Beschreibung
System und Verfahren zur Verwaltung eines Parkvorgangs eines Fahrzeugs in einer gebührenpflichtigen Parkzone und zur Verwaltung eines Zahlvorgangs zur Begleichung von Parkgebühren
Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur Verwaltung eines Parkvorgangs eines Fahrzeugs in einer gebührenpflichtigen Parkzone und zur Verwaltung eines Zahlvorgangs zur Begleichung von Parkgebühren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Daneben betrifft die Erfindung auch ein entsprechendes Verfahren zum Betrieb des erfindungsgemäßen Systems. Unter Verwaltung des Parkvorganges wird dabei das gebührenpflichtige Parken auf privaten oder öffentlichen Parkplätzen bzw. Parkhäusern, das einen automatisierten Zahlungsverkehr einschließt, verstanden. Unter automatisierten Zahlungsverkehr ist die Ermittlung der Parkgebühr nach einer bestimmten Parkzeit , der Abruf der ermittelten Parkgebühr von einem Konto des Fahrzeugnutzers und die Freigabe des Fahrzeuges nach vollzogenem Kontoabruf definiert.
Vom Stand der Technik sind Methoden und Systeme bekannt geworden, mit denen auf freien Parkzonen ein vorbestimmbares Parken auf einzeln lokalisierbaren
Parkflächen unterstützt wird. Dabei werden unterschiedliche Ansätze verfolgt. Meist kommen dabei drahtlose Signalübertragung und insbesondere Mobilfunk zum
Einsatz.
Im Einzelnen ist aus der WO 96/27170 A (Parkit Oy) ein Parkgebührensystem bekannt, bei dem eine Kontrollvorrichtung mit Parkgebührenregister vorhanden ist, mit der eine Zuordnung von Parkfläche zum Fahrzeug eines Nutzers möglich ist
und aus abgespeicherten Daten über Parkgebühren sowie den zugehörigen
Informationen über die Parkzeit die Gebühren ermittelt werden, die von einem
Nutzerkonto abgerufen werden.
Weiterhin wird mit der WO 01/88 855 A (= EP 1 312 049 B1 (Payway Oy)) ein Parkgebührensystem vorgeschlagen, bei dem ein Parkgebührzentrum von einer Parkscheinvorrichtung aktiviert wird und mittels eines Mobilfunknetzes mit dem Nutzer in Verbindung steht. Bei Verlassen der Parkzone wird über das
Parkgebührenzentrum eine Ausgangssteuereinrichtung mittels eines
ticketspezifischen Ausgangserlaubniscodes aktiviert.
Mit der WO 01/88 856 A (= EP 1312 050 B1 (Payway Oy)) wird dagegen
vorgeschlagen, dass einzelne Parkflächen für den Parkvorgang definiert werden und werden die Informationen der Parkflächen zusätzlich in das Register des
Parkgebührenzentrums zur Ermittlung der korrekten Parkgebühr eingespeichert.
Eigenart der genanten Systeme ist, dass dort die Bezahlfunktion
- entsprechend dem älteren Stand der Technik - vor dem Verlassen der Parkzone realisiert wird. Diese erfolgt zwar dort bereits über Handy und Mobilfunksysteme. Es ist jeweils ein separater Checkln- und ein CheckOut-Vorgang notwendig. Beim CheckOut erfolgt die Freigabe für die Ausfahrerlaubnis nur für einen bestimmten Zeitraum. Nur für diesen Zeitraum öffnet die Ausfahrschranke. Wenn also das Zeitintervall überschritten wird, muss der Gesamtvorgang des CheckOut erneut durchgeführt werden. Dies bringt in der Praxis für Nutzer und Betreiber einen unerwünschten Zusatzaufwand und ist vor allem dann problematisch, wenn das Zeitintervall kurz vor dem Versuch auszufahren abläuft. Dies kann in der Praxis zu großem Ärgernis beim Nutzer führen, da es häufig einen unerwünschten Rückstau in der Parkierungsanlage bewirkt.
Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes System und ein zugehöriges Verfahren zum Betrieb des Systems anzugeben, mit denen die
Verwaltung des Parkvorganges und des zugehörigen Zahlvorgangs zur Begleichung
der Parkgebühren vereinfacht wird, aber in sachgerechter weise erfolgen kann.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Gesamtheit der Merkmale des
Patentanspruches 1 gelöst. Weiterbildungen hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Sachansprüche 2 bis 18. Zur Realisierung dieses System wird eine Abfolge von Verfahrensschritten entsprechend Patentanspruch 19 ausgeführt.
Bei der Erfindung ist wesentlich, dass technische Mittel vorhanden sind, die mit einer Steuervorrichtung kommunizieren. Damit werden jeweils benutzerspezifische Informationen als Identifikationssignale für bestimmte Randbedingungen des
Parkvorganges an die Steuervorrichtung gegeben werden, wo diese Information verarbeitet werden und einerseits über ein Kommunikationsnetzwerk zur Freigabe der Ausfahrt zurückgegeben wird. Andererseits erfolgt erst mit dem Verlassen der Parkzone der Abzug der Parkgebühren vom Nutzerkonto. Damit werden die oben genannten Problemstellungen gelöst, da erst nach der Ausfahrt durch das
Schrankensystem der eigentliche Bezahlvorgang stattfindet. Aus diesem Grund kann der Nutzer stets ausfahren und der Betreiber erhält auch den tatsächlichen Preis für die gesamte Verweildauer im Parkobjekt. Das System ist im vollen Umfang
Mobilfunk-, insbesondere auch SMS-gestützt. Auch andere Übertragungsverfahren wie Bluetooth sind möglich.
Insgesamt ergibt sich damit eine beachtliche Verbesserung des gesamten Systems.
Bei der Realisierung der Erfindung mit Beschrankung der Parkzone wird die
Schranke nicht - wie bei obigem Stand der Technik - in Erwiderung auf einen Ausfahrerlaubniscode, der die Bezahlung der Parkgebühr bestätigt, im Zeitintervall geöffnet. Die Parkgebühr wird vielmehr beim Ausfahren exakt ermittelt und erst nach Ausfahrt aus der Parkzone abgerufen/bezahlt. Dies gewährleistet für den Betreiber der Parkplatzanlage einerseits eine bessere Verrechnungsmöglichkeit der korrekten Parkzeit und für den Verbraucher(Nutzer) andererseits eine tatsächliche
Unabhängigkeit bei der Ausfahrt aus der Parkzone von vorgegebenen Zeitintervallen
nach dem CheckOut.
Bei Realisierung der Erfindung durch Beschrankung der Parkzone wird die Schranke nicht - wie bei obigem Stand der Technik - in Erwiderung auf einen Erlaubniscode, der die Bezahlung der Parkgebühr bestätigt, im Zeitintervall geöffnet. Die Parkgebühr wird vielmehr beim Ausfahren exakt ermittelt und erst nach Ausfahrt aus der
Parkzone abgerufen/bezahlt. Dies gewährleistet für den Betreiber der
Parkplatzanlage einerseits eine bessere Verrechnungsmöglichkeit der korrekten Parkzeit und für den Verbraucher(Nutzer) andererseits eine tatsächliche
Unabhängigkeit bei der Ausfahrt aus der Parkzone von vorgegebenen Zeitintervallen nach dem CheckOut.
In einem spezifischen Aspekt bezieht sich die Erfindung also auf ein System zur Verwaltung eines Parkvorgangs eines Fahrzeugs in einer gebührenpflichtigen
Parkzone und eines Zahlvorgangs zur Begleichung von Parkgebühren, umfassend,
- eine Steuervorrichtung zur Steuerung des Parkvorgangs und des Zahlvorgangs, wobei die Steuervorrichtung mit einem Kommunikationsnetzwerk in Verbindung steht,
- eine Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe eines Parktickets, die kommunikativ mit der Steuervorrichtung in Verbindung steht, wobei die Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe eines Parktickets derart ausgebildet ist, dass sie eine Kennung auf dem Parkticket erzeugt,
- eine Einfahrsperrvorrichtung, die derart ausgebildet ist und kommunikativ mit der Steuervorrichtung und/oder der Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe eines Parktickets in Verbindung steht, dass diese bei Ausgabe eines Parktickets öffnet oder offenbar ist,
- eine Vorrichtung zur Aufnahme eines Parktickets, die kommunikativ mit der
Steuervorrichtung in Verbindung steht, wobei die Vorrichtung zur Aufnahme eines Parktickets derart ausgebildet ist, dass sie die Kennung des Parktickets zur
Auslösung und/oder Durchführung eines Zahlvorgangs erfasst,
- eine Ausfahrsperrvorrichtung, die derart ausgebildet ist und kommunikativ mit der Steuervorrichtung und/oder der Vorrichtung zur Aufnahme eines Parktickets in
Verbindung steht, dass diese bei Erfassung der Kennung öffnet oder offenbar ist,
wobei erfindungsgemäss
- die Steuervorrichtung zum Empfang der Kennung über das Kommunikationsnetzwerk ausgebildet ist,
- die Steuervorrichtung zur Erzeugung eines Ausfahrerlaubnissignals ausgebildet ist, in Antwort auf die Übermittlung der Kennung des Parktickets durch einen Nutzer an die Steuervorrichtung, und
- die Steuervorrichtung derart ausgebildet ist, dass sie den Zahlvorgang auslöst und/oder durchführt, sobald die Ausfahrsperrvorrichtung betätigt wird oder wurde.
Bei dieser Realisierung der Erfindung wird also von einer Parkzone mit
herkömmlicher Beschrankung ausgegangen.
Alternativ zum gegenständlichen "Parkticket" mit Kennung kann auch eine
anderweitig zuordenbare Identifikationsmöglichkeit vorgesehen sein, z.B. über das Kfz-Kennzeichen des Nutzerfahrzeuges, über eine On-Board-Unit im Fahrzeug wie ein Navigationssystem, über eine Barcode- oder Near-Field-Communication (NFC) oder ähnliche Nahfeld-Frequenz-Kommunikation-Verfahren oder über eine App, beispielsweise eine Smartphone-App.
Im Rahmen der Erfindung kann die Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe eines Parktickets auch als eine Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe einer sonstigen Parkzonen-Zugangs- und Parkberechtigung vorgesehen sein. Das Ein- und/oder Ausfahren in die oder aus der Parkzone muss nicht zwingend über ein physisches Parkticket gesteuert werden, vielmehr kann der Vorgang auch über die oben genannten Medien erfolgen. Damit ist die Realisierung einer virtuellen Schranke möglich.
Das System und das entsprechende Verfahren findet z.B. Anwendung in
beschrankten Parkzonen oder Parkbereichen, die für Fahrzeuge, also z.B.
Kraftfahrzeuge, zugänglich sind, und in welchen das Fahrzeug gegen Gebühr für einen bestimmten Zeitraum abgestellt werden kann. Der Nutzer fährt die Parkzone
an, fordert an der entsprechenden Vorrichtung entweder ein Parkticket an oder wird anderweitig identifiziert und kann so, nach Öffnung der Einfahrsperrvorrichtung, z.B. Einfahrschranke, in die Parkzone einfahren. Das Parkticket enthält eine Kennung oder Ticket-ID sowie eine Adresse, die für den späteren Zahlvorgang zu nutzen ist. Die Adresse ist z.B. eine Kurzwahlnummer, die z.B. über Short-Message-Service (SMS) kontaktierbar ist oder kann durch Einscannen eines QR(quick response) - oder Barcode ausgelöst werden.
Möchte der Nutzer über das System bezahlen, sendet er also z.B. eine SMS mit der Ticket-ID, d.h., der Kennung, die auf dem Parkticket aufgebracht ist, an eine angegebene Kurzwahlnummer. Er erhält dann eine Bestätigung per SMS. Sobald er diese erhalten hat, kann er den beschrankten Parkraum oder die Parkzone mit seinem Fahrzeug jederzeit verlassen, indem er das Ticket wie gewohnt in die dafür vorgesehene Vorrichtung einschiebt. Die übermittelte Ticket-ID oder Kennung dient lediglich zur Erfassung des Tickets. Sie enthält keine Informationen über
Einfahrtszeitpunkt, Ausfahrtszeitpunkt, Tarife oder Parkdauer. Die Höhe der
Parkgebühr richtet sich nach der jeweils gültigen örtlichen Parkgebührenordnung des Parkhausbetreibers. Der bei Ausfahrt fällige Betrag wird nach Ausfahrt automatisch abgebucht. Die Abrechnung der Gebühren erfolgt z.B. über die Mobilfunkrechnung bzw. mittels Verrechnung mit einem Prepaid-Guthaben oder Kundenkontos des Nutzers.
Erst nach Verlassen der Parkzone, also z.B. des Parkhauses, werden vom
Parkhausbetreiber die Parkdauer und der zu bezahlende Betrag errechnet. Das System zur Verwaltung eines Parkvorgangs eines Fahrzeugs in einer
gebührenpflichtigen Parkzone und eines Zahlvorgangs zur Begleichung von
Parkgebühren bucht diesen Betrag über das entsprechende Konto des
Nutzers ab und informiert den Nutzer, z.B. per SMS.
Sollte aufgrund einer vorübergehenden Nichtverfügbarkeit des Services die
Entrichtung der Parkgebühr per Handy nicht möglich sein oder sollte ein
Ausgangssignal nicht erzeugt werden können, weil z.B. ein Konto nicht gedeckt ist,
so bleibt der Parkraumnnutzer weiterhin zur Gebührenentrichtung verpflichtet. In diesem Falle ist auf alternative Bezahlmöglichkeiten 25 wie etwa den Kassenautomat zurückzugreifen.
In der alternativen spezifischen Ausführungsform der Erfindung ist die
Steuervorrichtung derart ausgebildet, dass die Übermittlung der Kennung mittels Short-Message-Service (SMS) von einer Mobilfunkeinrichtung des Nutzers
durchführbar ist. Alternativ kann die Kennung auch über eine On-Board-Unit (z.B. Navigationssystem), über eine Barcode- oder Near-Field-Communication (NFC) oder eine ähnliche Nahfeld-Frequenz-Kommunikation oder über eine App, beispielsweise eine Smartphone-App, übermittelt werden.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Steuervorrichtung derart ausgebildet, dass nach Übermittlung der Kennung, vorzugsweise mittels SMS, die Parkgebühr bestimmbar ist.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Steuervorrichtung derart ausgebildet, dass die Deckung eines nutzerspezifischen Kontos hinsichtlich der Parkgebühr überprüfbar ist, so dass sie das Ausfahrerlaubnissignal nur dann erzeugt, wenn die Deckung bestätigt ist.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Steuervorrichtung derart ausgebildet, dass sie das Ausfahrerlaubnissignal nur dann erzeugt, wenn die Parkgebühr als abbuchbar oder einziehbar bestätigt ist. Das heißt, es sind bestimmte Bedingungen zu erfüllen, die die Erzeugung des Ausfahrerlaubnissignals ermöglichen und schließlich das Öffnen der Ausfahrsperrvorrichtung. Ein nutzerspezifisches Konto kann z.B. ein Bankkonto sein oder ein Konto für PrePaid-Zahlung (Guthabenkonto), eine Kreditkarte, eine Mobile-Wallet oder ähnliches. in einer Ausführungsform der Erfindung st die Steuervorrichtung derart ausgebildet, dass der Nutzer eine Bestätigungsinformation, vorzugsweise eine SMS erhält, die die Möglichkeit eines Ausfahrens anzeigt. Mit dieser Information wird dem Nutzer mitgeteilt, dass eine Bezahlung erfolgen kann (dass also z.B. sein Konto gedeckt ist)
und ein Ausfahren, d.h. ein Öffnen der Ausfahrsperrvorrichtung, also z.B. einer Schranke in einem Parkhaus, ermöglicht wird, sobald er das Ticket in die Vorrichtung zur Aufnahme eines Parktickets einführt. Die Bestätigungsinformation kann z.B. lauten: Ihre Kennung wurde vom System akzeptiert.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Einfahrsperrvorrichtung als eine Einfahrschrankeneinrichtung oder Einfahrschranke ausgebildet. In einer
Ausführungsform ist die Ausfahrsperrvorrichtung als eine Ausfahrschrankeneinrichtung oder Ausfahrschranke ausgebildet. Die Sperrvorrichtungen werden vorzugsweise auch zur Erfassung des Parkereignisses und zur Sicherstellung der Abrechnung benötigt. Dies kann auch durch eine virtuelle Schrankeneinrichtung erreicht werden, z.B. einer Kombination von Kennzeichenerfassung und On-Board- Unit und/oder App , beispielsweise Smartphone-App.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Steuervorrichtung zumindest teilweise als eine eigenständige Vorrichtung ausgebildet. Sie kann als eigenständige
Vorrichtung also auch Bestandteil des Fahrzeuges sein.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Steuervorrichtung als ein Bestandteil der Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe eines Parktickets und/oder der
Vorrichtung zur Aufnahme eines Parktickets und/oder der Einfahrsperrvorrichtung und/oder der Ausfahrsperrvorrichtung ausgebildet.
In einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die Steuervorrichtung eine
Speichereinrichtung zur Speicherung von Daten, vorzugsweise von
Tarifinformationen und/oder von Informationen über die Parkdauer.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist/sind die Steuervorrichtung und/oder die Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe eines Parktickets und/oder die
Einfahrsperrvorrichtung derart ausgebildet, dass sie einen Erzeugungszeitpunkt des Parktickets und/oder einen Einfahrzeitpunkt erfasst/erfassen, so dass diese/dieser in der Steuervorrichtung speicherbar sind/ist.
In einer Ausführungsform der Erfindung st der Einfahrzeitpunkt der Zeitpunkt der Öffnung der Einfahrsperrvorrichtung.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist/sind die Steuervorrichtung und/oder Vorrichtung zur Aufnahme eines Parktickets und/oder die Ausfahrsperrvorrichtung derart ausgebildet, dass sie einen Ausfahrzeitpunkt des Parktickets erfasst/erfassen, so dass dieser in der Speichereinrichtung der Steuervorrichtung speicherbar ist/sind. Die zur Berechnung der Parkgebühr notwendigen Informationen (aktueller Tarif, Einfahrzeitpunkt, Ausfahrzeitpunkt etc.) sind also in der Steuervorrichtung,
insbesondere in einer oder der Speichereinrichtung, speicherbar, so dass nach Übermittlung der Kennung des Parktickets die fällige Gebühr berechnet werden kann. Die Kennung selbst enthält keine diesbezüglichen Informationen.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist/sind die Steuervorrichtung und/oder das System derart der ausgebildet, dass die Parkgebühr über das oder vom
nutzerspezifische/n Konto abbuchbar ist.
In einem anderen Aspekt bezieht sich die Erfindung auf das zugehörige Verfahren zur Verwaltung eines Parkvorgangs eines Fahrzeugs in einer gebührenpflichtigen Parkzone und eines Zahlvorgangs zur Begleichung von Parkgebühren mit einer Steuervorrichtung zur Steuerung des Parkvorgangs und des Zahlvorgangs, wobei die Steuervorrichtung mit einem Kommunikationsnetzwerk in Verbindung steht, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
- Erzeugen und Ausgeben eines Parktickets nach Anforderung durch einen Nutzer mittels einer Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe eines Parktickets, die kommunikativ mit der Steuervorrichtung in Verbindung steht,
- wobei die Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe eines Parktickets eine Kennung auf dem Parkticket erzeugt;
-Öffnen einer Einfahrsperrvorrichtung, die derart ausgebildet ist und kommunikativ mit der Steuervorrichtung und/oder der Vorrichtung zur Erzeugung und Ausgabe eines Parktickets in Verbindung steht, dass diese bei Ausgabe des Parktickets öffnet oder offenbar ist,
- Aufnehmen des Parktickets in eine Vorrichtung zur Aufnahme eines Parktickets, die
kommunikativ mit der Steuervorrichtung in Verbindung steht, und
Erfassen der Kennung des Parktickets mittels der Vorrichtung zur Aufnahme eines
Parktickets zur Auslösung und/oder Durchführung eines Zahlvorgangs,
- Öffnen einer Ausfahrsperrvorrichtung, die derart ausgebildet ist und kommunikativ mit der Steuervorrichtung und/oder der Vorrichtung zur Aufnahme eines Parktickets in Verbindung steht, dass diese bei Erfassung der Kennung öffnet oder offenbar ist,
- wobei die Steuervorrichtung die Kennung über das Kommunikationsnetzwerk empfängt,
- wobei die Steuervorrichtung ein Ausfahrerlaubnissignal erzeugt, in Antwort auf die Übermittlung der Kennung des Parktickets durch einen Nutzer an die
Steuervorrichtung,
- wobei die Steuervorrichtung den Zahlvorgang auslöst und/oder durchführt, sobald die Ausfahrsperrvorrichtung betätigt wird oder wurde.
Das vorgenannte System kann in entsprechender Weise bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen auch für die Steuerung, Aktivierung und Abrechnung der Aufladung der Akkumulatoren der elektrisch betriebenen Fahrzeuge verwendet werden. Dies bedeutet, dass beim Parken gleichermaßen die Aufladung der Akkumulatoren erfolgt und vom System nach obigen Verfahren zusammen mit der Parkgebühr abgerechnet wird.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den einzelnen
Patentansprüchen.
Es zeigen
Figur 1 einen Aufbau des Systems unter Verwendung von gegenständlichen Tickets und gegenständlicher Ein- bzw. Ausfahrsperrvorrichtungen,
Figur 2 eine schematische Darstellung unter Verwendung virtueller Einheiten, und
Figur 3 ein zeitliches Ablaufdiagramm von Anfang und Ende des Parkvorganges einschließlich Bezahlung
Gleiche oder gleichwirkende Einheiten in den Figuren haben gleiche Bezugszeichen.
In den Figuren bedeuten 10 eine Steuervorrichtung und 20 ein
Kommunikationsnetzwerk, die beide in wechselseitiger Wirkverbindung stehen. Über das Kommunikationsnetzwerk 20 steht die Steuervorrichtung mit den weiteren Einheiten in Verbindung.
Speziell in Figur 1 ist die Steuervorrichtung 10 mit einem Nutzer 1 mit einem Handy 2 und dem zugehörigen Mobilfunknetz 5 und einer Zentrale verbunden.
Es ist eine Ticketausgabevorrichtung 30 vorhanden, die ein Ticket 31 mit spezifischer Kennung 32 ausgibt. Die Kennung 32 dient zur Identifikation des Nutzers/Fahrzeugs. Sie kann auch durch einen Barcode realisiert sein.
Die Ticketausgabevorrichtung 30 ist ihrerseits mit der Einfahrsperrvorrichtung 35 verbunden. Parallel dazu ist eine Ticketeinzugsvorrichtung 40 mit einer
Ausfahrsperrvorrichtung 45 vorhanden.
Beim Befahren des beschrankten Parkplatzes wird in herkömmlicher Weise das Ticket 31 nach Anforderung ausgegeben. Dabei wird auf dem Ticket die Kennung (Code) erzeugt. Über die Kennung 31 werden zur individuellen Identifizierung die anwenderspezifischen Daten des Nutzers 1 über das Kommunikationsnetzwerk 20 an die Steuervorrichtung 10weitergegeben. Die Einfahrsperrvorrichtung 35 wird geöffnet.
Beim Beenden des Parkvorganges wird das Ticket 31 mit Kennung 32 in die
Ticketeinziehvorrichtung 40 eingebracht. Die Ticketeinzugvorrichtung 40 ist ihrerseits mit der Ausfahrsperrvorrichtung 45 verbunden. Wenn das Ticket 31 mit Kennung 32 in die Ticketeinzugvorrichtung eingeschoben wird, wird die Information einschließlich Zeitsignal über das Kommunikationsnetzwerk 20 zur Steuervorrichtung 10 geleitet. Mit den Signal kann in der Steuereinrichtung 10 de Zahlvorgang bearbeitet und wird dort ein Ausfahrerlaubnisssignal für die Ausfahrsperreinrichtung 45 (Schranke) erzeugt. Die ermittelte Parkgebühr wird von der Steuervorrichtung 10 über SMS od. dgl. An den Nutzer 1 übermittelt.
In Figur 1 sind die Steuervorrichtung 10 mit dem nachfolgenden
Kommunikationsnetzwerk 20 und den weiteren Einheiten Teil der Leitzentrale in der Parkzone, von wo die Verbindung über das Mobile Netzwerk zum externen Rechner erfolgt.
Es ist auch möglich, die Steuervorrichtung 10 als separates Teil auszubilden und im Kraftfahrzeug des Nutzers selbst unter zu bringen. Von dort erfolgt in gleicher weise der Informationsaustausch über das Kommunikationsnetzwerk 20 über
Nahfeldverfahren immer dann, wenn sich das Fahrzeug dem Parkzonenbereich nähert.
Letzteres bietet die Möglichkeit, die Erfindung bei freien Parkzonen, d.h. bei
Parkzonen ohne Beschrankung einzusetzen. Statt der konkreten Abgrenzung kommt es dabei auf den Austausch von Identifikationssignalen an. Die Einfahrsperre und die Ausfahrsperre werden in diesem Fall virtuell realisiert.
Dies wird anhand Figur 2 verdeutlicht: In Figur 2 ist ein als Parkzone ausgewiesenes Arreal 50 angedeutet, das von einer virtuellen Begrenzung, einem sog.„Geo Fence" (=GF) 55 umschlossen ist. Über Nahfeldverfahren erfolgt dabei ein Informationsaustausch mit entsprechender Identifizierung.
Gelangt ein Fahrzeug in einen Einfahrbereich 51 des Arreals 50 am GF 55, wird vom Fahrzeug mit interner Steuervorrichtung 10 werden das Fahrzeug bzw. der
Fahrzeugnutzer identifiziert.
Identifikationsmöglichkeiten sind für dieses Ausführungsbeispiel z.B. das Kfz- Kennzeichen, eine On-BoardUnit wie ein Navigationssystem, eine Barcode- oder Near-Field-Communication (NFC) oder eine ähnliche Nahfeld-Frequenz- Kommunikation (Blue Tooth) oder auch eine App, beispielsweise eine Smartphone- App.
Beim Einfahren in die begrenzte Parkzone 50 an der Zufahrt 51 wird der
Einfahrzeitpunkt erfasst und mit der Nutzer-Identifikation korreliert weitergegeben.
Nach Beendigung des Parkvorganges wird an der Ausfahrt 52 der Ausfahrzeitpunkt erfasst. Die Parkzeit wird mit der Gebührenliste korreliert und eine Parkgebühr ermittelt. Gleichermaßen erfolgt über die Mobilfunkverbindung der Abruf des
Parkgebühr-Betrages vom Nutzerkonto.
In Figur 3 ist der zeitliche Ablauf für das System zur Verwaltung des Parkvorganges und des Bezahlvorganges verdeutlicht: Aufgetragen sind über die Zeit einzelne Aktionszeitpunkte: t1 bezeichnet den Zeitpunkt der Einfahrt, Delta t die Parkzeit und t2 den Ausfahrzeitpunkt. Wesentlich ist, dass die Abrechnung nach der Ausfahrt aus der Parkzone erfolgt
Es ist ersichtlich, dass durch die Identifikation des Fahrzeuges mit dem jeweiligen Nutzer der Beginn der Parkdauer exakt bestimmt werden kann. Gleiches gilt für das Ende der Parkdauer. Somit wird beim Verlassen der Parkzone über die Ausfahrt jeweils die korrekte Parkgebühr vom Nutzerkonto abgebucht.
Weitere Varianten sind möglich. Insbesondere die verschiedenen Möglichkeiten der Identifikation ermöglichen einen problemangepassten weitgefächerten Einsatz der Erfindung.
Bezugszeichenliste
1 Nutzer
2 Handy
3
4
5 Mobilfunkstation
10 Steuervorrichtung
15 PC
20 Kommunikationsnetzwerk 25
26 e-Fahrzeug
30 Ticketausgabevorrichtung
31 Ticket
32 Kennung
35 Einfahrsperreinrichtung
40 Ticketeinzugsvorrichtung
45 Ausfahrsperreinrichtung
50 Parkzone mit„Geo Fence"
51 Einfahrt
52 Ausfahrt
55 „Geo Fence"
60 t Zeitachse t1 Beginn der Parkzeit t2 Ende der Parkzeit
Delta T Parkzeit
70
75