LICHTMODUL FÜR SCHEINWERFER, INSBESONDERE VON
SCHIENENFAHRZEUGEN , LICHTLEITKÖRPER FÜR EIN SOLCHES LICHTMODUL
UND SCHEINWERFER MIT EINEM SOLCHEN LICHTMODUL
TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
Die Erfindung betrifft ein Lichtmodul für Scheinwerfer, insbesondere von
Schienenfahrzeugen zur Erzeugung einer bestimmten Lichtverteilung mit einer Hell- Dunkel-Grenze. Die Erfindung betrifft auch einen Lichtleitkörper für ein solches Lichtmodul und einen mit einem solchen Lichtmodul ausgestatteten Scheinwerfer.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Lichtmodule zur Erzeugung einer bestimmten Lichtverteilung mit einer Hell-Dunkel- Grenze sind bekannt, z.B. aus der DE 10 2009 010 558 A1 . Bei
Fahrzeugscheinwerfern verläuft die Hell-Dunkel-Grenze im wesentlichen horizontal und besitzt einen landestypischen, durch Normen oder Gesetze vorgeschriebenen Verlauf. Bei Kraftfahrzeugscheinwerfern umfaßt in Europa die Hell-Dunkel-Grenze zwei horizontale Abschnitte, wobei der auf der eigenen Verkehrsseite angeordnete Abschnitt oberhalb des anderen Abschnittes verläuft und daher die eigene
Fahrzeugseite weiter ausleuchtet als die Fahrzeugseite, auf der entgegenkommender Verkehr fährt. Zwischen beiden Abschnitten gibt es einen Übergangsbereich mit einem Anstieg von etwa 15°. In den USA ist dagegen bei Kraftfahrzeugen ein kontinuierlicher horizontaler Verlauf der Hell-Dunkel-Grenze üblich.
Die Kunden von Herstellern entsprechender Lichtmodule geben vor, welche gesetzlichen Bestimmungen, Normen oder sonstigen Kundenwünschen das
Lichtmodul bzw. ein damit ausgestatteter Scheinwerfer erfüllen, insbesondere welche
Lichtverteilung sich im Betrieb des Lichtmoduls ergeben soll. Die Anforderungen werden typischerweise derart spezifiziert, daß die winkelmäßige Lichtverteilung um eine Hauptabstrahlrichtung definiert wird.
Zur Erfüllung der jeweiligen Anforderungen sind unterschiedlichste Lösungen bekannt. Eine typische Lösung ist in der genannten DE 10 2009 010 558 A1 beschrieben und umfaßt eine Lichtquelle, eine Primäroptik, eine Blende und eine Sekundäroptik in Form einer Projektionslinse, die das von der Lichtquelle erzeugte, durch die Primäroptik gebündelte und von der Blende teilweise ausgeblendete Licht projiziert.
Um eine bestimmte Menge Licht gezielt in Bereiche abzustrahlen, in die durch die Blende bedingt eigentlich kein Licht gelangen kann, z.B. um Verkehrsschilder anzuleuchten ohne dabei den Gegenverkehr zu blenden, wird in der genannten DE 10 2009 010 558 A1 vorgeschlagen, in die Blende eine Lichtdurchtrittsöffnung
einzubringen, so daß an einer definierten Richtung ein bestimmter Teil des von der Lichtquelle erzeugten Lichts auch die Blende durchdringen kann.
Aus der DE 199 47 876 A1 ist ein Lichtmodul bekannt, bei dem die gewünschte Lichtverteilung mit einer Hell-Dunkel-Grenze durch ein speziell geformtes
Abschirmelement bewirkt wird, das im Strahlengang zwischen einer Lichtquelle und einem Reflektor angeordnet ist, wobei sich ein entsprechendes Befestigungselement zur Halterung des Abschirmelements im Strahlengang befindet. Bei diesem Lichtmodul ist es schwierig, die für Scheinwerfer von Fahrzeugen, insbesondere
Schienenfahrzeugen, erforderliche besondere Rüttelfestigkeit sicherzustellen.
Die aus dem Stand der Technik bekannte Lösung mit spezieller Ausformung der Blende ist hinsichtlich der Möglichkeiten, damit bestimmte Lichtverteilung zu erzeugen, begrenzt. Die Lösung mit Abschirmelement und Reflektor ist für Anwendungen im Bereich der LED-Technik aufgrund der speziellen Abstrahlcharakteristik von LEDs nicht geeignet.
Die DE 103 61 121 A1 , die US 2,254,961 und die DE 103 40 039 A1 zeigen jeweils auf dem Prinzip der inneren Totalreflexion beruhende Lichtleitkörper mit in wenigstens zwei in unterschiedliche Richtungen abstrahlenden Lichtaustrittsflächen, mit denen sich bestimmte Lichtverteilungen erzeugen lassen.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
Aufgrund der besonderen Belastungen gerade bei Schienenfahrzeugen ist der Zusammenbau eines für Scheinwerfer von Fahrzeugen geeigneten Lichtmoduls und insbesondere die Halterung des verwendeten Lichtleitkörpers ein nicht triviales
Problem. Es gilt, zu verhindern, daß sich die einzelnen Teile des Lichtmoduls bei den auftretenden Rüttelbelastungen relativ zueinander verschieben oder sogar gänzlich voneinander lösen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Lichtmodul für Scheinwerfer zur
Erzeugung einer bestimmten Lichtverteilung mit einer Hell-Dunkel-Grenze anzugeben, bei dem nicht nur bestimmte, kundenseitig vorgegebene Lichtverteilungen in einfacher und kostengünstiger Weise erzeugt werden können und das insbesondere auch den Einsatz von LEDs als Lichtquelle erlaubt, sondern bei dem eine hervorragende Rüttelfestigkeit sichergestellt werden kann. Ein entsprechender Lichtleitkörper soll
Leichtigkeit und geringen Herstellungsaufwand mit einfacher und sicherer
Montierbarkeit und hoher Rüttelfestigkeit verbinden.
Die Aufgabe wird gelöst von einem Lichtmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Der nebengeordnete Anspruch 1 1 betrifft einen Lichtleitkörper für ein Lichtmodul, der nebengeordnete Anspruch 12 einen Scheinwerfer mit einem erfindungsgemäßen Lichtmodul bzw. einem erfindungsgemäßen Lichtleitkörper. Die jeweiligen
Unteransprüche betreffen vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung. Dazu kombiniert die Erfindung insbesondere folgende Maßnahmen:
Die Primäroptik umfaßt einen auf dem Prinzip der inneren Totalreflexion beruhenden Lichtleitkörper mit einer Lichteintrittsfläche und einer Lichtaustrittsfläche, welche wenigstens zwei in unterschiedliche Richtungen abstrahlende Teilflächen aufweist. Damit kann von einer Lichtquelle, insbesondere einer oder mehrerer LEDs, abgegebenes Licht nahezu vollständig zur gewünschten Ausleuchtung genutzt werden.
Wenigstens zwei am Lichtleitkörper angeformte Stützkörper erlauben eine einfache und sichere Halterung des Lichtleitkörpers relativ zur Lichtquelle, so daß
Schwingungen des Lichtstrahls um die optische Achse aufgrund von Bewegungen des
Lichtleitkörpers relativ zur Lichtquelle effektiv begrenzt werden können und das Lichtmodul mit besonderer Rüttelfestigkeit montiert werden kann.
Die Stützkörper sichern den Lichtleitkörper gegen Verschiebungen relativ zur
Lichtquelle und ermöglichen vorteilhaft den Verzicht auf ansonsten für diese Funktion notwendige Halterungen mit eigenen Trägheitsmomenten, Zwischenräumen und Fertigungstoleranzen, also den Verzicht auf Bauteile und Eigenschaften, die jeweils Schwingungen begünstigen und damit die Rüttelfestigkeit vermindern können. Jeder Stützkörper kann vorteilhaft mit einer Aufnahme für eine Schraube versehen sein, wodurch die Stützkörper jeweils ein steifes und leichtes Hohlprofil mit niedrigem Trägheitsmoment erhalten, was wiederum die Schwingungsneigung effektiv begrenzt. Zudem vermindern solche Aufnahmen die Masse der Stützkörper und begünstigen auch das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen, so daß die Körper weniger anfällig gegen Wärmeausdehnung und damit verbundene Spannungen sind. Die Aufnahmen können direkt beim Herstellen, zum Beispiel Spritzgießen, des Lichtleitkörpers ausgebildet oder nachträglich, zum Beispiel durch Bohren, eingebracht werden.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden rein beispielhaften und nicht-beschränkenden Beschreibung von
Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Fig. 1 zeigt teilweise schematisiert einen Vertikalschnitt durch ein
erfindungsgemäßes Lichtmodul.
Fig. 2 zeigt das Lichtmodul gemäß Fig. 1 in perspektivischer Darstellung.
Fig. 3 zeigt einen erfindungsgemäßen Lichtleitkörper in perspektivischer
Darstellung.
Fig. 4 zeigt den Lichtleitkörper gemäß Fig. 1 in Seitenansicht.
Fig. 5 zeigt einen Schnitt entlang der Linie V-V durch den Lichtleitkörper gemäß Fig. 4.
Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht des Lichtleitkörpers gesehen in Richtung des
Pfeils VI in Fig. 4.
Fig. 7 zeigt eine Draufsicht auf den Lichtleitkörper gesehen in Richtung des
Pfeils VII in Fig. 4.
Fig. 8 zeigt eine Blende für ein Lichtmodul.
Fig. 9 zeigt eine mögliche alternative Anordnung einer Blende für ein
Lichtmodul.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
In der Fig. 1 ist ein in seiner Gesamtheit mit 10 bezeichnetes Lichtmodul für
Scheinwerfer, insbesondere für Scheinwerfer von Schienenfahrzeugen, gezeigt, das eine hier schematisch durch ein Rechteck dargestellte Lichtquelle 12, eine in ihrer Gesamtheit mit 14 bezeichnete Primäroptik, eine Blende 16 und eine Sekundäroptik 18 in Form einer üblichen Fresnellinse umfaßt. Die optische Achse und, bei diesem Ausführungsbeispiel, die Hauptabstrahlrichtung des beim Betrieb des Lichtmoduls über die Primäroptik 14 abgestrahlten Lichts sind durch die Linie 20 angedeutet. Das Lichtmodul ist zum Einbau in und insbesondere auch zur Nachrüstung von an sich bekannten Scheinwerfern ausgebildet, wobei die Scheinwerfer weitere, hier nicht gezeigte Teile wie ein Gehäuse und eine Abschlußscheibe umfassen.
Von der Primäroptik 14, die durch einen nachfolgend noch näher beschriebenen Lichtleitkörper gebildet wird, sind in Fig. 1 der Hauptkörper 22 und eine seitliche Lichtaustrittsfläche 24 zu erkennen.
Die Lichtquelle 12, bei der es sich vorzugsweise um eine LED oder mehrere LEDs, insbesondere eine Hochleistungs-LED handelt, ist auf einer Platine 28 angeordnet. Übliche Schalt- und Anschlußmittel können ebenfalls auf der Platine vorgesehen sein,
sind aber hier nicht weiter dargestellt. Von der Platine 28 erstreckt sich in Richtung auf die Sekundäroptik 18 ein Blendenhalter 30, an dessen Ende die Blende 16 lös- und vorzugsweise justierbar angeordnet ist. So kann die Blende z.B. ein mit einer Skala versehenes Langloch aufweisen und über eine durch das Langloch geführte Schraube an dem Blendenhalter 30 befestigt werden. Ist die Blende justierbar, können vorteilhaft gewisse Fertigungstoleranzen im Abstrahlverhalten der Lichtquelle, insbesondere einer Hochleistungs-LED, dadurch ausgeglichen werden, daß das freie Ende der Blende 16 näher an die optische Achse 20 gebracht oder weiter von dieser entfernt wird. Ist die Blende lös- und justierbar an einem Blendenhalter angebracht, ist für den bevorzugten Anwendungsfall des erfindungsgemäßen Lichtmoduls, nämlich den Einsatz in einem
Scheinwerfer eines Schienenfahrzeuges, auf eine sogenannte rüttelsichere
Befestigung zu achten. Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Lichtleitkörpers ist gerade die Tatsache, daß dieser in einfacher, aber rüttelsicherer Weise relativ zu einer Lichtquelle angeordnet werden kann und damit den Einsatz des Lichtmoduls in Scheinwerfern von Schienenfahrzeugen ermöglicht.
Allgemein kann die Blende feststehend oder verschieblich, insbesondere motorisch verstellbar ausgebildet sein, um verschiedene Lichtverteilungen, wie z.B. Fernlicht und Fernlicht abgeblendet durch mehr oder weniger weites Einfahren der Blende in den Weg des die Primäroptik verlassenden Lichtes zu erzeugen. Bei einer bevorzugten
Ausführungsform des Lichtmoduls für Schienenfahrzeuge steht die Blende allerdings fest.
Die Platine 28 und der Blendenhalter 30 sind auf einer Montageplatte 32 vorgesehen, die nicht nur zur Halterung von Lichtquelle, Primäroptik, Blende und Sekundäroptik, sondern auch zum Einbau des Lichtmoduls in einem Scheinwerfer und als Kühlkörper dient. Dazu besitzt die Montageplatte an ihrer der Lichtquelle 12 abgewandten Seite eine Reihe von Kühlrippen 34, wie insbesondere in Fig. 2 gut zu erkennen. An der Montageplatte 32 ist ein Gehäusemantel 36 befestigt, der die Lichtquelle, die Primäroptik 14 und die Blende 16 umgibt und der die Sekundäroptik 18 trägt. Zur Einführung von Kabeln zur Versorgung der Lichtquelle mit Strom und ggf. Steuerung eines Antriebs für die Blende ist eine Kabelführung 38 an der Montageplatte vorgesehen.
In der Fig. 2 ist das Lichtmodul 10 in perspektivischer Ansicht, gesehen schräg von oben, schematisiert dargestellt. Insbesondere ist die Sekundäroptik 18, bei der es sich um eine Fresnellinse handelt, ohne die typische Rillenstruktur dargestellt. Auf der dem Gehäuse 36 abgewandten Seite der Montageplatte 32 sind Kühlrippen 34 vorgesehen, von denen aus Gründen der Übersichtlichkeit nur einige mit Bezugszeichen versehen wurden. Die Kühlrippen vermindern nicht nur Materialverspannungen infolge von Wärmeausdehnung, sondern erhöhen auch die Steifigkeit der Montageplatte.
In den Fig. 3 bis 7 ist ein erfindungsgemäßer Lichtleitkörper in verschiedenen, teilweise geschnittenen Ansichten gezeigt. Der Lichtleitkörper 14 ist als sogenannte
Vorsatzoptik ausgebildet und besitzt eine Lichteintrittsfläche 40, die im
bestimmungsgemäßen Montagezustand wie in Fig. 1 gezeigt die Lichtquelle zumindest partiell umgreift und vorteilhaft zumindest wesentliche Teile des von der Lichtquelle abgestrahlten Lichts einfängt und damit zur Ausleuchtung nutzbar macht. Er besteht vorzugsweise aus Polycarbonat und kann im Spritzgußverfahren hergestellt werden.
Der Lichtleitkörper 14 umfaßt einen Hauptkörper 22 und zwei Stützkörper 26, die integral am Hauptkörper 22 angeformt sind und nahtlos in seitliche
Lichtaustrittsflächen 24 übergehen.
An den im bestimmungsgemäßen Montagezustand einer Montageplatte und/oder einer Platine zugewandten Enden der Stützkörper 26 sind bei diesem Ausführungsbeispiel Montagevorsprünge 42 vorgesehen, die mit entsprechenden Öffnungen in der Platine 28 und/oder der Montageplatte 32 eine formschlüssige Ausrichtung des
Lichtleitkörpers relativ zu einer auf der Montageplatte und/oder einer Platine angeordneten Lichtquelle ermöglichen, wobei der Lichtleitkörper dann z.B. mittels in die Stützkörper durch eine Montageplatte und/oder durch eine Platine
hindurchgeführte Schrauben gesichert werden kann, zu deren Aufnahme die
Stützkörper mit entsprechenden Aufnahmen 46 versehen sein können, wie in Fig. 4 durch die gebrochenen Linien angedeutet und in Fig. 7 gezeigt. Diese Aufnahmen haben auch den Vorteil, die träge Masse des Lichtleitkörpers 14 zu vermindern und damit dessen Schwingungsverhalten positiv zu beeinflussen.
In den Fig. 4 bis 7 ist eine sogenannte obere Lichtaustrittsfläche 44 zu erkennen, die zusammen mit den seitlichen Lichtaustrittsflächen 24 und einer
Hauptlichtaustrittsfläche 48 (Fig. 7) die Lichtaustrittsfläche des Lichtleitkörpers 14 bildet.
Erfindungsgemäß umfaßt die Lichtaustrittsfläche des Lichtleitkörpers 14 wenigstens zwei in unterschiedliche Richtungen abstrahlende Teilflächen. Bei dem gezeigten
Ausführungsbeispiel sind, wie in Fig. 7 gut zu erkennen, insgesamt vier Teilflächen 24, 44 und 48 vorgesehen, die dazu dienen, eine Hauptabstrahlrichtung eines von dem Lichtleitkörper im Betrieb abgestrahlten Lichtbündels zu definieren und dieses
Lichtbündel in exakt vorherbestimmbarer Weise aufzuweiten. Die Erfindung erlaubt es damit vorteilhaft, durch Gestalten eines entsprechenden Lichtleitkörpers zusammen mit entsprechender Einstellung der Blende kundenspezifische Anforderungen an eine abgestrahlte Lichtverteilung zu erfüllen, und dies ggf. sogar mit einer einzigen LED als Lichtquelle. Insbesondere kann das erfindungsgemäße Lichtmodul nach dem
Baukastenprinzip gefertigt werden, so daß je nach Kundenanforderung ein bestimmter Lichtleitkörper eingesetzt wird. Auch ist es dank der Erfindung leicht möglich, z.B. beim
Verkauf eines Schienenfahrzeuges entsprechende Scheinwerfer durch Austausch der Lichtleitkörper an neue Kundenanforderungen anzupassen.
Die einzelnen Teilflächen der Lichtaustrittsfläche des Lichtleitkörpers wirken wie folgt zusammen: die Teilfläche 48, die bei diesem Ausführungsbeispiel plan ist und eine Ebene definiert, auf der die optische Achse 20 (Fig. 1 ) des gesamten optischen Systems aus Lichtquelle, Primär- und Sekundäroptik senkrecht steht, bestimmt die Hauptabstrahlrichtung des im Betrieb von der Lichtquelle erzeugten und durch die Primäroptik kollimierten Lichts. Sie wird deshalb auch als Hauptlichtaustrittsfläche 48 bezeichnet. Dabei wird hier unter dem Begriff "Kollimieren" verstanden, daß die über die Lichteintrittsfläche in den Lichtleitkörper gelangten Lichtstrahlen durch innere Totalreflexion parallel gerichtet werden, wobei die Lichtstrahlen wie nachfolgend noch dargelegt den Lichtleitkörper durch die verschiedenen Teilflächen 24, 44 und 48, die gemeinsam die Lichtaustrittsfläche bilden, in unterschiedlichen Richtungen, also nicht parallel, verlassen.
Eine weitere Lichtaustrittsfläche 44 ist so angeordnet, daß sie sich im
bestimmungsgemäßen Montagezustand des Lichtleitkörpers 14 in einem
Fahrzeugscheinwerfer, insbesondere einem Schienenfahrzeugscheinwerfer, oberhalb der Hauptlichtaustrittsfläche 48 befindet, weshalb sie auch als obere
Lichtaustrittsfläche 44 bezeichnet wird. Die obere Lichtaustrittsfläche verläuft bei diesem Ausführungsbeispiel schräg geneigt zur Hauptlichtaustrittsfläche 48. Sie bewirkt, daß ein Teil des von der Lichtquelle in den Lichtleitkörper eintretenden Lichts relativ zur optischen Achse gesehen schräg nach unten abgestrahlt wird. Damit kann ein Kundenwunsch nach besserer Ausleuchtung des Nahbereichs vor einem mit einem entsprechenden Scheinwerfer ausgestatteten Fahrzeug erfüllt werden.
Seitlich links und rechts neben der Hauptlichtaustrittsfläche 48 sind zwei Teilflächen 24 vorgesehen, die daher auch als seitliche Lichtaustrittsflächen bezeichnet werden und die eine horizontale Aufweitung des im Betrieb des Lichtmoduls abgestrahlten
Lichtbündels bewirken.
Die Erfindung erlaubt es, in einfacher Weise kundenseitig an die Lichtverteilung gestellte Anforderungen durch entsprechende Dimensionierung und Gestaltung der Lichtaustrittsflächen zu erfüllen. Beispielsweise könnte eine kundenseitige
Anforderung sein, daß der sogenannte vertikale Zehntelstreuwinkel, also der Winkel, unter dem das von dem Lichtmodul abgestrahlte Licht vertikal unterhalb der optischen Achse gesehen noch eine Lichtstärke von etwa 10 % der Lichtstärke des in der Hauptabstrahlrichtung abgestrahlten Lichts besitzt, zwischen etwa 2° und 10° liegt. Lichtmodule der hier in Frage stehenden Art strahlen in der Hauptabstrahlrichtung typischerweise zwischen etwa 40.000 und 70.000 Cd ab. Die obere Lichtaustrittsfläche würde dann z.B. so dimensioniert und gestaltet, daß unter einem Winkel von etwa 6° vertikal nach unten relativ zur optischen Achse dann noch etwa 4.000 bis 7.000 Cd gemessen werden. Analog könnte vom Kunden gefordert werden, daß die seitlichen (links und rechts zur Hauptabstrahlrichtung gesehenen) Zehntelstreuwinkel zwischen jeweils etwa 2° und 10° liegen, wozu dann die Ausgestaltung der seitlichen
Lichtaustrittsflächen 24 entsprechend getroffen wird. Andere Kundenwünsche können z.B. in Normen definiert sein. Die Lichtaustrittsflächen 24 sind bei diesem Ausführungsbeispiel zueinander symmetrisch angeordnet, so daß sich damit eine relativ zu einer gedachten in Richtung der optischen Achse verlaufenden vertikalen Spiegelebene symmetrische
Lichtverteilung ergibt. Der gezeigte Lichtleitkörper stellt damit einen für Scheinwerfer von Schienenfahrzeugen typischen Lichtleitkörper dar. Es ist jedoch leicht möglich, die Teilflächen 24 jeweils unterschiedlich auszubilden, um damit unterschiedliche
Lichtverteilungen zu erzeugen und spezielle Kundenwünsche zu erfüllen. Dabei ist es auch möglich, mehr als zwei seitliche Lichtaustrittsflächen vorzusehen, z.B. rechts und links neben der Hauptlichtaustrittsfläche jeweils zwei. Auch ist es möglich, statt wie gezeigt einer oberen Lichtaustrittsfläche mehrere, in unterschiedliche Richtungen abstrahlende Lichtaustrittsflächen zu bilden.
In den Figuren 8 und 9 sind rein beispielhaft zwei mögliche Anordnungen einer Blende 16 bzw. 16' relativ zu der durch die strichpunktierte Linie 20 angedeuteten optischen Achse und Hauptabstrahlrichtung gezeigt. Die in Fig. 8 gezeigte Blende 16 besitzt eine durch Anfasen gebildete scharfe Kante 50, wodurch verhindert wird, daß in der
Zeichnung von links auf die Blende treffendes Licht an einer ansonsten parallel zur optischen Achse verlaufenden Seite der Blende unkontrolliert reflektiert wird und die gewünschte Lichtverteilung stört. Der gleiche vorteilhafte Effekt kann erzielt werden, wenn, wie in Fig. 9 gezeigt, eine übliche Blende 16' schräg zur optischen Achse angeordnet wird, da sich auch dann eine scharfe Trennkante 50' ergibt.
Im Rahmen des Erfindungsgedankens sind zahlreiche Abwandlungen und
Weiterbildungen möglich, die sich z.B. auf die Anzahl und Ausgestaltung der
Teilflächen der Lichtaustrittsfläche des Lichtleitkörpers beziehen. Auch ist es theoretisch möglich, die Primäroptik zweiteilig zu gestalten und in einen Kollimationsteil und einen Lichtformungsteil zu unterteilen. Auch können statt der gezeigten zwei Stützkörper drei oder mehr Stützkörper am Lichtleitkörper angeformt sein, wobei die integrale Ausbildung des Lichtleitkörpers mit angeformten Stützkörpern eine
besonders einfache und kostengünstige, gleichzeitig sichere und rüttelfeste Halterung des Lichtleitkörpers relativ zu einer Lichtquelle, insbesondere einer oder mehreren
Hochleistungs-LEDs ermöglicht. Der Lichtleitkörper und ein damit ausgestattetes Lichtmodul bzw. ein Scheinwerfer sind für Hochgeschwindigkeitsschienenfahrzeuge geeignet.
BEZUGSZEICHENLISTE
10 Lichtmodul
12 Lichtquelle
14 Primäroptik in Form eines Lichtleitkörpers
16, 16' Blende
18 Sekundäroptik
20 optische Achse und Hauptabstrahlrichtung
22 Hauptkörper
24 seitliche Lichtaustrittsfläche
26 Stützkörper
28 Platine
30 Blendenhalter
32 Kühlkörper
34 Kühlrippe
36 Gehäuse
38 Kabelführung
40 Lichteintrittsfläche
42 Montagevorsprung
44 obere Lichtaustrittsfläche
46 Befestigungsaufnahme
48 Hauptlichtaustrittsfläche
50, 50' Trennkante