xysilan, Methyltriethoxysilan, Methylcyclohexyldimethoxysilan, Isooctyltrimethoxysilan, Propyltrimethoxysilan, Isobutyltrimethoxysilan, Phenyltrimethoxysilan oder Octyltrietho- xysilan verwendet werden. Bestehen die Partikel aus Siθ2 oder liegen mit Siθ2 gecoa- tete Partikel vor, so können die SiOH-Gruppen an der Oberfläche der Partikel eventuell direkt eine kovalente oder adhesive Bindung mit dem Silan eingehen. Von den an der Oberfläche der Partikel befindlichen Silanen wird erwartet, dass sie als Abstandhalter die Wechselwirkungen zwischen den Partikeln herabsetzen, im Nassabscheider den Stoffübergang in eine organische Matrix erleichtern und als Kopplungsstellen bei sich eventuell anschließender weiterer Funktionalisierung (ggf. nach Aufkonzentrierung) fungieren können.
Vorzugsweise wird der Prozess der Modifizierung so durchgeführt, das durch die Zufuhr des Quenchgases oder eine kontrollierte Wärmeauskopplung nach Zufuhr des
Quenchgases ein gezieltes Kondensieren des Modifizierungsmittels auf die Partikel erfolgt. Darüber hinaus können in einem nachgelagerten Schritt weitere wässrige oder organische Modifizierungsmittel zur Kondensationsunterstützung zugegeben werden. Besonders bevorzugt ist dabei die Verwendung eines Modifizierungsmittels, welches auch in der in Schritt c) eingesetzten Flüssigkeit enthalten ist.
Schritt c)
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das in Schritt b) erhaltene abgekühlte Reaktionsprodukt in eine Flüssigkeit eingeleitet, wobei eine Suspension gebildet wird, in der die enthaltenen Feststoffe in Form nanopartikulärer Primärteilchen oder sehr kleiner Aggregate davon vorliegen. Hierdurch werden die immer noch isoliert vorliegenden nanopartikulären Primärteilchen oder sehr kleinen Aggregate vor einer weiteren Agglomeration geschützt, indem sie direkt in eine flüssige Phase eingebracht wer- den.
Bei der Flüssigkeit kann es sich erfindungsgemäß um wässrige oder nicht-wässrige, organische oder anorganische Flüssigkeiten oder um Mischungen aus mindestens zwei dieser Flüssigkeiten handeln. Weiterhin können auch ionische Flüssigkeiten ver- wendet werden. Bevorzugte Flüssigkeiten sind Weißöl, Tetra hydrofu ran, Diglyme, Solvent Naphtha, Wasser oder 1 ,4-Butandiol. In den Flüssigkeiten können weitere Bestandteile gelöst sein, beispielsweise Salze, Tenside oder Polymere, welche u. a. als Modifizierungsmittel dienen und die Stabilität der Suspensionen erhöhen können. Bevorzugt werden wässrige oder organische Flüssigkeiten, besonders Wasser eingesetzt.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrensschritts c) können übliche, dem Fachmann bekannte Apparate, wie beispielsweise Nasselektroabscheider oder Ventu- ri-Wäscher, eingesetzt werden. Gegebenenfalls können die gebildeten nanopartikulären Feststoffe während der Abscheidung fraktioniert werden, beispielsweise durch frak- tionierende Abscheidung. Die Abscheidung kann eventuell durch Kondensationsunterstützung intensiviert und die gebildete Suspension durch Modifizierungsmittel weiter stabilisiert werden. Geeignete Substanzen zur Oberflächenmodifizierung sind anionische, kationische, amphotere oder nichtionische Tenside, beispielsweise Lutensol®- oder Sokalan®-Marken der Fa. BASF Aktiengesellschaft.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird in den stromauf liegenden Teil eines Nasselektroabscheiders eine tensidhaltige Flüssigkeit kontinuierlich dosiert. Aufgrund der in der Regel senkrechten Anordnung des Nasselektroabscheiders kommt es innerhalb seines rohrförmigen Abscheidebehälters zur Ausbildung eines geschlossenen Flüssigkeitsfilms an der Wand. Die kontinuierlich im Kreis geförderte Flüssigkeit wird im stromab liegenden Teil des Nasselektroabscheiders gesammelt und über eine Pumpe gefördert. Vorzugsweise im Gegenstrom zur Flüssigkeit strömt der
mit dem nanopartikulären Feststoff beladene Gasstrom durch den Nasselektroab- scheider. In dem rohrförmigen Abscheidebehälter befindet sich ein zentrisch angeordneter Draht, der als Sprühelektrode fungiert. Zwischen der als Gegenelektrode dienenden Behälterwand und der Sprühelektrode wird eine Spannung von etwa 50 bis 70 kV angelegt. Der mit dem nanopartikulären Feststoff beladene Gasstrom strömt von oben in den Abscheidebehälter, wobei die gasgetragenen Partikel von der Sprühelektrode elektrisch aufgeladen und so die Abscheidung der Partikel an der Gegenelektrode (d. h. der Wandung des Nasselektroabscheiders) induziert wird. Aufgrund des an der Wandung entlangströmenden Flüssigkeitsfilms werden die Partikeln direkt in dem Film abgeschieden. Dabei bewirkt die Aufladung der Partikel gleichzeitig eine Vermeidung unerwünschter Partikelagglomeration. Das Tensid führt zur Ausbildung einer stabilen Suspension. Der Abscheidegrad liegt in der Regel oberhalb 95 %.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein Venturi- Wäscher zur Abscheidung verwendet. Aufgrund der hohen Turbulenz im Bereich der Venturi-Kehle kommt es zu einer sehr effizienten Abscheidung auch nanopartikulärer Feststoffe. Durch Zugabe von Tensiden zum im Kreis geförderten Abscheidemedium (beispielsweise Wasser, Weißöl, THF) kann die Agglomeration von abgeschiedenen Partikeln vermieden werden. Vorzugsweise wird eine Druckdifferenz über die Kehle des Venturi-Wäschers im Bereich 20 bis 1000 mbar, besonders bevorzugt von 150 bis 300 mbar eingestellt. Mit diesem Verfahren können Nanopartikel mit Partikeldurchmessern kleiner 50 nm mit einem Abscheidegrad größer 90% abgeschieden werden.
Zur Aufarbeitung kann das in Schritt b) erhaltene Reaktionsprodukt vor der Einleitung in eine Flüssigkeit wenigstens einem Auftrennungs- und/oder Reinigungsschritt unterzogen werden. Dabei werden die gebildeten nanopartikulären Feststoffe von den übrigen Bestandteilen des Reaktionsprodukts getrennt.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich somit zur kontinuierlichen oder diskonti- nuierlichen Herstellung von Suspensionen nanopartikulärer Feststoffe. Wichtige Merkmale dieses Verfahrens sind eine schnelle Energiezufuhr auf hohem Temperaturniveau, in der Regel kurze und gleichförmige Verweilzeiten unter den Reaktionsbedingungen und ein rasches Abkühlen („Abschrecken") der Reaktionsprodukte mit anschließender Überführung der Partikeln in eine Flüssigphase, wodurch ein Agglomerie- ren der gebildeten nanopartikulären Primärpartikel oder eine zu weitgehende Umsetzung vermieden werden. Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zugänglichen Produkte lassen sich leicht weiterverarbeiten und erlauben die einfache Erzielung neuer Materialeigenschaften, die auf nanopartikuläre Feststoffe zurückzuführen sind.
Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert.
Beispiele 1 bis 3: Herstellung von Suspension von nanopartikulärem Zinkoxid
Elementares Zink wurde mit einem Bürstendosierer mit einem Massenstrom von 10 bis 40 g/h zusammen einem Stickstoff-Trägergasstrom (1 Nm3/h) in einen Rohrofen gelei- tet und dort bei ca. 1000°C verdampft, anschließend gasförmig in die Reaktionszone eines Brenners eingebracht und dort mit Luftsauerstoff (4 Nm3/h) bei Temperaturen im Bereich von 950 bis 1200°C zum Zinkoxid umgesetzt. Zur Aufrechterhaltung bzw. zum Moderieren der Reaktionstemperatur wurden zusätzlich Wasserstoff (1 Nm3/h) und Luft (6 Nm3/h) in die Reaktionszone dosiert. Nach einer Verweilzeit in der Reaktionszone von 20 ms bis 50 ms wird das Reaktionsprodukt über einen Ringspalt mit Luft als
Quenchmedium (100 bis 150 Nm3/h) auf etwa 150°C abgekühlt, wobei die Abkühlrate mindestens 105 K/s beträgt. Zur Oberflächenmodifizierung wurde verdampftes Hexa- methyldisiloxan zugegeben.
Anschließend wurden die gasgetragenen Zinkoxidpartikel durch einen Nasselektroab- scheider, in dem 1 ,3-Butandiol mit 2 Gew.-% Hexamethyldisiloxan (HMDS, Bsp. 1 ) oder 2 Gew.-% Lutensol® AO5 (Bsp.2) bzw. Solvent Naphtha mit 2 Gew.-% HMDS (Bsp. 3) als Abscheidemedium über eine Pumpe im Kreis gefördert wurde, abgeschieden. Das Aufbringen elektrischer Ladungen auf die in den Nasselektroabscheider ein- tretenden Zinkoxidpartikel erfolgte durch eine Sprühelektrode, welche zentral im Nasselektroabscheider angeordnet ist. Die angelegte Spannung betrug 60 kV.
Die Figuren 1 bis 3 zeigen die Teilchengrößenverteilungen der erhaltenen Suspensionen.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die hergestellten Proben dispergierweich sind und die Partikelgrößenverteilung stark von der Formulierung abhängt.
Beispiel 4: Herstellung einer Suspension von nanopartikulärem Aluminiumhydrid in Weißöl
Mit einer Plasmaanlage (Fa. Sulzer Metco) wurde ein Lichtbogenplasma mit einer e- lektrischen Leistung von 45 kW bereit gestellt, wobei aufgrund der eingebrachten ther- mischen Leistung Temperaturen von T ~ 10000 K erreicht wurden. Als Plasmagase wurden Argon mit einem Volumenstrom \r = 50 Nl/min und Wasserstoff mit \r = 20 Nl/min verwendet. Weiterhin wurden Aluminiumpartikel mit einer mittleren Größe von dδo = 9 μm als Einsatzstoff mit Hilfe eines Argon - Trägergasstromes von \r = 14 Nl/min in die Reaktionszone des Plasmas befördert. Vor dem Reaktoreintritt wurde Wasserstoff als Reaktionsgas mit bis zu $- = 35 Nm3/h dosiert, um als Reaktionspartner mit Aluminium zum Aluminiumhydrid zu reagieren. Nach wenigen μs wurde in der Reaktionszone über einen Ringspalt durch Zugabe von Argon (bis zu $- = 330 Nm3/h)
gequencht. Die Temperatur lag nach dem Quench bei ca. 350 K, die Quenchrate betrug 106 K/s.
In einem Venturiwäscher mit einem Kehlendurchmesser von 14 mm wurden die Parti- kel in Weißöl ($- = 125 l/h) abgeschieden, welches wiederum in einem Zyklon abgeschieden und in einem Vorlagebehälter aufgefangen wurde. Das Abgas wurde über einen Sprühwäscher geleitet. Der Prozessdruck im Wäscher betrug ca. 1 ,5 bar(abs). Stromab des Wäschers wurde das feststofffreie Prozessgas, bestehend aus im Wesentlichen Argon und Wasserstoff rezykliert, indem es wiederholt als Quenchmedium verwendet wurde.
Die Partikelgrößenverteilung des erhaltenen Produkts zeigte eine mittlere Partikelgröße von ca. 30 bis 50 nm. Figur 4 zeigt ein transmissionselektronenmikroskopische (TEM) Aufnahme des aus dem Produkt isolierten Feststoffs.
Beispiel 5: Herstellung einer Suspension von nanopartikulärem Lanthanhexaborid in Weißöl
20 g/h einer hochdispersen Mischung aus 40 Gew.-% amorphem Bor und 60 Gew.-% La2Ü3 (Molverhältnis B:La = 10:1) wurden mit einem Argon-Trägergasstrom (180 l/h) in die Reaktionszone eines Induktionsplasmas bei einer Temperatur von oberhalb 5000 K dosiert. Zusätzlich wurde dem Induktionsplasma ein Strom von 3,6 Nm3/h einer Gasmi- schung aus 75 Vol-% Ar, 10 Vol-% Wasserstoff und 15 Vol-% He zugegeben. Das
Plasma wurde mit einer Leistung von 30 kW angeregt. Nach einem schnellen Quench wurde der partikelbeladene Gasstrom in einen Venturiwäscher geleitet, in dem Weißöl als Abscheidemedium im Kreis gefahren wurde. Das gebildete nanopartikuläre Produkt aus LaBβ wies aufgrund des schnellen Quenches und der unmittelbaren Abscheidung der LaBβ-Partikel in Weißöl nahezu keine Agglomerate auf. Die erhaltenen Primärpartikel hatten eine Größe von 25 bis 50 nm. Die in der Suspension mittels dynamischer Lichtstreuung gemessene Partikelgrößenverteilung zeigte einen D5o-Wert von 50 nm und einen Dgo-Wert von 85 nm.
Beispiel 6: Herstellung einer Suspension von nanopartikulärem Molybdändisulfid in Weißöl
In einem Heißwandreaktor mit einer elektrischen Leistung von 30 kW wurde eine Tem- peratur von 800°C bereitgestellt. Als Spülgase für das beheizte Rohr wurden Stickstoff mit v^ = 0,5 Nm3/h und Wasserstoff mit ^ = 0,1 Nm3/h verwendet. Die Spülgase wurden auf 175°C vorgewärmt und in eine auf 175°C erhitzte Vorlage mit Molybdänchlorid
geleitet. Molybdänchlorid verflüchtigte sich hierbei, bis eine Sättigung der Spülgase erreicht wurde. Die Mischung wurde kurz vor Eintritt in den Heißwandreaktor mit 30 Nl/h Schwefelwasserstoff vermischt. In der Reaktionszone reagierte Molybdänchlorid mit Schwefelwasserstoff zu Molybdändisulfid. Nach einer Verweilzeit von etwa 150 ms wurde Stickstoff mit einem Volumenstrom von 10 Nm3/h in das Heißgas als Quench geleitet. Die Temperatur nach dem Quench betrug ca. 350 K, der Prozessdruck betrug 980 mbar absolut. Im nachgeschalteten Venturiwäscher wurden die Partikel mit Partikelgrößen 20 bis 50 nm in Weißöl ( » = 250 l/h) abgeschieden, welches wiederum in einem Zyklon abgeschieden und in einem Vorlagebehälter aufgefangen wurde. Das Abgas wurde einer Nachverbrennung zugeführt. Figur 5 zeigt ein transmissionselektro- nenmikroskopische (TEM) Aufnahme des aus dem Produkt isolierten Feststoffs.