PROTONENLEITFÄHIGKEITVERLEIHENDES MATERIAL
Die vorliegende Erfindung betrifft ein protonenleitfähigkeitverlei- hendes Material sowie ein Verfahren zu dessen Hersteliung. Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung dieses Materials als Protonen lieferndes und/oder Protonen akzeptierendes Material wie beispielsweise in heterogenen chemischen Prozessen, lonentransportprozessen etc..
Für viele heterogene Verfahren, d.h. solchen Verfahren in denen mindestens eine Phasengrenze vorliegt, werden immobilisierte, un¬ lösliche Protonenlieferanten bzw. Profonendonatoren oder Protone¬ nakzeptoren benötigt. Die Verwendung immobilisierter Protonenlie- feranten bzw. Protonendonatoren oder Protonenakzeptoren bietet grundsätzliche Vorteile, wie eine erleichterte Abtrennung.
Für derartige Verfahren besteht allgemein der Bedarf nach neuen Protonenlieferanten bzw. Protonenakzeptoren mit neuem bzw. ver- ändertem Eigenschaftsprofil.
Der Einsatz von Mikrogelen zur Eigenschaftssteuerung von Elastomeren oder Thermoplasten ist bekannt {WO2005/033185). Dabei sind zum Teil auch Mikrogele verwendet worden, die oberflächlich oder über den gesamten Querschnitt funktionelle Gruppen aufweisen.
Aus der DE 10 2007 011 427 ist die Verwendung von durch Emulsionspolymerisation hergestellten Polymerteilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser von 5 bis 500 nm, enthaltend ionogene Grup- pen, als protonenliefernde und/oder protonenakzeptierende Sub¬ stanz in heterogenen chemischen Prozessen bekannt. Die aus dem Latex der Emulsionspolymerisation gewonnenen Polymerteilchen weisen herstellungsbedingt eine regelmäßige kugelförmige Geometrie auf.
Diese aus der DE 1 0 2007 01 1 427 bekannten Materialien weisen ein noch zu verbesserndes Eigeπschaftsspektrum auf. Insbesondere sind die Eigenschaften der Materialien im Hinblick auf den relativ hohen Gelgehalt verbesserungswϋrdig, da sich weniger stark vernetzte Systeme, also Systeme mit einem größeren Maschennefz in Polymeraufbau, für bestimmte Anwendungen besser eignen können. Auch bestehen hinsichtlich der Änderung der mechanischen Eigenschaften von polymeren Materialien, in die die Polymerteilchen eingearbeitet werden, noch Raum für Verbesserungen.
Aus DE 10 2007 01 1 424 sind Polymerelektrolyfmembranen bekannt, die eine Polymermatrix aus mindestens einem basischen Polymer und eine oder mehreren Dotierungsmifteln bestehen, wobei die ionogen Gruppen enthaltenden Teilchen mit einem mittleren Teilchendurch- messer im Nanometerbereich in die Polymermatrix eingebettet sind und die ionogenen Gruppen enthaltenden Teilchen in einer Konzentration von weniger als 50%, bezogen auf die Polymermatrix, homogen in der Polymermatrix verteilt sind. Diese, mittels Emulsionspoly- merisation hergestellte Polymermatrix verfügt ebenfalls noch nicht über das optimale Eigenschaftsprofi!.
Des Weiteren bestand auch der Wunsch nach der Bereitstellung neuer hydrophiler polymerer Materialien, welche zu einer Verbesserung der Oberflächeneigenschaften, wie der antistatischen Eigenschaften von Polymeren oder anderen Substraten führen.
Es bestand daher die Aufgabe neue protonenleitfähigkeitverleihen- de Materialien bereitzustellen, welche für bestimmte Anwendungen über ein verbessertes Eigenschaftsprofii verfügen. Diese sollten möglichst über einen hohen Anteil an säure- oder basisch modifizierten Monomeren und eine hohe Transparenz verfügen und eine gute Kompabilität zu der Membran aufweisen.
Insbesondere was es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung Protonenleitfähigkeit verleihende Additive bereitzustellen, die - beispielsweise im Vergleich zu den aus DE 1 0 2007 01 1 427 bekannten Materialien - einen geringeren Verzweigungsgrad aufweisen und beispielsweise in Anwendungen, welche eine gute Quellbarkeit in einem umgebenden Medium erfordern, Verwendung finden können.
Weiterhin sollten die Protonenleitfähigkeit verleihenden Materialien bei der Verwendung als Additive für Polymere auch zu einer weite- ren Verbesserung der mechanischen Eigenschaften der Polymere führen, und sie sollten eine gute Verträglichkeit, d.h. insbesondere Mischbarkeit, mit den jeweiligen Polymermateriaiien aufweisen.
Gelöst werden die vorstehend beschriebenen Aufgabenstellungen durch ein Protonenleitfähigkeit verleihendes Material, welches aus Monomereinheiten aufgebaut ist und eine unregelmäßige Form aufweist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher protonenleitfähig- keitverleihendes polymeres Material, welches aus sauer und/oder basisch modifizierten Monomereinheiten aufgebaut ist und eine unregelmäßige Form aufweist.
Der Begriff „ Protonenleitfähigkeit verleihendes Material" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Material, welches als Pro- tonen-akzeptor und/oder als Protonendonor wirken kann und somit insbesondere auch eine DeSokalisierung und/oder den Transport von Protonen erlaubt. Dies bedingt im Allgemeinen die Anwesenheit von sauren und/oder basischen funktionellen Gruppen, welche Protonen abgeben können, wie saure Gruppen, wie Carboxylgruppen, Sulfon- säuregruppen etc., oder Protonen aufnehmen können, wie basische Gruppen, wie insbesondere Aminogruppen. Mit sauren Gruppen modifizierte Protonenleitfähigkeit verleihende Materialien weisen somit basenakzeptierende Eigenschaften auf, während mit basischen
Gruppen modifizierte Protonenleitfähigkeit verleihende Materialien somit insbesondere säurenakzeptierende Eigenschaften aufweisen.
Die erfindungsgemäßen Protonenleiffähigkeϊt verleihenden Materia- lien sind im Allgemeinen auch selbst protonenleitfähig, erlauben also insbesondere beispielsweise die Herstellung von Membranen, die eine Leitung von Protonen durch die Membran erlauben. Dies lässt sich beispielsweise durch Leitfähϊgkeits-, Widerstandsmessungen etc. feststellen.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter einer unregelmä¬ ßigen Form insbesondere jede Form von Teilchen verstanden, die nicht nahezu kugelförmig ist. Eine „nahezu kugelförmige" Geometrie bedeutet, dass die Teilchen bei deren Ansicht, beispielsweise einem Elektronenmikroskop, erkennbar im Wesentlichen eine kreisförmige Fläche bilden. Insbesondere weisen die erfindungsgemäß hergestell¬ ten Materialien, die im Allgemeinen in der Form trockener Pulver bereitgestellt werden durch Zerkleinerungs- und MahSprozesse Ecken bzw. Zacken auf. Ein Beispiel für die Ecken und Kanten der erfin- dungsgemäßen Teilchen ist in Figur 1 abgebildet. Bei Figur 1 handelt es sich um eine lichtmikroskopische Aufnahme der Probe 3 (DB 43) der Beispiele. Dadurch unterscheiden sich die erfindungsgemäßen Materialen insbesondere von durch Emulsionspolymerisation herge¬ stellten Polymeren, welche hersteliungsbedingt (Mizellen) im Allge- meinen eine erkennbar kugelförmige Geometrie aufweisen.
Erfindungsgemäß wurde gefunden, dass die erfindungsgemäßen Pro¬ tonenleitfähigkeit verleihenden polymeren Materialien, welche im Allgemeinen weitmaschig, aber dreidimensional vernetzt sind, das Eigenschaftsprofil von Polymeren verbessern und gleichzeitig füSI- stoffartige und plastifizierende Eigenschaften aufweisen. Des Weiteren wurde gefunden, dass die erfindungsgemäßen Materialien zu einer Verbesserung der Oberflächeneigenschaften, wie insbesondere der antistatischen Eigenschaften von Substraten führen. Weiterhin
können die neuartigen erfindungsgemäßen Materialien aufgrund ihrer Eigenschaften auch Anwendung in kosmetischen Anwendungen finden, wie ais Konditionierungsmittel in kosmetischen Formulierungen.
Darüber hinaus weisen die erfindungsgemäßen Protonenleitfähigkeit verleihenden Materialien eine gute Kompatibilität zu Polymeren wie thermoplastischen Polymeren auf, in die sie daher problemlos eingearbeitet werden können. So lassen sich die erfindungsgemäßen Materialien insbesondere in thermoplastische Polyurethane (TPU) schlieren- und agglomeraffrei dispergieren. Dadurch lassen sich insbesondere die antistatischen Eigenschaften der thermoplastischen Polyurethane (TPU) verbessern.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das proto- nenleitfähigkeitverleihende polymere Material mit einem Vernetzer vernetzt.
Das erfindungsgemäße Protonenleitfähigkeit verleihende Material weist vorzugsweise Monomereinheiten auf Basis mindestens einer Verbindung auf, welche ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus Styrol, Ethylenglykolmethacrylatphosphat (MAEP), Vinylsulfon- säure (VSS), Styrolsuifonsäure (SSS), Vinylphosphonsäure (VPS), N- Vinylimidazol (VlD), 4-Vinylpyridin (VP), N-[3-(Dime- thylamino)propyi]methacrylamid (DMAPMA), Dimefhylaminoethyl- methacrylat (DMAEMA), Acrylamid, 2-Acrylamidoglykolsäure, 2- Acrylamido-2-methyl-l-propansulfonsäure, Acrylsäure-[2-(((Buty!ami- no)-carbonyl)-oxy)efhylester], Acrylsäure-(2-diethylaminoethylester), Acryisäure-{2-(dimethylamino)-eihylester), Acrylsäure-(3-(dimethyl- amino)-propylester), Acrylsäure-isopropylamid, Acrylsäurephenyla- mid, Acrylsäure-(3-sulfopropylester)-Kalϊumsalz, Mefhacrylsäureamid, Methacryisäure-2-aminoefhylester-hydrochlorid, Methacryisäure-(2- (tert.-butylamino)-efhylester), Methacrylsäure-[(2-dϊmethylarnino)- methylester), Methacrylsäure-(3-dimethy!aminopropylamid), Me-
thαcrylsäureisopropylαmid, Methacrylsäure-(3-sulfopropylester)-
Kaliumsalz, 3-Vinylanilin, 4-Vinylanilin, N-Vinylcaprolactam, N-Vinyl- formamid, 1-Vinyl-imidazol, 2-Vinyl-pyridin, 4-Vinyl-pyridin, l-Vinyl-2- pyrrolidon, 5-Vinyluracil, Methacrylsäureglycidylester (GDMA), Mi- schungen der zuvor genannten Verbindungen, Salze der zuvor genannten Verbindungen und die konjugierten Säuren oder Basen der zuvor genannten Verbindungen. Liegen die Verbindungen als Salze vor, so können Sie gegebenenfalls vor der Polymerisation in die neutralen organischen Monomere überführt werden.
in einer Ausführungsform der Erfindung beträgt der Gewichtsanteil dieser monofunktionellen Monomere bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Materialien, bezogen auf 100 Gewichtsteile aller Monomere (einschließlich der vernetzenden Monomere) im Allge- meinen 0,1 bis 100 Gew.-%, besonders bevorzugt 10 bis 99,0 Gew.-%, vorzugsweise 30 bis 98 Gew.-%, wobei es sich bei den übrigen Mo¬ nomeren im allgemeinen um polyfunktionelle Monomere handelt, wie die weiter unten genannten.
In einer anderen, bevorzugten Ausführungsform der Erfindung be¬ trägt der Gewichtsanteil dieser monofunktionelien Monomere, bezogen auf 100 Gewichtsteile aller Monomere [einschließlich der vernetzenden Monomere), 40 bis 100 Gew.-%, besonders bevorzugt 50 bis 99,0 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt >50 bis 98 Gew.-%, wo- bei es sich bei den übrigen Monomeren im allgemeinen um poly- funktioneile Monomere handelt, wie die weifer unten genannten.
Das erfindungsgemäße Material weist vorzugsweise einen Quellungsindex von 0,5 bis 50, vorzugsweise 3 bis 45, besonders bevorzugt 3 bis 35, ganz besonders bevorzugt 3 bis 25, auf. Der Quellungsindex wird wie folgt berechnet:
Q! = Nαssgewicht der Polymerteilchen / Trockengewicht der Poly¬ merteilchen
Zur Ermittlung des Quellungsindexes (Ql) wurde eine Polymerprobe von cα. 250 mg im etwa 1000-fachen Überschuss an Toluol 24 Stunden lang gequollen, anschließend mit einem Faltenfilter abfiltrierf, gewogen und unter Vakuum bei 70 0C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und erneut gewogen.
Die erfindungsgemäßen Protonenleitfähigkeit verleihenden Materialien weisen vorzugsweise ionogene Gruppen auf. lonogene Gruppen sind erfindungsgemäß solche Gruppen, die ionisch sind oder zur Bil¬ dung ionischer Gruppen befähigt sind. Sie vermögen auf diese Weise profonenliefernd und/oder protonenakzeptierend zu sein. Bevor- zugt handelt es sich bei den ionogenen Gruppen um saure oder basische Gruppen, welche über Monomere eingeführt werden, die basische und/oder saure funktionelle Gruppen aufweisen. Besonders bevorzugt weist das erfindungsgemäße Material basische Gruppen auf.
In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das protonenleitfähigkeitverleihende polymere Material aus monofunktionellen Monomereinheiten, die durch basische und/oder sauere Gruppen modifiziert sind, und gegebenenfalls polyfunktionel- len Monomereinheiten (Vernetzer).
In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden die ionogenen Gruppen, insbesondere die protonenliefernden und/oder protonenakzeptierenden Gruppen, ausgewählt aus einer oder mehreren der folgenden sauren funktionellen Gruppen: - COOH, -SO3H, -OSO3H, -P(O)(OH)2, -0-P(OH)2 und -0-P(O)(OH)2 und/oder deren Salzen und/oder deren Derivate, wie insbesondere Partialesfer davon. Die Salze stellen die konjugierten Basen zu den sauren funktionellen Gruppen dar, also -COO-, -SO3-, -OSO3-, - P(O)2(OH)- oder -P(O)3 3", -0-P(O)2 2- und -OP(O)2(OH)- oder
-OP(O)32* in der Form ihrer Metall-, bevorzugt Alkalimetall- oder Ammoniumsalze, besonders bevorzugt Natrium- oder Kaliumsalze.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Er- findung werden die ionogenen Gruppen, insbesondere die protonenliefernden und/oder protonenakzepfierenden Gruppen ausgewählt aus einer oder mehreren der folgenden basischen funktionellen Gruppen: -NR2, worin R ausgewählt wird aus Wasserstoff, Alkyl oder Aryl. Bevorzugt is R Wasserstoff und/oder Alkyl mit 1 bis 18, be- vorzugt 1 bis 10, noch bevorzugter 1 bis ό Kohlensfoffatomen. Besonders bevorzugt ist -NR2 Dialkylamino, wie insbesondere Dϊmethy- lamino. Die basischen Gruppen können auch in Form ihrer Säureadditionssalze vorliegen, wie insbesondere als Hydrochloride. Auch die konjugierten Basen der oben genannten sauren funktionellen Grup- pen können als basische Gruppen verwendet werden, wie beispielweise eine Carboxylatgruppe, wie -COONa.
Erfindungsgemäß besonders bevorzugt ionogene Gruppen im Sinne der Erfindung werden ausgewählt aus -SO3H, -PO(OH)2, -0-P(O)(OH)2 und/oder deren Salze und/oder deren Derivate, wie insbesondere Partialester davon, sowie besonders bevorzugt aus den basischen Gruppen -NR2 und deren Säureadditionssalze wie zuvor definiert.
Der Vorteil bei der Verwendung von basischen funktionellen Grup- pen bzw. von Monomeren, die solche Gruppen aufweisen, besteht beispielsweise darin, dass insbesondere die Quellung von Polymeren, in welche die entsprechenden erfindungsgemäßen Materialien eingearbeitet werden, in sauren Medien verbessert wird. Auch wird die Fixierung von Farbstoffen mit sauren Gruppen, wie sie beispielsweise in Drucktinten für Tintenstrahldrucker verwendet werden, verbessert, wenn die erfindungsgemäßen Materialien in Drucktinten aufnehmenden Medien, wie Papier, eingearbeitet werden.
Das Protonenleitfähigkeit verleihende Material der vorliegenden Erfindung kann mit einem neutralen oder basischen Vernetzer vernetzt werden. Das erfindungsgemäße Material kann auch dadurch mit basischen Gruppen versehen werden, dass die vorstehenden Monome- re mit einem basischen Vernetzer vernetzt sind. Der basische Vernetzer kann beispielsweise Triallylamin sein.
Die erfindungsgemäßen Materialien sind besonders bevorzugt vernetzte Materialien . Sie werden im Ailgemeinen durch radikalische Polymerisation radikalisch polymerisierbarer Monomere in Lösungoder in Masse hergestellt, wobei die Polymerisation mit üblichen Ra- dikaϊstartern gestartet wird. Die Vernetzung erfolgt im Allgemeinen durch mindestens eine der folgenden Maßnahmen :
a) durch Copolymerisation in Schmelze oder in Lösung mit vernetzend wirkenden multifunktionellen Verbindungen (sogenannten Vernetzern) , b) durch nachträgliche Vernetzung nach der Polymerisation mittels Vernet∑ungsmitteSn bzw. Vulkanissationsmittel oder durch energiereiche Strahlung, beispielweise mit Licht einer Wellenlänge von weniger als 000 nm, bevorzugt weniger als 400 nm, c) durch Fortführung der Polymerisation in Schmelze oder in Lösung bis zu hohen Umsätzen, wie von mindestens etwa 80 mol- % bezogen auf die Gesamtmenge aller Monomere, d} im Monomerzulaufverfahren durch Polymerisation in Schmelze oder in Lösung mit hohen internen U msätzen, wie von mindestens etwa 80 mol-% bezogen auf die Gesamtmenge der bereits zugelaufenen Monomere und nach der Vernetzung mindestens einem Zerkleinerungsprozess unterworfen wird .
Bei der Polymerisation in Schmelze oder in Lösung handelt es sich um im Stand der Technik bekannte Verfahren .
Dabei ist die Direktvernetzung während der Polymerisation mit vernetzend wirkenden multifunkfionellen Verbindungen (Vernetzern) die bevorzugte Vernetzungsmethode.
Als Vernefzer eignen sich insbesondere Verbindungen, die ausgewählt werden aus der Gruppe, bestehend aus: Multifunktionellen Monomeren mit mindestens zwei, vorzugsweise 2 bis 4 copolymeri- sierbaren C=C-Doppelbindungen, wie vorzugsweise Diisopropenyl- benzol, Divinylbenzol, Trivinylbenzol, Divinylether, Divinylsulfon, Dial- lylphthalaf, Triallylcyanurat, Triallylisocyanurat, 1 ,2-Polybutadien, N,N '-m-PhenylenmaJeimid, 2,4-To!uylenbis(maleimid) und/oder Trial- lyltrimellitat, Acrylate und Methacrylate von mehrwertigen, vorzugsweise 2- bis 4-wertigen C2 bis C l O Alkoholen, wie vorzugsweiseEthy- ienglyko!, Propandiol-1 ,2, Butandiol, Hexandiol, PolyethylenglykoS mit 2 bis 20, vorzugsweise 2 bis 8 Oxyethyleneinheiten, Neopentylglykol, Bisphenol-A, Glycerin, Trimethylolpropan, Pentaerythrit und Sorbit, wie vorzugsweise Trimethylolpropantrimefhacrylat (TMPTMA), Ethy- lenglykoldimethacrylat (EGDMA), ungesättigten Polyestern aus a- liphatischen Di- und Polyolen und Maleinsäure, Fumarsäure, und/oder Itaconsäure und Polyallylaminen, wie Triailylamin.
Erfindungsgemäß sind als Vernetzer besonders bevorzugt: Acrylate und Methacrylate von mehrwertigen Alkoholen, vorzugsweise 2- bis 4-wertigen C2 bis Cl O Alkoholen, wie am meisten bevorzugt: Tri- methyiolpropantrimethacrylat (TMPTMA) .
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, dass der Gewichtsanteil an Vernetzern, bezogen auf die Gesamtmenge aller Monomere (Vernetzungsgrad) in dem erfindungsgemäßen Protonen- leitfähigkeit verleihenden Material, im Allgemeinen 0, bevorzugt mehr als 0 Gew.-% bis 1 5 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,50 bis 1 0 Gew.-%, vorzugsweise 1 ,0 bis 8 Gew.-%, beträgt.
In den protonenteitfähigkeitsverleihenden Materialien bezeichnet der Vernetzungsgrad im Rahmen der vorliegenden Erfindung den
Gewichtsαnteil der vernetzenden Monomere (sogenannte Vernetzer mit einer Funktionalität >1, bevorzugt >2,) zur Gesamtmasse aller Monomere.
Als Radikalstarter bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Materialien können übliche Radikalstarter eingesetzt werden, wie organischen Peroxide, insbesondere Dϊcumyiperoxid, tert.-Butyl- cumylperoxid, Bis-(tert.-butyl-peroxy-isopropyl)benzol, Di-tert.-butyl- peroxid, 2,5-Dimethylhexan-2,5-dihydroperoxid, 2,5-Dimethylhexin- 3,2,5-dihydroperoxid, Dibenzoylperoxid, Bis-(2,4-dichlorobenzoyl]- peroxid, tert.-Butylperbenzoat, organische Azoverbindungen, insbesondere Azo-bis-isobutyronitril und Azo-bis-cyclohexannitril. Bevorzugt werden organische Azoverbindungen, insbesondere Azo-bis- isobutyronitri!, verwendet.
Diese Radikalstarter können auch als Vernetzungsmittel (oder Vulka¬ nisationsmittel) im Sinne der vorliegenden Anmeldung bei der nach¬ träglichen Vernetzung nach der Polymerisation gemäß oben erwähnter Variante b) eingesetzt werden. Dabei wird die Vernetzung bei Verwendung von Radikaistartern durch freie Radikale, die sich aus der Zersetzung der Radikalstarter bilden, bewirkt. Auch eine nachträgliche Vernetzung mittels energiereicher Strahlung ist möglich.
Erfindungsgemäß kann eine Vernetzung nach der Poiymerisation insbesondere mittels Vernetzungsmitteln (Vuikanisationsmitteln) erfolgen, die aus der Gruppe ausgewählt werden, die umfasst: organische Peroxide, insbesondere Dicumyiperoxid, tert.-Butyl- cumylperoxid, Bis-(tert.-butyl-peroxy-isopropyl}beπzol, Di-tert.-butyl- peroxid, 2,5-Dimethylhexan-2,5-dihydroperoxid, 2,5-Dimethylhexin- 3,2,5-dihydroperoxid, Dibenzoylperoxid, Bis-{2,4-dichlorobenzoyl)- peroxid, tert.-Butylperbenzoat, organische Azoverbindungen, insbesondere Azo-bis-isobutyronitril und Azo-bis-cyclohexannitril, schwefelhaltige Vernetzungs- bzw. Vulkanisationsmittel, wie Di- und
Polymercαptoverbindungeπ, insbesondere Dimercαptoethαn, 1,6- Dimercαptohexαn, 1 ,3,5-Trimercαptotriαzin und Mercαpto-terminierte Polysulfidkαutschuken, insbesondere Mercαpto-terminierte Umsetzungsprodukte von Bis-Chlorethylformα! mit Nαtriumpoiysulfid.
Im Rahmen der voriiegenden Erfindung ist es insbesondere bevor¬ zugt, wenn das erfindungsgemäße polymere Material Monomerein- heifen mindestens auf Basis von N-[3-
(Dimethylamino)propyl]mefhacrylamid (DMAPMA) aufweist. Sn einer besonders bevorzugten Ausführungsform bestehen die monofunktionellen Monomere des erfindungsgemäßen polymeren Materials aus¬ schließlich aus N-[3-(Dinriethylamino}propyl]methacrylamid (DMAP- MA), neben bevorzugt vorhandenen Vernetzern.
Darüber hinaus ist es bevorzugt, wenn das Profonenleitfähigkeit verleihende Material der vorliegenden Erfindung als Vernetzer Trimethy- lolpropantrimethacryiat (TMPTMA) aufweist.
Insbesondere bevorzugt ist es, wenn das Protonenleiffähigkeit verlei- hende Material Monomereinheiten mindestens auf Basis von N-[3- (Dimethylamino)propyl]methacrylamid (DMAPMA) aufweist und als Vernetzer mindestens Tπmethylolpropantrimethacrylat (TMPTMA) verwendet wird. Besonders bevorzugt besteht das Protonenleitfähigkeϊt verleihende Material aus diesen beiden Monomeren.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das Protonenleitfähigkeit verleihende Material nach der PoSymerisation einer Ver¬ netzung mit schwefelhaltigen Vernetzungs- bzw. Vulkanisationsmit¬ teln (Schwefelvernetzung) unterworfen, wie durch Behandlung mit Di- und Polymercaptoverbindungen, insbesondere Dimer- captoethan, 1 ,6-Dimercaptohexan, 1 ,3,5-Trimercaptotriazin und Mercapto-terminierte Polysulfidkautschuken, insbesondere Mer- capto-terminierte Umsetzungsprodukte von Bis-Chlorethylformal mit Natriumpolysulfid.
Das Protonenleitfähigkeit verleihende Material weist zweckmäßigerweise in Toluol bei 23 0C unlösliche Anteile (Gelgehalt) von im Allgemeinen 50 bis 99 Gew.-%, vorzugsweise 60 bis 90, besonders be- vorzugt 63 bis 80 Gew.-%, auf.
Der Gelgehalt wurde durch kontinuierliche Extraktion mit Toluol bestimmt. Hierzu wurde eine Probenmenge von etwa 3 g in einen Soxh- let-Extraktionsapparatur eingewogen und 1 6 Stunden im Lösungsmit- telrückfluss extrahiert.
Der Gelgehalt wird folgendermaßen als Massenquotient berechnet : mF Probe, nach Extraktion
Gelgehalt = . 100 % m. Probe, nach Extraktion
Darüber hinaus weist das erfindungsgemäße Protonenleitfähigkeit verleihende Material einen mittleren Teilchendurchmesser (dso)von im Allgemeinen kleiner 50 μm, vorzugsweise kleiner als 40 μm, besonders bevorzugt kleiner als 30 μm, insbesondere kleiner als 25 μm, auf. Dieser Teilchendurchmesser wird nach der Polymerherstellung nach einer Zerkleinerungsbehandlung erhalten, welche weiter unten beschrieben wird.
Die mittlere Teilchengröße wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung durch dynamische Lichtstreuung bestimmt. Die Lichtstreu- ungsmessungen zur Bestimmung der Teilchengrößenverteilungen wurden im Labor für Prozessanalyse (Betriebslabor) der Firma Rhein Chemie Rheinau GmbH wie folgt durchgeführt.
Hierfür wurde das Lichtstreuungsmessgerät Coulter LS 230 mit SVM (small volume module) verwendet. Das „Light-Scattering" Korngrößenanalysegerät LS 230 verwendet für den Messbereich von 0,4 bis 2000 μm eine binokulare Optik. Im Bereich der Mie-Streuung bildet die PIDS-Technologie (Polarization Intensity Differential Scattering)
die Grundlage für die Messung, die mit weißem Licht der Wellenlängen 450, 600 und 900 nm durchgeführt wird. Das Licht wird jeweils vertikal und horizontal polarisiert und die Streulichtintensität der Senkrechtstreuung in 6 DetektionswinkeSn erfasst. Die Differenz der entsprechenden StreuÜchtintensitäten der unterschiedlichen Polarisationsebenen ergibt das sogenannte PIDS-Muster, das signifikant von der Partikelgröße abhängt. Damit wird insgesamt ein Messbe¬ reich von 0,04 μm bis 2000 μm ohne Veränderung der Optik ermöglicht. Die 151 Detektoren bestehen aus kreisringförmig angeordneten Segmenten und realisieren eine Messung in 116 Größenklassen, die logarithmisch geteilt sind und stellen damit geometrisch ähnliche Kornklassen dar. Durch die hohe Anzahl an Kornklassen wird eine hohe Auflösung der Korngrößenverteilung erzielt. Der Messbereich von 0,04 μm bis 2000 μm in 116 logarithmisch geteilte Kornklassen wird durch die Reihenschaltung von zwei Messzellen für Laserbeu¬ gungsmessung und PIDS-Messung realisiert.
Die erfindungsgemäß verwendeten mittleren Durchmesserangaben (d5o) beziehen sich hierbei auf das Gewichtsmittel
Da die erfindungsgemäß hergestellten Materialien nicht durch Emul- sionspoiymerisation hergestellt werden sondern durch Polymerisation in Masse oder in Lösung und anschließender Zerkleinerung {gegebenenfalls nach vorheriger Trocknung}, weisen sie im Allgemeinen grö- ßere mittlere Teilchendurchmesser auf als Teilchen, die durch Emulsionspolymerisation hergestellt werden. So liegen die mittleren Teilchendurchmesser der erfindungsgemäß hergestellten Materialien im Allgemeinen bei mehr als 700 nm, bevorzugter mehr als 800 nm, noch bevorzugter bei mehr als 900 nm und üblicherweise oberhalb von 1 μm (1000 nm).
Wenn die erfindungsgemäßen Materialien insbesondere durch das Vorliegen von Sulfonsäuregruppen schwefelhaltig sind, ist es bevorzugt, dass das Protonenleitfähigkeit verleihende Material einen
Schwefelgehαlt von im Allgemeinen 0,5 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 40 Gew.-%, insbesondere 2 bis 30 Gew.-%, aufweist.
Wenn die erfindungsgemäßen Materialien insbesondere durch das Vorliegen von Phosphor-enthaltenden sauren Gruppen, Phosphonat- oder Phosphafgruppen phosphorhalfig sind, ist es bevorzugt, dass das Protonenleϊtfähigkeit verleihende Material einen Phosphorgehalt von im Allgemeinen 0,5 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 40 Gew.-%, insbesondere 2 bis 30 Gew.-%, aufweist.
Wenn die erfindungsgemäßen Materialien insbesondere durch das Vorliegen von Aminogruppen, wie -NR2, wie oben definiert, stick¬ stoffhaltig sind, ist es bevorzugt, dass das Protonenleitfähigkeit verleihende Material einen Stickstoffgehalt von im Allgemeinen 0,25 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 0,6 bis 20 Gew.-%, insbesondere 1,0 bis l ό Gew.-%, aufweist. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfin¬ dung beträgt der Stickstoffgehalt 0,5 bis 50 Gew%.
Der Schwefelgehait, Phosphorgehalt und der Stickstoffgehalt der er- findungsgemäßen Materialien korreliert dabei mit der Anteil an Schwefel-, phosphor- bzw. stickstoffhaltigen Monomeren in den Polymeren.
Das erfindungsgemäße Protonenleitfähigkeit verleihende Material ist darüber hinaus dadurch vorzugsweise gekennzeichnet, dass es in einer thermogravimetrisch Analyse bei einer Heizrate von 10 °C/min unter einer Sticksfoffatmosphäre einen relativen Gewichtsverlust von im Allgemeinen mehr als 50 Gew.-%, vorzugsweise mehr als όθ Gew,-
%, bis 430 0C zeigt. Weiterhin ist zu sehen, dass das erfindυngsgemä- ße Material im geplanten Einsatztemperaturbereich thermisch stabil ist.
Die thermogravimetrische Analyse zeigt die Masseänderung einer Probe in Abhängigkeit von der Temperatur und der Zeit. Die Probe
befindet sich dabei in einem feuerfesten Tiegel, der in einem Ofen auf Temperaturen von bis zu 600 0C erhitzt werden kann. Der Probenhalter ist mit einer Mikrowaage gekoppelt, so dass Gewichtsän¬ derungen während des Aufheizvorgangs gemessen werden können. Die erfindungsgemäß angegebene fhermogravimetrische Analyse wurde in einem Temperaturbereich von 30 0C bis 600 °C mit einer Heizrate von 10 °C/min unter einer Stickstoffatmosphäre durchge¬ führt.
Darüber hinaus weist das erfindungsgemäße Protonenleitfähigkeit verleihende Material vorzugsweise ein durch oszillierende Messung bestimmtes Speichermodul G' von im Allgemeinen 100 bis 10000 mPa, vorzugsweise 300 bis 6000 mPa, besonders bevorzugt 600 bis 4000 mPa, auf, wobei besagtes Speichermodul wie im Folgenden beschrieben bestimmt wird.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung erfolgt die Bestimmung des Speichermoduls G' durch oszillierende Messung bei 30 0C an in N, N- Dimethylacetamid / PBS (Poly-[2,2'-(m-phenylen)-5,5'- dibenzimidazoj]) dispergierten erfindungsgemäßen Materialien im Gewichfs-Verhäitnis von 85,67/14,3/1 ,43 (N,N-Dimethylacetamid / PBI / Protonenleitfähigkeit verleihendes Material). Hierbei werden die Theologischen Untersuchungen am Rheomefer MCR 301 der Firma Anton Paar Germany GmbH durchgeführt.
Es wurde ein Programm benutzt, das die folgenden Abschnitte enthält:
Abschnitt 1 : γ = 0,1 %, f = 1 Hz, T = 30 0C, 10 Messpunkte, automati- sehe Messpunktdauer zur Bestimmung des Speichermoduls.
Abschnitt 2: ? = 0,1 s-1, T = 300C, 10 Messpunkte, Messpunktdauer 5 s zur Bestimmung der dynamischen Viskosität η bei einem Schergefälle
^ = 0,1 s-K
Abschnitt 3: ^= 0,1 ... 100 S"1 linear, T = 30 0C, 10 Messpunkte, Messpunktdauer 2 s zur Bestimmung der dynamischen Viskosität η bei einem Schergefälle γ = 100 S"1.
Abschnitt 4: ^= 100 s-\ T = 30 °C, 5 Messpunkte, Messpunktdauer 5 s
Gemessen wurde mit dem Messkegel CP50-1 (SN9672) bei einer Spalthöhe von 0,05 mm.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist das Protonenleitfähigkeit verleihende Material in N, N- Dimethylacetamid / PBI (Poly-[2,2'-[m-phenylen)-5,5'- dibenzimidazo!]} dispergiert im Gewichts-Verhältnis 85,67/14,3/1 ,43 (N,N-Dimethyiacetamid / PBI / Protonenleitfähigkeit verleihendes Material) eine durch rotierende Messung bestimmte Viskosität η (0,1 S-1) von im Allgemeinen 1000 bis 10000 mPa • s, vorzugsweise 2000 bis 9000 mPa • s, besonders bevorzugt 3500 bis 7500 mPa - s bei einer Temperatur von 3O0C auf.
In einer weiteren Ausfϋhrungsform der vorliegenden Erfindung weist das Protonenleitfähigkeit verleihende Material in N, N- Dimethylacetamid / PBI (Poly-[2,2'-(m-phenylen)-5,5'- dibenzimidazol]) dispergiert im Gewichts-Verhältnis 85,07/14,3/1 ,43 (N,N-Dimethylacetamid / PBI / Protonenleitfähigkeit verleihendes Material) eine durch rotierende Messung bestimmte Viskosität η (100 S"1) von im Allgemeinen 2000 bis 8000 mPa • s, vorzugsweise 3000 bis 6500 mPa • s, besonders bevorzugt 3500 bis 5500 mPa ■ s bei einer Temperatur von 3O0C auf.
Darüber hinaus sind die erfindungsgemäßen Protonenleitfähigkeit verleihenden Materialien besonders bevorzugt dadurch gekennzeichnet, dass das Material einen Scherkoeffizienten η (0,1 s-1) / η (100 S"1) (bestimmt, wie zuvor erwähnt in N,N-Dimethylacetamid / PBI
(Po!y-[2,2'-(m-phenyien)-5,5'-dibenzimidαzol] ) (dispergiert im Gewichts-Verhältnis 85,67/ 1 4,3/1 ,43 (N,N-Dimethylaceiamid / PBl / Protonenleitfähigkeit verleihendes Material) ) bei einer Temperatur von 3O0C von im Allgemeinen 1 bis 5, vorzugsweise 1 bis 3, besonders bevorzugt 1 bis 1 ,8, aufweist. Aus diesen Messergebnissen (Scherkoeffizienten) wird überraschenderweise ein fast Newtonsches Fließverhalten deutlich. Dies belegt eine hohe Verträglichkeit der erfindungsgemäßen Partikel mit der DMAc-PBI-Mischung.
Die erfindungsgemäß vorgesehenen Protonenleitfähigkeit verleihenden Materialien sind vorzugsweise durch radikaüsche Polymerisation in Masse oder durch eine Polymerisation in Lösung erhältlich.
Bei der radikalischen Polymerisation in Masse wird das unverdünnte Monomer thermisch, photochemisch oder nach Zusatz von Radikalbildnern bzw. Initiatoren polymerisiert, bevorzugt erfolgt erfindungsgemäß der Zusatz von Radikalbildnern wie zuvor beschrieben. Die Mengen des Radikalbildners beträgt beispielsweise 0,01 bis 10, insbesondere bei 0, 1 bis 4 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomere. Die Polymerssation wird zumeist in flüssigem Zustand oder in der Gasphase durchgeführt. So entstehen bei der Substanz- poiymerisation bei Einsatz entsprechend reiner Rohstoffe Polymerisate hoher Reinheit, jedoch ist die Reaktion aufgrund der freiwerdenden Reaktionswärme, die hohe Viskosität des Polymerisates und sei- ner schlechten Wärmeleitfähigkeit gegebenenfalls schwieriger zu handhaben.
Die Lösungspolymerisation bietet eine bessere Kontrolle der Wärmeabfuhr als die Substanzpolymerisation. Hier werden die Monomere in einem inerten Lösungsmittel polymerisiert. Das Lösemittel kann so gewählt werden, dass es bei der gewünschten Polymerisationstemperatur siedet. So wird die freiwerdende Poiymerisationswärme durch die Verdampfungswärme des Lösemittels kompensiert. Auch
die Viskosität kann so gewählt werden, dass die Polymerisatlösung bei vollständigem Umsatz noch zu rühren ist.
Geeignete Lösungsmittei für die Lösungspoiymerisation hängen von der Art der umgesetzten Monomere ab und werden beispielsweise ausgewählt aus Wasser und/oder organischen Lösungsmitteln. Vor¬ zugsweise weisen die Lösungsmittel einen Siedebereich von 50 bis 1500C, vorzugsweise von 60 bis 1200C auf. Als Lösungsmittel kommen insbesondere Alkohole, wie Methanol, Ethanol, n- und iso-Propanol, n- und iso-Butanol, vorzugsweise Isopropanol und/oder Isobutanol sowie Kohlenwasserstoffe wie Toluol und insbesondere Benzine eines Siedebereichs von 60 bis 120°C in Frage. Ferner können Ketone, wie Aceton, Methylethylkefon, Methylisobutylketon, Dimethylformamid (DMF), Dimethylacetamid (DMAc), N-Methylpyrolidon (NNP), Di- methylsulfoxid (DMSO) und Ester, beispielsweise Essigsäureethylester sowie Mischungen davon verwendet werden. Das Polymer kann bei der Polymerisation ausfallen oder in Lösung bleiben. Im Anschluss an die Polymerisation erfolgt erfϊndungsgemäß bevorzugt die Abtrennung des Lösungsmittels.
Nachdem das Protonenleitfähigkeit verleihende Material vorzugsweise durch eine Polymerisation in Masse oder durch eine Polymerisation in Lösung hergestellt wurde, wird das erhaltene polymere Ma¬ terial bevorzugt einem Zerkleinerungsprozess unterworfen.
Die Art und Weise des Zerkleinerungsprozesses unterliegt keiner besonderen Beschränkung und erfolgt vorzugsweise durch Mahlen, mittels einer Mühle, einer Perlmühle, einer Dreiwal∑e, einem Dissolver, einem Vakuumdissoiver, einem Ultraturrax, einem Homogenisator und/oder einem Hochdruckhomogenisator.
Insbesondere ist es bevorzugt, dass das vorzugsweise durch Polymerisation in Masse oder durch eine Polymerisation in Lösung herge¬ stellte Protonenleitfähigkeit verleihende Material mindestens einem
zweistufigen Zerkleinerungsprozess unterworfen wird. Bevorzugt erfolgt die Zerkleinerung beispielsweise wahlweise in einem ersten Zerkleinerungsschritt in einer Mühle, worin das erhaltene Material bevorzugt in Masse zerkleinert wird; anschließend erfolgt eine weitere Zerkleinerung in einem zweiten Zerkleinerungsschritt in einem Dispergiermittel, wie insbesondere einem organischen Lösungsmittel beispielsweise mit einem Dϊssolver, einem Vakuumdissolver oder einem Ultraturrax und in einem dritten Zerkleinerungsschritt wird eine Dispersion des erfindungsgemäßen Materials in einem Dispergiermittel der Behandlung mit einem Hochdruckhomogenisator, einer Perlmühle oder einer Dreiwal∑e, besonders bevorzugt einem Hochdruckhomogenisator unterworfen , der beispielsweise bei Drücken von mehr als 100, bevorzugt mehr als 500, bevorzugter mehr als 800 bar arbeitet. (Der genannte Homogenisator arbeitet bei niedrigeren Drücken als der Hochdruckhomogenisator, insbesondere bei weniger als 1 00 bar) .
Die Mahlung [Zerkleinerung) der erfindungsgemäßen Protonenleitfähigkeit verleihenden Materialien kann auch mit einem Rotor und an- schließend mit einem Homogenisator mehrfach bei leichtem Unterdruck in Wasser oder in organischen Medien wie beispielsweise N, N- Dimethylacetamid durchgeführt werden.
Um die gewünschte, zuvor definierte Teiichengröße zu erhalten, ist es bevorzugt, dass bei der Zerkleinerung Siebe mit entsprechenden Siebgrößen zur Isolierung von Material verwendet wird, welches die angestrebte Größe aufweist.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung eines Protonenleitfähigkeit-verleihenden Materials, wobei das Material durch eine Polymerisation in Masse oder durch eine Polymerisafion in Lösung der zuvor definierten Monomere und vorzugsweise anschließender Zerkleinerung erhalten wird. Es werden bevorzugt die zuvor definierten Vernetzer einge-
setzt. Das erfindungsgemäße poiymere Material wird bevorzugt ge¬ gebenenfalls nach erfolgter Entfernung des Lösungsmittels als trockenes, bevorzugt feinteiliges Pulver bereitgestellt. Es kann aber auch in Form von Dispersionen in Lösungsmitteln wie die oben ge- nannten bereitgestellt werden.
Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung der erfindungsgemäßen Protonenleitfähigkeitverleihenden Materialien bzw. die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Protonenleitfähigkeit verleihenden Materialien beispielsweise als
(a) Katalysator in säure- oder basekatalysierten Reaktionen, wie die OSigomerisierung von Isobuten, die säurekatalysierte Herstellung von Bisphenol A, Veresterungsreaktionen, Friedel-Kraft- Acylierungen und -Alkyüerungen oder Dehydratisierungsreakti- onen;
(b) als stationäre Phase in Säulen und Platten für präparative Trennoperationen und/oder AnaSyseoperationen (die gegen- über herkömmlichen Säulenmaterialien kleineren wirksamen
Durchmesser der erfindungsgemäßen Materialien erzeugen größere Diffusionswege und erhöhen die Trennschärfe sowie die Beladungskapazität);
(c) in elektrochemische Verfahren;
(d) in lonenabsorptionsverfahren;
(e) als Antifouling-Wirkstoff;
(f) in Anstrich- bzw. Überzugsmitteln;
(g) in Funktionsbekleidung;
( h) in medizinischen Artikeln;
(i) in Polymermαtrices, wie in der Form von Formkörpern, wie Folien oder Membranen;
(j) in deprotonierter Form als Hydrolyseschutzmittel;
(k) als Additiv zur Verbesserung der Hydrophilie von Polymeren;
(I) zur Herstellung von bedruckbaren Medien, wie Papier einschließlich synthetischem Papier auf Basis synthetischer PoIy- merfoüen, insbesondere zur Verbesserung der Farbstofffixierung sowie der Druckfarbenaufnahmefähigkeit von bedruckbaren Medien;
( m) zur Oberflächenmodifizierung von Substraten, insbesondere zur antistatischen Ausrüstung von Polymeren, Fasern, Papier, einschließlich synthetischem Papier und allgemein bedruckbaren Medien, deren antistatische Eigenschaften verbessert werden und deren Farbstoffaufnahmeverhalten verbessert werden kann (der Auftrag kann in Substanz oder in einer Beschich- tungszusammensetzung erfolgen ) ;
(n) als Additiv für die Herstellung von Drucktinten, insbesondere Drucktinten für die Herstellung von Elektroden;
f o) zur Herstellung von lonenaustaustauschermaterialien;
(p) als Additiv in kosmetischen Formulierungen, insbesondere als Konditionierungsmittel für Haarpflege- und/oder Haarreinigungsmittel und/oder dekorative Haarbehandlungsmitte!, wie Haarshampoos, Haarfestiger, Haargele etc.
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(q) als Verdickungsmittel für flüssige Medien, wie organische Lösungsmittel, wie insbesondere polare organische Lösungsmittel (wie DMAc) , Wasser und Mischungen davon.
Darüber hinaus eignen sich die erfindungsgemäßen Materialien auch in sämtlichen heterogenen Prozessen bzw. Verfahren, an denen Phasengrenzen, insbesondere fest/flüssig und/oder fest/gasförmig, beteiligt sind.
In Polymermatrices, wie in der Form von Formkörpern, Membranen, Folien usw. können die erfindungsgemäßen Protonenleitfähigkeit verleihenden Materialien in einem Anteil von Matrixpolymer zu PoSy- merteiSchen von 1 : 99 bis 99 : 1 , bevorzugt von 10 : 90 bis 90 : 10, besonders bevorzugt 20 : 80 bis 80 : 20 enthalten sein. Die Menge der erfindungsgemäß verwendeten Polymerteilchen hängt von den gewünschten Eigenschaften der Formkörper, wie beispielsweise der Protonenieϊtfähigkeit der Membranen ab.
Geeignete Matrixpolymere sind beispielsweise thermoplastische Po- lymere wie Standard-Thermoplaste, sogenannte Techno- Thermoplaste und sogenannte Hochleistungs-Thermoplaste (vgl. H. G. Elias Makromoleküle Band 2, 5. Aufl., Hüthig & Wepf Verlag, 1 991 , 431 -433 und S. 447) wie zum Beispiel Polypropylen; Polyethylen, wie HDPE (Polyethylen hoher Dichte), LDPE (Polyethylen niederer Dich- te), LLDPE (lineares Polyethylen niederer Dichte) ; Polystyrol etc. und polare thermoplastische Werkstoffe, wie Polyurethane (PU), Polycar- bonate (PC), Polybutylenterephthalat (PBT) oder auch Thermoplastische Elastomere, wie z.B. auf Basis Polyamide (TPE-A), Thermoplastische Polyurethan Elastomere (TPE-U) , Ethylen-Vinyiacetat- Copoiymere (EVM), Poiyvinylacetate (PVA/ PVAC) Polyvinylbutyral, Polyethylentelephthat (PET), Polybutylentelephthalat (PBT) Polyoxy- methylen (POM) , Polymetylmethacrylat (PMMA) , Polyvinylchlorid (PVC), Acrylnitril-Butadien-Styrol-(ABS), Polymerisat von Sty- roi + Acrylnitri! in Gegenwart von EPDM-elastomeren (AES), Styrol-
Acrilnitri! (SAN), Polytetrαfluorethyleπ (PTFE), Po- ly[chlortrif!uoreihylen) (CTFE), Polyvinylfluorid (PVF), Polyvinili- denfluorid (PVDF), Polyvinylimidαzol, Polyvinylpyridin, Polyimide, Polyamide (PA), wie insbesondere PA-ό (Nylon), bevorzugter PA-4, PA- 66 (Perlon), PA-69, PA-610, PA-I l, PA-12, PA 612, PA-MXDό etc. Das Gewichtsverhältnis dieser Mafrixpolymere zu den erfindungsgemäßen Protonenleitfähigkeit-verleihenden Materialien kann zweckmäßig von 1 : 99 bis 99 : 1, bevorzugt von 10 : 90 bis 90 : 10, besonders bevorzugt 20 : 80 bis 80 : 20 betragen.
Die vorliegende Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beispiele näher erläutert, welche die vorliegende Erfindung jedoch nicht beschränken.
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Beispiele
1. Herstellung erfindungsgemäßer Materialien
Es werden erfinduπgsgemäße Protonenleitfähigkeit verleihende Materialien gemäß der Tabelle 1 hergestellt: Tabelle 1 : H erstellung
(* phm = parts by weight per 100 parts by weight of monomer) .
Das Homopolymer der Probe (2) wurde wie folgt hergestellt:
40,00 g (0,235 mol) DMAPMA und 0,38ό g (0,705 mmol; 0,3 mol-%) des Initiators Azobisisobutyronitriie (AIBN) werden in einem mit Stickstoff gespülten Dreihalskol- ben vorgelegt und unter Rühren langsam unter Stickstoff aufgeheizt. Bei 85 °C Badtemperatur beginnt sich das AlBN langsam unter Blasenbildung und Zersetzung aufzulösen. Die Viskosität nimmt im gleichen Zuge stark zu, so dass weiter aufgeheizt wird. Bei etwa 100 0C Badtemperatur wird das Material fest und wickelt sich teilweise um den Rührer. Bei einer Badtemperatur von 170 0C beginnt das Polymer aufzuschmelzen und der Rührer wird wieder frei. Die Reaktion wird für weitere drei Stunden bei 200 °C Badtemperatur unter Stickstoff in der Schmelze fortgeführt. Nach Beendigung der Reaktion wird das Polymer heiß in eine Kris- taliisafionsschale gegossen und erstarrt. Nach dem Abkühlen wird das Material zunächst grob mechanisch zerkleinert und nachfolgend in einer Rotormühle ZM100 der Firma Retsch (0,5 mm-Sieb) gemahlen, mittels eines Dissolvers in Di- methylacetamid (DMAc) eingearbeitet und anschließend mit dem Homogenisator APV 1000 viermal bei 950 bar in DMAc dispergiert.
Das Copolymer der Probe (3) wurde wie folgt hergestellt:
Es werden 68,0 g (0,399 mol; 96,25 phm) DMAPMA, 1 ,28 g {0,0075 mol; 3,75 phm) TMPTMA und 0,210 g (1 ,28 mmol; 0,3 mol-%) AIBN vorgelegt und zur Reaktion gebracht, in dem die Mischung in einem Heizbad langsam unter einer Stickstoffatmosphäre auf eine Tempe- ratur von 110 0C gebracht wird. Bei dieser Temperatur ist eine Reaktion des AIBN anhand einer Blasenbildung zu erkennen. Es bildet sich eine pulvrige Masse, die auch bei 200° C nicht aufschmilzt. Die Re¬ aktionszeit bei 200 0C beträgt 5 Stunden. Nach Beendigung der Reaktion wird die Reaktionsmischung mit Methanol behandelt, um die nicht umgesetzten Monomere herauszuwaschen. Anschließend wird der Rückstand bei 50 0C im Vakuum für vier Stunden getrocknet. Die Ausbeute beträgt 86,2 %.
Das Copoiymer der Probe (4) wurde wie folgt hergestellt:
Es werden 65,8 g (0,39 mol; 94 phm) DMAPMA, 4,2 g (0,012 mol; 6 phm) TMPTMA und 0,210 g (1 ,28 mmol; 0,3 mol-%) AlBN vorgelegt und zur Reaktion gebracht, in dem die Mischung in einem Heizbad langsam unter einer Stickstoffatmosphäre auf eine Temperatur von 110 0C gebracht wird. Bei dieser Temperatur ist eine Reaktion des AlBN anhand einer Blasenbildung zu erkennen. Es bildet sich eine pulvrige Masse, die auch bei 200° C nicht aufschmilzt. Die Reaktionszeit bei 200 0C beträgt 5 Stunden. Nach Beendigung der Reaktion wird die Reaktionsmischung mit Methanol behandelt, um die nicht umgesetzten Monomere herauszuwaschen. Anschließend wird der Rückstand bei 50 0C im Vakuum für vier Stunden getrocknet. Die Ausbeute beträgt 92, ό %.
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2. Messmethoden- Lichtstreuung
Die Lichtstreuungsmessungen wurden mit Hilfe des Lichtstreurnessge- rcstes Coulter LS 230 SVM [smαll voiume modul) durchgeführt. Das LS 230 SVM verfügt über einen Messbereich von 0,04 μm bis 2000 μm in 1 60 iogarithmisch geteilten Kornklassen, der durch die Reihenschaltung von zwei Messzelien zur Laserbeugungsmessung sowie PI DS- Messung realisiert wird. Es werden die Partikelgrößen einiger Polymere dispergiert in N,N-Dimethylacetamid / PBI ( Poly-[2,2'-(m- phenylen)-5,5' -dibenzimidazol] } im Gewichts-Verhälfnis
85,67/ 1 4,3/ 1 ,43 ( N, N-Dimethylacetamid / PBI / Protonenleitfähigkeit verleihendes Material) untersucht und verglichen.
Aus den Lichtstreuungsmessungen (Gewichtsverteilung) werden fol- gende Parameter ausgewählt:
Modalität: Anzahl der Maxima der Partikelgrößenverteilung (M = monomodal, B = bimodσl, T = trimodal, MuIt = Mulfimodal)
d mif tβi : Mittelwert der Partikelgrößenverteilung (mittlerer Partikeldurchmesser, arithmetisches Mittel)
Partikeldurchmesser am Maximum der Partikeigrö- ßenverteilung (häufigster Partikeldurchmesser)
d i o Partikeldurchmesser bei 1 0 Gew.-% der Partikelgrößenverteilung
dso: Partikeidurchmesser bei 50 Gew.-% der Partikelgrößenverteilung (median)
d<?o: Partikeldurchmesser bei Gew. -90 % der Partϊkelgrö- ßenverteilung
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In Tαbelie 2 sind die Ergebnisse aus den Lichtstreumessungen an Partikeln dispergiert in N,N-Dimethylacetamid / PBI [ Poly- [2,2 '-{m- phenylen)-5,5' -diben∑imidazol] ) dargestellt. In Tabelle 3 sind die Gelgehalte und Quellungsindices der untersuchten Materialien, bestimmt in Toluol sowie die Theologischen Testergebnisse aufgeführt.
Tabelle 2: Lichtstreumessungen
Erläuterung: mult. bedeutet multimodal und M bedeutet monomodal . Gemeint ist jeweils die Kurvenform bei der grafischen Auswertung der Lichtstreumessung über einen größeren Partikeldurchmesserbereich (Messbereich von 0,04 μm bis 2000 μm) .
Tabelle 3: Gelgehalte und Quellungsindices der untersuchten Materialien, bestimmt in Toluol, sowie die Theologische Messungen bei 300C an den in DMAc/PBi dispergierten Materialien ( DMAc:PBI :Polymer= 85,67: 1 4,3: 1 ,43)
Der Gelgehalt wurde durch kontinuierliche Extraktion mit Toluol be- stimmt. Hierzu wurde eine Probenmenge von etwa 3 g in einen Soxh-
let-Extrαktionsαppαrαtur eingewogen und 1 6 Stunden im Lösungsmit- telrückfluss extrahiert.
Als Ergebnisgröße wurde durch Differenzwägung der Extraktgehalt bestimmt.
Zur Ermittlung des Quellungsindexes wurde eine Polymerprobe von ca . 250 mg im etwa 1 000-fachen Ü berschuss a n Toluol 24 Stu nden lang gequollen, a nschließend mit einem Faltenfilter abfiltriert, gewogen und unter Vakuum bei 70 0C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und erneut gewogen . Die Differenz der Wägungen ergibt den Quellungsindex gemäß
Naßgewicht
Trockengewicht
Zur Ü berprüfung der Kompαbilität wurden die Proben 36, 37 und 43 mit Dimethylacetamid versetzt, mit dem Hochdruckhomogenisator dispergiert und anschließend mit einer Polybenzimidazol ( PBI ) /Dimethylacetamid-Lösung versetzt und gerührt. Anschließend wurde mittels eines 200 mm 4-Kant-Rakels ein Film gezogen. Nach der Trocknung hatte dieser eine Dicke von 40 μm .
Diese Filme waren transparent und zeigten keinerlei Trübu ng, was die gute Kompabilität unter Beweis stellt.