Hochsetzsteller
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Hochsetzsteller zum Hochsetzen einer elektrischen Eingangsgleichspannung auf eine elektrische Ausgangsgleichspannung. Ferner betrifft die Erfindung eine Wechselrichteranordnung mit einem Hochsetzsteller und eine Solaranordnung mit einem Hochsetzsteller. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Betreiben eines Hochsetzstellers.
Hochsetzsteller sind allgemein bekannt, sie dienen dazu, eine elektrische Gleichspannung mit einer ersten Spannungsamplitude auf eine elektrische Gleichspannung mit einer zweiten Spannungsamplitude hoch zu setzen, so dass die zweite Spannungsamplitude größer als die erste Spannungsamplitude ist. Dies ist insbesondere für eine Anwendung in Zusammenhang mit Solargeneratoren und Wechselrichtern zum Einspeisen elektrischer, von den Solargeneratoren erzeugter Energie in ein elektrisches Wechselspannungsnetz bekannt. Der Solargenerator, also eine Anordnung wenigstens einer, üblicherweise vieler Photovoltaikzellen erzeugt eine elektrische Gleichspannung und stellt diese bereit. Dessen Spannungsamplitude kann insbesondere temperaturabhängig schwanken. Ein Wechselrichter erzeugt aus einer Gleichspannung, nämlich einer Zwi- schenkreisspannung beispielsweise mittels eines Pulsweiten-Modulationsverfahrens einen Wechselstrom zum Einspeisen in ein Wechselstromnetz. Hierfür ist eine Spannungsamplitude entsprechend der Spannung in dem Wechselstromnetz erforderlich und die Zwischenkreisspannung muss dafür eine entsprechend höhere Spannung aufweisen. Dies wird durch den Hochsetzsteller erreicht, der die Spannung, die der Solargenerator liefert, auf die Zwischenkreisspannung hochsetzt.
Vereinfacht ausgedrückt funktioniert ein Hochsetzsteller so, dass durch das Schließen eines Schalters ein Strom erzeugt wird, der von der Eingangsseite des Hochsetzstellers, also bei der genannten Solaranwendung vom Solargenerator, durch eine Induktivität, die in diesem Zusammenhang üblicherweise als„Drossel" bezeichnet wird, und durch den Schalter fließt. Wird der Schalter geöffnet, versucht die Induktivität zunächst, den Strom weiter zu treiben und der Hochsetzsteller ist dabei so aufgebaut, dass dieser Strom zur Ausgangsspannungsseite geleitet wird und dort einen Kondensator, nämlich einen Zwi- schenkreiskondensator, bzw. eine Zwischenkreiskapazität, auflädt. Diese Induktivität ist somit ein wichtiges Bauteil für den Hochsetzsteller und diese Induktivität muss für eine
befriedigende Funktionsweise eine gewisse Größe aufweisen, um den besagten Strom eine gewisse Zeit lang treiben zu können. Diese Drossel ist dabei oftmals das teuerste Bauelement des Hochsetzstellers, nimmt zudem häufig auch ein nicht unerhebliches Bauvolumen ein und ist zudem üblicherweise das vom Gewicht her schwerste Bauele- ment.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 10 2004 037 446 A1 ist ein Wechselrichter mit einem Hochsetzsteller bekannt, der eine Aufteilung der Drossel in zwei kleinere Einzeldrosseln vorsieht.
Ein etwas anderer Hochsetzsteller-Typ ist der Veröffentlichung von Zhang et al:„Single- Phase Three-Level Boost Power Factor Correction Converter" auf der Applied Power Electronics Conference and Exposition, 1995 (APEC '95), Conference proceedings 1995, 10th annual, zu entnehmen. Dort zeigt die Fig. 1 eine Ausführungsform, die nur eine Drossel verwendet. Der dort gezeigte Hochsetzsteller weist einen geteilten Zwischen- kreiskondensator auf mit einem ersten und zweiten in Reihe geschalteten Zwischenkreis- kondensator. Dabei sind zwei Schalter vorgesehen, mit denen der erste und der zweite Zwischenkreiskondensator im Grunde einzeln angesteuert und somit deren Spannung getrennt voneinander hochgesetzt werden kann.
Die japanische Offenlegungsschrift JP 09140157 A zeigt eine ganz ähnliche Schaltung. Aus der europäischen Offenlegungsschrift EP 2 244 367 A1 ist ein Hochsetzsteller mit einem geteilten Zwischenkreis und mehreren Halbleiterschaltern sowie mehreren Drosseln bekannt. Das US-Patent US 7,839,665 B2 betrifft ebenfalls ein System mit einem Hochsetzsteller und Wechselrichter, wobei dieses Dokument speziell einen Überspannungsschutz und einen Unterspannungsschutz betrifft.
Diese und weitere Hochsetzsteller benötigen gleichwohl meist relativ große induktive Bauelemente und sind auch nicht oder nicht gut geeignet im Inselbetrieb oder bei Schieflasten im Netz eine Symmetrierung des Zwischen kreises eines nachgeschalteten Dreipunktwechselrichters vorzunehmen.
Als Stand der Technik wird an dieser Stelle allgemein auf das Dokument US 2009/0085537 A1 hingewiesen.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, wenigstens eines der oben genannten Probleme zu adressieren. Insbesondere soll eine Lösung geschaffen werden, die Sym- metrierungseigenschaften verbessert, den Bauteile-Einsatz insbesondere hinsichtlich Kosten verringert und/oder die Qualität eines Hochsetzstellers verbessert. Zumindest soll eine alternative Lösung vorgeschlagen werden.
Erfindungsgemäß wird ein Hochsetzsteller gemäß Anspruch 1 vorgeschlagen. Dieser ist zum Hochsetzen einer elektrischen Eingangsgleichspannung auf eine elektrische Ausgangsgleichspannung ausgebildet. Der Hochsetzsteller umfasst einen Spannungseingang mit einem positiven und einem negativen Eingangsknoten, an dem die Eingangs- Spannung angelegt wird. Weiterhin ist ein Spannungsausgang vorgesehen, der einen positiven und einen negativen Ausgangsknoten aufweist. Zwischen diesen Knoten wird die Ausgangsspannung bereitgestellt. Entsprechend ist die Eingangsspannung, also die Eingangsgleichspannung, in ihrer Spannungsamplitude geringer als die Ausgangsspannung, also die Ausgangsgleichspannung. Am Spannungsausgang ist ein Ausgangskondensatormittel vorgesehen, das auf ein erstes und zweites Ausgangskondensatormittel aufgeteilt ist. Dieses erste und zweite Ausgangskondensatormittel ist in einer Reihenschaltung zwischen dem positiven und negativen Ausgangsknoten verschaltet und weist einen Ausgangsmittelknoten auf, an dem die beiden Ausgangskondensatormittel wirksam verbunden sind. Das erste Aus- gangskondensatormittel, nämlich insbesondere ein erster Kondensator, insbesondere ein erster Zwischenkreiskondensator, ist zwischen den positiven Ausgangsknoten und dem Ausgangsmittelknoten verschaltet. Hierüber fällt im Betrieb des Hochsetzstellers eine erste Ausgangsteilspannung an. Entsprechend ist das zweite Ausgangskondensatormittel, insbesondere ein zweiter Ausgangskondensator, insbesondere ein zwei- ter Zwischenkreiskondensator, zwischen dem Ausgangsmittelknoten und dem negativen Ausgangsknoten verschaltet und hierüber fällt eine zweite Ausgangsteilspannung an. Die Summe der ersten und zweiten Ausgangsteilspannungen ergibt die Ausgangsspannung bzw. Ausgangsgleichspannung zwischen dem positiven und dem negativen Ausgangsknoten. Am Spannungseingang zwischen dem positiven und negativen Eingangsknoten ist ein gesamtes Eingangskondensatormittel vorgesehen.
Zum Betrieb des Hochsetzstellers ist eine erste Drossel zusammen mit einem ersten Schaltmittel, insbesondere einem Schalter, insbesondere Halbleiterschalter, vorgesehen. Die erste Drossel ist zwischen dem positiven Eingangsknoten und dem positiven Ausgangsknoten, also in einem positiven Zweig vorgesehen und sie ist zudem über das erste Schaltmittel mit dem Ausgangsmittelknoten verbunden bzw. verschaltet. Entsprechend ist für den negativen Zweig eine zweite Drossel zwischen dem negativen Ausgangsknoten und dem negativen Eingangsknoten vorgesehen und über ein zweites Schaltmittel, das auch als Schalter oder Halbleiterschalter ausgebildet sein kann, mit dem Ausgangsmittelknoten verbunden. Dieser beschriebene Hochsetzsteller kann auch als Dreipunkthochsetzsteller bezeichnet werden. Er führt eine Spannungshochsetzung vom Spannungseingang zum Spannungsausgang durch, wobei am Spannungsausgang drei Spannungspotentiale vorhanden sind, nämlich am positiven und negativen Ausgangsknoten sowie am Ausgangsmittelknoten, auf die durch den Hochsetzsteller gezielt eingewirkt werden kann. Es wird vorgeschlagen, dass die erste und die zweite Drossel induktiv mit einander gekoppelt sind. Die Kopplung der beiden Drosseln wird vorzugsweise durch Verwendung eines gemeinsamen Kerns vorgenommen. Es kann nun mittels abwechselnden Taktens des ersten und zweiten Schaltmittels bzw. ersten und zweiten Schalters bei hohen Eingangsspannungen, die größer sind als die vorgesehene halbe Ausgangsspannung, die Eingangsspannung auf die Ausgangsspannung hochgesetzt werden. Vorteilhaft wirkt sich aus, dass beim Aufmagnetisieren der ersten und zweiten Drossel eine Gegenspannung der halben Ausgangsspannung vorhanden ist, wodurch ein Stromrippel reduziert wird. Ein weiterer Vorteil besteht im wechselseitigen Takten der beiden Schalter, also im abwechselnden Ein- und Ausschalten der Schalter, wodurch die an den Drosseln sichtba- re Schaltfrequenz verdoppelt wird. Diese genannten Effekte können zusammen zu einer signifikanten Reduktion, zum Beispiel im Bereich von 50 % oder mehr, der Summeninduktivität der ersten und zweiten Drossel gegenüber einer vergleichbaren konventionellen Hochsetzsteller-Lösung genutzt werden, wie es beispielsweise aus dem genannten Dokument DE 10 2004 037 446 A1 bekannt ist. Bei niedrigen Eingangsspannungen, wenn die Eingangsspannung also kleiner ist als die vorgesehene halbe Ausgangsspannung, können die Schaltzustände dahingehend geändert werden, dass das Takten, also Schalten des ersten und zweiten Schaltmittels so erfolgt, dass jeweils zeitweise beide Schaltmittel zugleich geschlossen sind. Bei hoher
Eingangsspannung kann das Takten so erfolgen, dass beide Schaltmittel zeitweise, als überschneidend, geöffnet sind. Die zum wechselseitigen Takten genannten Vorteile ergeben sich grundsätzlich in beiden Fällen, also bei hoher und niedriger Eingangsspannung. Vorzugsweise ist das gesamte Eingangskondensatormittel in ein erstes und zweites Eingangskondensatormittel aufgeteilt, insbesondere ist ein erster und zweiter Eingangskondensator als erstes bzw. zweites Eingangskondensatormittel vorgesehen. Diese beiden Eingangskondensatormittel sind somit am Spannungseingang in Reihe geschaltet und weisen einen Eingangsmittelknoten auf, an dem sie verbunden sind. Nachfolgend wird auch vereinfachend, ohne dass dies einschränkend zu verstehen ist, für das erste und zweite Ausgangskondensatormittel die Bezeichnung„erster bzw. zweiter Ausgangskondensator" verwendet und für das erste und zweite Eingangskondensatormittel der Begriff„erster bzw. zweiter Eingangskondensator".
Der Eingangsmittelknoten und der Ausgangsmittelknoten sind bei dieser Ausführungs- form miteinander verbunden und weisen entsprechend das gleiche Spannungspotential auf. Durch diese Kopplung des Eingangsmittelknotens an den Ausgangsmittelknoten und vorzugsweise an einen Erdanschluss bzw. PE-Anschluss können betriebsbedingt Ableitströme signifikant reduziert werden. Hierunter fallen insbesondere Ableitströme durch eine kapazitive Kopplung der Solargeneratoren gegen Erde. Durch die Ausführungsform, die ein erstes und zweites Eingangskondensatormittel vorsieht und somit einen Eingangsmittelknoten aufweist, der mit dem Ausgangsmittelknoten verbunden ist, können die Vorteile einer induktiven Kopplung der ersten und zweiten Drossel und die Vorteile der Verwendung einer kapazitiven Kopplung der Eingangsspannung an Erde oder an den Ausgangsmittelknoten kombiniert werden. Über die Kopplung der Drosseln ist eine Möglichkeit zum Austausch von Energie des ersten Eingangskondensatormittels zum zweiten Ausgangskondensatormittels und umgekehrt gegeben. Auch hier können die betriebsbedingten Ableitströme durch die kapazitive Kopplung der Eingangsspannung bzw. Eingangsspannungsquelle an Erde oder an den Ausgangsmittelknoten reduziert werden. Günstig ist es, wenn der Ausgangsmittelknoten und somit gegebenenfalls auch der Eingangsmittelknoten geerdet ist. Hierdurch ergibt sich eine kapazitive Kopplung insbesondere der Eingangsspannung an Erde. Gerade bei Verwendung von Solargeneratoren
als Eingangsspannungsquellen, die prinzipbedingt hohe Ableitströme durch kapazitive Effekte verursachen können, kann eine solche Kopplung an Erde von Bedeutung sein.
Vorzugsweise weist der Hochsetzsteller im Grunde insofern einen symmetrischen Aufbau auf, als dass das erste und zweite Ausgangskondensatormittel und/oder die erste und zweite Drossel und/oder das erste und zweite Eingangskondensatormittel jeweils die gleiche Größe aufweisen. Mit anderen Worten kann der Ausgangskondensator auf zwei gleich große Kondensatoren aufgeteilt werden, insbesondere auf einen ersten und zweiten sogenannten Zwischenkreiskondensator gleicher Größe, nämlich gleicher Kapazität. Gleiches gilt für die beiden Drosseln, die die gleiche Induktivität aufweisen können und ebenso wird vorgeschlagen, dass beide Eingangskondensatoren die gleiche Kapazität aufweisen.
Ebenfalls wird eine Wechselrichteranordnung zum Erzeugen eines elektrischen Wechselstroms aus einer elektrischen Gleichspannung vorgeschlagen. Diese Wechselrichteranordnung weist einen Hochsetzsteller gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungs- formen auf. Der Hochsetzsteller setzt dabei eine Eingangsspannung auf eine Ausgangsspannung hoch. Der Wechselrichter ist dazu vorgesehen, aus der durch den Hochsetzsteller hochgesetzten Ausgleichspannung eine Wechselspannung insbesondere durch ein Modulationsverfahren zu erzeugen. Bei dieser Wechselrichteranordnung bildet somit die Ausgangsgleichspannung des Hochsetzstellers eine Zwischenkreisspannung, die entsprechend als Eingangsspannung für den Wechselrichter angesehen werden kann.
Vorzugsweise ist hier der Ausgangsmittelknoten mit einem Nullleiter im Wechselrichter verbunden und der Wechselrichter erzeugt somit ein auf das Potential dieses Nullleiters bezogenes Wechselspannungssignal. Somit ist diese Wechselspannung auch auf das Potential des Ausgangsmittelknotens und damit gegebenenfalls auf das Potential des Eingangsmittelknotens bezogen.
Weiterhin wird eine Solaranlage vorgeschlagen, die einen Solargenerator aufweist zum Erzeugen elektrischer Energie aus Licht, insbesondere aus Sonnenlicht. Ein solcher Solargenerator ist dazu vorgesehen, eine elektrische Gleichspannung bereit zu stellen. Weiterhin wird eine Wechselrichteranordnung insbesondere wie oben beschrieben um- fasst, die aus dieser vom Solargenerator bereitgestellten Gleichspannung einen elektrischen Wechselstrom erzeugt. Somit wird eine Solaranlage vorgeschlagen, die insbesondere die Vorteile des beschriebenen Hochsetzstellers in einem Gesamtsystem ausnutzt.
Weiterhin wird ein Verfahren zum Betreiben eines Hochsetzstellers vorgeschlagen. Dieses Verfahren, das insoweit auch zum Betreiben einer Wechselrichteranordnung wie beschrieben und entsprechend auch zum Betreiben einer Solaranlage verwendet werden kann, schlägt eine eingangsspannungsabhängige Ansteuerung des Hochsetzstellers vor. Ist die Eingangsgleichspannung, also insbesondere die von einem Solargenerator bereitgestellte Gleichspannung größer als eine vorbestimmte Grenzspannung, nämlich insbesondere größer als die halbe vorgesehene Ausgangsspannung, wird ein wechselseitiges Takten des ersten und zweiten Schaltmittels vorgeschlagen. Hierdurch wird im Grunde die erste und zweite Ausgangsteilspannung am ersten bzw. zweiten Ausgangskondensa- tor wechselseitig hochgesetzt. Bei induktiver Kopplung der ersten und zweiten Drossel kann hierdurch ein Stromrippel reduziert werden und die wirksame Schaltfrequenz kann verdoppelt werden.
Ist die Eingangsspannung aber geringer, kann die Taktung so erfolgen, dass das erste und zweite Schaltmittel zeitweise gleichzeitig geschlossen sind. Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass der Hochsetzsteller so angesteuert wird, dass das erste und das zweite Kondensatormittel dauerhaft oder zyklisch ungleich aufgeladen werden. Ein solches Ansteuern ist aufgrund der oben beschriebenen Topologie des Hochsetzstellers möglich, weil das erste und zweite Kondensatormittel, nämlich insbesondere ein erster und zweiter Zwischenkreiskondensator, unabhängig von einander angesteuert werden können. Unter einem ungleichen Aufladen ist hierbei insbesondere die Situation zu verstehen, dass durch den Hochsetzsteller unterschiedliche Spannungen an dem ersten und zweiten Kondensatormittel eingestellt werden.
Dadurch, dass diese beiden Kondensatormittel, also insbesondere diese beiden Zwi- schenkreiskondensatoren unterschiedliche Spannungsamplituden aufweisen, kann einer Schieflastbedingung im Wechselspannungsnetz, in das mittels eines Wechselrichters eingespeist werden soll, Rechnung getragen werden. Insbesondere wenn der Hochsetzsteller zusammen mit einem Wechselrichter an einem Inselnetz betrieben wird, können unsymmetrische Lasten bzw. unsymmetrische Verbraucher an dem Inselnetz zu einer solchen Unsymmetrie im Netz, nämlich einer Schieflast, führen. Durch das vorgeschlage- ne ungleiche Aufladen der Ausgangskondensatormittel des Hochsetzstellers kann einer solchen Schieflast gegebenenfalls entgegengewirkt und möglicherweise eine Symmetrie- rung erreicht oder zumindest auf diese hingewirkt werden. Eine Schieflast im Netz führt
oftmals auch zu einer unsymmetrischen Belastung des Zwischenkreises des Wechselrichters, der durch die vorgeschlagene Lösung entgegengewirkt werden kann.
Vorzugsweise wird der Hochsetzsteller so angesteuert, dass die erste und die zweite Ausgangsteilspannung zueinander gegenläufig schwanken, um ihre Amplitude einer zu erzeugenden Wechselspannung nachzuführen. Vorzugsweise schwanken die Ausgangsteilspannungen hierbei derart, dass ihre Summe etwa konstant bleibt. Mit anderen Worten bleibt die Spannung zwischen dem positiven und negativen Eingangsknoten etwa konstant, aber ihr Bezug auf den Ausgangsmittelknoten ändert sich beziehungsweise schwankt. Hierdurch kann erreicht werden, dass bei Verwendung mit einem Wechselrichter zum Einspeisen in ein Wechselspannungsnetz jeweils zu den zu erzeugenden Spannungsamplituden beziehungsweise Stromamplituden des zu erzeugenden etwa sinusförmigen Stroms eine etwas höhere Spannung an dem jeweiligen Zwischenkreiskondensator anliegt, nämlich insbesondere eine hohe Spannung an dem ersten Ausgangskondensa- tormittel, also dem ersten Zwischenkreiskondensator für den Scheitelbereich einer positiven Halbwelle und entsprechend eine hohe Spannung an dem zweiten Ausgangskondensatormittel, also dem zweiten Zwischenkreiskondensator für den Scheitelbereich einer negativen Halbwelle. Hierdurch kann dem Wechselrichter an seinem Zwischenkreis eine gewisse Spannungsreserve verschafft werden oder gegebenenfalls kann die Gesamt- Spannung am Zwischenkreis dauerhaft gesenkt werden. Letztere könnte gegebenenfalls auch Einfluss auf eine Dimensionierung der Bauelemente des Hochsetzstellers und/oder des Wechselrichters haben.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen exemplarisch unter Bezugnahme auf die begleitenden Figuren näher erläutert. Fig. 1 zeigt eine Solaranordnung mit einem Solargenerator, einem Hochsetzsteller und einem Wechselrichter gemäß einer Ausführungsform schematisch.
Fig. 2 zeigt eine Solaranordnung mit einem Solargenerator, einem Hochsetzsteller und einem Wechselrichter gemäß einer weiteren Ausführungsform. zeigt eine Solaranordnung mit einem Solargenerator, einem Hochsetzsteller und einem Wechselrichter gemäß einer weiteren Ausführungsform.
Fig. 4 zeigt eine Solaranordnung mit einem Solargenerator, einem Hochsetzsteller und einem Wechselrichter gemäß einer weiteren Ausführungsform.
Nachfolgend werden gegebenenfalls auch für ähnliche, aber nicht identische Elemente identische Bezugszeichen verwendet, um deren funktionale Ähnlichkeit zu verdeutlichen. Fig. 1 zeigt eine Solaranordnung 1 mit einem Solargenerator 2, einem Hochsetzsteller 4 und einem Wechselrichter 6. Der Wechselrichter speist in ein elektrisches Netz 8 ein.
Die Fig. 1 und im Übrigen auch die Fig. 2 zeigen dabei eine einphasige Einspeisung in das elektrische Netz 8. Ebenso kommt eine dreiphasige Einspeisung in Betracht. An dem grundsätzlichen Aufbau des Hochsetzstellers 4, als auch anderer in dieser Anmeldung beschriebener Hochsetzsteller, ändert sich hierdurch im Grunde nichts.
Der beschriebene Hochsetzsteller 4 ist hier im Zusammenhang mit der Solaranordnung 1 beschrieben, kann aber auch in anderen Anwendungen eingesetzt werden. Gemäß Fig. 1 stellt der Solargenerator 2 eine Solargeneratorspannung USG bereit, die als Eingangsspannung beziehungsweise als Eingangsgleichspannung zwischen dem positiven Ein- gangsknoten 12 und dem negativen Eingangsknoten 16 anliegt. Dabei liegt diese Eingangsspannung über dem gesamten Eingangskondensatormittel 18 an. Daraus erzeugt der Hochsetzsteller 4 eine Ausgangsspannung, nämlich eine Zwischenkreisspannung UDC, die zwischen dem positiven Ausgangsknoten 22 und dem negativen Ausgangsknoten 26 anliegt. Zum Veranschaulichen wird der Einfachheit halber in Fig. 1 davon ausge- gangen, dass am positiven Ausgangsknoten ein Spannungspotential von UDc anliegt und entsprechend am negativen Ausgangsknoten 26 ein Spannungspotential von -V UDc anliegt. Das stellt den symmetrischen Fall dar, beziehungsweise den ausgeglichenen Fall. Wie oben beschrieben, kann aber gemäß einer vorteilhaften Ansteuerung vorgesehen sein, hier eine unterschiedliche Spannung vorzusehen. Es liegt eine erste Aus- gangsteilspannung Ui über dem ersten Ausgangskondensatormittel 27, nämlich dem ersten Zwischenkreiskondensator an und eine zweite Ausgangsteilspannung U2 über dem zweiten Ausgangskondensatormittel 29, nämlich dem zweiten Zwischenkreiskondensator an. Der erste und der zweiter Zwischenkreiskondensator 27,29 sind über den Ausgangsmittelknoten 24 mit einander verbunden. Der positive Ausgangsknoten 22 und der negative Ausgangsknoten 26 sowie der Ausgangsmittelknoten 24 können als Ausgangsanschlüsse des Hochsetzstellers 4 angese-
hen werden und die weiteren gemäß der Darstellung der Fig. 1 rechts dargestellten Elemente sind Teil des Wechselrichters 6 und bedürfen daher hier keiner weiteren Erläuterung. Grundsätzlich kann auch der Gleichspannungszwischenkreis, also der positive Ausgangsknoten 22, negativer Ausgangsknoten 26 und Ausgangsmittelknoten 24 mit den dazwischen angeordneten Zwischenkreiskondensatoren 27 und 29 als Teil des Wechselrichters 6 angesehen werden. Vorzugsweise ist der Wechselrichter 6 und der Hochsetzsteller 4 in einer Schaltung vereint, so dass sich die konkrete Zuordnung der besagten Elemente nicht stellt.
Der Hochsetzsteller 4 weist nun eine erste oder positive Drossel LP auf, die zwischen dem positiven Eingangsknoten 12 und dem positiven Ausgangsknoten 22 angeordnet ist. Weiterhin ist noch eine erste Diode D1 in diesem positiven Zweig vorgesehen. Zwischen der ersten Drossel LP und der ersten Diode D1 ist ein Schaltmittel SP angeschlossen, das außerdem mit dem Ausgangsmittelknoten 24 verbunden ist. Das erste Schaltmittel oder positive Schaltmittel SP weist einen Schalter mit paralleler Diode auf. Im negativen Zweig ist entsprechend eine zweite oder negative Drossel LN vorgesehen und über die zweite Diode D2 zwischen dem negativen Ausgangsknoten 26 und dem negativen Eingangsknoten 16 angeschlossen. Außerdem ist sie über ein zweites beziehungsweise negatives Schaltmittel SN, das aus einem Schalter und einer parallelen Diode aufgebaut ist, mit dem Ausgangsmittelknoten 24 verbunden. Der Ausgangsmittelknoten 24 ist zudem an Erde, beziehungsweise PE, angeschlossen.
Die erste und zweite Drossel beziehungsweise positive und negative Drossel LP und LN sind induktiv mit einander gekoppelt, was durch eine Kopplung 30 in Fig. 1 veranschaulicht ist.
Der gezeigte Hochsetzsteller 4 bildet einen Dreipunkthochsetzsteller mit zwei vorgeschal- teten Drosseln LP, LN, die auf einem Kern gekoppelt sind, was die Kopplung 30 andeutet. An dieser Stelle sei allgemein ausgeführt, dass der in der Anmeldung beschriebene Hochsetzsteller auch grundsätzlich als Dreipunkthochsetzsteller bezeichnet werden kann. Er führt eine Spannungshochsetzung vom Spannungseingang zum Spannungsausgang durch, wobei am Spannungsausgang drei Spannungspotentiale vorhanden sind, nämlich am positiven und negativen Ausgangsknoten sowie am Ausgangsmittelknoten, auf die durch den Hochsetzsteller gezielt werden kann.
Im Speziellen wird weiter zu der Fig. 1 ausgeführt, dass die gezeigte Schaltung auf der Netzseite, also zum Netz 8 hin, über einen Dreipunktwechselrichter 6 mit dem Netz 8 gekoppelt ist. Dieser kann auch zwei- oder dreiphasig ausgeführt sein.
Mittels abwechselndem Takten der Schaltmittel SP und SN kann bei entsprechend hoher Eingangsspannung, nämlich wenn die Solargeneratorspannung USG größer als UDc/2 liegt, die Solargeneratorspannung USG auf die Zwischenkreisspannung UDc hochgesetzt werden. Vorteilhaft wirkt sich dabei aus, dass beim Aufmagnetisieren der Drosseln LN und LP eine Gegenspannung von UDc/2 vorhanden ist und somit ein Stromrippel reduziert wird. Ein weiterer Vorteil besteht im wechselseitigen Takten der Schalter SN und SP, wodurch die an den Drosseln sichtbare Schaltfrequenz verdoppelt wird. An den Drosseln LP und LN wird nämlich sowohl die jeweils direkte elektrische Schaltung sichtbar als auch die Schaltung an der jeweils anderen Drossel, die sich über die induktive Kopplung auswirkt. Die genannten beiden Effekte können zu einer signifikanten Reduktion der Summeninduktivität der Drosseln von LP und LN gegenüber einer vergleichbaren konven- tionellen Hochsetzstellerlösung genutzt werden. Mitunter kann die Reduktion mindestens 50 % betragen.
Bei niedrigen Eingangsspannungen, wenn also die Solargeneratorspannung USG kleiner ist als UDC/2, werden die Schaltzustände dahingehend geändert, dass beide Schaltmittel SP, SN zweitweise gleichzeitig geschlossen sind. Das zweite Schaltmittel SN schließt also, während das erste Schaltmittel SP noch geschlossen ist, und umgekehrt. Das gilt im Grunde für jeden Schaltzyklus. Bei hohen Eingangsspannungen können beide Schaltmittel SP, SN zeitweise gleichzeitig geöffnet sein. Das zweite Schaltmittel SN öffnet also, wenn das erste Schaltmittel SP bereits geöffnet hat. In beiden Fällen kann eine Stromrip- pelreduzierung und Verdoppelung der sichtbaren Schaltfrequenz erreicht werden. Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit, den Zwischenkreis, nämlich die beiden Zwi- schenkreiskondensatoren 27 und 29, durch unterschiedliche Tastverhältnisse der Schaltmittel SP und SN von der Solargeneratorseite, also von der Eingangsseite des Hochsetzstellers 4 aus bei Schieflast des Zwischen kreises zu symmetrieren, also einer ungleichen Belastung entgegen zu wirken. Hierdurch kann eine Symmetrierung auf der Wechselrichterseite beziehungsweise durch den Wechselrichter vermieden oder gegebenenfalls ergänzt werden. Durch diesen Vorteil ist die Schaltung, nämlich insbesondere auch der Hochsetzsteller 4, besonders für den Inselbetrieb geeignet, bei dem besonders mit Schieflasten zu rechnen ist.
Die Ausführung der Solaranordnung 1 gemäß Fig. 2 unterscheidet sich von der der Fig. 1 im Grunde darin, dass das zusammengesetzte Kondensatormittel 18 der Fig. 1 , also der Eingangskondensator 18 der Fig. 1 , in der Ausführung der Fig. 2 geteilt ist und entsprechend ein erstes und zweites Eingangskondensatormittel 17, 19 aufweist, die auch als erster und zweiter Eingangskondensator 17,19 bezeichnet werden können. Der erste und zweite Eingangskondensator 17, 19 sind zwischen dem positiven Eingangsknoten 12 und dem negativen Eingangsknoten 16 in Reihe geschaltet und über den Eingangsmittelknoten 14 verbunden. Der Eingangsmittelknoten 14 ist mit dem Ausgangsmittelknoten 24 elektrisch verbunden. Beide Knoten sind geerdet beziehungsweise an PE angeschlos- sen.
Die Ausführungsform der Fig. 2 ist somit ähnlich der der Fig. 1. In Fig. 2 sind die DC- Eingangsanschlüsse, nämlich der positiv und negative Eingangsknoten 12, 16 durch zwei Kondensatoren, nämlich den ersten und zweiten Eingangskondensator 17, 19 fest an PE gekoppelt. Dies führt zu einer mitunter signifikanten Reduktion der betriebsbedingten Ableitströme. Eine Kopplung des oberen und unteren Stellers ergibt sich durch die induktive Kopplung der Drosseln LP, LN. Als oberer Steller kann der Teil des Hochsetzstellers 4 verstanden werden, der im Wesentlichen den ersten Eingangskondensator 17, die erste Drossel LP, das erste Schaltmittel SP, die erste Diode D1 und den ersten Zwischenkreis- kondensator 27 umfasst. Entsprechend ergibt sich ein unterer Steller aus den Elementen des zweiten Eingangskondensators 19, der zweiten Drossel LN, dem zweiten Schaltmittel SN, der zweiten Diode D2 und dem zweiten Zwischenkreiskondensator 29.
Über die Kopplung der Drosseln, also die induktive Kopplung 30, ist eine Möglichkeit zum Austausch von Energie des oberen Eingangskondensators, also des ersten Eingangs- kondensators 17 zu dem unteren Zwischenkreiskondensator, also dem zweiten Zwischenkreiskondensator 29, gegeben und umgekehrt. Der Solargenerator 2 ist hier über die beiden Kondensatoren, nämlich den ersten und zweiten Eingangskondensator 17 und 19 und über den Eingangsmittelknoten 14 kapazitiv an Erde gekoppelt. Hierdurch werden betriebsbedingte Ableitströme reduziert. Die Ausführungsformen der Fig. 3 und 4 entsprechen im Grunde jeweils den Ausführungsformen der Fig. 1 bzw. 2. Die Ausführungsformen der Fig. 3 und 4 veranschaulichen allerdings lediglich den Wechselrichter 6 und zeigen zudem - das gilt für beide Ausfüh-
rungsformen der Fig. 3 und 4 - jeweils eine Variante ohne Kopplung des Ausgangsmittelknotens 24 zur Erde beziehungsweise zu PE.
Auch wird ein Verfahren vorgeschlagen, bei dem die Zwischenkreishälften bewusst unsymmetrisch von dem durch Sp und SN gebildeten Hochsetzsteller aufgeladen werden. Führt man auf diese Weise den Zwischenkreis, also die Spannung an den Ausgangskondensatormitteln der jeweiligen Halbwelle des Netzes nach, so ergibt sich eine Reduktion der Schaltverluste des nachgeschalteten Wechselrichters. Darüber hinaus kann die gesamte Zwischenkreisspannung reduziert werden. Besonders vorteilhaft ist diese Nachführung bei einphasigen Wechselrichtern, aber auch bei dreiphasigen Wechselrichtern können Verbesserungen erzielt werden.