Beschreibung
Durchlaufverdampfer
Die Erfindung betrifft einen Durchlaufverdampfer für einen Abhitzedampferzeuger in liegender Bauweise mit einer ersten Verdampferheizflache, die eine Anzahl von im Wesentlichen vertikal angeordneten, von unten nach oben durchströmten ersten Dampferzeugerrohren umfasst, und einer weiteren, der ers- ten Verdampferheizflache strömungsmediumsseitig nachgeschalteten zweiten Verdampferheizflache, die eine Anzahl von weiteren, im Wesentlichen vertikal angeordneten, von unten nach oben durchströmten zweiten Dampferzeugerrohren umfasst.
Bei einer Gas- und Dampfturbinenanlage wird die im entspannten Arbeitsmittel oder Heizgas aus der Gasturbine enthaltene Wärme zur Erzeugung von Dampf für die Dampfturbine genutzt. Die Wärmeübertragung erfolgt in einem der Gasturbine nachgeschalteten Abhitzedampferzeuger, in dem üblicherweise eine Anzahl von Heizflächen zur Wasservorwärmung, zur Dampferzeugung und zur Dampfüberhitzung angeordnet ist. Die Heizflächen sind in den Wasser-Dampf-Kreislauf der Dampfturbine geschaltet. Der Wasser-Dampf-Kreislauf umfasst üblicherweise mehrere, z. B. drei, Druckstufen, wobei jede Druckstufe eine Ver- dampferheizflache aufweisen kann.
Für den der Gasturbine als Abhitzedampferzeuger heizgasseitig nachgeschalteten Dampferzeuger kommen mehrere alternative Auslegungskonzepte, nämlich die Auslegung als Durchlaufdampf- erzeuger oder die Auslegung als Umlaufdampferzeuger, in Betracht. Bei einem Durchlaufdampferzeuger führt die Beheizung von als Verdampferrohren vorgesehenen Dampferzeugerrohren zu einer Verdampfung des Strömungsmediums in den Dampferzeugerrohren in einem einmaligen Durchlauf. Im Gegensatz dazu wird bei einem Natur- oder Zwangumlaufdampferzeuger das im Umlauf geführte Wasser beim Durchlauf durch die Verdampferrohre nur teilweise verdampft. Das dabei nicht verdampfte Wasser wird
nach einer Abtrennung des erzeugten Dampfes für eine weitere Verdampfung denselben Verdampferrohren erneut zugeführt.
Ein Durchlaufdampferzeuger unterliegt im Gegensatz zu einem Natur- oder Zwangumlaufdampferzeuger keiner Druckbegrenzung. Ein hoher Frischdampfdruck begünstigt einen hohen thermischen Wirkungsgrad und somit niedrige C02-Emissionen eines fossilbeheizten Kraftwerks. Zudem weist ein Durchlaufdampferzeuger im Vergleich zu einem Umlaufdampferzeuger eine einfache Bau- weise auf und ist somit mit besonders geringem Aufwand herstellbar. Die Verwendung eines nach dem Durchlaufprinzip ausgelegten Dampferzeugers als Abhitzedampferzeuger einer Gas- und Dampfturbinenanlage ist daher zur Erzielung eines hohen Gesamtwirkungsgrades der Gas- und Dampfturbinenanlage bei einfacher Bauweise besonders günstig.
Ein als Abhitzedampferzeuger ausgelegter Durchlaufdampferzeuger kann grundsätzlich in einer von zwei alternativen Bauformen ausgeführt sein, nämlich in stehender Bauweise oder in liegender Bauweise. Ein Durchlaufdampferzeuger in liegender
Bauweise ist dabei für eine Durchströmung des beheizenden Mediums oder Heizgases, beispielsweise des Abgases aus der Gasturbine, in annähernd horizontaler Richtung ausgelegt, wohingegen ein Durchlaufdampferzeuger in stehender Bauweise für eine Durchströmung des beheizenden Mediums in einer annähernd vertikalen Richtung ausgelegt ist.
Ein Durchlaufdampferzeuger in liegender Bauweise ist im Gegensatz zu einem Durchlaufdampferzeuger in stehender Bauweise mit besonders einfachen Mitteln und mit besonders geringem
Fertigungs- und Montageaufwand herstellbar. Dabei kann insbesondere in den strömungsmediumsseitig nachgelagerten Dampferzeugerrohren der zweiten Verdampferheizflache innerhalb jeder einzelnen Rohrreihe eine ungleichmäßige Verteilung des zweiphasigen Strömungsmediums auf die Dampferzeugerrohre auftreten, die zu Temperaturschieflagen und durch unterschiedliche thermische Ausdehnung zu mechanischen Spannungen führt. Um Beschädigungen des Abhitzedampferzeugers zu vermeiden,
wurden daher bisher beispielsweise Dehnbögen zur Kompensation dieser Spannungen angebracht. Diese Maßnahme kann jedoch bei einem Abhitzedampferzeuger in liegender Bauweise technisch vergleichsweise aufwändig sein.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Durchlaufverdampfer für einen Abhitzedampferzeuger der oben genannten Art anzugeben, welcher bei einer besonders hohen Lebensdauer eine besonders einfache Bauweise erlaubt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem eine Anzahl von zweiten Dampferzeugerrohren ein Innenprofil aufweist.
Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass eine besonders einfache Konstruktion des Abhitzedampferzeugers bzw. des Durchlaufverdampfers durch einen Entfall der bisher üblichen Dehnbögen erreicht werden könnte. Dabei müssen jedoch die durch Temperaturschieflagen in den parallel geschalteten Dampferzeugerrohren jeder einzelnen Rohrreihe verur- sachten mechanischen Spannungen auf andere Weise reduziert werden. Diese treten insbesondere in der zweiten Verdampfer- heizfläche auf, die mit Wasser-Dampf-Gemisch beaufschlagt wird. Die Temperaturschieflagen werden dabei durch unterschiedliche Anteile von Wasser und Dampf am strömungsseitigen Eintritt der Einzelrohre einer Rohrreihe und einer daraus resultierenden unterschiedlichen Durchströmung dieser Rohre verursacht. Es wurde erkannt, dass diese unterschiedliche Durchströmung in den Rohren durch einen im Vergleich zum geodätischen Druckverlust geringen Reibungsdruckverlust in den Dampferzeugerrohren verursacht wird. Eine Strömung mit hohem Dampfanteil des Strömungsmediums strömt nämlich bei geringem Reibungsdruckverlust vergleichsweise schnell durch einzelne Dampferzeugerrohre, während eine Strömung mit hohem Wasseranteil aufgrund ihres höheren, durch die Masse verursachten geodätischen Druckverlustes benachteiligt ist und zur Stagnation neigen kann. Um die Durchströmungen zu vergleichmäßigen, sollte daher der Reibungsdruckverlust erhöht werden. Dies ist erreichbar, indem eine Anzahl von zweiten Dampferzeugerrohren
ein Innenprofil aufweist, welches einen derartigen zusätzlichen Reibungsdruckverlust verursacht.
Um einen besonders hohen zusätzlichen Reibungsdruckverlust zu erreichen, sollte die laminare Grenzschicht an der Innenseite der Rohre verringert werden. Dies kann durch die Erzeugung von Turbulenzen im Rohr erreicht werden. Verstärkt werden kann dieser Effekt weiter durch Erzeugung eines Dralls des Strömungsmediums. Eine derartige Drallerzeugung ist möglich, in dem das Innenprofil vorteilhafterweise schraubenfederförmig ist.
Dieser Reibungsdruckverlust sollte anhand der übrigen Betriebsparameter wie der Rohrgeometrie, den Abmessungen des Heizgaskanals und der Temperaturverhältnisse entsprechend bestimmt werden. Vorteilhafterweise sollte dann die Profilgeometrie des jeweiligen Innenprofils derart gewählt sein, dass sich über das jeweilige zweite Dampferzeugerrohr der vorgegebene Reibungsdruckverlust des Strömungsmediums einstellt. Somit ist eine noch bessere Vermeidung von Temperaturschieflagen möglich.
In vorteilhafter Ausgestaltung ist das jeweilige Innenprofil in der Art einer Innenberippung in das jeweilige zweite Dampferzeugerrohr eingebracht. Dies ermöglicht eine besonders einfache Konstruktion eines Durchlaufverdampfers bzw. eines Abhitzedampferzeugers .
Um auch eine Nachrüstung bestehender Dampferzeuger bzw. eine größere Flexibilität bei der Konstruktion eines Dampferzeugers hinsichtlich der Rohrgeometrien zu erreichen, ist das jeweilige Innenprofil vorteilhafterweise als Einbauteil in das jeweilige zweite Dampferzeugerrohr eingesetzt. Das Innenprofil wird somit als separates Einbauteil ausgestaltet und in den Dampferzeugerrohren angeordnet.
In vorteilhafter Ausgestaltung ist eine Anzahl von zweiten Dampferzeugerrohren einander heizgasseitig als Rohrreihen
hintereinander geschaltet. Dies ermöglicht es, eine größere Anzahl von parallel geschalteten Dampferzeugerrohren für eine Verdampferheizflache zu verwenden, was durch die vergrößerte Oberfläche einen besseren Wärmeeintrag bedeutet. Allerdings sind die in Heizgasströmungsrichtung hintereinander angeordneten Dampferzeugerrohre dabei unterschiedlich beheizt. Insbesondere in den heizgaseintrittsseitigen Dampferzeugerroh- ren wird das Strömungsmedium vergleichsweise stark beheizt. Durch die beschriebene Ausgestaltung der zweiten Dampferzeu- gerrohre mit einem Innenprofil kann jedoch auch in diesen
Dampferzeugerrohren eine der Beheizung angepasste Durchströmung erreicht werden. Dadurch wird bei einfacher Konstruktion eine besonders lange Lebensdauer des Abhitzedampferzeugers erreicht .
In vorteilhafter Ausgestaltung ist die erste Verdampferheiz- fläche der zweiten Verdampferheizflache heizgasseitig nachgeschaltet. Dies bietet den Vorteil, dass die zweite, strö- mungsmediumsseitig nachgeschaltete und somit zur weiteren Er- hitzung bereits verdampften Strömungsmediums ausgelegte Verdampferheizfläche auch in einem vergleichsweise stärker beheizten Bereich des Heizgaskanals liegt.
Zweckmäßigerweise kommt ein derartiger Durchlaufverdampfer in einem Abhitzedampferzeuger zum Einsatz und es wird der Abhitzedampferzeuger in einer Gas- und Dampfturbinenanlage verwendet. Dabei ist der Dampferzeuger vorteilhafterweise heizgasseitig einer Gasturbine nachgeschaltet. Bei dieser Schaltung kann zweckmäßigerweise hinter der Gasturbine eine Zusatzfeue- rung zur Erhöhung der Heizgastemperatur angeordnet sein.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch die Einbringung eines Innenprofils in die zweiten Verdampferrohre eine Verbesserung der Verteilung der Strömung und somit eine Reduzierung der Temperaturdifferenzen zwischen parallel geschalteten zweiten Dampferzeugerrohren und der daraus resultierenden mechanischen Spannungen erreicht wird. Dadurch ist die Lebensdauer des Abhitzedampf-
erzeugers besonders hoch. Durch die entsprechende Anordnung eines Innenprofils können weitere, aufwändige technische Maßnahmen wie Dehnbögen entfallen und es wird so gleichzeitig eine besonders einfache, kostensparende Konstruktion des Ab- hitzedampferzeugers bzw. eines Gas- und Dampfturbinenkraft- werks ermöglicht.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
FIG 1 in vereinfachter Darstellung im Längsschnitt einen Dampferzeuger in liegender Bauweise,
FIG 2 ein Dampferzeugerrohr mit Innenberippung im Längs- schnitt,
FIG 3 ein Dampferzeugerrohr mit Einbauten im Längsschnitt,
FIG 4 eine graphische Darstellung der Rohrtemperatur gegen den Dampfgehalt am Heizrohreintritt ohne Innenprofil und
FIG 5 eine graphische Darstellung der Rohrtemperatur gegen den Dampfgehalt am Heizrohreintritt mit Innenprofil.
Gleiche Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
Der Durchlaufverdampfer 1 für den Abhitzedampferzeuger 2 ge- maß der FIG 1 ist einer nicht näher dargestellten Gasturbine abgasseitig nachgeschaltet. Der Abhitzedampferzeuger 2 weist eine Umfassungswand 3 auf, die einen in einer annähernd horizontalen, durch die Pfeile 4 angedeuteten Heizgasrichtung durchströmbaren Heizgaskanal 5 für das Abgas aus der Gastur- bine bildet. Im Heizgaskanal 5 ist eine Anzahl von nach dem Durchlaufprinzip ausgelegten Verdampferheizflachen 8, 10 angeordnet. Im Ausführungsbeispiel gemäß der FIG 1 sind jeweils zwei Verdampferheizflachen 8, 10 gezeigt, es kann aber auch
eine größere Anzahl von Verdampferheizflachen vorgesehen sein .
Die Verdampferheizflachen 8, 10 gemäß der FIG 1 umfassen je- weils in der Art eines Rohrbündels eine Anzahl von in Heizgasrichtung hintereinander angeordneten Rohrreihen 11 bzw. 12. Jede Rohrreihe 11, 12 wiederum umfasst jeweils eine Anzahl von in Heizgasrichtung nebeneinander angeordneten Dampferzeugerrohren 13 bzw. 14, von denen für jede Rohrreihe 11, 12 nur jeweils eines sichtbar ist. Die annähernd vertikal angeordneten, zur Durchströmung eines Strömungsmediums W parallel geschalteten ersten Dampferzeugerrohre 13 der ersten Verdampferheizfläche 8 sind dabei ausgangsseitig an einen ihnen gemeinsamen Austrittssammler 15 angeschlossen. Die ebenfalls annähernd vertikal angeordneten, zur Durchströmung eines
Strömungsmediums W parallel geschalteten zweiten Dampferzeugerrohre 14 der zweiten Verdampferheizflache 10 sind ebenso ausgangsseitig an einen ihnen gemeinsamen Austrittssammler 16 angeschlossen. Es kann dabei auch bei beiden Verdampferheiz- flächen 8, 10 ein vergleichsweise aufwändigeres Sammlersystem vorgesehen sein. Die Dampferzeugerrohre 14 der zweiten Verdampferheizfläche 10 sind den Dampferzeugerrohren 13 der ersten Verdampferheizflache 8 strömungstechnisch über ein Fallrohrsystem 17 nachgeschaltet.
Das aus den Verdampferheizflachen 8, 10 gebildete Verdampfersystem ist mit dem Strömungsmedium W beaufschlagbar, das bei einmaligem Durchlauf durch das Verdampfersystem verdampft und nach dem Austritt aus der zweiten Verdampferheizflache 10 als Dampf D abgeführt wird. Das aus den Verdampferheizflachen 8, 10 gebildete Verdampfersystem ist in den nicht näher dargestellten Wasser-Dampf-Kreislauf einer Dampfturbine geschaltet. Zusätzlich zu dem die Verdampferheizflachen 8, 10 umfassenden Verdampfersystem sind in den Wasser-Dampf-Kreislauf der Dampfturbine eine Anzahl weitere, in der FIG 1 schematisch angedeutete Heizflächen 20 geschaltet. Bei den Heizflächen 20 kann es sich beispielsweise um Überhitzer, um Mittel-
druckverdampfer, um Niederdruckverdampfer und/oder um Vorwärmer handeln.
Die zweiten Dampferzeugerrohre 14 weisen nun ein schrauben- federförmiges Innenprofil 22 auf, welches in den FIG 2 und 3 dargestellt ist. Dessen Profilgeometrie ist so gewählt, dass der durch Drall und Turbulenzen erzeugte Reibungsdruckverlust des Strömungsmediums W in den Dampferzeugerrohren 14 entsprechend so hoch ist, dass eine gleichmäßige Durchströmung in- nerhalb einer Rohrreihe 11 gewährleistet ist. Dadurch werden Temperaturschieflagen reduziert. Das Innenprofil 22 kann dabei direkt in die Dampferzeugerrohre 14 in der Art einer In- nenberippung 23 eingebracht sein. Alternativ können auch Einbauteile 24 als Innenprofil 22 dienen, was insbesondere eine Nachrüstung bestehender Durchlaufverdampfer 1 ermöglicht.
Der Effekt des Innenprofils 22 auf die Temperaturdifferenzen ist in den FIG 4 und 5 dargestellt. Sie zeigen jeweils eine graphische Darstellung der mittleren Rohrwandtemperatur 25 und der Rohraustrittswandtemperatur 27, aufgetragen gegen den Dampfanteil 29 des Strömungsmediums am Eintritt in das Rohr. FIG 4 zeigt dabei die Situation ohne Innenprofil 22. Hier variiert die mittlere Rohrwandtemperatur 25 zwischen ca. 460 0C und 360 °C, die Rohraustrittswandtemperatur 27 zwischen 480 0C und 370 0C, abhängig von Dampfgehalt 29. In FIG 5, die die Situation mit Innenprofil 22 erläutert, ist gezeigt, dass sich diese Variationen auf ca. 440 0C bis 390 0C bzw. 470 0C bis 405 °C reduzieren. Die Temperaturdifferenzen zwischen Rohren mit unterschiedlichem Dampfgehalt am Eintritt werden also deutlich reduziert.
Durch die Verringerung der Temperaturdifferenzen von Rohren mit unterschiedlichem Dampfgehalt am strömungsseitigen Eintritt wird die mechanische Spannungsbelastung des Abhitze- dampferzeugers 2 reduziert und es ist eine besonders lange
Lebensdauer bei gleichzeitig einfacher Bauweise durch Entfall der bisher üblichen Dehnbögen gewährleistet.