VERFAHREN UND ARBEITSBESTECK ZUR PROBENKONSERVIERUNG UND ZUM ZELLAUFSCHLUSS VOR DER EXTRAKTION VON NUKLEINSÄUREN
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Probenkonservierung und zum Zellaufschluss, das zur Vorbereitung der Extraktion von Nukleinsäuren aus lebenden Zellen, Zellverbänden und Gewebeproben einsetzbar ist, sowie ein Arbeitsbesteck zur Durchführung des Verfahrens. Das Verfahren umfasst das Einbringen lebender Zellen, Zellverbände oder Gewebeproben, deren Nukleinsäuren extrahiert werden sollen, in eine im Überschuss vorliegende mit Wasser mischbare und flüchtige organische Flüssigkeit. Die Sättigung der Probe mit der organischen Flüssigkeit wirkt vorteilhaft auf die anschließend im wässrigen Milieu stattfindende Extraktion der Nukleinsäuren. Durch nahezu vollständige Entfernung des Wassers aus den Zellen wird der mechanische Zellaufschluss erleichtert. In der organischen Flüssigkeit werden die Biomembranen aufgelöst. tRNA und andere RNA-Fraktionen mit geringem Polymerisationsgrad, die durch die Zellwand permeieren können, lassen sich ohne mechanischen Aufschluss selektiv extrahieren. Vor der Extraktion hochmolekularer Nukleinsäuren werden die Zellen, Zellverbände oder Gewebeproben in der organischen Flüssigkeit mit Hilfe mechanischer Impulse aufgeschlossen. Da in der entwässerten organischen Flüssigkeit die Nukleasen inaktiv sind, können die biologischen Proben oder die aus ihnen hergestellten Homogenate in der organischen Flüssigkeit beliebig lange bei Raumtemperatur gelagert werden. Nach der Inkubation in der weitgehend wasserfreien organischen Flüssigkeit sind die probeeigenen Nukleasen weitgehend denaturiert. Ein vorteilhaftes erfindungsgemäßes Arbeitsbesteck enthält eine organisch/wässrige Mischphase mit denaturierenden Eigenschaften und für jede Probe einen an die Größe des Konservierungsgefäßes angepassten Entwässerungs-Formkörper sowie eine an die Größe des Konservierungsgefäßes angepasste Mischung von wenigen großen und zahlreichen kleinen Aufschlusskörpern für den Aufschluss im nichtwässrigen Milieu. Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, dass auf Kühlung und starke mechanische Impulse beim Aufbrechen der Zellen und bei der Extraktion verzichtet werden kann und dass die Extraktion der DNA zeitlich vom Aufschluss der Zellen unabhängig gestaltet werden kann.
Beschreibung der Erfindung
[0002] Bei der Gewinnung von Nukleinsäuren aus lebendem biologischem Material ist es für zahlreiche molekularbiologische Anwendungen notwendig, den enzymatischen Abbau dieser
Makromoleküle bei der Herstellung des zellfreien Extraktes zu unterbinden. Insbesondere Bakterien, Pilze und Pflanzenzellen müssen mechanisch oder enzymatisch aufgeschlossen werden, weil die Zellwände für Nukleinsäuren mit hohem Molekulargewicht undurchlässig sind. Das gegenwärtig gebräuchlichste Verfahren besteht im mechanischen Aufbrechen der in flüssigem Stickstoff gefrorenen Zellen, Zellverbände oder Gewebeproben (z.B. Gewebepartikel, Gewebeschnitte) und deren anschließende Überführung in einen wässrigen Extraktions- oder Lysepuffer. Der für den mechanischen Aufschluss notwendige Energieeintrag bedingt eine Gefahr des lokalen Auftauens und der hierdurch möglichen Reaktion von Nukleasen. Außerdem wirken starke Scherkräfte im wässrigen Milieu depolymerisierend auf die Nukleinsäuren. Beim Konservieren der biologischen Proben oder Rohextrakte durch Einfrieren kommt es leicht zur Fragmentation der Nukleinsäuren, beispielsweise durch das Wachstum von Eiskristallen. Der für die Gefrierkonservierung und den Aufschluss der Zellen in flüssigem Stickstoff erforderliche technische Aufwand erschwert die Probenahme im Freiland für anschließende molekularbiologische Untersuchungen und verursacht Kosten beim Transport der Proben. Besonders empfindlich gegen enzymatischen Abbau ist hochmolekulare RNA, vor allem rRNA und mRNA. Für die Analyse der Transkription in lebenden Zellen werden daher besonders aufwändige Extraktionsprotokolle eingesetzt. Vor allem ist es wichtig, dass die beim Absterben der Zellen in den Lysosomen, Vakuolen und Zellwänden vorhandenen Nukleasen schnell inaktiviert werden. Dies wird bei biologischen Proben mit hoher endogener RNAse-Aktivität durch die übliche Kombination von denaturierenden Zusatzstoffen zum Extraktionsmittel, Entzug der Calciumionen durch Chelatoren, niedrige Temperaturen und kurze Extraktionszeit bei biologischen Proben mit hoher endogener Nukleaseaktivität nur unvollkommen und unter Herabsetzung der Ausbeute erreicht. In der Patentschrift US 6204375 ist ein Verfahren und ein Mittel zur Konservierung von RNA in biologischen Proben beschrieben. Es beruht auf der denaturierenden, entwässernden und die endogenen Nukleinsäuren fällenden Wirkung konzentrierten Salzlösungen und ermöglicht nach längerer Lagerung der konservierten Proben die spätere Extraktion der hochmolekularen RNA in guter Qualität. Die hohe Salzkonzentration in der Konservierungslösung kann für die folgenden Untersuchungen jedoch nachteilig sein. Außerdem bleiben bei der Vorbereitung der Nukleinsäure-Extraktion nach US 6204375 die mit dem Zellaufschluss verbundenen Probleme erhalten. Es besteht nach wie vor Bedarf an Verfahren zur Konservierung und zum Zellaufschluss, welche die anschließende Extraktion hochmolekularer Nukleinsäure ohne Qualitätsverlust ermöglichen.
[0003] Hieraus leitet sich die Aufgabe ab, hochmolekulare DNA und RNA lebender Zellen, Zellverbände und Gewebeproben bei Normaltemperatur zu konservieren und ein Verfahren zum mechanischen Aufschluss von Pflanzenzellen, Pilzen und Bakterien zu entwickeln, das unter weitgehender Vermeidung enzymatischer oder mechanischer Depolymerisation der Nukleinsäuren bei Normaltemperatur durchgeführt werden kann.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach Anspruch 1 und durch ein Arbeitsbesteck nach Anspruch 7 gelöst. Die Unteransprüche betreffen vorteilhafte Ausführungsvarianten der Erfindung.
[0005] Die Erfindung beruht auf dem Befund, dass sich gegen mechanischen Aufschluss sehr resistente Hefe- und Bakterienzellen oder Pflanzengewebe mit geringer mechanischer Leistung in kurzer Zeit vollständig aufbrechen lassen, nachdem sie in einer organischen mit Wasser mischbaren flüchtigen Flüssigkeit, z.B. Aceton oder Ethanol, weitgehend entwässert wurden. Unter einer weitgehend wasserfreien organischen Flüssigkeit ist zu verstehen, dass der Wassergehalt der organischen Flüssigkeit kleiner ist als der Wassergehalt der azeotropen Mischung der Flüssigkeit mit Wasser. Im Fall des Ethanols liegt der maximale Wassergehalt bei 4 %, da 96 %iger Ethanol bei 78,4 0C azeotrop mit einem Wasseranteil von 4 % destilliert werden kann.
[0006] Beispielsweise genügte das Schütteln einer nahezu wasserfreien Hefesuspension in Aceton mit feinen Glasperlen und einigen große Glasperlen (3 mm) auf einem konventionellen zum Mischen kleiner Flüssigkeitsvolumina ausgelegten Kleinschüttler (Vortex-Mischer), um die Wände aller Zellen zu zerstören. Es kam zu keiner erkennbaren Zellzerstörung bei gleicher Schütteldauer, und -intensität, wenn sich die Glasperlen und Hefezellen im gleichen Volumen eines üblichen wässrigen Milieus befanden. Die Effizienz des Zellaufschlusses war stark von der Entwässerung des organischen Mediums und der Zellen abhängig. Bereits ein geringer Wassergehalt der organischen Flüssigkeit, wie er beispielsweise durch das Eingeben von 50 μl einer wässrigen Hefesuspension in 1,2 ml reines Aceton oder Ethanol entsteht, beeinträchtigte die Effizienz der Zellfragmentierung stark. Es ist daher für die Erfindung wesentlich, die Suspension der Zellen, Zellverbände bzw. Gewebeproben in der organischen Flüssigkeit weitgehend von Restwasser zu befreien und die Solvatation der hydrophilen Polymeren der Zelle und vor allem der Zellwand mit Wasser zu verhindern, bevor die Probe in der entwässerten organischen Flüssigkeit mechanisch
aufgeschlossen wird. Es zeigte sich generell, dass erst im weitgehend entwässerten Zustand Zellen, Zellverbände oder Gewebeproben so brüchig werden, dass relativ schwache mechanische Impulse zu einem effizienten mechanischen Aufschluss führen. Anstelle von Aceton konnten mit vergleichbarem Erfolg andere mit Wasser mischbare und flüchtige organische Flüssigkeiten, beispielsweise Methanol, Ethanol, Isopropanol, Dioxan und dergleichen eingesetzt werden.
[0007] Für das erfindungsgemäße Verfahren des Zellaufschlusses wird, wie bei anderen mechanischen Zellaufschlussverfahren, ein Generator für mechanische Impulse in einem Flüssigkeitsvolumen, z.B. ein Schüttelgerät, ein Rührgerät, ein manuell zu betätigender Rührstab, eine Ultraschall-Quelle oder dergleichen benötigt. Erfindungswesentlich ist, dass die mechanischen Impulse auf ein biologisches Material einwirken, das sich in einer weitgehend wasserfreien, mit Wasser mischbaren und flüchtigen Flüssigkeit befindet.
[0008] Eine vorteilhafte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, den Zellaufschluss in dem zur Entwässerung in der organischen Flüssigkeit verwendeten Konservierungs- und Aufschlussgefäß mit Hilfe von geeigneten Aufschlusspartikeln durchzuführen. Hierzu wird eine Suspension der Zellen, Zellverbände oder Gewebeproben in der weitgehend wasserfreien organischen Flüssigkeit in einem Flüssigkeitsvolumen, das vorzugsweise 40 bis 60 % des Gefäßvolumens beträgt, mit Aufschlusspartikeln, beispielsweise Glasperlen, geschüttelt. Vorzugsweise werden feine Aufschlusspartikeln aus Glas mit einem Durchmesser unter 0,5 mm mit einem Volumenanteil von 5 bis 30 % und einige größere und schwerere Aufschlusspartikeln aus Glas oder Stahl mit einem Durchmesser von 2 bis 5 mm eingesetzt. Die größeren Aufschlusskörper verstärken auf Grund ihrer Trägheit die Strömungsgeschwindigkeitsgradienten im Aufschlussgefäß. Eine hohe Konzentration feiner Aufschlusspartikeln erhöht die Frequenz der zellwandbrechenden mechanischen Impulse, welche auf die entwässerten Zellen, Zellverbände bzw. Gewebeproben einwirken. Die Aufschlusspartikeln werden im annähernd wasserfreien Milieu der organischen Flüssigkeit in ähnlicher Weise eingesetzt, wie es für den Zellaufschluss im wässrigen Milieu gebräuchlich ist. Der erfindungsgemäße Einsatz von Aufschlusspartikeln im annähernd wasserfreien flüssigen Milieu hat jedoch den Vorteil, dass ein verlustfreies und vollständiges Aufbrechen der Zellen mit geringem Energieeintrag möglich ist. Da die Zellwände in Abwesenheit von Wasser ihre Elastizität verlieren, platzen Zellen oder Gewebeteilchen unter dem Einfluss von Scherkräften leichter, wenn sie entwässert vorliegen. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen
Vorrichtung beruht darauf, dass die zur Herstellung eines Homogenats aus mechanisch aufgeschlossenen Zellen, Zellverbänden oder Gewebeproben erforderlichen mechanischen Impulse und Scherkräfte in weitgehender Abwesenheit des Quellmittels Wasser auf die Zellen oder Gewebeproben einwirken. Dabei liegen die hochmolekularen Nukleinsäuren in stark kondensierter Form vor und sind hierdurch vor dem Abbau durch mechanische Scherung geschützt. Der mechanische Aufschluss der Zellen und Gewebe in einer gut entwässerten organischen Flüssigkeit führt daher nicht zum Abbau der DNA durch Scherung.
[0009] Um die Zellen, Zellverbände bzw. Gewebeproben weitgehend zu entwässern, kann das in die organische Flüssigkeit übergetretene Wasser im einfachsten Fall durch mehrfache Erneuerung der organischen Flüssigkeit entfernt werden, wobei ein wasserhaltiges organisches Medium gegen wasserfreies ausgetauscht wird. Wenn das verwendete biologische Material, wie es für Gewebeproben von Pflanzen und Pilzen typisch ist, hohe endogene Aktivitäten von Nukleasen, Phenoloxidasen und anderen oxidierenden oder radikalfreisetzenden Enzymen besitzt, kann im Verlauf der Denaturationszeit, die durch allmähliches Ansteigen der Konzentration der organischen Flüssigkeit in die Zellen gekennzeichnet ist, Nukleinsäureabbau stattfinden. Außerdem kann die Extrahierbarkeit der Nukleinsäuren durch Bildung von Polyphenolen und oxidative Proteinvernetzung beeinträchtigt werden. Die hiermit verbundenen enzymatischen Vorgänge können erfindungsgemäß dadurch unterdrückt werden, dass die lebenden Gewebeproben in eine Mischung aus der organischen Flüssigkeit und einem Puffer niedrigen pH- Wertes (pH 2-4), dessen Anteil am Gesamtvolumen 5 bis 30 % beträgt, eingebracht werden. Diese Mischung wird nach kurzer Einwirkungszeit (vorzugsweise 30 min bis 2 h) gegen eine weitgehend wasserfreie organische Flüssigkeit ausgetauscht. Um die inhibitorische Wirkung des niedrigen pH- Wertes auf unerwünschte Oxidationsprozesse zu verstärken, kann dem Gemisch ein geeignetes Reduktionsmittel, z.B. Natriumsulfit, Natriumdithionit, Mercaptoethanol und dergleichen beigefügt werden. Die Gewebeproben zunächst in eine organische Flüssigkeit mit einem Wassergehalt von etwa 20 % einzubringen und diese Flüssigkeit nach kurzer Zeit gegen die weitgehend wasserfreie organische Flüssigkeit auszutauschen hat, hat einen weiteren Vorteil. Ein geringer Wassergehalt der organischen Flüssigkeit führt bei der Extraktion von Pflanzengeweben bekanntlich zu einer schnelleren und vollständigeren Extraktion amphiphiler Stoffe wie der Phospholipide und Phenolverbindungen und zu einer vollständigeren Extraktion lipophiler Stoffe wie des Karotins und des Chlorophylls.
[0010] Erfindungsgemäß kann dem für die Probenkonservierung genutzten Gefäß mit der organischen flüchtigen Flüssigkeit auch ein zu ihrer Entwässerung geeigneter Feststoff hinzugefügt werden. Hierfür eignet sich besonders poröses Zeolith (Molsieb) mit einer Porenweite von 0,3 nm, das unter der Bezeichnung Molsieb bekanntlich zum Trocknen von Alkohol und anderen organischen Flüssigkeiten eingesetzt wird. Ebenfalls geeignet sind wasserfreie Kristalle von Natriumsulfat, Magnesiumsulfat oder dergleichen. Das Entwässerungsmittel muss in ausreichender Menge hinzugefügt werden. Um das in der Probe vorhandene Wasser nahezu vollständig zu binden, soll das Produkt aus der Masse des Entwässerungsmittels und seiner auf die Masse bezogenen Wasserbindungskapazität den Wassergehalt der Probe übersteigen. Wird das Entwässerungsmittel in ausreichender Menge eingesetzt, kann auf den mehrfachen Austausch der organischen Flüssigkeit verzichtet werden.
[0011] Ein wichtiger Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, dass organische, mit Wasser mischbare flüchtige Flüssigkeiten wie Aceton, Dioxan, Methanol, Ethanol und iso-Propanol die Lipidmembranen zerstören und schnell in Zellen und kleine Gewebeschnitte eindringen, wodurch diese entwässert und die Nukleasen und die oxidationswirksamen Enzyme deaktiviert werden. Bei der Inkubation der Zellen, Zellverbände und Gewebeproben in wasserfreien wasserlösenden organischen Flüssigkeiten werden die genannten Enzyme außerdem irreversibel denaturiert. Durch Aufbewahrung in einer nahezu wasserfreien organischen Flüssigphase ist es möglich, Nukleinsäuren für nahezu unbegrenzte Zeit unverändert zu erhalten. Die mit der organischen Flüssigkeit gesättigten Gewebeproben oder Zellen bzw. deren Homogenate, die durch mechanischen Aufschluss der Zellen oder Gewebeteilchen in der wasserfreien organischen Flüssigkeit hergestellt wurden, können bis zum Austausch des organischen Flüssigmediums gegen den wässrigen Extraktionspuffer ohne Gefahr enzymatischer Veränderungen bei Raumtemperatur beliebig lange gelagert werden. Da die zelleigenen Nukleasen und gegebenenfalls auch Nukleasen, die durch Kontamination in die Probe gelangt sind, durch weitgehende Entwässerung in der wasserfreien, mit Wasser mischbaren organischen Flüssigkeiten denaturiert werden, ist nach dem Zellaufschluss die Probe in der Regel frei von aktiven Nukleasen. Daher kann auch die nachfolgende Extraktion der Nukleinsäuren in einem wässrigen Extraktionsmittel ohne Nuklease-Inhibitoren bei Raumtemperatur vorgenommen werden.
[0012] Die organische Flüssigkeit kann von partikulären Zellresten, welche die Nukleinsäuren in ungelöster Form enthalten, leicht durch Zentrifugieren getrennt werden. Wegen des großen Dichteunterschieds und der geringen Solvatation der hydrophilen Quellstoffe in den partikulären Zellresten sedimentieren die entwässerten Zellbruchstücke in der organischen Flüssigkeit vollständig und in kurzer Zeit bei geringer Drehzahl. Die Flüchtigkeit der organischen Flüssigkeit ermöglicht anschließend die vollständige Entfernung der organischen Flüssigkeit durch Verdunsten. Dieser Prozess kann rationell gestaltet werden. Werden beispielsweise 2-ml-Probenröhrchen aus Polypropylen (Eppendorf-Röhrchen) als Konservierungs- und Probenaufschlussgefäße eingesetzt, wird nach dem Dekantieren oder Absaugen der Hauptmenge der überstehenden organischen Flüssigkeit der Flüssigkeitsrest durch eine kurze Inkubation des Gefäßes im Vakuum bei Raumtemperatur oder Erwärmen in einem handelsüblichen Heizblock vollständig entfernt. Da beim Verdunsten einer gut entwässerten organischen Flüssigkeit sich kein Restwasser konzentrieren kann, kommt es nicht zum Verquellen und Verkleben der hydrophilen Zellfragmente am Ende des Trocknungsvorganges. Das beim Trocknen entstandene Pulver aus Zellbruchstücken kann problemlos in einem wässrigen Extraktionspuffer aufgenommen werden. Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass die Löslichkeit der Nukleinsäuren im Anschluss an die Trocknung der Zellreste aus einer flüchtigen, mit Wasser mischbaren, wasserfreien organischen Flüssigkeit nicht herabgesetzt war.
[0013] Nach der Auflösung der im partikulären Rückstand vorhandenen Nukleinsäuren in einem hierfür geeigneten wässrigen Exktraktionspuffer sind unlösliche feine Aufschlusspartikeln und Zellwandfragmente durch Mikrofϊltration, Zentrifugieren oder einfaches Sedimentieren aus der wässrigen Exktraktionsflüssigkeit zu entfernen, um einen klaren wässrigen Rohextrakt zu gewinnen. Auf einen gesonderten Schritt zur Abtrennung partikulärer Reste aus dem wässrigen Extrakt kann verzichtet werden, wenn zur anschließenden Isolation der Nukleinsäuren ein chromatographisches Trennbett eingesetzt wird. In diesem Fall ist vorteilhaft, in der verwendeten Einwegsäule das chromatographische Trennbett mit einem Mikrofilter abzudecken und den Extrakt mit den unlöslichen Bestandteilen über dieses Mikrofilter in das Trennbett einströmen zu lassen.
[0014] Für das erfmdungsgemäße Verfahren kann ein erfindungsgemäßes Arbeitsbesteck eingesetzt werden. Es umfasst eine geeignete organische Flüssigkeit und für jede Probe ein festes nahezu wasserfreies Entwässerungsmittel, das geeignet ist, in der organischen
Flüssigkeit gelöstes Wasser zu binden. Es ist besonders vorteilhaft, wenn das Entwässerungsmittel als fester Körper vorliegt und in seiner Form und Masse an das Gefäß so angepasst ist, dass es nach der Entwässerung der organischen Flüssigkeit wieder bequem entnommen werden kann. Um zu verhindern, dass das trockene Entwässerungsmittel Wasserdampf aus der Luft aufnimmt, wird der an das Gefäß angepasste Entwässerungskörper wasserdampfdicht verpackt. Nach erfolgter Entwässerung der Probe wird das Entwässerungsmittel wieder aus dem Konservierungsgefäß entnommen. Anschließend werden die Aufschlusspartikeln zu der organischen Flüssigkeit mit der Probe hinzugegeben. Nun kann das Konservierungsgefäß für den Zellaufschluss eingesetzt werden, indem die Probe mit den Aufschlusspartikeln geschüttelt wird.
[0015] In einer vorteilhaften Variante der Erfindung enthält das erfindungsgemäße Arbeitsbesteck für jede Probe eine an das Gefäß angepasste Menge von Aufschlusspartikeln, vorzugsweise in Form einer Mischung von schweren Partikeln, die beim Schütteln starke Strömung in der organischen Flüssigkeit erzeugen und kleineren Partikeln, die den Aufschluss von kleinen Zellen und Gewebeteilen durch Gewährleistung einer großen Impulsdichte beschleunigen. Die Erfindung wird im Folgenden durch Ausführungsbeispiele näher erläutert, ohne sie auf diese Beispiele zu beschränken.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1
[0016] Als organische Flüssigkeit wurde Aceton eingesetzt. Das Aceton wurde in einer Flasche über wasserfreiem Natriumsulfat aufbewahrt. Proben von 50 μl einer konzentrierten Hefesuspension (Saccharomyces cerevisiae), die durch Mischen des durch Zentrifugation erhaltenen Hefepellets mit Wasser im Volumenverhältnis 1/1 entstand, wurden in verschließbare 2-ml- Konservierungsgefäße (Eppendorf-Röhrchen) dosiert, in denen sich 1,2 ml des wasserfreien Acetons und 200 mg wasserfreien Natriumsulfats befanden. Zur Kontrolle wurde in Konservierungsgefäße, die 1,2 ml wasserfreies Aceton ohne Natriumsulfatkristalle oder Wasser enthielten, ebenfalls 50 μl der Hefesuspension dosiert. Die Gefäße wurden dicht verschlossen und bei Raumtemperatur inkubiert. In den ersten Stunden wurden die Gefäße gelegentlich oder ständig geschüttelt.
[0017] Nach 24 h oder 8 Wochen wurde der Zellaufschluss vorgenommen. Hierzu wurde die Zellsuspension durch Dekantieren vom Entwässerungsmittel abgetrennt und in ein verschließbares Probenaufschlussgefäß überführt, das 200 mg feiner Glasperlen mit einem Durchmesser von 1 bis 10 μm (Spheriglas der Firma Potters Europe, Suffolk, UK) sowie 10 Glasperlen mit einem Durchmesser von etwa 2 mm enthielt. Die Aufschlussgefäße (Eppendorf-Röhrchen) wurden in horizontaler Lage auf einem einfachen handelsüblichen Kleinschüttler zum Mischen von Flüssigkeiten (Vortex-Mischer) geschüttelt. Die lichtmikroskopische Bewertung ergab, dass die Zellen nach 30 min nahezu vollständig aufgeschlossen waren. Im Unterschied hierzu waren die Hefezellen in Vergleichsproben, die nicht mit Natriumsulfat getrocknet wurden, nur unvollständig aufgeschlossen. Befand sich anstelle von Aceton Wasser in den Aufschlussgefäßen, waren die Zellen überhaupt nicht aufgebrochen. Die Eppendorfröhrchen wurden zentrifugiert und der Überstand abgenommen. Die Aufschlussgefäße, welche die vollständig entwässerten Hefezellen enthielten, wurden geöffnet, mit einer perforierten Folie abgeschlossen, und das restliche Aceton wurde im Vakuum einer Wasserstrahlpumpe verdampft.
[0018] Der Rückstand wurde mit 0,4 ml eines wässrigen Extraktionspuffers (10 mM Tris, 10 mM EDTA, pH 8, 1,4 % Natriumdodecylsulfat) auf dem Mischgerät 10 min lang geschüttelt und anschließend bei 37°C inkubiert. Zur Abtrennung der hochmolekularen Nukleinsäuren aus den erhaltenen Dispersionen wurden nach unterschiedlichen Zeiten 50 μl dieser Dispersionen auf eine Säule zur Isolation von Nukleinsäuren nach DE 199 02 724 und DE 102004030878 aufgetragen. Die Säulen enthielten über dem aus Sporopollenin-Mikrokapseln bestehenden Trennbett (1 ml) Filterschicht (3mm) aus feinen Partikeln (5-10 μm). Die Elution erfolgte mit Na-EDTA (10 mM, pH 8). Mit dem Elutionsmittel waren die Säulen bereits vor dem Auftragen der Proben äquilibriert. Bei einem Elutionsvolumen von bis 0,37 ml wurden hochmolekulare DNA und RNA eluiert und in der Sammelfaser am Ausgang der Säule konzentriert. Die elektrophoretische Analyse der Eluate ergab, dass in allen Eluaten eine hochmolekulare DNA-Fraktion vorlag. Sie bildete bei der Elektrophorese im Agarose-Gel (0,8 %) eine scharfe Bande mit einem Polymerisationsgrad weit über 10000 bp. Die hohe Qualität der extrahierten RNA ist daran zu erkennen, , dass die deutlich stärkere Bande für die rRNA der 28 S Untereinheit gut von derjenigen der rRNA der 18S-Untereinheit getrennt war. Hochmolekulare RNA-Mo leküle unterschiedlicher Molmasse (mRNA) war ebenfalls nachweisbar. Die Dauer der Konservierungsperiode (24 h oder 8 Wochen) hatte keinen Einfluss auf die Schärfe und Lage der Banden des Elektropherogramms. Bemerkenswert ist, dass selbst bei langen Extraktionszeiten (bis 24 h) und der hohen Temperatur während der
Extraktion (37°C) die hochmolekulare RNA und DNA stabil blieb. Elektrophoretisch konnte kein Abbau der Nukleinsäuren im Extraktionspuffer festgestellt wurde. Hieraus folgt, dass das erfindungsgemäße Konservierungs- und Aufschlussverfahren die endogenen Nukleasen irreversibel denaturiert. Da die endogenen Nucleasen auch in dem wässrigen Extraktionspuffer ihre Aktivität nicht mehr entfalten können, kann die Extraktion in geeigneten Puffern ohne Risiko unerwünschten enzymatischen Abbaus bei Raumtemperatur und auch bei höherer Temperatur über längere Zeit durchgeführt werden. Daher sind hohe Ausbeuten an DNA und hochmolekularer RNA erreichbar.
Beispiel 2
[0019] Als organische Flüssigkeit wurde Ethanol eingesetzt. Aus dem Pellet einer Kultur von Saccharomyces cerevisiae wurde durch Mischung mit Wasser im Verhältnis 1/1 eine Hefesuspension hergestellt. Proben von 50 μl dieser Suspension wurden in 2 ml- Eppendorfröhrchen mit 1 ml 96%igen Ethanols versetzt. Ein Teil der Proben (Variante A) wurde bei Raumtemperatur über Nacht geschüttelt und anschließend durch Zentrifugation gesammelt. Bei einem weiteren Teil der Proben (Variante B) wurden die Hefen bereits nach einer Schüttelzeit von 4 h durch Zentrifugation gesammelt, das Pellet mit 1 ml absoluten Ethanols versetzt und über Nacht weiter geschüttelt. Bei einem weiteren Teil der Proben (Variante C) wurde das wasserhaltige Ethanol ebenfalls gegen absolutes Ethanol ausgetauscht. In die so erhaltene Suspension wurde bei Variante C zur restlosen Entfernung des Wassers aus den ethanolgesättigten Zellen ein Wasser absorbierender Formkörper eingebracht und nach einer Entwässerungszeit von 18 h wieder entnommen. [0020] Die verwendeten Wasser absorbierenden Formkörper wurden durch Aufkleben von zwanzig Zeolith-Perlen mit einem Durchmesser von 3 mm und einer Porenweite von 0,3 nm an einen 1,8 cm langen und 4 mm breiten Zellulosestreifen hergestellt, in einer Gefriertrocknungsanlage bei einer Stellflächentemperatur von 800C im Vakuum (0,07 mbar) vollständig entwässert und in einem Eppendorf-Röhrchen dampfdicht verpackt. [0021] Bei den Varianten B und C wurde nach einer Entwässerungszeit von 18 h eine Aufschlusskörpermischung bestehend aus 10 Glasperlen mit einem Durchmesser von 3 mm und 100 mg Glasperlen mit einem Durchmesser von 0,2 bis 0,5 mm zu den Suspensionen gegeben. Für den Zellaufschluss wurden die Röhrchen auf einem nach dem Vortex-Prinzip arbeitenden Schüttler mit einer Frequenz von 50 s"1 und einem Schüttelradius von 2,5 mm 30
min lang geschüttelt. Bei Variante A wurde keine Glasperlen hinzugefügt und die Röhrchen wurden auch nicht geschüttelt.
[0022] Im Anschluss an den Zellaufschluss erfolgte die Extraktion der Nukleinsäuren im wässrigen Extraktionspuffer bei allen Varianten bei Raumtemperatur in gleicher Weise. Hierzu wurden 0,1 ml der ethanolischen Suspensionen von Zellen bzw. Zellresten entnommen und in einem 0,5 ml-Eppendorfröhrchen zentrifugiert. Das Ethanol wurde dekantiert. Die Pellets wurden in 0,1 ml eines wässrigen Extraktionspuffers (1,4 % SDS, 50 mM EDTA-Na, pH 7,4) aufgenommen und auf einem Überkopfschüttler etwa 18 h geschüttelt. Die Extrakte wurden durch Zentrifugation von Partikeln befreit. 10 μl der zentrifugierten Extrakte wurde elektrophoretisch durch Gel-Elektrophorese in einem Agarose-Gel (1,3 %) analysiert. Bei den Varianten B und C waren eine scharfe Bande hochmolekularer DNA und zwei scharfe Banden von rRNA (28 S und 18 S rRNA) zu erkennen. Niedermolekulare RNA (hauptsächlich tRNA) mit einer Größe von etwa 80 Nukleotiden war ebenfalls zu erkennen. Bei Variante C (vollständige Entwässerung des Ethanols durch Zeolith) waren die Banden der hochmolekularen RNA und der DNA prominenter als bei Variante B. Die Extrakte der mechanisch nicht aufgeschlossenen ethanolbehandelten Hefezellen (Variante A) enthielten keine nachweisbaren Mengen an hochmolekularen Nukleinsäuren. Sie enthielten aber niedermolekulare RNA (vor allem tRNA) in vergleichbarer Menge wie die Extrakte der Varianten B und C. [0023] Die Homogenate der Varianten A, B und C wurden zentrifugiert und mit Methylenblau (Konzentration 0,2 %) enthaltendem wässrigen Extraktionspuffer aufgenommen.. Im Mikroskop lassen sich bei dieser Färbung die aufgebrochenen Zellwandhüllen leicht von den stark blau gefärbten denaturierten Zellen mit intakter Zellwand unterscheiden. Während bei Variante A alle Zellwände unverletzt waren, waren bei Variante C alle Zellen geöffnet. Bei Variante B waren etwa 60 % der Zellen aufgeschlossen.
[0024] Das Ergebnis zeigt, dass die hochmolekularen Nukleinsäuren (DNA, rRNA und hochmolekulare mRNA nicht durch die intakte Zellwand permeierten. RNA-Mo leküle von der Größe der t-RNA konnten nach der Behandlung mit Ethanol jedoch aus den intakten Zellen mit Hilfe des wässrigen Puffers effektiv extrahiert werden konnten. Nach der erfindungsgemäßen Konservierung der Nukleinsäuren mit einer mit Wasser mischbaren organischen Flüssigkeit kann demnach die Zellwand als Ultrafilter zur selektiven wässrigen Extraktion niedermolekularer RNA-Fraktionen ausgenutzt werden. Das erfindungsgemäße Konservierungsverfahren, das in der Sättigung der Zellen mit einer mit Wasser mischbaren organischen Flüssigkeit besteht, ermöglicht die selektive Extraktion einer niedermolekularen
RNA-Größenfraktion. Dies ist sehr vorteilhaft für die Untersuchung kleiner RNA-Mo leküle, z.B. der siRNA, der miRNA und der tnRNA.
Beispiel 3
[0025] In den zur Probenkonservierung und zum Zellaufschluss eingesetzten 2 ml-Eppendorf- Röhrchen befand sich eine Menge von 1,5 ml einer Mischung aus Ethanol (80 Volumenprozent) und einem Citronensäure/Citratpuffer (100 mM, pH 3), der 0,5 % Natriumdithionit enthält (20 Volumenprozent). In diese Flüssigkeit wurden kleine Blattstücken verschiedener Pflanzen {Arabidopsis thaliana, Daucus carota, Apium graveolens, Ceratophyllum demersum, Dactylorhiza incarnata ) sowie Blüten von Arabidopsis thanliana, Daucus carota, Apium graveolens und Segmente von Wurzeln und Schoten von Arabidopsis thaliana eingebracht. Von den genannten Pflanzenmaterialien wurde jeweils eine Menge von etwa 200 mg eingesetzt. Die Dosierung erfolgte anhand des Anstiegs des Flüssigkeitsspiegels in dem zur Probenkonservierung eingesetzten Eppendorf- Röhrchen.
[0026] Nach 1 h wurde die Flüssigkeit abgesaugt. Die mit ihr gesättigten Pflanzengewebe wurden so weit wie möglich entfeuchtet, in dem sie mit etwas Zellstoff und einer Pinzette zusammengepresst wurden. Anschließend wurden 1,5 ml reinen Ethanols zu dem Pfianzenmaterial in das Konservierungsgefäß gegeben. Am nächsten Tag wurde das Ethanol entfernt und zu den Gewebeproben wurde 1 ml reinen Ethanols und der bereits unter 2. beschriebene aus dem Entwässerungsmittel gebildete Formkörper eingebracht. Die Röhrchen mit dem Entwässerungsmittel und den Gewebeproben wurden bis zum nächsten Tag auf einem Überkopfschüttler bei Raumtemperatur inkubiert. Anschließend wurde der Entwässerungsformkörper entnommen. In die Röhrchen mit den inzwischen vollständig entfärbten und entwässerten Gewebeproben wurden 200 mg feiner Glasperlen (Durchmesser 200 bis 500 μm) und 10 große Glasperlen (Durchmesser etwa 3 mm) eingefüllt. Die Röhrchen wurden 20 min lang auf einem Schüttelgerät für den Zellaufschluss (Schwingmühle MM2, Retsch GmbH, Deutschland) bei 50 % der maximalen Intensität in horizontaler Lage geschüttelt.
[0027] Danach waren die genannten Gewebeproben vollständig homogenisiert. Im Mikroskop waren neben Zelltrümmern nur noch geöffnete Zellen zu erkennen. Kleinere Stücken zusammenhängender Zellen beschränkten sich auf Xylemgefäße und kleine Flächen der Epidermis, deren Zellen sämtlich geöffnet waren. Vergleichproben, in denen frisches Gewebe
mit gleicher Intensität in Wasser geschüttelt wurden, waren dagegen nicht oder nur sehr unvollständig homogenisiert.
[0028] Von den Homogenaten wurden nach unterschiedlichen Zeiten Proben von 0,1 ml entnommen und zentrifugiert. Die Pellets wurden in 0,1 ml eines zur Extraktion von RNA und DNA geeigneten Puffers (1,4 % SDS, 50 mM EDTA-Na, pH 7,5) aufgenommen und über Nacht bei Raumtemperatur zur Extraktion der Nukleinsäuren inkubiert. 10 μl der Extrakte wurden nach Abtrennung der Partikeln durch Zentrifugation elektrophoretisch analysiert, wie unter 2. dargestellt. Die Trennung ergab für alle Proben eine scharfe DNA-Bande, zwei scharfe rRNA-Banden (entsprechend der 28 S - und der 18 S - Untereinheit) sowie eine breitere Bande im Größenbereich der tRNA. Außerdem war mRNA deutlich erkennbar. Die gute Qualität der extrahierten hochmolekularen Nukleinsäuren zeigt sich in dem Befund, dass die rRNA-Bande für die 28 S -Untereinheit kräftiger als die der kleinen Untereinheit war. Auch bei den Pflanzengeweben war nachweisbar, dass das erfmdungsgemäße Verfahren eine hohe Stabilität der hochmolekularen Nukleinsäuren bei der nachfolgenden Extraktion mit einem wässrigen Extraktionsmittel gewährleistet. Das gleiche Ergebnis wurde auch dann erzielt, wenn die ethanolischen Homogenate 4 Wochen bei Raumtemperatur gelagert wurden.