Absorberanordnung für einen Rinnenkollektor
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Absorberanordnung für einen Rinnenkollektor nach dem Oberbegriff von Anspruch 1. Rinnenkollektoren der genannten Art finden u.a. in Sonnenkraftwerken Anwendung.
Bis heute ist es wegen der noch nicht überwundenen Nachteile der Fotovoltaik nicht gelungen, Solarstrom in Anwendung dieser Technologie in annähernd kostendeckender Art zu erzeugen. Solarthermische Kraftwerke hingegen produzieren schon seit einiger Zeit Strom im industriellen Massstab zu Preisen, die - gegenüber der Fotovoltaik - nahe an den heute üblichen kommerziellen Preisen für in herkömmlicher Art erzeugten Strom liegen.
In Solarthermischen Kraftwerken wird die Strahlung der Sonne durch Kollektoren mit Hilfe des Konzentrators gespiegelt und gezielt auf einen Ort fokussiert, in welchem dadurch hohe Temperaturen entstehen. Die konzentrierte Wärme kann abgeführt und zum Betrieb von thermischen Kraftmaschinen wie Turbinen verwendet werden, die wiederum die Strom erzeugenden Generatoren antreiben. Heute sind drei Grundformen von solarthermischen Kraftwerken im Einsatz: Dish-Sterling- Systeme, Solarturmkraftwerkssysteme und Parabolrinnensysteme.
Die Dish-Sterling-Systeme als kleine Einheiten im Bereich von bis zu 50 kW pro Modul haben sich nicht generell durchgesetzt.
Solarturmkraftwerksysteme besitzen einen zentralen, erhöht (auf dem "Turm") montierten Absorber für das durch hunderte bis tausende von einzelnen Spiegeln mit zu ihm gespiegelte Sonnenlicht, womit die Strahlungsenergie der Sonne über die vielen Spiegel bzw. Konzentratoren punktförmig im Absorber konzentriert und auf Grund der so erreichbaren hohen Konzentration Temperaturen bis zu 1300° C erreicht werden können, was für den Wirkungsgrad der nachgeschalteten thermischen Maschinen (in der Regel ein Dampf- oder Fluidturbinenkraftwerk zur Stromerzeugung) günstig ist. Solarturmkraftwerke haben (trotz der vorteilhaft erreichbaren ho-
hen Temperaturen) wegen der ihnen eigenen, teilweise schwierigen Technik bis heute ebenfalls keine grössere Verbreitung gefunden.
Parabolrinnenkraftwerke sind jedoch verbreitet und besitzen Rinnenkollektoren in hoher An- zahl, die lange Konzentratoren mit geringer Querabmessung aufweisen, und damit nicht einen Brennpunkt, sondern eine Brennlinie besitzen, was diese in ihrer Konstruktion grundlegend von den Dish-Sterling- und Solarturmkraftwerken unterschiedet. Diese Linienkonzentratoren besitzen heute eine Länge von 20 m bis zu 150 m, während die Breite 5 m oder 10 m und mehr erreichen kann. In der Brennlinie ist eine Absorberleitung für die konzentrierte Wärme (bis gegen 500°C) angeordnet, wobei die Absorberleitung von einem Medium durchflössen wird, das die Wärme aufnimmt und über ein Leitungsnetz zum Maschinenhaus des Kraftwerks transportiert. Als Wärme transportierendes Medium kommt ein Fluid wie z.Bsp. Thermoöl oder überhitzter Wasserdampf in Frage. Die 9 SEGS-Parabolrinnen-Kraftwerke in Südkalifornien produzieren zusammen eine Leistung von ca. 350 MW. Das 2007 ans Netz gegangene Kraftwerk "Nevada Solar One" besitzt Rinnenkollektoren mit 182'400 gekrümmten Spiegeln, die auf einer Fläche von 140 Hektar angeordnet sind und produziert 65 MW. Die Anlagen Andasol 1 bis 3 sollen eine Höchstleistung von 50 MW aufweisen (Andasol 3 hat Ende 2011 den Betrieb aufgenommen). Für die Gesamtanlage (An- dasol 1 bis 3) wird ein Spitzenwirkungsgrad von ca. 20% sowie ein Wirkungsgrad im Jahresmittel von rund 15% erwartet.
Natürlich ist es so, dass angestrebt wird, die Temperatur im Wärme transportierenden Medium so weit wie möglich zu erhöhen, da mit dessen höherer Temperatur der Wirkungsgrad der Um- Wandlung der im Kraftwerk gewonnenen Wärme in beispielsweise Strom höher ist. Möglichst hohe Temperaturen werden auch angestrebt, wenn das Solarkraftwerk Prozesswärme für die industrielle Produktion liefern soll.
Für den Wirkungsgrad des Kraftwerks ist aber auch die Emission oder Abstrahlung von Wärme über das Leitungsnetz (Wärmeverluste) zu berücksichtigen, in der das die Wärme transportierende Medium zirkuliert. Diese kann 100 W/m erreichen, bei einer Leitungslänge in einer Grossanlage bis 100 km, so dass die Wärmeverluste über das Leitungsnetz für den Gesamtwirkungsgrad des Kraftwerks von erheblicher Bedeutung sind, damit auch der auf die Absorberrohre ent-
fallende Anteil an Wärmeverlusten. Aus den obigen Angaben ergibt sich, dass die gesamte Länge der Rinnenkollektoren und entsprechend auch diejenige der Absorberrohre in solchen Solaranlagen Dutzende von Kilometern erreicht, somit deren Wärmeverluste für den Wirkungsgrad der gesamten Anlage nicht vernachlässigt werden können.
Entsprechend werden die Absorberleitungen zunehmend aufwendig gebaut, um solche Energieverluste zu vermeiden. So sind weit verbreitete konventionelle Absorberleitungen als ein von Glas umhülltes Metallrohr ausgebildet, wobei zwischen Glas und Metallrohr ein Vakuum herrscht. Das Metallrohr führt in seinem Inneren das Wärme transportierende Medium und ist an seiner Aussenfläche mit einer Beschichtung versehen, die eingestrahltes Licht im sichtbaren Bereich verbessert absorbiert, aber eine tiefe Abstrahlungsrate für Wellenlängen im Infrarotbereich besitzt. Das umhüllende Glasrohr schützt das Metallrohr von der Kühlung durch Wind und wirkt als zusätzliche Barriere für Wärmeabstrahlung. Nachteilig ist dabei, dass die umhüllende Glaswand einfallende konzentrierte Sonnenstrahlung teilweise ebenfalls reflektiert oder auch absorbiert, was dazu führt, dass auf das Glas eine die Reflexion reduzierende Schicht aufgebracht wird.
Um den aufwendigen Reinigungsaufwand für solche Absorberleitungen zu senken, aber auch um das Glas vor mechanischen Beschädigungen zu schützen, kann die Absorberleitung zusätz- lieh mit einem sie umgebenden mechanischen Schutzrohr versehen werden, das zwar mit einer Öffnung für die einfallende Sonnenstrahlung versehen werden muss, die Absorberleitung aber sonst recht zuverlässig schützt.
Solche Konstruktionen sind aufwendig und entsprechend teuer, sowohl in der Herstellung, als auch im Unterhalt.
In WO 2010 / 078 668 (die hier durch Referenz in die vorliegende Anmeldung einbezogen ist) ist ein aussenisoliertes Absorberrohr mit verbessertem Wirkungsgrad offenbart, dessen durch den Einsatz in einem Rinnenkollektor gegebene, als Schlitzöffnung ausgebildete langgestreckte thermische Öffnung im Hinblick auf die Wärmeverluste optimiert ist, indem die thermische Öffnung über die Länge des Absorberrohrs verkleinert wird, entsprechend der über die Länge zunehmenden Temperatur des das Absorberrohr vom längs durchfliessenden Wärme transportierenden Mediums. Da die Wärmeabstrahlung mit der vierten Potenz der Temperatur steigt, wird
so ein überwiegender Teil der gesamten Energieverluste des Absorberrohrs vermieden, obschon die aufwendigen Massnahmen für die Verkleinerung der thermischen Öffnung nur in einem vergleichsweise kleinen Teilbereich des Absorberrohrs vorgenommen werden. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine für hohe Betriebstemperaturen des Wärme absorbierenden Mediums geeignete Absorberanordnung bereit zu stellen, die geringe Wärmeverluste aufweist und kostengünstig in Serie hergestellt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch eine Absorberanordnung gemäss den kennzeichnenden Merkmalen von Anspruch 1 gelöst.
Dadurch, dass eine Wärmetauscheranordnung vorgesehen ist, die für den Durchfluss des Wärme transportierenden Fluids im Querstrom ausgebildet ist, kann über die Trennung des mindestens einen Absorberraums vom fluiddurchflossenen Wärmetauscher der Absorberraum derart ausgebildet werden, dass auch bei hohen Termperaturen von über 500°C, beispielsweise bis 650°C oder noch höher, die Wärmeabstrahlung durch dessen thermische Öffnung vermindert ausfällt, dadurch der Wirkungsgrad der Wärmetauscheranordnung im Ganzen verbessert ist.
Die Erfindung wird nachstehend durch die Figuren näher erläutert. Es zeigt:
Figur 1 einen Rinnenkollektor mit einem Absorberrohr konventioneller Art, Figur 2 eine Ansicht auf einen Abschnitt einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäs- sen Absorberanordnung,
Figur 3 eine Ansicht auf einen Abschnitt einer zweiten Ausführungsform der erfindungsge- mässen Absorberanordnung,
Figur 4 eine Ansicht auf einen Abschnitt einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemäs- sen Absorberanordnung,
Figur 5 eine Ansicht auf einen durch einen Teil der Wärmetauscheranordnung gebildeten Absorberraum,
Figur 6 einen Querschnitt durch einen Rinnenkollektor mit einer erfindungsgemässen Absor- beranordnung, die mindestens zwei parallel neben einander angeordnete längs verlaufende Absorberräume aufweist, und
Figur 7 einen Querschnitt durch die Absorberanordnung von Figur 6. Figur 1 zeigt einen Rinnenkollektor 1 konventioneller Art, mit einem Konzentrator 2, der im Querschnitt parabolisch gekrümmt ist und einfallende Sonnenstrahlen 3 reflektiert, wobei die reflektierten Strahlen 4 in einen Brennlinienbereich konzentriert werden, in welchem ein Absorberrohr 5 angeordnet ist. Über eine Zuleitung 6 wird das Absorberrohr 5 mit einem Wärme transportierenden Medium beschickt, welches durch dieses hindurch fliesst, dabei von einer Eingangstempertur TE auf eine Ausgangstemperatur TA erwärmt und schliesslich durch eine Ableitung 7 abgeführt wird.
Schematisch dargestellte Gelenke 8 erlauben die Verschwenkung des Konzentrators 2 um die Verschwenkachse 10, so dass der Konzentrator 2 laufend dem aktuellen Sonnenstand nach ausgerichtet werden kann. Auflager 11 für den Konzentrator 2 und die Leitungen 6,7 sind ebenfalls schematisch dargestellt.
Im Diagramm D ist durch die Kurve 15 der Verlauf der Temperatur T des Wärme transportierenden Mediums über die Länge L des Absorberrohrs 5 qualitativ dargestellt. Die Temperaturkurve 15 ist im Wesentlichen linear, entsprechend der gleichmässig über die Länge L durch die reflektierten Strahlen 4 dem Absorberrohr 5 (und damit dem dieses längs durchfliessenden Fluid) zugeführten Wärme.
Das Absorberrohr 5 besitzt eine zur Entlastung der Figur nicht dargestellte thermische Öffnung, durch welche die Strahlen in das Innere des Absorberrohrs 5 gelangen und das Wärme transportierende Fluid erwärmen. Dem Fachmann ist solch eine Anordnung bekannt, beispielsweise aus der oben genannten WO 2010 / 078 668. Das durch die reflektierten Strahlen 4 erhitzte Innere des Absorberrohrs 5 (einschliesslich des erhitzten Wärme transportierende Fluids) strahlt im Inf-
rarotbereich Wärme ab, wobei diese Wärme-Rückstrahlung oder Remission durch die thermische Öffnung aus dem Absorberrohr entweicht. Diese Rückstrahlung oder Remission steigt mit der vierten Potenz der im Innern des Absorberrohrs 5 herrschenden Temperatur. Die Kurve 16 zeigt qualitativ den Verlauf der Strahlungsintensität durch die thermische Öffnung des Absor- berrohrs 5. Es ist mit anderen Worten so, dass das Absorberrohr laufend Energie verliert, mit der vierten Potenz seiner Innentemperatur, so dass eine grundsätzlich wünschenswerte weitere Erhöhung der Ausgangstemperatur TA von 500°C auf beispielsweise 650°C oder mehr unter anderem darum problematisch wird, weil die Rückstrahlung oder Remission nach einer gewissen Länge des Absorberrohrs 5 gleich hoch ist wie die Einstrahlung durch die reflektierten Strahlen 4, so dass eine weitere Erhöhung der Temperatur im Fluid nicht mehr stattfindet.
Figur 2 zeigt schematisch eine Absorberanordnung 20 gemäss der vorliegenden Erfindung, wie sie an Stelle des Absorberrohrs 5 in einem Rinnenkollektor 1 (Figur 1) verwendet werden kann. Von der Absorberanordnung 20 ist in der Figur nur ein Längenabschnitt 21 dargestellt, begin- nend mit einem Querschnitt durch die Absorberanordnung 20 an einer beliebigen Stelle über deren Länge und einer Ansicht des nach dem Querschnitt folgenden Längenabschnitts 21 bis hin zu einer Schnittlinie 22, wobei sich die Absorberanordnung 20 nach der Schnittlinie 22 bis an das Ende des jeweiligen Rinnenkollektors fortsetzt. An dieser Stelle sei angefügt, dass sich erfin- dungsgemäss Absorberanordnungen in einer Länge grösser als 100 m, bevorzugt grösser als 150 m und bevorzugt bis 200 m oder mehr realisieren lassen, was entsprechend lange Rinnenkollektoren erlaubt und für den industriellen Einsatz von Rinnenkollektoren in einem Solarkraftwerk günstig ist.
Ersichtlich sind Mittel zum Transport des Wärme transportierenden Fluids, mit einer hier als Rohrleitungen 23,24 ausgebildeten Zuleitungsanordnung und einer hier als Rohrleitungen 25 ausgebildeten Ableitungsanordnung, die sich der Länge L der Absorberanordnung 20 entlang erstrecken und miteinander durch hier als Rohrleitungen 26 ausgebildeten Leitungen betriebsfähig verbunden sind. Die Rohrleitungen 26 liegen hier neben einander in zwei Reihen 27 und 28 und bilden eine Wärmetauscheranordnung 29. Die Reihe 28 ist durch die Konturen der neben einander liegenden Rohrleitungen 26 angedeutet, die Reihe 27 ist in der dargestellten Ansicht verdeckt.
Zwischen den Reihen 27, 28 von Rohrleitungen 26 der Wärmetauscheranordnung 29 liegt ein Absorberraum 30 für konzentrierte, d.h. reflektierte Strahlung 4, durch dessen thermische Öffnung 35 die Strahlen 4 einfallen. Wände 36 des Absorberraums 30 absorbieren die Wärme der über die Strahlen 4 eingefallenen Wärme und geben diese an die Rohrleitungen 26 der Wärme- tauscheranordnung 29 ab, mit welchen sie thermisch verbunden sind, beispielsweise durch direkten Kontakt mit den Wänden 36, wie dies in der Figur dargestellt ist.
Im Betrieb wird Wärme transportierendes Fluid durch die Eingangsabschnitte 38 von den Rohrleitungen 23,24 der Zuleitungsanordnung den Rohrleitungen 26 der Wärmetauscheranordnung 29 über die Länge L mit der Eingangstemperatur TE zugeführt, wobei das Fluid in den Rohrleitungen 26 auf die Ausgangstermperatur TA erwärmt wird und mit dieser Temperatur aus den Ausgangsabschnitten 39 an die Rohrleitung 25 der Ableitungsanordnung abgegeben wird, ebenfalls über die Länge L der Absorberanordnung. Mit anderen Worten ist es so, dass
■ die Zuleitungsanordnung und die Ableitungsanordnung in einer Ausführungsform der Erfindung ein Zuleitungsrohr 23,24 und ein Ableitungsrohr 25 aufweisen, wobei die Rohre 23,24,25 parallel zu einander verlaufen und der mindestens eine Absorberraum 30 zwischen Rohren 23,24,25 angeordnet ist und sich über die Länge der Rohre 23,24,25 erstreckt.
■ In einer Ausführungsform der Erfindung die Zuleitungsanordnung eine sich über die Länge der Absorberanordnung erstreckende Speiseleitung 23,24 für dem Wärmetauscher über seine Länge zuzuführendes, zu erhitzendes Fluid aufweist, wobei die Speiseleitung 23,24 vorzugsweise über ihre Länge bis auf die Öffnungen für die Zufuhr des erhitzten Fluids thermisch isoliert ist. Dies kann vorteilhaft sein, wenn die Eingangstermperatur TE über der Um- gebungstemperatur liegt.
■ In einer Ausführungsform der Erfindung die Ableitungsanordnung eine sich der Länge der Absorberanordnung entlang erstreckende Sammelleitung 25 für ihr über ihre Länge von der Wärmetauscheranordnung 29 her zugeführtes erhitztes Fluid aufweist, wobei die Sammelleitung 25 über ihre Länge bis auf die Öffnungen für die Zufuhr des erhitzten Fluids thermisch isoliert ist.
Es ergibt sich, dass das Wärme transportierende Fluid nach wie vor die Absorberanordnung längs durchströmt, jedoch in zwei getrennten Strömen, einmal mit der Eingangstemperatur TE
und einmal mit der Ausgangstermperatur TA , wie dies durch die Strömungspfeile in der Figur symbolisiert ist. Ferner ergibt sich, dass das Wärme transportierende Fluid während der Aufnahme von Wärme quer zur Länge der Absorberanordnung bewegt wird. In der Wärmetauscheranordnung fliesst das Fluid jedoch im Querstrom zur Länge L, mit der Folge, dass über die ganze Länge L der Absorberanordnung 20 in der Leitung 25 der Ableitungsanordnung Fluid mit der Ausgangstermperatur TA vorhanden ist. Durch dieses Querstromprinzip ergeben sich folgende Vorteile: Der Absorberraum 30 kann einmal vom Fachmann in seiner Form derart ausgelegt werden, dass bei einem gegebenen Konzentrator 2 (Figur 1) vor allem der Eingangsbereich des Absorberraums 30 von den Strahlen 4 beleuchtet wird. Im Eingangsbereich, nahe der thermischen Öffnung 35 besitzt das Fluid noch eine tiefe Temperatur nahe der Eingangstemperatur TE , mit der Folge, dass der Eingangsbereich stark gekühlt, somit dessen Wärmerückstrahlung/Reemission entsprechend gering ist. Die thermische Öffnung 35„sieht" im Hinblick auf die Rückstrahlung überwiegend den Eingangsbereich, weit weniger aber die dem Eingangsbereich gegenüberliegende (weit weg liegende, hinterste) Wand des Absorberraums 30, welche ihrerseits auf die Ausgangstermperatur TA erwärmt wird. Die in den Figuren dargestellten Absorberräume sind in dieser Hinsicht günstig ausgebildet. Hier sei angemerkt, dass es natürlich auch hier bei allen er- findungsgemässen Ausführungsformen vorteilhaft sein kann, die thermische Öffnung durch beispielsweise Glas zu verschliessen, um die Wärmerückstrahlung / Reemission zu reduzieren.
Zum anderen ist es so, dass der Fachmann durch die Gestaltung des Absorberraums (hier vor allem dessen Höhe, oder in Richtung der Strahlen 4 gesehen, dessen Tiefe) erreichen kann, dass die Wärme tauschende Fläche gross wird. Beispielsweise ist es so, dass die gesamte Innenfläche der Rohrleitungen 26 der Wärmetauscheranordnung als Wärme tauschende Fläche dient. Zwar wird durch die Strahlung 4 nur eine Seite der Rohrleitungen 26 bestrahlt, durch die Wärmeleitung im Material der Rohrleitungen 26 (beispielsweise ein gut Wärme leitendes Material wie Kupfer oder eine geeignete, bei hohen Temperaturen gut wärmeleitende Legierung) erwärmen sich die Rohrleitungen 26 jedoch nahezu gleichmässig rundum, so dass die Wärme tauschende Fläche entsprechend gross ist. Eine grosse Wärme tauschende Fläche dient dem effizienten Wärmeübergang zum Wärme transportierenden Fluid, so dass eine lokale Überhitzung der Wärme tauschenden Fläche weitgehend vermieden werden kann.
Hier sei angemerkt, dass nach der Erkenntnis der Anmelderin in konventionellen Absorberrohren im Endbereich (Bereich hoher Temperatur des Fluids) die von der Strahlung erwärmten Wände oft stark überhitzen, mit der Folge, dass die Rückstrahlung/ eemission massiv erhöht ist. Der Grund dafür liegt im Längsstrom des zu erwärmenden Fluids, das im Hochtemperaturbereich des konventionellen Absorberrohrs die Wärme tauschenden Wände bereits selbst stark erhitzt ist, deshalb während der kurzen Zeit, in der es den Endbereich durchströmt, dessen Wände nicht mehr genügend kühlen kann. (Eine Erhöhung des Massenstroms ist nicht möglich, da dieser bei gegebenem Wärmeeintrag durch die reflektierte Strahlung 4 seine Solltemperatur TA erreichen muss; würde der Massenstrom erhöht, könnte diese Temperatur nicht mehr erreicht werden).
Im Ergebnis ist es so, dass bei der erfindungsgemässen Absorberanordnung zwar über deren Länge L eine der Ausgangstermperatur TA entsprechende Wärmerückstrahlung/Reemission durch die thermische Öffnung 35 herrscht. Da jedoch durch das Querstromprinzip kaum oder nur wenig Überhitzung auftritt, sind die Energieverluste in der erfindungsgemässen Absorberanordnung über alles gesehen geringer als im konventionellen Absorberrohr. Entsprechend kann die Absorberanordnung in fast beliebiger Länge L ausgeführt werden, ohne dass dies im Hinblick auf die Wärmeabstrahlung negative Konsequenzen hätte. Zudem wird im Vergleich mit einem konventionellen Absorberrohr auch die der Ausgangstermperatur TA entsprechende Wärmerückstrahlung gesenkt, da durch die Geometrie des Absorberraums relevante Teile der Wärme rückstrahlenden bzw. die Wärme reemittierenden Wände kühl gehalten sind.
Es folgt, dass erfindungsgemäss die relevanten, weil nahe der thermischen Öffnung gelegenen Wandbereiche des Absorberraums kühler bleiben und eine Überhitzung der Wärme tauschenden Flächen wesentlich reduziert ist gegenüber einem konventionellen Absorberrohr.
An dieser Stelle sei noch angefügt, dass mit dem Begriff "thermische Öffnung" je nach Bauform des Absorberrohrs eine physische Öffnung zum Absorberraum gemäss Figur 2 bezeichnet wer- den kann. Der Begriff "thermische Öffnung" umfasst aber auch bei anderen Bauformen des Absorberraums einen physisch geschlossenen Bereich, der für den Wärmedurchgang der konzentrierten Sonnenstrahlung konstruiert ist, wobei beispielsweise durch geeignete Beschichtun- gen am Ort der Wärmeeinstrahlung eine Rückstrahlung der Wärme vermindert werden kann.
Dem Fachmann sind solche Konstruktionen bekannt. Dennoch ist es notwendigerweise so, dass am Ort der thermischen Öffnung letztlich keine gute Isolation erzielbar ist, also die entsprechenden relevanten Wärmeverluste durch Wärmerückstrahlung / Reeimssion hingenommen werden müssen.
Weiter sei angefügt, dass die erfindungsgemässe Absorberanordnung in einem Rinnenkollektor erst in einem kurzen Abstand von dessen Rand eingesetzt werden kann, beispielsweise nach dem das Fluid eine Temperatur von 100° C oder etwas mehr erreicht hat. Eine über die ganze Länge des Rinnenkollektors sich erstreckende Absorberanordnung gemäss der vorliegenden Er- findung wird jedoch bevorzugt.
Hier sei erwähnt, dass die Rohrleitungen 26 der erfindungsgemässen Wärmetauscheranordnung 29 die Wände des Absorberraums 30 wenigstens teilweise ersetzen können, mit dem Vorteil, dass dadurch die Rohrleitungen 26 direkt bestrahlt sind, also der Wärmeübergang zum Wärme transportierenden Fluid nur minimal behindert ist. Erfindungsgemäss ist es ebenfalls, wenigstens Abschnitte der Wand des mindestens einen Absorberraums durch den Wärmetauscher bzw. dessen Rohrleitungen gebildet werden. Weiter ist es auch erfindungsgemäss, dass der Wärmetauscher neben einander liegende Leitungsabschnitte für das Fluid aufweist, die mindestens einen Wandabschnitt für den mindestens einen Absorberraum bilden.
Bei der in der Figur 3 dargestellten Ausführungsform kann beispielsweise der Absorberraum durch Leitungen 42 der Wärmetauscheranordnung gebildet werden, da diese in an einander liegenden Windungen verlaufen und so das Innere des Absorberraums vorzugsweise vollständig umhüllen.
Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der Absorberanordnung 40 gemäss der vorliegenden Erfindung, welche grundsätzlich derjenigen von Figur 2 entspricht, mit Ausnahme der Ausbildung der Wärmetauscheranordnung 41, deren als Rohrleitungen 42 ausgebildete Leitungen hier in kleine Schlingen gelegt, also jeweils länger ausgebildet sind. Trotz diesen in Längsrich- tung laufenden Schlingen durchfliesst das Wärme tauschende Fluid die Wärmetauscheranordnung 41 im Querstrom gegenüber der Längsrichtung L. Das Rohr 24 (Figur 2) ist in der Figur 3 weggelassen, um die Sicht auf die Rohrleitungen 42 zu ermöglichen.
Längere Rohrleitungen 42 besitzen den Vorteil, dass die Wärme tauschende Oberfläche für den durchfliessenden Teilstrom des Fluids vergrössert, aber den Nachteil, dass der Druckabfall in der Rohrleitung 42 grösser ist. Der Fachmann kann im konkreten Fall die strömungs- und thermody- namische Auslegung der Rohrleitungen 42 geeignet bestimmen. Grundsätzlich ist jede geeigne- te Führung des Wärme transportierenden Fluids durch die Wärmetauscheranordnung erfin- dungsgemäss, solange dieses in seiner Hauptrichtung quer zur Länge L durch die Wärmetauscheranordnung hindurch gelangt, derart, dass sich das Fluid im Betrieb im Querstrom von einer Eingangstemperatur auf die Betriebstemperatur erwärmt und unter dieser die Ableitungsanordnung erreicht. Ebenfalls ist generell jede geeignete Ausbildung von Leitungen in der erfin- dungsgemässen Wärmetauscheranordnung erfindungsgemäss, die dem erfindungsgemässen Durchfluss des Fluids dient.
Die kleinen Strömungspfeile 44 zeigen die Strömungsrichtung des Wärme transportierenden Fluids an.
Figur 4 zeigt noch eine weitere Ausführungsform einer Absorberanordnung 50 gemäss der vorliegenden Erfindung, welche grundsätzlich derjenigen von Figur 2 entspricht, wiederum mit Ausnahme der Wärmetauscheranordnung 51, deren hier als Rohrleitungen 52 ausgebildete Leitungen in Wendeln 53 gelegt sind, also jeweils noch länger ausgebildet sind. Die Wendeln 53 sind in der Figur nur schematisch angedeutet und in Figur 5 im Detail dargestellt.
Die aus den Rohrleitungen 52 gebildeten Wendeln 53 sind gegen unten offen und bilden dadurch Absorberräume 54, da durch sie ein Raumabschnitt umschlossen ist. Dadurch vergrössert sich die Wärme tauschende Oberfläche für diesen Raumabschnitt und damit auch über die Länge der Absorberanordnung 50 erheblich, mit den Vorteilen, wie sie oben zu Figur 1 erwähnt sind. Die unten offenen Bereiche der Wendeln 53 bilden thermische Öffnungen 59.
Die Absorberräume 54 liegen durch die gezeigte Anordnung der Wendeln 53 in einer Reihe 55. Auch in Figur 4 ist die Rohrleitung 24 zur Entlastung der Figur weggelassen, so dass die Sicht auf die Wendeln 53 frei wird.
Es ergibt sich, dass die Absorberanordnung 50 bei der in der Figur dargestellten Ausführungsform derart ausgebildet ist, dass die Zuleitungsanordnung und die Ableitungsanordnung ein Zu- leitungsrohr 23,24 und ein Ableitungsrohr 25 aufweisen, wobei die Rohre 23,24,25 parallel zu einander verlaufen und die hier zahlreichen, je durch eine Wendel 53 gebildeten Absorberräu- me zwischen diesen Rohren 23 bis 25 angeordnet sind und sich über die Länge der Absorberanordnung 50 erstrecken.
Figur 5 zeigt eine Ansicht einer der in Figur 4 nur schematisch angedeuteten Wendeln 53, gebildet aus den Windungen einer hier als Rohrleitung 52 ausgebildeten Leitung der erfindungsge- mässen Wärmetauscheranordnung 51. Die Wendel 53 besitzt hier eine Symmetrieachse 55 und umschliesst einen Absorberraum 54 für die einfallende Strahlung 4, wobei das unten offene Ende der Wendel 53 eine thermische Öffnung 59 bildet. Durch den Stutzen 57 der Rohrleitung 52 fliesst Wärme transportierendes Medium mit der Eingangstermperatur TE in die Wendel 53 ein, durchmesst diese und wird durch den Endabschnitt 58 der Rohrleitung 52 mit der Ausgangs- tempreratur TA in eine hier als Rohrleitung 25 ausgebildete Sammelleitung abgegeben.
Zusammen mit Figur 4 ergibt sich eine Absorberanordnung, bei der die Zuleitungsanordnung und die Ableitungsanordnung ein Zuleitungsrohr 23,24 und ein Ableitungsrohr 25 aufweisen, wobei die Rohre 23,24,25 parallel zu einander verlaufen und eine Anzahl von Absorberräumen 54 vorgesehen ist, die in mindestens einer zwischen diesen Rohren 23,24,25 verlaufenden Reihe 55 angeordnet sind, wobei sich die mindestens eine Reihe 55 über die Länge der Rohre erstreckt. Es sind also vorteilhaft generell mehrere Absorberräume (an sich beliebiger Ausführung) vorgesehen, die zwischen der Zuleitungs - und der Ableitungsanordnung parallel geschaltet sind. Figur 6 zeigt einen Querschnitt durch einen Rinnenkollektor 60 mit einer erfindungsgemässen Absorberanordnung 61, wobei zwei Konzentratoren 62 und 63 vorgesehen sind, die beispielsweise gemäss der WO 2010 / 037 243 (die hier durch Referenz in die vorliegende Anmeldung einbezogen ist) ausgestaltet sind. Das Gestell des Rinnenkollektors 60 ist beispielsweise gemäss der WO 2009 / 135 330 ausgebildet.
Den zwei Konzentratoren 62,63 entsprechend besitzt die Absorberanordnung 61 mindestens zwei Absorberräume 64 und 65, die sich über die Länge L der Absorberanordnung 61 erstrecken. Erfindungsgemäss ist es aber auch, zwei Reihen von hinter einander angeordneten Absor-
berräumen vorzusehen, analog zu den Ausführungsformen gemäss den Figuren 3 bis 5, in denen in Reihen angeordnete Absorberräume dargestellt sind. An dieser Stelle sei angefügt, dass es ebenfalls erfindungsgemäss ist, bei Rinnenkollektoren mit noch mehr neben einander liegenden Konzentratoren mehr als zwei Reihen von Absorberräumen in einer Absorberanordnung vorzu- sehen.
Figur 7 zeigt einen Querschnitt durch die Absorberanordnung 61 von Figur 6. Dargestellt ist eine als Rohrleitung 72 ausgebildete Leitung einer Zuleitungsanordnung für Wärme transportierendes Fluid, eine hier zweireihige Wärmetauscheranordnung 74 sowie eine als Sammelleitung ausgebildete Rohrleitung 25 einer Ableitungsanordnung für das Wärme transportierende Fluid, die mit einer Isolation 70 versehen ist. Die Wärmetauscheranordnung 74 besitzt in der dargestellten Ausführungsform zwei Reihen 75 von hinter einander angeordneten Wendeln 53, wie sie in Figur 5 dargestellt sind. Das Fluid gelangt durch die Leitung 72 mit der Eingangstemperatur TE zu den Stutzen 57, dadurch in jede Wendel 53 hinein, fliesst durch diese hindurch und ver- lässt diese über die Endabschnitte 58 der Rohrleitung 52 mit der Ausgangstemperatur TA und gelangt so in die Rohrleitung 25 der Ableitungsanordnung. Dem Fachmann als Trumpets bekannte Sekundärkonzentratoren 73 laufen in geeigneter Art über die Länge L der Absorberanordnung 61 den thermischen Öffnungen 59 entlang und konzentrieren so die von den Konzentratoren 62,63 bereits in Querrichtung des Rinnenkollektors konzentrierte Strahlung ein zweites Mal in Querrichtung, was erlaubt, die Breite der thermischen Öffnungen zu reduzieren.
An dieser Stelle sei angemerkt, dass es erfindungsgemäss ist,
Rahmen und Strukturelemente 71 stützen die in der Figur gezeigte Anordnung und können durch den Fachmann im konkreten Fall geeignet ausgebildet werden.
Bei einer in den Figuren nicht dargestellten Ausführungsform ist über die Länge der Absorberanordnung eine Anzahl von hinter einander in einer Reihe liegender Absorberräumen vorgesehen, die voneinander getrennt im Abstand zu einander angeordnet sind. Solch eine Ausfüh- rungsform ist vorteilhaft, wenn die vom mindestens einen Konzentrator (Figur 1) oder von mehreren Konzentratoren 62,63 (Figur 6) reflektierte Strahlung vor der Absorberanordnung durch eine weitere Anordnung von Längskonzentratoren längs konzentriert wird, so dass an Stelle eines Brennlinienbereichs eine Anzahl Brennpunktbereiche (wobei eine oder mehrere sich längs
erstreckende Reihen von Brennpunktbereichen möglich sind) mit erhöhter Konzentration vorliegen.
Erfindungsgemäss sind auch gegenüber der in Figur 5 gezeigten Wendel 53 modifizierte Wen- dein. Diese können beispielsweise statt einem runden einen elliptischen oder eckigen Absorberraum bilden, oder an der der thermischen Öffnung gegenüberliegenden Wand mit einem einfachen Deckel an Stelle der in Figur 5 gezeigten Windungen des Rohrs 52 abgeschlossen sein. (Ebenso können die Absorberräume beispielsweise durch je einen Kasten an Stelle der durch Leitungen gebildeten Räume bestehen).
Ebenfalls erfindungsgemäss sind Wendeln, deren Symmetrieachse gegenüber der thermischen Öffnung schräg liegt (und nicht senkrecht gemäss der Darstellung in Figur 5), mit dem Vorteil, dass solche Wendeln für einen Skew-Angle Bereich vorteilhaft sind. Der Skew-Angle ist als solcher dem Fachmann bekannt und bezeichnet den Winkel, unter dem die Sonne auf den auf sie ausgerichteten Konzentrator einfällt.
Zusammenfassend ist es so, dass erfindungsgemäss die Wärmetauscheranordnung und damit der mindestens eine Absorberraum vom Fachmann je nach den im konkreten Fall vorliegenden thermodynamischen Anforderungen angepasst und konstruktiv ausgestaltet werden kann, da- bei aber das Wärme tauschende Fluid im Querstrom auf Betriebstemperatur d.h. auf die Ausgangstemperatur TA erwärmt wird, so dass der Ableitungsanordnung auf deren Länge L Fluid mit der Ausgangstemperatur TA zugespiesen wird. Der Fachmann kann je nach den Anforderungen im konkreten Fall die in den oben beschriebenen verschiedenen Ausführungsformen erläuterten Merkmale kombinieren, da diese nicht an die jeweils gezeigten Ausführungsformen gebunden sind. Ebenso kann die Wärmetauscheranordnung nicht nur durch Rohrleitungen gebildet werden, sondern auch durch eine andere geeignete Konstruktion.
Schliesslich ist es auf Grund der Druckversorgung vorteilhaft, gemäss einer weiteren Ausführungsform der Erfindung die Zuleitungsanordnung zu segmentieren, wobei jedes Segment eine Verbindung für eine Fluidquelle aufweist. Dadurch werden Energieverluste aufgrund des Druckabfalls in einer langen Leitung vermindert.