Beschreibung
Verfahren zur Überwachung des medizinischen ZuStandes eines Patienten
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung des medizinischen Zustandes eines Patienten sowie ein System zur Ausführung dieses Verfahrens.
Im Gesundheitswesen, insbesondere in Kliniken, werden Patientendaten-Managementsysteme eingesetzt, in denen Patientendaten gespeichert werden. Die Patientendaten umfassen neben den sogenannten Stammdaten des Patienten wie Name, Vorname und Geburtsdatum die medizinischen Befunde und eingeleiteten oder bereits abgeschlossenen ärztlichen oder pflegerischen Maßnahmen. Derartige Maßnahmen werden im folgenden auch als medizinische Maßnahmen bezeichnet.
Die medizinischen Befunde sind in der Regel Laborergebnisse, beispielsweise bei Herzerkrankungen relevante Meßwerte wie der Myoglobin-Wert, der Troponin-I-Wert und der CKMB-Wert; bei respiratorischen Erkrankungen relevante Meßwerte wie der
Blutgasanalyse, z. B. der pH-Wert des Blutes, der Sauer- stoff-Partikaldruck des Blutes, der Kohlendioxid- Partikaidruck des Blutes und die SauerstoffSättigung des
Blutes.
Die in den Patientendaten-Managementsystemen gespeicherten Daten werden durch die den Patienten behandelnden Personen sowie durch das Laborpersonal in das System über standardisierte Schnittstellen (in Krankenhäusern HL7, in Praxen xDT)
eingegeben und auf Anforderung dem Behandler zur Verfügung gestellt .
Insbesondere bei multimorbiden Patienten ist die Anzahl an Daten, die für jeden einzelnen Patienten durch das Patientendaten-Managementsystem erfaßt werden müssen, außerordentlich hoch. Aufgrund des erheblichen medizinischen Fortschrittes werden inzwischen jedoch bei vermeintlich einfachen Erkrankungen eine Vielzahl von Daten erfaßt, die eine sachgerechte Analyse oft nicht zulassen. Es ist daher nicht untypisch, daß medizinische Entscheidungen anhand einzelner Daten, die als besonders auffallend gelten, getroffen werden. Andere, im Patientendaten-Managementsystem gespeicherte Daten, die einen anderen Befund stützen könnten, werden da- bei außer acht gelassen, so daß aufgrund eher willkürlich ausgewählter Daten medizinische Maßnahmen getroffen werden, die sich bei vollständiger Analyse aller Daten als falsch oder unzureichend erweisen könnten.
Ein weiterer schwerwiegender Nachteil bekannter Patientendaten-Managementsysteme ist die erschwerte Kontrolle der Wirksamkeit der getroffenen medizinischen Maßnahmen, insbesondere der Medikation. Insbesondere ist bei bekannten Systemen nur schwer und in der Regel erst sehr spät feststellbar, welche Auswirkungen eine getroffene medizinische Maßnahme auf die Entwicklung des Gesundheitszustandes eines Patienten hat. Ferner ist es nicht untypisch, daß die Absetzung einer medizinischen Maßnahme, beispielsweise eines Medikamentes vergessen wird, und zwar deshalb, weil nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, daß eine solche Verordnung existiert, welcher Zusammenhang zwischen dieser Verordnung und dem Zu-
stand des Patienten existiert oder welchen Zweck die Verordnung ursprünglich haben sollte.
Überdies ist es ein häufiges Problem, daß tatsächlich nicht alle Daten des Patienten, die erfaßt werden sollten, tatsächlich auch erfaßt werden. Dennoch ist oft für die verantwortlichen Ärzte und Pfleger nicht zu erkennen, daß Daten fehlen.
Ein weiteres Problem besteht darin, daß nahezu jedes Krankenhaus unterschiedliche Formulare zur Dokumentation der erfaßten Daten verwendet. Die Anpassung der Patientendaten- Managementsysteme an diese unterschiedlichen Formulare (das auch als Wachbogen bezeichnet wird) ist mit einem hohen Auf- wand verbunden. Andererseits sind jedoch die verantwortlichen Ärzte und Pfleger des jeweiligen Krankenhauses an das dort verwendete Formular gewöhnt. Änderungen solcher Formulare sind mit einem hohen bürokratischen Aufwand und dennoch einer Vielzahl von Fehlern verbunden.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile nach dem Stand der Technik zu beseitigen. Es soll insbesondere ein Verfahren zum Überwachen des medizinischen Zustandes eines Patienten angegeben werden, daß eine Erfolgskontrolle getroffener medi- zinischer Maßnahmen und damit eine sachgerechte medizinische Behandlung ermöglicht, womit eine deutliche Reduzierung der Behandlungszeit eines Patienten verbunden sein kann. Überdies soll sichergestellt werden, daß tatsächlich sämtliche Daten eines Patienten, die gemäß der getroffenen Vorgaben erfaßt werden sollen, auch tatsächlich erfaßt werden. Ferner soll ein System zur Ausführung dieses Verfahrens angegeben werden.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 17 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindungen ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 16.
Nach Maßgabe der Erfindung ist ein Verfahren zur Überwachung des medizinischen Zustandes eines Patienten, umfassend
(a) das kontinuierliche Erfassen von Werten von physiologischen Parametern des Patienten, wobei zumindest ein Teil der physiologischen Parameter für das Vorliegen einer Gesundheitsstörung charakteristisch ist;
(b) das Erfassen der getroffenen medizinischen Maßnahmen für jeden dieser Patienten, wobei für jede getroffene medi- zinische Maßnahme zumindest der zeitliche Beginn der medizinischen Maßnahme erfaßt wird und die medizinische Maßnahme zumindest einem der erfaßten physiologischen Parameter, der mit der medizinischen Maßnahme beeinflußt werden soll, zugeordnet wird;
(c) das Zuordnen der getroffenen medizinischen Maßnahme zu einer vorgegebenen Kategorie, wobei jede Kategorie eine Vielzahl von potentiellen medizinischen Maßnahmen umfaßt;
(d) das Zuordnen der Kategorie, der die medizinische Maßnahme in Schritt (c) zugeordnet worden ist, zu einem der erfaßten physiologischen Parameter, der für das Vorliegen einer Gesundheitsstörung charakteristisch ist; und
(e) die gemeinsame und zeitabhängige Darstellung der Kategorie und des zugeordneten physiologischen Parameters.
Die gemeinsame und zeitabhängige Darstellung der Kategorie und des zugeordneten physiologischen Parameters ermöglicht es einem Behandler sofort zu erkennen, welcher Zusammenhang zwi- sehen dem Zustand des Patienten, für diesen Zustand charakteristischen Meßwerten physiologischer Parameter und den getroffenen medizinischen Maßnahmen besteht.
Vorzugsweise ist die getroffene medizinische Maßnahme die Verabreichung eines Arzneimittels, insbesondere die Verabreichung eines Medikamentes.
Die Kategorien werden bevorzugt auf der Basis vorgegebener Merkmale gebildet, die jeweils nur einem Teil der potentiel- len medizinischen Maßnahmen zueigen sind. Solche Merkmale sind beispielsweise der Wirkstoff des Arzneimittels, die Wirkstoffgruppe dieses Arzneimittels und/oder die beabsichtigte pharmakologische Wirkung dieses Arzneimittels.
Für jede medizinische Maßnahme, die für einen bestimmten Patienten getroffen werden soll, wird der Beginn der medizinische Maßnahme erfaßt. Zweckmäßiger werden jedoch auch weitere Angaben zu dieser medizinischen Maßnahme in Schritt (b) erfaßt. Derartige weitere Angaben können aus der Gruppe ausge- wählt sein, die beispielsweise das vorgesehene Ende der getroffenen medizinischen Maßnahme, das tatsächliche Ende der getroffenen medizinischen Maßnahme, den Namen des verordneten Arzneimittels, die pharmakologischen Parameter wie die Darreichungsform, die Dosis, die Häufigkeit der Dosis pro Tag und die zeitliche Verteilung der Dosierung über den Tag und die Veränderung der Dosierung über einen vorgegebenen Zeitraum sowie Kombinationen dieser Angaben umfassen.
Vorteilhafterweise wird in Schritt (b) neben der medizinischen Maßname, die von einem Behandler für einen bestimmten Patienten getroffen wird, auch das Ziel dieser medizinischen Maßnahme erfasst, das sogenannte Therapieziel. Das Ziel einer medizinischen Maßnahme wird in der Regel darin bestehen, einen oder mehrere der in Schritt (a) kontinuierlich erfassten Parameter in einem vorgegebenen Zeitraum zu verändern. Der Behandler kann daher gemeinsam mit der medizinischen Maßname vorgeben, in welchem Zeitraum ein von ihm vorgegebener Para- meter einen bestimmten Wert (im Folgenden auch als Zielwert bezeichnet) oder einen bestimmten Bereich (im Folgenden auch als Zielbereich bezeichnet) erreicht. Ob die vorgegebenen Parameter den Zielwert oder den Zielbereich erreichen, wird während der kontinuierlichen Erfassung der Werte des vorgege- benen Parameters oder der vorgegebenen Parameter in Schritt (a) kontinuierlich überprüft.
Ergibt die kontinuierliche Überprüfung, dass der Zielwert oder der Zielbereich vor Ablauf des vorgegebenen Zeitraums erreicht worden ist, so wird ein Meldung ausgegeben, die den Behandler darauf hinweist, dass der beabsichtigte Erfolg der medizinischen Maßnahme eingetreten ist und die medizinische Maßnahme daher abgebrochen werden kann. Damit wird der Behandler aufgefordert, die getroffene medizinische Maßnahme zu beenden.
Ergibt die kontinuierliche Überprüfung, dass der Zielwert oder der Zielbereich innerhalb des vorgegebenen Zeitraums nicht erreicht wurde, so wird nach Ablauf des Zeitraums ein Alarm ausgegeben, der den Behandler darauf hinweist, dass der beabsichtigte Erfolg der medizinischen Maßnahme nicht eingetreten ist. Der Behandler wird so darauf hingewiesen, dass
eine Überprüfung der Maßnahme erforderlich ist. Dazu muss der Behandler entscheiden, ob die medizinische Maßnahme unverändert fortgesetzt worden soll oder ob eine andere medizinische Maßnahme getroffen werden sollte. Sollte der Behandler der Ansicht sein, dass die bereits getroffene medizinische Maßnahme fortgesetzt werden soll, so wird er in einer Ausführungsform der Erfindung mittels einer Meldung aufgefordert, den bestehenden Zielwert oder den bestehenden Zielbereich zu bestätigen oder einen veränderten Zielwert oder einen verän- derten Zielbereich vorzugeben, die in einem ebenfalls von ihm vorgegebenen Zeitraum erreicht werden sollen.
Ergibt die kontinuierliche Überprüfung, dass der Zielwert oder der Zielbereich zum Zeitpunkt des Ablaufes des vorgege- benen Zeitraums erreicht wurde, so wird eine Meldung ausgegeben, die den Behandler darauf hinweist, dass der beabsichtigte Erfolg der medizinischen Maßnahme eingetreten ist und die medizinische Maßnahme daher abgebrochen werden kann. Damit wird der Behandler aufgefordert, die getroffene medizinische Maßnahme zu beenden.
Diese Ausführungsform der Erfindung bietet den Vorteil, dass die getroffene medizinische Maßnahme einer Erfolgskontrolle unterzogen wird. In der gegenwärtigen Praxis wird eine ge- troffene medizinische Maßnahme einfach nur deswegen fortgeführt, weil der verantwortliche Behandler sich nicht mehr be- wusst ist, dass eine solche Maßnahme getroffen worden ist. Diese Praxis ist nicht nur mit unnötigen Kosten, sondern auch mit einem Gesundheitsrisiko für den Patienten verbunden. Das vorgeschlagene Verfahren soll den Behandler veranlassen, gleichzeitig mit dem Treffen der medizinischen Maßnahme das
Therapieziel zu formulieren und das Erreichen dieses Therapieziels zu kontrollieren.
Den Zielwert oder den Zielbereich des oder der Parameter, die der Behandler mit der getroffenen medizinischen Maßnahme beeinflussen will, kann der Behandler aufgrund seines Fachwissens vorgeben. Alternativ oder zusätzlich können ihm Vorschläge unterbreitet werden. Derartige Vorschläge können dem Behandler beispielsweise in Form einer Auflistung präsentiert werden. Die Vorschläge basieren auf Werten, die aus Datenbanken entnommen werden, in denen Zielbereiche und Zielwerte hinterlegt sind. Diese Zielwerte und Zielbereiche berücksichtigen vorzugsweise das Alter und/oder den Zustand des Patienten.
Unter einem Zielwert kann beispielsweise eine Körpertemperatur von 36,7 0C, unterm einem Zielbereich eine Körpertemperatur von kleiner gleich 36,7 0C (≤ 36,7 0C) oder von 36,7 bis 37,5 0C verstanden werden. Unter einem Zeitraum kann bei- spielsweise ein Zeitraum von 24 h oder sieben Tagen verstanden werden. Beispiels kann das Therapieziel der Gabe eines fiebersenkenden Mittels wie Paracetamol darin bestehen, innerhalb von 24 h die Werte des Parameters Körpertemperatur auf einen Zielbereich von 36,7 bis 37,5 0C zu senken.
Vorzugsweise wird die medizinische Maßnahme in Schritt (b) einem Parameter zugeordnet, für den ein Therapieziel vorgegeben ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Name des verordneten Arzneimittels erfaßt, wobei anhand des Namens des vorordneten Arzneimittels die Kategorie der getroffenen medi-
zinischen Maßnahme unter Rückgriff auf eine Datenbank bestimmt wird, in der der Name des Arzneimittels mit zumindest einem der Merkmale Wirkstoff, Wirkstoffgruppe oder beabsichtigte pharmakologische Wirkung verknüpft ist. Beispielsweise kann die Angabe des Namens „Nebilet" oder des Namens „Lobi- von" mit dem Wirkstoff „Nebivolol", der Wirkstoffgruppe „ßl- Adrenorezeptorenblocker" und der pharmakologischen Wirkung „Senkung von Pulsfrequenz und Blutdruck" verknüpft sein.
Da es für den Erfolg einer medizinischen Maßnahme in der Regel ohne Interesse ist, wie das Arzneimittel benannt ist, sondern nur dessen Wirkstoff oder Wirkstoffgruppe für einen solchen Erfolg von Belang ist, kann die Bildung der Kategorie beispielsweise nach dem Merkmal „Wirkstoff" vorgenommen wer- den. D. h. in Schritt (e) würde neben dem zugeordneten physiologischen Parameter beispielsweise die Kategorie „ßl- Adrenorezeptorenblocker", die auf Basis des Merkmals „Wirkstoffgruppe" gebildet worden ist, angezeigt werden. Der Behandler erkennt in Schritt (e) sofort, daß ein ßl- Adrenorezeptorenblocker verordnet worden ist; welcher ßl- Adrenorezeptorenblocker dies im konkreten tatsächlich ist, ist dabei ohne Belang. Selbstverständlich kann der Behandler, sofern er dies für erforderlich erachtet, Einzelheiten zu den verordneten medizinischen Maßnahmen aufrufen, die in Schritt (b) erfaßt worden sind.
Die Zuordnung einer medizinischen Maßnahme zu einer Kategorie in Schritt (b) wird vorzugsweise automatisch ausgeführt, d. h., daß der Behandler die Zuordnung der von ihm getroffe- nen Maßnahme nicht selbst vornehmen muß. Vielmehr wird anhand der getroffenen Maßnahme automatisch bestimmt, welcher Kategorie diese Maßnahme zugeordnet ist.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist der physiologische Parameter, dem die Kategorie in Schritt (d) zugeordnet wird, derselbe Parameter wie der physiologische Parameter, dem die medizinische Maßnahme in Schritt (b) zugeordnet worden ist. Alternativ oder zusätzlich ist der physiologische Parameter, dem die Kategorie in Schritt (d) zugeordnet wird, ein anderer physiologischer Parameter als der physiologische Parameter, dem die medizinische Maßnahme in Schritt (b) zugeordnet wor- den ist. Letztere Ausführungsform kann insbesondere im Hinblick auf das breite Wirkungsspektrum zahlreicher Arzneimittel von Vorteil sein. Verordnet ein Behandler beispielsweise einen ßl-Adrenorezeptorenblocker, um eine Senkung des Blutdruckes zu erreichen, so kann dies Auswirkungen auf die Le- berfunktion des Patienten haben. In diesem Fall kann es empfehlenswert sein, die Kategorie „ßl-Adrenorezeptorenblocker" nicht nur mit den Meßwerten des Blutdruckes zu verknüpfen, sondern auch mit physiologischen Parametern, die im Zusammenhang mit der Leberfunktion des Patienten stehen, beispiels- weise mit Meßwerten der Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) .
Vorzugsweise werden in Schritt (e) die Kategorie und der oder die zugeordnete physiologischen Parameter in einem Diagramm dargestellt, dessen Abszisse die Zeit bildet, wobei in dem Diagramm Meßwerte des zugeordneten physiologischen Parameters und die Kategorie der getroffenen Maßnahme dargestellt werden. Dabei wird die Kategorie zweckmäßigerweise als Balken, der parallel zur Abszisse verläuft, in dem Diagramm gezeigt, wobei insbesondere der Beginn der Maßnahme als Balkenanfang in dem Diagramm dargestellt ist. Mit dem Ende der Maßnahme endet die Darstellung der Kategorie, beispielsweise des Balkens, in dem Diagramm. In einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung ist die Kategorie der getroffenen Maßnahme als farbig kodierter Balken dargestellt, wobei die farbige Kodierung mit dem vorgegebenen Merkmal verknüpft ist.
Unter dem Begriff "physiologischer Parameter" ist ein Wert zu verstehen, der (a) den Meßwert einer gemessenen physiologischen Kenngröße eines Patienten oder eines Indikatorstoffes angibt (z.B. den Sauerstoffpartialdruck bei einer Blutgasanalyse, Atemfrequenz, Körpertemperatur, CKMB-Konzentration) ; und (b) eine Klassifizierung eines physiologischen Zustandes eines Patienten (z. B. gelbe Färbung der Gesichtshaut) umfassen kann.
Der Ausdruck "Indikatorstoff" bezieht sich hierin auf Verbin- düngen oder Elemente, die - je nach ihrer Art - in biologischen Systemen produziert werden oder in biologische Systeme eingebracht werden und deren Vorhandensein oder deren Konzentration (z. B. in einem bestimmten Organ) ein Charakteristikum für einen biologischen Prozeß oder einen biologischen Zu- stand ist. Derartige Verbindungen und Elemente umfassen beispielsweise solche, die von Tumorzellen produziert, durch einen Tumor in anderen Körperzellen induziert und/oder als tumorspezifische Stoffe in ihrer Konzentration durch einen Tumor verändert werden. Derartige Indikatorstoffe sind bei- spielsweise Makromoleküle, z. B. Proteine, oder Spurenelemente. Derartige Verbindungen und Elemente umfassen weiterhin Bonemarker, die für Knochenabbauprozesse wie Osteoporose charakteristisch sind.
Der Begriff "Wert" oder „Meßwert" bezieht sich hier auf alle im medizinischen Bereich (a) anfallende Zahlenwerte für einen physiologischen Parameter (z. B. einen Sauerstoffpartialdruck
bei einer Blutgasanalyse in Höhe von 81,2 mmHg, eine Atemfrequenz von 15 Atemzügen pro Minute, eine Körpertemperatur von 36,8 0C, CKMB-Konzentration von 152 ng/ml) oder (b) auf Klassifizierungsergebnisse eines physiologischen Zustandes eines Patienten (z. B. gelbe Färbung der Gesichtshaut: nein, wobei Klassifizierungen mittels Aussagen wie "Nein" ein Zahlenwert, beispielsweise "0" zugeordnet werden sollte) .
Vorzugsweise werden zumindest die Werte eines der physiologi- sehen Parameter, die für das Vorliegen einer Gesundheitsstörung charakteristisch sind, unter Verwendung eines Indikatorstoffes bestimmt.
Dabei sollten physiologische Parameter ausgewählt werden, von denen aufgrund medizinischer Erkenntnisse angenommen wird, daß sie im Zusammenhang mit einer bestimmten Gesundheitsstörung, beispielsweise einer respiratorischen Insuffizienz, stehen. Zur Bestimmung des medizinischen Risikos einer respiratorischen Insuffizienz werden zum Beispiel physiologische Parameter eingesetzt, die mittels einer Blutgasanalyse gewonnen werden. Die mittels der Blutgasanalyse gewonnenen physiologischen Parameter können den pH-Wert des Blutes, den Sauer- stoff-Partialdruck des Blutes, den Kohlendioxid-Partialdruck des Blutes und die SauerstoffSättigung des Blutes umfassen. Weitere physiologische Parameter, die neben den aus der Blutgasanalyse stammenden Werten zur Abschätzung des medizinischen Risikos einer respiratorischen Insuffizienz in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet können, umfassen die Atemfrequenz (AF) des Patienten sowie das Alter und das Ge- schlecht des Patienten.
Die Zahl der unterschiedlichen physiologischen Parameter, deren Werte in Schritt (a) erfaßt werden, sollte mindestens 2 betragen.
Unter dem Begriff "kontinuierliches Erfassen" der physiologischen Parameter ist die Erfassung dieser Parameter, sobald diese angefallen sind, zu verstehen.
Der Begriff „medizinische Maßnahme" umfaßt jede ärztlichen oder pflegerischen Maßnahme, die unternommen wird, um dem Gesundheitszustand des Patienten zu verbessern, beispielsweise einen oder mehrere der erfaßten physiologischen Parameter in einen Bereich zu führen, der bei gesunden Personen typischerweise vorliegt.
Die getroffenen medizinischen Maßnahmen können ebenfalls kontinuierlich erfaßt werden, d. h. jede weitere Maßnahme, jede Veränderung einer bestehenden Maßnahme (z. B. der Dosierung eines Medikamentes) und/oder das tatsächliche Ende einer Maß- nähme werden erfaßt.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein zusätzlicher Schritt vorgesehen sein, bei dem die Vollständigkeit der Daten überprüft wird. Die Über- prüfung der Vollständigkeit der Daten kann kontinuierlich erfolgen. Alternativ wird sie jeweils nach Ablauf einer vorgegebenen Zeitspanne, beispielsweise aller vier, acht, sechzehn und/oder vierundzwanzig Stunden, durchgeführt. Diese Zeitspannen können der Schichtdauer oder einem Arbeitstag des Krankenhauses entsprechen.
Die Daten werden dann als vollständig angesehen, wenn sie den medizinischen Vorgaben, insbesondere den getroffenen medizinischen Maßnahmen sowie den physiologischen Parametern und sonstigen Informationen, die gemäß den Vorgaben des Kranken- hauses im allgemeinen und den Vorgaben des Arztes im besonderen zu erfassen sind, entsprechen.
Die Daten, die gemäß den medizinischen Vorgaben zu erfassen sind, werden im folgenden auch als „erwartete Daten" bezeich- net, da deren Erfassung gemäß den medizinischen Vorgaben erwartet wird. Einzelne erwarte Daten werden als „erwartete Angabe" bezeichnet.
Um die Vollständigkeit der Daten zu überprüfen, werden die tatsächlich erfaßten Daten mit den Daten verglichen, die gemäß den medizinischen Vorgaben zu erfassen sind. Die erfaßten Daten werden dabei den erwarteten Daten zugeordnet. Wird beispielsweise die Erfassung des Sauerstoffpartialdruckes erwartet, so wird der tatsächlich gemessene und erfaßte Wert des Sauerstoffpartialdruckes dem erwarteten Wert zugeordnet. Jede erwartete Angabe kann mit einer oder mehreren Zeitangaben verknüpft sein, aus der sich ergibt, wann ein Wert für die erwartete Angabe erwartet wird.
Der Vergleich der erfaßten Daten mit den erwarteten Daten ergibt entweder, daß (i) allen erwarteten Daten auch erfaßte Daten entsprechen, d.h., daß alle erwarteten Daten auch erfaßt worden sind; daß (ii) nur einem Teil der erwarteten Daten auch erfaßte Daten entsprechen, d.h., daß nur ein Teil der erwarteten Daten auch erfaßt worden ist, während ein anderer Teil der erwarteten Daten nicht erfaßt worden ist; oder daß (iii) keinen der erwarteten Daten auch erfaßte Daten ent-
sprechen, d.h., daß keine der erwarteten Daten auch erfaßt worden sind. In den Fällen (ii) und (iii) wird vorzugsweise eine Warnung nach einem vorgegebenen Zeitintervall ausgegeben. Dazu können die Felder in der Bildschirmdarstellung bei- spielsweise mit einer Farbkodierung versehen sein. Vorzugsweise wird die Farbe der Feldumrandung und/oder der Feldbeschriftung verändert, wenn einer der Fälle (ii) oder (iii) eintritt. In einer bevorzugten Ausführungsform wird eine Warnung nur zu den vorgegebenen Zeitspannen ausgegeben, also al- ler vier, acht, sechzehn und/oder vierundzwanzig Stunden, um eine Dauerwarnung, jeweils für eine andere erwartete Angabe, zu vermeiden. Mit anderen Worten, ist eine Überprüfung der Vollständigkeit der erfaßten Daten nach vier Stunden vorgegeben, so werden zuvor keine Warnungen ausgegeben, auch wenn die Vorgabe schon zu einem früheren Zeitpunkt, beispielsweise schon eine Stunde vor Ablauf der Zeitspanne von vier Stunden, nicht erfüllt worden ist.
Ist der Wachbogen, der von der jeweiligen Klinik verwendet wird, in dem System zur Überwachung des medizinischen Zustan- des einer Vielzahl von Patienten hinterlegt, so erfolgt die Warnung durch Farbkodierung der jeweiligen Bereiche des auf dem Bildschirm dargestellten Wachbogens, in denen sich erwartete Angabe, für die keine Daten erfaßt worden sind, befin- den. Dabei werden keine Warnungen für die einzelnen Felder ausgeben, in denen eine erwartete Angabe ohne erfaßte Daten geblieben ist. In den Bereichen sind erwartete Angaben nach vorgegebenen Kriterien zusammengefaßt. Derartige Bereiche sind beispielsweise „Perfusion", „Infusion" und „Dekubitus", die jeweils mehrere erwartete Daten umfassen.
Es kann vorgesehen sein, daß durch Auswahl eines solchen Bereiches auf dem Bildschirm ein Dokumentationsblatt aufgerufen werden kann, indem dann die erwartete Angabe, beispielsweise durch Farbkodierung, gekennzeichnet ist, für die keine Daten erfaßt worden sind.
Nach Maßgabe der Erfindung ist ferner ein System zur Überwachung des medizinischen Zustandes einer Vielzahl von Patien- ten gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung vorgesehen. Das System umfaßt einen Prozessor, einen Speicher, eine Eingabevorrichtung und eine Anzeigeeinrichtung, wobei
die Eingabevorrichtung dem Anwender die Angabe der ge- troffenen medizinischen Maßnahmen für jeden Patienten ermöglicht;
in dem Speicher die kontinuierlich erfaßten Werte von physiologischen Parametern der Vielzahl von Patienten und die getroffenen medizinischen Maßnahmen für jeden dieser Patienten gespeichert sind;
der Prozessor die getroffene medizinische Maßnahme einer vorgebenden Kategorie zuordnet und die Kategorie einem der erfaßten physiologischen Parameter, der für das Vorliegen einer Gesundheitsstörung charakteristisch ist, zuordnet und
die Anzeigevorrichtung die Kategorie und den zugeordneten physiologischen Parameter gemeinsam und zeitabhängig darstellt.
Ferner können in dem Speicher Datenbanken für die Kategorien und vorgegebenen Merkmale zur Bildung der Kategorien hinterlegt sein.
Das System kann ferner eine Einrichtung zum Überprüfen der Vollständigkeit der Daten umfassen.
Das System kann ein computerimplementiertes System sein.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutet. Dabei zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer ersten Ausfüh- rungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 2 eine schematische Darstellung eines Bildschirmbildes der erfindungsgemäßen Anzeigevorrichtung, und
Fig. 3 eine weitere schematische Darstellung eines Bildschirmbildes der erfindungsgemäßen Anzeigevorrichtung.
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausfüh- rungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 5 eine schematische Darstellung eines Bildschirmbildes der erfindungsgemäßen Anzeigevorrichtung;
Fig. 6 eine weitere schematische Darstellung eines Bildschirmbildes der erfindungsgemäßen Anzeigevorrichtung und
Fig. 7 eine schematische Ausführungsform einer dritten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Nach Fig. 1 wird in einer ersten Ausführungsform der Erfindung eine Vielzahl physiologischer Parameter eines Patienten P erfaßt 1. Ein Behandler A, beispielsweise ein Arzt, trifft nun eine medizinische Maßnahme im Hinblick auf den Zustand des Patienten P, der sich in den erfaßten physiologischen Parametern widerspiegelt. Dabei kann es sich um die Verordnung eines Medikamentes handeln.
Die medizinische Maßnahme, die für einen bestimmten Patienten durch den Behandler getroffen worden ist, wird durch das erfindungsgemäße System, beispielsweise über eine Eingabevorrichtung erfaßt 2. Dabei werden der Beginn der getroffenen medizinischen Maßnahme, das vorgesehene Ende der getroffenen medizinischen Maßnahme, der Namen des verordneten Medika- ments, die Darreichungsform, die Dosis, die Häufigkeit der Dosis pro Tag und die zeitliche Verteilung der Dosierung über den Tag und die Veränderung der Dosierung über einen vorgegebenen Zeitraum erfaßt. Ferner wird der Behandler die medizinische Maßnahme zumindest einem der erfaßten physiologischen Parameter, der mit medizinischen Maßnahme beeinflußt werden soll, zuordnen.
Zu einem späteren Zeitraum eintretende Veränderungen der Maßnahmen sowie deren tatsächliches Ende werden im Lauf der Zeit ebenfalls erfaßt.
Die getroffene medizinische Maßnahme wird dann einer vorgegebenen Kategorie zugeordnet 3. Die Kategorie wird dann einem der erfaßten physiologischen Parameter zugeordnet, in der Regel dem physiologischen Parameter, der mit der getroffenen medizinische Maßnahme beeinflußt werden soll.
Schließlich werden die Kategorie und der zugeordnete physiologische Parameter gemeinsam und zeitabhängig auf der Anzeigeinrichtung des erfindungsgemäßen Systems dargestellt 5.
Bildschirmbilder 11 der Anzeigeeinrichtung sind in den Figuren 2 und 3 gezeigt. Dort ist ein Teil der erfaßten physiologischen Parameter gezeigt, nämlich die Körpertemperatur (Temp [0C]) des Patienten, dessen Leukozytenzahl (Leuk/B [nl] ) , die Herzfrequenz (HF [min"1] ) , die Atemfrequenz (AF [min"1] ) , der arterielle Kohlendioxid-Partialdruck (pCO2 [mmHg] , der Horo- witz-Quotient (paCO2/FiO2 [mmHg] ) und die Konzentration des C-reaktiven Proteins (CRP [mg/1] ) .
Der physiologische Parameter 12, d. h. die Leukozytenzahl, ist graphisch in Abhängigkeit von der Zeit, die die Abszisse bildet, dargestellt. Der physiologische Parameter 12 ist der zugeordnete Parameter (Schritt d) im Sinne der vorliegenden Erfindung. Dieser physiologische Parameter ist mit einer ge- troffenen medizinischen Maßnahme verknüpft, wie durch den Balken 13 gezeigt ist. Der Balken 13 läßt in bezug auf die Abszisse den Anfang 14 und das Ende 15 der getroffenen medizinischen Maßnahme erkennen. Die medizinische Maßnahme ist einer bestimmten Kategorie zugeordnet, wie sich aus der Schraffur des Balkens 13, die für eine bestimmte farbliche Kodierung steht, erkennen läßt. Ferner ist ein weitere Balken
16 gezeigt, der den erwünschten Bereich des physiologischen Parameters 12 kennzeichnet.
Durch die gemeinsame und zeitabhängige Darstellung von Kate- gorie und zugeordnetem Parameter kann ein Behandler ohne weiteres erkennen, daß eine medizinische Maßnahme getroffen wurde. Anhand der kodierten Darstellung der Kategorie kann er ferner erkennen, welche Art von medizinischer Maßnahme getroffen werden ist. Er kann somit die Meßwerte des zugeordne- ten Parameters unmittelbar mit der getroffenen medizinischen Maßnahme verknüpfen, was einen erheblichen Vorteil im Hinblick auf den Behandlungserfolg und damit die Behandlungsdauer mit sich bringt.
Sollte der Behandler weitere Informationen in bezug auf die getroffene medizinische Maßnahme wünschen, so kann er sich diese durch eine Auswahl des Balkens mittels der Eingabevorrichtung anzeigen lassen, wie in Fig. 3 , Bezugszeichen 17, gezeigt. Er kann dann erkennen, daß der Wirkstoff „Cefuroxim" verordnet worden ist, und zwar vom 1. Nov. 2008 (Beginn der medizinischen Maßnahme) bis zum 6. Nov. 2008 (Ende der medizinischen Maßnahme) mit Dosis von 1,5 g, dreimal täglich.
Der Wirkstoff „Cefuroxim", der beispielsweise unter dem Namen „Zinacef" kommerziell vertrieben wird, ist dabei der Kategorie „ß-Lactam-Antibiotika" zugeordnet worden. Das Ziel der medizinischen Maßnahme bestand darin, eine bakterielle Entzündung zu bekämpfen. Der Behandler erkennt aus dem Diagramm für die Leukozytenzahl als zugeordnetem physiologischen Para- meter 12, daß die Verordnung des Wirkstoff „Cefuroxim" folgende Wirkung hatte: Die Entzündung wurde zeitweise erfolgreich bekämpft, was sich am fallenden Meßwert widerspiegelt.
Selbstverständlich können weitere getroffene medizinische Maßnahmen und diesen zugeordnete physiologische Parameter gleichzeitig mit der in Fig. 2 und Fig. 3 gezeigten medizini- sehen Maßnahme und deren zugeordneten physiologischen Parameter angezeigt werden.
In Fig. 4 ist eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt, die der ersten Ausführungsform (siehe Fig. 1) entspricht, außer daß zusätzlich eine Überprüfung der erfaßten Daten auf Vollständigkeit durchgeführt wird 6. Erweisen sich die erfaßten Daten dabei als unvollständig, so wird eine Warnung ausgegeben 7. In Fig. 5 und 6 ist ein Bildschirmbild 11 gezeigt, daß einen Wachbogen wie- dergibt. Die Felder des Wachbogens sind in Bereiche 21 eingeteilt, in denen mehrere erwartete Angaben zusammengefaßt sind. Die Bereiche sind mit einer Beschriftung 22 und einer Farbkodierung versehen. Ergibt die Überprüfung nach der vorgegebenen Zeitspanne, daß die erfaßten Daten unvollständig sind, so ändert sich die Farbe der Beschriftung 22 des Bereiches 21 und die Farbe der Umrandung 23 des Bereiches 21. In Fig. 5 ist die Bildschirmdarstellung 11 vor der Überprüfung 6 gezeigt, während in Fig. 6 die Bildschirmdarstellung 11 nach der Überprüfung 6 gezeigt ist. In Fig. 5 weisen die Berei- che 21 jeweils eine schwarze Beschriftung 22 und eine schwarze Umrandung 23 auf. Es ist in Fig. 6 zu erkennen, daß Warnungen ausgegeben worden sind 7, die durch die jeweils weiße Umrandung 23 der betroffenen Bereiche 21 dargestellt ist. Alternativ oder zusätzlich wäre auch eine weiße Beschriftung 22 der betroffenen Bereiche 21 möglich.
Das Bildschirmbild 11 entspricht dabei - abgesehen von der Beschriftung und Farbkodierung der Bereiche 21 - dem Wachbogen, den das Krankenhaus üblicherweise verwendet.
Nach Fig. 7 kann als Ergänzung oder alternativ zu den in Fig. 1 und 4 gezeigten Ausführungsformen vorgesehen sein, dass der Behandler nicht nur eine medizinische Maßnahme 2a trifft, die von dem System erfasst wird (2), sondern auch das Ziel vorgibt, dass mit dieser Maßnahme verknüpft ist (6) . Dieses Ziel ist das Therapieziel und umfasst die Vorgabe des Zielwertes oder -bereiches des oder der Parameter, die kontinuierlich erfasst werden (1) und die mit der medizinischen Maßnahme be- einflusst werden sollen (2), sowie des Zeitraums, innerhalb dessen der Zielwert oder - bereich erreicht werden soll. Das Therapieziel wird von dem System erfasst (7).
Die kontinuierlich erfassten Werte von Parametern (1) , für die ein Therapieziel formuliert worden ist, werden kontinuierlich auf daraufhin überprüft , ob das Therapieziel erreicht worden ist (8) . Sind der Zielwert oder -bereich innerhalb des vorgegebenen Zeitraums erreicht worden, so wird eine Meldung generiert , die den Behandler darauf hinweist , dass das Therapieziel erreicht worden ist. Der Behandler wird aufgefordert, die medizinische Maßnahme zu beenden, zu verändern oder ein neues Therapieziel zu formulieren. Ist der vorgegebene Zeitraum abgelaufen, ohne dass das Therapieziel erreicht wurde, so wird eine Meldung generiert , die den Behandler auf diesen Umstand hinweist (10) . Der Behandler wird aufgefordert, die medizinische Maßnahme zu beenden, zu verändern oder ein neues Therapieziel zu formulieren.
Bezugszeichenliste
P Patient A Arzt
1 kontinuierliches Erfassen physiologischer Parameter
2 Erfassen medizinischer Maßnahmen
3 Zuordnen der medizinischen Maßnahmen zu einer Kategorie
4 Zuordnen der Kategorie zu einem erfaßten physiologischen Parameter
5 Darstellen von Kategorie und zugeordnetem Parameter
6 Vorgabe eines Therapieziels
7 Erfassen des Therapieziels
8 kontinuierliches Überprüfen der erfassten Werte mit dem Therapieziel
9 Meldungsausgabe, wenn Therapieziel erreicht
10 Meldungsausgabe, wenn Zeitraum angelaufen ist
11 Bildschirmbild einer Anzeigevorrichtung 12 zugeordneter physiologischer Parameter
13 getroffene medizinische Maßnahme
14 Beginn der medizinischen Maßnahme
15 Ende der medizinischen Maßnahme
16 erwünschter Bereich des zugeordneten physiologischen Pa- rameter
17 Detailangaben zur getroffenen medizinischen Maßnahme
21 Bereich
22 Beschriftung des Bereiches 23 Umrandung des Bereiches