Beschreibung
Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung elektrischer Energie
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von elektrischer Energie gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie eine entsprechende Vorrichtung.
Unter einer "tiefkalten Flüssigkeit" wird eine Flüssigkeit verstanden, deren Siedepunkt unterhalb der Umgebungstemperatur liegt und beispielsweise bei 220 K oder niedriger, insbesondere niedriger als 200 K liegt.
Die tiefkalte Flüssigkeit kann in ihrer Funktion als "Hochdruckstrom" beim
"Verdampfen" unter unterkritischem Druck stehen. Falls die tiefkalte Flüssigkeit aber auf einen überatmosphärischen Druck gebracht wird, der oberhalb des kritischen Drucks liegt, findet kein echter Phasenübergang ("Verdampfen"), sondern eine so genannte "Pseudo-Verdampfung" statt.
Das "Wärmetauscher-System" dient zur Abkühlung von Einsatzluft der
Luftbehandlungsanlage in indirektem Wärmeaustausch mit einem oder mehreren kalten Strömen. Es kann aus einem einzelnen oder mehreren parallel und/oder seriell verbundenen Wärmetauscherabschnitten gebildet sein, zum Beispiel aus einem oder mehreren Plattenwärmetauscher-Blöcken.
Es sind Verfahren und Vorrichtungen bekannt, die Flüssigluft oder Flüssigstickstoff zur Netzregelung und Bereitstellung von Regelleistung in Stromnetzen verwenden. Zu Billigstromzeiten wird dabei die Umgebungsluft in einer Luftzerlegungsanlage mit integriertem Verflüssiger oder in einer separaten Verflüssigungsanlage verflüssigt und in einem als Tieftemperaturspeicher ausgebildeten Flüssigtank gespeichert. Zu Spitzenlastzeiten wird die verflüssigte Luft aus dem Speicher entnommen, in einer Pumpe auf den höheren Druck gebracht, danach bis auf etwa Umgebungstemperatur oder höher angewärmt. Diese warme Hochdruckluft wird danach in einer
Entspannungseinheit bestehend aus einer Turbine oder mehreren Turbinen mit Zwischenerwärmung bis auf Umgebungsdruck entspannt. Die in der Turbineneinheit erzeugte mechanische Energie wird in einem Generator in elektrische Energie
BESTÄTIGUNGSKOPIE
umgewandelt und als besonders wertvolle Energie ins elektrische Netz eingespeist. Derartige Systeme sind in WO 2007096656 und in DE 3139567 A1 beschrieben.
Ein Verfahren der eingangs genannten Art und eine entsprechende Vorrichtung sind aus US 2001004830 A1 bekannt.
Hier wird während des zweiten Betriebsmodus die unter sehr hohem Druck (200 bar) stehende tiefkalte Flüssigkeit im Wärmetauscher-System in indirekten
Wärmeaustausch zuerst mit erstem flüssigen Kälteträger gebracht und dabei bis auf etwa Umgebungstemperatur angewärmt, danach in einer Entspannungsturbine auf den niedrigeren Druck (10 bis 15 bar) entspannt und dadurch abgekühlt (bis auf ca. -150°C) und danach in indirekten Wärmeaustausch mit dem zweiten flüssigen Kälteträger gebracht und dabei wieder angewärmt. Insgesamt wird also die tiefkalte Flüssigkeit also in Wärmeaustausch mit zwei flüssigen Kälteträgern unterschiedlicher Temperatur gebracht, die dabei fühlbare Wärme abgeben. Bei diesem Wärmeaustausch im
Wärmetauscher-System der Luftbehandlungsanlage bleiben beide Kälteträger flüssig.
Die Kälte der tiefkalten Flüssigkeit wird somit auf zwei verschiedenen
Temperaturniveaus auf die beiden Kälteträger übertragen und steht für die Erzeugung der tiefkalten Flüssigkeit während des ersten Betriebsmodus wieder zur Verfügung. Im Gegensatz zu der ansonsten üblichen (Pseudo-)Verdampfung gegen einen
Wärmeträger wie atmosphärische Luft oder heißen (Wasser-)Dampf geht die
Verflüssigungskälte aus der tiefkalten Speicherflüssigkeit dadurch nicht oder nicht vollständig verloren. Zwei Kälteträger werden bei diesem Verfahren wegen der
Zwischenentspannung in einer Entspannungsturbine benötigt, da bei diesem Vorgang die Erzeugung der mechanischen Energie durch eine tiefe Abkühlung des Arbeitsfluids begleitet wird.
Auch die erste Phase (Energieeinspeicherung/Verflüssigung) des Verfahrens nach US 2001004830 A1 besteht aus mehreren Schritten: Die eintretende Luft (10 bis 15 bar) wird zuerst in indirekten Wärmeaustausch mit dem zweiten flüssigen Kälteträger gebracht und abgekühlt (bis -150°C), danach verdichtet (bis auf 40 bar), dadurch angewärmt (-60°C am Austritt) und danach in indirekten Wärmeaustausch mit dem ersten flüssigen Kälteträger gebracht und wieder abgekühlt (auf -170°C).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein derartiges System hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit zu verbessern und insbesondere einen relativ einfachen apparativen Aufbau zu ermöglichen. Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Gemäß der Erfindung tritt in dem ersten Betriebsmodus die in der
Luftverdichtungseinheit verdichtete Einsatzluft in dem Wärmetauscher-System unter demselben Druck in indirekten Wärmeaustausch mit dem ersten flüssigen Kälteträger und mit dem zweiten flüssigen Kälteträger. Es braucht also keine Maschine zur Druckerhöhung zwischen dem Wärmeaustausch mit dem ersten Kälteträger und dem Wärmeaustausch mit dem zweiten Kälteträger eingesetzt zu werden. Dadurch wird die Anzahl von Hardwarekomponenten wie Wärmetauscher, Turbinen und/oder Verdichter reduziert; die Kosten für die gesamte Flüssigluftspeicheranlage werden vermindert und die Wirtschaftlichkeit dieser Anwendung erhöht.
Bei den Druckangaben in den Patentansprüchen werden die natürlichen Druckverluste nicht einbezogen. Drücke werden hier als "gleich" bezeichnet, wenn der
Druckunterschied zwischen den entsprechenden Stellen nicht größer als die natürlichen Leitungsverluste sind, die durch Druckverluste in Rohrleitungen,
Wärmetauschern, Kühlern, Adsorbern etc. sind.
Beide Kälteträger werden bei der Erfindung in dem ersten Betriebsmodus auf dasselbe Temperaturniveau T2 beziehungsweise T4 angewärmt, von dem aus sie im zweiten Betriebsmodus aus abgekühlt werden. Umgekehrt werden sie in dem zweiten
Betriebsmodus auf dasselbe Temperatur T1 beziehungsweise T3 abgekühlt, von dem aus sie im ersten Betriebsmodus aus angewärmt werden. Wegen unvermeidlicher Verluste ist unter "demselben Temperaturniveau" nicht nur exakt die gleiche
Temperatur zu verstehen, sondern eine Temperaturband einer Breite von bis zu 20 K. Anzustreben ist natürlich ein möglichst geringer Temperaturunterschied zwischen den beiden Betriebsmodi.
Damit kann das Wärmeaustauschdiagramm des Wärmetauscher-Systems besonders günstig gestaltet werden. Die Temperaturniveaus liegen vorzugsweise in folgenden Bereichen:
T1 (erstes Kältemittel, unteres Niveau):
-145 bis -45°C, beispielsweise -145°C
T2 (zweites Kältemittel, oberes Niveau):
10 bis 30°C, beispielsweise 20 °C,
T3 (zweites Kältemittel, unteres Niveau):
-190 bis -160X. beispielsweise -185°C
T4 (zweites Kältemittel, oberes Niveau):
-100 bis -45°C, beispielsweise -90°C Die beiden Kältemittel unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung, insbesondere in ihrem Siedepunkt. Sie müssen so ausgewählt werden, dass sie im jeweiligen gesamten Arbeitsbereich flüssig sind. Hierfür geeignet sind beispielsweise Ethanol (C2H5OH) als erster (wärmerer) Kälteträger und Propan (C3H8) als zweiter (kälterer) Kälteträger. Außerdem kommen die in der folgenden Tabelle aufgeführten Substanzen für die Verwendung in der Erfindung als erster oder zweiter Kälteträger bei der Erfindung in Frage.
Systematischer Umgangssprachlicher Schmelzpunkt Siedetemperatur Name Bezeichnung in °C in °C
Holzgeist,
Methanol -97,8 64,7
Methylalkohol
Alkohol, Ethylalkohol,
Ethanol -114,1 78,3
Weingeist
Propan-1-ol n-Propylalkohol -126,2 97,2
Butan-1-ol n-Butylalkohol -89,3 117,3
Pentan-1-ol n-Amylalkohol -78,2 138
Hexan- 1-ol n-Hexylalkohol -48,6 157,5
Isopropylalkohol,
Propan-2-ol -88,5 82,3
Isopropanol
Sekundärer
Butan-2-ol -114,7 99,5
Butylalkohol
2-Methylpropan-1 -ol Isobutylalkohol -108 108
Pentan-2-ol sek-n-Amylalkohol -50 118,9
2-Methylbutan-1-ol -70 129
3-Methylbutan-1-ol Isoamylalkohol -117 130,8
1 ,2-Propandiol Propylenglycol -68 188
Butan-1 ,2-diol 1 ,2-Butylenglycol -114 192
Butan-1 ,3-diol 1 ,3-Butylenglycol <-50 207,5
Prop-2-en-1-ol Allylalkohol -129 97
Pentan-1-ol n-Amylalkohol -78,2 128,0
Selbstverständlich können in der Erfindung auch ein oder mehrere weitere flüssige Kälteträger sowie deren Gemische eingesetzt werden. Dadurch kann das
Wärmeaustauschdiagramm weiter optimiert werden; allerdings wird auch der apparative und regelungstechnische Aufwand höher.
Bei der Erfindung sind vorzugsweise vier Flüssigspeicher flüssigen Kälteträger vorgesehen, und zwar für jedes der Temperaturniveaus einer. Dadurch steht im zweiten Betriebsmodus abgekühlter Kälteträger auf demselben Temperaturniveau für den ersten Betriebsmodus zum Kühlen zur Verfügung (und umgekehrt).
Die Anwärmung und Abkühlung der Kälteträger wird dabei in dem Wärmetauscher- System der Luftbehandlungsanlage durchgeführt, der ohnehin für die Abkühlung der
Einsatzluft im ersten Betriebsmodus und die Anwärmung der tiefkalten Flüssigkeit im zweiten Betrieb vorhanden ist.
Im Rahmen der Erfindung wird in dem zweiten Betriebsmodus mechanische Energie aus dem Hochdruck-Speicherfluid erzeugt, indem entweder das Speicherfluid selbst oder ein aus ihm abgeleitetes Fluid in der Gasexpansionseinheit arbeitsleistend entspannt wird. Das abgeleitete Fluid kann beispielsweise durch ein Gemisch des Speicherfluids mit einem oder mehreren anderen Fluiden gebildet werden, oder durch ein Reaktionsprodukt des Speicherfluids mit einem oder mehreren anderen Stoffen. Letzteres kann beispielsweise durch Verbrennungsabgas gebildet werden, wenn das Speicherfluid Sauerstoff enthält und zur Verbrennung eines Brennstoffs genutzt wird.
Die Anwärmung des ersten Kälteträgers in dem ersten Betriebsmodus wird
vorzugsweise in denselben Passagengruppen des Wärmetauscher-Systems durchgeführt, in denen die Abkühlung des ersten Kälteträgers in dem zweiten
Betriebsmodus vorzugsweise in denselben Passagengruppen des Wärmetauscher- Systems durchgeführt, in denen die Abkühlung des zweiten Kälteträgers in dem zweiten Betriebsmodus in denselben Passagengruppen des Wärmetauscher-Systems durchgeführt wird. Damit kann in beiden Betriebsmodi derselbe Apparat eingesetzt werden.
Analog dazu können im ersten und im zweiten Betriebsmodus dieselben Pumpen eingesetzt werden, jeweils eine für den Transport des ersten und des zweiten
Kälteträgers.
Die Temperaturbereiche der beiden Kälteträger können grundsätzlich disjunkt sein (T4 < T1). Vorzugsweise überlappen sie sich jedoch, indem das erste
Temperaturniveau T1 mehr als 18 K, insbesondere 20 bis 70 K unter dem vierten Temperaturniveau T4 liegt. Dies ermöglicht eine besonders wirksame Optimierung des Wärmeaustauschdiagramms.
Grundsätzlich kann in dem zweiten Betriebsmodus die Luftverdichtungseinheit abgeschaltet werden; in diesem Fall wird Wärme für die (Pseudo-)Verdampfung der tiefkalten Flüssigkeit ausschließlich durch das zu verflüssigende Erdgas geliefert. In vielen Fällen kann es aber günstig sein, wenn auch in dem zweiten Betriebsmodus
Einsatzluft in der Luftverdichtungseinheit verdichtet und in dem Wärmetauscher- System abgekühlt wird. Es erscheint zwar zunächst ungünstig, im zweiten
Betriebsmodus, in dem der Energiepreis hoch ist, die Luftverdichtungseinheit weiter zu betreiben. Im Rahmen der Erfindung hat sich jedoch herausgestellt, dass damit überraschend hohe betriebstechnische Vorteile verbunden sind, weil die
Luftverdichtungseinheit beim Umschalten zwischen den Betriebsmodi nicht aus- und eingeschaltet werden muss, sondern kontinuierlich weiterläuft. Außerdem kann die verdichtete Einsatzluftmenge als Hochdruckgas gewonnen und aus diesem zusätzlich elektrische Energie gewonnen werden.
In einer ersten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in dem zweiten Betriebsmodus mindestens ein Teil der Erzeugung elektrischer Energie aus dem gasförmigen Hochdruck-Speicherfluid in dem Gasturbinen-Expander eines
Gasturbinen-Systems eines Gasturbinen-Kraftwerks durchgeführt, wobei das
Speicherfluid stromabwärts des Verdampfens dem Gasturbinen-System zugeleitet wird. Das Gasturbinen-System ist dabei Teil der Gasexpansionseinheit im Sinne des Patentanspruchs 1. Diese Nutzung des Gasturbinen-Systems selbst für die Gewinnung von Energie aus dem Hochdruck-Speicherfluid wird in den Patentansprüchen 5 und 6 sowie in der älteren deutschen Patentanmeldung 102011121011 und den dazu korrespondierenden Patentanmeldungen näher beschrieben.
Ein "Gasturbinen-System" weist eine Gasturbine (Gasturbinen-Expander) und eine Brennkammer auf. In der Gasturbine werden heiße Gase aus der Brennkammer arbeitsleistend entspannt. Das Gasturbinen-System kann außerdem einen mit der Gasturbine angetriebenen Gasturbinen-Verdichter aufweisen. Ein Teil der in der Gasturbine erzeugten mechanischen Energie wird üblicherweise zum Antrieb des Gasturbinen-Verdichters eingesetzt. Ein weiterer Teil wird regelmäßig zur Erzeugung elektrischer Energie in einem Generator umgesetzt. Mindestens ein Teil der Erzeugung mechanischer Energie aus dem gasförmigen Hochdruck-Speicherfluid wird bei dieser Variante in dem Gasturbinen-System des Kraftwerks vorgenommen, also in einem im Kraftwerk ohnehin vorhandenen Apparat zur Umsetzung von Druckenergie in mechanische Antriebsenergie. Ein zusätzliches separates System zur arbeitsleistenden Entspannung des Hochdruck-Speicherfluids kann im Rahmen der Erfindung weniger aufwändig ausgebildet sein oder ganz
entfallen. Im einfachsten Fall kann bei der Erfindung die gesamte Erzeugung von mechanischer Energie aus dem gasförmigen Hochdruck-Speicherfluid in dem
Gasturbinen-System vorgenommen werden. Das Hochdruck-Speicherfluid wird dann zum Beispiel unter dem Druck, unter dem es (pseudo-)verdampft wird, dem
Gasturbinen-System zugeleitet.
In einer zweiten Variante weist die Gasexpansionseinheit ein Heißgasturbinen-System auf, das mindestens einen Erhitzer und eine Heißgasturbine aufweist. Dabei wird die Erzeugung elektrischer Energie aus dem gasförmigen Hochdruck-Speicherfluid mindestens teilweise als arbeitsleistende Entspannung in einem Heißgasturbinen- System durchgeführt, das mindestens einen Erhitzer und eine Heißgasturbine aufweist. Hierbei findet die Erzeugung von Energie aus dem Hochdruck-Speicherfluid außerhalb des Gasturbinen-Systems statt. Das "Heißgasturbinen-System" kann einstufig mit einem Erhitzer und einer einstufigen Turbine ausgebildet sein. Alternativ kann es mehrere Turbinen-Stufen, vorzugsweise mit Zwischenerhitzung, aufweisen. In jedem Fall ist es sinnvoll, hinter der letzen Stufe des Heißgasturbinen-Systems einen weiteren Erhitzer vorzusehen. Das
Heißgasturbinen-System ist vorzugsweise mit einem oder mehreren Generatoren zur Erzeugung elektrischer Energie gekoppelt.
Unter "Erhitzer" wird hier ein System zum indirekten Wärmeaustausch zwischen einem Heizfluid und dem gasförmigen Speicherfluid verstanden. Hiermit kann Restwärme oder Abwärme auf das Speicherfluid übertragen und zur Energieerzeugung im
Heißgasturbinen-System genutzt werden.
Die beiden Varianten können auch kombiniert werden, indem die
Gasexpansionseinheit sowohl eine oder mehrere Heißgas-Turbinen als auch ein oder mehrere Gasturbinen-Systeme aufweist. Dabei wird das gasförmige Hochdruck- Speicherfluid in zwei Schritten entspannt, wobei der erste Schritt als arbeitsleistende Entspannung in dem Heißgasturbinen-System und der zweite Schritt in dem
Gasturbinen-System durchgeführt werden, wobei das gasförmige Hochdruck- Speicherfluid dem Heißgasturbinen-System zugeleitet und dort auf einen
Zwischendruck entspannt wird, und dem Heißgasturbinen-System ein gasförmiges
Zwischendruck-Speicherfluid entnommen, das schließlich dem Gasturbinen-System zugeleitet wird.
Die Luftbehandlungsanlage, in welcher im ersten Betriebsmodus die tiefkalte
Flüssigkeit erzeugt wird, kann als Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage oder als Luftverflüssigungsanlage ausgebildet sein.
Eine "Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage" wird mit atmosphärischer Luft beschickt und weist ein Destillationssäulen-System zur Zerlegung atmosphärischer Luft in ihre physikalischen Komponenten auf, insbesondere in Stickstoff und Sauerstoff. Hierzu wird die Einsatzluft zunächst in die Nähe ihres Taupunkts abgekühlt und dann in das Destillationssäulen-System eingeleitet.
Verfahren und Vorrichtungen zur Tieftemperaturzerlegung von Luft sind zum Beispiel aus Hausen/Linde, Tieftemperaturtechnik, 2. Auflage 1985, Kapitel 4 (Seiten 281 bis 337) bekannt.
Das Destillationssäulen-System der Erfindung kann als Ein-Säulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung ausgebildet sein, als Zwei-Säulen-System (zum
Beispiel als klassisches Linde-Doppelsäulensystem), oder auch als Drei- oder Mehr- Säulen-System. Es kann zusätzlich zu den Kolonnen zur Stickstoff-Sauerstoff- Trennung weitere Vorrichtungen zur Gewinnung hochreiner Produkte und/oder anderer Luftkomponenten, insbesondere von Edelgasen aufweisen, beispielsweise eine Argongewinnung und/oder eine Krypton-Xenon-Gewinnung.
Eine "Luftverflüssigungsanlage" enthält keinen Destillationssäulen-Teil. Im Übrigen entspricht ihr Aufbau dem einer Tieftemperatur-Luftzerlegungsanlage mit der Abgabe eines Flüssigprodukts. Selbstverständlich kann auch in einer Tieftemperatur- Luftzerlegungsanlage Flüssigluft als Nebenprodukt erzeugt werden.
Die tiefkalte Flüssigkeit kann durch verflüssigte Luft und/oder Flüssigstickstoff gebildet werden, oder allgemein durch ein Fluid, das weniger Sauerstoff als die atmosphärische Luft enthält. Auch eine Kombination zweier oder mehrerer Speicherfluide gleicher oder unterschiedlicher Zusammensetzung aus der gleichen Luftbehandlungsanlage oder
aus einer Mehrzahl von Luftbehandlungsanlagen kann im Rahmen der Erfindung eingesetzt werden.
Unter "Stickstoff' wird hier sowohl reiner oder im Wesentlichen reiner Stickstoff verstanden als auch ein Gemisch aus Luftgasen, dessen Stickstoffgehalt höher als derjenige der atmosphärischen Luft ist. Zum Beispiel weist der Flüssigstickstoff einen Stickstoffgehalt von mindestens 90 %, vorzugsweise mindestens 99 % auf. (Alle Prozentangaben beziehen sich hier und im Folgenden auf die molare Menge, soweit nichts anderes angegeben ist.)
Vorzugsweise tritt auch in dem zweiten Betriebsmodus der Hochdruckstrom unter demselben überatmosphärischen Druck in dem Wärmetauscher-System (21) in indirekten Wärmeaustausch mit dem zweiten flüssigen Kälteträger und mit dem ersten flüssigen Kälteträger. Es braucht also keine Maschine zur Druckerhöhung zwischen dem Wärmeaustausch mit dem zweiten Kälteträger und dem Wärmeaustausch mit dem ersten Kälteträger eingesetzt zu werden.
Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur Erzeugung von Energie gemäß Patentanspruch 12. Unter "Regeleinrichtung" ist hier eine Vorrichtung zu verstehen, welche die automatische Regelung des Systems zumindest während des ersten
Betriebsmodus und während des zweiten Betriebsmodus bewerkstelligt. Vorzugsweise ist sie dazu in der Lage, den Übergang vom ersten in den zweiten Betriebsmodus und umgekehrt automatisch durchzuführen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann durch Vorrichtungsmerkmale ergänzt werden, die den Merkmalen der abhängigen
Verfahrensansprüche entsprechen.
Die Erfindung sowie weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand von in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Hierbei zeigen:
Figur 1a und 1 b die grundlegende Funktionsweise der Erfindung im ersten beziehungsweise zweiten Betriebsmodus,
Figuren 2a und 2b eine detailliertere Darstellung einer ersten Ausführungsform einer Luftbehandlungsanlage, die bei der Erfindung eingesetzt werden kann,
Figuren 3a und 3b eine detailliertere Darstellung einer zweiten Ausführungsform einer Luftbehandlungsanlage, die bei der Erfindung eingesetzt werden kann, und
Figur 4 mögliche Ausführungsformen der Gasexpansionseinheit.
Die Gesamtanlage der Figuren 1 a und 1 b besteht aus drei Einheiten, einer
Luftbehandlungsanlage 100, einem Flüssigtank 200 und einer Gasexpansionseinheit 300. In Figur 1a ist der erste Betriebsmodus (Billigstromphase - in der Regel nachts) dargestellt. Hierbei wird atmosphärische Luft (AIR) als Einsatzluft in die
Luftbehandlungsanlage 100 eingeleitet. In der Luftbehandlungsanlage wird eine tiefkalte Flüssigkeit 101 erzeugt, die beispielsweise als Flüssigluft ausgebildet ist. Die Luftbehandlungsanlage wird als Verflüssiger (insbesondere als Luftverflüssiger) betrieben. Die tiefkalte Flüssigkeit 101 wird in den Flüssigtank 200 eingeleitet, der unter einem niedrigen Druck LP von weniger als 2 bar betrieben wird.
Innerhalb der Luftbehandlungsanlage 100 wird die Einsatzluft über ein Filter 1 von einer Luftverdichtungseinheit 2 angesaugt und bis auf einen Druck MP (4 bis 8 bar, insbesondere 5 bis 8 bar) verdichtet, in einer Vorkühlungseinrichtung 3 gekühlt und in einer Molsiebadsorber-Station 4 getrocknet und von Kontaminationen wie C02 und Kohlenwasserstoffen gereinigt. Die verdichtete und gereinigte Luft wird in einem Wärmetauscher-System 21 abgekühlt und verflüssigt. Die tiefkalte Flüssigkeit 101 wird in den Flüssigtank 200 geleitet. (Das Wärmetauscher-System 21 ist in den Figuren 1 a und 1 b nur sehr schematisch dargestellt; weitere Details sind in den Figuren 2a bis 3b gezeigt.)
Ein erster kalter Kälteträgerspeicher 151 enthält flüssiges Ethanol (C2H5OH) als "ersten Kälteträger" auf einem ersten Temperaturniveau T1 von -1 10°C unter einen niedrigen Druck von weniger als 2 bar. Das flüssige erste Kältemittel wird mittels einer ersten Kälteträgerpumpe 29 über Leitung 161 unter T1 in eine erste Passagengruppe des Wärmetauscher-System 21 eingespeist. Am warmen Ende des Wärmetauscher- Systems 21 wird es - weiterhin im flüssigen Zustand auf einem zweiten, höheren Temperaturniveau T2 von 19°C wieder entnommen und in einen ersten warmen
Kälteträgerspeicher 152 eingeleitet, der auf dem zweiten Temperaturniveau und ebenfalls unter einem niedrigen Druck von weniger als 2 bar betrieben wird..
Ein zweiter kalter Kälteträgerspeicher 153 enthält flüssiges Propan (C3H8) als "zweiten Kälteträger" auf einem dritten Temperaturniveau T3 von -180°C unter einen niedrigen Druck von weniger als 2 bar. Das flüssige zweite Kältemittel wird mittels einer zweiten Kälteträgerpumpe 28 über Leitung 163 unter T3 in eine zweite Passagengruppe des Wärmetauscher-System 21 eingespeist, und zwar an dessen kaltem Ende. An einer Zwischenstelle des Wärmetauscher-Systems 21 wird es - weiterhin im flüssigen Zustand auf einem vierten, höheren Temperaturniveau T4 von -90°C wieder entnommen und in einen zweiten warmen Kälteträgerspeicher 154 eingeleitet, der auf dem vierten Temperaturniveau und ebenfalls unter einem niedrigen Druck von weniger als 2 bar betrieben wird. Figur 1 b zeigt den zweiten Betriebsmodus (Spitzenstrom-Phase - in der Regel tagsüber). Die tiefkalte Flüssigkeit 103 (zum Beispiel Flüssigluft) wird aus dem
Flüssigtank 200 entnommen, in einer Pumpe 27 auf einen erhöhten Druck von HP1 (HP1 ist größer als 12 bar, beispielsweise gleich ca. 60 bar) gebracht, und als
"Hochdruckstrom" in der Luftbehandlungsanlage verdampft und bis auf etwa
Umgebungstemperatur angewärmt und als gasförmige Hochdruck-Speicherfluid 104 abgezogen.
Das verdampfte Hochdruck-Speicherfluid 104 wird unter dem Druck HP1 zur
Gasexpansionseinheit 300 geleitet. Die Leistung P3, die an der Gasexpansionseinheit 300 im zweiten Betriebsmodus zur Verfügung steht, beträgt beispielsweise 20 bis
70 %, vorzugsweise 40 bis 65 % der Leistung P1 , die im ersten Betriebsmodus von der Luftbehandlungsanlage 100 verbraucht wird.
Die für die Verdampfung des Hochdruckstroms erforderliche Wärme wird
erfindungsgemäß von den beiden Kälteträgern geliefert, die durch dieselben
Passagengruppen des Wärmetauscher-Systems 21 wie im ersten Betriebsmodus geschickt werden, aber in umgekehrter Richtung. Das erste Kältemittel wird dabei über die Pumpe 29 und Leitung 162 aus dem ersten warmen Kälteträgerspeicher 152 zum warmen Ende des Wärmetauscher-Systems gefördert und nach Abkühlung vom zweiten Temperaturniveau T2 auf das erste Temperaturniveau T1 über Leitung 164 in
den ersten kalten Kälteträgerspeicher 151 eingeleitet. Analog dazu wird das zweite Kältemittel wird über die Pumpe 28 und Leitung 164 aus dem zweiten warmen
Kälteträgerspeicher 154 zum Wärmetauscher-System 21 gefördert und nach
Abkühlung vom vierten Temperaturniveau T4 auf das dritte Temperaturniveau T3 über Leitung 163 in den zweiten kalten Kälteträgerspeicher 153 eingeleitet. Damit wird die Verdampfungskälte der tiefkalten Flüssigkeit 103 als fühlbare Wärme in den
Kälteträgern gespeichert und steht im ersten Betriebsmodus wieder für die Erzeugung tiefkalter Flüssigkeit zur Verfügung. Die Herstellung der tiefkalten Flüssigkeit und die Wärmeübertragung auf die
Kälteträger einerseits und die Verdampfung des Hochdruckstroms tiefkalten Flüssigkeit und die Kälteübertragung auf die Kälteträger andererseits werden in denselben Prozesseinheiten durchgeführt. Im ersten und zweiten Betriebsmodus können somit dieselben Apparate genutzt werden. Dadurch ergibt sich ein relativ niedriger apparativer Aufwand.
Der Luftverdichtungseinheit 2 kann in einer ersten Ausführungsvariante während des zweiten Betriebsmodus abgeschaltet werden (siehe Figur 2b unten); in einer zweiten Ausführungsvariante (Figur 3b unten) läuft sie auch im zweiten Betriebsmodus weiter und liefert zusätzliche Druckluft in die Leitung 104 zur Gasexpansionseinheit 300.
Eine Verflüssigungsphase (durchgehender Betrieb im ersten Betriebsmodus) und eine Verdampfungsphase (durchgehender Betrieb im zweiten Betriebsmodus) können jeweils ein bis zehn Stunden dauern. Während eines Tages können jeweils eine oder mehrere Verdampfungs- und Verflüssigungsphasen gefahren werden. Je nach Bedarf kann die Luftbehandlungsanlage im Übergangszeitraum zwischen je zwei solchen Phasen abgeschaltet werden.
In den Figuren 2a und 2b ist eine mögliche Gestaltung der Luftbehandlungsanlage 100 der Figur 1 dargestellt, die hier als Luftverflüssiger ausgebildet ist.
Figur 2a zeigt wiederum den ersten Betriebsmodus (die Verflüssigungsphase). Hier wird Umgebungsluft (AIR) über das Filter 1 von der Luftverdichtungseinheit 2 angesaugt und bis auf einen Druck MP (4 bis 8 bar, insbesondere 5 bis 8 bar) verdichtet, in der Vorkühlungseinrichtung 3 gekühlt und in der Molsiebadsorber-Station
4 getrocknet und von Kontaminationen wie C02 und Kohlenwasserstoffen gereinigt. Die verdichtete und gereinigte Luft unter MP wird in einen ersten Teilstrom und einen zweiten Teilstrom aufgeteilt. Der erste Teilstrom wird zu einem separaten Verdichter, dem Kreislaufverdichter 1 1 geleitet und dort vom Druck MP aus bis auf einen höheren Druck HP2 von 50 bis 100 bar verdichtet, in einem Nachkühler bis auf etwa
Umgebungstemperatur gekühlt und anschließend unter HP2 in dem Wärmetauscher- System 21 abgekühlt und pseudo-verflüssigt, in einem Drosselventil auf den Druck MP entspannt und schließlich in mindestens teilweise flüssigem Zustand in eine
Phasentrenneinrichtung (Separator) 23 eingespeist.. Die gasförmige Fraktion aus der Phasentrenneinrichtung 23 wird durch das Wärmetauscher-System 21 geleitet, dort angewärmt und gemeinsam mit der Luft aus der Molsiebadsorber-Station 4 zu dem Saugstutzen des Kreislaufverdichters 1 1 geführt und bildet damit einen Luftkreislauf.
Der zweite Teilstrom wird in einem Nachverdichter 6a mit Nachkühler auf einen den noch höheren Druck MP2 nachverdichtet und anschließend in dem Wärmetauscher- System 12 von etwa Umgebungstemperatur auf eine erste Zwischentemperatur von 140 bis 180 K abgekühlt. In einer Turbine 5b wird der zweite Teilstrom auf den niedrigen Druck LP (LP < 2 bar) arbeitsleistend entspannt. Der Nachverdichter 5a wird über eine gemeinsame Welle von der Turbine 12b angetrieben. Der arbeitsleistend entspannte zweite Teilstrom der Einsatzluft wird im Wärmetauscher-System 21 wieder auf Umgebungstemperatur angewärmt und in die Atmosphäre abgeblasen (amb). Eine Teilmenge kann auch als Regeneriergas für die Molsiebadsorber-Station 4 verwendet werden. Das Regeneriergas wird durch Dampf, Elektroerhitzer oder Erdgasfeuerung angewärmt (Wärmemenge Q).
Alternativ wird die Molsiebadsorber-Station 4 während des ersten Betriebsmodus überhaupt nicht regeneriert, sondern lediglich im zweiten Betriebsmodus. Dauert der durchgehende Betrieb im ersten Betriebsmodus weniger als etwa 6 Stunden, ist dies ohne Weiteres möglich. Die Molsiebadsorber-Station wird dann innerhalb eines Betriebsmodus nicht umgeschaltet; sie kann dann auch mittels eines einzigen
Adsorber-Behälters realisiert sein oder mittels mehrerer Behälter, die parallel betrieben werden.
Die Flüssigkeit aus der Phasentrenneinrichtung 23 wird in einem Unterkühler 24 unterkühlt und zum größten Teil (101 ) als tiefkalte Flüssigkeit in den Flüssigtank 200
geleitet. Zur Unterkühlung wird eine Flüssigluftteilmenge 26 verwendet, die nach der Unterkühlung 24 entnommen wird, in einem Drosselventil 25 bis auf den Druck LP entspannt und gemeinsam mit dem Turbinenabgas durch das Wärmetauscher-System 21 geleitet wird.
Im ersten Betriebsmodus wird Energie P1 = Pi a + P1 b in Form der Antriebsleistungen P1 a für die Luftverdichtungseinheit und P1 b für den Kreislaufverdichter zugeführt, sowie gegebenenfalls die Wärmemenge Q für die Regeneriergaserhitzung. Abgeführt wird keine Energie (außer über die Nachkühler der Verdichter), sondern Energie wird in Form der tiefkalten Flüssigluft im Flüssigtank 200 gespeichert.
Anhand von Figur 2b wird nun der zweite Betriebsmodus beschrieben. Hier werden die Turbine 5b, der Nachverdichter 5a, der Kreislaufverdichter 1 1 , die
Luftverdichtungseinheit 2 und die Joule-Thomson-Stufe (Drosselventile, Separator 23 und Unterkühler 24) abgeschaltet.
Flüssigluft (LAIR) 103 wird aus dem Flüssigtank 200 entnommen, in der Pumpe 27 auf den erforderlichen Druck HP1 von beispielsweise 50 bis 80 bar, vorzugsweise 40 bis 80 bar gebracht, als Hochdruckstrom in das Wärmetauscher-System 21 eingeleitet und dort pseudo-verdampft und bis auf etwa Umgebungstemperatur angewärmt. Die pseudo-verdampfte Luft wird schließlich als gasförmiges Hochdruck-Speicherfluid 104 zur Gasexpansionseinheit 300 geleitet.
Im Gegenstrom zu der (pseudo-)verdampfenden Luft 103 werden die beiden
Kälteträgerströme abgekühlt wie oben bei Figur 1 b beschrieben.
Im zweiten Betriebsmodus wird der Luftverdichtungseinheit keinerlei Antriebsenergie zugeführt. (Die Energie zum Antrieb von Flüssigpumpen ist vernachlässigbar gering und wird hier daher nicht berücksichtigt.)
Wenn die Molsiebadsorber-Station 4 während des zweiten Betriebsmodus regeneriert wird, kann ein Teil des gasförmigen Hochdruck-Speicherfluids 104, ein Teil des in der der Gasexpansionseinheit 300 erhitzten gasförmigen Hochdruck-Speicherfluids oder ein Teil des Abgases der Gasexpansionseinheit 300 als Regeneriergas genutzt werden (in der Zeichnung nicht dargestellt).
Das Wärmetauscher-System 21 der Luftbehandlungsanlage wird sowohl für die Luftverflüssigung und Kälteträgererwärmung (im ersten Betriebsmodus) als auch für die Luftverdampfung und Kälteträgerabkühlung (im zweiten Betriebsmodus) genutzt.
Die zweite Variante der Erfindung wird im ersten Betriebsmodus gemäß Figur 3a wie die erste Variante (Figur 1 a) betrieben.
Figur 3b entspricht im Wesentlichen Figur 1 b, allerdings bleiben hier auch im zweiten Betriebsmodus die Luftverdichtungseinheit 2, der Kreislaufverdichter 1 1 und die Turbinen-Nachverdichter-Kombination 5a/5bin Betrieb.
In der Figur 4 sind mögliche Ausführungen der Gasexpansionseinheit 300 dargestellt. In den Ausführungen 4a und 4b wird eine konventionelle Gasturbine zur Entspannung verwendet, die Druckluft aus der Luftbehandlungsanlage wird vor der Brennkammer in die Gasturbine eingespeist. Die Wärme des Rauchgases am Austritt kann in einem Abhitzekessel (HRSG - Heat Recovery Steam Generator) verwendet werden (4a); alternativ wird sie anders verwendet, zum Beispiel zur Vorwärmung der Druckluft aus der Luftbehandlungsanlage (4b).
In der Ausführungen 4c und 4d wird eine umgebaute Gasturbine zur Entspannung verwendet, bei dieser Gasturbine wird der Kompressorteil entfernt. Die Druckluft aus der Luftbehandlungsanlage wird in die Brennkammer der restlichen Gasturbine eingespeist. Die Wärme des Rauchgases kann ähnlich wie im Verfahren mit der Gasturbine verwendet werden.
In der Ausführung 4e wird die Druckluft aus der Luftbehandlungsanlage zuerst angewärmt und in mehreren nacheinander geschalteten Turbinen/Turbinenstufen entspannt, zwischen den einzelnen Entspannungsstufen wird die Luft zusätzlich angewärmt. Dies stellt ein Ausführungsbeispiel für eine Gasexpansionseinheit dar, die ein Heißgasturbinen-System aufweist, das mindestens einen Erhitzer und eine Heißgasturbine aufweist - hier sind es jeweils zwei Erhitzer und Heißgasturbinen; alternativ kann das Heißgasturbinen-System auch mehr als zwei Stufen aufweisen.
Die Ausführungsvarianten 4a und 4b sowie 4c und 4d können miteinander kombiniert werden.