Herstellung von Polyamiden durch hydrolytische Polymerisation und Mehrfachextraktion
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polyamiden, umfassend eine hydrolytischen Polymerisation und mindestens zwei Extraktionsschritte, die nicht unmittelbar nacheinander erfolgen. STAND DER TECHNIK
Polyamide gehören zu den weltweit in großem Umfang hergestellten Polymeren und dienen neben den Hauptanwendungsbereichen Fasern, Werkstoffe und Folien einer Vielzahl weiterer Verwendungszwecke. Unter den Polyamiden ist das Polyamid 6 mit einem Anteil von etwa 57 % das am meisten hergestellte Polymer. Das klassische Verfahren zur Herstellung von Polyamid 6 (Polycaprolactam) ist die hydrolytische Polymerisation von ε-Caprolactam, die immer noch von sehr großer technischer Bedeutung ist. Konventionelle hydrolytische Herstellverfahren sind z. B. in Ullmann's Ecyclopedia of Industrial Chemistry, Online Ausgabe 15.03.2003, Vol. 28, S. 552-553 und Kunst- stoffhandbuch, % Technische Thermoplaste: Polyamide, Carl Hanser Verlag, 1998, München, S. 42-47 und 65-70 beschrieben.
Im ersten Schritt der hydrolytischen Polymerisation reagiert ein Teil des eingesetzten Lactams durch Einwirkung von Wasser unter Ringöffnung zur entsprechenden ω-Aminocarbonsäure. Diese reagiert dann mit weiterem Lactam in Polyadditions- und - kondensationsreaktionen zum entsprechenden Polyamid. In einer bevorzugten Variante reagiert ε-Caprolactam durch Einwirkung von Wasser unter Ringöffnung zu Amino- capronsäure und dann weiter zu Polyamid 6. Die hydrolytische Polymerisation kann einstufig oder mehrstufig erfolgen. In der Regel erfolgt die Polykondensation und - addition in einem senkrecht stehenden Rohrreaktor (VK-Rohr). Die Abkürzung "VK" steht dabei für "vereinfacht kontinuierlich". Optional kann eine Anlage mit Vorpolymerisationsstufe bei erhöhtem Druck eingesetzt werden. Durch den Einsatz eines solchen Vorreaktors verringert sich die für die Ringöffnungsreaktion des ε-Caprolactams erforderliche Verweilzeit. Am Ende des senkrecht stehenden Rohrreaktors (VK-Rohr) wird eine Polyamidschmelze mit einer Zusammensetzung nahe dem chemischen Gleichgewicht aus Polyamid, Lactammonomer, Oligomeren und Wasser erhalten. Der Gehalt an Oligomeren und Monomeren kann z. B. 8 bis 15 Gew.-% betragen und die Viskositätszahl des rohen Polyamids, die in direkter Beziehung zur molaren Masse und somit den Verarbeitungseigenschaften steht, liegt in der Regel zwischen 1 10 bis 160 ml/g.
Für viele Verwendungszwecke, z. B. zur Herstellung von Folien für Verpackungsmaterialien, ist ein geringer Restmonomerengehalt im Polyamid erforderlich, so dass das rohe Polyamid vor seiner Weiterverarbeitung im Allgemeinen einer zumindest teilwei- sen Entfernung von Monomeren und Oligomeren unterzogen wird.
Zur Verringerung des Gehalts an niedermolekularen Komponenten wird aus dem Produkt der hydrolytischen Polymerisation in der Regel zunächst ein Granulat roher Polyamidteilchen erzeugt und diese anschließend mit einem Extraktionsmittel extrahiert, um verbliebene Monomere und Oligomere zu entfernen. Dies erfolgt häufig durch kontinuierliches oder diskontinuierliches Extrahieren mit heißem Wasser, wie es z. B. in der EP 0 1 17 495 A2, DE 25 01 348 A und DE 27 32 328 A beschrieben ist. Zur Reinigung von rohem Polyamid 6 ist auch die Extraktion mit Caprolactam-haltigem Wasser (WO 99/26996 A2) oder die Behandlung im überhitzten Wasserdampfstrom (EP 0 284 986 A1 ) bekannt. Aus Gründen des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit werden die extrahierten Bestandteile, insbesondere im Fall von Polyamid 6 das Caprolactam und die cyclischen Oligomere, in das Verfahren zurückgeführt. An die Extraktion schließt sich üblicherweise eine Trocknung des extrahierten Polyamids an. Für viele Anwendungen werden Polyamide mit höheren Molekulargewichten benötigt, die durch die hydrolytische Polymerisation alleine nicht erreicht werden. Zur Erhöhung des Molekulargewichts bzw. der Viskosität des Polyamids wird dann im Anschluss an die Extraktion eine Nachkondensation durchgeführt, wobei das Polyamid vorzugsweise in der festen Phase vorliegt. Dazu kann das Granulat bei Temperaturen unterhalb des Schmelzpunktes des Polyamids getempert werden, wobei vor allem die Polykondensa- tion fortschreitet. Dies führt zum Aufbau des Molekulargewichtes und damit zur Erhöhung der Viskositätszahl des Polyamids. In der Regel liegt die Viskositätszahl des Polyamids 6 nach Extraktion und Nachpolymerisation bei 180 bis 260 ml/g. Nachkondensation und Trocknung werden dabei häufig in einem Schritt durchgeführt (WO 2009/153340 A1 , DE 199 57 664 A1 ).
Die DD 2090899 beschreibt Verfahren zur Vakuumschmelzentmonomerisierung bei dem eine Polyamidextraktion vorgeschaltet ist, in der die Polyamidschmelze mit flüssi- gern Caprolactam in Kontakt gebracht wird.
Die DD 227140 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Polyamid mit einem Polymerisationsgrad DP > 200. Das Verfahren zeichnet sich durch mindestens 5 nacheinander folgende Stufen aus. Zu Beginn jeder Trocknungsstufe wird die Oberfläche des
schmelzflüssigen Polyamids auf > 4 cm2/g Polyamid und der maximale Diffusionsweg des Wassers in der Schmelze auf < 3 mm eingestellt.
WO 03/040212 offenbart eine Methode zur Herstellung von Polyamid 6 durch hydroly- tische Polymerisation von ε-Caprolactam unter Einwirkung von Wasser. Die Entwässerung wird durch die Erhöhung der Oberfläche der Schmelze erreicht.
Die WO 2009/153340 A1 beschreibt ein kontinuierliches Verfahren zur mehrstufigen Trocknung und Nachkondensation von Polyamidgranulat in fester Phase, wobei:
1 ) die Vortrocknung in einem kontinuierlichen Trocknungsapparat durchgeführt wird, der mit Inertgas, Wasserdampf oder einem Gemisch daraus bei einer Granulattemperatur im Bereich von 70 bis 200°C betrieben wird und
2) die nachfolgende kontinuierliche Nachkondensation in einem separaten Schacht mit Wanderbett bei einer Granulattemperatur im Bereich von 120 bis 210°C durchgeführt wird, wobei der Schacht mit Inertgas, Wasserdampf oder einem
Gemisch daraus betrieben wird und das Inertgas an mindestens zwei Stellen entlang des Schachtes zugeführt wird.
Nach der Lehre der WO 2009/153340 werden die Verfahrensmaßnahmen zum Mole- kulargewichtsaufbau und zur (Teil) Extraktion kombiniert und speziell bei der Nachkondensation als fest/gas-Extraktion durchgeführt. Da die zweite Extraktion gleichzeitig mit der Nachkondensation bei Temperaturen von größer als 120°C durchgeführt wird, kommt es zwingend zur Nachbildung von Monomeren (Remonomerisierung) durch Rückspaltung des Polyamids. Somit kann trotz gleichzeitiger Behandlung mit Wasser- dampf und/oder Inertgas der Restmonomerengehalt nicht befriedigend verringert werden. Die niedrigsten Werte für den Restmonomergehalt werden nach der
WO 2009/153340 in den Beispielen 2 und 3 erreicht und betragen 1200 ppm. Im Vergleich dazu können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren durch Mehrfachextraktion deutlich geringere Werte erzielen, die auch im Falle einer anschließenden Trock- nung nur unwesentlich ansteigen.
Eine alternative, großtechnisch noch nicht stark genutzte Route zur Herstellung von Polyamiden ist die Polykondensation von Aminonitrilen, z. B. die Herstellung von Polyamid 6 aus 6-Aminocapronitril (ACN). Nach einer üblichen Vorgehensweise umfasst dieses Verfahren eine Nitrilhydrolyse und anschließende Aminamidierung, die in der Regel in separaten Reaktionsschritten in Gegenwart eines Heterogenkatalysators, wie T1O2 durchgeführt werden. Eine mehrstufige Fahrweise hat sich als praktikabel erwiesen, da beide Reaktionsschritte unterschiedliche Erfordernisse bezüglich Wassergehalt und Vollständigkeit der Reaktion haben. Auch bei dieser Syntheseroute ist es vielfach
vorteilhaft, das erhaltene Polymer einer Reinigung zur Entfernung von Monome- ren/Oligomeren zu unterziehen.
Die WO 00/47651 A1 beschreibt ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Polyamiden durch Umsetzung mindestens eines Aminocarbonsäurenitrils mit Wasser.
Die bekannten Verfahren zur Herstellung von Polyamiden durch hydrolytische Polymerisation sind noch verbesserungswürdig. So liegt der Gehalt an Restmonomer, speziell ε-Caprolactam, zu Beginn der Nachpolymerisation unterhalb des Schmelzpunktes des Polyamids weit unterhalb des Gleichgewichtwerts. Somit kann während der abschließenden Polymerisation eine Rückreaktion der Polyaddition (Remonomerisierung) stattfinden, so dass sich der Restmonomerengehalt des Polyamids im letzten Schritt des Herstellungsverfahrens wieder erhöht. Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes hydrolytisches Verfahren zur Herstellung von Polyamiden bereitzustellen, bei dem die zuvor genannten Nachteile vermieden werden. Insbesondere soll es nach diesem Verfahren möglich sein, ein Produkt mit sehr geringem Restmonomerengehalt zur Verfügung zu stellen.
Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass diese Aufgabe gelöst wird, wenn man das bei der hydrolytischen Polymerisation erhaltene Reaktionsgemisch, das Polyamid, Wasser, nicht umgesetzte Monomere und Oligomere enthält, einer Granulierung unterzieht, es anschließend einer ersten Extraktion unterwirft, wobei nicht umgesetzte Monomere und Oligomere zumindest teilweise entfernt werden, das nach der ersten Extraktion erhaltene Polyamid anschließend einer Nachpolymerisation in der Festphase unterzieht und das Produkt der Nachpolymerisation dann einer weiteren Extraktion unterzieht. Im Anschluss können noch weitere Aufarbeitungsschritte, z. B. eine Trocknung erfolgen. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können Polyamide mit ge- genüber konventionellen Verfahren geringerem Restmonomergehalt erzielt werden.
Insbesondere gelingt die Bereitstellung von Polyamiden, die gleichzeitig einen geringen Restgehalt an monomerem Lactam und an cyclischem Dimer aufweisen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung von Polyamiden, bei dem man
a) eine Monomerzusammensetzung bereitstellt, die wenigstens ein Lactam oder wenigstens ein Aminocarbonsäurenitril und/oder Oligomere dieser Monomere enthält, b) die in Schritt a) bereitgestellte Monomerzusammensetzung in einer hydrolytischen Polymerisation bei erhöhter Temperatur in Gegenwart von Wasser unter Erhalt eines Reaktionsprodukts umsetzt, das Polyamid, Wasser, nicht umgesetzte Monomere und Oligomere enthält, c) das in Schritt b) erhaltene Reaktionsprodukt einer Formgebung unter Erhalt von Polyamidteilchen unterzieht, d) die in Schritt c) erhaltenen Polyamidteilchen mit wenigstens einem ersten Extraktionsmittel behandelt, e) die in Schritt d) erhaltenen extrahierten Polyamidteilchen zur Nachpolymerisation in eine Reaktionszone einspeist, f) das in Schritt e) erhaltene Polyamid mit wenigstens einem zweiten Extraktions- mittel behandelt.
In einer speziellen Ausführungsform wird das in Schritt f) erhaltene beladene Extraktionsmittel anschließend zur Extraktion in Schritt d) eingesetzt. Insbesondere wird das in Schritt f) des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltene extrahierte Polyamid zusätzlich einer Trocknung unterzogen (Schritt g)).
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind Polyamide, die durch das zuvor und im Folgenden beschriebene Verfahren erhältlich sind. Diese Polyamide zeichnen sich durch einen sehr geringen Restmonomerengehalt aus, wie er mit aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren nicht erzielt werden kann.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung von Polyamiden, die durch das zuvor und im folgenden beschriebene Verfahren erhältlich sind, insbesondere zur Herstellung von Granulaten, Folien, Fasern oder Formkörpern.
DETALIERTE BESCHREIBUNG DER ERINDUNG
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter Monomer eine niedermolekulare Verbindung verstanden, wie sie bei der Herstellung des Polyamids durch hydrolytische Polymerisation zur Einführung einer einzelnen Wiederholungseinheit eingesetzt wird. Dazu zählen die eingesetzten Lactame und Aminocarbonsäurenitrile. Dazu zählen auch zur Herstellung der Polyamide gegebenenfalls eingesetzte Comonomere, wie ω-Aminocarbonsäuren, co-Aminocarbonsäureamide, co-Aminocarbonsäuresalze, ω-Aminocarbonsäureestern, Diamine und Dicarbonsäuren, Dicarbonsäure-/Diamin- salze, Dinitrilen und Mischungen davon. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter einem Oligomer eine Verbindung verstanden, wie sie bei der Herstellung der Polyamide durch Reaktion von wenigstens zwei der die einzelnen Wiederholungseinheiten bildenden Verbindungen gebildet werden. Dabei weisen die Oligomere ein geringeres Molekulargewicht auf als die erfindungsgemäß hergestellten Polyamide. Zu den Oligomeren zählen cyclische und linea- re Oligomere, speziell cyclisches Dimer, lineares Dimer, Trimer, Tetramer, Pentamer, Hexamer und Heptamer. Gängige Verfahren zur Bestimmung der oligomeren Komponenten von Polyamiden erfassen im Allgemeinen die Komponenten bis zum Heptamer.
Die Viskositätszahl (Staudinger-Funktion, bezeichnet mit VZ, VN oder J) ist definiert als VZ = 1 / c x (η - ns) / ns. Die Viskositätszahl steht in direkter Beziehung zur mittleren molaren Masse des Polyamids und gibt Auskunft über die Verarbeitbarkeit eines Kunststoffes. Die Bestimmung der Viskositätszahl kann nach EN ISO 307 mit einem Ubbelohde-Viskosimeter erfolgen. Das erfindungsgemäße Verfahren weist die folgenden Vorteile auf:
Die abschließende Extraktion in Schritt f) ist der letzte Verfahrensschritt bzw. an den Extraktionsschritt schließt sich kein Verfahrensschritt mehr an, der mit einer stärkeren thermischen Belastung des Polymers verbunden ist, wie sie z. B. bei der Nachpolymerisation auftritt. Somit wird die erneute Bildung von Monomeren und/oder Oligomeren, wie sie bei höheren Temperaturen als Gleichgewichtsreaktion auftritt, vermieden. Somit werden sehr geringer Restmonomerengehalte ermöglicht. - Während der ersten Extraktion in Schritt d) kann bereits eine Nachkristallisation des Produkts der hydrolytischen Polymerisation erfolgen. Der Anteil an kristallinem Produkt hat einen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Nachpolymerisation in Schritt e). Diese kann schneller ablaufen als wenn man sie vor der Extraktion
durchführen würde. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich somit auch durch eine kurze Verweilzeit in der Nachpolymerisation aus.
Schritt a)
In Schritt a) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Monomergemisch, das wenigstens ein Lactam oder wenigstens ein Aminocarbonsäurenitril und/oder Oligomere dieser Monomere und gegebenenfalls weitere Komponenten enthält unter polyamidbildenden Reaktionsbedingungen umgesetzt, wobei ein Polyamid gebildet wird.
Erfindungsgemäß werden unter Polyamiden Homopolyamide, Copolyamide sowie Polymere verstanden, die wenigstens ein Lactam oder Nitril und wenigstens ein weiteres Monomer eingebaut enthalten und die einen Gehalt von mindestens 60 Gew.-% Polyamidgrundbausteinen, bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomergrundbausteine des Polyamids, aufweisen.
Homopolyamide leiten sich von einer Aminocarbonsäure oder einem Lactam ab und lassen sich durch eine einzelne Wiederholungseinheit beschreiben. Polyamid 6- Grundbausteine können beispielsweise aus Caprolactam, Aminocapronitril, Aminoca- pronsäure oder Gemischen davon aufgebaut sein. Beispiele für Homopolyamide sind Nylon-6 (PA 6, Polycaprolactam), Nylon-7 (PA 7, Polyenantholactam oder Polyhep- tanamid), Nylon-10 (PA 10, Polydecanamid), Nylon-1 1 (PA 1 1 , Polyundecanlactam) und Nylon-12 (PA 12, Polydodecanlactam). Copolyamide leiten sich von mehreren unterschiedlichen Monomeren ab, wobei die
Monomere untereinander jeweils durch eine Amidbindung miteinander verbunden sind. Mögliche Copolyamidbausteine können sich beispielsweise von Lactamen, Aminocar- bonsäuren, Dicarbonsäuren und Diaminen ableiten. Bevorzugte Copolyamide sind Polyamide aus Caprolactam, Hexamethylendiamin und Adipinsäure (PA 6/66). Copoly- amide können die Polyamidbausteine in verschiedenen Verhältnissen enthalten.
Polyamidcopolymere enthalten neben den Polyamidgrundbausteinen weitere Grundbausteine, die nicht durch Amidbindungen miteinander verbunden sind. Der Anteil an Comonomeren in Polyamidcopolymeren beträgt vorzugsweise höchstens 40 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens 20 Gew.-%, insbesondere höchstens 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Grundbausteine des Polyamidcopolymers.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Polyamide sind vorzugsweise ausgewählt unter Polyamid-6, Polyamid-1 1 , Polyamid-12, und deren Copolyami-
den und Polymerblends davon. Besonders bevorzugt sind Polyamid-6 und Polyamid- 12, insbesondere bevorzugt ist Polyamid-6.
Das in Schritt a) bereitgestellte Monomergemisch enthält vorzugsweise wenigstens ein C5- bis Ci2-Lactam und/oder ein Oligomer davon. Die Lactame sind insbesondere ausgewählt unter ε-Caprolactam, 2-Piperidon (δ-Valerolatam), 2-Pyrrolidon (γ-Butyro- lactam), Capryllactam, Önanthlactam, Lauryllactam, deren Mischungen und Oligome- ren davon. Besonders bevorzugt wird in Schritt a) ein Monomergemisch bereitgestellt, das ε-Caprolactam, 6-Aminocapronitril und/oder ein Oligomer davon enthält. Insbe- sondere wird in Schritt a) ein Monomergemisch bereitgestellt, das ausschließlich ε- Caprolactam oder ausschließlich 6-Aminocapronitril als Monomerkomponente enthält.
Weiterhin ist es auch möglich, dass in Schritt a) ein Monomergemisch bereitgestellt wird, das zusätzlich zu wenigstens einem Lactam oder Aminocarbonsäurenitril und/oder Oligomer davon wenigstens ein damit copolymerisierbares Monomer (M) enthält.
Geeignete Monomere (M) sind Dicarbonsäuren, beispielsweise aliphatische C4-10- alpha, omega-Dicarbonsäuren wie Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Pimelin- säure, Korksäure, Acelainsäure, Sebacinsäure und Dodecandisäure. Auch aromatische C8-2o-Dicarbonsäuren wie Terephthalsäure und Isophthalsäure können eingesetzt werden.
Als Monomere (M) geeignete Diamine können α,ω-Diamine mit vier bis zehn Kohlen- stoffatomen, wie Tetramethylendiamin, Pentamethylendiamin, Hexamethylendiamin, Heptamethylendiamin, Octamethylendiamin, Nonamethylendiamin und Decamethylen- diamin eingesetzt werden. Besonders bevorzugt ist Hexamethylendiamin.
Unter den als Monomere (M) geeigneten Salzen der genannten Dicarbonsäuren und Diaminen ist insbesondere das Salz aus Adipinsäure und Hexamethylendiamin, so genanntes AH-Salz, bevorzugt.
Geeignete Monomer (M) sind auch Lactone. Bevorzugte Lactone sind beispielsweise ε-Caprolacton und/oder γ-Butyrolacton.
Bei der Herstellung der Polyamide können ein oder mehrere Kettenregler eigesetzt werden, beispielsweise aliphatische Amine oder Diamine wie Triacetondiamin bzw. Mono- oder Dicarbonsäure wie Propionsäure und Essigsäure oder aromatische Carbonsäuren wie Benzoesäure oder Terephthalsäure.
Schritt b)
Die Umsetzung des in Schritt a) bereitgestellten Monomergemischs in einer hydrolyti- sehen Polymerisation in Schritt b) kann nach üblichen, dem Fachmann bekannten Verfahren erfolgen. Ein solches Verfahren wird z. B. im Kunststoff Handbuch, % Technische Thermoplaste: Polyamide, Carl Hanser Verlag, 1998, München, S. 42-47 und 65- 70 beschrieben. Auf diese Offenbarung wird hier in vollem Umfang Bezug genommen. Bevorzugt wird in Schritt b) zur hydrolytischen Polymerisation ein Lactam einer Ringöffnung unter Einwirkung von Wasser unterzogen. Dabei wird z. B. das Lactam zumindest teilweise zur korrespondierenden Aminocarbonsäure gespalten, die dann im Folgeschritt durch Polyaddition und Polykondensation weiter polymerisiert. Wird nach einer bevorzugten Ausführungsform in Schritt a) ein Monomergemisch bereitgestellt, das Caprolactam enthält, so wird dieses unter der Einwirkung von Wasser zumindest teilweise zur korrespondierenden Aminocapronsäure geöffnet und reagiert anschließend unter Polykondensation und Polyaddition zum Polyamid 6. In einer alternativen Ausführung wird in Schritt b) ein Aminocarbonsäurenitril, speziell 6-Aminocapron- säurenitril, einer Polymerisation unter Einwirkung von Wasser und gegebenenfalls in Gegenwart eines Katalysators unterzogen.
Die Umsetzung in Schritt b) erfolgt vorzugsweise kontinuierlich.
Bevorzugt erfolgt die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) in Gegenwart von 0,1 bis 25 Gew.-% zugesetztem Wasser, besonders bevorzugt von 0,5 bis 20 Gew.-% zugesetztem Wasser, bezogen auf die Gesamtmenge der eingesetzten Monomere und Oligomere. Zusätzliches, bei der Kondensationsreaktion gebildetes Wasser ist bei dieser Mengenangabe nicht berücksichtigt. Die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) kann einstufig oder mehrstufig (z. B. zweistufig) erfolgen. Wenn die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) einstufig durchgeführten wird, dann beträgt die Anfangskonzentration des Wassers vorzugsweise 0,1 bis 4 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmenge der eingesetzten Monomere und Oligomere. Wenn die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) zweistufig durchgeführ- ten wird, dann ist dem VK-Rohr bevorzugt eine Druckvorstufe, z. B. ein Druckvorreaktor, vorgeschaltet. In der Druckvorstufe beträgt die Anfangskonzentration des Wassers bevorzugt 2 bis 25 Gew.-%, besonders bevorzugt 3 bis 20 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmenge der eingesetzten Monomere und Oligomere.
In einer speziellen Ausführung besteht das in Schritt a) bereitgestellte Monomerge- misch aus wenigstens einem Lactam und erfolgt die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) in Gegenwart von 0,1 bis 4 Gew.-% Wasser, bezogen auf die Gesamtmenge des eingesetzten Lactams. Speziell handelt es sich bei dem Lactam um ε-Capro- lactam.
Die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) kann in Gegenwart wenigstens eines Reglers, wie Propionsäure, erfolgen. Wird in Schritt b) ein Regler eingesetzt und die hydrolytische Polymerisation zweistufig unter Einsatz einer Druckvorstufe durchgeführt, so kann der Regler in der Druckvorstufe und/oder in der zweiten Polymerisationsstufe eingesetzt werden. In einer speziellen Ausführung erfolgt die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) nicht in Gegenwart eines Reglers.
Die in dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Polyamide können zusätzlich übliche Additive wie Mattierungsmittel, z. B. Titandioxid, Keimbildner, z. B. Magnesi- umsilicat, Stabilisatoren, z. B. Kupfer(l)halogenide und Alkalihalogenide, Antioxidantien, Verstärkungsmittel, etc., in üblichen Mengen enthalten. Die Additive werden in der Regel vor, während oder nach der hydrolytischen Polymerisation (Schritt b) zugesetzt. Bevorzugt werden die Additive vor der hydrolytischen Polymerisation in Schritt b) zu- gesetzt.
Die Umsetzung in Schritt b) kann einstufig oder mehrstufig (z. B. zweistufig) erfolgen. In einer ersten Ausführungsform ist die Umsetzung in Schritt b) einstufig ausgeführt. Dabei wird vorzugsweise das Lactam oder Aminocarbonsäurenitril und gegebenenfalls Oligomere davon mit Wasser und ggf. Additiven in einem Reaktor zur Reaktion gebracht.
Geeignete Reaktoren sind die zur Herstellung von Polyamiden üblichen, dem Fachmann bekannten Reaktoren. Bevorzugt erfolgt die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) in einem Polymerisationsrohr oder einem Bündel von Polymerisationsrohren. Speziell wird für die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) wenigstens ein sogenanntes VK-Rohr eingesetzt. Die Abkürzung "VK" steht dabei für "vereinfacht kontinuierlich". Bei einer mehrstufigen Ausführung der Umsetzung in Schritt b) erfolgt bevorzugt wenigstens eine der Stufen in einem VK-Rohr. Bei einer zweistufigen Ausführung der Umsetzung in Schritt b) erfolgt bevorzugt die zweite Stufe in einem VK-Rohr. Bei einer zweistufigen Ausführung der Umsetzung in Schritt b) kann die erste Stufe in einem Druckvorreaktor erfolgen. Beim Einsatz eines Aminocarbonsäurenitrils erfolgt die Umsetzung in Schritt b) in der Regel mehrstufig, wobei die erste Stufe bevorzugt in einem Druckvorreaktor erfolgt.
In einer geeigneten Ausführungsform wird Polyamid 6 in einem mehrstufigen Verfahren, speziell einem zweistufigen Verfahren, hergestellt. Caprolactam, Wasser und gegebenenfalls wenigstens ein Additiv, wie beispielsweise ein Kettenregler, werden der ersten Stufe zugeführt und zu einer Polymerzusammensetzung umgesetzt. Diese Polymerzusammensetzung kann unter Druck oder durch eine Schmelzeaustragspumpe in die zweite Stufe überführt werden. Vorzugsweise erfolgt dies über einen Schmelzeverteiler. Die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) erfolgt bevorzugt bei einer Temperatur im Bereich von 240 bis 280°C. Bei einer mehrstufigen Ausführung der hydrolytischen Polymerisation in Schritt b) können die einzelnen Stufen bei der gleichen oder bei unterschiedlichen Temperaturen und Drücken erfolgen. Bei Durchführung einer Polymerisationsstufe in einem Rohrreaktor, speziell einem VK-Rohr, kann der Reaktor über die gesamte Länge im Wesentlichen die gleiche Temperatur aufweisen. Möglich ist auch ein Temperaturgradient im Bereich wenigstens eines Teils des Rohrreaktors. Möglich ist auch die Durchführung der hydrolytischen Polymerisation in einem Rohrreaktor, der zwei oder mehr als zwei Reaktionszonen aufweist, die bei unterschiedlicher Temperatur und/oder bei unterschiedlichem Druck betrieben werden. Der Fachmann kann die optimalen Bedingungen nach Bedarf, z. B. unter Berücksichtigung der Gleichgewichtsbedingungen, wählen.
Wenn die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) einstufig erfolgt, so liegt der absolute Druck im Polymerisationsreaktor bevorzugt in einem Bereich von etwa 1 bis 10 bar, besonders bevorzugt von 1 ,01 bar bis zu 2 bar. Besonders bevorzugt wird die einstufige Polymerisation bei Umgebungsdruck durchgeführt.
In einer bevorzugten Ausführung wird die hydrolytische Polymerisation in Schritt b) zweistufig durchgeführt. Durch das Vorschalten einer sogenannten Druckstufe lässt sich eine Verfahrensbeschleunigung erreichen, indem die geschwindigkeitsbestimmende Spaltung des Lactams, speziell von Caprolactam, unter erhöhtem Druck unter ansonsten ähnlichen Bedingungen wie in der zweiten Reaktionsstufe durchgeführt wird. Die zweite Stufe erfolgt dann vorzugsweise in einem VK-Rohr, wie zuvor beschrieben. Bevorzugt liegt der absolute Druck in der ersten Stufe in einem Bereich von etwa 1 ,5 bis 70 bar, besonders bevorzugt in einem Bereich von 2 bis 30 bar. Bevorzugt liegt der absolute Druck in der zweiten Stufe in einem Bereich von etwa 0,1 bis 10 bar, besonders bevorzugt von 0,5 bar bis zu 5 bar. Insbesondere liegt der Druck in der zweiten Stufe bei Umgebungsdruck.
Beim Austritt des VK-Rohrs wird die Polyamidschmelze dann einer Formgebung unter Erhalt von Polyamidteilchen unterzogen.
Schritt c)
In Schritt c) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das in Schritt b) erhaltene Polyamid einer Formgebung unter Erhalt von Polyamidteilchen unterzogen.
Bevorzugt wird das in Schritt b) erhaltene Polyamid zuerst zu einem oder mehreren Strängen geformt. Dazu können dem Fachmann bekannte Vorrichtungen verwendet werden. Geeignete Vorrichtungen sind z. B. Lochplatten, Düsen oder Düsenplatten. Bevorzugt wird das in Schritt b) erhaltene Reaktionsprodukt in fließfähigem Zustand zu Strängen geformt und als fließfähiges strangförmiges Reaktionsprodukt einer Zerkleinerung zu Polyamidteilchen unterzogen. Der Lochdurchmesser liegt vorzugsweise in einem Bereich von 0,5 mm bis 20 mm, besonders bevorzugt 1 mm bis 5 mm, ganz besonders bevorzugt 1 ,5 bis 3 mm.
Bevorzugt umfasst die Formgebung in Schritt c) eine Granulierung. Zum Granulieren kann das in Schritt b) erhaltene, zu einem oder mehreren Strängen geformte, Polyamid verfestigt und anschließend granuliert werden. In z. B. Kunststoffhandbuch, % Technische Thermoplaste: Polyamide, Carl Hanser Verlag, 1998, München, S. 68-69 werden geeignete Maßnahmen beschrieben. Ein spezielles Verfahren der Formgebung ist die Unterwassergranulation, die dem Fachmann ebenfalls prinzipiell bekannt ist. Schritt d)
In Schritt d) werden die in Schritt c) erhaltenen Polyamidteilchen einer ersten Extraktion unterzogen. Geeignete Verfahren und Vorrichtungen zur Extraktion von Polyamidteilchen sind dem Fachmann prinzipiell bekannt.
Extraktion heißt, dass der Gehalt an Monomeren und gegebenenfalls Dimeren und weiteren Oligomeren in dem Polyamid durch Behandlung mit einem Extraktionsmittel verringert wird. Technisch kann dies beispielsweise durch kontinuierliches oder diskontinuierliches Extrahieren mit heißem Wasser (DE 2501348 A, DE 2732328 A) oder im überhitzten Wasserdampfstrom (EP 0284968 W1 ) geschehen.
Bevorzugt wird zur Extraktion in Schritt d) ein erstes Extraktionsmittel eingesetzt, das Wasser enthält oder aus Wasser besteht. In einer bevorzugten Ausführung besteht das erste Extraktionsmittel nur aus Wasser. In einer weiteren bevorzugten Ausführung enthält das erste Extraktionsmittel Wasser und ein zur Herstellung des Polyamids einge- setztes Lactam und/oder dessen Oligomere. Im Falle von Polyamid 6 ist es somit auch möglich, zur Extraktion caprolactamhaltiges Wasser einzusetzen, wie dies in der WO 99/26996 A2 beschrieben ist. Bevorzugt wird zur Extraktion in Schritt d) das in Schritt f) erhaltene beladene Extraktionsmittel eingesetzt. Somit kann die Menge von aufarbeitungsbedürftigem Abwasser minimiert werden.
Die Temperatur des Extraktionsmittels liegt vorzugsweise in einem Bereich von 75 bis 130 °C, besonders bevorzugt von 85 bis 120 °C.
Die Extraktion kann kontinuierlich oder diskontinuierlich erfolgen. Bevorzugt ist eine kontinuierliche Extraktion.
Bei der Extraktion können die Polyamidteilchen und das erste Extraktionsmittel im Gleichstrom oder im Gegenstrom geführt werden. Bevorzugt ist die Extraktion im Gegenstrom.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform werden die Polyamidteilchen kontinuierlich im Gegenstrom mit Wasser bei einer Temperatur <100 °C und Umgebungsdruck extrahiert. Bevorzugt liegt die Temperatur dann in einem Bereich von 85 bis 99,9 °C. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden die Polyamidteilchen kontinuierlich im Gegenstrom mit Wasser bei einer Temperatur >100 °C und einem Druck im Bereich von 1 bis 2 bar absolut extrahiert. Bevorzugt liegt die Temperatur dann in einem Bereich von 101 bis 120 °C. Zur Extraktion können übliche, dem Fachmann bekannte Vorrichtungen eingesetzt werden. In einer speziellen Ausführung wird zur Extraktion wenigstens eine pulsierte Extraktionskolonne eingesetzt.
Die in dem in Schritt d) erhaltenen beladenen ersten Extraktionsmittel enthaltenen Komponenten, ausgewählt unter Monomeren und gegebenenfalls Dimeren und/oder Oligomeren, können dazu isoliert und in Schritt a) oder b) zurückgeführt werden.
Es ist möglich, das in Schritt d) erhaltene extrahierte Polyamid einer Trocknung zu unterziehen. Die Trocknung von Polyamiden ist dem Fachmann prinzipiell bekannt. Bei-
spielsweise kann das extrahierte Granulat durch in Kontakt bringen mit trockener Luft oder einem trockenen Inertgas oder einem Gemisch davon getrocknet werden. Bevorzugt wird ein Inertgas, z. B. Stickstoff, zur Trocknung eingesetzt. Das extrahierte Granulat kann auch durch in Kontakt bringen mit überhitztem Wasserdampf oder einem Gemisch davon mit einem davon verschiedenen Gas, vorzugsweise einem Inertgas, getrocknet werden. Zur Trocknung können übliche Trockner, z. B. Gegenstrom-, Kreuzstrom-, Teller-, Taumel-, Schaufel-, Riesel-, Konus-, Schachttrockner, Wirbelbetten usw. verwendet werden. Eine geeignete Ausführung ist die diskontinuierliche Trocknung im Taumeltrockner oder Konustrockner unter Vakuum. Eine weitere geeig- nete Ausführung ist die kontinuierliche Trocknung in sogenannten Trockenrohren, die mit einem unter den Trocknungsbedingungen inerten Gas durchströmt werden. In einer speziellen Ausführung wird zur Trocknung wenigstens ein Schachttrockner einsetzt. Bevorzugt wird der Schachttrockner von einem heißen, unter den Nachpolymerisationsbedingungen inerten Gas durchströmt. Ein bevorzugtes inertes Gas ist Stickstoff.
Schritt e)
In Schritt e) wird das in Schritt d) erhaltenen extrahierte Polyamid in eine Reaktionszone zur Nachpolymerisation eingespeist.
Bevorzugt werden die in Schritt d) erhaltenen Polyamidteilchen zur Nachpolymerisation in Schritt e) einer Festphasenpolymerisation unterzogen. Dabei wird das Polyamid in der festen Phase polymerisiert. Das Polyamid erfährt eine Wärmebehandlung, wobei die Temperatur unterhalb des Schmelzpunktes des Polyamids liegt.
Geeignet als Reaktionszone in der die Nachpolymerisation stattfindet, sind prinzipiell Vorrichtungen, wie sie auch zur Trocknung eingesetzt werden können z. B. Gegenstrom-, Kreuzstrom-, Teller-, Taumel-, Schaufel-, Riesel-, Konus-, Schachttrockner, Wirbelbetten usw. Bevorzugt wird als Reaktionszone, in der die Nachpolymerisation stattfindet, wenigstens ein Reaktor eingesetzt, besonders bevorzugt wenigstens ein Rohrreaktor. In einer speziellen Ausführung wird zur Nachpolymerisation wenigstens ein Schachttrockner eingesetzt. Bevorzugt wird der Schachttrockner von einem heißen, unter den Nachpolymerisationsbedingungen inerten Gas durchströmt. Ein bevorzugtes inertes Gas ist Stickstoff.
Geeignete Verfahren zur Nachpolymerisation hydrolytisch hergestellter Polyamide sind dem Fachmann prinzipiell bekannt. Die Nachpolymerisation kann z. B. wie in
WO 2009153340, EP 1235671 oder EP 0732351 beschrieben durchgeführt werden.
Die Nachpolymerisation in Schritt d) kann einstufig (in einer einzigen Reaktionszone) erfolgen. Sie kann auch mehrstufig z. B. zweistufig, in mehreren Reaktionszonen erfolgen, die hintereinander und/oder parallel angeordnet sein können. Bevorzugt wird die Nachpolymerisation einstufig durchgeführt.
Bei der Nachpolymerisation liegt die Temperatur in der Reaktionszone bevorzugt in einem Bereich von 120 bis 185 °C, besonders bevorzugt von 150 bis 180 °C.
Bei der Nachpolymerisation liegt der Druck in der Reaktionszone üblicherweise in ei- nem Bereich von 1 mbar bis 1 ,5 bar, besonders bevorzugt von 500 mbar bis 1 ,3 bar.
Bei der mehrstufigen Nachpolymerisation können die Polymerisationsvorrichtungen in Art und Größe gleich oder verschieden sein. Beispielsweise können zwei gleiche Polymerisationsvorrichtungen, oder zwei verschieden dimensionierte Polymerisationsvor- richtungen eingesetzt werden. Beispielsweise können zwei Polymerisationsvorrichtungen hintereinander betrieben werden, wobei jede eine andere Verweilzeitcharakteristik aufweist. Beispielsweise können auch zwei Polymerisationsvorrichtungen hintereinander betrieben werden, wobei jede der Polymerisationsvorrichtungen verschiedene Druckstufen aufweist. Beispielsweise können auch zwei Polymerisationsvorrichtungen hintereinander betrieben werden, wobei jede der Polymerisationsvorrichtungen von verschiedenen Inertgasmengen durchströmt wird. Beispielsweise können auch zwei Polymerisationsvorrichtungen hintereinander betrieben werden, wobei jede der Polymerisationsvorrichtungen verschiedene Druckstufen aufweist und von verschiedenen Inertgasmengen durchströmt wird.
Die Temperierung des Polyamids bei der Nachpolymerisation erfolgt üblicherweise über Wärmeaustauscher, wie Doppelmantel, innenliegende Wärmetauscher oder andere geeignete Vorrichtungen. In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Nachpolymerisation in Schritt e) in Gegenwart wenigstens eines Inertgases. Dann kann die Temperierung des Polyamids bei der Nachpolymerisation zumindest teilweise durch den Einsatz eines heißen Inertgases erfolgen.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform wird während der Nachpolymerisation die Reaktionszone von heißem Inertgas durchströmt. Als Inertgas eignen sich bei- spielsweise Stickstoff, CO2, Helium, Neon und Argon sowie Mischungen davon. Bevorzugt wird Stickstoff eingesetzt.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Nachpolymerisation in Schritt e) ohne Stoffaustausch mit der Umgebung. Unter einer "Nachpolymerisation
ohne Stoffaustausch mit der Umgebung" wird verstanden, dass nach der Zuführung der in Schritt d) erhaltenen extrahierten Polyamidteilchen in die Nachpolymerisationszone kein Stoffaustausch zwischen der Nachpolymerisationszone und der Umgebung stattfindet. Insbesondere wird während der Nachpolymerisation kein Gasstrom durch die Nachpolymerisationszone geleitet. Somit erfolgt während der Nachpolymerisation in Schritt e) kein Eintrag und auch kein Austrag von Komponenten, z. B. von Wasser, aus dem Behälterinneren in die Umgebung und umgekehrt.
Die Verweilzeit in der Reaktionszone im Schritt e) beträgt bevorzugt 15 Stunden bis 100 Stunden, besonders bevorzugt 25 Stunden bis 55 Stunden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird die Verweilzeit des Polymers in Schritt e) so gewählt, das sich die relative Viskosität des Polyamids um mindestens 10 %, bevorzugt um mindestens 15 %, besonders bevorzugt um mindestens 20 %, bezogen auf die relative Viskosität des Polyamids vor Schritt d), erhöht.
Die relative Viskosität des Polyamids wird üblicherweise als Maß für das Molekulargewicht herangezogen. Die relative Viskosität wird erfindungsgemäß bei 25 °C als Lösung in 96-gewichtsprozentiger H2SO4 mit einer Konzentration von 1 ,0 g Polyamid in 100 ml Schwefelsäure bestimmt. Die Bestimmung der relativen Viskosität folgt dabei der DIN EN ISO 307.
Schritt f) In Schritt f) werden die in Schritt e) erhaltenen Polyamidteilchen einer weiteren Extraktion unterzogen.
Die Extraktion von Polyamidteilchen ist dem Fachmann prinzipiell bekannt und ist in Schritt d) ausführlich beschrieben.
Bevorzugt wird zur Extraktion in Schritt f) ein zweites Extraktionsmittel eingesetzt, das Wasser enthält oder aus Wasser besteht. In einer bevorzugten Ausführung besteht das zweite Extraktionsmittel nur aus Wasser. In einer speziellen Ausführungsform handelt es sich dann um zurückgewonnenes Extraktionsmittel, dass noch geringe Mengen an Monomer und/oder Oligomer enthalten kann.
Die Temperatur des Extraktionsmittels in Schritt f) liegt vorzugsweise in einem Bereich von 75 bis 120 °C.
Die Temperatur des Extraktionsmittels während der Behandlung in Schritt f) liegt besonders bevorzugt in einem Bereich von 50 bis weniger als 120°C, insbesondere von 75 bis 1 18°C, speziell von 80 bis 1 15°C, spezieller von 85 bis 1 10°C. Vorzugsweise liegt das Polyamid während der Behandlung in Schritt f) in festem Zustand (und nicht in der Schmelze) vor.
Die Extraktion in Schritt f) kann kontinuierlich oder diskontinuierlich erfolgen. Bevorzugt ist eine kontinuierliche Extraktion.
Bei der Extraktion in Schritt f) können die Polyamidteilchen und das erste Extraktions- mittel im Gleichstrom oder im Gegenstrom geführt werden. Bevorzugt ist die Extraktion im Gegenstrom. In einer ersten bevorzugten Ausführungsform werden die Polyamidteilchen kontinuierlich im Gegenstrom mit Wasser bei einer Temperatur <100 °C und Umgebungsdruck extrahiert. Bevorzugt liegt die Temperatur dann in einem Bereich von 85 bis 99,9 °C.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden die Polyamidteilchen kontinu- ierlich im Gegenstrom mit Wasser bei einer Temperatur >100 °C und einem Druck im Bereich von 1 bis 2 bar absolut extrahiert. Bevorzugt liegt die Temperatur dann in einem Bereich von 101 bis weniger als 120 °C.
Die in dem in Schritt f) erhaltenen beladenen zweiten Extraktionsmittel enthaltenen Komponenten, ausgewählt unter Monomeren und gegebenenfalls Dimeren und/oder Oligomeren, können dazu isoliert und in Schritt a) oder b) zurückgeführt werden.
In einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das in Schritt f) erhaltene beladene zweite Extraktionsmittel anschließend als erstes Extrakti- onsmittel in Schritt d) eingesetzt. Nach dieser Variante wird dasselbe Extraktionsmittel zunächst zur Extraktion mit den niedriger mit Monomeren und/oder Oligomeren beladenen Polyamidteilchen aus der Nachpolymerisation und danach mit den höherer mit Monomeren und/oder Oligomeren beladenen Polyamidteilchen aus der hydrolytischen Polymerisation in Kontakt gebracht. Somit kann die Menge an aufzuarbeitendem Ex- traktionsmittel deutlich verringert werden.
Eine spezielle Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst die folgenden Schritte:
Behandlung des in Schntt e) erhaltenen Polyamids in Schritt f) mit wenigstens einem zweiten Extraktionsmittel unter Erhalt eines mit Monomeren und/oder Oli- gomeren beladenen zweiten Extraktionsmittels, - Einsatz des in Schritt f) erhaltenen beladenen Extraktionsmittels zur Extraktion in Schritt d),
Trennung des in Schritt d) erhaltenen beladenen Extraktionsmittels in eine an Monomeren und/oder Oligomeren angereicherte Fraktion und eine an Monome- ren und/oder Oligomeren abgereicherte Fraktion, zumindest teilweise Einspeisung der an Monomeren und/oder Oligomeren angereicherten Fraktion in die in Schritt a) bereitgestellte Monomerzusammensetzung oder die zur hydrolytischen Polymerisation in Schritt b) eingesetzte Reaktionszo- ne, zumindest teilweise Verwendung der an Monomeren und/oder Oligomeren abge- reicherten Fraktion als zweites Extraktionsmittel in Schritt f). Schritt g)
Bevorzugt wird das in Schritt f) erhaltene extrahierte Polyamid einer Trocknung unterzogen. Geeignete Vorrichtungen und Verfahren zur Trocknung sind zuvor in Schritt d) beschrieben, worauf hier Bezug genommen wird. Zur Trocknung können übliche Trockner, z. B. Gegenstrom-, Kreuzstrom-, Teller-, Taumel-, Schaufel-, Riesel-, Konus-, Schachttrockner, Wirbelbetten usw. verwendet werden. Beispielsweise kann das extrahierte Granulat durch in Kontakt bringen mit trockener Luft oder einem trockenen Inertgas oder einem Gemisch davon getrocknet werden. Bevorzugt wird ein Inertgas zur Trocknung eingesetzt. Eine geeignete Ausführung ist die diskontinuierliche Trock- nung im Taumeltrockner oder Konustrockner unter Vakuum. Eine weitere geeignete Ausführung ist die kontinuierliche Trocknung in sogenannten Trockenrohren, die mit einem unter den Trocknungsbedingungen inerten Gas durchströmt werden. In einer speziellen Ausführung wird zur Trocknung wenigstens ein Schachttrockner eingesetzt. Bevorzugt wird der Schachttrockner von einem heißen, unter die Nachpolymerisations- bedingungen inerten Gas durchströmt. Ein bevorzugtes inertes Gas ist Stickstoff.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann kontinuierlich oder diskontinuierlich durchgeführt werden, vorzugsweise wird es kontinuierlich durchgeführt.
Das erfindungsgemäße Verfahren führt zu Polyamiden mit besonders vorteilhaften Eigenschaften. Ein geeignetes Maß für die erzielten Polymereigenschaften ist die Viskositätszahl. Die Viskositätszahl (Staudinger-Funktion, bezeichnet mit VZ, VN oder J) ist definiert als VZ = 1 / c x (η - ns) / ns. Die Viskositätszahl steht in direkter Beziehung zur mittleren molaren Masse des Polyamids und gibt Auskunft über die Verarbeitbarkeit eines Kunststoffes. Die Bestimmung der Viskositätszahl kann nach EN ISO 307 mit einem Ubbelohde-Viskosimeter erfolgen. Die Viskositätszahl des nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen Polyamids beträgt vorzugsweise 185 bis
260 ml/g.
Vorzugsweise weist das erhaltene Polyamid einen Restmonomergehalt von weniger als 0,1 , bevorzugt weniger als 0,055 Gew.-%, besonders bevorzugt weniger als 0,03 Gew.-% auf. Der Gehalt an cyclischem Dimer beträgt vorzugsweise weniger als 0,1 Gew.-%, besonders bevorzugt weniger als 0,05 Gew.-%, insbesondere weniger als 0,025 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt weniger als 0,01 Gew.-%
Vorzugsweise weist das erhaltene Polyamid einen Restgehalt an Lactam von höchstens 0,055 Gew.-% und einen Restgehalt an cyclischem Dimer von höchstens 0,025 Gew.-% auf.
Das Verfahren wird nachstehend durch die Figur 1 und die Beispiele näher erläutert.
Figur 1 zeigt schematisch eine Ausführungsform zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Figur 2 zeigt schematisch eine weitere Ausführungsform zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei beladenes Extraktionsmittel aus der Extraktion (5) zur Extraktion in (3) eingespeist wird. In den Figuren 1 und 2 werden folgende Bezugszeichen verwendet:
1 Druckvorreaktor
2 VK-Rohr
3 Extraktion
4 Festphasenpolymerisation
5 Extraktion
6 Trocknung
A1 , A2 Einlass, Auslass des ersten Extraktionsmittels
B1 , B2 Einlass, Auslass des zweiten Extraktionsmittels
B2A1 Leitung zur Einspeisung von beladenem Extraktionsmittel aus (5) in (3)
BEISPIELE
Figur 1 : Erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung von Polyamid 6
Beispiel 1 :
Als Einsatzstoff wurde ein im industriellen Maßstab hergestelltes Polyamid 6-Granulat mit einer Viskositätszahl von 218 ml/g und einem Monomergehalt von 0,23 % verwendet. Die Herstellung des Polyamid 6-Granulats erfolgte über die Prozessschritte Vorre- aktion im Druckreaktor, Schmelzepolymerisation im VK-Rohr, Heißwasserextraktion und Temperung. 300 g Granulat wurden in einen 2L-Reaktor eingefüllt und bei 95 °C mit 1000 g Wasser unter Rühren über 24 h extrahiert. Das extrahierte Granulat wurde über 16 Stunden unter Stickstoffüberleitung im Vakuumtrockenschrank getrocknet. Der Monomergehalt danach betrug 0,04 %.
Beispiel 2:
Als Einsatzstoff wurde ein im industriellen Maßstab hergestelltes Polyamid 6-Granulat mit einer Viskositätszahl von 251 ml/g und einem Monomergehalt von 0,24 % verwendet. Die Herstellung des Polyamid 6-Granulats erfolgte über die Prozessschritte Vorre- aktion im Druckreaktor, Schmelzepolymerisation im VK-Rohr, Heißwasserextraktion und Temperung. 450 g Granulat wurden in einen 2L-Reaktor eingefüllt und bei 105 °C mit 1500 g Wasser unter Rühren über 24 h extrahiert. Das extrahierte Granulat wurde über 16 Stunden unter Stickstoffüberleitung im Vakuumtrockenschrank getrocknet. Der Monomergehalt danach betrug 0,03 %.
Beispiele 3-5:
Als Einsatzstoff wurde ein im industriellen Maßstab hergestelltes Polyamid 6-Granulat mit einer Viskositätszahl von 218 ml/g und einem Monomergehalt von 0,23 % verwendet. Die Herstellung des Polyamid 6-Granulats erfolgte über die Prozessschritte Vorre- aktion im Druckreaktor, Schmelzepolymerisation im VK-Rohr, Heißwasserextraktion und Temperung. 625 g Granulat wurden in einen 2L-Reaktor eingefüllt und bei 95 °C unter Rühren mit Wasser über 30 h extrahiert. Das Wasser wurde dabei mit einer Flussrate von 2 l/h kontinuierlich ausgetauscht. Vom extrahierten Granulat wurden drei 80 g-Fraktionen entnommen, die nacheinander in einer Trocknungsapparatur getrock- net wurden. Die Trocknungsapparatur bestand aus einem Glasrohr mit Frittenboden, das über einen Doppelmantel beheizt wurde. 80 g Granulat wurden in das vorgeheizte Glasrohr eingefüllt und über eine bestimmte Verweilzeit mit heißem Stickstoff durchströmt. Nach der Verweilzeit wurde das Granulat entnommen.
Bedingungen Trocknung:
Beispiele 6-8:
Als Einsatzstoff wurde ein im industriellen Maßstab hergestelltes Polyamid 6-Granulat mit einer Viskositätszahl von 250 ml/g, einem Monomergehalt von 0,23 % und einen Dimergehalt von 220 ppm verwendet. Die Herstellung des Polyamid 6-Granulats erfolgte über die Prozessschritte Vorreaktion im Druckreaktor, Schmelzepolymerisation im VK-Rohr, Heißwasserextraktion und Temperung. Dieses Granulat wurde einer weiteren Heißwasserextraktion unterzogen und anschließend getrocknet. Die Heißwasser- extraktion wurde in einem kontinuierlichen pulsierten Gegenstromextraktor durchgeführt. Der Extraktor hatte eine Kapazität für etwa 8 t Polyamidgranulat. Als Extraktionsmittel wurde frisches, entionisiertes Wasser verwendet. Unter Pulsation versteht man dabei, dass das Extraktionsmittel Wasser nicht kontinuierlich mit konstanter Strömungsgeschwindigkeit in den Extraktor gefördert wird, sondern dass das Wasser pulsweise mit hoher Strömungsgeschwindigkeit eingespeist wird.
Der Extraktor wurde durch drei innenliegende Wärmetauscher in drei Zonen aufgeteilt (oben, Mitte und unten), in denen sich jeweils unterschiedliche Temperaturen einstellen ließen. Das aus dem Extraktor austretende Granulat wurde kontinuierlich über eine Zentrifuge in einen Schachttrockner gefahren. Der Schachttrockner hatte eine Kapazität für etwa 16 1 Polyamidgranulat. Die Trocknung erfolgte mit Hilfe von heißem Stickstoff, der von unten in den Schachttrockner eingespeist wurde. Bedingungen Extraktion:
Beispiel 6 Beispiel 7 Beispiel 8
Durchsatz Granulat [kg/h] 330 450 600
Verweilzeit Granulat [kg/h] 24 18 13,5
Durchsatz Extraktionsmitel [kg/h] 740 490 580
Temperatur oben [°C] 98 90 80
Temperatur Mitte [°C] 98 98 95
Temperatur unten [°C] 95 95 95
Monomergehalt nach Extraktion [ppm] 130 320 670
Bedingungen Trocknung:
* gemessen bei Betriebstemperatur = "Temperatur unten" Beispiel 9:
Als Einsatzstoff wurde ein im industriellen Maßstab hergestelltes Polyamid 6-Granulat mit einer Viskositätszahl von 216 ml/g, einem Monomergehalt von 0,28 % und einen Dimergehalt von 210 ppm verwendet. Die Herstellung des Polyamid 6-Granulats erfolgte über die Prozessschritte Schmelzepolymerisation im VK-Rohr, Heißwasserextraktion und Temperung. Dieses Granulat wurde einer weiteren Heißwasserextraktion unterzogen und anschließend getrocknet. Die Heißwasserextraktion wurde in einem kontinuierlichen Gegenstromextraktor durchgeführt. Der Extraktor hatte eine Kapazität für etwa 44 t Polyamidgranulat. Als Extraktionsmittel wurde Wasser verwendet, das einen Anteil an organischem Kohlenstoff („TOC",„total organic carbon") von 500 ppm auf- wies. Der Extraktor besaß eine Extraktionsmittelrückführung im oberen Drittel, d. h. dass ein Teil des oben am Extraktor austretenden Extraktionsmittels wieder in das obere Drittel des Extraktor zurückgeführt wird.
Das aus dem Extraktor austretende Granulat wurde kontinuierlich über eine Zentrifuge in einen Schachttrockner gefahren. Der Schachttrockner hatte eine Kapazität für etwa 40 t Polyamidgranulat. Die Trocknung erfolgte mit Hilfe von heißem Stickstoff, der unterhalb des oberen Drittels des Schachttrockners eingespeist wurde.
Bedingungen Trocknung:
* gemessen bei Betriebstemperatur = "Temperatur unten"