Beschreibung
Forced Cooling bei Dampfturbinenanlagen Die Erfindung betrifft eine Turbinenanlage, insbesondere eine Dampfturbinenanlage, sowie ein Verfahren zum Kühlen einer Turbinenanlage, insbesondere einer Dampfturbinenanlage .
Dampfkraftwerke bzw. thermische Kraftwerke sind weithin be- kannt, beispielsweise aus
http : / /de . wikipedia . org/wiki /Dampfkraftwerk (erhältlich am 24.04.2012) .
Ein Dampfkraftwerk ist eine Bauart eines Kraftwerks zur Stro- merzeugung aus fossilen Brennstoffen, bei der eine thermische Energie von Wasserdampf in einer meist mehrteiligen Dampfturbine (http : //de . wikipedia . org/wiki /Dampfturbine , erhältlich am 24.04.2012) in Bewegungsenergie umgesetzt und weiter in einem Generator in elektrische Energie umgewandelt wird.
Bei einem solchen Dampfkraftwerk wird ein Brennstoff, beispielsweise Kohle, in einem Brennerraum verbrannt, wodurch Wärme frei wird. Die dadurch frei werdende Wärme wird von einem Wasserrohrkes¬ sel, kurz Dampferzeuger, aufgenommen und wandelt dort eingespeistes, zuvor gereinigtes und aufbereitetes ( Speise- ) Wasser in Wasserdampf/Hochdruckdampf um. Durch weiteres Erwärmen des Wasserdampfes/Hochdruckdampfes in einem Überhitzer nehmen Temperatur und spezifisches Volumen des Dampfes zu.
Der erzeugte Hochdruckdampf tritt weiter - über eine Einströmseite, d.h. eine sogenannte Frischdampfseite, kurz FD- Seite, bzw. einer dortigen Zuleitung (FD-Zuleitung) - in ei- nen Hochdruckteil der Dampfturbine (Hochdruckteilturbine) ein und verrichtet dort unter Entspannung und Abkühlung mechanische Arbeit.
Zum Erreichen eines hohen Gesamtwirkungsgrades wird der Dampf nach dem Verlassen des Hochdruckteils - über dessen Abdampfseite bzw. einer dortigen Abdampfableitung - wieder in den Dampferzeuger geführt und zwischenüberhitzt.
Der ( zwischen- ) überhitzte Dampf wird - über eine Einströmsei¬ te, d.h. hier eine sogenannte heiße Zwischenüberhitzungssei- te, kurz HZÜ-Seite, bzw. einer dortigen Zuleitung (HZÜ- Zuleitung) - einem Mitteldruckteil der Dampfturbine (Mittel- druckteilturbine) nochmals zugeführt und verrichtet weitere mechanische Arbeit unter weiterer Entspannung und Abkühlung.
Nach dem Verlassen des Mitteldruckteils über dessen Abdampfseite bzw. einer dortigen Abdampfableitung strömt der Dampf - über eine Überströmleitung - in einen Niederdruckteil der
Dampfturbine (Niederdruckteilturbine) , wo weitere mechanische Arbeit unter Entspannung und Abkühlung auf Abdampfdruck- Niveau geleistet wird. Durch den an die Dampfturbine gekoppelten Generator wird die mechanische Leistung dann in elektrische Leistung umgewandelt, welche in Form von elektrischem Strom in ein Stromnetz eingespeist wird. Der Abdampf aus der Dampfturbine bzw. aus der Niederdruckteilturbine strömt über deren Abdampfseite bzw. einer dorti¬ gen Abdampfableitung in einen Kondensator, wo er durch Wärmeübertragung an die Umgebung kondensiert und sich als flüssi¬ ges Wasser sammelt.
Über eine Kondensatpumpe und einen Vorwärmer hindurch wird das Wasser in einen Speisewasserbehälter zwischengespeichert und dann über eine Speisepumpe erneut dem Dampfkessel zuge¬ führt, womit ein (Wasser-Dampf-) Kreislauf des Dampfkraftwerks geschlossen wird.
Man unterscheidet verschiedene Dampfkraftwerksarten, wie bei¬ spielsweise Kohlekraftwerke, Ölkraftwerke oder auch Gas-und-
Dampf-Kombikraftwerke (GuD-Kraftwerke) , nach ihren unter¬ schiedlichen Arten der Dampferzeugung bzw. des Brennstoffs für die Dampferzeugung . Ein Kohlekraftwerk ist beispielsweise eine spezielle Form des Dampfkraftwerkes, bei welchem Kohle als hauptsächlicher
Brennstoff zur Dampferzeugung verwendet wird. Man kennt sol¬ che kohlebefeuerten Kraftwerke für Braunkohle wie auch für Steinkohle .
Neben den Dampfkraftwerken sind auch Gaskraftwerke bzw. Gasturbinenkraftwerke bekannt
(http : //de . wikipedia . org/wiki /Gasturbinenkraftwerk, erhältlich am 24.04.2012).
Ein solches Gasturbinenkraftwerk ist ein Kraftwerk, das mit Erdölprodukten oder mit brennbaren Gasen, wie beispielsweise Erdgas, betrieben wird. Diese Gase sind in diesem Fall der Brennstoff für eine Gasturbine
(http://de.wikipedia.org/wiki/Gasturbine, erhältlich am
24.04.2012)), die ihrerseits den angekoppelten Generator antreibt .
Ein GuD-Kraftwerk ist in htt : //de . wikipedia . org/wiki/Gas- und-Dampf-Kombikraftwerk (erhältlich am 24.04.2012) beschrieben .
Ein solches GuD-Kraftwerk ist ein Kraftwerk, in dem die Prinzipien des Gaskraftwerks und des Dampfkraftwerks kombiniert werden. Die Gasturbine dient dabei als Wärmequelle für einen nachgeschalteten Abhitzekessel, der wiederum als Dampferzeu¬ ger für die Dampfturbine wirkt.
Arbeiten, wie Wartungs- oder Revisionsarbeiten, an einer Tur- bine eines Kraftwerks, wie an einer Dampfturbine eines Dampf¬ kraftwerks, können erst nach einem Abschalten eines Drehbe¬ triebs der Turbine durchgeführt werden. Dazu muss ein Wellen-
sträng der Turbine von Temperaturen von ca. 600 °C auf unter 100 °C heruntergekühlt sein.
Die Dampfturbine kühlt beispeisweise - ohne äußere Eingriffe - in ungefähr 8 Tagen bzw. ca. 200 Std. auf unter 100 °C bzw. in ungefähr 6 Tagen bzw. ca. 150 Std. auf unter 150 °C ab. Letzterer Zeitpunkt stellt die früheste Möglichkeit dar, den Wellenstrang bzw. die Welle der Dampfturbine stillzusetzen, wobei diese dann aber von Hand weitergedreht werden muss, um thermische, den Drehbetrieb einschränkende Verformungen an rotierenden Teilen des Wellenstrangs zu vermeiden.
Wenn auch Gasturbinen aufgrund ihres - im Vergleich zu Dampfturbinen - geringeren Materials - schneller als Dampfturbinen abkühlen, so sind dortige Abkühldauern ohne äußere Eingriffe auch noch hoch.
Um Revisionszeiten zu verkürzen, ist es wünschenswert, die Abkühlzeiten einer Turbine, wie einer Dampfturbine aber auch einer Gasturbine bzw. deren Teilturbinen, unter Einhaltung von zulässigen Abkühlraten zu minimieren.
Zur Minimierung dieser doch erheblichen Abkühlzeiten, insbesondere bei Dampfturbinen, ist ein bei diesen eingesetztes, sogenanntes Forced Cooling bekannt (Forced Cooling of Steam Turbines, Performance Enhancement - Steam Turbine, Answers for energy. Siemens AG, 2009) .
Bei diesem Forced Cooling wird bei einer Dampfturbine - an- stelle des (Hochdruck- ) Dampfes - in dessen betrieblicher Strömungsrichtung Umgebungsluft als Kühlmedium durch die Dampfturbine bzw. durch deren Teilturbinen gesogen bzw. geblasen . Als - die Saugströmung durch die Dampfturbine initiierende - Drucksenke wird bei dem Forced Cooling der der Dampfturbine nachgeschaltete Kondensator benutzt, in dessen Innerem mit¬ tels Vakuumpumpen, beispielsweise durch Elmo-Pumpen, ein Un-
terdruck gegenüber der Umgebungsluft erzeugt wird (Evakuie¬ rung des Kondensators) .
Um eine Abkühlung möglichst aller heißen Dampfturbinenbautei- le sicherzustellen, muss die Umgebungsluft alle dampfführenden Bauteile der Dampfturbine beaufschlagen können.
Dazu lässt man die Umgebungsluft - angesaugt über den im eva¬ kuierten Kondensator herrschenden Unterdruck - über (Fön-) Stutzen zwischen Schnellschluss- und Stellventilen jeweils auf der FD-Seite und HZÜ-Seite bzw. der dortigen FD- bzw. HZÜ-Zuleitung - einströmen, wodurch das Kühlmedium - dann angesaugt vom Unterdruck im Kondensator - in der betrieblichen Strömungsrichtung des Dampfes die Dampfturbine bzw. deren Teilturbinen durchströmt.
Durch die Kühlwirkung der Umgebungsluft wird die Dampfturbine bzw. deren Bauteile gekühlt und dadurch ein schnelleres Ab¬ kühlen der Dampfturbinenbauteile erreicht.
Da zulässige Abkühlgradienten bei den Dampfturbinenbauteilen dabei nicht überschritten werden dürfen, was sonst zu Bauteilschäden führen könnte, muss die Menge der über die Drucksenke im evakuierten Kondensator angesaugten Umgebungsluft geregelt werden. Als Regelorgane dienen hierzu die Stellven¬ tile an den Zuleitungen.
Nachteilig an dem bekannten Forced Cooling ist das obligato¬ rische Vorhandensein des Kondensators zur Erzeugung der
Drucksenke bzw. der Saugströmung des Kühlmediums.
Inzwischen werden jedoch vermehrt Dampfturbinenanlagen mit Dampfturbinen ohne eine Niederdruckteilturbine und dann auch ohne einen Kondensator realisiert, wobei die Dampfturbinen in einem Gegendruckbetrieb arbeiten. Bei solchen Gegendruckdampfturbinenanlagen ohne Kondensator, beispielsweise in Gegendruckdampfkraftwerken für Meerwasserentsalzungsanlagen,
ist das bekannte Forced Cooling nicht anwendbar bzw. sind auch keine anderen Lösungen für ein Forced Cooling bekannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile und Einschränkungen im Stand der Technik bei einer Wartung oder Revision eines Kraftwerks bzw. einer Turbine, insbesondere eines Dampfkraftwerks bzw. einer Dampfturbine, im Speziellen insbesondere eines Gegendruckdampfkraftwerks bzw. einer Ge¬ gendruckdampfturbinenanlage ohne Kondensator, zu überwinden.
Auch liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Nachteile und Einschränkungen im Stand der Technik bei einer Kühlung des Kraftwerks bzw. der Turbine, insbesondere eines Gegendruck¬ dampfkraftwerks bzw. einer Gegendruckdampfturbinenanlage ohne Kondensator, insbesondere im Falle des Abschaltens des Dreh¬ betriebs der Turbine zu überwinden.
Die Aufgabe wird durch eine Turbinenanlage, insbesondere eine Dampfturbinenanlage, sowie durch das Verfahren zu einer Küh- lung einer Turbinenanlage, insbesondere einer Dampfturbinen¬ anlage, mit den Merkmalen gemäß dem jeweiligen unabhängigen Patentanspruch gelöst.
Die die Erfindung betreffende Turbinenanlage weist eine von einem Prozessgas im Betrieb der Turbinenanlage in einer Strö¬ mungsrichtung von einem Turbineneintritt zu einem Turbinenaustritt durchströmbare Turbine auf.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass mit dem Turbineneintritt oder mit dem Turbinenaustritt der Turbine ein Sauggebläse ge¬ koppelt ist.
Unter Verwendung dieses erfindungsgemäß vorgesehenen, mit der Turbine gekoppelten Sauggebläses ist ein mittels des - mit dem Turbinenaustritt gekoppelten - Sauggebläses über den Tur¬ bineneintritt in die Turbine eingesaugtes Kühlmedium in der betrieblichen Prozessgasströmungsrichtung durch die Turbine blasbar bzw. ist ein mittels des - mit dem Turbineneintritt
gekoppelten - Sauggebläses über den Turbinenaustritt in die Turbine eingesaugtes Kühlmedium entgegen der betrieblichen Prozessgasströmungsrichtung durch die Turbine blasbar.
Nach dem Verfahren zu einer Kühlung einer Turbinenanlage mit einer Turbine, welche von einem Prozessgas im Betrieb in ei¬ ner Strömungsrichtung von einem Turbineneintritt zu einem Turbinenaustritt durchströmt wird, wird ein Kühlmedium unter Verwendung eines mit dem Turbineneintritt oder mit dem Turbi¬ nenaustritt gekoppelten Sauggebläses in die Turbine eingeso¬ gen und in oder entgegen der betrieblichen Prozessgasströmungsrichtung durch die Turbine gesogen, wodurch die Turbine durch das Kühlmedium gekühlt wird.
Anders bzw. vereinfacht ausgedrückt, die Erfindung realisiert - bei einer Turbine - mittels eines - mit dem Turbinenein¬ tritt oder mit dem Turbinenaustritt gekoppelten - Sauggeblä¬ ses eine Drucksenke am Turbineneintritt oder am Turbinenaus¬ tritt .
Durch die Drucksenke initiiert entsteht eine Saugströmung in oder entgegen der Prozessgasströmungsrichtung durch die Turbine, durch welche ein Kühlmedium - eingesaugt am - in Bezug auf die Kopplungsseite des Sauggebläses - jeweiligen anderen Ende der Turbine - in oder entgegen der Prozessgasströmungs¬ richtung durch die Turbine gesogen wird. Durch das durch die Turbine gesogene Kühlmedium wird die Turbine gekühlt.
Die Erfindung erweist sich dadurch in zahlreicher Hinsicht als erheblich vorteilhaft.
Durch das durch die Saugströmung - in oder entgegen der Prozessgasströmungsrichtung - durch die Turbine gesogene Kühlmedium werden alle dampfführenden Bauteile der Turbine beaufschlagt - und damit eine Abkühlung aller heißen Bauteile der Turbine gewährleistet. Dadurch wird eine effiziente, effekti¬ ve sowie schnelle Abkühlung der Turbine erreicht.
So lassen sich durch die Erfindung die Abkühlzeiten einer Turbine, wie einer Dampfturbine aber auch einer Gasturbine bzw. deren Teilturbinen, minimieren. Revisionszeiten bzw. Stillstandszeiten von Turbinen bzw. Turbinenanlagen können dadurch verkürzt - und dadurch Kosten gespart - werden.
Insbesondere lässt sich durch die Erfindung - bei erfindungs¬ gemäßer Verwendung des Sauggebläses zur Realisierung einer Drucksenke am Ein- bzw. Austritt der Turbine - das Forced Cooling dadurch auch bei Turbinen bzw. Turbinenanlagen ohne
Kondensator bzw. ohne Niederdruckteilturbine und ohne Konden¬ sator realisieren.
So wird es durch die Erfindung möglich, das Forced Cooling auch bei bekannten Gegendruckdampfturbinenanlagen, welche ohne Kondensator bzw. welche ohne Niederdruckteilturbine und ohne Kondensator arbeiten, anzuwenden, wodurch auch diese Anlagen schneller abgekühlt sowie dortige Revisionszeiten und Stillstandszeiten verkürzt werden können.
Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich auch aus den abhängigen Ansprüchen. Die beschriebenen Weiterbildungen beziehen sich sowohl auf die Turbinenanlage als auch auf das Verfahren zur Kühlung einer Turbinenanlage.
Nach einer bevorzugten Weiterbildung ist das Sauggebläse mit dem Turbinenaustritt, insbesondere mit einem Abdampfkanal an dem Turbinenaustritt, gekoppelt. Hierbei ist das - dann - über den Turbineneintritt in die Turbine eingesogene Kühlme- dium in der betrieblichen Prozessgasströmungsrichtung durch die Turbine saugbar. Insbesondere die Koppelung des Saugge¬ bläses an dem Abdampfkanal ist konstruktiv einfach realisierbar . Nach einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass das Sauggebläse mit dem Turbineneintritt, insbesondere mit einer Frischdampf-/HZÜ-/Überströmzuleitung an dem Turbi-
neneintritt, gekoppelt ist. Beispielsweise kann das Saugge¬ bläse an einem dortigen Fönstutzen angeschlossen sein.
In diesem Fall ist - dann - das über den Turbinenaustritt in die Turbine eingesogene Kühlmedium entgegen der betrieblichen Prozessgasströmungsrichtung durch die Turbine saugbar.
Eine Saugströmung des Kühlmediums durch die Turbine entgegen der betrieblichen Prozessgasströmungsrichtung erweist sich insbesondere deshalb von Vorteil, weil das Kühlmedium auf der „Kaltseite" in die Turbine eintritt. Hierdurch treten gerin¬ gere - und weniger Bauteil belastende - Abkühlgradienten bei den Turbinenbauteilen auf, als bei Eintritt des Kühlmediums auf der „Heißseite" der Turbine.
Weiterhin kann - im Falle mehrteiliger Turbinen, welche dann in der Regel eine (oder jeweils mehrere) Hochdruck- und Mit¬ teldruck- und/oder Niederdruckteilturbine aufweisen, - auch vorgesehen sein, dass das Sauggebläse mit der Hochdruckteil- turbine, Mitteldruckteilturbine und/oder Niederdruckteiltur¬ bine der Turbine gekoppelt ist. Auch mehrere Sauggebläse für mehrere solcher Teilturbinen können vorgesehen werden.
So kann hier auch weiter vorgesehen sein, dass - je nach Rea- lisierung der Drucksenke (durch das Sauggebläse) auf einer Abdampf- (Turbinenaustritt) oder Zu- bzw. Frischdampfseite (Turbineneintritt) einer solchen Teilturbine - das Sauggeblä¬ se mit einem Abdampfkanal oder einer Frischdampf-/HZÜ-/Ü- berströmzuleitung der Hochdruckteilturbine, der Mitteldruck- teilturbine und/oder der Niederdruckteilturbine, gekoppelt ist .
Nach einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, dass das Kühlmedium Umgebungsluft ist. Diese ist einfach ver- fügbar und steht in ausreichendem Maße und bei anwendbaren Temperaturen zur Verfügung.
Das Kühlmedium, insbesondere die Umgebungsluft, kann dabei über einen an die Turbine angeschlossenen Stutzen, beispielsweise einen Fönstutzen auf der Frischdampfseite bzw. HZÜ- Seite der Turbine bzw. Teilturbine, in die Turbine bzw. Teil- turbine einströmen.
Im Besonderen bevorzugt ist die Einströmung des Kühlmediums in die Turbine unter Verwendung eines Ventils kontrollier-, regel- und/oder steuerbar. Dadurch, d.h. durch die Regelung einer Menge an in die Turbine bzw. Teilturbine eintretendem Kühlmedium kann gewährleistet werden, dass zulässige Abkühlgradienten nicht überschritten werden. Als ein Regelorgan kann ein Stellventil verwendet werden. Hierbei, d.h. zur Regelung der Menge des Kühlmediums, kann das Ventil, beispielsweise das Stell- bzw. Regelventil, an beliebiger Stelle in der Kühlmediumsstrecke angeordnet sein, beispielsweise auch am Sauggebläseeintritt. Nach einer besonders bevorzugten Weiterbildung erfolgt die Einströmung des Kühlmediums in die Turbine bzw. Teilturbine über einen - auf der Frischdampf oder HZÜ-Seite der Turbine bzw. Teilturbine - zwischen Ventilen, beispielsweise zwischen einem Schnellschluss- und einem Stellventil, angeordneten Fönstutzen. Über das Stellventil kann die Menge des einströ¬ menden Kühlmediums kontrolliert, geregelt und/oder gesteuert werden, um so zulässige Abkühlgradienten bei den Turbinenbauteilen nicht zu überschreiten. Nach einer anderen bevorzugten Weiterbildung ist das Prozessgas Wasserdampf. D.h., die Turbine ist eine Dampfturbine bzw. die Anlage ist eine Dampfturbinenanlage .
Weiterhin kann hier die Turbine bzw. Dampfturbine eine mehr- teilige Turbine bzw. Dampfturbine sein. Diese kann - eine oder auch mehrere - Teilturbinen, wie Hochdruck-, Mitteldruck- und/oder Niederdruckteilturbinen aufweisen.
Besonderes bevorzugt ist die Turbinenanlage eine Dampfturbi¬ nenanlage ohne Kondensator, beispielsweise eine Gegendruck¬ dampfturbinenanlage ohne Niederdruckteilturbine und ohne Kon¬ densator. Durch den Einsatz der Erfindung wird hier - durch das erfindungsgemäß eingesetzte Sauggebläse - eine - sonst nicht vorhandene - Drucksenke zur Verfügung gestellt, wodurch auch bei einer solchen Dampfturbinenanlage ohne Kondensator das Forced Cooling möglich wird. Eine Verkürzung von Stillstandszeiten auch bei einer solchen Dampfturbinenanlage ohne Kondensator wird damit durch die Erfindung erst möglich.
Das erfindungsgemäße Forced Cooling - mittels der über das Sauggebläse realisierten Drucksenke und der dadurch initiierten Kühlmedium-Durchströmung der Turbine bzw. Teilturbine - kann für eine oder jeweils mehrere Teilturbinen - durch jeweils mehrere, getrennte Kühlmediumsdurchströmungen und ent¬ sprechend mehrere Sauggebläse - separat realisiert sein - oder auch für mehrere aufeinanderfolgende Teilturbinen - bei einer gemeinsamen Kühlmediumsdurchströmung - gemeinsam mit- tels eines einzigen Sauggebläses.
Bei einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist ein thermischer Schutz bzw. ein Überhitzungsschutz für das Sauggebläse vorgesehen .
Ein Sauggebläse, wie erfindungsgemäß eingesetzt, ist in sei¬ ner Austrittstemperatur, d.h. in der Temperatur des durch das Sauggebläse ausgeblasenen Mediums, limitiert, beispielsweise auf 150 °C. Damit ist - respektive - auch die Eintrittstempe- ratur des durch das Sauggebläse eingesaugten Mediums be¬ schränkt, beispielsweise - bei unterstellter Aufwärmung des das Sauggebläse durchströmenden Mediums um 30 °C - auf
120 °C. Zur Realisierung des thermischen Schutzes des Sauggebläses kann vorgesehen werden, dass am oder im Bereich des Eintritts des Sauggebläses eine weitere Kühlmediumszuführung, bei¬ spielsweise ein Bypass bzw. Bypasstutzen, angebracht ist,
über welchen weiteres Kühlmedium, beispielsweise auch Umge¬ bungsluft, dem aus der Turbine austretenden und in das Saug¬ gebläse eingesogenen Kühlmedium beimischbar ist. Auch ein Temperatursensor kann am Gebläseaustritt angeordnet sein, mittels welchem die Temperatur des aus dem Sauggebläse aus¬ tretenden Mediums gemessen wird.
Ist dieser Bypass weiter auch mit einem Stellventil versehen, kann die Beimischung des weiteren Kühlmediums zu dem aus der Turbine austretenden und in das Sauggebläse eingesogenen Kühlmediums, insbesondere unter Berücksichtung der gemessenen Gebläseaustrittstemperatur, kontrollier-, Steuer- und/oder regelbar beigemischt - und so eine Überhitzung des Sauggeblä¬ ses verhindert werden.
Auch kann die Kontrolle, Steuerung und/oder Regelung der Beimischung und/oder die Menge des weiteren Kühlmediums mittels eines Dreiwegemischers an der Zusammenführung von dem weite¬ ren Kühlmedium und dem aus der Turbine austretenden und in das Sauggebläse eingesogenen Kühlmedium erfolgen.
Auch kann die Beimischung des weiteren Kühlmediums von einer Turbinentemperatur und/oder von der Temperatur des vom Sauggebläse angesaugten Kühlmediums und/oder von der Temperatur des beigemischten, weiteren Kühlmediums kontrolliert, gere¬ gelt und/oder gesteuert werden.
Bei Beginn des Forced Cooling ist nur eine kleine durch die Turbine geführte Kühlmediumsmenge erforderlich, um die max . zulässige Abkühlrate bzw. um die zulässigen Abkühlgradienten der Turbinenbauteile zu erreichen. Diese geringe Kühlmediums¬ menge wird durch die zu diesem Zeitpunkt noch hocherhitzte Turbine - durch Wärmeaustausch mit den sehr heißen Turbinenbauteilen - ebenfalls stark erhitzt.
Um das zu diesem Zeitpunkt dann sehr heiße, aus der Turbine ausströmende Kühlmedium zu kühlen und auf eine für das Saug¬ gebläse zulässige Eintrittstemperatur bzw. Austrittstempera-
tur zu bringen, wird über den Bypass das weitere Kühlmedium, beispielsweise auch wieder Umgebungsluft, beigemischt.
Mit abnehmender Turbinentemperatur wird die Kühlmediumsmenge durch die Turbine erhöht, wobei gleichzeitig die beigemischte weitere Kühlmediumsmenge reduziert wird.
Somit kann ein Überhitzen des Sauggebläses - bei gleichzeiti¬ ger „Ausschöpfung der maximalen Abkühlraten der Turbinenbauteile" - wirkungsvoll verhindert werden.
Das aus dem Sauggebläse austretende Medium, d.h. die Saugge¬ bläseabluft, kann - auf minimiertem Strömungsweg zur Vermei¬ dung von Druckverlusten - in eine Umgebung abgeleitet werden Dadurch kann auch eine Aufheizung von einer die Turbine aufnehmenden Maschinenhalle vermieden werden.
Weiterhin kann auch vorgesehen sein, vor dem erfindungsgemäßen Forced Cooling eine Dampf-Vorkühlung des Prozessgases, beispielsweise eine Dampfeinspritzkühlung bei dem Prozessgas, durchzuführen .
Die bisher gegebene Beschreibung vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung enthält zahlreiche Merkmale, die in den einzelnen Unteransprüchen teilweise zu mehreren zusammenge- fasst wiedergegeben sind. Diese Merkmale wird der Fachmann jedoch zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
In den Figuren sind Ausführungsbeispiele der Erfindung darge¬ stellt, welche im Weiteren näher erläutert werden. Gleiche Bezugszeichen in den Figuren bezeichnen technisch gleiche Elemente .
Es zeigen:
FIG 1 einen Ausschnitt aus einem Wasser-Dampf-Kreislauf bei einem Dampfkraftwerk mit einer Dampfturbinenanlage
für ein Forced Cooling gemäß einem Ausführungsbei¬ spiel der Erfindung, einen Ausschnitt aus einem Wasser-Dampf-Kreislauf bei einem Dampfkraftwerk mit einer Dampfturbinenanlage für ein Forced Cooling gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung, eine Konzept-Darstellung eines thermischen Schutzes eines Sauggebläses einer Dampfturbinenanlage für ein Forced Cooling gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung, eine Darstellung von Massenströmen eines Kühlmediums durch die Turbine und eines weiteren Kühlmediums durch einen Bypass bei einem Forced Cooling bei einer Dampfturbinenanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung, eine Darstellung eines Forced Cooling bzw. einer Kühlung einer Turbine bei einer Dampfturbinenanlage ge¬ mäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Ausführungsbeispiele: Forced Cooling bei Dampfturbinenanlagen ohne Kondensatoren bzw. bei Dampfkraftwerken mit Dampfturbinenanlagen ohne Kondensatoren (FIGen 1 bis 5)
FIG 1 zeigt einen Ausschnitt aus einem Wasser-Dampf-Kreislauf 2 bei einem Dampfkraftwerk 1 mit einer Dampfturbinenanlage 3 ohne Kondensator.
Über eine Zuleitung 30 strömt - im Betrieb des Dampfkraft¬ werks 1 - heißer, von einem Dampferzeuger erhitzter und einem Überhitzer weiter erhitzter Wasserdampf/Hochdruckdampf 15, im Folgenden nur als Prozessgas 15 bezeichnet, über einen Turbi¬ neneintritt 4 auf einer Frischdampfseite 13 der Dampfturbine 29 in diese ein, durchströmt die Dampfturbine 29 in Prozess-
gasströmungsrichtung 27 und verrichtet dort bzw. dabei unter Entspannung und Abkühlung mechanische Arbeit.
Durch einen an die Dampfturbine 29 gekoppelten Generator (nicht dargestellt) wird die mechanische Leistung dann in elektrische Leistung umgewandelt, welche in Form von elektri¬ schem Strom in ein Stromnetz eingespeist wird.
Das entspannte Prozessgas 15 tritt auf der Abdampfseite 31 der Dampfturbine 29 über einen dortigen Turbinenaustritt 5 - in Form eines AbdampfStutzens 9 - aus der Dampfturbine 29 aus und strömt über eine Abdampfleitung 9 wieder dem Dampferzeuger zu, womit der Wasser-Dampf-Kreislauf 2 geschlossen ist. Die Kontrolle bzw. Steuerung der Zuströmung bzw. Abströmung des Prozessgases 15 in bzw. weg von der Dampfturbine 29 er¬ folgt mittels in der Zuleitung angeordneten Ventilen 12, 11, d.h. einem Schnellschlussventil 12 sowie einem Regelventil 11, sowie einer in der Abdampfleitung 9 angeordneten Klappe 33.
Arbeiten, wie Wartungs- oder Revisionsarbeiten, an der Dampfturbine 29 können erst nach einem Abschalten eines Drehbe¬ triebs der Dampfturbine 29 durchgeführt werden. Dazu muss ein Wellenstrang (nicht dargestellt) der Dampfturbine 3 von Be¬ triebstemperaturen von ca. 600 °C auf unter 100 °C heruntergekühlt sein.
Dieses Herunterkühlen würde - ohne äußeren Eingriff - mehrere Tage, d.h. ca. 8 Tage, dauern und die gesamte Stillstandszeit des Dampfkraftwerks 1 um diesen Zeitraum verlängern.
Um diese Stillstandszeiten zu verringern bzw. die Herunterkühlphase zu verkürzen, wird bei der Dampfturbinenanlage 3 bzw. bei der Dampfturbine 29 ein Forced Cooling eingesetzt.
Bei diesem Forced Cooling (FIG 5, 100) wird bei der Dampftur¬ bine 29 - anstelle des Prozessgases 15 - Umgebungsluft 7 als
Kühlmedium 7 aus der Umgebung 14 in die Dampfturbine eingesaugt (FIG 5, 110) und die Umgebungsluft 7 in der betriebli¬ chen Prozessgasströmungsrichtung 27 (in diesem Fall auch Kühlmediumsströmungsrichtung 28) durch die Dampfturbine 29 gesogen bzw. geblasen (FIG 5, 120), um so eine Abkühlung (FIG 5, 130) möglichst aller heißen Dampfturbinenbauteile sicher¬ zustellen .
Zur Erzeugung eines notwendigen, die Saugströmung des Kühlme- diums 7 in die Dampfturbine 29 bzw. in betrieblicher Prozess¬ gasströmungsrichtung 27 (in diesem Fall auch Kühlmediumsströmungsrichtung 28) durch die Dampfturbine 29 initiierenden Unterdrucks (Drucksenke) ist, wie FIG 1 zeigt, ein Sauggebläse 6 an der Dampfturbinen-Abdampfseite 31 an einer Saugleitung (beim Forced Cooling geöffnet) zwischen dem Turbinenaustritt 5 und einer Klappe 33 (beim Forced Cooling geschlossen) angeschlossen .
Der Eintritt des Kühlmediums 7 bzw. der Umgebungsluft 7 in die Dampfturbine 29 erfolgt dabei über einen Fönstutzen 10 zwischen dem Schnellschlussventil 12 (beim Forced Cooling ge¬ schlossen) und dem Regelventil 11 (beim Forced Cooling teil¬ geöffnet) auf der Frischdampfseite 13 der Dampfturbine 3. Durch die Kühlwirkung der Umgebungsluft 7 - bei Durchströmung der Dampfturbine 29 in der Kühlmediumsströmungsrichtung 28 (in diesem Fall auch betriebliche Prozessgasströmungsrichtung 27) - wird die Dampfturbine 29 bzw. deren Bauteile gekühlt und dadurch ein schnelleres Abkühlen der Dampfturbinenbautei- le erreicht.
Die von dem Sauggebläse 6 - in der betrieblichen Prozessgas¬ strömungsrichtung 27 bzw. Kühlmediumsströmungsrichtung 28 durch die Dampfturbine 29 - angesaugte Umgebungsluft 7 wird als Sauggebläseabluft 20 wieder in die Umgebung 14 entlassen.
Da zulässige Abkühlgradienten bei den Dampfturbinenbauteilen dabei nicht überschritten werden dürfen, was sonst zu Bau-
teilschäden führen könnte, wird die Menge der angesaugten Umgebungsluft 7 geregelt. Als Regelorgan dient hierzu das Re¬ gelventil 11 am Turbineneintritt 4 (auf der Frischdampfseite 13) .
FIG 2 zeigt ebenfalls einen Ausschnitt aus einem Wasser- Dampf-Kreislauf 2 bei einem Dampfkraftwerk 1 mit einer Dampfturbinenanlage 3 ohne Kondensator. Auch hier strömt über eine Zuleitung 30 - im Betrieb des
Dampfkraftwerks 1 - heißer, von einem Dampferzeuger erhitzter und einem Überhitzer weiter erhitzter Wasserdampf/Hochdruckdampf 15 bzw. Prozessgas 15 über einen Turbineneintritt 4 auf einer Frischdampfseite 13 der Dampfturbine 29 in diese ein, durchströmt die Dampfturbine 29 in Prozess- gasströmungsrichtung 27 und verrichtet dort bzw. dabei unter Entspannung und Abkühlung mechanische Arbeit.
Das entspannte Prozessgas 15 tritt auf der Abdampfseite 31 der Dampfturbine 29 über einen dortigen Turbinenaustritt 5 - in Form eines AbdampfStutzens 9 - aus der Dampfturbine 29 aus und strömt über eine Abdampfleitung 9 wieder dem Dampferzeuger zu, womit der Wasser-Dampf-Kreislauf 2 geschlossen ist. Die Kontrolle bzw. Steuerung der Zuströmung bzw. Abströmung des Prozessgases 15 in bzw. weg von der Dampfturbine 29 er¬ folgt auch hier mittels in der Zuleitung angeordneten Ventilen 12, 11, d.h. einem Schnellschlussventil 12 sowie einem Regelventil 11, sowie einer in der Abdampfleitung 9 angeord- neten Klappe 33.
Um auch hier die Stillstandszeiten zu verringern bzw. die Herunterkühlphase zu verkürzen, wird bei der Dampfturbinenan- lage 3 bzw. bei der Dampfturbine 29 ein Forced Cooling einge- setzt.
Bei diesem Forced Cooling (FIG 5, 100) wird bei der Dampftur¬ bine 29 - anstelle des Prozessgases 15 - Umgebungsluft 7 als
Kühlmedium 7 aus der Umgebung 14 in die Dampfturbine eingesaugt (FIG 5, 110) und die Umgebungsluft 7 entgegen der be¬ trieblichen Prozessgasströmungsrichtung 27 in Kühlmediums- strömungsrichtung 28 durch die Dampfturbine 29 gesogen bzw. geblasen (FIG 5, 120), um so - ebenfalls - eine Abkühlung
(FIG 5, 130) möglichst aller heißen Dampfturbinenbauteile si¬ cherzustellen .
Zur Erzeugung eines notwendigen, die Saugströmung des Kühlme- diums 7 in die Dampfturbine 29 bzw. entgegen der betriebli¬ chen Prozessgasströmungsrichtung 27 bzw. der Kühlmediumsströ- mungsrichtung 28 durch die Dampfturbine 29 initiierenden Unterdrucks (Drucksenke) ist, wie FIG 2 zeigt, ein Sauggebläse
6 - in diesem Fall - an der Dampfturbinen-Frischdampfseite 13 an einem Fönstutzen 10 zwischen dem Schnellschlussventil 12
(beim Forced Cooling geschlossen) und dem Regelventil 11 (beim Forced Cooling geöffnet) angeschlossen.
Der Eintritt des Kühlmediums 7 bzw. der Umgebungsluft 7 - aus der Umgebung 14 - in die Dampfturbine 29 erfolgt dabei über eine ein Regelventil 35 (beim Forced Cooling teilgeöffnet) aufweisende Saugleitung 34 (beim Forced Cooling geöffnet) zwischen dem Turbinenaustritt 5 und einem Schnellschlussventil 33 (beim Forced Cooling geschlossen) .
Durch die Kühlwirkung der Umgebungsluft 7 - bei Durchströmung der Dampfturbine 29 in der Kühlmediumsströmungsrichtung 28 bzw. entgegen der betrieblichen Prozessgasströmungsrichtung 27) - wird die Dampfturbine 29 bzw. deren Bauteile gekühlt und dadurch ein schnelleres Abkühlen der Dampfturbinenbautei¬ le erreicht.
Die von dem Sauggebläse 6 - entgegen der betrieblichen Prozessgasströmungsrichtung 27 bzw. in Kühlmediumsströmungsrich- tung 28 durch die Dampfturbine 29 - angesaugte Umgebungsluft
7 wird als Sauggebläseabluft 20 wieder in die Umgebung 14 entlassen .
Da zulässige Abkühlgradienten bei den Dampfturbinenbauteilen auch hier nicht überschritten werden dürfen, was sonst zu Bauteilschäden führen könnte, wird die Menge der angesaugten Umgebungsluft 7 geregelt. Als Regelorgan dient hierzu das Re- gelventil 35 in der Saugleitung 34 am Turbinenaustritt 5 (auf der Abdampfseite 31) .
Alternativ hierzu kann die Regelung - bei Verzicht auf das Regelventil 35 in der Saugleitung 34 - über das Regelventil 11 auf der Dampfturbinen-Frischdampfseite 13 erfolgen.
Weiter hierzu, d.h. zur Regelung der angesaugten Umgebungsluft 7 bei dem Forced Cooling nach FIG 2, wie auch bei dem Forced Cooling nach FIG 1, kann die Regelung der Umgebungs- luft 7 auch mittels eines separaten, in der Saugleitung 34
(bei FIG 1) bzw. in der Leitung 30 (FIG 2) am Sauggebläseeintritt 16 angeordneten Regelventils erfolgen. Hier ist dann bei der Regelung der Umgebungsluft 7 mittels des separaten Regelventils das Regelventil 11 (bei FIG 1) bzw. das Regel- ventil 35 (bei FIG 2) immer geöffnet.
FIG 3 zeigt eine Konzept-Darstellung eines thermischen Schutzes des Sauggebläses 6 der Dampfturbinenanlage 3 nach den FIG 1 oder FIG 2.
Das Sauggebläse 6 ist in der Temperatur seiner Sauggebläseab¬ luft 20 limitiert, beispielsweise auf 150 °C. Damit ist - re¬ spektive - auch die ( Sauggebläse- ) Eintrittstemperatur des durch das Sauggebläse 6 eingesaugten Mediums 36 beschränkt, beispielsweise - bei unterstellter Aufwärmung des das Saugge¬ bläse durchströmenden Mediums um 30 °C - auf 120 °C.
Um diese maximal zulässige Sauggebläseablufttemperatur bzw. Sauggebläseeintrittstemperatur nicht zu überschreiten, ist - bei dem thermischen Schutz - die Zuleitung 30 des Sauggebläses 6 - im Bereich des Sauggebläseseintritts 16 - mit einem Bypass 17, d.h. einer weiteren Kühlmediumszuführung 17, versehen .
Über diesen Bypass 17 wird - mittels des Sauggebläses 6 und (mengen- ) regelbar über ein im Bypass 17 angeordnetes Regelventil 18 - über eine Zuleitung 30 aus der Umgebung 14 weite- re Umgebungsluft 8 - als weiteres Kühlmedium 8 - angesaugt und die - über den Turbinenaustritt 4 (vgl. FIG 1) bzw. den Turbineneintritt 5 (vgl. FIG 2) - aus der Dampfturbine 29 in Kühlmediumsströmungsrichtung 28 austretende Umgebungsluft 7 - zu deren Kühlung - beigemischt 140.
Alternativ kann die Regelung der Menge des weiteren Kühlmediums 8 sowie der Mischung bzw. der Beimischung 140 von dem weiteren Kühlmedium 8 und bzw. zu der Umgebungsluft 7 auch mittels eines Dreiwegemischers an der Zusammenführung von dem weiteren Kühlmedium 8 und der Umgebungsluft 7 erfolgen.
Dieses Umgebungsluftgemisch 36 wird über den Sauggebläseeintritt 16 in das Sauggebläse 6 eingesogen - und verlässt das Sauggebläse 6 - als Sauggebläseabluft 20 - über eine Ablei- tung 30 auf dessen Abluftseite 37 in die Umgebung 14.
Mittels eines Temperatursensors 19, welcher im Bereich der Ableitung 30 der Sauggebläseabluft 20 angeordnet ist, wird die Temperatur der Sauggebläseabluft 20 gemessen.
Eine Steuereinheit 22 regelt in Abhängigkeit der gemessenen Sauggebläseablufttemperatur das Regelventil 17 sowie einen das Sauggebläse 6 antreibenden Sauggebläsemotor 21. FIG 4 zeigt in einer Koordinaten-Darstellung (Abszisse 23
[Zeit t] , Ordinate 24 [Massenströme ms]) den Verlauf der Mas¬ senströme ms 25, 26 der Umgebungsluft 7 durch die Dampfturbi¬ ne 29 sowie der beigemischten Umgebungsluft 8 durch den Bypass 17 bei dem Forced Cooling zum thermischem Schutz des Sauggebläses 6.
Bei Beginn des Forced Cooling ist nur eine kleine, minimale durch die Dampfturbine 29 geführte Menge an (kühler) Umge-
bungsluft 7 erforderlich bzw. zulässig, um die max . zulässige Abkühlrate bzw. um die zulässigen Abkühlgradienten der Turbinenbauteile zu erreichen. Diese geringe Menge an Umgebungsluft 7 wird durch die zu die¬ sem Zeitpunkt noch hocherhitzte Dampfturbine 29 - durch Wär¬ meaustausch mit den sehr heißen Turbinenbauteilen - ebenfalls stark erhitzt. Um die zu diesem Zeitpunkt dann sehr heiße, aus der Dampfturbine 29 ausströmende Umgebungsluft 7 auf die für das Saugge¬ bläse 6 zulässige Sauggebläseablufttemperatur zu kühlen, wird über den Bypass 17 und geregelt über das Regelventil 18 die weitere Umgebungsluft 8 in maximaler Menge beigemischt.
Mit - über die Zeit t - abnehmender Dampfturbinentemperatur wird kontinuierlich die Menge an Umgebungsluft 7 durch die Dampfturbine 29 erhöht (vgl. FIG 4, Kurve 26), wobei gleich¬ zeitig die beigemischte Menge an weiterer Umgebungsluft 8 kontinuierlich reduziert wird (vgl. FIG 4, Kurve 25), bis am Ende des Forced Cooling die beigemischte Menge an weiterer Umgebungsluft 8 auf ihre minimale Menge reduziert bzw. die Menge an Umgebungsluft 7 durch die Dampfturbine 29 auf ihre maximale Menge erhöht ist.
Das Gemisch 36 - aus Umgebungsluft 7 durch die Dampfturbine 29 sowie aus Umgebungsluft 8 durch den Bypass 17 - hat so zu jeder Zeit während des Forced Cooling bei Eintritt in das Sauggebläse 6 eine zulässige Sauggebläseeintrittstemperatur bzw. respektive zulässige Sauggebläseablufttemperatur.
Somit kann ein Überhitzen des Sauggebläses 6 - bei gleichzei¬ tiger „Ausschöpfung der maximalen Abkühlraten der Turbinenbauteile" - wirkungsvoll verhindert werden.
Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch das offenbarte Beispiel einge-
schränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen .