VERFAHREN UND VORRRICHTUNG ZUR BESTIMMUNG VON WARTUNGSINTERVALLEN
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Feststellen des Zeitpunkts für den Ersatz von Verschleissteilen und/oder von Sperrflüssigkeit und/oder Duft- und Reinigungsstoffen in Abhängigkeit der Benutzung eirves Sanitärapparates gemäss Patentanspruch 1. Gegenstand der Erfindung ist weiter eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 4.
Bei Sanitärapparaten, z.B. wasserlosen Urinalen, ist es notwendig, im geeigneten Zeitpunkt die Sperrflüssigkeit und/oder Verschleissteile im Syphonbereich auszutauschen, um üble Gerüche zu vermeiden. Dies geschieht heute entweder nach Gutdünken oder infolge einer unangenehmen Geruchsentwicklung oder in einem festen Turnus. Alle Kriterien sind jedoch weder zuverlässig noch sinnvoll, da insbesondere in grosseren Toilettenanlagen eine Vielzahl von Urinalen nebeneinander angeordnet sind und
erfahrungsgemäss nicht alle gleich häufig benutzt werden. Daher ist es bezüglich Geruchsbildung nicht möglich zu erkennen, welche oder welches der Urinale bereits schlechte Gerüche abgibt. Andererseits macht es keinen Sinn, die im wesentlichen noch intakten Ventil- und Syphonteile bei wenig benutzten Unnalen frühzeitig auszutauschen.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens zum Feststellen des Zeitpunkts für den Ersatz von Verschleissteilen und/oder von Sperrflüssigkeit und/oder Duft- und Reinigungsstoffen in Abhängigkeit der Benutzung eines Sanitärapparates sowie die Schaffung einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Gelöst werden diese Aufgaben durch ein Verfahren gemäss den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie eine Vorrichtung gemäss den Merkmalen des Patentanspruchs 4. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind m den abhängigen Ansprüchen umschrieben.
Durch die physikalisch und/oder chemisch erlangte sichtbare Änderung eines im Sanitärapparat eingesetzten und bei jeder Benutzung durch Flüssigkeitsspritzer (Urin) benetzbaren Indikatorelements kann m Allemstellung vorhandener und bei einer Vielzahl von nebeneinander angeordneten Sanitärapparate jeder einzelne individuell überwacht werden, und es können die notwendigen Handlungen
dort vorgenommen werden wo nötig. Dies bedeutet einerseits bezüglich der Geruchsemission ein frühzeitiges Erkennen, d.h. bevor erste Anzeichen riechbar sind, und andererseits kann mit geringem zeitlichen und finanziellen Aufwand nur dort ein Ersatz eingesetzt werden, wo dieser auch wirklich notwendig ist. Durch eine geeignete chemische und/oder physikalische Zusammensetzung des Indikatorelements können diesem zusätzlich auch Geruchsstoffe beigefügt werden, die diejenigen ersetzen, die üblicherweise an den Wänden von Sanitärräumen angeordnet sind oder durch das Öffnen einer Tür ausgegeben werden. Im weiteren können dem Indikatorelement auch Reinigungsstoffe wie Bakterien, Enzyme, Tenside etc. beigefügt werden, welche auf chemischem und/oder biologischem Wege den Sanitärapparat rein und geschmacksneutral halten und zudem eine Pflege und Reinigung der Funktionselemente im Ventil- und Syphonbereich sowie der nachfolgenden Ablaufrohre ermöglichen .
Anhand eines Ausführungsbeispiels an einem Urinal wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigt die einzige Figur einen Axialschnitt durch die Vorrichtung. Es zeigen
Figur 1 einen Vertikalschnittt durch ein wasserloses
Urinal , Figur 2 einen Längsschnitt durch die Elemente des
Ventils des wasserlosen Urinais,
Figur 3 einen perspektivischen Längsschnitt durch das teilweise zusammengesetzte Ventil, Figur 4 einen vertikalen perspektivischen Längsschnitt durch das zusammengesetzte Ventil und Figur 5 einen Vertikalschnitt durch die pilzartige Kappe über dem Ventil mit einer zentralen oder dezentralen Öffnung.
Das m Figur 1 schematisch dargestellte Unnal 1 umfasst ein Becken 3 mit einem Boden 22, das direkt oder indirekt an einer Wand 5 befestigt ist. Am Boden 22 des Beckens 3 ist in einer Ausnehmung 7 ein Ventil 9 eingesetzt. An die rohrförmige Ausnehmung 7 schliesst unten ein in die Wand 5, an der das Urinal 1 befestigt ist, führendes Ablaufrohr 11 (Figur 1 ) an.
In Figur 2 sind die Einzelteile einer möglichen Ausbildung eines Ventils 9 dargestellt. Mit Bezugszeichen 13 ist ein Adapter bezeichnet, welcher in die Ausnehmung 7 eines beliebigen Urinais 1 einsteckbar ist. Durch geeignete nicht näher bezeichnete Dichtungsmittel steckt der Adapter 13 dicht im Ablaufrohr 11. Auch liegt er dichtend an der Ausnehmung 7 an, so dass kein Urin seitlich des Einlauftrichters 15 nach unten gelangen kann. Im rohrförmigen Inneren des Adapters 13 wird ein Ventil 17 eingeschraubt oder durch einen bajonettartigen Verschluss eingesteckt gehalten. Im Ventil 17 ist eine Geruchssperre 19 eingesetzt, wie sie beispielsweise in der WO
2004/059198 beschrieben wird. Selbstverständlich könne auch eine anders geformte Geruchssperre, beispielsweise eine solche, wie sie in der WO 1999/57382 beschrieben ist, eingesetzt werden. Alternativ kann die Geruchssperre auch durch eine Sperrflüssigkeit erfolgen wie beispielsweise in der in der CH 690917 beschriebenen Ausführung.
Über dem Ventil 17 ist eine Kappe 21 angeordnet, welche eine beispielsweise pilzartige Haube 23 umfasst, an der Füsse 25 angeformt sind, mit denen die Kappe 21 beabstandet über dem Ventil 17 befestigt werden kann. Da alle Teile aus Kunststoff hergestellt sind, kann die Verbindung zwischen Kappe 21 und Ventil 17 durch einen nicht näher bezeichneten Schnappmechanismus erfolgen. Über der Kappe 21 ist ein Schlüssel 27 dargestellt, mit welchem das Ventil 17 im Adapter 13 und zum Austausch entfernt befestigt werden kann (Figuren 2 und 3). Der Schlüssel 27 ist nicht Teil der Vorrichtung.
In der Schnittdarstellung gemäss Figur 4 sind alle Elemente zusammengefügt dargestellt und werden mit dem Schlüssel 27 am Adapter 13 miteinander verbunden. In dieser Figur ist der besseren Übersichtlichkeit halber der Raum unter der Haube 23 leer dargestellt. Die Haube 23 bzw. die Kappe 21 schützt den Einlaufbereich 29 des Ventils 17 vor Verstopfung durch beispielsweise Zigarettenkippen, Papierfetzen etc. In der vergrösserten
schematischen Darstellung der Kappe 21 in Figur 5 ist ersichtlich, dass erfindungsgemäss der von der Haube 23 umschlossene Raum 31 mit einem Indikatorelement 33 ganz oder teilweise aufgefüllt ist." Das Indikatorelement 33, das in pastöser, flüssiger oder anderer Form in die Kappe 21 eingebracht worden ist, umfasst nebst einer formgebenden Matrix Enzyme und/oder Tenside und/oder Bakterien und/oder Reinigungsstoffe und/oder Farbstoffe etc. Diese Stoffe werden bei jeder Benutzung des Urinais 1 von wegspritzenden Urintröpfchen 37 benetzt. Dabei erfolgt die Benetzung einerseits von unten durch Urintröpfchen 37, die vom Unrinstrahl herrühren, der ausserhalb der Kappe 21 auf dem Boden 22 des Urinais 1 auftrifft und andererseits durch Urin, welcher durch eine in der Kappe 21 ausgebildete zentrale Öffnung 35, falls eine solche vorhanden ist, auf dem Boden 22 auftrifft und teilweise reflektiert wird. Das Indikatorelement 33 ist chemisch/physikalisch derart eingestellt, dass es nach einer vorbestimmbaren Anzahl von Benutzungen des Urinais, d.h. von tröpfchenweisen Benetzungen entweder voll abgebaut ist und/oder dass sich seine Farbe mindestens im Kontaktbereich mit der Haube 23, welche aus einem transparenten Material hergestellt worden ist, ändert. Diese Farbänderung, sei es durch Abbau und Wegfall vom Indikator- oder Farbänderung, ist dann von aussen ohne weitere Hilfsmittel sichtbar. Eine Unterhaltsequipe, welche zur Reinigung und Wartung der Urinale 1 diese
periodisch aufsucht, kann auch aus einer grosseren Anzahl von nebeneinander angeordneten Urinale 1 , wie sie beispielsweise auf Bahnhöfen in Restaurants, Flughäfen etc. aufgestellt sind, ohne weiteres erkennen, welches der Ventile 17 und/oder Indikatorelemente 33 ausgetauscht oder wo Sperrflüssigkeit nachgefüllt werden muss. Die Lebensdauer des Indikatorelements 33 ist abgestimmt auf eine sichere Gebrauchsdauer des Ventils 17 oder der Sperrflüssigkeit und stellt sicher, dass letzteres in diesem Zeitraum nicht defekt wird und somit Gerüche in den Sanitärraum treten können. Je nach chemischer Zusammensetzung des Indikatorelements 33 kann dieses nebst den Reinigungsstoffen, welche das Ventil 17 vor Verschlammung reinhalten, auch Enzyme und Bakterien enthalten, welche einen biologischen Abbau von Urinschlamm in den Leitungen ermöglichen und den Aufbau von Urinstein verhindern, und zwar sowohl im Ventil 17 als auch in den nachfolgenden Abwasserleitungen 11. Selbstverständlich kann dem Indikatorelement 33 auch ein Duftstoff beigefügt werden. Dieser wird dann benutzerabhängig abgegeben. Ein Hauptanteil ist aber auf jeden Fall ein Stoff, der sich im Verlaufe der Benutzung, deren Dauer vorbestimmt wird, farblich ändert.
Alternativ kann das Indikatorelement 33 auch aus einer in den Himmel der Haube eingebrachte Grenzschicht 32 eines Indikators und einer darunter angeordneten Masse, die
abbaubar ist, bestehen. Die sich färbende Schicht 32 kommt so erst in Kontakt mit den Urinspritzern oder -tröpfchen, wenn das darunterliegende abbaυbare Indikatorelement 33 tatsächlich abgebaut ist. Das Indikatorelement 33 muss so keine Farbänderung durchmachen.