BEZUG FÜR EINEN HYGIENE- ODER PFLEGEARTIKEL
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Überzug für einen Hygiene- oder Pflegeartikel gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Hygiene- oder Pflegeartikel sind aus dem Stand der Technik bekannt. Sie werden in aller Regel als vorkonfektionierte, steril verpackte Produkte ausgeliefert, die der Verpackung entnommen und dann verwendet werden., Aufgrund er Sterilität lassen sich solche Produkte vor der Anwendung nicht mehr modifizieren, sodass gewünschte zusätzliche Funktionalitäten in der Regel nicht in das Produkt eingebracht werden können.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher die Einsatzmöglichkeiten und die
Funktionalitäten existierender Hygiene- oder Pflegeartikel zu erweitern.
AUSFÜRHLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Diese Aufgabe wird durch den Wundabdeckungsartikel gemäß dem Hauptanspruch gelöst. Weitere bevorzugte Ausführungsformen werden durch die Merkmale der abhängigen Ansprüche wieder gegeben. Demnach ist ein Bezug für einen Hygiene- oder Pflegeartikel vorgesehen, aufweisend einen
bahnenförmigen Abschnitt sowie eine Befestigungsabschnitt, mit dessen Hilfe der Bezug an dem Hygiene- oder Pflegeartikel befestigt werden kann.
Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Befestigungsabschnitt mindestens ein Mittel ausgewählt aus der Gruppe enthaltend
• Elastischer Bund
• Klettband oder mit einem Klettband verbindbares Flauschband
• Klebeband
• Knopf, bevorzugt Druckknopf
• Magnetverschluss
• Reißverschluss aufweist. Der Elastische Bund ist bevorzugt in Form eines Plissees ausgestaltet. Auf diese Weise kann der Bezug ähnlich wie ein Spannbettlaken an dem Hygiene- oder Pflegeartikel angebracht werden.
Bevorzugt ist ferner vorgesehen, dass der Bezug in Form eines Überzugs über den Hygieneoder Pflegeartikel gestülpt wird.
Besonders bevorzugt ist ferner vorgesehen, dass der Bezug einseitig an dem Hygiene- oder Pflegeartikel angebracht wird.
Ebenso ist bevorzugt vorgesehen, dass der Bezug ein elastisches Material aufweist. Besagtes elastisches Material kann beispielsweise durch Dotierung des Überzugsmaterials mit elastischem Garn (Gummi, Latex, Elasthan oder dergleichen) hergestellt sein. Durch die Elastizität können zwei Dinge erreicht werden: a) der Bezug kann bei durch Flüssigkeitsaufhahme des Hygiene- oder Pf egeartikels bedingter Volumenzunahme desselben dieser Volumenzunahme folgen, so dass er letztere
nicht behindert. b) der Bezug kann für Hygiene- oder Pflegeartikel verschiedener Größe verwendet werden. So ist beispielsweise die Verwendung für einen quadratischen Hygiene- oder Pflegeartikel mit den Außenmassen 8 x 8 cm oder 12 x 6 cm denkbar.
Besonders bevorzugt ist ferner vorgesehen, dass der Bezug ein Material ausgewählt aus der Gruppe enthaltend
• Alginat
• Modifizierte Cellulose, bevorzugt Alkylierte Cellulose, besonders bevorzugt carboxyalkylierte Cellulose, besonders bevorzugt Carboxymethylcellulose
• Nylon oder Polypropylen
• Zellulose oder modifizierte Zellulose
• Flüssigkeitsleitende Fasern
• Offenzelliger Schaum, bevorzugt aus PU, und/oder
• Seide
aufweist.
All diese Materialien weisen besonders günstige Eigenschaften in Bezug auf
Wundheilungsförderung, Flüssigkeitsmanagement oder Atraumatik auf.
Unter modifizierter Zellulose wird insbesondere Viskose ("Modal"), mercerisierte
Baumwolle oder Lyocell ("Tencel") verstanden. All diese Materialien sind sehr
hautfreundlich und weisen mitunter flüssigkeitsleitende Eigenschaften auf.
Der Begriff "Flüssigkeitsleitende Fasern" meint insbesondere solche Kunstfasern, die schnell trocknen und Feuchtigkeit nicht in der Faser speichern sondern weiterleiten. Diese Fasern bestehen in den bevorzugt aus Polyester oder Polyamid oder einer Mischung aus diesen beiden Stoffen. Solche 'Fasern kommen auch in Sportkleidung zu Einsatz.
Bevorzugt ist ferner vorgesehen, dass der Bezug ein Schwermetall in elementarer oder Ionenform aufweist, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Kupfer, Zink und/oder Silber.
Bevorzugt kommt besagtes Schwermetall auf der Seite zum Einsatz, die der Wunde zugewendet wird.
Von dieser Definition sind generell neben den in elementarer Form vorliegenden
Schwermetallen auch deren Salze, bevorzugt deren Chloride, Sulfate, Sulfide, Sulfite oder Nitrate, deren metallorganische Verbindungen oder deren Sulfonamid- Verbindungen (wie Silbersulfadiazin) umfasst.
Die antimikrobiellen Eigenschaften von Silber bzw. Silberionen sind dem Fachmann bekannt und müssen hier nicht weiter diskutiert werden.
Kupfer bzw. Kupferionen deaktiviert bzw. tötet höchst effizient ein breites Spektrum an Viren und Mikroorganismen. Dabei wirkt Kupfer bzw. die Kupferionen auf verschiedene Arten.
1) Da sie hoch redoxaktive Metallionen darstellen, fördern sie die Peroxidation von Membranlipiden und beschädigen dadurch die Zellwand des Mikroorganismus. In dieser Eigenschaft bewirkten sie zudem eine Verschiebung der essentiellen Metalle von ihren ursprünglichen Bindungszentren und stören so den Stoffwechsel des Mikroorganismus .
2) Sie beschädigen das genetische Material des Mikroorganismus, indem sie die DNA binden und somit ihre Konformation ändern
3) Die beschädigen die Proteine des Mikroorganismus, insbesondere bewirken sie einen Abbau von Sulfhydrylgruppen sowie eine Oxidation bestimmter Aminosäurereste.
4) Sie beeinträchtigen die oxidativen Phosphorylierung und stören das osmotischen
Gleichgewicht.
Zudem beeinflusst Kupfer bzw. Kupferionen die unterschiedlichen biologischen
Verteidigungsmechanismen des Mikroorganismus derart, dass eine Resistenz gegen antimikrobielle Wirkstoffe praktisch nicht mehr vorhanden ist. Ähnliches gilt im Übrigen für Zink.
Bevorzugt ist weiterhin vorgesehen, dass die elementaren oder in Ionenform vorliegenden Schwermetalle durch Beschichten auf ein Trägermaterial aufgebracht sind. Das
Trägermaterial kann beispielsweise eine Folie, ein Granulat, eine Faser oder ein Garn sein. Bevorzugte Beschichtungsverfahren sind beispielsweise:
• Chemische Gasphasenabscheidung (CVD)
• Flammenbeschichtung (C-CVD)
· Physikalische Gasphasenabscheidung (PVD)
Plasmagestützte Chemische Gasphasenabscheidung (PECVD)
Rotationsbeschichtung (spin coating)
• Spritzen
• Tauchbeschichten (Dipcoating)
· Vakuumverdampfen
• Sputtern
Dem Fachmann sind die gängigen Methoden bekannt, und er ist daher in der Lage, ohne weitere erfinderische Tätigkeit die oben genannten Verfahren zum Beschichten des erfindungsgemäßen Primärverbandes mit elementaren oder in Ionenform vorliegenden Schwermetallen anzuwenden.
Entsprechend mit Silber beschichtete Materialien sind beispielsweise aus den Anmeldungen US6861570, US6087549, US7005556, US7214847,und US7230153 bekannt. Allerdings erwähnen diese an keiner Stelle die synergistischen Vorteile im Zusammenhang mit
superabsorbierenden Polymeren.
Die beschichtete Folie oder Faser bzw. das beschichtete Granulat oder Garn wird dann zu dem genannten bahnenförmigen Bestandteil weiterbverarbeitet. Beim Granulat kann dies beispielsweise durch Extrusion erfolgen, bei der Faser bzw. dem Garn durch Verspinnen und anschließend Filzen, Weben, Stricken oder Wirken.
Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass die elementaren oder in Ionenform vorliegenden Schwermetalle durch Coextrusion in ein Trägermaterial eingebracht sind.
Hierbei können die elementaren oder in Ionenform vorliegenden Schermetalle beispielsweise in Form von Kolloiden, in Form von Salzen (bevorzugt als Chlorid, Sulfat oder Nitrat) oder in Form von Metallorganischen Verbindungen in den Extrusionsprozess eingebracht werden. Ferner ist bevorzugt, dass die die elementaren oder in Ionenform vorliegenden Schwermetalle in Filament- oder Faserfom vorliegen und - ggf. mit einem weiteren Material zu einem bahnenförmigen Material verarbeitet sind.
Hierbei ist insbesondere an Verspinnen und anschließendes Filzen, Weben, Stricken oder Wirken gedacht. Dies kann ggf in Kombination mit anderen Fasern oder Garnen, wie z.B. Polyester, Polyamid, elastischen Garnen etc. erfolgen.
Darüber hinaus kann das mindestens eine elementaren oder in Ionenform vorliegende Schwermetall durch Calciumphosphat (beispielsweise in Form von Nanopartikeln aus Calciumphosphat, die mit Silber, Zink oder Kupfer beschichtet sind) ergänzt sein. Die
Kombination eines der drei Schwermetalle mit Calciumphosphat ist für viele Keime bis zu 1000 Mal tödlicher als herkömmliche Silber-Präparate. Ein entscheidender Faktor scheint zu sein, dass Bakterien den Trägerstoff Calcium für ihren Stoffwechsel nutzen. Die 20 bis 50 Nanometer grossen Calciumphosphat-Partikel werden von den Mikroorganismen als Nahrung aufgenommen und dadurch zersetzt. Dabei werden tausende von 1 bis 2 Nanometer kleinen
Silberpartikeln, freigegeben, und entfalten ihre bakteriostatische Wirkung.
Ferner ist bevorzugt vorgesehen, dass der Bezug mindestens abschnittsweise ein
Wunddistanzgitter aufweist. Besagtes Wunddistanzgitter ist bevorzugt mindestens eines ausgewählt ist aus der Gruppe enthaltend:
• Silikonnetz oder -Gitter
• Dreidimensional perforierte Folie, und/oder
• Wundgaze Der Begriff„Wunddistanzgitter", bezeichnet ein gitter- oder gazeartiges Gebilde, dass - häufig als sogenannter„Primärverband" - unmittelbar auf eine Wunde aufgelegt wird, bevor ggf. ein Sekundärverband aufgelegt wird. Wunddistanzgitter werden häufig auch als „Wundgazen" bezeichnet und dienen primär dazu, ein Verkleben der gesamten Wundauflage mit der Wunde zu verhindern. Hierfür sind Wunddistanzgitter aus einem Material gefertigt oder mit einem solchen beschichtet, dass eine Haftung an der Wunde reduziert bzw.
verhindert. Alternativ kann auch die Geometrie des Wunddistanzgitters so ausgestaltet sein, dass eine Haftung an der Wunde reduziert bzw. verhindert wird. Bevorzugt handelt es sich dabei um Gazen aus einem Nylonmaterial oder sogenannte Fettgazen. Diese können bevorzugt ein hexagonales oder dreieckiges Netzmuster aufweisen.
Handelsübliche Beispiele für Wunddistanzgitter sind z.B. die Produkte„Mepitel" (silikonbeschichtetes, elastisches Polyamidnetz),„Physiotulle",„Urgotül" (Netz aus Polyesterfasern getränkt mit HydrokoUoidpartikeln und Vaseline) und„ADAPTIC" (glattes Viskosegewirk, imprägniert mit einer Öl-in- Wasser-Emulsion).
Bei den vorgenannten Produkten handelt es sich um zweidimensionale Wunddistanzgitter, die also im Wesentlichen die Form einer Gaze oder eines Netzes annehmen. Ein
dreidimensionales Wunddistanzgitter ist unter dem Namen„sorbion plus" bekannt und insbesondere in der EP2004116 der Anmelderin der vorliegenden Erfindung beschrieben, auf deren Inhalt hier vollumfänglich verwiesen wird.
Ein solches dreidimensionales Wunddistanzgitter weist einen flüssigkeitsdurchlässigen, schmiegsamen Materialabschnitt aus einem Thermoplasten auf, der eine erste, glatte
Oberfläche, eine der glatten Oberfläche abgewandte und eine zweite raue Oberfläche aufweist. Letztere wird erzeugt durch eine Vielzahl von dreidimensionalen Perforationen, deren Wände von der ersten, glatten Oberfläche beginnend auskragen und jeweils in einen Randüberstand mit freier Kante auslaufen, womit sie der zweiten Oberfläche einen rauen Griff verleihen. Die Perforationen werden durch einseitig eingefügte Stanzungen hergestellt. Es entsteht so eine rauhe Seite mit Auskragungen sowie eine mehr oder minder glatte Seite.
Das Material weist, so hat die Anmelderin gezeigt, außerordentlich gute Bindeeigenschaften für Krankheitserreger auf, und ergänzt sich so gut mit den Eigenschaften des Superabsorbers, der ebenfalls ein Bindevermögen für Bakterien aufweist.
Mit seiner rauhen Seite in Richtung wunde aufgelegt weist das Material überdies
hevorragende Debridement-Eigenschaften auf. Auf diese Weise trägt das Material dazu bei, Biofilme aufzubrechen und die so losgelösten Krankheitserreger zu binden.
Ein Wunddistanzgitter verhindert zuverlässig ein Verkleben des Hygiene- oder Pflegeartikels mit der Wunde und Wundrandmazeration. Daher muss, anders als bei den aus dem Stand der Technik bekannten Schäumen das besagte Wirkelement nicht mehr auf die Form der Wunde zugeschnitten werden, was den Arbeitsaufwand des medizinischen Personals erheblich reduziert.
Bevorzugt ist das Wunddistanzgitter mit einem Schwermetall in elementarer oder Ionenform beschichtet, bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Kupfer, Zink und/oder Silber, oder es enthält ein solches Material als Bestandteil.
Bei besagtem Hygiene- oder Pflegeartikel handelt es sich bevorzugt um einen Artikel ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Wundpfiegeartikel, Monatsbinden, Tampons, Inkontinenzartikel, Windeln, Krankenunterlagen, Stomabeuteleinlagen, Fußmatten, OP- Tücher, Taschentücher und/oder Hyperhidrose- Artikel.
Bevorzugt ist ferner vorgesehen, dass ein wasserundurchlässiges Backsheet vorgesehen ist, das mindestens teilweise an einem Bereich, der von dem erfindungsgemäßen Bezug freigelassen ist, anbringbar ist. Besagtes Backsheet kann mit Klettbändern, Druckknöpfen, Klebebändern oder dergleichen an dem Bezug bzw. dem Wund- oder Pflegeartikel angebracht werden. Es besteht bevorzugt aus einem Flüssigkeitsundurchlässigen Material und sorgt dafür, dass aufgenommene Wundflüssigkeit nicht nach außen dringt. Ferner ist bevorzugt vorgesehen, dass es sich bei dem Hygiene- oder Pflegeartikel um einen Wundpflegeartikel handelt.
Der Begriff "Wundpfiegeartikel" soll im Folgenden insbesondere eine Wundauflage, bevorzugt eine flächige Wundaufiage oder ein Wundpflegetuch bezeichnen, die für den humanmedizinischen, dentalmedizinischen und/oder veterinärmedizinischen Sektor gedacht ist.
Besagter Wundpfiegeartikel kann bevorzugt in Form eines Tupfers, eines Wundtuchs, einer Wundauflage, einer Wundkompresse, eines Wundpolsters, einer ggf. elastischen Wickel, einer Bandage, eines Pflasters oder eines Strumpfes vorliegen.
Insbesondere kann der Begriff "Wundpfiegeartikel" auch als ein Ensemble verschiedener Produkte verstanden werden, die in einer gegebenen Anordnung auf der zu behandelnden Wunde angeordnet werden. Dieses Ensemble kann eine physikalische Einheit bilden, indem die verschiedenen Produkte in einer gemeinsamen Hülle zusammengefasst oder - ggf. ohne
Hülle - adhäsiv miteinander verbunden sind. Das Ensemble kann jedoch auch in Form eines Kits vorliegen, bei dem die verschiedenen Produkte ggf. mithilfe einer Wickel, eines Klebebandes, eines Klebestreifens oder eines Pflasters in der gegebenen Anordnung auf der zu behandelnden Wunde angeordnet sind.
Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass der Wundpflegeartikel einen Absorptionskörper aufweisend superabsobierende Polymere aufweist.
Superabsorbierende Polymere (SAP) auf Basis von Acrylaten sind Kunststoffe, die in der Lage sind, ein Vielfaches ihres Eigengewichts - bis zum 1000-fachen - an Flüssigkeiten aufzusaugen. Chemisch handelt es sich dabei beispielsweise um Copolymere aus Acrylsäure (Propensäure, C3H4O2) und Natriumacrylat (Natriumsalz der Acrylsäure, NaC3H302), wobei das Verhältnis der beiden Monomere zueinander variieren kann. Zusätzlich wird ein so genannter Kernvernetzer (Core-Cross-Linker, CXL) der Monomerlösung zugesetzt, der die gebildeten langkettigen Polymermoleküle stellenweise untereinander durch chemische
Brücken verbindet (sie "vernetzt"). Durch diese Brücken wird das Polymer wasserunlöslich. Beim Eindringen von Wasser oder wässrigen Salzlösungen in den Polymerpartikel quillt er auf und strafft auf molekularer Ebene dieses Netzwerk, so dass das Wasser ohne Hilfe nicht mehr entweichen kann. Die superabsorbierenden Polymere können in dem
erfindungsgemäßen Hygiene- oder Pflegeartikel in Form eines Granulats, eines Pulvers, einer Schüttung, eines Presslings, eines Schaums, in Form von Fasern, eines Fasergewirkes, - geleges oder -vlieses und/oder einer Faserwatte vorliegen.
Alternativ können die Superabsorber auf Methylacrylsäuren, Acrylamidopropansulfonsäure- Copolymeren, Stärke-Acrylsäure-Pfropfpolymeren, Vinylacetat-Acrylsäureester-Copoly- meren, Acrylnitril- oder Acrylamid-Copolymeren basieren.
Ferner ist bevorzugt, dass der Absorptionskörper neben einem Anteil an superabsorbierenden Polymeren ein Vlies aufweist.
Der Absorptionskörper kann bevorzugt einen im wesentlichen flachen Absorptionskörper aus Absorptionsmaterial aufweisen, der aus einem aufsaugenden Vlies mit darin verteilten superabsorbierenden Polymeren besteht. Diese können in Form eines Granulats, eines Pulvers, einer Schüttung, eines Presslings, eines Schaums, in Form von Fasern, eines
Fasergewirkes, -geleges oder -vlieses und/oder einer Faserwatte vorliegen.
Dabei weist der Absorptionskörper mindestens ein Material auf, das ausgewählt ist aus der Gruppe enthaltend eine Matte, insbesondere aus einem Airlaid aus besagten Garnen oder Fasern aus superabsorbierenden Polymeren mit eingearbeiteten superabsorbierenden
Polymeren, und/oder eine lose Füllung aus superabsorbierenden Polymeren. Besagte
Airlaidmatte kann bevorzugt einen im wesentlichen flachen Materialabschnitt aus
Absorptionsmaterial aufweisen, der z. B. aus einem aufsaugenden Vlies aus den genannten Fasern mit darin verteilten superabsorbierenden Polymeren besteht. Dieser Absorptionskörper kann der absorbierenden Einlage entsprechen, die in einer
Wundauflage der Anmelderin der vorliegenden Erfindung enthalten ist, wie sie
beispielsweise in der WO03094813, der WO2007051599 und der WO0152780 offenbart ist und unter dem Handelsnamen„sorbion Sachet" vertrieben wird. Der Offenbarungsgehalt der genannten Schriften sei dem Offenbarungsgehalt dieser Schrift vollumfänglich beigefügt.
Der Absorptionskörper kann in einer anderen Ausgestaltung ebenso einen Kern bilden, der - ggf. flockenartige - Fasern oder Garne aus superabsorbierenden Polymeren sowie superabsorbierenden Polymeren in Granulatform aufweist, wobei die Granulate an die Fasern bzw. Garne in mehreren Höhen angeklebt bzw. angeschweißt sind, und die Granulate über mehr als 50 % der gesamten Bauhöhe wenigstens eines Abschnitts des Kerns verteilt sind, wobei vermengte Bereiche von Granulat und Fasern vorliegen. Der Gewichtsanteil der superabsorbierenden Polymeren kann dabei bevorzugt im Bereich zwischen 10 - 25 Gew.-% liegen. Ähnliche Konstruktionen sind aus herkömmlichen Inkontinenzmaterialien bekannt und wie Hygienebinden für ihre polsternden Eigenschaften bekannt. Um besagten Kern
herum kann eine Hülle angeordnet sein, die in Bereichen überlappend angeordnet ist, und der z.B. eine Klebenaht überdeckt bzw. Teil derselben ist.
Besonders bevorzugt weist der Absorptionskörper ein Vlies, bevorzugt ein Nonwoven oder Airlaid, auf, dass aus Superabsorbierenden Fasern ("SAF", bevorzugt Polyacrylate) besteht oder diese als Bestandteil enthält. Die Fasern können beispielsweise mit Fluff Pulp (Zellulose) oder mit Polyesterfasern gemischt sein. Alternativ oder Zusätzlich kann ein Schichtaufbau vorgesehen sein. Der Absorptionskörper kann in einer anderen Ausgestaltung ebenso mindestens eine flache Lagen aufweisend Fasern oder Garne aus superabsorbierenden Polymeren enthalten, an welche superabsorbierende Polymere in Granulatform geklebt sind. Dadurch ergibt sich in einer bevorzugten Ausgestaltung ein Aufbau des Körpers, der wenigstens zwei Schichten aufweist, wobei mindestens eine Deckschicht eine Schicht aufweisend superabsorbierende Polymere unterlegt. Optional kann eine zweite, flankierende Deckschicht vorgesehen sein.
Der Absorptionskörper kann in einer anderen Ausgestaltung mindestens eine Deckschicht aus einem bahnenförmigen Material, bevorzugt einem Vliesmaterial, aufweisen, auf welches Superabsorbiende Polymere in pastöser oder amorpher Form aufgebracht sind, bevorzugt mit einem Hilfsstoff. Auch so ergibt sich ein Aufbau des Körpers, der wenigstens zwei Schichten aufweist, wobei mindestens eine Deckschicht eine Schicht aufweisend superabsorbierende Polymere unterlegt. Dabei können sehr hohe Gewichtsanteile an Superabsorbierenden Polymeren erzielt werden. Optional kann eine zweite, flankierende Deckschicht vorgesehen sein.
In den beiden vorgenannten Ausführungsformen liegen in der Ebene keine Vermengungen von Fasern und superabsorbierenden Polymeren vor; sondern lediglich fixierte
Benachbarungen beider Materialien. Die ggf. vorgesehenen mehreren Lagen können dabei in einer bevorzugten Ausgestaltung auch durch Walzen, Pressen, Kalandrieren oder ähnliche Verfahren physisch miteinander verdichtet sein.
Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass der Absorptionskörper in seinem Aufbau etwa den im Handel erhältlichen Produkten "sorbion Sachet",„Tenderwet",„Zetuvit",„Drymax", "Vliwasorb" und/oder "Curea P" entspricht.
Der Bezug weist ferner mindestens abschnittsweise bevorzugt einen adhäsiven Bereich auf. Besagter adhäsiver Bereich kann einen physiologisch akzeptablen Kleber aufweisen, beispielsweise auf Acyrlat-, auf Hydrokolloid- oder auf Silikonbasis. Bevorzugt ist ferner vorgesehen, dass der Bezug mindestens abschnittsweise ein Muster aus Inzisionen und/oder Stanzungen aufweist.
Der Begriff„Inzision", wie hier verwendet, bezieht sich auf einen Einschnitt in den Bezug, bei welchem kein Material entnommen wurde. Der Begriff„Stanzung", wie hier verwendet, bezieht sich auf einen Einschnitt in den A Bezug, bei welchem Material entnommen wurde.
Inzisionen sind im Kontext der vorliegenden Erfindung bevorzugt Einschnitte in das Material, ohne das Material substantiell entnommen wurde. Besagte Inzisionen können Schlitz- oder Winkelförmig (L-förmig), aber auch kreuz- oder sternförmig sein. Stanzungen im Kontext der vorliegenden Erfindung zeichnen sich durch eine substanzielle
Materialentnahme aus und sind bevorzugt kreisförmig („Lochstanzungen"), rautenförmig, oder polygonal. Selbstverständlich sind auch Kombinationen von Inzisionen und Stanzungen in einem Bezug denkbar. Wichtig dabei ist, dass die Form der Inzisionen und/oder Stanzungen, bzw. deren Tiefe, durch das betreffende Stanzungs- oder Inzisionswerkzeug vorgegeben werden kann.
Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Inzisionen und/oder Stanzungen dergestalt ausgebildet und/oder angeordnet sind, dass sie die Weichheit die Anschmiegsamkeit und/oder den Tragekomfort des Bezugs erhöhen. Ebenso ist bevorzugt vorgesehen, dass die Inzisionen
und/oder Stanzungen dergestalt ausgebildet und/oder angeordnet sind, dass sie den
Flüssigkeitseintritt in den Hygiene- oder Pflegeartikel erleichtern.
Ferner ist vorgesehen ein Kit of Parts, aufweisend einen Bezug gemäß einem der vorherigen Ansprüche sowie einen Hygiene- oder Pf egeartikel wie in der vorliegenden Beschreibung skizziert. Ein solches Kit kann aus mindestens zwei getrennt sterilverpackten
Einzelprodukten bestehen. Es kann jedoch auch aus mindestens zwei in ein und derselben Sterilverpackung befindlichen Produkten bestehen. Weiterhin ist ferner die Verwendung eines Bezugs gemäß einem der vorherigen Ansprüche gemäß einem der vorherigen Patentansprüche in einem Unterdruck- Wundversorgungssystem vorgesehen.
Solche Systeme sind z.B. in den Schriften DE202004017052, WO2006048246 und
DE202004018245 der Anmelderin der vorliegenden Erfindung offenbart, deren
Offenbarungsgehalt der vorliegenden Erfindung als zugehörig betrachtet sein soll.
Aus erstgenannter ist eine Vorrichtung zur Wundbehandlung unter Einsatz von Unterdruck bekannt, aufweisend ein gasdichtes Wundabdeckungselement , das im am Körper des Patienten angelegten Zustand einen zwischen der jeweiligen Wunde und dem
Wundabdeckungselement verbleibenden Raum bildet, und wenigstens eine Anschlussstelle, die mit dem Raum in Kontakt steht und über welche die im Raum befindliche Luft evakuiert werden kann, wobei das Wundabdeckungselement von wenigstens einer flächenhaften, die Wundexsudate aufnehmenden Wundauflage unterlegt ist, dessen Volumen im Laufe des Absorptionsprozesses zunimmt, so dass die absorbierten Wundexsudate innerhalb der
Wundauflage und damit unterhalb des Wundabdeckungselementes bis zur Entfernung der Wundauflage aus dem Körper des Patienten verbleiben, die Wundauflage wenigstens eine Lage eines mit Superabsorbentien angereicherten Textilabschnittes ist, die mit einer flüssigkeitsdurchlässigen Hülle umgeben ist, und die Lage in Draufsicht auf ihre Flachseite eine Fläche hat, die 3% bis 90% kleiner als die der Hülle ist, damit sich die Wundauf age in
der Nähe seiner gesamten Füllungskapazität im Querschnitt einer Kreisform annähern kann.
Aus zweitgenannter ist ein Mehrkomponentenverband zur Wundbehandlung des
menschlichen oder tierischen Körpers unter Einsatz von Unterdruck bekannt, aufweisend: ein Wundabdeckungselement zur Anbringung an Haut- und Schleimhautoberfläche, wenigstens eine Anschlussstelle, die mit dem Wundraum in Kontakt steht und über welche die im Wundraum befindlichen Stoffe evakuiert werden können, wobei dieser
superabsorbierende Polymere aufweist, wobei die absorbierten Wundexsudate an Polymere gebunden im Wundraum bis zur Entfernung aus dem Wundraum verbleiben, wobei die Polymere durch ihre Bindungskapazität wechselseitige Synergien mit den
subatmosphärischen Drücken unterstützen.
Aus letztgenannter ist eine Drainagevorrichtung zur Wundbehandlung unter Einsatz von Unterdruck bekannt, aufweisend ein gasdichtes, aus folienartigem Material bestehendes Wundabdeckungselement, das im am Körper des Patienten angelegten Zustand an der Hautoberfläche um den Wundbereich herum adhäsiv befestigt ist und einen zwischen der jeweiligen Wunde und dem Wundabdeckungselement verbleibenden, abgedichteten Raum bildet, wenigstens einen Drainageschlauch, der in den Raum einsetzbar ist, über den die im Raum befindlichen Stoffe evakuiert werden können, und wenigstens eine innerhalb des Raumes angeordnete, die Wundexsudate aufsaugende Wundauflage, die wenigstens eine Lage eines mit Superabsorbentien angereicherten Textilabschnittes aufweist, die mit einer flüssigkeitsdurchlässigen Hülle umgeben ist, wobei die absorbierten Wundexsudate innerhalb der Wundauflage und damit unterhalb des Wundabdeckungselementes bis zur Entfernung der Wundauflage aus dem Körper des Patienten verbleiben, und wobei das
Wundabdeckungselement eine gasdicht verschliessbare Behandlungsöffnung aufweist, durch die die Wundauflage in den Raum einlegbar und aus dem Raum entnehmbar ist.
Abbildungen
Die vorliegende Erfindung wird durch die im Folgenden gezeigten und diskutierten Figuren genauer erläutert. Dabei ist zu beachten, dass die Figuren nur beschreibenden Charakter haben und nicht dazu gedacht sind, die Erfindung in irgendeiner Form einzuschränken. Fig. 1A zeigt das Grundkonzept eines Bezugs 10 für einen Hygiene- oder Pflegeartikel 11. In den Figs 1B - D sind Beispiele für die besagten Befestigungsabschnitte gezeigt. So zeigt Fig. 1B ein Klettband 12, Fig. IC ein Klebeband 13 und Fig. 1D einen Druckknopf 14.
Fig. 2 zeigt einen erfindungsgemäßen Bezug 20 in über einen flächigen Wundpflegeartikel 22 gestülpter Form. Der Bezug weist ein elastisches Bund 23 in Form eines Plissees auf, so dass er ähnlich einem Spannbetttuch über den Wundpflegeartikel 22 gestülpt werden kann. Das Material des Bezugs 20 ist bevorzugt saus einem elastischen Material, um so
a) bei durch Flüssigkeitsaufnahme des Pfiegeartikels bedingter Volumenzunahme desselben dieser Volumenzunahme zu folgen, so dass er letztere nicht behindert, und/oder
b) für Pflegeartikel verschiedener Größe verwendbar zu sein.
Fig. 3 zeigt, wie der erfindungsgemäße Bezug 30 in der bevorzugten Ausführungsform aufweisend einen elastischen Bund über den Hygiene- oder Pflegeartikel 31 gestülpt wird. Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform, bei der ein wasserundurchlässiges Backsheet 41 an der durch den erfindungsgemäßen Überzug 40 freigelassenen Bereich des Hygiene- oder Pfiegeartikels 42 angebracht wird (Pfeilrichtung), beispielsweise ebenfalls mit Klettbändern, Druckknöpfen, Klebebändern oder dergleichen. Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform, bei der der erfindungsgemäße Überzug 50
abschnittsweise ein Wunddistanzgitter 51 aufweist. Besagtes Wunddistanzgitter ist in Form einer dreidimensional perforierten Folie ausgebildet, wie sie beispeislweise unter dem Namen „sorbion plus" bekannt und insbesondere in der EP2004116 der Anmelderin der vorliegenden Erfindung beschrieben ist. Besagtes Wunddistanzgitter kann mit der rauhen (Fig. 5A) oder der glatten (Fig. 5B) Seite zur Wunde weisend eigebracht sein. In Bezug auf Vorteile dieser
Ausführungsformen wird auf den Text verwiesen
Fig. 6A zeigt eine Ausführungsform, bei der der erfindungsgemäße Überzug 60 nicht den Hygiene- oder Pflegeartikel 61 umgibt, sondern einseitig an ihm angebracht ist.
Fig. 6B zeigt eine Ausführungsform, bei der der erfindungsgemäße Überzug 62 den gesamten Hygiene- oder Pflegeartikel 63 umgibt und mit Hilfe eines Reißverschlusses 64 an letzterem befestigt ist.